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Einr Rede des Prinzen Heinrich,

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baden, angenommen während das Zentrum und die Linke aeaen alle anderen Anträge stimmte, die Rattonalliberalen aeqen den konservativen, die Konservativen aeaen den freikonservativen An« trofl. Es ist dies also die einzige Äenderuna, di« an dem heutiaen Tage an de» Vorschläaen der Kommission vorqenommen worden ist. Dann der- tonte das Haus die weitere Verhandlung auf Montan 11 Uhr.

dafür stehe er ein. Aber wie so mancher mili­tärisch« Kamerad. erfülle auch der Kaufmann die gleich« kulturelle Aufgabe. Darum tw'«6e tt auf «in« Kameradschaft zwischen dem S«e< uud deut Kaufmann, zwischen dem KaufMmm und dem Seeoffizier.

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Dann fiel sein gerührter Blick auf ihre Kleidung, und die alte Bitterkeit regte fich wieder.

,-$" einem solchen Aufzug mutz ich dich wiederfinden!" sagt« er, sich all seine» Grolls entsinnend.Wer mir das gesagt hätte?«

Sie schmiegt« sich aufs neu« zärtlich an ihn und erwidert«, die Lippen ganz nahe an keinem Obr. flüsternd:Bin ich deshalb weniger dein Kind? Ach, Papa, ich habe dich hier nur noch mehr lieben gelernt? Mein einziger Trost war es ja. mit der guten Schwester Therese von dir zu sprechen. . . . Sie hat mich immer wieder aufgerichtet, wenn mit die Trennung von dir gar zu schwer wurde, und hat mich immer damit getröstet, datz du ganz gewitz eines Tages hier­herkommen werdest . . .«

Eourcier runzelte die Sttrn«. Dies« kluge Obettn schien denn doch von der festen Uner­schütterlichkeit seiner Grundsätze eine etwas ge. ringe Meinung zu haben.

Ich tarn nur. weil ich erfahren hatte, datz man dich zu grober Arbeit, zu Magddiensten zwinge."

Zwinge? Keine Rede, Papak Ich geniest« hier volle Freiheit? Ich hab« ja selbst darum gebeten, mich wie bl« andern an jeder Arbeit teilnehmen zu lallen. . . . Siehst du, Papa, ich war ja so betrübt, datz ich nicht mehr «lken, nicht mehr schlafen könnt» : da wallte ich müde werden, mich anstrengen bis zur Erschöpfung... und ich habe auch richtig mietet Appetit bekam- mewwieder schlafen gelernt . *

»Wohl weil du tem* weniger an mich den-

Marburg

Dienstag, 15. März 1910.

Kunst und Wissenschaft.

# London, 13. Marz. Am Sonntag trat in Southampton die Internationale wissen­schaftliche Expedition für Höhen und Sonnen­forschung zusammen, nm mit dem Dampfer «'König Friedrich August" der Hamburg 'Amerika Linie eine Reife nach Teneriffa anzu­treten. Teilnehmer find die Prafesioren Zuntz und Neuberg-Berlin, Durig und von Schroetter- Wien, Mascart und Plaste-Paris Varcroft und Bouqlas-Eambrtdg« und Professor Pannwitz, Vorsitzender der internationalen Kommisiion für medizinisch biologische Höhen und Sonnen­forschung. Es handelt sich hauptsächlich um die Fortsetzung der von Geheimrat Zuntz auf dem Monte Rosa aufgeführten Arbeiten und Unter­suchungen über die Sonnentherapie. Die Ar­beiten sind durch aerolohrsche Feststellungen von Geheimrat Hergesell und seinen Allistenten im Observatorium am Pic de Teneriffa bereits vorbereitet. Mascart, ein Mitarbeiter Flam- marions, begleitet die Expedition, um den hallenschen Kometen zu beobachten. Zu dem gleichen Zwecke werten sich In kurzem Geheimrat Müller und Doktor Kron vom Observatorium In Potsdam sich auch nach Teneriffa b^eben und fich ter Expedition anschließen.

I' , (Nachdruck verboten.)

Die Tockter des Abaeordneten.

