mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain 1
. und den Beilagen: „Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und „Landwirtschaftliche Beilage
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Die „Oberbessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2 25 jH. (ohne Bestellgeld), bei unseren ZcituugSstellen und der Expedition (Markt 21), 2 T<Ä.
Marburg
Sonntag, 13. März 1910.
Die JnsertionSgebühr beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 Pfennige, für Reklamen 30 Pfennige. — Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Universitäts-Buchdruckerei Inhaber Dr. C. Hiheroth, Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
45. Jahrg.
Drittes Blatt
verantwortlich für die Redaktion: Dr pf)i(. Carl Hiheroth in Marburg.
lehnen. Abg. Fischbeck (sortschr. Vp.): Wir sind Nir die Uebertraaung des Reichstaaswablrechtes Ten sozialdemokratischen Antrag,
Preußisches Abgeordnetenhaus.
Sitzung vom 11. März.
Auf der Tagesordnung steht die zweite Lesung her Wahlrechtsreform. Hierzu liegt ein Antrag Aronsohn (sortschr. Vg.) auf Einführung des direk-
I Bei diesem Ansinnen geht Tantris die Erkennt- I nis auf, daß er Isolde auf ewig verloren hat, ihre I Seelen finden sich nicht mkhr zusammen, als bis I der Tod seine Schuld gebüßt. Mannhaft nimmt I Tristan diese tragische Erkenntnis an. Von seinem I treuen Hund Husdent begleitet, kehrt er in die Welt I zurück, um irgendwo zu sterben. Isoldens flehende I Sehnsucht ruft ihn nicht mehr zurück. Da erkennt I auch sie das geheimnisvolle tragische Walten ihres I Geschicks: „Nun geht Herr Tristan in die Welt zurück . . . Bis daß er stirbt... dann küß ich ihn." „Tantris der Narr" ist die Offenbarung einer ernst nach Erkenntnis ringenden Dichterpersönlichkeil. Hier geht den Dichter auf den oft dunklen symbolischen Wegen der Romantik seinem Ziele nach, uns zu einem lieferen gleichnisarligen Verstehen des VerhälMistes Tristans zu Isolden zu führen. Der Dichter hat seine Absicht in poetisch überaus reizvoller, psychologisch intercffalücr Weise erreicht. Gewiß weist das Drama auch Schwächen aus, das Verhältnis der Personen zu einander erscheint nicht überall genügend motiviert, namentlich dann, । wenn man an das Stück mit den Mitteln moder- . ner Kritik herantritt. Ms das schwächste erscheint wohl der 4. Akt, hier erkennt Marke trotz allem nicht, daß er in Tantris Tristan vor sich hat. Zwar hat der Dichter auch dies mottviert, aber gerade die Häufung der Gründe erscheint hier durchaus gekünstelt und unwahrscheinlich. Demgegenüber ist das Rtchterkennen Isoldens vom Dichter aus der Wirkung des Zaubertranks heraus verständlich gemacht. Gerade die von der Kritik am heftigsten angegriffenen Szene zwischen Isolde und Tristan weisen aus die Berechttgung einer symbolische« Deutung hin, wo der Dichter geradezu seine Worte verschwendet, um uns das Nichterkrnen Isoldens verständlich zu machen.
Das vielangegriffene Werft weist eine Reihe von Vorzügen auf, die es weil über die meiste« der moderne« dramatisch« Erzeugnisse stell«.
Hafer-Kakao wird als Kinder-Frühstück tausendfach ärztlich empfohlen,
IN tu echt in blauen Kart ons füi 1JML, niemals lost».
Stadltbeater.
Tantris der Narr. Ein Drama in 5 Akten von Ernst Hardt.
Regie: Oberregiffeur Hermann Bakos.
Isolde Blondhaar ton Irland hat vor ihrer Heirat mit König Marke von Kurnwal ihrem geliebten Freunde Tristan von Morois, Markes Resse», ahnungslos den goldenen Becher mit dem Liebestrank kredenzt.
