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WchM ZeiluH

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen: »Aach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und »Landwirtschaftliche Beilage."

45. Jahrg.

beschlossene Sache war und möchten

solche Reise

Herr," rief Courtter.bet Mann, Eie so leichtfertig reden, ist mein

chen und zugleich den Sinn für Gesetz nung nach Möglichkeit zu untergraben, einsgesetz, das das Versammlungsrecht ler Weise geordnet hat, enthält über Versammlungen unter stetem Himmel

und Ord- Das Ver­tu libera- vffentltche und Auf-

London, 7. schreibt zu

blendet gewesen, der Ihnen auch in allen übri­gen Stücken Türen uttb Tore versperrt, so wäre ich heute Ihr Schwiegersohn, und Eie müssten nicht dastehen und Schurken über sich empor-

Berlin, 7. März. Der Polizeipräsident sprach den Offizieren, Wachtmeistern und Schutz­männern der Schutzmannschaften von Berlin und den Vororten seine Anerkennung für ihre gestrigen Verhalten aus und besucht« die verletzten Schutz- lmte im Krankenhaus« bezw. in ihren Wohnungen und belobt« sst.

Auch in manchen anderen Städten außer Ber­lin hat man versucht Demonstrafionen zu veran­stalten. In Solingen kam es zu schweren Zu­sammenstößen mit der Polizei, bet denen einige Demonstranten verletzt wurden. In Remscheid mußte und zwar mit Erfolg eine Feuer- spritze zu Hilfe genommen werden. In Bochum wurden 50 Genossen verhaftet.

Daß die »Demonstrationen" von der radikalen Press« als das Non plus ultra der politischen Be­tätigung des .Volkes" gefeiert werden, ist fiar. Blätter wie ,Frkf. Ztg." und ,B. T." geraten fast in Entzücken und sind natürlich sehr böse, daß dem Unfug von Seiten der Polizei gesteuert wird. Das ist die Freiheit die ste meinen. Mit Gesetz und gleichem Recht das doch auch der ruhige Teil des wirfiichen Volkes für sich in Anspruch neh­men kann, hat das fteilich wenig zu tun. Wir glau­ben, daß man sich mit den Umzügen und Demo»- strattonen schon fast zu viel in der rechtsstehenden Presse beschäfttgt. Man soll die Herren ruhig .de­monstrieren" lassen und nicht Reklame für sie machen, dann werden di« Genossen und ihre un­ruhigen rosaroten Brüder di« Sach« bald auf- stecken, dann haben ste eben ihren Zweck verfehlt. Hier in Marburg dürste noch folgende Meldung der ,D. Tgsztg." interessieren: .Gegen den De- mokraten H. von Gerlach ist von der Staatsan» wattschast «in Verfahren wegen Aufforderung zum Widerstand gegen di« Staatsgewalt und zum Un­gehorsam gegu die Gesetz« eingeleitrt worden."

wahrscheinlich bezeichnen, dass eine unternommen wird.

Deutschland und England.

Politische Umschau.

Fränkischer und deutscher Bauernbund.

Kürzlich ging durch die Blätter die Nachricht, der Fränttsche Bauernbund hab« sich dem neuen liberalen Deutschen Bauernbund angeschlossen. Jetzt wird nun immer klarer, daß es sich nut um «in Manövrt deS Redakteurs der .Renen Bayer. Ldsztg." in Würzburg, eines Herrn Memrninger,

Derheutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 19.

Wahlrechtsdemonstrationen.

Zu den Berliner Demonstrationen wird noch gemeldet:

Berlin, 7. März. Die .Norddeutsche Allge» > meine Zeitung" schreibt: .Di« gestrigen Kundge­bungen im Tiergarten haben gezeigt, waS die So­zialdemokraten unter einem Wahlrechtsspaziergang versteht. Die Demonstratton hat sich fast ungestört entwickeln können und bittet somit ein ganz unver- fälchtes Bild bet Absichten ihrer Urheber. Da ist denn aufs neue zu beobachten, daß den sozial- demokratischen Führern die Wahlrechtsfrage nichts weiter als ein Mittel bedeutet, die Massen in Be­wegung zu halten, ihnen die Leistungsfähigkeit bet sozialdemokratischen Organisationen klar zu ma-

Marburg

Mittwoch, 9. MSiz 1910

dem bet

ist."