Bon Georges Ohne».

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. Don der Volksküche aus führte ihr Weg durch eine Baracke, in deren erstem, von breiten Fenstern hell beleuchteten Saal zwanzig Kin- derbettchen standen. Vier Schwestern führten di.- Aufsicht: man hörte keinerlei Geschrei nur das leise Summen eines Wiegenliedes womit eine ter Schwestern ein ha Jes Kindchen in Schlaf zu lullen suchte. Auf den Zehenspitzen ging Courcier zwischen ten schlafenden Kindern durch den Raum. Der Anblick ging ihm mehr ,öu Herzen, als er aus Rücksicht auf seine Würde -zu zetgen für gut fand, und auf der Schwelle des anstostenden Zimmers blieb er bettoffen ^tcbe». Die Oberin hatte geräuschlos die Türe geöffnet, und Eourcier erblickte seine Tochter im vorschriftsmäßig grauen Wollkleid mtt dem 'weißen Häubchen. Sie selbst konnte ihn nickt x«en. denn sie fast mit dem Rücken gegen die Türe über einen Tisch gebeugt: an sie gedrängt standen drei kleine Jungen da. denen fie auf Bapier Buchstaben vormalte. An bet Wand Ätiw eine schwarz«, mit Kreide beschriebene ,'Tafel: die Lesestunde war offenbar vorüber

Es war ibre eigene Idee," flüsterte di« Schwester dem Abgeordneten zu,diese kleinen aufzunehmen, die sich sonst, während Are Mütter im Rähsaal fitzen, auf der Sttaße Denmrbalgten. .Mein Pava," hat fie mir ge« M datz Kenntnisse fiie ten Menschen

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

uttb den Beilagen:Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und Landwirtschaftliche Beilage

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wertvoller seien al» das tägliche Brot. Im ÄÄ an i|tt roic diese Arbeit unter- nehmen.

Eourtter fühlt« ein merkwürdiges Kribbeln nwt die Kehle wie zugeschnürt. Ohne einen Schritt vorwärts an UN- °hn- einen^nt von sich zu L konnte ihr Profil deutlich sehen, denn fie hatte ten Kopf von ! erhoben. Es war kein Zweifel, daß

die Anstrengungen und der Kummer diesen Zü­gen ihre Spuren ausgeprägt batten. Das Ge­sichtchen war schmal. in die Länge gezogen, die Augen dunkel umrändert, der Blick aber um so leuchtender. '

pMacht nut eure O und A recht pünktlich« hörte te fie faden, .daß st« auch schön rund wer- ten. Ihr habt setzt nur noch eine Seite abzu­schreiben dann dürft ihr im Hof spielen . . « Augenblick trat er vollends herein. Alberte drehte den Kopf, erkannte Ihren Vater Lautlos Eine" Jubelruf in feinen Armen, hautlos hatte bte Oberin die drei Jungen fein« unb Kind waren allein in ^ kahlen Schulzimmer. Sie blickten einander ei' "is ob es ihnen selbst kaum glaublich wäre, ^lunten zu haben. Die Hände ^iend rtef tes junge Mädchen:O, Papa? Das Glück, dich zu sehen?«

Tct Ton war so echt, et kam s« noff und «arm aus Innerster Seile, daß Eourcier M fragen mußte:Wie hab' ich nur solang! te? auf verzichten tinnen?. War ich denn vom Wahn verblendet?«