Denn die zusammen davon trinken, werden Sich lieben, sinnlos und mit allen Sinnen, Gedankenlos und mit ihrem Denken, ewig, Im Leben und im Tod... Doch wer den Trank, Davon er selig trunken ward, treulos Ausspeit, soll sein ein herrenlos und fremd Gewürm, Unkraut am Weg. —
Tristan hat den Schwur gebrochen. Er ward treulos. Als König Marke durch Herzog Deno- valin mit Eifersucht und Argwohn erfüllt, ihn außer Landes verwies, hat er Isolde Weißhand, die Tochter des Königs von Anmdcl geheiratet, aber das Bild Isoldens mit dem blonden Haar wird voll schmerzlich süßer Erinnening zugleich mit der Reue über feinen treulosen Verrat in seiner wunden Seele wach, und die Sehnsucht seiner siechen Seele treibt ihn nach zehnjähriger Verbannung zurück nach Kurnwal, wo er seine blonde Freundin noch einmal sehen will, bevor er sterben muß, nngeachiet des Eides seines Oheims Marke:
„Wenn Her Tristan,
Mem lieber Resse, je von diesem Tage an
Sein Wappen blicken läßt in Kurnwal, soll er Zusammen rnit Isolde, meiner Frau Bon Irland, Todes sterben/
A» der Grenze wird er von Herzog Denovalin erkannt, seinem ärgsten Feind, der aus Eifersucht «inst fd» und Isoldens süßes Geheimnis dem Kö
Man vergleiche es nut mit dem jüngst hier aufgeführten Schauspiel „Strandkinder- von Sudermann. Die Szenen sind bühnengcschickt aufgebaut, so auch z. B. die äußerlich etle und abstoßend^ Szene der Siechen. Die Wirkung wird durch eine glänzende Dialogführung gesteigert. Vor allem aber seine Sprache ist von einer oft berückenden Schönheit, von stark lyrischem Hauche durchweht. Ueberall stehen der erfinderischen Phantasie des Dichters Bilder von überraschender Echtheit und prangender Schönheit zur Verfügung.
So muß uns „Tantris der Narr" des Schillerpreises nicht ganz so unwert erscheinen, als wie es nach der herrschenden Sttmmung in der Preffe der Fall zu sein schien. — Die Darstellung nah» sich des Stückes mit Begeisterung und Wärme an. Herr Baumeister als Tantris zeigte eine selbständige, den erkennbaren Absichten des Dichters ent«', gegenkommende Auffassung, die unseren Beifall fand. Als ebenbürttge Partnerin ergänzte ihn' Frau Baumeister mit temperamentvollem, hoheitsvollem Spiel als Isolde. Die psychologisch konsequenteste Figur des Dramas, den Herzog Den»" valin, verkörperte Herr Gühne, dessen Maske uni Spiel das von Eifersucht und Haß zerfressene Wesen Denovalins meisterhaft wiedergab. Herr Ba- kof vermochte durch sein Spiel nicht die schwankende unsympathische Figur deS Königs Marke zu retten. Von den Nebenrollen heben wir Frl. Retz als Knaben Paranis und Herrn Pauly als Siechen hervor. Die Regie des Herrn Bakof hatte den der Hardffchen Dichtung eigene« Sttl sorgfäl- ttg herausgearbeitet und mit der im ganzen glänzenden Ausstattung, soweit sie bei de« unwürdig« Raum- und Lichwerhältnissen unserer „Bühne* zur Geltung kam, ein« stimmungsvollen Hinter« gründ für die Handlung geschaffen. Das ausve»- kaufte Haus brachte der RovttSt et* gespannte«» Interesse entgegen. W. So*
