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Ein neuer Riesenskanda! in Frankreich.

Si« Verhaftung des Liquidators der einzu- ziehenden Kirchengüter, Duez, wegen Unterschlag- «nd mehrerer Millionen, über die wir kurz berichte­ten, wllchft sich zu einer Art neuen Panama-Skan­dal in Frankreich aus. Wieder einmÄ ein Zeichen, bah die Republik nicht alle Gebreche« hellt, wie unsere Demokraten wollen. Wett über 10 Millio­nen sollen bereits an Unterschlagung nachgewiefen sein, di« Duez an der Börse verspekulierte. Duez gebrachte folgenden Trick: Da die Kongregation«- gesetze die Bestimmung enthalten, daß di« Schen­kungen, die von wohltätigen Persone« Wgunste« von Klöstern und Kirchen gemacht werden, «ach der Liquidation der Kirchengüter von den Sttfter« Wieder zurück verlangt werd«« könne«, so begab sich Duez mit seinen Kumpanen auf die Suche nach willfährigen Leuten, die fich dazu berett erklärten, alswohltätige Stifter" für Kirchenvermöge«, die ihr Geld zurück haben wollten, aufzutreten. Der Raub wurde dann selbstverständlich geteilt Oder aber Duez schob sogar fingierte Persone« vor und steckte den Profit allein in die Tasche. Die Rationalisten in Frankreich ahnten sett langer Zett, daß bei dem Verkauf der Kirchengüter die Liqut- daiore« das meiste Geld in ihre Tasche steckte«. Sie sahen nämlich, daß auS der Liquidation der Kirchengüter infolge des Trennungsgesetzes nicht nur der prophezeite Milliardensegen ausgrbltebe« ist, sondern kaum die Koste« der Flüssigmachung gedeckt werden konnten. Sie stellten daher End« 1907 den Antrag, daß die Liquidawre« der Kir­ch eugüter als Verwalter öffentlicher Gelder auch einer Kontrolle ihrer Kasfengebahrung zu unter- werfen feien. Dieses Verlangen wurde zwar ab­gelehnt, allein der Senator Probest ruhte nicht, soitdern setzte schließlich drrrch, daß ein« Untersuch- ungskommission gewählt wurde, der er als Mit­glied angehörte. Diese Kommission bekam bald heraus, daß die Liquidawre« unter fich ein förm­liches Konsortium zur gemeinsame« Ausbeutung der Klosterbermögen zugunsten ihrer eigene« Tasche gebildet hatte«. Du«z hatte allein die Ltqub dation von 15 der reichsten Ordensklöster zu besor­gen. Da die Liquidatorerl fich sehr sicher fühlte«, so gaben ste stch keine Mühe, ihr Verhaften zu der- decken. Die von Duez geforderten Aufklärung«« waren aber so ungenügend, daß die Untersuch- ungskommission die Absetzung des Duez und sein« Lerhaftttng fordert«. Dies Nrgt ab«r bereits ein Jahr zurück, ohne daß darüber s. Zt. ettvas in die Oeffentlichkett gelangte, denn damals schob sich eine geheimnisvolle Hand zwischen Duez und seine Ankläger. Das Seine-Tribunal entsprach näm­lich merftvürdigerweise dem Ansuchen des Du«,, ihm wegen seiner angeblichen Erkrankung einen Aufschub zur Rechnungslegung auf drei Monat« M gewühren, und dieser Auffchub wurde ihm noch dreimal verlängert. Da aber Duez fich trotzdem nicht zur Rechnungslegung entschließen konnte, so sah man stch schließlich gezwungen, zu seiner Ver­haftung zu schreiten.

ES ist natürlich, daß die Verhältniffe gegen die Regierung In schärffter Weise ausgenutzt werden, es soll sa sogar ein Minister bei den Machenschaften

Preußisches Abgeordnetenhaus.

Sitznna vom 9. März 1910.

Am Ministertisch«: Handelsminister Svdow.