Generatton übertragen werten. Nun bitte et bl« Anwesenden, ihm auf ein ganz neues Gebiet zu folgen, das mit Ostafien gar nichts zu tun habe. Es handle fich um bte Luftschiffahrt. Wenn morgen in ten Zeitungen ein Aufruf er­scheine. man höre, es fei eine Gesellschaft m. b. H. gegründet worden, dann möge man ihr Aufmerksamkeit zuwenten. Die Hamburger hätten bisher keine Gelegenheit versäumt, ihre patttotische Gesinnung zu betätigen und würden auch in diesem Falle sicherlich nicht zurückstehen. Er appelliere an seine lieben Ostasiaten und sei überzeugt, datz dieser Appel ni<Ä vergeblich sein werde. Man möge ihm noch das Schlußwort gestatten: Man wisse, er sei vor wenigen Tagen aus tem Lande jenseits des Kanals zutückge- kehtt. Dankbaren Herzens fei er von dort ge, schieden. Gastfreundschaft Liebe und Offenheit seien Fundamente, auf denen das Wesen ter englischen Vettern beruhe. Et sei absolut in­offiziell drüben gewesen aber et hab« mit vie­len maßgebenden Persönlichkeiten gesprochen. Er könne versichern, daß uns von England eine ehrliche und aufrichttge Freundschaft entgeqen- gebracht wette. Ein agressives Borgten liege den dortigen Regierungskreisen völlig fern Das beruhe aber auf Gegenseitigkeit. Nichts dürfe unterbleiben, das Vertrauen der beiden Mächte zu stärken. Das alte Wort. Vertrauen gegen Vertrauen, behalt« hier seine Geltung. Die Deutschen hätten mit ten Enaläntern in Ost­afien Schulter an Schulter gestanden und die Erfahrung gemacht, datz die beidetfeittgen In- teressen durch gegenfeittges Vertrauen gefördert würden. Im Seeoffizierskorps feien die freund­schaftlichen Gefühle aufrichtig und vorhanden;

-enffemt täglich mit Ausnahme der X®nrn' und Anetts. Der Bezugspreis beträgt viertel- iShrlrch durch bte Post bezogen 2 25 dl (ohne Bestellgeld) bei unseren ZettungSstellen und der Expedition (Markt 21), 2 'dl.

Hessen-Nassau und Nachbargebiete.

Wabern, lt. März. Bekanntlich ist «in gro­ber Umbau des Bahnhofs geplant. Die Gefamt- kosten des Projektes betragen 1 200000 M. Für 1910 flni 200 000 <M. in ten Etat eingestellt und die Arbeiten schon ausgeschrieben.

Hannov.-Münten, 10. März. Ein sehr be­denkliches Zeichen für ten augenblicklich herr­schenden wirtschaftlichen Stillstand gibt ter Erfolg einer Anzeige in denMiintencr Nach­richten.« Es wurde ein kleines Landhaus mit ©orten gesucht. Darauf liefen nicht weniger wie 72 Angebote ein. Man bedenk« i» einer kleinen Stadt von 12000 Einwohnern sind 72 Dillen oder villenähnliche Besitzungen zu ver­kaufen. Es ist dies wohl auf den Umstand zurückzuführen, daß diese Einfamilienhäuser zu den Gebühren Steuern oft mehr herangezogen werten, wie gut rentierende Mietshäuser. Di« Besitzer können di« Abgaben auch nicht auj andere Leute abwälzen sondern müssen selbst bezahlen.

Mühlhausen 10. März. Die Finanzen der Stadt find so Att. daß der Magistrat in ter Lage ist, eine Steuerermäßigung von 10 Proz. Vorschlägen zu können.

Mainz, 12. März. Der wegen Mordes ew dem Lehrer Kruger in Worms angeklagte Ar­beiter Selzer wurde nach dreitägiger Verbind- lung vom hiesigen Schwurgericht zum Tote verurteilt.

Die Insertion »gebühr beträgt für die 7 gespaltene Zeile I

oder deren Raum 15 Pfennige, für Reklamen S0 Pfennige. I rv « Druck und Verlag: Joh. «ug. Koch, UniversitSts-Buchdcuckerei I. JllML

