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ist- Man sollte nun denken, das deutsche Bürgertum, d»s im Auslande überall als eine Macht anerkannt wird, könne im Inlands un­möglich zur Ohnmacht verurteilt werden. Und doch liegt gerade hier der Anlaß zur Gründung des Hansabundes. der die stärkste Volksbeweg­ung seit langen Jahren entfacht hat, fich in einem y2 Jahre flugartig über die deutschen Lande verbreitet hat und eine Viertelmillion Anhänger bereits unter die Waffen rief. Die gegenwärtigen politischen Parteien beruhen im tiefsten Grunde auf religiösen Anschauungen. Aber hinter ihnen haben sich als neu« Gebilde wirtschaftliche Interessengruppen erhoben, zu­erst die sozialdemokratische Partei, dann der Bund der Landwirte. Es war nur dis natür­liche Vollendung dieser Entwickelung, daß zwi-

Marburg

Sonntag, 27. MSrz 1910.

(Nachdruck verboten.)

Schwester Anni.

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen: »Aach Feierabend*' (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) undLandwirtschaftliche Beilage

Doktor Achinger blickte gedankenvoll dem Rauch seiner Zigarre nach, wie er in weisslichen, duftenden Wölkchen aut Decke emporstieg und fich dort zerteilte. 2>nn warf er die eben erst angerauckte in den Aschbecher.

Schwester Marie, sagte er eindringlich. Es ist uns allen wohlbekannt, was für einen Platz dl« kleine Anni in Ihrem Herzen einnimmt, seren sie ehrlich, wollen Sie Ihr Kleinod zu halten versuchen, oder weiß Anni daß warum Sie hier find'» Er beugte fich vor sah mir scharf ins Gesicht er war bleich Erregung.

Der Arzt war aufgesprungen und ging mit großen Schritten im Zimmer auf und nieder; am Fenster blieb er stehen und schaute eine Weile schweigend in den Garten hinab. Als er sich umwandte war sein Gesicht roiebet das alte, nur in seinen Augen lag ein warmer Glanz. Er kam auf mich zu und reichte mir die Hand. Gut, Schwester Marie, schicken Sie mir Anni; ich werde sie heute mittag um 12 Ahr in diesem Zimmer hier erwarten.

Wie ein junges Mädchen, so flink sprang ich die Trepep hinauf, ich konnte Anni gar nicht eilig genug den frohen Bescheid dringen. Cie lag noch im Bett, die kleine Langschläferin, aber sie war schon wach. Als ich ansing zu er­zählen, setzt« sie sich rasch int Bett auf und blickte mich mit wei^eöffneten Augen an. Sie war nicht weniger «regt, wie der Doktor. Ich mußte mich auf den Bettrand zu ihr setzen und Wort für Wort erzählen, was Doktor Achinger gesagt hatte. Sie w«rden heute mittag das alles selbst erfahren, mein Liebling, sagte ich endlich, mich erhebend, und strich begüttgend über ihre heiße Wang«. Nun aber schnell auf­stehen, Sie Siebenschläfer, für mich ist es die höchste Zeit, nach unten zu gehen. Sie wissen, ich habe die Küchenwoche.

Anni war heute merkwürdig flink fertig. Es dauerte gar nicht lange, da stand sie schon fix und fertig neben mit in bet Küche unb half beim Eemüseputzen.

Endlich schlug es rasselndzwölf", liebet Annis Gesicht ging ein leichte Blutwell«. Sie nickte mir bedeutungsvoll zu und huschte aus bet Küche. Ich hörte, wie sie bie Treppe hin« unterging und schloß fich wieder. Was mochte fich jetzt hort unten entscheiden?

