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45. Jahrg.

Zweites Blatt

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Diese ganz verschiedene Art des Kampfes überhaupt die Verwendung von Truppen unter ganz anderen Bedingungen, als an die sie gewöhnt find, problematisch. Deshalb wären di« Regertruppen in einem Kriege zwischen Deutschland und Frankreich erst recht von ge­ringem militSrifchen Nutzen für die Franzosen. Dazu kommt, daß diese aus den heißesten Gegenden stammenden afrikanischen Mann­schaften allenfalls das Klima Algeriens ver­tragen. daß sie aber in einem Herbst und Win­ter, wie 1870/71 in Frankreich, wie die Fliegen fallen würden. Endlich ist es noch sehr die Frag«, ob nicht zwischen den weihen Regimen­tern und den Negertruppen Hänseleien ent­stehen würden, welche die ohnehin schon nicht allzu gefestigte Disziplin der französischen Arme« arg erschüttern könnten. Alles in allem glauben wir deshalb, daß dich« schwarze Gefahr wohl existiert, aber nicht für uns, sondern für Frankreich.

125 000. Siedelt der preußische Staat in dieser Weise fort, so kann er in 50 Jahren ein deut­sches Bollwerk errichtet haben, das nach mensch­lichem Ermessen von keiner slawischen Flut vernichtet werden kann. Dieses Bollwerk muß errichtet werden? Wir brauchen große und zu­sammenhängende SiÄlunqen. und brauchen endlich einmal ein einheitliches deutsches Ge­nossenschaftswesen. das dies« Siedlungen um­schließt und mit dem Deutschtum verbindet. . . Gerade weil ich glaube, daß die polnische Wirt­schaftsmacht nicht niedergeworfen werden kann, bin ich der Meinung, daß die AnsiÄlungsfrag« eine Schicksalsfrage ist für Preußens Zukunft und für die Zukunft des Deutschen Reiches."

Wir haben diesen vortrefflichen Worten aus berufenem Munde nichts hinzuzufügen.

Die JnsertionSgebühr beträgt für die Tgcfpaltcne Zeile oder deren Raum 15 Pfennige, für Reklamen 30 Pfennige. Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Universitäts-Buchdruckerei Inhaber Dr. C. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Marburg

Sonntag, 13. März 1910.

ttfl und Kirchhain

und.Landwirtschaftliche Beilage.

Von Georges Ohnet.

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Der Schlüsselbund klirrte wieder kich, und sie setzte mit Humor hinzu: nur Schrankschlüssel, Herr Eourcier?"

mit dem

und den Beilagen:

Berliner Korrespondenz von angeblich zuver­lässiger Seite berichtet wird, durch Komman­danturbefehl verboten worden. Die Maß­nahme ist scheinbar nach der Berherrlichung der Straßendemonstrationen hn93. T." erfolgt.

Wie Herr Wetterlö die Znterefien des Reichslands fördert. Wir lesen in derTägl. Runosch." Der viel, aber nicht rühmlich ge­nannte Abk^ Wetters, der sich auf der Durch­reise in Paris befindet, war, nach einem hiesigen Mittagsblatte, gestern Gegenstand einer Kundgebung der Pariser Studentenschaft. Eine studentische Abordnung erschien im Hotel des elsäsiischen Abgeordneten und überreichte ihm als demVerteidiger der altüberlieferten französischen Kultur auf elsäfiischem Boden" eine wertvolle Bronze im Namen der studieren­den Jugend. Der Führer der elsäsiischen Pro­testler zeigte sich sehr gerührt über dies« Kundgebung der französischen Sympathien. Offenbar ist er überzeugt, auf diese Weise das Bestreben seiner elsäsiischen Landsleute nach Autonomie am besten zu fördern.

Wegen Einführung der fakultativen Feuerbestattung in Preußen hat sich der Vor­stand des Verbandes der Feuerbestattungsver­eine deutscher Sprache mit einer längeren Bitt­schrift an den Kaiser gewandt. In dieser wird darauf hingewiesen, daß die Kirchenbehörde der Frage der Feuerbestattung nicht mehr gleich­gültig gegenübersteht, daß vielmehr die

durch die Luft und sagte nur:Ich wollte ja meine Töchter sprechen."

Wir sind auf dem Wege zu ibr, Herr Abge­ordneter," erwiderte Schwester Therese lächelnd, indem sie nach der Türe am entgegengesetzten Ende des Saales wies.