Die Erweiteruna des Stadtkreises Spandau

nicht unbeteiligt sein. Die gesamte Presse beschäf- ttgt fich eifrig mit der Verhaftm^ des Liquidators Duez. Die konservattve« und nationalistisch n Blätter nehmen den Vorfall zum Anlaß, um an der anttllerikale« Polttll der radikalen Regierun­gen der letzten zehn Jahre schärffte Kritik zu üben, und erinnern daran, daß Waldeck-Rousseau, um die Auflösung der Kongregationen zu rechtfertigen, dem französischen Volke versprochen habe, mtt den Milliarden der Klöster sollten Arbeiterpensions­kaffen und andere gemeinnützige Werke geschaffen werden. Ministerpräsident Briand erklärte einem ®H torbeiter desJournal": Als Justizminist:r habe ich im vorigen Jahre die Staatsanwaltschaft auf die Handlungsweise des Duez aufmerksam ge­macht. Als Ministerpräsident hab« ich der Gerech ttgkeit freien Lauf gelassen. Mancher wird sich über das Vorkommnis freuen; mag sein, aber das Land wird seh««, daß wir gleiche Gerechtigkeit für alle wollen.

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niedrigsten Arbeiten zumutet. Gestern hat ste für da» Mittageffe« in der Volksküche Kar­toffeln geschält, vorgestern den Hof gekehrt . . . foweit habe« Sie die fung« Dame gebracht."

Wein Herr, mein« Tochter kann tun und lassen, was ste will! Ei« haben sich gar nicht darum zu bekümmern . . .

-So bekümmern Eie fich gefälligst selbst dar. um? Für einen Apostel wie Eie muß ee sa ein erhebender Anblick sei« . . . Fräulein Tourcier in der Dienstbarkeit! lleberzeugen Eie stch doch, ob ste etwa nut einen achtstündigen Arbeitstag hat? Eeben Eie fich di« Sacke an! Eie ist minder sehenswert, als ein Streif, und auch nicht minder lebensgefährlich, überzeuge« Sie fich doch davon!"

-Mein Herr," brüllte Tourcier,wie können Sie fich solche Frechheit unterstehen ... mir gegenüber . . ."

*3$ habe Ihnen nut angedeutet, was ich von Ihrer Handln ngmoeffe denke!"

"Wenn Ihre Geschichten auch nur zur Hälfte wahr find," stammelte Tourcier vor Wut schäu- mend,so werde ich diese PfaffenhShle schließe«

z*®1 ka^te, nur sachte es ist ein ge­meinnützige, Werk? Zwölfhundert Arm« wer- de« lag für Tag gespeist."

-3<t) werde den Minister zur Rede stellen!"

Sie wissen sehr wohl, daß Sie nicht, au» richten! Ma« würde fich übe. Sie lustig macken!"

Tourcier ward bleich; ihm schwante, daß Heinrich recht habe« könnte.

Marburg

Freitag, 11. März 1910

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Deutsches Reich.

D«r Kaiser auf Helgoland. Helgoland, 1 März. Der Kaiser traf auf derDeutschland" gegen 4 Uhr vor Helgoland ein und landete an der Eemeindebrücke. Nach Besichtigung der Hafenanlagen und Bortrag über di« Schutz­bauten erfolgte di« Auffahrt durch den Tunnel und ein Rundgang auf dem Oberlande bis zur Kommandantur, wo der Kaiser von bet Fra« des Kommandanten Schröder begrüßt wurde. Der Kaiser verweilte hier längere Zeit unb unterhielt sich eingehend mit den Bertretern bet Behörden und dem Schriftsteller Geheimrat Rudolf Lindau. Die Abfahrt von der Gemeinde- brücke erfolgte um 8 Uhr. Der Kaiser macht« der Gemeinde di« Docckersch« Baracke für Kran- keuzwecke zum Geschenk.