Inhaber Dr. S. Hiheroth. Marburg, Markt 21. Telephon 55. I

Hamburg, 13. März Bei tem Liebesmahl des Ostasiatischen Vereins hielt Bürgermeister PrÄwhl eine Ansprache, in ter et unter u. a. sagte:Seit unser Reich zur höchsten Freud« eines jeden Deutschen uns eint, dient ter Erfolg des Einzelnen im allgemeinen ter deutschen Wohlfahrt. Der Deutsche steh« mehr al» je im Vordergründe ter Geschichte und ter Welt be­wegenden Ereignisse. Wenn dl« zahlreichen al­ten Kulturnationen dort aus langem Schlaf erwachen und sich bereit machen, die Ergebnisse einer neuen Kultur in sich aufzunehmen, so wird deutsches Streben dafür zu sorgen haben, datz deutscher Geilt und deutsche Interessen den ge- bührenten Anteil gewinnen. Hieran ist ter Kaufmann in erster Linie mitzuwirken be. rufen." Nach Predöhl erhob fich Prinz Heinrich zu einer Rede, in ter er ungefähr folgende» ausführte:Die historische Entwicklung de» ost- afiattschen Liebesmahle« sei allen bekannt, da­her wolle er nur zum Ausdruck bringen, daß et gern in diesem Kreise weile. Zn ter Teilnahme an tem Ostasiatischen Verein ruhe ein Schatz alter Liebe und Erinnerungen. Die Bezieh- ungen, die drüben geknüpft worden feien, soll­ten hier weiter gepflegt und auf eine jüngere Generation übertragen werten. Nun bi

I wären.,»erst mit den Konservativen für die öffent- I llcho<«ahl eingetteten und hätten erst durch ihr IXÄM Majorität für die

I aeheime Wahl geschaffen. Seme Freunde hätten I bezüglich der geheimen Wahl Zugeständnisse ge- I wacht, well sie überzeugt sind, daß nur durch ihr I 6tttflraentommen etn Zustandekommen der Wahl- I rechtsreform möglich gemacht werden fönne. Die SÄÄ lebt ernst. Es handle sich nicht um I ^^ipolMksontern um das Wohl des Bater- I landes. Deshalb baue er auch heute noch auf den guten Geist der Nationalliberalenundettläre na"

I SieniJ6»®, datier. daß sie auch heute noch bereit I Interesse des Vaterlandes den Nattoüal- I entgegenzukommen, als nur

1- m. Ä1?' er, nchte. die ernste Mahnung I , N.?!wnallll>eralen. ^je dargebotene Hand I (Stürmischer, anhaltender

I Ad«. Hoff (Fortschr. Vp j trat noch-

I ,ie Heheime und direkte Wahl ein und

I «furwortete den nationalliberalen Antrag. I t.Ztt.f bezeichnete die Kritik, welche

I «fr,Fr?- d-Hehdebrand und der Lasa an dem I Verhalten der Nationalliberalen geübt habe, als durchaus gerecht - Abg. Dr. Friedberg (natt.)

I VeR Vorwurf zurück, als ob es den Rational- I "deralen nur darauf ankäme. die Vorlage zu Fall I Zu bringen und bedauerte die cingelretenc Ver- I scharfung des Verhältnisses zwischen Konserva- I tiven und Rattonalliberalen. Ab«, v. Pappen- I beim lkons.): Wir wünschten nicht die Ablehnung I de-, gestrigen Anttages, sondern wollten seststellen.

1 d?b es uns »licht möglich war, das Gesetz mit I öffentlicher Abstimmung zustande zu bringen. I Durch die wiederholte Anzweiflung imfetet Er- I klaning wird ein scharfer Ton in die Verband»

der der sachlichen Arbeit nicht I törderlich ist. Wir sollten eine derartige verärgerte Stimmung vermelden und in tonaler Weise zu- !^kSens?rbatent. P"^"icke (Fortfchr. Vp.f me nt, die Komptomr ßmehtheit stimme alle Ver- besserungsantrage nieder.

« /^rauf wurde der Antrag Hobrecht abgelebnt. 8 5 wurde nach den Kommissionsbeschlüssen an- genommen. |

an ^bn der Rbq. Borgmann (So,.) und

/'solche Vp.i sür die Aufrechterhaltung I I der Drittelung m Urwahlbezirken und des Steuer"

. ^armideten die Abg. Haußmann und I pebr. v. Zedlitz bte freikonservativen und national» I lv.frraen vlnirage ans Rückkehr zur Drittelung in I wa »venigstens in größeren 10-

xj, 20000 Einwohner umfassenden Bezirken. I aber- "nchdem der Abg.

