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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

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und den Beilagen.Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und ^andwirtlchastliche Beilage."

TieOberdesjische Zeit»««" erscyeint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt viertel­jährlich durch die Post bezogen 225 <X (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21), 2 X.

Marburg

Freitag, 25. März 1910.

Die Jnsertioulgebühr beträgt für die 7gespaltene geile oder bereu Rau« 16 Pfennige, für Revamen 80 Pfennig«. Druck und Verlag: Joh. Lug. Koch, Universitäts-Buchdruckerei Inhaber Dr. C. Hitzeroth, Nienburg, Markt 21. Telephon 66.

45. Iahrg.

Erstes Blatt.

Die Frage der Organisation der Versichentngsträger nach dem Entwürfe der Reichsversicherungsordnung

b Als Träger der drei Zweige der Betsichet- ANg sollen die Krankenkassen, die Betufsge- , nosseilschasten (nebst den Ausfühningsbehör. i den) und die Versicherungsanstalten (nebst den besonderen Kasseneinrtchtungen), diese Träger der Invalidenversicherung, unter Ausdehnung ihrer Tätigkeit auf die neu einzurtchtende Hinterbliebenenverstcherung fortbestehen.

Ihrer Verschmelzung hatten sich die ver­bündeten Regierungen bisher stet» ablehnend gezeigt. Massgebend hierfür war allerding« flicht die Ueberzeugung, daß die gegenwärtig« Einteilung der Versicherung in mehrer«, gegen- einander völlig selbständige Zweige oder übe«. Haupt eine Teilung die allein zweckmäßige oder doch grundsätzlich zweckmäßigste Form der Or­ganisation sei. Zu keiner Zeit ist «« unerkannt geblieben, daß der Mangel an Einheitlichkeit die Quelle für viele der häufig beklagten Un« Juträglichkeiten des geltenden System» bildet, luf der anderen Seite konnten nicht di« außer­ordentlichen Schwierkgkelen übersehen werden, die einer Zusammenlegung, sei es auch nur einer solchen der äußeren Orqanisafion, ent- legenstehen. Diese Schwierigkeiten mußten um o mehr beachtet werden, al» st« zu einem gro- teii Teile im inneren Wesen der eigenen Ver- icherungezwetge selbst, besonders in der ganz verschiedenen Natur ihrer Risiken begründet find.

Auch der llmstand fällt in» Gewicht, daß bei den Trägern der Versicherung selbst wenig ober (löt keine Retauna zu einer Verschmelzung be» teht. Diese Versicherunqsträger sind seit ge. raumer Zeit in der ihnen vom Gesetze ge­gebenen Form selbständig,« Rechtssubjekte geworden: sie haben al« solch« im Laufe der Jahre, zum Teil in sehr beträchtlichem Um­fange, eigenes Vermögen gesammelt und dttt- ten gegenüber Rechte erworben und Verpflicht- trugen Übernommen. Gesetzaeberische Maßnah­men, die wider ihren Millen ihren selb­ständigen Bestand in Frag« stellen, mvsien scho.: aus diesem Grunde auf schwerwiegend« Bedenken stoßen.

Den Ausschlag aber gab der Umstand, daß trotz so mannigfacher Vorschläge noch immer .keine Organisation gefunden ist, von der sich auch nur mit einiger Sicherheit sagen ließ«, sie vereinige in sich die Vorzüge der seitherigen Organisation, vermeide aber deren Fehler. So­lange dies nicht der Fall ist, wird man. wie den Ausführungen in der Begründung zum Ge­setzentwürfe zuiugeben ist, die Frag« der Ver- slbmelzung nach wie vor al, zum mindest«« flicht svruchreis bezeichnen müllen.

Dagegen ist statt der Verschmelzung, wel­cher die fehl selbständioen Versicherungszmeko« i widerstreben, unter Wahrung ihrer Selb«

8 (Rackdruck verboten.)

Semester Anni.

- Erzählung aus dem Leben einer Diakonisse.

, Bon P. Wilhelnttz.

sFortkehung.) ' '

Arn« Anni? Mein Herz zog sich weh zu- jsammen, wenn ich daran dachte, daß sie in drei i Wochen meiner Liebe entrückt, wieder im kraus« jener Frau leben müßte. Cie selber schien -ähnliches zu denken: denn ihre Fröhlichkeit ließ merklich nach. Manchmal fuhr ich nachts au« dem Schlaf auf, mir war, als hätte ich ein ; leises Weinen gebärt: aber wenn ich di« Kerze, ,die aus meinem Nachttische stand, anzündete und .nach dem andern Bette hinüberleuchtete, blieb 'dort alles still) ob ich nur geträumt hatte?