Die Köpfe aller Arbeiterinnen hatten sich aufaerichtet. und derHerr Abaeordnete" be­merkte, daß er das Ziel aller Blicke war. Er hatte die wobltuende Empfindung, diesen armen Eeichövfen gleichzeitig Ehrfurcht, Bewunderung und Neid einzuflößen, und er ließ also seine Blicke mit Wohlwollen auf dielen Mühseligen und Beladenen ruhen. Unwillkürlich nahm er die feierliche Haltung an, womit sich ein Abge­ordneter in Schulen. Gewerbe- oder Landwirt­schaftsausstellungen herumführen läßt, und als er am letzten Tisch vorüberging, griff er nach einem herabhängenden Stück Stoff und prüft« das Gewebe zwischen den Fingern.

Eine Art von Leinwand, die wir aus Rord- ftankreich beziehen," erklärte di« Oberin,und zu Scheuertüchern verarbeiten lasien, die im ,Bon Marchs' verkauft werden."

Sie legte ihr« Hand auf die Schulter eines in der Nähe fitzenden, schwächlich und ver­schüchtert aussehenden Mädchens und sagt« mit Nachdruck:Steh auf. Marie, und bitte den Herrn Abgeordneten, sich deiner anzunehmen.... Dieser Herr fft sehr einflußreich und kann dir zu deinem Recht verhelfen."

Um war handelt es sich?" fragt« Eourcier gespannt.

Um «in Ruhegehalt, desien Ausbezahlung man nicht erlangen kann. Richt für sie natür­lich. sondern für ihren Vater, der Arbeiter lit der Porzellanfabrik in Stiftes war Der Mann ist erblindet und die Aufgabe, ihn ui* sich zu

* Deutsches Reich.

Baron de Schoen. DerMärz" erinnert daran, daß auch Bismark Karten mit französi- fll,er Aufschrift besaß und führt zum Beleg« eine Briefftelle an. die sich in den Briefen an seine Gattin findet und aus Karlsbad vorn 24. Juni 1863 datiert. Die Stell« lautet: Schicke mir mit dem nächsten Feldjäger franzö­sische Visitenkarten, auf denen steht President du Conseil et Ministre des Affaires Etrangties de Sa Majestö le Roi de Prusie. Wenn keine

Als Kronzeuge für die preußische Anfiedlrinaspolitik

ist kürzlich Profeffor L. Bernhard vor der Freien Studentenschaft in Berlin aufgetreten. Er ist gewiß ein unverdächtiger Zeug«. Noch in seinem Buch über die Polenfrage (1907) sprach er sich sehr skepttsch über staatliche Bo­denpolitik im Osten aus. Auch in seinem jüngsten Vortrage hat er die unserer Ostmarken­politik entgegenarbeitende polnische Wirffchasts- macht für unüberwiittllich erklärt? Nur ein Mittel weiß er. das der ffawischen Flut schließ­lich Halt zu bieten imstande sein wird. Und dies Mittel ich ihm eben jetzt das große Werk der inneren Kolonisation im Osten. Bei der Bldeutung. di« Bernhards Anschauungen bean spruchen dürfen, lasien wir seine Ausführungen hierüber im Wortlaut folgen. Er sagte:

Streten läßt sich nicht darüber, daß das wichtigste und sicherste Mittel zur Befestigung des Deutschtums im Osten die Bauernsiedlungen bilden und der einheitliche genossenschaftliche Zusammenschluß der deutschen Bauern. Alles andere tritt dem gegenüber in den Hintergrund. Nur die Besiedlung mit deutschen Bauern bietet eine Sicherheit, daß wir kräftige Vorposten in den Ostmarken besitzen, zusammenhängende Vauerngemeinden. die hindern können, daß die Ostmarken allmäliq slawisch werdest. ... Ich kenne polnische Führer, die noch vor fünf Jahren über die Ansiedlungskommission höhn­ten und di« heute schon allen Respekt haben.