Bevorstehende Zusammenkunft Kaiser Wil­helms und König Eduards? Der König von Eng­land hat, wie die WienerAllg. Ztg." erfährt, an den deuffchen Kaiser vor mehreren Wochen ein in der herzlichsten Form verfaßtes Schreiben gerich­tet, das die Svmpathie, die der Kömg für seine« kaiserftchen Reffen hegt, zum Ausdruck brachte.

Politische Umschau.

Au» dem «lsSsfifchen Landesausschuß.

Straßburg, 8. März. Zn bet heutigen Sitzung des Landesausschusses von Elsaß. Lothringen erklärte Unterstaatssekrelär, Ex­zellenz Petri, die von dem Abgeordneten Dr. Pfleger erhobene Beschuldigung, die Kolmarer Strafkammer habe im Pro,eß Eneiffe-Wetterlä ein befangenes Urteil gefällt, daß die Richter schon fertig in die Sitzung gebracht hätten, für eine grundlose Verdächtigung, da, habe die vom Disziplinargerichtshof« durch zahlreich« Stirnen* aussagen unterstützte Untersuchung «rMtsen. Selbst der als Zeug« vernommen« Dr. Pfleger habe die von ihm unter dem Schutze der Imu- nität aufgebrachte Behauptung nicht aufrecht erhalten, et hab« sogar rethorilche Ueberfchrei* tungen zugegeben. Der Abg. Dr. Pfleger be­hauptet freilich, er kMn« nur feine Vorwürfe gegen den Landesgerichtspräsidenten Kieffer auf Grund persönlicher Anschauunq aufrechterhalten, da, andere sei ihm von Gewährsleuten zugetra- gen worden. Et verlangte dann die Verlesung

Tat vollbracht zu haben, aber Sie haben fich in Ihrer eigenen Schlinge gefangen. Um mir Ihre locktet nicht zu geben, haben Sie Ihr einzige» Kind der Kirche in die Arme gesagt! Ueberzeugen Sie fich, was aus ihr geworden

Da, werd' ich, darauf können Sie fich ver­lassen?" brummte Gilberte» Vater, bi« geballte Faust schüttelnd.

Heinrich hatte nur auf diese Zusicherung ge­wartet. um bi« Unterredung sofort abzubrechen.

Leben Sie wohl, Herr Tourcier," sagt« et mit einem strengen Blick de» Vorwurfs.Es wird Sie schwer gereuen, mich nicht richtig ge­würdigt zu haben."

Ohne ein weiteres Wort hinzuzufügen, ging er. Tourcier blickte ihm gedankenvoll nach, bann kehrte et in den Sitzungssaal zurück.

Seine Mahlzeit mundete ihm an diesem Abend gar nicht. Später zog er sich in sein Zimmer zurück unb versuchte die Gedanken, bi« Heinrich Iteforiet geäußert unb in ihm ange­regt hatte, ruhig zu Überblicken. Gleich zuerst stieg ein große, Unbehagen in ihm auf. War es denn richtig, daß er fünfzig Jahre alt gewor­den wat, ohne mehr als die Aeußerlichkeite« bet menschlichen Komödie wahrgenommen zu haben, daß er immer nur vor dem Vorhang ge­sessen und sich niemals Überzeugt hatte, durch wieviel Drähte unb Federn die Puppen da oben bewegt werden? War es denn wahr, daß et mit verbundene« Augen umhertappte, daß di« Ereignisse Ball mit ihm spielten, daß et den Leuten die fi« zu nutze« wußten, nur al, Spiel- «m bteete? fit fiel di« tfleäft atnuntM