^ns.) sich dagegen ausgesprochen batte. I aeaen die Stimmen ter FreikonservaWen den I ^F?nnnn''^6lt'en Hochststeuersatz in Stadtkreisen I fN'^ lO OOg ,u erhoben. Ein weiterer sreikon- I servastver Antrag die Höchstgrenze mit Vücksicht I Ä^die steigende Wohlhabenheit von Iabrsünst zu I itn«? Htn? M ansteiaen zu lassen, fand I Hhrn ^^ ^rstutznng der Führer der kom'erva» I ram°!b (lber diese wurden von der Mehr» I kuf ^wrt£!qeno'fen tm Slick gelassen fo daß I 5"ch dieser Antrag gegen die Stimmen der Frei- konservativen, Rationalliberalen und eines VeUd I H,CL^OrtfCT?a^bc« abgelehnt wurde. Schließlich I murten auch die Anträge, den fingierten Steuersatz I ^s.F»"Ä">en anf 5 Jf, erhöben und eine Mindestzahl der Wähler für die elfte und zweite I

^aegen die Stimmen der I ^»» ^..Z^ "^^0kraten und Polen abqelehnt. ^""wurde in die Debatte der Aiiträge auf ^lr^ 6e;rffet(u"a ?er SS 8 -10 der Plienings' I «°rNe, in teranberter Form eingetreten. Di« I miJ die akademisch Gebildeten, fo-

Personen, welche sich ehren» amtlich bewert haben, teils überhaupt nm eine I

60 wr Zi,(fcn ^sen. teils nach dem I ..JLre^fuen Anträge wenigstens ans der dritten I ^.^fiten Wahlabteiluna aufrücken m lassen. I ^Eich wurde nur em Teil des kon.'ervativen I

Aufrücken derienigen I betog. die das Abitunenteneramen bestanden I

Verantwortlich für die Redaktion:

Dr. phil. Carl Hitzeroih in Marburg.

ken konntest?« fragte Eourcier mit einer ge- wissen Empftndlichkeit.

O nein, Papa, im Gegenteils Ich er« Innert« mich, wie oft du mit erzählt hast daß bn in deiner Jugend körperliche Arbeit' ver­richtet und dich nie wählet gefühlt habest als damals. Deinem Beispiel wollte ich folgen . . . «s wat mit. als ob ich dir damit eine Freute machen würde."

Mit Freude machen?« wiederholte Eourcier mit einem tiefen Seufzet.Daran hättest du Mitten sollen, eh« du von mit gingst? Ach, mein Kind! Du hast mit sehr roe6 getan?"

Gilberte ließ mutlos die Arme finken.

D'bitte, bitte, sprich nicht so, Pava?" tief fie. ..Das zerreißt mit das Hetz! Ich habe ja selbst w schwer gelitten unter dem Gedanken, dich betrübt zu haben . . . deine Vorwürfe kann ich nicht ertragen. O nein! Wenn ich denken müßtt, bu wärest ebenso unglücklich gewesen als ich . . . nein, das ertrug* ich nicht? Solange man den Schmerz nicht kennt, fühlt man sich allem gewachsen, hat man aber selbst Schweres butckgemacht. so ist die Vorstellung, andern Schmerz zu bereiten, unerträglich."

Eourcier blickte ihr ernst in die Augen.

Wenn ick dir nun sagt«, daß mein ganze» Leben dadurch gestört und zerstört wat, daß bn mich verlassen hast, daß ich mich nicht an bte Vereinsamung gewöhnen kann, wärst bu bereit zu mir zuriickzukehten?"

,Es wär« meine Pflicht« erwiderte fie, bte Köpfchen senkend,unb meinet Pflicht dürfte

mich nicht entziehen.« (Fettsetzun, folgt-

Zweites Blatt.

Aus den Parlamenten.

Deutscher Reichstag.

Sitzung Dom 12. März.