Der Oktober neigte sich stark seinem End« zu. )Drinnen wurden bi« Oefen in Brand gesetzt, draußen heulten brausende Herbststürme um das ,-Haus und warfen Händ« voll Hagelkörner »gegen die Fensterscheiben. Der Geruch von ! aufgeweichter Erde und moderndem Laub lag Über dem Garten und drang bis in die Räume :vor. Immer naher kam der Tag. an dem mein Liebling uns verlassen sollte. Würde er un» wirklich verlassen für immer verlassen?

In meinem alten Herzen hatte ganz heim­lich ein schöner Traum begonnen. Zaghaft, von Mir energisch zurückgewiesen, hatte der Gtoanke zuerst sein Haupt erhoben, dann immer festere «Gestalt gewonnen, bis «s mir endlich zur ®e» 'wißbeit geworden war.

Doktor Achinger liebte Anni! Ich las e» kn seinem aufleuchtenden Blick, mit dem er ihr ükntgegensah. merkte es an seinem Wesen, das Meicher, menschlicher wurde. Sein Gesicht hatte :stch verändert in letzte, Zeit. Die herben Züge

'ständigkeit eine gegenseitige Annäherung ver­sucht worden. Das Mittel dazu bot die Schaff­ung eines ihnen allen gemeinsamen Bindeglie­des. und zwar an der Stelle, wo ein solche» der Erfahrung gemäß am meisten not tut, d. h. in der unteren örtlichen Instanz, dem Verstcher- ungsamt. Die Begründung meint, daß dem auch diejenigen zustimmen könnten, denen eine völlige Vereticheitlichung als Endziel vor­schwebt. Denn falls eine Verschmelzung in Zu­kunft überhaupt einmal möglich werden sollte, so werde sie um so eher und leichter durchzu­führen sein, je mehr gemeinsame Berührungs­punkt« die Verficherungsttäger inzwischen ge­wonnen haben.

Namentlich für den Versicherten ist e» von großer Bedeutung, daß ihm rasch geholfen wird und daß er genau weiß, wohin er sich zu diesem Zwecke zu wenden hat. Diesem Bedürfnisse ge­nügen die geltenben Vorschriften nicht überall in ausreichendem Maße. Der Hauptgrund hierfür liegt in der Zersplitterung der Zustän­digkeit. Ebenso wichtig ist es für den Ver- stchetten, daß et diele Stelle leicht erreichen kann. Die« ist bisher befchräntt, und zwar nur bei dem Organ bet Krankenversicherung, der Krankenkasse, und bei der landwirtschaftlichen Unfallversicherung bei der Sektton der Berufe« genossenschaft der Fall, während die Bezirk« der gewerblichen Berufsgenossenschaften und zu­meist auch die der Sekttonen, sowie die Bezirke der Versicherungsanstalten räumlich so ausge­dehnt find, daß die überwieoende Mehrzahl der Versichetten in weiter Entfernung vom Sitze der zuständigen Organe wohnt.

In ähnlicher Weise werden die Arbeitgeber aus der Erichtunq einheitlicher öttlicher Ver- sicherungsstellen Nutzen ziehen: da, gilt nament- lick hinsichtlich bet Vereinheitlichung und Ver­einfachung bet Zuständigkeit.

Wie die Träger der drei Verficherungszweig« fortbesteben sollen, so haben auch die bisherigen einheitlichen Vorschriften über deren Organe (Vorstand ulw.), die Wahrnehmung der Aemter hei den VerstcherungsttSgern (Fähigkeit, PfiiLt zur llebernahm«. Reckt rnr Ablehnung, Ver­gütung, Haftung für Verleben), Anlegung des Vermögens. Recht der Aufsichtsbehörde, keine grundsätzliche Aenderunq gegen da? geltende Recht erfahren. Nur ist die Wählbarkeit der Frauen, die bisher bloß im Gebiete der Kran­kenversicherung zugelallen war, auf all« Bet* stcherungsträger erweitert worden. Auch sollen die bei den Baugewerks-Derufsgenossenschaften errichteten und fetzt bei einigen anderen Be- rulsgenollensckaften für die Versickerunq bestimmter Personenkreise zu errichtenden Nebenorganisationen statt wie bisherVer- fichernngsanftalten" fetzt Zweiganstalten ge­nannt werden, wodurch eine deutliche Unter­scheidung von den Versicherungsanstalten der Invalidenversicherung herbeigefühtt wird.