Man hat die Ansiedlungen lange Zeit unterschätzt. So machte z. V. Profesiör Hans Delbrück vor 15 Jahren folgende Berechnung. Er rechnete nach dem damaligen Tempo der Besiedlung aus. daß der preußische Staat in 100 Jahren etwa 100 000 Deutsche ansiedeln könne, und er fügte hinzu:Es ist klar, daß das ganze groß« Werk für die Nationalitätenfrage in unseren Ostmarken wertlos ist." Seitdem sind 15 Jahre vergangen, und in diesen 15 Jahren find schon über 100 000 Menschen durch die Sied­lungen in den Osten gekommen, insgesamt sogar

46 lNacbdruck verboten.)

Die Tockter des Abgeordneten.

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Der Abgeordnete fühlte, daß fie danken erraten hatte, was ibm peinlich war.

ernähren, liegt nun allein diesem Mädchen ob. Sie klagt nicht, aber die Leute sind wirklich übel dran."

Ich bitte, daß Sie mir eine Notiz darüber schicken, dann will ich der Sache nachforschen und sehen, was sich hin läßt."

Bedanke dich. Mariei Du siehst, man darf nie an menschlicher Güte und Gerechtigkeit ver­zweifeln !

Eourcier war int stillen sehr verwundert.

Diese Schwester ist ja eine ganz hervor­ragende Person!" dachte er bei sich.So ein­fach. klar, besonnen und praktisch. Dabei durch­aus kein« Frömmelei oder Scheinheiligkeit: be­wegt sich und spricht wie eine tüchtig« Eeschästs- ftau ..."

Vom Nähsaal trat er in die zur Zeit unbe- fuchte Speiseanstalt, wo hundert Personen gleichzeitig ganz bequem ihre Mahlzeit halten konnten. Am einen Ende dampften auf zwei aus Backsteinen gemauerten Herden, wie man fie in den Volksbädern hat, zwei riesig« Suppen« kessel, groß genug, daß ein Mensch darin hätte ertrinken können. Zwei Schwestern in weißen Schürzen überwachten die Zubereitung der Suppe. Auf einem Anrichetisch standen hockae- schichtet sauber gefegte Blechschüsieln, der Gäste harrend.

Unsre Volksküche, Herr Eourcier," er­läuterte die Oberin.Um zwölf Uhr und um sechs Uhr teilen wir täglich zwölfhunderi Por­tionen Suppe und Fleisch aus an jeden Be­dürftigen, der sich hier einfindet. Die Leute brauchen dazu Kiner Empfehlungs- ober Ein­laßkarte, auch wird keine Auskunft von ihnen verlangt über ihre Verhältnisse."

Eourcier wie» mit der Hand auf ein großes,

aus Holz geschnitztes und bemaltes Kruzifix, das an d«r einen Wand hing.

Aber doch, daß sie beten, ehe sie essen?" fragte er spöttisch.

Richt einmal das verlangen wir," ver­neinte die Oberin lächelnd.Eine von uns spricht laut das Benedicite: wer es im stille« miffprechen will, mag es tun. Unser Herr ui* Meister bat Judas an seinem Tisch esien lasien, wohl wissend, daß er ihn verraten hatte," setzk fie mit einem Ernst hinzu, der ihr kluges, feines Gesicht höchst bedeutend erscheinen ließ.Wir, die wir nur seine demüttgen Dienerinnen find, dürfen doch nicht anspruchsvoller sein als er.

Eourcier streckte etwas verdrießlich die Rase in die Luft und wußte nichts zu erwidern. Sehr gegen seinen Willen drängte sich ihm die Heber« zeugung auf, daß diese Anstalt denn doch nütz­lich und diese Klosterschwestern gut seien.

Ich kann Ihnen jetzt nicht den Vorschkg machen, unsre Suppe zu kosten," bemerke die Sckwesier wieder in heiterem, weltlichen Ton. denn fie hat noch nicht genua gekocht: wenn Sie aber nach dem Besuch bei Ihrer Tochter mit unfern Armen frühstücken wollen, werde» Sie sich überzeugen, daß fie nicht schlecht ernährt werden."

Ich würde mich nicht schämen, ihre Mahl­zeit zu teilen." versetzte Eourcier.Denn ich gehör« zum Volk und nehme an allem Anteil was die sogenannten unteren Stände berührt. Di« Enterbten aber stehen meinem Herzen ae nächsten." j

..Dieser Sinn ist auch auf die Tochter über­gegangen," bemerkk die Oberin mtt eine» klugen Blick auf den Vater.Sie werden He ja sehe» in der Krippe?"

