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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen: ,Mch Feierabend" twöchentliche Unterhaltungsbeilage) und.^Landwirtschaftliche Beilage."

JVs. 55

TieOberheiiische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt viertel­jährlich durch die Post bezogen 2j?5 =X (ohne Bestellgeld), bei unseren ZeitnngSstcllen und der Expedition (Markt 21), 2JL

Marburg

Sonntag, 6. Mist; 1910.

Die Jnsertionsgebühr beträgt für die 7gespaltcne Zeile oder deren Raum 16 Pfennige, für Reklamen 30 Pfennige. Druck und «erlag: Joh. «ug. Koch, Universitäts-Buchdruckerei Inhaber Dr. 6. Hiheroth, Marburg, Markt 21. Telephon 56.

45. Jahrg.

Drittes Blatt.

Die Abänder ung der Gewerbeordnung

Den größten Raum in den Abänderungsbe- ftimmungen der Borlage nehmen die Vorschläge über di« Lohnbücher und Arbeitszettel ein. Die durch das Gesetz vom 30. Juni 1900 vom Bun­desrat für bestimmte Gewerbe erlassene Vor­schrift war in erster Linie für die Kleider- und Wäschekonfektion bestimmt. Bald jedoch wurde darüber geklagt, daß das Lohnbuch keinen Raum für Vermerke über die Ablieferung der fertig- gestellten Arbeiten und für die Lohnabrechnung enthält, und daß die Eintragungen mit Tinte zu bewirken waren, wodurch häufig sehr wert­volle Wäschestücke beschmutzt und fast völlig ent­wertet worden wären. Reben der Vermehrung des Schreibwerkes wurde auch darüber geklagt, daß die Vornahme der Eintragungen, die vor oder bei Uebergobe der Arbeit erfolgen wird, dann ausgeschlossen sei, wenn sich das Lohnbuch aus Anlaß eines früher erteilten Auftrages in den Händen des Arbeiters befindet ufro. Diese Beschwerden haben sich im wesentlichen al, be­rechtigt herausgestellt. Zunächst soll im Inter­esse des Sckntzes der Arbeiter gegen Unklar- heilen im Arbeitsverhältnisse das Lohnbuch zu einem Abrechnungsbuch umgestaltet weiden, ferner sollen für die Folge außer den bisher vorgeschrieb"ncn Eintragungen noch der ZM- punkt der Uebertragung der Arbeit, Art und Umfang der abgelieferten Arbeit, der Tag der Ablieferung, der zur Auszahlung gelangende Lvhnbetrag unter Angabe der etwa vorgenom« menen Abzüge, sowie der Tag der Lohnzahlung eingetragen werden. Zugleich empfahl es sich, dem Arbeitgeber noch weitere Eintragungen, die sich auf die übertragenden Arbeiten und da­für vereinbarten oder gezahlten Löhn« beziehen, zu gestatten. Um Zweifeln darüber vorzubeu­gen. ob Namen. Firma und NiÄwrlaffungsott des Arbeitgebers. Namen und Wohnort des Ar­beiters in die Lohnbücher oder Arbeitszettel ausgenommen werden dürfen, wird vorgeschla­gen, diese Eintragungen ausdrücklich für zulässig zu erklären. Die Entschließung über die Ge­staltung der Lohnbücher bleibt dem Bundesrat übertragen. Für Eintragungen ist ausnahms­weise auch die Verwendung von Tintenschrist oder Stempeldruck zugelassen. Die Bestim- mungen über die Fortbildungsschulen werden dahin geändert, daß zukünftig die Pflicht zum Besuch derselben für die In Betracht kommen­den Arbeiter auch für die Zeit ihrer Arbeit- losigkeit einqeführt werden kann.

Es hat sich häufig ein Mißstand herausge- stcllt, daß Vorschriften über das Verhalten der Arbeiter im Betriebe vom Bundesrat nicht er­lassen werden können. Es erweisen sich aber solche Vorschriften als erforderlich, um die Är- beiter gegen Gefahren für ihr Leben und ihre Gesundheit zu schützen. So muß in den gesund» Heil-gefährlichen Betrieben in der Regel den Arbeitern das Mitnehmen von Nahrungsmit­teln oder geistigen Getränken in die Arbeite räume oder das Rauchen bei der Arbeit ver­boten, auch muß ihnen die Reinigung der Hände

Die Marburqer Bürqergarde.

