Einzelbild herunterladen
 

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:,Flach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) undLandwirtschaftliche Beilage."

A

N äti

Crites Blatt

tief ihn am Paletot, durch das Pferd des hinter«

Politische Umschau.

Wie ste kämpfen!I

Durch die liberale Presse gehi seil einigen Tagen die Behauptung, der Abg. v. Oldenburg- Januschau habe sich deSBauernlegens' schuldig gemacht, indem er die Einwohner der Ortschaft Zolntck ausgekaust habe, so daß ein ganzes, früher blühendes Dors vom Erdboden btr- schwanden' sei. Zu dieser Behauptung stellt die »D. Tagesztg.' authentisch folgendes fest: Herr v. Oldenburg hat vor 24 Jahren das an Janu- schau angrenzende Mttergut Zolnick (2700 Mot gen) gekauft. Es befanden sicl, dort eine Glas Hütte, dir nicht mehr im Betriebe war, und eine Anzahl von Arbeiterwohnungen, die leine In- soffen mehr hatten. Ein Bauer ist seit Menschengebenken niemals in Zol­nick gewesen. Herr to. Oldenburg hat, da er sich nicht mit Glasbläserei zu befassen beabsichtigte, den größten Teil der Baulichkeiten abbrechen laffen und das zum Ackerbau ungeeignete Areal aufgeforstet.

Mt welchen raffiniertenschofel»' Mitteln hier poltttsche Gegner verdächttgt werden, braucht bloß niedriger gehängt zu werden. Immerhin gibt es ja Leute, die solche Räubergeschichten auf guten Glauben hinnehmen. Aber selbst Herrn b. Olden bürg gegenüber, der ja auf manche Polittker auS geschickten Agitationsgründen wie ein roteS Tuch wirkt, sollte man wahr sein schon weil es das klügste ist.

Marburg

Dienstag, 8. März 1910

Ausland.

** Die Unterschleise im Arsenal von Toulon. Paris, 4. März. Aus Toulon wird berichtet, daß die Untersuchung über die im Arsenal von Toulon verübten Unregelmäßigkeiten fort­dauernd neue Betrugefälle zu Tage fördern. Der Skandal nehm« einen überaus bedauer- tif^n Umfang an. U. a. wurde gestern in der Wohnung eines Beamten eine Durchsuchung vorgenommen. Fünf weitere Verhaftungen stehen unmittelbar bevor.

männifche Verein zur Teilnahme an dieser für efc Detaillistcn wichtigen Versammlung ein.

Stadttheater. InTantris der Narr' e* kommenden Donnerstag werden außer Hrn. Hang Baumeister vom Darmstädter Hostheater Fra« Baumeister-Felsegg als Isolde und Herr Bakos als König Maske in hervorragender Weise beschäf- ttgt sein; im übrigen wirkt das gesamte Personal mit und auch die Statisterie wird von Gießen mft- gebracht. Ernst Hardt, der Dichter des Werkes, ist bekanntlich fürTantris' mit dem Volks- und dem Staatsschillerpreis gekrönt worden.

* Ein Luftballon. Gestern Nachmittag gegen 4 Uhr bemerke man über dem Stadtwald eine« großen Luftballon. Dieser machte Versuche, in der Richttmg nach Marburg zu fliegen, wurde je­doch durch die widrigen Winde daran gehindert. Wie man uns mitteilt, ist der Ballon bei Cyriax Weimar niedergegangen. Es handelte sich um den BallonMoenus' aus Frankfurt, der dort mft drei Jnsaffen um 11 Uhr aufgestiegen war. Don Marburg aus wurde per Bahn die Rückfahrt ange­treten.

* Bund der Landwirte. Man schreibt uns: Der Bund der Landwirte hält seine diesjährige Provinzial-Bersammlung am nächsten Sonn­tag hier in Marburg ab, wie unser Inseraten­teil ausweist. Namhafte Redner, wie der Bundesvorsitzende und Reichstagsabgeordnete Herr Dr. Rösicke, der Landtagsabgeordnete und Kammervorsitzende für Knrheffen .Herr von Stockhausen-Abgunst sowie Herr von Bodek schwinah Schwarienbasel sind gewonnen, m» über akute, politische Tagesfragen zu sprechen. Bei den hier im Wablkreise durch die Agftatton des neuen Bauernbundes zugespitzten Verhältnisse ist man allgemein hier sehr gespannt über den Ver­lauf der kurhessischen Heerschau des Bundes. Zweifellos werden die Mitglieder sowie alle Freunde des Bundes nicht versäumen, diese große Versammlung einer imposanten und mächtigen Kundgebung für den Bund der Landwirte auszu- gestalten. Es ist Ehrensache der kurhesstschen Bauern, ihren Führern im Bunde, der stets ihr Anwalt in den gesetzgebenden Körperschaften War ihre Sympathien durch zahlreichen Besuch zu be> zeugen.