Anni blieb ziemlich lange aus; als fi« end­lich zurückkarn, war ich gerade ir meinem Zim­mer. em meine» Anzug zu Tisch etwa» zu ord­

Die Jnsertiousgebühr beträgt für die 7gejpalicne Zeile I oder deren Raum 16 Pfennige, für Reklamen 80 Pfennige. 1 Druck und Verlag: Joh. «ug. Koch, UniversitätS-Buchdruckerei Inhaber Dr. T. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Aber Herr Doktor, wehrte ich entrüstet Sie sollten mich betTer kennen, halten Sie mich wrEich für so selbsüchtig? Anni war es die mich ersucht«, mit Ihnen zu sprechen und' bei 3bnen eine Unterredung für sie zu erbitten Darf ich ihr sagen, daß und wann 6ie ihr diese gemttre* wollen?

narium gedeckt werden. Die zwar einschnei­dende, aber nicht lange anhaltend« Krisis von 1907 wirkte nun aber auf die Betriebserträg- ntfle der Staatsbahnen so ungünstig ein baß gegen ,bey Voranschlag des Staatshaushalts­etats ein Minus von 170 Millionen Mark ent. stam) unb daß die vorhandenen Rücklagen ver­braucht werden mußten. Die Ursache hierfür r^-?"^Eließlich darin, daß infolge des wirt­schaftlichen Niedergangs weniger Güter auf der Bahn gefahren wurden. Ein Ausgleich für den Ausfall kann nur in einer Erhöhung der Ein­kommensteuer gefunden werden.

Bon diesen Gesichtspunkten aus wird man behaupten dürfen, daß ein starkes und erwerbs­fähiges Bürgertum die sicherst« Schutzwehr gegen den Umsturz und für Thron und Altar

Erzählung ans dem Leben einer Diakonisse.

Von P. Wilhelm».

lftottsetzung.)

Auf meine Bitte um eine kurze Unterred­ung, nötigte «r mich zuvorkommend in sein Sprechzimmer. Da stand ich ibm nun gegen­über in dem schlichten, kahlen Raum. Es war noch kalt drinnen. Grau und melancholisch kroch der Morgen durch das hohe, unverhüllte Fenster. Ich kam mit mit einem Mal« recht albern vor. Vielleicht hatte Achinger gar kein Interesse für Anni. Wie kam ich überhaupt da­zu. den Vielbeschäftigten zu so ungewöhnlicher Stunde zu stören und um etwas zu bitten, das mit selber in diesem Augenblick wenigstens r- wie eine riesige Torheit erschien? Er, Achinger, sollte an Herrn von Tiefenbach schrei­ben, daß Anni hier bliebe? Das war ja gerade Unmöglich. Vor wenigen Wochen hatte er in seiner Autorität als Arzt genau das Gegenteil geschrieben. Wie hatte ich nur so törichte Ge­danken fassen können? Ich fühlte schon bie grauen Augen in kaltem Staunen auf mich ge­richtet. Sicher gab es scharfe Worte. Ach, wie kläglich zerrannen doch in dieser nüchternen Umgebung und in Gegenwart der Hauptperson derselben meine bunten Phantasiebilder, die sich oben beim traulichen Lampenschein in meinem molligen Zimmer so farbenreich und rosig ge­stalteten. Wenn der kühle Spötter dort drü­ben ahnte ich fühlte ordentlich, wie mir das Blut in die Wangen stieg.

Doktor Achinger lehnte mit vetschtänsten fernen an seinem Schreibtisch, «t lächelte wirk­lich

Ich muß es nun bald glauben, daß ich ei* Btrbet bin, Schwester Mari«, wenn selbst Sie

nen. Was in jener Mittagstunde eigentlich ge­sprochen worden ist und wie alles gekommen war ich weiß nicht in meinen Armen aber lag ein glückliches Menschenkind, das mir unter Lachen und Weinen kaum sagen konnte, daß es Doktor Achingers Braut sei und daß es ihn lieb, ach, so unendlich lieb habe

Mein« kleine Schutzbefohlene war also ge. borgen, Gost sei Dank. Wenn ich ein eigen«« Kind gehabt hätte, würde ich über sein Glück nicht froher sein können. Bedenken blieben ja später nicht aus. Würde dem klugen, ern­sten Mann das junge leichtlebige Geschöpf auf die Dauer genügen? Aber ein Blick auf bas Brautpaar ließ sie immer wieder verstum­men. Das, was diese beiden Menschen verbaiü» war die große, tiefe Liebe der alles möglich ist.