Don L. Müller.

(ForZetzung.)

Die Ererzitien der Bürgergarde fanben auf dem Kämpfrasen statt, nach diesen gab «, ge­wöhnlich eine Paus«. Es wurde Rast gemacht, dis Gewehre in Rotten gestellt und die Gar­disten stärtten sich im Pfeiferfchen Garten, im Schützenhaus und im Berleburger Hof mit Essen und Trinken. Diese drei Wirtschaften lagen dicht bei dem Kämpfrasen. Wenn dann wieder angetreten werden sollte, Je trommelten die Tambour« zusammen, was jedoch oft wiederholt werden mußte, denn bei der Flasche saß es sich viel gemütlicher, als wenn exerziert wurde. Auf die Bürgergarde war folgendes Lied gemacht worden, was in der Stadt allgemein bekannt war. Besonders waren es die Frauen, welch« die Bürgergarde verwünschten, da sie sich in ihrem häuslichen Frieden gestört fühlten,

Bürgergardenlied.

Er.

Liebes Weibchem, holdes Lämmchen, Erb mir einen Groschen her)

Denn ich trink mir heut kein Kämmchen, Ich muß tragen mein Gewehr I

Sie.

Däi verfluchte Berjergord«,

Hott der Deiwel auserdoacht, Oft'n« Grasch« sollst de woattt, Hoast mer heit noch keen gebroacht. Wuvoh komme da die schlaichte Seite, Llu» von der Schläichtigkeit der Leite»

usw. vor der Einnahme von Mahlzeiten usw. zur Pflicht gemacht werden. Di« Durchführung dieser wichtigen Maßnahmen war aber bischer um deswillen nicht gesichert, weil die den Ar­beitgebern zu Gebote stehenden Mittel dazu nicht ausreichten. Im Interesse der Gesundheit der Arbeiter ist es daher zu begrüßen, wenn jetzt bie Verfolgung dieser Vorschriften mit Hilfe gesetzlicher Strafen erzwungen werden kann. In verschiedenen Gewerbezweigen haben sich auch Mißstände hinsichtlich der Dauer der Arbeitszeit, nicht etwa bloß beschränkt auf den geringeren Teil des Reichsgebiets, sondern so­gar beschränkt auf einige Gegenden oder ein­zelne Orte herausgestellt. In diesen Fällen konnte der Bundesrat von der ihm erteilten Er- mächtigung keinen Gebrauch machen, weil sich die von ihm zu erlassenden Bestimmungen auf das ganze Reichsgebiet erstrecken müssen und berech­tigte Bedenken dagegen bestehen, solche Vor­schriften für Gegenden zu erlassen, in denen ein Bedürfnis hierfür nicht festgestellt ist. Aus diesem Grunde ist die in Rede stehende Befugnis und das Verordnungsrecht auch den Landeszen­tralbehörden und den zuständigen Polizeibe­hörden übertragen worden.

Statistisches aus Preußens Zucht­häuser und Gefängnissen.

Rach dem heute veröffentlichten Berichte des Ministeriums des Innern für die Zeit vom 1. pril 1908 bis 1. April 1909 waren in 58 Aiv- stalten, davon 32 Strafanstalten, Mr Aufnahme der Mr Zuchthausstrafe Verurteilten und 21 größer« Gefängnisse Mr Aufnahme von Eefäng- ni»-. Hast- und Untersuchungsgefangenen, am 91. März 1909 21 311 Personen untergebracht.