wird in dritter Lesung ohne Debatte angenommen. Die Beratung des Handelsgesetzes wird hierauf fortgesetzt. Dem Wunsche des Abg. Schröder. Cassel lnatlib.) nach Erhöhung des Zuschusses für die Zentralstelle für Bolkswohlfahrt pflichtete« Frhr. v. Zedlitz (freikons.) und Pieper (Ztr.s bei. Handelsminister Gudow: Ich erkenne die Ver­pflichtung des Staates, die Wohlfahrtsbestrebun­gen bezüglich der Wohmingsfürsorge und der Jugendfürsorge zu unterstützen, an. Abg. Fatz- bcnber (Ztt.l regt an, die Zentralstelle für Volks- wohlfabrt möge auch die Älkoholfrage behandeln. Abg. Müller Sagan (sortschr. Vp.) warnt vor einer Ueberspannung der Anttalkoholbewegung. Abg. Meuer Bielefeld lkons.s: Die Förderung und Prak- ttsche Ausbildung der Handwerkerlehrlinge ist eine der wesentlichsten Aufgaben der Handwerkerkam­mern. Abg. Heisig (Ztr.) warnt vor Uebertrei- lmngen bei der Förderungen von Leibesübungen. Volks und Jngendspielen. Direftor im Handels­ministerium Dr. Neuhaus: Die Teilnahme an den großen Meisterkursen ist bereits vielfach abgeslaut. Deshalb wurde der Versuch mit der Einrichtung von Wanderknrsen von kurzer Dauer gemacht. Abg. Malkcwitz lkons.s: Mr bringen der Gewerbeförde- nmg durch Meisterkurse und Wanderkurse wärm­stes Interesse entgegen. Hierauf wird bet Han­delsetat bewilligt.

Bei dem Etat der Bauverwaltung tritt Abg. Lotz (frcifonf) für die Förderung der Küfteufchiff- fahrt ein. Abg. Schreiner (Ztr.s empfiehlt die Molelkanolistenma Aba. Röckling (natfib.): Im vorigen Jahre erflärte die Regierung ausdrücklich, daß sie der Resolutton, in der die Kanalisierung der Saar und Mosel verlangt wurde, wohlwollend gegenüberstehe. Wir erwarten, daß diese Frage mtt wirffchaftlicher Großzügigkeit ohne fiskalische Engherzigkeit erledigt werde. Abg. Maltzahn lkons.f empfahl die sorgfältige Prüfung der Kana- lisierungsfraae und erflärte. daß seine Partei die abwartende Stellung des Ministers in ieder Be ziehung billige. Abg. Hirsch-Essen (natfib.): Es ist gar keine Frage, daß dnrck die Kanalisterung der Mosel das rheinisch-westfälische Industriege­biet stark in Mitleidenschaft gezogen wird. Jeden falls muß geprüft werden, ob es zulässsg sei daß Industriegebiete, welcke jetzt in blühendem Zu­stande sind, durch wirtschaftlich so weitgehend« Masmabmen erschüttert werden dürfen. Aba. Eahensln (Ztr.) befürwortete die Kanalisierung der Lahn Es folgen wersönfiche Auseinandarsetz­ungen zwischen Röckling (natfib.) und Pappen­heim (kons). Nächste Sitzung Frettag 11 Uhr: Wahlrcchtsvorlage.

Aus den Parlamenten.

Deutscher Reichstag.

Sitzung vom 9. März 1910.

Zur Beratung steht der Etat für Kiarttschau und das ostasiattsche Marinedepartement. Abg. Erzberger (Ztr.): Erfreulich ist, daß die Marine­verwaltung für 1909 eine erhebliche Ersparnis von etwa einer Million erzielt hat. Wir wünschen für Kiautschau die Selbstverwaltung. Das Per­sonal dort ist viel zu reichftck. Staatssekretär von Tirtzitz: Unsere Stellung in Kiautschau hat es uns ermöglicht, in die chinesischen Ersenbalmgeschäfte htnein,«kommen und bei dem starken Bedarf Chinas können wir wohl auf einen weiteren star­ken Absatz rechnen. Abg. Dr. Paasch« (natfib.) Die Kolonie, die als Flottenstützpunft gedacht war, ist «in htlhtrettet Stützpunkt geworden. Notwendig ist der Ausbau des Kolonialrechtes. NoSke (Soz i: Die Erwartung, die man auf Kiautschau gesetzt bat. hat sich nicht erfüllt. Es haben uns alle un­sere Kolonien eigentlich nur viel Geld gekostet. Wir verweigern di« Bewilligung der Mittel für diese kostspteNg« Besitzung in Ostasten. Damit schließt die Generaldebatte. Der Etat wird mit den von der Budgetkommission beantragten Resoluttonen angenommen und ebenso das dazu gehörige Etats­gesetz.