Politische Umschau.

tote entstehen die hohen Güterpreise im Oste«?

Man schreibt unS: Sobald in der Tagespreise berichtet wird, daß ein Gut zu besonders hohen

wurden milder, als ob ein später Sonnenstrahl darüber hingegfitten wäre.

Und Anni! Nun, ich hatte guten Grund onzunehmen, daß ihr« nächtlichen Tränen nickt mir allein galten und dem Abschied von M Eine große, stille Freude erfüllte mich. Wenn auch zuerst der Verstand Einwendungen vor» Lrachte, sie ist zu jung und töricht, und er so alt und ernst, werden die beiden auf die Dauer glücklich sein? So hatte ich den alten Meister diesmal schnell zum Schweigen gebracht. Dottor Ackinger war kein Jüngling mehr, dessen Be­geisterung heut« bell aufilammte. um morgen in tote Alcke zusammenzusinken. Rossm er ein­mal ein Weib an sein Hetz, so liebte et es auch wirklich, mit einet alles überwindenden, alles duldenden Liebe.

Und Anni war ein zarter, sich anlchmieqen- der Ebaratter, dessen Lebensbodem die Liebe war. Hatte sie sie doch leit des Bruders Tode entbehren müssen, sie würde fick gern an die starke Hand klammern, die sich ibr hier tot.

So behielt ich meinen Traum und hoffte, daß bet alte Herr dort oben ftn Himmel^ein letztes Wort in dieser Angelegenheit sprechen würde.

Ick hatte Nachtwache gehabt, war eben von Schwester Hedwig abgelöst worden und huschte schnell die Trevpe zn meiner Behausung empor, leise öffnete ich die Tür. Zu meinem Erstau­nen drang mir ein Licktstrom entgegen. Anni war auf. Sie hatte sich den Sckaukelstuhl vor den Oien gerückt und frische Kahlen aufgelegt, die äußer« Tür des Ofens stand offen, so daß man die Flammen sah, sie knisterten leise und warfen ihren rötlichen Schein über die Tapet« und da, lieblicke Gesicht, das heut« «inen muh- denklichen, ernsten Zug hatte, den ich sonst nicht an ihm kannte. .......

Preisen seinen Besitzer gewechselt hab«, muß die staatliche Bestedelungspolitik den Prügelknaben hergeben. Bir sind durchaus dafür, daß «ft der Anwendung des Enteignungsgesetzes endlich ein­mal ernst gemacht werde, wir möchten aber doch an einem uns bekannt gewordenen Beispiele zei­gen, wie hohe Gütervreise entstehen können, ohne daß mau dafür die tzbifiedlungSkommisston betont» wörtlich machen kann. Ein Kaufmann in Z. hat ein Rittergut von mehr als 1200 Morgen zum Preise von 700 M den Morgen gekauft. Richtiger sagt man wohl, daß er eine notarielle Offerte ab­gab und bis zu einer gewissen Zett sich als berech­tigt betrachten darf daS Gut tatsächlich zu erwerben ober es weiter zu veräußern. Er hat aber den ge­nannten hohen Preis nur geboten, well er darauf rechnet das Gut an einen seht wohlhabenden Nach­barn bald noch vor Ablauf des Termins für die notarielle Offerte mit Gewinn weiter zu der- äußern. Der erwähnte Gutsnachbar zeigt bisher keine Neigung auf daS Angebot einzugehen, wird aber möglichetweife dem motafischen Drucke nach­geben, um zu vermeiden, daß er künftig einen un» beauemen Nachbar erhält. Man sieht: die unge­sunde Steigerung der ostdeutschen Gütervreise hat nickt immer Ursachen, die man bet durch die An» siedlitngskommisston gesteigetten Güternachfrage zu- Last legen kann.

Deutsches Reich.

Der Reichskanzler in Rom. Rom, 23. März. Reichskanzler v. Bethmann Hollweg be­gab sich in Begleitunq des preußischen Gesandten beim Vatikan, v. Mühlberg, zum Vatikan, wo er um 1214 Uhr vom Papst in dreiviertelstün- diger Aubienz empfangen wurde. Alsdann stattete der Reichskanzler dem Kardinalstaat»» sekretär Merry de Bal einen Besuch ab und kehtte von dort in die preußische Gesandtschaft zurück. Am Nachmittag stattete Kardinal» staatssektelSr Merry de Val dem Reichskanzler in der Villa Bonaparte einen Gegenbesuch ab. Der Minister des Auswärtigen begab sich heute nach der deutschen Botschaft, wo «r mit dei.l deutschen Reichskanzler eine Unterredung hatte. Reichskanzler v. Bethmann Hollweg besichttgte beut« Nachmittag in Begleitung des Ministerpräsidenten Sonnino bte Ausgrabungen auf dem Forum Romanum. Der König ver­lieh dem deutschen Botschafter, Freiberm von Iagow, da» Großkreuz des Et. Maurittns- und Lazatusorden, und dem Gesandten von Flotow das Etoßkreuz der itafieniscken Kron«.