Nachdem die Gotthardbahnvorlage in dritter ^Lesung und der allgemeine Penstonsfonds in zweiter schnell erledigt ist, wird in die Beratung .des Eiars der Reichseisenbahnen eingetteten, wo­bei in erster Linie wieder der Wunsch nach einet Einheit der deutschen Eisenbahnen laut wurde. Mine große Rolle spielte natürlich auch die Frage »cs Koalittons rechtes und des Stteittechtes der Werkchrsarbeiter. die selbswerständlich im weitesten «miange vom Abg. Emmel vetteidigt wurde. Et« ffteuluh war daß diesem Verlangen Eisenbahn- «imlster Breitenbach mit aller Schärfe entgegen- ttat. Die Arbeiter hätten wallst« Frethett. sich zu Berufsorganuationen zusammen zu schließen. .Dagegen wurde man jeder sozialistischer Agitatton »nergisch «nlgegentteten. Auch Herr Behrens oerwarf den Kontraktbruch und gab zu bedenken, Saß man ein Streikecht bet Verkehrsbeamten Mon mit Rücksicht auf die dabet in Frage kom- enenden höheren Interessen nicht anerkenen könne. Wann brachten eine Reihe von Abgeordneten Mpezialwünsche vor, wobei besonders bte Frage Per Arbeiterausschüsse eine genaue Erörterung tand die die Sozialdemokratte als eine Art Aus« Mitsbehörde neben die Verwaltung setzen möchte.

/ Preutzisches Abgeordnetenhaus. ; F Sitzung vom 12. März.

£" Die zweite Beratung bet Wahlrecht-Vorlage -vurde fortgesetzt.

Ministerpräsident v. Bethmann tzollweq et« ttarte auf Grund der bis jetzt in den AommisstonS- ntzungen und im Plenum laut gewordenen Äit» M>ten unb Wünsche zunächst bet Forffckttttlicken Dolkspattei und der Sozialdemottatte, daß die Re- tzuerung dem Verlangen nach einem dem Reichs­raaswahlrecht gleichen Wahlrecht nicht Folge geben «verde. Von den groben Parteien wären sowohl -in der Kommission wie auch in der gestrigen Ple- I Beschlüsse gefaßt worden, durch die die I Wahlrechtsreform teilweise auf eine neue Basis I bestellt worden Jet Alle diese Beschlüsse aber I Mvaren mit Vorbehalt gefaßt worden. Die Re- I Urerung müsse deshalb ebenfalls ihre desinittve I Stellungnahme zu den Abänderungsbeschlüssen sich I Vorbehalten, bis durch endgülttge Beschlüsse die I Stellung des hohen Hauses zur Wahlrechtsreform I Präzisiert ist. Er hege die Hoffnung, daß man zu I Bnem positiven Ergebnis gelangen werde. Abg 1 Schiffer Maadebura (natt.) begründete einen An- I trag Hobrecht (natl.f zwn § 5 bet Vorlage, wo- I Durch bte Regierungsvorlage wiederhergestellt I «vird. und erst Gemeinden mit mehr als 8500 Ein- I wohnern in Stimmbezirke einzuteilen sind. Der I gestrige Antrag der Konservativen sei lediglich eine I Demonstration vor dem Lande gewesen. Die kon- I servative Partei gebe die öffentliche Wahl preis I um dafür an der indirekten Wahl festbalten zu I skönuen. So werde keine Wahlrechtsreform von I -Dauer zustande kommen, sondern neue Krisen unb I neue Stürme tergnsheschworen werden. Abg I

»' Hendebrond und der Lasa (kons.l bezeichnete I Das Brillantscuerwerk, mit dem der Abg. Sckiffer I ferne Rede ans zustatten versucht habe, als einen I Vcrmcb. das Verhalten der Rationalliberalen bei I der gestrigen namentlichen Abstimmung über den I konservative!, Antrag vergessen zu machen. Das I Verhalten der Rationalliberalen sei bei dem Ernst I ter Situation durchaus m verurteilen. Der kon- I zervat,ve Anirag sei durchaus keine Demonstratton I gewesen sondern habe vor dem Hanse und dem I Lande fest stellen sollen, tote jeder über bte Wahl- I rewr-n denke. Das hätten die Rationalliberalen I zu verhlitdcrn gesucht. Die Rattonalliberalen I

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