Es folgt die zweite Lesung des Postetats. Abg. Kämpf sforffchr. Vp): Wir bedauern die Abschaf­fung des Ankunftsstempels, weil dadurch fegficke Kontrolle über die Richttakeit der Bestellung un- möaftch gemacht wird. Das Postfckeckwesen muß namentfich für den internattonalen Verkehr auSge- baut werden. Zu begrüßen wär« die Wiederein­führung des Ortsportos. Abg. Lattmam» (wirt­schaft!. Vgg): Die Resoutton auf Schaffting eines Postbeirats als Vertreter von Handel. Industrie, Landwirttckaft und Handwerk begrüßen wir mit Freuden. Das Aufsichtspersonal im Poftbetrieb ist viel zu groß. Staatssekretär Krätk«: Der Verwal- ttlng ist daran gelegen, bewährte Leute solange als mögfich zu haften, wovon aber sollen wir die Ar­beiter unterhalten, wenn wir keine Mittel m hr haben. Ob wir verdienten Arbeitern, die später in Unterbeamtenstellen eintreten die Arbeitszeit an rechnen, geht auch andere Verwalttmaen an. Wir werden aber die Frage prüfen. Den AnknnstS- stempel haben wir abaesckafft, nm die Abs-rttaung zu beschleunigen. Eine bessere Paketbesörderung zwiscken Nord- «nd Süddeutschland erwies fich als durchführbar.

(Nachdruck verboten.)

Die Tochter des Abgeordneten, -

Von Georges Ohne«.

(Wortfetome.)

3fr bas alles, was Sir mir sag«, wollten? Ich kann mir nicht denken, daß nur bi« Absicht, mit bi« Leviten zu lesen. Sie hierhergeführl hat . . . was für Vorschlag« wolle« Sie mir mach««?"

3<be« Nerv in Heinrichs Körper zuckte. (Es war ihm zu Mut, wie es dem Feldherrn fein ^ag. der mitten im Schlachtgewühl, nachdem et bie Hoffnung fast aufgegeben hat, im Zentrum des Gegners eine Bresche entdeckt durch die et «i «bringen, durch bie er de« Sieg erringe* rann.

Vorschläge? Ich, Ihnen?" versetzt« er mit »altem Ton von oben herab.Sie täuschen fich in mir Herr Tourcier. Mein Vater hat Ihne« Vorschläge gemacht, bie Ste auf, roheste, unge­hobeltste verwarfen. Da, genügt . . . halte« wir uns daran."

n^fcer Sie sagten doch vorhin. Sie würde« *l<ht von der Stelle gehen, ohne mich eines Seffern belehrt zu haben."

Das war ein Irrtum. Ich werfe bie Flinte »ns Korn: bte Nacht Ihres Fanatirmm, zu er­hellen. wird keinem Elektriker gelingen. Wo sicht, ist, hat der Kaiser da. Recht verloren?"

Aber weshalb kamen Sie denn, um mich hier aufzustöbem?" rief Tourcier außer fich.

um Ihnen mitzuteilen, daß Ihre lafr her in dem Hau, der Barmherzigkeit vofi Neuilly erbärmlich dran ist. ba£ man ihr bi«

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain U und den Beilagen: »Illach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) undLandwirtschaftliche Beilage."

DieObertzestlfche Zeitung- erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt viertel­jährlich durch die Post bezogen 2 86 * * föhne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expeditton (Marft 21), 2JU

der Zeugenaussagen des Landesgerichtspräfiden» ten Kieffer unb des Oberlandesgerichtsrate, Croissant, aus denen fich für den erstere« eine Abneigung gegen bas Treiben Wetterlä, er­gebe, daß dieser Abgeordnete unb mit ihm ein großer Teil des Hause, als eine Stimmungs­mache hn Prozeß angesehen haben wollten, dem allerdings der ÜnterstaatsfekretSr auf, schärfst« widersprach.