Mein über den

Im Abgeordnetenhause

stand die Vorlage bett. Aufiösuna des Landkteises Franksiirl a. M und Erweiterung des Stadtkreises Frankfurt a. M. am Montag zur zweiten Bera­tung. Aba. v. Kardotfi isreikons.) wandte sich ge­gen die Vorlage. Gebeimerat Dr. Drewes wieS auf die Zweckmäßiakeit der Eingemeindung hin, durck die allein die Ausführuna notwendiger wirt- schastlicher Maßnahmen für die Gemeinden ermög­licht würde. Für die Vorlage traten di« Abg. Funck isortschr. Vv.) und v. Bülow (natlib.) ein. Aba. v. Pappenheim (kons.) erklärte, daß ein Teil seiner politischen Freunde geaen den Gesetzent­wurf stimmen würde, weil zunächst der Provirnial- landtag aebört werden müsse. Auch er der Red­ner erkenne diese Forderung an, werde aber dennoch der Vorlage zustimmen, da er ein öffent­liches Interesse für die gevlante Eingemeindung als vorliegend erachte. Nachdem Abg. Kirsch (.Rtr.) noch erklärt hatte, daß ein großer Teil seiner Par- teisteunde für die Vorlaae stimmen würde, wurde sie angenommen. Siermif wurde noch eine große Anmbl Einaemeindunasstaaen durch debattelose Annahme erledigt. Aba Dr. Schröder (Cassel, natlib) forderte bei der folgenden Weiterbetcttuna des Handelsetats größere Berücksschttgung deS Handwerks bei Veraebuna fiskalischer Arbeiten und Lieferungen. Abg. Rahardt (freikonss bat um mildere Handhabung der Bäckereiverordnung. Minister Svdow erklärte bezüglich der Vergebung von fiskalischen Arbetten. nur eine vermittelnde Tätigkeit auSüben zu können, die aber nachweis­lich schon von Erfolg begleitet gewesen sei. Die Beteiligung der Gefänanisverwaltungen bei kfientlichen Submissionen halte er für durchaus unzulässig. Bei der Dnrchfübnmq der Bäckerei- Verordnung werde mtt der größten Nachsicht vor» aegangen, doch könne ste nicht lediglich auf Neu­bauten beschränkt werden. An die Einführung deS zweiten Teiles des Gesetzes zur Sicherung der Bmrforderunaen bfirfe man erst denken, wenn Er- sabnmgen über die Wirkung des ersten Teiles vor» liegen Das Bauen würde durch die Bestimmungen deS zweiten Teiles fedenfallS lebt erschwert wer­den. Abg Korfantv tPole) behauptete, daß dt« Polenpolittk eine Boykottierung her deutschen Wa­ren in Russisch Polen verursacht habe. DaS HauS vertagte sich hierauf auf DienStaa vormittag 11 Uhr Stadtkreiserweite rimgen. Handelsetat

züge auf öfienlltchen Straßen und Plätzen eine klar« unzweideutige Bestimmung: st« bedürfen btt Genehmigung der Polizeibehörde. Daraus ergibt sich, daß di« gestrigen, ohne Genehmigung bet Polizeibehörbe arrangierten Auszüge ungesetzlich find. Ob man biese Auszüge WahlrechtSspazier- gang »bet Landpartien nennen will, ist völlig gleichgülttg, der Name tut nichts zur Sache, ihren 'wahren Charakter erhielten st« durch Vorkomm­nisse, die sich aus den Berichten ersehen lassen. Ein Spaziergang von geschlossenen Massen wobei bi« Arbettennatseillaise gesungen, tot« Fahnrn ge­schwungen, Hochrufe auf di« Sozialdemokratie ausgebtacht werden und sich Redner vernehmen lasse«, ist ohne Genehmigung ein« ungesetzliche Kundgebung. Wenn di« gestrtg«n Kundgebungen wieder einige Opfer gefordert haben, f» fällt bU Verantwortung bofflt auf bte Leiter der Demon­strationen, die mit den Führern der sozialdemo- kratischen Partei identisch sind. Daß e4 sich nickst sm lokale Kundgebungen handelt, sondern daß man eS mit einer planmäßigen sozialdemokrati­schen Agitation Über da» ganze Reich hin zu tun hat, lehren bte vorliegenden Nachrichten. Wenn wir e» aber bei diesen Vorgängen mtt einer Auf- lehnung gegen bas Gesetz zu tun haben, ist es ganz und gar unverantwortlich, wenn Blättcer, bie zu den bürgerlichen Parteien zählen, bi« Demonstra­tion«« alS einen Sieg über die Polizei verherr­liche«. Der Abg. Konrad Haußmann sagt« bet dem gestrigen Festmahl der neuen Fortschrittlichen Linkspartei, bet Freisinn steh« aus dem Staute punkt, daß man gesetzlich« Zuftänd« nur mtt g«s«tz- lichen Mitteln erobern könne; höchst« Freihrtt sei höchst« Ordnung, und höchst« Ordnung s«i höchst« Freihrtt. Was gestern geschehen ist, war die orgo- nisten« Verhöhnung deS Gesetzes. Sympathien, die Blätter deS Berliner Freisinns für diese De- monstrationen zeigen, sind sicher nicht von dem Geiste eingegeben, der au» den Haußmannschen Worten spricht.