Das Brautpaar pflegte unter meinem Schutze täglich ein ungestörtes Plauderstünd­chen in meinem Wohnzimmer zu halten; wir drei schmiedeten bott goldene Pläne. Wie bie helle warme Sommersonne, die plötzlich über einer eisigen Schneelandschast aufgegangen tft, mit ihrem goldenen Strahl, alles Kalte, Harte hinwegwischend, siegreich bas Felb behauptet, so erschien mit dieses Liebesglück für den jungen Arzt.

Auch bie alte Frau Achinger war mit i* diesen Sonnenkreis gezogen worden. Sie liebte ihre schöne Schwiegertochter anscheinend sehr wer sollte Anni auch kennen, ohne sie ju sie­ben? unb dies« gemeinsame Sympathie für ein unb dasselbe Wesen wob leise ein Band zwischen die Herzen., Das Verhältnis zwischen Mutter und Sohn gestaltete sich nach unb nach harmonischer unb freundlicher. Wir Einge­weihten standen alle unter dem Eindruck einer frohen Stimmung. Verheißungsvoll kächett* uns bie Zukunft entgegen.

(Fortsetzung folgt.)

I schen diese extremen Demagogien, der Hansa, bund trat, der mit Recht die Interessengruppe der Zukunft genannt werden darf. Daß bete I Bürgertum nicht die ihm gebührende Bedeut, ung eingeräumt ist. soll an einigen Ziffern be" wiesen werden. Von insgesamt 600 Millionen Mark direkter preußischer Staatssteuern bringt 413 Millionen das Bürgertum auf unb «uy 187 Millionen bi« ländliche Bevölkerung. Wick ist domgegenüber nun aber die Vertretung die­ser Kreis« im preußischen Landtage gestaltet? Von den 443 Mitgliedern dcs Abgeordneten­hauses find 139 oder 30 Prozent Großgrund­fitzer unb nur 43 oder 10 Proz. Vertreter von Gewerbe, Handel und Industrie. Im Herren­hause entfallen von 325 Mitgliedern sogar nur 9 oder 2,8 Proz. auf diese Berufe. Ebenso oder noch ungünstiger liegen die Verhältnisse in den ersten Kammern in Bayern und Sachsen Da ist es doch klar, wie ein Gesetz aussehen muß, wenn es bie verfassungsmäßige Zustimm­ung dieser Körperschaften finden soll. Ebenso ungenügend wie in der Gesetzgebung wird das erwerbstätige Bürgertum von der Verwaltung berücksichtigt. Das bezeichnendste Beispiel dafür bietet die Stellung, die von der preußischen Kreisordnung den juristischen Personen ange­wiesen worden ist; derarttge Unternehmungen, die oft die größten Steuererträge im Kreis« aufbringen, sind doch nicht zur unmittelbarer Wahl zur Kreisvertretung zugelassen. Von bei Verwaltung, welche die wichtige Aufgabe bei Vorbereitung unb Ausführung von Gesetzen hat, ist eben bas erwerbstätige Bürgertum so gut wie ausgeschaltet, während die Beamten den größten Einfluß darauf haben. Die Ver- dienste der Beamten sollen rückhaltslos aner­kannt werden, aber man muss sagen: im gro­ßen unb ganzen weiß der Beamte nicht, wie sauer es dem Kaufmann wird, Geld zu ver, dienen. In seinen gesamten Lebensverhält­nissen bleibt der Beamte unberührt von der wittschaftlichen Konjunktur, während der Kauf, mann ausschließlich unter ihrem Einfluss steht.