beantragen die Konservativen die Öffentlichkeit der Wahl auch für die Wahl der Wahlmänner. Abg. Frhr. v. Zedlitz (sreikons.) erklärt sich für den Antrag. Abg. Friedberg (natlib.): Wir sind für die geheime Wahl, ich beantrage namentliche Absttm- mung über den Antrag. An dieser Abstimmung I werden wir uns nicht beteiligen. Abg. I Heydebrand v. d. Las« (kons.): Ein erheblicher Teil I meiner Freunde wird sich der Absttmmung enthal- I tcn. (Gelächter bei den Nationalliberalen.) Abg. I Herold (Ztr.) und Fischbeck (sortschr. Vp.) erklären I sich gegen den Antrag. Darauf wurde der Antrag I mit 124 gegen 64 Stimmen abgelehnt Der Ab I stimmung enthielten sich 89 Abgeordnete. Abg. I Frb. v. Richthofen (kons.): Die Nationalliberalen I haben namentliche Abstimmung beantragt, dann I aber den Saal verlassen. Durch eine I derartige Taktik wird uns ein Zusammenarbeiten I mit dieser Partei außerordentlich erschwert. Abg. I Friedberg (natlib.): Wir lehnen die Kommission^ I beschlüsse zum § 4 ab, weil wir an der direkten und I geheime Wahl festhalten. Die Maximierung wirkt I ungleich für Stadt und Land, deshalb beantragen I wir Streichung dieser Bestimmung. Den Satz der [ Streuenfreien wollen wir von 3 aus 5 M erhöhen I um der plutokratischen Tendenz der Wahl rechts I entgegenzuwirken. Dies bezweckt auch unser An- I trag, wonach die erste Abteilung mindestens 10 1 und die zweite mindestens 30 Wähler erhalten soll. I Abg. Fischbeck (sortschr. Vp.) begründete den An- I trag Aronsohn auf Einführung des gleichen, di- I reffen und geheimen Wahlrechts. Die Kommis- I sionsbeschlüsse über die geheime Wahl befriedigt | niemand. Wir verlangen wenigstens die geheime I und direkte Wahl, wenn wir das nicht erreichen I können, dann wollen wir lieber gar nichts. Die I Regierung wollte der Vorlage in der Kommis- I sionsfasfung nicht zustimmen, sondern dem Hause I eine neue Vorlage unterbreiten. Abg. Frhr. von I Zedlitz (kons.): Das gleiche Wahlrecht ist die größte I Ungerechtigkeit. die es gibt, es bedeutete einen | Wechsel auf die Herrschaft des Proletariats. Des- I halb lehnen wir den Antrag in diesem Punkte glatt I ab. Abg. Borgmann (Soz.) ruft: Der reine Schauspieler. Vizepräsident Krause rief Borgmann zur Ordnung. Abg. Frhr. von Zedlitz forffahrend: Der größte Teil meiner Freunde will ben 8 4 in der Kommiffionssassung zustimmen. Aba. Herold (Ztr.): Die Nationalliberalen treiben Obstruktton, wenn sie namentliche Abstimmung beantragen und bei der Absttmmung den Saal verlassen) (Widerspruch bei den Nationalliberalen.) Unsere Stellung zu der Vorlage habe ich bei der erste Lesung bar I aelegt. (Zuruf: Hat Ihnen niemanb geglaubt! Länn im Zentrum.) In meine damalige aus- I drückliche Erklärung Zweifel zu setzen, bedeutet I eine Beleidigung schwerster Art. Das gleiche und I geheime Wahlrecht ist zur Zeit nicht zu erreichen. I Deshalb lehnen wir den Antrag Aronsohn ab. Die I