* Verhaftet wurde gestern ein Mann, der sich sehr ungebührlich benahm und anscheinend Selbst­mord verüben wollte. Ferner nahm man einen Mann fest, der keine Laterne an seinem Rad hatte und seinen Namen verweigerte.

Graf «edel. Di«Frankfurter Zeitung" )n, von d«m elsah-lothringischen Statthalter, Erchen Wedel, zu bet Erklärung ermächtigt worden, daß an den Angaben über angebliche Folgen des Kottllongeschenkes an den Abgeord­neten WetterlS nichts Wahres ist, daß er nicht zum Bericht von Berlin aufgefordert wäre und daß feine Stellung nicht erschüttert fei.

Die neue Fortschrittspartei. Berlin, 6.

März. Unter Beteiligung von Delegierten aus allen Teilen Deutschlands fanb imWintetgatttn bet erste Parteitag der neu gegründeten fort­schrittlichen Volkspariei statt. Fast sämtliche Reichstagsabgeodnete der drei sich zufammen- schliestenden Parteien (Freisinnigen Volksportei, Freisinnigen Vereinigung und Süddeutschen Volkspartei), sowie eine große Anzahl von Landtagsabgeordneten der drei Parteien waren anwesend.

Wege« Wahlfälschung ist gegen den Frei- herrn Franz v. Gemmingen-Homberg in Neckar« zimmern das Hauptverfahren eröffnet worden, nachdem ursprünglich die Strafkammer in Mos­bach die Einleitung eines Strafverfahrens ab­gelehnt hatte. Freiherr v. Gemmingen war bei bet letzten Landtagswahl in Neckarzimmern nicht in der Wahlliste verzeichnet. Er wurde deshalb vom Wahlvorsteher von der Wahl zu« rückgewiesen, erzwang sich dann aber sein Ab­stimmungsrecht, indem er den Zettel gegen den Willen des Wahlvorstehers in die Urne steckte.

Deutsches Reich.

Der Kaiser. Berlin, Der Kaiser gedenkt morgen Abend die Reise nach Oldenburg, Wil­helmshaven, Helgoland. Bremerhaven und Bremen anzutteten. Von Bremerhaven aus wird der Kaiser am 10. März an einer Probe- fahtt mit dem Schnelldampfer des Norddeut­schen LloH»,Kaiser Wilhelm II." teilnehmen, wozu mit Allerhöchster Genehmigung vom Nord- deutfchen Llyod mehrere Gäste geladen worden sind, unter ihnen der Erotzherzog von Olden­burg und Prinz Heinrich von Preußen.

Abg. Äa««MiniL Viele Blätter hatten bei ihren Berichten über die liberal-sozialdemkra- tische Wahldemonstration am letzten Sonntage behauptet, der Abg. Naumann sei an der Spitze eines Demonstrationszuges marschiert. Dem­gegenüber hat sich dießib. Korresp." beeilt, zu versichern, daß Naumann nichts zu führen hatte und nichts führen wollte". DerVorwärts" bemertt höhnend dazu:Die auffällige Weife, in der hier bestritten wird, daß der Abg. Nau. mann am Zuge teilgenommen hat, wirkt fast komisch. Fast scheint es, als fürchtet man in dem Kreise um Naumann, daß gegen ihn der Staats­anwalt einschreiten könnte." Oh weh! jetzt hat dieLib. Korresp." sogar die Genossin gereizt, ob ihnen das nicht schaden wird!

Statistische» über die Kriminalität »er Jugendliche«. Die Berliner Jugendgerichtshilse hat in der Zeit vom 1. Oktober bis zum 31. De­zember v. I.. über die jetzt die Statistik aufge­stellt worden ist, wieder eine umfangreiche Tätigkeit entwickelt. Bei den Amtsgerichten Berlin-Mitte, Berlin-WÄiding und Berlin- Tempelhof griff sie in diesem leitraum in 443 Fällen ein. Ihre Hilfe betraf 340 männliche und 103 weibliche Jugendliche. Davon standen unter der elterlichen Gewalt des Vaters 288, unter bet der Mutter 79, unter Vormundschaft 69. In 7 Fällen war der gesetzliche Vertreter unbekannt. In den Familien wohnten 302, außerhalb der Familie 141. Aus bet Schule ent­lassen waren 279 männliche und 92 weibliche Jugendliche, die Schule besuchten noch 61 Kna­ben und 11 Mädchen. Beschuldigt waren von männlichen Jugendlichen u. a. fl bet Körper­verletzung, 130 de? Diebstahls, 29 der Unter­schlagung. Die Delikte der weiblichen waren u. a. in 33 Fällen gewerbsmäßiger Unzucht, in 50 Diebstahl.