(Fortsetzung folgt.)

preußische Eeneralsynode im November 1909 entgegen ihrer früheren ablehnenden Haltung namentlich auf das dringendste Anraten bet Oberhofpredigers Dryander hin beschlosien hat, dem evangelischen Oberkirchenrat die Regelung des Verhältnisses der evangelischen Kirche zur Feuerbestattung zu empfehlen. Im Laufe der letzten Jahre, so heißt es weiter, hat die Feuer­bestattung ganz außerordentlich an Ausdehnung gewonnen. Während im Jahre 1901 in Deutsch­land 692 Feuerbestattungen zu verzeichnen waren, stieg diese Zahl 1903 auf 1074 und 1905 auf 1768. Im Jahre 1907 wurden 2977 und im Jahre 1909 sogar 4779 Leichen eingeäschert. In Deuffchland bestehen gegenwärtig 196 Ver­ein« für Feuerbestattung mit rund 6000 Mit­gliedern.

Zur Seite ausweichend, ließ sie ihm den Vor­tritt in einen großen, sehr bellen Saal mit grau getünchten Wänden, wo etliche fünfzig Frauen an langen eichenen Tischen, die vom vielen Ge­brauch spiegelblank glänzten, mit Rühen be­schäftigt waren.

Unsre Betriebswerkstätte, Herr Abgeord­neter," erklärte die Schwester, auf die Arbeiter­innen weisend.All diese Frauen find Unbe­mittelte. denen wir Arbeit bemessen: nach reli­giösem Bekenntnis oder Landesangehörigkeit fragen wir nicht: wir wissen überhaupt nichts von ihnen, als daß sie arm find und sich durch ihrer Hände Arbeit ernähren müssen."

Eourcier ließ ein dumpfes Knurren ver­nehmen, das von der Oberin als Zeichen der Anerkennung gedeutet wurde.

Zeigen sich bei einer oder der andern arößere Fähigkeiten, besonderes Geschick, Ge- Whmack, Klugheit, so sorgen wir, daß sie in Ge­schäften angestellt werden. Die Kleine da unten -um Beispiel kommt demnächst in ein Passemen- teriegeschäst, wo sie vier Franken im Tag ver­dienen wird. Vor acht Tagen hat man sie als Obdachlose und dem Verhungern nah auf eine Polftelstation gebracht . . .*

Eourcier fuhr ungeduldig mit der Hand

Bednag erfäeiut täglich mir Ausnahme der Conn» und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt viertel- lährlich durch die Post bezogen 2 25 M (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2Jt

Die schwarze Gefahr?

Mr verstehen hier unter der schwarzen Ge- strhr die Tatsache, daß Frankreich im Begriffe ist sein« Regertruppen in Afrika in erheblichem Umfange zu vermehren. Diese Taffache hat in Deutschland vielfach Besorgnis hervorgerufen: Die Einen befürchten, daß die Negertruppen be­stimmt find, das 19. Armeekorps (Algerien und Tunis) zu ersetzen, damit da» 19. Korps in Europa verwendet werden kann. Die Anderen gehen in ihrer Besorgnis noch weiter: sie sehen schon die Negertruppen auf deutschem Boden kämpfen und deutsch« Frauen und deutsche Kinder mit dem Aergsten bedrohen.

Auch diese Suppe gehört zu denen, die nicht so heiß gegessen, wie gekocht werden. Schon die vollständige Verpflanzung des 19. Armeekorps nach Frankreich ist ein Ding der Unmöglichkeit. Die Fremdenlegion, die einen nicht unwesent­lichen Bestandteil dieses Korps bildet, hätte in Frankreich gar keinen Sinn. Sie ist begründet worden, weil man in Orten Algeriens mit un­gesundem Klima oder für ExpÄitionen nach anderen Ländern mit mörderischem Klima, wie z. B. Tonking, nicht französisches Blut opfern will, sondern di« Dummköpfe, die den Lockungen der Werber folgen. Auch geht ein großer Teil dieser Narren nur aus Abenteuerlust auf den Leim, «eil sie von Löwenjagden und Gott weiss was für Herrlichkeiten in Afrika träumen! für den Dienst in dem kultivierten Europa würden fie sich nie anwerben lassen. Ein weiterer Be­standteil des 19. Korps sind die sechsbataillons »' Afrigue" und die 5compagnies de discip- line", die aus den ausgesuchtesten Taugenicht­sen und Missetätern bestehen. Die Franzosen find froh, daß sie von diesen Leuten durch das breite Mittelmeer getrennt sind und fi« werden gewiß keine Lust haben, fie in der Heimat zu verwenden. Auch die in dem Armeekorps dien­enden Eingeborenen werden die Franzosen, zum mindesten in Friedenszeiten, sicherlich in Al- Sseien belassen, schon damit sie den anderen rabern als Beispiel der Treu« für Frankreich vor Augen gestellt werden können.