herumging. Stumm saß et seinem Widersacher gegenüber und fragte sich, welch übernatürliche Hellseherei dem fungen Mann solch tiefen Ein­blick in die wirkliche Lage der Dinge verschaffe. Er vergaß darüber Gilberte, seinen Groll, seine Vorurteile, er empfand nur die Ueberleqenheit bee anderen, die Herrschaft, die er früher schon über ihn ausgeübt hatte, ja, et vergaß sich so. gar so weit, zu sagen:Mein lieber Freund, bas ist ja mein Stolz, mich nie gewandelt zs haben..."

Mit einemmal aber kehrte ihm das Bewußt­sein zurück, daß der Sohn seines Todfeindes, bet Verführer feiner Tochter vor ihm fitze; seine Hände krampften stch zusammen, und et rief, den langen Batt schüttelnd:Ich möchte üb- ttgens wissen, was Sie das anqeht?"

Was mich das anqeht?" wiederholt« Heinrich mit zorniger Bestimmtheit.Sollten Sie etwa Witze machen wollen? Mein ganzes Leben und Schicksal ist durch Ihre Verblendung beeinflußt, und Sie wollen mir das Recht do» streiten. Ihnen die Binde von den Augen z» reißen? Herr Courtter, ich weiche nicht mm der Stelle, eh« ich Sie von diesem Recht über­zeugt habe? Einer von uns beiden streitet mit kindifchenGründen und dieser eine bin nicht Wfc daraus geb' ich Ihnen mein Worts"

Mein Herr . . ." stammelte Courtte^ nichts berechtigt Eie, sich derartig Freiheit« gegen mich herauszunehmen . . ."

(Fortsetzung folflt)

handelte. Die am 6. März in Würzburg versam­melten Obmänner des Bundes erllärten die Art Memmingers, de« Bund zum deuffchen Bauern­bund hinüb« führen zu wollen, für eine frivole Uebetrumpelung. Herr Memrninger selbst will jetzt nichts mehr davon wissen, daß et den Bayeri­schen Bauernbund-in Franken bertrete, sondern er wahrt in einer Erklärung an beit Vorsitzenden de» fränkischen Bauernbundes den Bundesmitgliedet« nut das Recht, daS et bereits für sich in Anspruch genommen habe, jedetzett auS dem Bunde auStte- ten zu können. *

rüchte so weit verdichtet, daß schon von Vorbe­reitungen zum Empfang des Monarchen auf bet Insel berichtet wurde. Wit möchten deshalb daran erinnern, daß eine Fahri des Kaisers nach dem Mittelmeer für dieses Iaht niemals beschlossene Sache wat und möchten es als un-

klettetn lassen, Schurken, wie diesen Jacquinot, Untersuchungsrichter auf den Fersen

Freund . . ."

Ein Mann, der kein reines Brusttuch hat, kann nicht Ihr Freund sein," erklärte Heinrich kurz und bündig.Ich wundere midi. daß Sie noch an ein solches Hirngespinst glauben, wie polittsche Kameradschaft. Wissen Cie denn nicht, daß es in der Polittk keine Freundschaft, nut Wettbewerb gibt? Haben Sie denn in der ganzen Zeit, wo Sie diese sogenannten Freunde ihre Mätzchen machen sehen, nicht beobachtet, wie sie nach und nach von der Stelle rücken? Vom reinen Sozialismus haben sie fich zum un­versöhnlichen Radikalismus herübergrichlängelt, dann haben sie in den regierungsfähigen Radi­kalismus eingelentt, und schließlich find an Ministerposten gehinbet. Sie allein haben fich nilbt von der Stelle gerührt, und das verzeiht Ihnen keiner. Ihre Unbeweglichkeit hat für bie Wetterfahnen etwas Vorwurfsvolles an diesem unverrückbaren Punft lassen stch die Schwenkungen der anderen nachweisen, und des. halb erreichten Cie rein gar nichts 1"

Courtter hött« mit Verblüffung, daß ihm ein anderer mit drei Worten klar machte, was ihm fett sechs Monaten verworren tat Kopf

Aus den Parlamenten.

AuS dem Reichstag.