I Kommissionsbeschlüsse bedeuten eine wesentliche I Verbessenmg der Vorlage. Wir werden bestrebt I fein, die Härten des Dreiflassenwahlrechts zu be- I seifigen, unbekümmert barrunt. wer dadurch einen I Nutzen ober Schaden hat. Auch wir wünschen. I daß die Vorlage mit möglichst großer Majorität I verabschiedet wird. Die Taktik der Nationallibc- I arlen geht aber dabin. das Gesetz z>tm Scheitern zu I bringen, weil nicht alle ihre Wünsche erfüllt wer- I ben. (Beifall im Zentrum.) Ada. Korsattty (Pole): I Wir können bie Verantwortung für die Vorlage I vor unseren Wählern nicht fragen. Abg. Ströbel I (Soz): Das Zentrum hat bei biefer Vorlage die I Volksrechte verschachert itnb sich als Handlanger I der Reaktion gemacht. (Lachen im Zentrum.) I
auf Preußen, ien touüiDemorratifcben Antrag, »er nur eine Demonstration bedeutet, lehnen wir ab. Abg Herold (Ztr.): Wir werden ebenfalls den sozialdemokratischen Aittraa ablehnen und bei der Elnzelberafung unsere Stellung darlegen. Hierauf wurde die allgemeine Besprechung geschlossen und sodann wurden die Paragraphen 1 bis 3. die die Besttmmuugen über das aktive und pamve Wahlrecht enthalten, ohne Debatte angenommen. Zu § 4 (geheime Wahl bet Wahl männer und öffentliche Wahl der Abgeordneten)
schließt er sich in furchtbarem Zorn zu einer un menschlichen Tat Isolde, bie er in verräterischem Einvernehmen mit Tristan glaubt, soll ben Sie- chen von Lubin übergeben werben. Aber Tristan bewahrt Jsolbe vor der Schänbung. inbem er, als Siecher verkleidet, in den Burghof gelangt, bie Aussätzigen in bie Flucht schlägt unb Denovalin, ber sich ihm in ben Weg stellt, tötet. Durch einen Sprung von der hundert Klafter hohen Burgmauer bringt sich Tristan in Sicherheit. Der König unb die Höflinge, welche bie Zusammenhänge nicht erkennen, glauben an eine überirdische Erret hing ber Königin. Am selben Abenb erscheint Tristan als Narr Tantris verkleibet am Hofe Markes. Weder ber König, noch Isolde, noch Dinas und die anderen Höflinge erkennen ihn. Wieder und wieder versucht Tristan-Tantris sich Isolde erkennen zu geben, er nennt seinen Namen, gibt glühende Schilderungen von Isoldens Schönheit, er nennt ihr ben Liebesschwttr, ben sie einst ge tauscht —. sie lacht ihn aus unb hält ihn für einen wirklichen Narren. Sie kann ihn ja nicht erkennen, die Liebesgewalt unb das eigenste Wesen Tristans sind mit seinem Verrat zu Grunde gegangen:
„Doch wer ben Trank, Davon er selig trunken warb, treulos Ausspeit, soll fein ein herrenlos unb fremd Gewürm, Unkraut am Weg. —"
Ader die Anspielungen Tantris haben ihr Herz, bas dem geliebten Freunde Tristan zitternd ent» gegenschlägt mit Zweifeln und unerträglichen Quaen crffillt. Sie will um jeden Preis Gewißheit haben, ob Tantris ihr Geliebter Tristan ist oder ein frecher Gaukler. In einem Zwinger der Burg wird Husdent. Tristans treuer Hund, gehalten. Er ist wild geworden feit Tristans Verbau iutg unb hat bereits drei seiner Pfleger zerrissen.
. Erkennt Husdent ihn als seinen Herrn, so will Wtge verraten hat. Als Marke die Kunde von I Isolde Tantris als ihren geliebten Freund Tri- >rifta«< Aufenthalt in Kurnwal vernimmt, ent- 1 flau anerkennen und ihm in ale Welt folg«.