Theodor Roosevelts Berliner Besuch. Am 10. Mai wird bet ehemalig« Präsident der Ver« Staaten von Nordamerika Theodor Roosevelt in Berlin ankommen. Mitglieder der amerika­nischen diplomatischen Vettretung in Berlin und der amerikanischen Presse wollen ihm bi, zur Grenze Deutschland» «ntaeqenfabren. Theodor Roosevelt wird voraussichtlich schon «n Tag« seiner Ankunft vom Kaiser empfangen werben.

Au» der Arme«. Berlin, 23. März. Der bisherige Kommandeur des 1. Garderegtrnent, zu Fuß, Oberst Freiherr v. Willisen, wurde zum

Schwesterchen, rief fi« mit entgegen, «he ich noch etwa« sagen konnte: ich habe auf Eie ge­wartet und will Ihnen etwa» ganz wichttge» sagen.

Eigentlich wat ich müde, aber ich ließ e» dann doch geschehen, daß sie aufiprana, mich in den Sckaukesstuhl drückte und mir zärtlich ein dickes Tuch nm die Eckultern legte . Eie selber fetzte sich auf eine kleine Fußbank neben mich und drückte den Kopf an meine Knie: das war ibr Liebliugsplatz. Wie oft hatten wir so ge­sessen? Alle unsere schonen Dämmerstunden fielen mit ein. Rein, eg wat nickt möglich, daß sie ging, irgend etwas mußte geschehen, wa» fie hielt, Ich konnte den Gedanken kaum et« tragen, daß meine Hände nicht mehr übet dieses weiche blonde Haar geleiten sollten. Eie durfte nicht fort, leidenschaftlich heiß lebte der Wunsch tn mit.

Jetzt, wo Anni längst nickt mehr bei mir ist. süble ick noch meinen Eckmerz und di« grenzenlose Leere in mit, daß ich diesem Madcken di« ganz«, tiefe Siebe eine« einsamen Menschenlebens gab. Schwesterchen, sagte fie an fenem Abend, und indem ich diese Zeilen nieberfrfneibe. klingt mit ihre liebe Stimm« wieder im Obr, tote Auaen ruhten mft großer Spannung auf mir. glauben Sie wohl, daß ich sehr herzkrank Lin?

Ich schüttelte den Kopf. Rein, mein Kind da« verwächst sich bei Ihnen noch. Sie find fa noch so fung, und wenn Sie stch von Anstreng, ung hüten

Ich habe einen Plan, fiel fie mit tn« Wort, und dann, mit ungewohnter Energie, indem fie meine Hände mit fast schmerzhaftem Druck erattfi, Eckwefter Marie? ich muß mtt Dottor Achinger ftwechen, Sie sorgen dafür, daß er «ich allein empfängt, nicht wahr. Sie hm e».

Brigadekommandeut in Hannover ernannt; au fein« Stelle tritt der Kommandeur de« Kaiser- Alexander-Eardegrenadier-Regiment», Obers von Kleist; mit der Führung des Alexander Regiment« wurde bet Oberstleutnant Schack von Wüttenau beauftragt.

Deutsch« Flotte. Berlin, 23. März. Gegen über den Ausführungen Me Kennas stellt btt Norddeutsche Allgemeine Zeitung" fest, das Deutschland im Herbst 1912 nur 13 große Schiffe nicht 17, verweitoungsbereit haben wird. Auck beträgt die Bauzeit der Rassau-Klasse durch fchnittlich 38,6, nicht 26 Monate, wie Kenn« annimmt.

Wieder Me Berliner Stadtverordneten. Berlin, 23. März. Die Stadtverordnetenver­sammlung beschloß mit großer Mehrheit, den Magistrat zu ersuchen, bei den Ctaatsbehötoefl dahin zn wirken, daß Versammlungen unter freiem Himmel und Umzüge, von denen ein« Gefahr für die öffentliche Sicherheit nicht zn befürchten ist, im Rayon Berlin nicht gehindert werden.