Di« Beratung des Mattnettats wurde gestern zuerst durch eine Debatte Über die Gottbardbabn unierbrochen, da das Haus den Vettrag geneh­migen sollte, den das Reich am 13. Oktober 1909 mtt Italien und der Schwttz in Bern geschlossen hatte. In der Schweiz fühle man sich deswegen an einzelnen Stellen übervorteilt. Demgegenüber führten unsere Regierungsvettretet ttn Hanse ans. daß man sich einzig einige Votteile für den deut­schen Verkehr nach Italien hab« sichern wollen. Di« Vorlage fand auf keiner Sette Widerspruch, so daß ste in erster und zweiter Lesung angenommen werden konnte. Dann konnte der Marineetat weiterberatc« werden, wozu ein konservativer An- trag vorlag. die in der Kommission gestrichenen Meß- und Taselaelder wieder einzuftellen. was na­türlich den Widerspruch deS Herrn Dove von der neuen sottschttttlichen volkspatttt erregte. Sonst kann Staatssekretär v. Tirpitz mtt dem heutigen Verlauf der Debatte zuktteden sein. Der Staats- sekretär führte auS, daß er sich immer bemüht habe, tüchtige Köpf« ohne Rücksicht auf (gramen nach obenzu bringen. Die Rüftenberteibtauna werde nicht bernachläfsiat. wenn auch die Erhaltung deS Friedens der Hauptiweck der Flotte ist. Redner begrüßt bann den konservativen Antrag, ba die Marineoffiziere auch repräsentteren müßten, wenn sie tm Ausland« von Deutchen ausgesucht würden. Abg. Bassermann (natlib.) führte aus. daß wir nicht geaen England rüsten, zu dem wir vielmehr gute Beziehungen wünschten, aber nicht auf Kosten

uns." entgegnete der Abgeordnete schroff und mürrffch.

Ich bin nicht in der Lage, in Zttt uttb Ort wählerisch zu fein," versetzte Heinrich trocken, Cie werden mir also Gehör schenken, voraus­gesetzt, daß Cie diese Unterredung nicht fürch­ten . . ."

Ich!" rief Courtter. .Zch müßte es erst lernen, einem Gegner auszuweichen . . . um» vollends Ihnen!"

Sehr angenehm," sagte Httnttch, über den Erfolg sttnes Schachzugs frohlockend.Hören Sie mich also in!

St« zogen fich in eitle bet tiefen Fenster» nifchen zurück, uttb Courtter begann den Ge­liebten seiner Tochter mit höhnffcher Miene vom Kopf bis zu bett Füßen zu mustern.

Es hat fich vieles verändert, fttt wir uns hier zum erstenmal gesprochen haben, Herr Gervais." marf der Abgeordnete hin.

Meine Schuld ist es nicht, daß nicht noch viel wtttgehendere Veränderungen eingetreten find. Herr Courtter."

Etwas verdutzt von diesem Auftreten, faßt« Courtter den jungen Mann noch schärfer Ins Auge. Di« Zornesröt« stteg ihm in die Ettrne, und er preßte die Lippen aufeinander.

$ßas wollen Sie damit sagen?" fragt» er bann.Ich verstehe nicht recht. .

Ach. Sie verstehen mich vollkommen, Herr Courtter," erwidett« der junge Mann mit noch größerer Bestimmtheit,wenn Ei« wünschen, werde ich mich aber noch deutlicher ausfprechen. Wären Sie nicht von einem Fanatismus ver­

Die JnsertiouSgebühr beträgt für die TgefpaLtciie Zeile oder deren Raum 15 Pfennige, für Reklamen 80 Pfennige. Druck und Verlag: Joh. Äug. Koch, UniversitätS-Buchdruckerei Jnhccker Dr. 6. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 65.

des Selbstbestimmungsrechter übet das Werk un­serer Flotte. Abg. Ledebour (Soz i meint, unsere Flottenpolitik erschwere eine Annäherung an Eng- land, wie denn überhaupt die ganze Polittk der Regierung das deuffche Ansehen im Ausland« dis­kreditiere. Staatssekretär v. Tirpitz bestreitet, daß die Marineverwaltung deuFlottenbau auch nut um ein Iota mehr beschleunigt habe, als dies im Programm vorgesehen sei. Abg. ». Gerten (Rp.) weist die Behauptung zurück, daß das Flottenpro- gramm nur von Iinaoes und Chauvinisten hätte bewilligt werden können. Mit solchen Behaup­tungen schade man nur Deutschland tm Auslande. Abg. Herzog (wittsch. Bgg.) verteidigt die Marine» verwaltunq und rühmt besonders die knappe, sach­liche Redewttse deS Reichskanzlers, durch die er stch im Lande sichet viele Freunde erworben habe. Abg. Werner wünscht, daß den Beamten das Recht, stch an Abgeordnete zu wenden, soweit eS stch um ihre persönlichen Verhältnisse handelt, nicht ge­schmälert wird.