Dies vorausgeschrckt, glauben wir. daß Frankreich in Friedenszeiten kaum mehr als etwa 15000 Mann seiner nordafrikanischen Truppen durch Negertruppen ersetzen und nach Europa hinüber nehmen wird. Im Kriege wer' den vielleicht noch weitere 10 000 oder aller - höchstens 15 000 Mann fortgenommen werden, um auf europäischem Boden zu kämpfen. Was wollen diese 25 000 bis höchstens 30000 Mann gegenüber den je 4 Millionen besagen, die Deutschland und Frankreich im Kriegsfälle auf­stellen können? Zudem hat gerade der Krieg von 1870/71 gezeigt, daß die algerischen Trup­pen am schnellsten aufgerieben wurden, wcchl vornehmlich deshalb, weil sie an dem Kampf mit schlecht bewaffneten Eingeborenen gewöhnt waren und nicht mit einem Gegner, der über ein vorzügliches Gewehr und eine noch bessere Artillerie verfügte.

Karten, so ist die Platte jedenfalls im Sekretär in meinem Kabinett vorhanden, dann schicke die Platte.«

Ein Militärverbot gegen das

Tageblatt" Auf dem llebungsplotz Döberitz ist der Verkauf desBerl. Tageblattes", wie einer

Marburg und Umgegend.

(Wad)t>iuf! aller Originaiartikel ist gemäß § 18 des Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe Oberhess. Ztg." gestattet.)

Marburg, 12. März.

De, Frühling naht.

Run schmückt die Erde sich mit Anemonen, Mit zartem Erün bekleiden sich die Aeste,' Nur barte Eichen hegen noch die Reste Bon falbem Laub in ihren Riesenkronen. Den Winter hat die Seele überlebt. Nun senkt der Sonne Strahl sich'wärmer nieder. Er weckt uns die Natur zur Auferstehung wieder, Von neuen Frühlingslüften zart umwebt.

Die Türen und Herzen auf, geschwind, Jun­ker Lenz zieht ein und frohen Herzens wollen wie ihn empfangen Auch Mutter Erde rüstet feierlich zu seinem Kommen. Noch sind zwar die Bäume kahl: nur die Blätter der Wintereiche hat die rauhe Jahreszeit nicht vermocht von den sinnigen zu trennen. Aber schon beginnen die Sr-iiten der Knospen sich zu zeigen und schauen in die Welt hinaus, sich fragend, ob sie es wa­gen könnten, ihre enge zwängende Hülle zu ver­lassen. Ihr Drang nach dem Leben und Ent­falten ist zu groß. Sie treten heraus, obgleich ihrer noch rauhe Stürme und vielleicht Fröste warren: denn die linden Frühlingslüfte können auch leicht umschlagen. Sie haben bereits die ganze Natur mit neuer Lebenshoffnung erfüllt, das starre Eis der Zurückgezogenheit geschmol­zen. Statt hinter dem wärmenden Ofen fitzen, in enger Stube, beginnt man di« Fenster zu öffnen, am Sonnenscheine sich zu wärmen und in Garten, Feld und Wald sich zu erfreuen mit frischer Frühlings- und Lebensröte auf den Wangen und neuerwachter Lebenslust im Her­zen. Rur einmal im Jahre, beim Rahen des Lenzes, empfindet der Mensch das Wonnegefühl der Frühllngsahnung. welche die Auferstehung der Herrlichkeit in der Natur sicher erwarten läßt Denn für diese, zu Luft. Licht uns Be­wegung ist der Herr der Schöpfung geboren. Versäumen wir deshalb nicht, uns des Früh- lrngsmonats in rechter Weise zu freuen.

* Roserdenkmal. In der heutigen Nummer finden unsere Lehrer, einen Aufruf, der unsere Mitbürger dazu auffordert Beiträge zu einem Wilh. Roserdenkmal in unserer Stadt zu stiften.