Die Berliner Morgenblätter beziffern die Teilnehmer an den gestrigen Wahlrechtskund- ebungen in Berlin auf mindestens 150 000. Am »roßen Stern sah man die Reichstagsabgeord- wten Ledebour und Stadthagen, sowie den Dandtagsabgeodneten Liebknecht. DemVor- «ärts" zufolge schlug ein berittener Schutz- Mann mit einem Säbel gegen Stadthagen und

her galoppierenden Schutzmannes wurde Stadl­tagen zu Boden geworfen. Gegen 7 Uhr abends tam es am Schlesischen Tor noch einmal zu einem blutigen Zusammenstoß zwischen etwa 300 Schutzleuten zu Fuß. 30 berittenen und De­monstranten. Da dem Gebot des leitenden Po- lizeihauptmannes. auseinanderzugehen, keine Folge geleistet wurde, zogen die Beamten blank und hieben auf die Nächststehenden ein, von denen etwa 10 Kopf- und Armwunden erhielten. Die Wahlrechtskundgebungen in der Provinz sind infolge der Zurückhaltung der Polizei und der Tätigkeit bet sozialbemokratischen Ordner fast sämtlich ohne Zwischenfälle verlaufen.

Zur Warnung war amSamstag folgende amt­liche Kundgebung erlassen worben: Es ist bereits bekannt geworden, daß der für morgen angekün- digte Wahlrechtsspaziergang nach Treptow poli­zeilich verhindert wird. Ohne Sperrung des Treptower Parkes, die niemand mehr als der für die Volksgesundheit lebhaft internierte Berliner Polizeipräsident bedauert, wird sich diesem nicht ermöglichen lassen. Aber die Schuld trägt hieran ausschließlich die Sozialdemokratie dadurch, daß die politische Agftatton, welche ste in der Presse, im Parlament und in Saalver. sammlungen wahrlich übergenug betätigen kann, unbedenklich auf die Sttaße und jetzt so­gar auf die öffentlichen Parkanlagen verpflanzt.

. Dies ist eine Verletzung der Interessen der ®e» > samtheit und der denkbar rücksichtsloseste Eqois- >mus, gegen den die Gemeinschaft aller Bützer durch die Organe der Staatsgewalt zu schützen ist. Der Kreis derer, welche in ihren berech­tigten Interessen durch diese allsonntägliche Straßenaaitation beeinträchttat wird, wird im- ; mer größer. Solche Massenansammlungen, wie sie hier beabsichtigt werden, sind schon an und für sich gefährlich, denn keine Polfieigewaft kann sich bei einem wirklich großen Menschen« | gedränge für die Sicherheit des Einzelnen ver­bürgen. Es scheint deshalb nachgerade an bet 3eit, daß das Treiben der Sozialdemkratie durch die gesamte öffentliche Meinung nicht nur von der Polizei ein energisches: Bis hierher und nicht weiter! entgegengerufen wird.

,. "V Leidenhofen. 5 März. Büraermeittet Ruth hier schoß gestern Abend die erste Schnepfe.

4- Gladenbach. 6. März. Vorgestern Nach­mittag gegen 5 Uhr verunglückte auf der Sta­tion Reinhold Forster der Eisern-Siegener «ahn der 22jährige Platzarbeiter Jost Aßmanu au» Romershausen, Kreis Biedenkopf, in Be- fchäftigung bet Gebt. Steinseifet in Nieder­schelden. Beim Abladen von Stammholz vom Eisenbahnwagen stürzte A. ab, wobei ihm eine Winde an den Kopf schlug. Die erlittene Bet« letzung wat derart, daß A. sofott mittelst de, Krankenwagens bet Eisenfelder Sanitätskolonn« bem städtischen Krankenhaus zugeführt wurde.