ten, gleichen unb geheimen Wahlrechts vor. Ein Antrag Hobrecht (natlib.) verlangt die Einführung der geheimen unb birekten Wahl und bie Dritte- lnng für die Gemeinden oder Wahlbezirke. Die Konservativen wollen für Ortschaften bis zu 5000 Einwohnern die Terminswahl wieder einführen und haben für die Privilegierung neue Grundsätze auigestellt. Berichterstatter Bell (Ztr.) erstattete ausführlichen Bericht über die Kommisstonsver- handlungen. Abg. Hirsch (Soz.) begründet d« sozialdemokratischen Antrag. Vor allem verhindert es das Zentrum, daß wir in Preußen ein gerechtes Wahlrecht bekommen. (Widerspruch im Zentrum). In ber Zentrumspresse macht sich bei ber Erörterung der Wahlrechtsvorlage eine nichtswürdige infame Heuchelei bemerkbar. Vizepräsident Porsch bat den Redner, sich in seinen Ausdrucken zu mäßigen. Abg. Hirsch (Soz.) sorffah- rend: Durch die Vorlage werben die breiten Massen des Volkes noch mehr entrechtet als sie so jetzt schon sind. In der Kommission erklärte ein Konservativer, seine Partei sei selbstlos. Das ist Heuchelet. (Unruhe bei den Konservativen.) Vizepräsident Krause: Ich nehme an. daß Sie kein Mitglied des Hauses meinen. (Große Heiterkeit.) Abg. Hirsch (forffahrend): Ich bedauere, nicht alle Mit- stlteder dieses Hauses auSnebmen zu können. Vize- prasioent Krause: Ich rufe ben Redner zur Ordnung. Abg. Hirsch: Durch das Verhalten bei dem Treptower Spaziergang ist bie Polizei dem Fluch per Lächerlichkeit verfallen. Durch die Drittelung m den Gemeinden oder Wahlkreisen bezwecken die Nationalliberalen, die wenigen sozialdemokratt- ftben Abgeordneten aus dem Hause zu entfernen. , Wir werden nicht aushören, für ein gerechtes Wahlrecht zu kämpfen und iverben das Volk zur Empörung aiffpeiffchen. (Beifall.) Freiherr von M'chttzofe« (kons.): Der Vorredner bemerfte, daß acwffse Parteien hier im Hause ihr Unwesen tret» be» Darüber herrscht kein Zweifel. (Heiterkeit.) Der Berliner Polizei kann ich für ihr enfschiebenes nnb .ugleich mildes Auftreten am letzten Sonntag nur die aufrichtigste Anerkennung anssprechen. (Beifall rechts.) (Ministerpräsident von Beth- mann-Hollweg betritt ben Saal). Die Sozialdemokraten wollen bas Volk aufpeitschen. bas ist nicht Kultur, sondern Zuchfhaustaktik: unsere Stellung werden wir bei verschiedenen Spezialbesfim- mutigen präzisieren. Abg. Friedberg (natlib.): Meine Freunde sind für ein obgeftufteS Wahlrecht: wir werden den sozialdemokratischen Antrag ab- I lehnen. Abg. Fischbeck (sortschr. Vv.): Wir sind
Die Mannesmann - Aniieleqenheit M -J
! in der Budgetkommission. Ausland.
f b%8Ätermnfirrf.i>e5 rsis.^dA"^"? übe!' di^^'runtr«ungenÄ
teilte der Staatssekretär v. Schoen mit, daß dre I Liquidators Duez in der Kammer interpellier Angabe als habe der französische Minister des I tcn Mry schreibt in seiner „Humanits": Da» Auswärtigen auf die Aeutzerungen eines Depu- I zgM ist mit Recht über die Skandale der Liaui- trerten, bdfc ^te deutsche Regierung die Ee- I datoren erbittert, es ist empört, daß die wider« m a nn fp ec’ n- wärfigen Machenschaften die großen Gesetz«
mit dem Kopse genickt, nichts weiter als eine I über die Verweltlichung blosgestellt haben. Legende s^, Es liege eine amtliche Erklärung I Wir werden von den Unvorsichtigen und nach, der französischen Regierung darüber vor, daß I8fiinen Regierungsmännern. sowie von der