Ci«« erregt« Szene in bet 3weiten sächsischen Kammer.

Dresden. 9. März. In der Sitzung der Zweiten Kammer kam es bei der Beratung der Petition eines aus dem Staats­dienst entlassenen Werkstättenarbeiters auf Wiedereinstellung zu einem erregten Zwischen­fall. Staatsministet Dr. Rueger wandte fich gegen die Petition und erklärt« u. a., daß et eine Koalition der Eisenbahnarbeiter nicht zu- lassen könne. Durch widerholte Zwischenruf« aus dem Hause unterbrochen, fuhr bet Minister fort: Ich bitte mir derartige Ungezogenheiten zu ersparen. Hierauf erhob fich auf der linke« Seite des Hauses ein tosender Sturm der Ent- rüstung. Rufe wieUnverschämtheit?" und Was bilden Sie sich «in! wurden laut. Als der Minister seine Ausführungen beendet hatte, erklärte der Präsident, et besitze leider feint Handhabe, um gegen Steuerungen eines Regie» rungsverireters. wie fie soeben gefallen seien, vorzugehen. Er bedauere die Aeußerungen zwar, müsse aber die Würde des Hauses wahren, und könne den Abgeordneten solche Zwischenruf«, wie fie soeben laut wurden, nicht gestatte«. Daraufhin erhob sich auf der linken Seite erneu­ter Corrn, der sich in erregten Rufen laut matbte: Das lassen wir uns nicht gefallen, mag der Minister auch die Würde des Hauses wah­ren? Der sozialdemokratische Abgeordnete Fleißner erhielt einen Ordnungsruf; nut lang, sam leate sich di« Erregung hn Hause. Die Peti­tion ließ das Haus schließlich nach tägerer De­batte zum Teil auf sich beruhen, zum Teil wurde sie für unzulässig erklärte. Die Sitzung wurde sodann geschlossen.

Jahre im Geist an sich vorüberziehen und mußte zu seiner Uebertaschung manche Entschlüsse fetzt ganz ander, beurteilen als in der Stunde, da er fie gefaßt hatte. War denn nicht nur für Taten, sondern auch für Gedanken der Einfluß der Zweckmäßigkeit unbestreitbar? Er hatte fich immer soviel daraus zu gut getan, unwandelbar zu fein und unerschütterlich an Grund­sätzen festzuhalten, er hatte fich Vorlieb« einenEisenkopf" genannt Jetzt kam er auf den Gedanken, ob denn das spröde, schwere, uiu biegsame Metall nicht am Ende ein geistloser Stoff sei? Auch alle andern, die et als Eisen­köpfe gekannt, denen e, nie an Trotz, aber a« Jeher Geschmeidigkeit gefehlt hatte, waren unterwegs zurückgeblieben, standen am alten Fleck wie Meilenzeiger, woran fich die von be« Siegreichen zurückgelegte Entfernung berechne« ließ. Diesenige« aber, welche Anpassungsver­mögen, Schmiegsamkeit, Nachgiebigkeit gezeigt hatten, waren von angekommen und ließen sich', auf erreichter Höh« wohl sein. Sei« Stal» bäumte fich wichet auf und et brummte vor stch hin:Eharakterlose Streber!" aber sofort flüsterte ihm eine andre Stimm« ins Ohr: Wer weiß, ob nicht bte ander« bte Einfalt»» pinsel find?"

An diesem Punkt angelangt, verlor er bte Richtung: bas Latemchen erlosch: et konnte nicht tiefer in sein Bewußtsein hineinleuchte». Alle die aufgeworfenen Frage« krystalltfierte» stch schließlich zu der einzigen:fette ich recht, anfechtbare» Grundsätzen gufiebe bte Tochter z» opfern ?*

^Fortsetzxng folgt.)

Di« Jnsertionsgebühr beträgt für die Tgefpattene Zeile

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