. D Kirchhain, 5. März. Die heutige Sitzung der Stadtverordneten erledigte folgende Vnnkte: Als Mitglied des Kuratoriums wurde Heinrich Tbrelemann I. gewählt. Die Stadlkassenrcch- nung pro 1907 wurde festgestellt An Stelle des Rektorats schule freiwillig ausscheidenden Mlttelsckmllebrers Laub soll ein wissenschaftlicher Hilfslehrer eingestellt werden. Die Ttrcu.on-:-- Mitglieder der Sparkasse batten um eine dauernde Verauwng nachgesucht. Der Magistrat hatte eine solche von 25 M bewilligt. Die Vett-rnnilung b'elt diesen Satz für zu gering und bewilligte 50 M pro Mitglied. Der vorgeleate Statuten Nach trag der Spattasse wurde angenommen. Ebenso fand die vom Magistrat ausgestellte Freibank Ord­nung Annahme. Fnfolae der erhöhten Ausgabe für die Rektoratsschule wurde das Schulgeld wie folgt erhöht: für die Klassen Setta und Oninta auf 120 M. für Quarta und Tertia auf 150 Jt. Dem städtischen Vorarbeiter Scholl wurde eine Remuneration von 100 .H bewilligt. Von der A'L^ttvcttwng Plausdott soll ein dott über flüssiges Abschlußgeländer angekauft und zur Um- fttedcmmg eines städtischen Platzes verwendet werden.

r>. Neustadt, 5. März Der Landwirt AndreaS Drescher. ein kräfttaer Mann, wurde auf dem Wege nach Momberg auf feinem Fuhrwerk von einem Schlaganfall betroffen, an dessen Folgen « binnen kurzer Zeit gestorben ist.

®* Trevfa. 6. März. Unter dem Vorsitze deS Gerichtssekretär-Anwätters Henrich hat sich hier ein Stenogtaphenvetein Stiftern Stolw Schrei gebildet dem bereits mehr als 20 Mitglied« beiaetreten sind Dieser Tage ist hier ein Lot*, neuerem gegründet worden, bem 30 Mitglied« angeboren.

Treysa, 6. März. In bet MagistratssttzmdG »am 4. d. M. wurde lautSchwalmboke" um» sichtlich bet höheren Schule beschlossen. Hl

Der Spaziergang nach Treptow.

Durch die Bekanntmachung des Ber« I liner Polizei - Präsidenten war die So- I zialdemokratie von dem Demonstrattons« I spaziergange nach bem Treptower Park I gewarnt worden; es begab sic.' ein großer I Teil von vorherein nach bem Tiergarten, wo I «um sich nach ber an den Zahlstellen aus- I gegebenen Paroleam großen Stern" treffen I sollte. Immerhin fanden sich in Treptow etwa I 6000 Personen ein; am Bahnhof Treptow wurde I die Menschenmenge wiederholt von bet I Echutzmannschast und bet Gendarmerie mit I blanker Waffe auseinanbergetrieben, wobei I einige 40 Demonstranten sistiert und ein Schuh. I mann durch einen Steinwurf am Kopfe er» I heblich verletzt wurde. Bei der Räumung von | Schanklokalen wurden auch einige Demrn- I stranten verletzt. Als die Menge dir I Unmöglichkeit der Demonstration im Treptower I Park erkannte, begaben sich die Demonstranten I größtenteils mit der Stadt- oder Hochbahn nach I bem Tiergarten, wo inzwischen, ttotz bet erfolg- I reichen Bemühung der Schutzmannschaft. eini» I zelne Trupps abzudrängen, große Menschen« I massen sich zusammengefunden hatten; ftn gan- I zen dürften 30 000 Personen int Tiergarten ver- | sammelt gewesen sein. Mehrfach wurden rott I Fahnen entfaltet und Hochrufe auf das allge- I meine Wahlrecht ausgebracht; auch sang man I Arbeiterlieder und trug Plakate mit den Auf« I schristen:Huch das allgemeine Wahlrecht" I Wiederholt kam es zu einem Einschreiten bet I berittenen Schutzmannschaft; es wurden zahl- I reiche Sistierungen oorgenommen. In btt I Siegesallee versuchte ein Mann, eine Ansprache I zu halten, wurde aber sistiert. Mehrere Per- I suche, zu reben, jourben verhindert, an verschie» I denen anderen Stellen aber troMbem Reden qr- I halten. Auch auf den Rampen des Reichst- I tagsgebäudes wurden unter Entfaltung einer I roten Fahne Hochrufe auf das allgemeine Wahb- I recht ausgebracht und eine kurze Ansprache ge- I halten. Dann zog die Menge durch die Do» I rotheenstratze. Ein anderer Teil der Demon- I stranten war durch Charlottenburg nach bem I Grünewald gezogen. Die ganze Demonstration I wurde diesmal durch das herrlichste Wetter be- I flnftißt.