s, ... g,,, ... , Dies« unausgesetzte Einwirkung der wechselnden

schon für erftflafftg gUt wenn er Banke bis zu I Wirtschaftsverhältnisse auf die Erwerbskreis« 3, Meter Dicke aufweist, bestehen die sübwest- wird ebensowenig beim Erlaß wie bei der Aus. afrikanischen Marmorberge ganz aus Brauch- führung von Gesetzen genügend beachtet Teil barem Marmor. Schon von weitem repräsen- I weise trägt das Bürgertum freilich selber di« tteren sie sich als ein geschlossenes Marmormassiv I Schuld an dieser Zurücksetzung. Ein williger das nur hin und wieder von Schluchten durch I Grund, der den Kaufmann an öffentlicher Be- rissen wird, die im Laufe der Jahrtausende durch I tätigung hindert, ist zweifellos sein Geschäft. Auswaschung der Regenzeit entstanden sind. Die I In viel zu weitem Umfange ist die Eesetzgeb» Qualität der neuen Marmorsorten ist, sowohl I ung darauf bedacht, Ehrenämter zu schaffen was das Korn, die Schönheit der Färbung als I und an der Uebethäufung mit solchen ist schon auch bie Gesundheit des Materials betrifft, ganz I mancher wirtschaftlich zu Grunde gegangen, hervorragend. Man hat beute schon über 100 I Wenn daher auch eine gewisse Zurückhaltung be- verschieden« Sorten festgestcllt, die alle ihr« be- I greiflich ist, so ist es für das deutsche Bürgertum sondere Eigenart haben und deren Erundfärb- I bie höchste Zeit, sich an den in den Staaten be«

ung vom zartesten Weiß bis zum tiefsten Blau, I alten Welt gültigen Grundsatz zu erinnern, daß

Rot, Gelb, ober Grün variiert. Nach dem I jeder Bürger einen Teil jedes Tages dem

Urteil bekannter Marmorsachverständiger Euro- I Staate opfern muß. Wo wären wir heute,

pas und Amerikas ist für verschiedene Sorten I wenn bas früher beherzigt worden wäre! Heute

ein außergewöhnlich hoher Preis, bis zu 1000 I entscheiden eben nur die Massen, der Gott bei

M. für den Kubikmeter zu erzielen. I Politik ist nur bei den Majoritäten. Da«

-------- I Bürgertum ist keine Macht, die man fürchtet.

vimjetnt täglich mit Ausnahme der

JWo 72 Ä""' und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt viertel-

Ä wahrlich durch die Post bezogen 2§5 M (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2M

Wir entnehmen derKolonie und Heimat" folgend« interessante Berichtigung über die Marmorvorkommen in Deutschsüdwestafrika Ein Vorhandensein von Marmor in Deutschsüd­westafrika war wohl seit längerer Zeit bekannt, boib wurde erst neuerdings durch fachmännische Untersuchungen festgestellt daß sich in der Gegend uon Habis, Karibib, Navachab, Swakopmund Kubas und Sphinx (Gesamtareal 80 000 ha) Vorkommen von Marmor befinden, die auf der ganzen Welt nicht ihresgleichen haben. Von der Ausdehnung bet Marmorvorkommen kann mag sich einen ungefähren Begriff machen, wenn man berücksichtigt, dass der Marmor in massiven mächtigen Bergketten auftritt, unser Bild zeigt «ine derarttge Gebirgsformation, die eine Länge bis zu 30 Kilometer haben, bis zu 350 Meter hach unb bis 1 Kilometer breit sind. Im Gegen­satz zu ben bisher bekannten Marmorvorkommen in denen bet brauchbare Marmot meist nur in Schichten und Bänken austritt, so daß ein Bruch nicht den Mut haben, mir Ihr Herz auszu- fchütten. sagte er und schob mit einen Stuhl hin. Lassen Sie uns zunächst einmal Platz nehmen. So ein Plauderstündchen vor Tau und Tag ist eine ganz gemütliche Abwechslung in bet Monotonie unseres Daseins. Er setzte sich mir gegenüber unb zündete sich eine Zigarre an.