Sache kern wahres $3-"r. ser Der I hochmütigen und habgierigen Richterkaste Staatssekretär gibt «sodann folgende Erklarung I Rechenschaft fordern. Der Liquidator Duez hat z ?'? Auftrage des Herrn Reichskanzlers I öor dem Untersuchungsrichter ein gestanden, daß tdi folgenbe5 j« erflaren: Da» Auswärtige I €r $,en Liquidator Jsbert dessen Sekretär er vor Amt halt an der Iechtsauffassung fest, die I Jahren gewesen ist. eine halbe Million Frank, ftiner (bisherigen) Behandlung der deutschen ^runtreute, um seine durch unglücklich? Vör- Vergwerksrnteressen in Marokko zugrunde lag. I senspekulationen erlittenen Verluste zu decken; Diesen Interessen wird innerhalb des durch die w diese Veruntreuungen durch Fälschung internationalen Vertrage unb Abmachungen i>et Bücher verheimlichen könne« und da er gegebenen Rahmens umso nachdrücklicher Schutz Jgberts Nachfolger geworden sei, so sei es ihm unb ftotterung geroabrt ©erben tonnen, je me^t I natürlich ein Leichtes gewesen, die Entdeckung die deutschen Interessenten Mit der Rerchsregie- I dieses Verbrechens zu verhindern. Der Unter- »ng ber deren weiteren Bemühungen Hand in fuchungsrichter sandte einen Polizeibeamten in Hand gehen. Rach der ^rtlarung des Staats- I Wohnung einer Frau, zu welcher Duez seit sekretars wurde aus der Mitte der Kommission Jahren Beziehungen unterhielt. Der Polizei- erklart, man solle feht mit der Sac^ zu Ende I heamte stellte fest, daß die Frau Schmuckgegen- kommen Der Reichstag und die Budgetkom- I stände und Staatspapicre im Werte von mehr mtssron dürften sich nicht für irgend eine Inter- ^s 200 000 Franks und außerdem beträchtlich«
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Zeitungsnachricht, die österreichische und spanische Regierung hätten sich der deutschen gegenüber bereit erklärt, für die Unanfechtbarkeit der Mannesmannskonzession einzutreten, sobald die deutsche Regierung die Sache der Gebr.Mannes- mann zur rbrigen madje. Der Staatssekretär erklärte diese Nachricht für unbegründet. Der Vorsitzende Freiherr v. Gamp konstatierte hierauf zum Schluß, daß eine Einigung erzielt worden sei und daß die Kommission die Erwartung hege, daß das auswärtige Amt die großen wirt- schaftlichen Interesse« . die in Frage stehen, nachdrücklich wahren wird. Damit ist die Mannesmann-Angelegenheit erledigt. — Die Kommission ging sodann zur Beratung desEtats des auswärtigen Amts über. An Reisekosten
Hierauf wurde ber erste Teil des Antrages der I wurden 13 000 Jl estrichen. Bei dem Kapitel Sozialdemokraten aus Einführung ber gleichen „Gesandtschaften und Konsulate« wurden von Wahl gegen bie Stimmen ber Freisinnigen .mb I Tagegeldern unb ftuhrfnwAt on non u Sozialdemokraten abgelehnt. Der zweite Teil des rn und Fuhrkosten 20 000-K gestrichen.
Antrages auf Einführung ber geheimen unb direk- I »eiteren der Kommission überwiesen«« tcn Wahl wurde in namentlicher Abstimmung mit I wurden genehmigt. Der Vorsitzende et* 227 gegen 110 Stimmen abgelehnt Der § 1 auf I klarte noch, die Preßmeldungen, daß infolge der geheime Wahl der Wahlmänner und auf öffentliche I Abstriche der Budgetkommission am. Marine- Wahl der Abgeordneten wurde gegen bie Stimmen I etot Arbeiterentlassungen in Kiel nötig würden der Nationalliberalen, Freisinnigen unb Sozi ff- seien durchaus unbegründet. Nur an persö«.' bemofraten angenommen. Der Antrag Hobrecht I «x., ist bamit erebigt. Hieraus wurde bie Weiterbera- ^7„?„„Elusgaben seien Abstriche vorgenommen tuna auf Sonnabend 11 Ubr vertagt. I , ®^e9e.n dat die dRarinevernniltung
I tatsächlich noch etne Million Mark mehr zur ——.. —----- - ......- I Verfügung als im Vorjahre.