TieOberhesiische Leitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn» und Feiertage. Der BezugSprets betragt vtertel- jährlich durch die Soft bezogen SÜ5 X (otoe BeMaelb), bet unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21), 2 X.

Deutsches Reich.

Der Kaiser i« Wilhelmshaven. Wil­helmshaven, 7. März. Der Kaiser traf gegen 12 Uhr auf dem Bahnhofe rin, wo er vom Prin­zen Heinrich von Preußen empfangen mürbe Rach bet Begrüßung fuhr bet Kaiser mit bem Prinzen Heinrich im Automobil nach dem Eterzierhaus der zweiten Matrosenbivision, wo bie Vereidigung bet Rekruten stattfindet. Rach bet Feier nahm bet Kaiser militärische Mel- bungen entgegen, worauf er tm Automobil zum Frühstück nach bem Kasino fuhr. Nach bem Früh stück begaben sich bet Kaiser mit bem Prinzen Heinrich nach der evangelischen Earnisons- kitche beten Etwettetung geplant ist, besichtigte bi« Kirche und hötte das Konzett des Kirchen­chors an. Alsdann fuhr der Kaiser zum Linien­schiffDeutschland", wo et Wohnung nahm. Der Kaiser unternahm heute nachmittag eine« Spaziergang an Land bis zu beit neuen Schleu­senanlagen. Heute Abenb fand bei bem Kaiser an Bord derDeutschland" ein Diner statt, bei welchem der Kaiser zwischen den Admiralen, Graf von Baudisfin und v. Holtzendorff untz Fürftenberg und dem Admiral von Hollmann faß. Geladen waren die hier anwesenden Ad­mirale, darunter Vizeadmiral von Pasche«, Kontteadmiral Bachmann vom Reichsmatine- amt und bie Kommandanten derDeutschland" undKönigsberg". Der Kaiser verlieh dem Admiral Grasen von Baudisfin das Großkteuz des Roten Adlerotbens mit Eichenlaub.

Die Reise des Kaisers. Berlin. 7. März. DieRordd. Allgem. Zeitung" schreibt-. In der Presse tauchen forigesetzt Angaben über bi« be­vorstehende Reise des Kaisers nach Korfu auf-E- - Gerade in den letzten Tagen haben fich die Ge-

März. DieWestminster Gazette" bet Erklärung bes deutschen Reichskanzler» tm Reichstage vom 5. März:Den Verdächtigungen rin Ende zu machen, ist ein sehr erstrebenswer­tes Ziel. Wir find überzeugt, daß Herr mm Bethmann Hollweg in dieser Hinstcht alles tu« wird, was in seiner Macht steht. Dagegen bleibt es unsere Pflicht, für den erforderlichen Grad von Sicherheit zu sorgen gegenüber dem deut­schen Flottenprogramm. Wir können uns nicht dem Traum hingeben, durch gegenseitige Ab-

® kRachdrvck verboten.)

Die Tochter des Abgeordneten.

Bon George» Ohuet.

kfiorttetzmny.)

Dieser Cazagnair« ödet einen an mtt seiner Lautzwirtschaftsfraget Was geht's denn «ns an, «b die Frucht um achtzehn Franken ober mehr verkauft wird? Die vtotpteife bleibe« doch hnrnet gleich."

Jawohl! An Händen soll's bet Landwirt» an berebten Zungen sicherlich

Uebethaupf ist mtt bi« Geschichte ba btt« bodenlos langweilig! Höchstens, wenn sie rin- ander in di« Haare kommen nnb sich beschimpfen, aWs unterhaltenb."

Es soll wieder eine neu« Unt«rsuchung im Gang fehl?"

Ja, 's ist ja von nichts anderem die Rebe ig her Sitzung. Dieses Mal «Hrbs bem Jacquinot an. den Kragen gehen!"

So? Ihm bet Reihe nach kommen all« bum."

Heinrich spitzte bie Ohren, aber es blieb ihm keine Zeit, dem Gespräch länget zu lausche«, den« eben erschien Courtter unter bet Türe. Beim Anblick des jungen Mannes macht« er Miene sofort wieder in den Saal zu tteten, aber schon stand Heinrich dicht vor ihm und sagte in befehlendem Ton:Herr Courtter, es ist dringend nötig, daß ich Sie spreche."

Stein Herr, dies ist weder die Zeit noch bet Ort zu einet. Auseinandersetzung zwischen