Nach der Reichskriminalstatistik für 1907 sind Verurteilungen zu Freiheitsstrafen seit 1882, wenn auch nicht absolut, so doch relativ zurückgegangen. Betrug die Kriminalitütr- ziffer, d. h. die Zahl der zu Freiheitsstrafen Verurteilten, auf 100 000 Personen der straf- mündigen, über 12 Jahre alten Zivilbevölke­rung im Jahre 1882 759,8, so war sie im Jahre 1907, dem letzten statistisch erfaßten Berichts­jahre, auf 589,9, also um 22,4 o. H. gesunken. Auch absolut hat die Zahl der Verurteilungen erheblich abgenommen, von 278 448 im Jahre 1902 auf 256110 im Jahre 1907. Am stärksten zeigt fiw die Abnahme der Verurteilungen zu Zuchthaus, sie ist von 13417 mit einer Krimi- nalitätsziffer von 42,3 im Jahre 1882 auf 7463 mit einer Ziffer von 17,2 oder um 59,3 v. H. im Jahre 1907 gesunken. Die stärkst« Ab­nahme wurde in den Jahren 1901 bis 1907 tn den Zahlen 10 038 des Anfangs- und 7463 des Endjahres nachgewiesen. Ob diese erfreuliche Besserung in den günstigeren wirtschaftlichen Verhältnissen der letzten Jahre oder in dem ge­steigerten Rechtsgefühl der breiteren Volks­schichten oder in den Angriffen der neueren Strastechtsschule gegen zu häufige Verhängung von Zuchthausstrafen zu suchen ist. muß dahin­gestellt bleiben. Tatsächlich weist .die Auf­nahmeziffer sowohl für Strafanstalten, wie auch Gefängnisse, ein erhebliches Herabgehen nach. Durchschnittlich wurden täglich in den Strafan­stalten 1907 10 958, 1908 10 484 männliche und

Wenn ehr exserzehrt, werd da» Geld verzehrt, On der Beirel, der werd ausgeleert.

Gr.

Sei nur ruhig und zufrieden. Liebes Weib, und hör' mich an! Wenn sie mir da? Gläschen bieten,« Muß ich stellen meinen Mann.=

Sie.

Guck das Rorlamm oah, S' hört den Dambor fchloah Mach daste Mm Pfeifer kimmst. Wann de mer en Erofche nimmst. Wern ech doch nit oarm dervoh. Wuzou soll däi Berjergarde nitze, Blus im däi Gruße zou beschitze, Ehr trahts Geld norz naus, On brengt fee Brud ens Haus, Ei doas hält jo noch der Deiwel aus.

Er. /

Sei nur ruhig und verträglich.

Willst Du mich denn so blamieren?

Denn das Schimpfen treibst Du täglich. Ich muß Dir mal den Buckel fchmiernl

Sie.

Woas? Du willst mer den Buckel dresche? Ei Dou verdammter Rautnotz Dou! Dou willst mich noch met Schlege äffe, Etzt will Sich mai Vermög« Huh. Wann de vom Efferzehrn kannst lerne«, On Dein Kenner Brud kannst gewwe, Ei da werft« steh, wär doa» Dengk werd gidh, Ei doas douths jo nimmer mieh.

entsprechend 1004 und 887 weibliche Insassen, in den Gefängnissen in denselben Jahren 7774, 8395 männliche und 891, 971 weibliche Personen nachgewiesen. Im Jahre 1908 macht sich ein, wenn auch nur geringes, Anwachsen der Verur­teilungen zu Freiheitsstrafen bemerkbar.

Nach Ausweis der verhängten Strafmaße ist die Zahl der gefährlichen raffinierten Ver­brecher verhältnismäßig gering: von 4021 neu eingelieferten Männern waren nur 294 zu 5 bis 10 Jahren, 42 zu 10 bis 15, 2 zu über 15 Jahren. 10 zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe verurteilt. Von 897 neu eingelieferten Wei­bern waren nur 8 zu 5 bis 10 Jahren, 2 M 10 bis 15 Jahren verurteilt. Diebstahl im Wieder­holungsfall«. wozu bei den Männern Sittlich- keitsverbrechen kommen, führte an erster Stelle zu Verurteilungen beiderlei Geschlechts. Dem {Stetigen Anwachsen der geistig Minderwertigen wie der unsozialen Elemente, beide allein und in ihrer Bereinigung eine wachsende Gefahr für die öffentliche Sicherheit, Einhalt zu tun durch teils zeitweise, teils dauerte Ausschei­dung aus der Gesellschaft, stnd das heutige Strafrecht, rote die Rechtsprechung leider außer­stande.

Politische Umschau.