Also nehmt alle Kraft zusammen, zitierte er lachend. Natürlich handelt es sich um ihr gold­blondes Vizetöchterchen. das jetzt sicher noch den Schlaf des Gerechten schläft. Seine Augen verrieten heimliche Spannung, ttotzdem ergänz nachlässig tat. 6

Meine alte Energie erhob siegreich ihr Haupt. Kurz entschlossen rückte ich mit meinem Anliegen heraus; natürlich vergaß ich auch nicht, geschickt einfließen zu lassen, was ich mir aus Anitas Erzählungen für ein Bild gemacht habe von ihrem Leben in G. bei der Tante, der das schöne Geschöpf ein Dorn im Auge war.

Zweites Blatt.

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Der Hansabund in Hessen-Nassau.

Am 16. März fand in Cassel eine Versamm­lung des Hansabundes statt, bie bie intensivere Tätigkeit des Hansabundes in der Provinz Hessen-Nassau einleiten sollte. An dieser nahm auch der derzeitige Vorsitzende Herr Oberbürger­meister a. D. Knobloch teil.

Herr Oberbürgermeister a. D. Knobloch von der Versammlung lebhaft begrüßt, führte das Folgende aus: Für das Verständnis der Bedeutung des Hansabundes ist es wesentlich festzustellen, daß er nicht als ein Geschöpf des Augenblicks ins Leben trat, nicht der Reichs- finanzreform feinen Ursprung verdankte, son­dern daß er bas Produst einer jahrzehnie- langen Entwicklung und eine historische Not. , wendigkest ist. Um das klar zu erkennen, mutz man fich vergegenwärtigen, in welchem Augen­blick und unter welchen Verhältnissen sich die nationale Einigung Deutschlands vollzog. Ein« neue Aera des Weltverkehrs begann sich da­mals zu entwickeln, Industrie und Handel kamen zu hohem Aufschwung. In diese Um. Wälzung der allgemeinen wirtschaftlichen Ver­hältnisse fiel zeitlich die Gründung des Deut­schen Reiches, unsere Nation hatte bas Glück, ihre gesamten wirtschaftlichen und nationalen Kräfte in einer starken politischen Organisation zusammengefaßt zu sehen. Die beiden großen Richtlinien, die dem neuen Reiche vorgezeich- uet waren, sind in bet Reichsverfassung auf b«s Deutlichste festgeleat worden: Die Hanpt- aufaaben des Reiches sind die Sicherung feinet M-chtstellung in militärisch-maritimer Hinsicht sss'd. bie Ausgestaltung der neuzeitlich-wirt- schattlkchen Gesetzgebung, deren Schwerpuntt vermssunasmäßig aus den Einzelstaaten in das Reich verlegt wurde. Der leitende Gedanke wat also die Förderung der wittschaftlichen . Entwicklung unter militärischer Sicherung nach a"ßen, und nach nationaler Richtung im innetn Diese hoppelte Aufgabe hat das deutsche Bür­gertum in unübertroffener Weife aelöst. Auch an dem Umschwung, der sich in den Verbältnissen und Lebensbebingunaen bet deutschen Arbeiter« frbaft vollzogen hat, hat das Bürgertum reichen Anteil gehabt und die Intelligenz des Arbeiters ist durch die ihm vom Bürgertum gestellten Aufoaben wesentlich gehoben worden.

Man darf behaupten, baß bie Gefahr einer sozialistisch anarchistischen Revolution für Deutschland nicht besteht, so lange für den deutschen Arbeiter ausreichend Arbeit vorhan­den ist. Von wie weittragender Bedeutung der Umstand fit, ob dem Bürgertum eine lohnende Erwetbsgelegenheit geboten ist ober nicht, dafür logt namentlich der preußische Staatsbaushaltsetat ein lehrreiches Beispiel ab. Im allgemeinen können in Preußen, Dank der Uebetschüsse bet Staatsbahnen, bie außer­gewöhnlichen Staatsbebürfnisse aus dem Orbi-

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