Wahlrecht und Abtturtentenexamen. Di« Kreuzzeitung" ergänzt ihre kürzlich behandelte Polemik gegen die Privilegierung der Abitt». rientenexamens bei der preußischen Wahlrechts­vorlage dahin, daß sie nur die alleinige Bevor- zugung eines Examens bekämpft, aber nicht» dagegen haben würde, wenn nach dem ursprüng- lichen konservative Anträge auch bte Lebenser­fahrung und bte Bewährung tat öffentlichen Dienste dieselbe Vorzugsstellung erhalten würben.

Die Nebenbeschäftigung btt Staatsbe­amten. Ein gemeinsamer Erlaß des Finanz. Minister, und be« Minister, de« Innern teilt mit. daß bi« Kabinetts^der r om 13. Juli 1839, wonach bet unmittelbare Staatsbeamte zur Uebernahme eine» Nebenamts oder einerNeben- beschäfttgung, mit der eine fortlaufende Nennn neration verbunden ist, In Hem Falle d« ausdrücklichen Genehmigung bet Zentralinstan- zen bedarf, denen das Haupt- und das Neben­amt untergeben find, Abänderungen erfahren hat. Sie ist unterm 25. August 1909 dahin ge­ändert, daß di« Zentralbehörden bte Ermäch- tigung erhalten haben, in geeignete« Fällen die Erteilung und den Widerruf der Geneh­migung den Provinzialbehörden zu Übertragen.

Ein Verzeichnis der Mitglieder des Ab. -eordnetenhause« nach Parteien, abgeschlossen am 18. März, ist soeben veröffentlicht »erben, Danach zahlte die konservative Partei an diesem Tage 152 Mitglitoer, darunter 25 Mita lieber des Reichstags, die freikonservattve 61 (7), bte nationalliberate Pattei 66 (6), die fortschritt­liche Volkspartei 36 (7), die Zentrumspartei 104 (24). bte Fraktion bet Polen 15 (4), btt Sozialdemokraten 5 Mitglieder. Fratti- Llol waren 8 Abgeordnete, b.runter 2 Dänen. Ci lediat ist einzig und allein das Mandat be» sozialdemokratischen Abgeordneten Hetman». 11

Rationalliberale und Sozialdemokraten In derNattonal-Zeitung,, lesen wir:Dte nationaMberale Partei wird And muß eet allem auch an ihrer scharfen Gegnerschaft geqei bte Sozialbemokratte festhalten, und unzwest

und zwar morgen schon. 6t soll mich hier b* halten, ich will nicht nach G. zurück. Wa» soü ich dott. wo mich niemand lieb Hai, ich will Diakonissin bleiben. Eine sähe Freud« flammst in mit auf; aber fie erlosch wieder.

Haben Ei« auch bedach! Annt. wandte sch zögernd ein, daß dann alles ander» kommt? Bis fetzt find Et« unser fieber Gest gewesen, haben hier und da ein bißchen geholfen, mehr zu Ihrer eigenen Unterhaltung, »l» um ml arbeiten; Nachtwachen und schweren Dienst ha­ben wir Ihnen abgenov-men. da« geht (ent flicht mehr. Sie machte ernt Handbem-ng.

Ich weiß da» alle», mein« gute Dicemam^ und ich will auch alle«, nut, fie iah fick t* Zimmer um, hier bei Ihnen möchte ich wohne< bleiben und St« müssen mich bann immer noch so lieb haben rote bis setzt.

Und die Nein« Schmeichlerin schmeichelte und' bettelte, bi» fi« all« mein« schwachen Ein. Wendungen entküftet und ich nicht nur ver­sprochen hatte, die Unterredung mit Dottor Ackinger bewerkstelligen, sondern auch schor Fürsprache bet dem Gestrengen eiulegen zu wollen, daß er selber an Annis Onkel schrieb, um diesen von bet geänderten Absicht seiner Pflegetochter tn Kenntnis zu setzen. Nachher lag ich noch eine ganz« Weile schlaflos tn meinen Kissen. Ich war ganz zuftteden, vor- läufig blieb Anni (ebenfalls hier, da, anders würde fick dann schon finden. Man glaubt sc nur zu gern, wa, man wünscht.

Al« ich am andern Morgen aufstand, loh Anni noch in ihrem schmalen Bett, den einetz Arm unter dem Lockenkopf, und schlief ganz fest. Der Zufall war mir günstig. ich traf Dost tor Achinger schon in oller Frühe oanz allein auf dem Korridor, anscheinend tn toter Lmute

- <8Wfetung folgt.)