Der 100. G^urtstag Friedrich Chopins.

ist von Polen am 22. Februar so begangen wor­den. als handelte es sich dabei um einen Künst­ler, der ausschließlich ihnen gehörte. Bei Slowacki, den man im vorigen Jahre feierte, traf das auch zu. Bei Chopin darf aber daran erinnert weiden, daß er der Sohn eines Fran­zosen und einer Polin wat. daß et feil 1830 bi» zu seinem Tode nicht wieder in sein Vaterland zurückkam und daß ihn nicht die Polen, sondern unser Robert Schumann, der fein Prophet war, in di« Musikwelt eingeführt hat. Chopin, Kunst wurzelte allerdings zu einem Teile im Polentum, gehört aber zum anderen Teile auch Europa an. Mit welcher Unverfrorenheit aber der polnische Standpunkt geltend gemacht wurde, zeigte sich bei der öffentlichen (!) Feier in Leip­zig, wo überhaupt in letzter Zeit die Polen, kolonie recht lebhaft hervortritt. Dort wurde in dem Jubilaumskonzert nicht der Land«» spräche Rechnung getragen, sondern der guten Teils deuffche Hörerkreis wurde mit einem ziemlich dreiviertelstündigen Vortrag in pol- nischer Sprache (!) regaliert, so daß von den deutschen Hörern energisch protestiert wurde. Die Hörer durften affo ihr Geld bezahlen, da, dem Chopindenkmal in Warschau zugute kom­men soll, und verstanden dafür die Sprache des- fen nicht, was ihnen geboten wurde. Wieder ein Beispiel, da» zeigt, wie rücksichtslos die Polen all«, für eine einseitige nationale Agita­tion ausnutzen.

Di« neuen bez«. erhöhten Stenern

habe bi» zum 1. Februar 1910 für die Reichs­kasse mehr ergeben: Inländisch« Tabaffteuer 829 465 M, Zigarettensteuer 4 013 690 M, Bei- brauchsabgab« beim Branntwein 40 575 285 «Ä, Essigsäureverbrauchsabgabe 287 513 M, Schaum­weinsteuer 5 930 963 <M, Leuchtmittelsteuer 8 320 401 Zündholzsteuer 6 391 007 M, «ran.

Er.

Sei nut ruhig und zufrieden, Es war ja nicht so bös gemeint. Ist uns kein« Ruh beschieden. Immer Hader, Zank und Streit.

Sis.

Gieh mer wegk met däi säiße Worte,

Däi hun Sich schunt längst gebeert, Dou best mer och ennet von der Sorten Däi beim Deiwel en die Hell geheert! Erscht willste ehm der Kopp abpetze, On hernoch oach werre offsetze. Sich gloabe gar naut mieh. Weil äich immer steh, Daß fee Woart gehaale werd.

Am 20. August, dem Geburtstag des Kur­fürsten, gab es jedesmal ein Wolksfest. Unter Vorantritt der Bürgergardenmufik marschiert« das Bataillon und die reitende Bürgergarde nach dem Deutschhausfeld. Hier war für jede Kompagnie eine Scheibe aufgestellt und nun begann das Scheibenschießen. Buden waren daselbst aufgeschkagen und für Essen und Trin­ken war besten» gesorgt. Besonder» berühmt waren die Rostwürste, welch« derBackebart- Briel" hier abkochte. Der Platz, wo das Scheiben- schießen abgehalten wurde, war der Hoffmann- sche Acker direkt hinter dem Bahnhof, bet da­mals noch nicht erbaut war. Rach der Rück- kehr gegen Abend marschierte die Bürgergarde bis zum Marktplatz, wieder wie bei dem Aus- Mg mit Musik, wo fie sich auflöst«. Dann gab es ein Vergnügen für die Jungen, wenn ste ihrem Bader da» Gewehr nach Haufe trag«

steuer 19 715 832 M Wechselstempelsteuer 1881 455 JL, Wertpapier- (Effekten-) Stempel 9 330 426 Jl, Gewinnanteilschein- und Zjns- bogenstempel 2417 587 M, Scheckstempel 2 418 077 di, Umsatzstempel bei Grundstücken 17 475 928 <Ä. Auch die Reichspost- und Tele­graphenverwaltung hat vom 1. April 1909 bis 1. Februar 1910, also in zehn Monaten, 35314 810 J*. mehr und die Reichseisenbahnen 5 898000 Jl mehr gegenüber dem Voranschlag eingebracht. Von den neu eingeführten Steu­ern haben demnach besonders gute Erträge ge­bracht die Leuchtmittelsteuer und der Grund- stücksumsatzsttmpel. Dieser letzt« dürfte schon im ersten Jahre 52 bis 55 Millionen Mark für die Reichskasse soviel, wie man auch von der Erb­schaftssteuer erwartete ergeben, während im, Erträgnis bet der Beratung nur auf 40 Mill. Mark geschätzt wurde.