TteCbcriteiftfdte Teilung" erscheint täglich mit AuÄmüme der Sonn» und Feiettage. Der Bezugspreis beträgt viertel- jährlich durch die Post bezogen 2 25 <Ä (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21), 2

Uns bem Armeeverordnungsblatt. Berlin, 5. März. Das Armee-Verordnungsblatt ver­öffentlicht ein« Allerhöchste Kabinetts-Ordre vom 23. Februar, welche im Vertrauen auf die be- wahtte Zuvetlässigkeft und Pflichttteue ber Unteroffiziere bestimmt, daß die Vorschriften,, narfj benen alle Mannschaften zu einer bestimm­ten Abendstunde in die Kaserne oder ins Quat- , "er zutückgekehtt sein müssen, auf Unietoffi- 4 fr* Offizierscharaktet und Sergeanten

mI SL; Anwendung finden; alle übrigen Unter« offiziete dürfen ohne Urlaub bis Mitternacht außerhalb bet Kaserne ober bet Quartiere biet» ben. Fetner werden bie Unteroffiziere bei Fußttuppen vom Tragen des Gepäcks befreit bei allen Ftiedensübungen und Märschen mit Acs- uahme solcher, die aus Rücksichten der Unter­kunft die Mitnahme des Gepäcks bedingen, ober bei denen für Offiziere das Tragen bet Tornister votgeschrieben ist. Das Armee-Verordnungs, blatt veröffentlicht ferner Bestimmungen über bie Herbstübungen. Die großer Parade des 1. Armeekorps findet bei Königsbtg am 24. Au­gust, bie des 17. Armeekorps bei Danzig am 27. August statt. Die Kaffermanöver finden vorn 8. bis 10. September statt.

Marburg und Umgegend.

(Nachdruck aller Originalartikel ist gemäß § 18 des Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe Oberheff. Ztg." gestattet.>

Marburg, 7. März.

Fortbildungsverein. Heute Abend 8 Uhr spricht im Hötfaal des phystologtschen Instituts Her Prof. Dr. Schencküber die Farbenmisch­ungen.'

Vortrag, In den Stadtsälen wird morgen, Dienstag, abends 8% Uhr bet letzte bet Evangeli­schen Vorträge in diesem Winter gehalten werden. Herr Pastor Haun aus Essen, welch« denselben fteunblich übernommen hat und dessen vor 2 Jah­ren gehaltener gediegener und begeistetter Vottrag gewiß noch Viele« in Ettnnerung geblieben ist, wird teben überDer Evangelisch« Bunb ein brutschet Bolksetzieher', ein Thema, bem unter ben gegenwärtigen Zeitvethältniffen in uns«em Vatettanb wohl ein großes Interesse entgegen ge­bracht und. wie wir hoffen, den bishettgen 400 Mitgliedern des Evangel. Bundes in Marburg noch mehr neue zuführen wird. Die evangelischen Bewohner Marburgs feien zu recht zahlreichem Besuch deS VottragS freundlich eingeladen.

Erwiderung. In der diesbezüglichen Notiz muß eS heißen, daß die Ankündigung beS Vor- ttags f. Zt. im Inseratenteil erfolgen wird.

* Der Männerturnverein hielt gestern Abend bei guter Beteiligung im Geisletschen Saale sein Wintetvetgnügen ab. Die Feier begann mit Kon­zertspielen und einem lebenden Bild. Hieran schloffen fich beifällig aufgenommene Theaterstücke, turnerische Phramtden, Turnen am Reck und Auf­treten südwestafttkanischer Tum«. De« Schluß bildete ein Tanzkränzchen.

»Kaufmännisch« Verein. Wie man uns mit» teilt beabstchttgt die Regiemng für die Regterungs- bezitte Wiesbaden und Caffel übereinstimmende Vorschriften bett, das Ausverkaufswesen zu er« laffen, da von Hessen Nassauischen Handelskam- mern beantragt worden ist, das Ausv«kaufswesen behördlich zu regeln. Der Verein der Frankfutt« Deiaillistm hat, um die Meinung bet Interessenten zu hören, auf Mittwoch, ben 9. März, abends 8y2 Uhr eine Versammlung einbentfen und find hi«zn auch Einladungen In die Provinz ergangen, wie aus bem Anzeigeenteil erstchflich fordett ber Kauf«

Die Jnsertionsgebühr beträgt für die Tgefpaltenc Zeile oder deren Raum 15 Pfennige, für Reklamen 30 Pfennige. ie

Druck und Verlag: Joh. 8ug. Koch, Universitäts-Buchdruckerei 40. JUQtQ«

Inhaber Dr. C. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 55.