Der Demonstrationsspaziergang und anderes.

DerVorwärts* hatte gestern bereits ange­deutet, daß die von der Polizei verbotene Wahl­rechtskundgebung im Treptower Park dennoch in Form eines Demonstrationsspazierganges statt­finden würde Heute forbert das genannte Blatt patteiamtlich gu diesem Spaziergange aus. Der Aufruf lautet: »Wer Anhänger des allgemeinen, gleichen, diretten und geheimen Landtagswahl­rechts ist, finde sich am nächsten Sonntag, nach­mittags 1 Uhr, im Treptower Park zum Spazier»' gang ein.* «

Einen bezeichnenden Beittag zu dem Vorstoß« der Sozialdemottatte und den Demonstrattonen gibt dieFranks. Volksstimme'. Sie schreibt: Mr bauen heute keine Barttkaden. Wir lasten uns nicht, so seht es auch den preußischen Macht­habern in den Kram paffen würde, vor die Ge­wehre locken, und sagen mit Friedrich Engels: So dumm sind wir nicht! Aber gerade daß hier Zehntausende demonsttteren, in freier Selbstdis­ziplin geordnet, nicht von dem heißen Blut hin- gettflen, ein Tänzchen auf dem Boden der Ungesetzlichkeit zu wagen, das muß weichin hallend seine Mrkung üben und sollte den Herrschenden Preußens die ernsteste Mahnung! sein: Die« voll ist reif und die Freiheit, Mt man ihm nicht gibt, nimmt es sich!«

DaSTänzchen auf dem Boden der Ungesetz- lichkettt dürste zwecklos sein. Roch ist die Staats-' gewatt statt genug, um auch dieserneuen Form'. Herr zu werden!

Einpeitscher.

Eine treffend« Charakteristik der Demokra­tischen Vereinigung gibt hieFreis. Zeitung,, tn einet Polemik gegen das Organ derDemo-' kratischen Bereinigung": j

lleberaus komisch berührt die Erhabenheit,^ mft der das Verhältnis der Demokraten zu den Freifinigen behandelt wird. Man könnte glau­ben, daß hier ein Mann spricht, der, wenn nicht einige Millionen, so doch einige Huiü»erttausende! von Wählern hinter sich hat, und nicht ein arm­seliger Offizier, besten Anhänger an den Fin­gern abznzählen sind. In Berlin hat es Herr v. Gerlach. der Führet der Partti, trotzdem er sogar patteigenösfische Hilfe von auswärtt re-

burften. Ein Gardist namens Jeckel aus bet Lingelgasse zeigte sich renitent. Während sämt­liche andere Gardisten Uniform trugen, kam Jeckel in einem blauen Rock und so mußtt et im letzten Glied stets mit marschieren. Im November 1850, zu der Zeit als die bayerischen und österreichischen Erekutionstruppen in Mar­burg einrückttn, wurde Kurhessen in Kriegszu­stand versetzt. Da» Militär und die Vürger- garden, sowie die Vereine wurden aufgelöst, die Waffen mußttn auf dem Rathause abgeliefett werden, ebenso auch di« beiden Fahnen, die nun noch mit anderen Vereinsfahnen nach Cassel ins Zeughaus gebracht wurden. Erst 1866 im August wurden sie auf Reklamation dort wieder zurückgeliefert, wo ste Schreiber dieses in Empfang nahm. Die Gewehre, welch« Eigentum der Stadt blieben, wurden 1863 von einem Hamburger Agenten, das Stück für einen' Taler, angekauft und wieder nach Amerika ver­täust. Es waren Musketen mit Steinschloß und glattem Lauf. Die Unteroffiziere unbi Feldwebel hatten messingene Beschläge, wäh. tend die Gardisten eiserne Beschläge am Ge­wehre hatten. Im Jahre 1848 spieltt die Bürgergarde eine Haupttolle, es wat damals durch di« vielen Wachen ein teures Vergnügen, und gar mancher hat stch übet feine Kräfte an­gestrengt. Auch wurde in Gemeinschaft mit den Turnern. Schützen, Studenten und Freischaren, welch« letztere Hett von bet Tann anführtt, he Gkipplet Feld einigemal« Manöver abgehaltte,^

(Schluß folgt.). I