Einzelbild herunterladen
 

M 54

3

amten- und Militärkteisen erschien nur der, bet . sozusagen per Order b« Muffti dazu gezwungen war. In Militärkreisen wird erzählt daß btt kommandierende General Ritter Hentschel a. Eilgenheimb es den Offizieren seiner nächste» Umgebung durchaus freigestellt habe, an eine« von der Gräfin Wedel tun 7. November 1909 veranstalteten Wohltäigkeitsfest« im Stadthaus» dessen Teilnahme große Kosten verursachte, teil' zunehmen. Anfang Februar wurde mitgeteilt, daß die Gräfin Wedel das Patronat eines Fest« übernommen habe, das im März im Straß­burger Stadttheater für die Opfer des Seine- hochwaffers veranstaltet werden sollte. Die Teilnahme der Opera Comique in Paris war vorgesehen. Da dieser Vorgang in den deutschen Kreisen und in der deutschen Presse allzu groß«, Unwillen erregte, verlautete sehr bald, daß di« Erträgnisse zu gleichen Teilen auch den Ueber- schwemmten des Reichslanbes zugute kommen sollten. Am 9. Februar veröffentlicht« Graf v. Wedel in den Straßburger Blättern einen Auf­ruf zu Eeldsammlunaen für die lleberschwemm» ten des Reichslandes.

In derartig umstrittene Grenzgebiete sollte man einen Statthalter mit einer so international veranlagten Frau nicht bringen!

Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 18.

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

* und den Beilagen:Nach Feierabend" lwöchentliche Unterhaltungsbeilage) und Landwirtschaftliche Beilage.

~leOberör-irjchr erjqemt täglich mit Ausirahme der

Sonn« und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt viertel­jährlich durch die Post bezogen 2 25 <X (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition l Markt 21), 2 -L.

Marburg

Sonnabend, 5. März 1910.

Antrag wurde mit 17 gegen 9 Stimmen abgelehnt. der Zentrumsantrag mit 20 gegen 8 Stimmen an­genommen. Bei der Abstimmung über den § 4 trennten sich die Freikonservattven. sodaß die An­nahme des 8 4 (des Kompromisses) mtt 17 gegen 11 Stimmen erfolgte. Schließlich wurde noch ein freisinniger Antrag, nähere Ausführungen zur Sicherung der geheimen Wahl in das Gesetz auf­zunehmen, mit 19 gegen 9 Stimmen abgelehnt. Beim § 6 kam die Frage der Drittelung nach Ur­wahl- oder Gemeindebezirken zur Sprach«. Frei- konservattve und Rattonalliberale hatten die Rück­kehr zu der Drittelung nach Gemeinden beantragt. Die Debatte wurde namentlich zwischen Rattonal­liberalen und Zentrum geführt. Sie endigte da­mit, daß der vereinigte freikonservattv-nattonal- liberale Antrag mit 19 gegen 9 Stimmen abge­lehnt wurde. Weiter wurde die Frage der Maxi- mierung in Verbindung mit einem nattonallibe- raben Anträge, wonach die fingierte Steuer der Steuerfreien von 3 M auf 5 31 erhöht werden sollte, dieskutiert. Die Nattonall'k>-ralen wollten anfänglich diesen Vorschlag anstelle der Maxi- mienmg gesetzt haben, kumulierten aber schließlich diese Bestimmung mit der Maximierung. Bei der Abstimmung wurde ein konservattver Antrag an­genommen. statt 5 31 4 M zu setzen, gegen die Stimmen der Rattonalliberalen, Freisinnigen und Sozialdemokraten. Es ist also hinsichtlich dieses Abschnittes im wesentlichen bei den Beschlüssen erster Lesung geblieben, nur daß der fingierte Steuersatz der Steuerfreien von 3 3t auf 4 JL herausaesetzt worden ist.

Berlin, 3. März. Die Abgeordnetenhaus- Kommission für den Gesetzentwurf betr. die Reise- kostenentschädigung für die Beamten nahm den 81 des Antrages, die Tagegeldersätze für die ersten drer Beamtenklassen auf 30, 25, und 20 M herab- zusetzen an; ferner werden Tagegelder bei Dienst- re-sen bis ,u drei Stunden garnicht. bei drei- bi« sechsstündiger Dauer zur Hälfte, bei sonsttgen Tag- rnsen in Köhe von 23, 18. 15. 12, 9, 6. 5,50 oder 3 31 für die Klaffen 17 bezahlt.

Berlin, 3 März. (Budget-Kommission des Ab­geordnetenhauses.) Bei der Beratung deS Kultus­etats erklärte der Minister, er stehe grundsätzlich aus dem Standpunkt. daß die Medizinalabteilnnq voni Kultnsministerium abzntrennen und dem Mi- nisterurm des Innern zu überweisen sei. der Mi- mster des Innern sei hiermit einverstanden. Die Sache uMerliege zunächst noch der Entscheidung des Stnatsministeriums. Im Fortgang« der Per- Handlung erklärte der Minister, er wolle sich dafür interessieren, daß der Buß- und Bettag in ganz Deutschland aus einen Tag verlegt werde, er wolle auch die Anregungen unterstützen, welche auf die Festlegung des Osterfestes gettchtet sind.

Deutsches Reich.

«em Kaiserhofe. Berlin, 2. März. Heute. Abend fand bei dem Kaiserpaare im Weißen Saale des Königlichen Schlosses Hofionzert statt, zu welchem ungefähr 550 Einladungen ergangen waren, u. a. an das diplomatische Korps, Mit­glieder des hohen Adels, Minister, Staatssekre­täre usw. Während der Pause zeichneten dit Majestäten zahlreiche Anwesende durch An-- sprachen aus. insbesondere auch Mitglieder de, diplomatischen Korps. An das Konzert schloß sich ein Souper.

Ein Märchen. Neulich ging durch demo- krattsche Blätter die Erzählung, ein konservativer Abgeordneter hab« seinen Revolver niedergele <t oder hinterlassen. Daran wurden die unglaub­lichsten Folgerungen von Staatsstreich, lieber« wälttgzmgen usw. geknüpft. Obwohl derarttge Geschichten offenbar nur für politische Kinder Be­deutung haben, find sie doch svmptomattsch für die Leute, die sie verbreiten. Jetzt wird zu allem lleberftuß auch noch die Geschichte dementiert. Graf Finkenstein, um den es sich dabei handelte, ist an dem betreffenden Tage gar nicht im Reichs­tag gewesen.

n ~ .Generalmatsch«. Bei bet Feier fein« 70. Geburtstag« hat Bebel eine>e gehalten In bet er ausführte:Zu Lassalles Zeiten hoffte Arbeiter noch, in bet bürgerlichen Gesell­schaft selbständig zu werden. Erst seitdem et diesen Glauben verlor, ist er eine Macht die man fürchtet. Das letzte Erzeugnis dieser Furcht war bet BLlowsche Block. Er ist ge. scheitert. Bei den nächsten Wahlen werden wir einen Generalmarsch schlagen, daß unseren Geq- netn Horen und Sehen vergeht." Wenn die Hetzerei so weitergeht, behält er Recht mit sei, neu sonst nicht minder glücklichen Prophezei- «ngen!

Ihren Schlüsselbund schwingend, dessen hell« Klirren ein wohlbekannter Laut in den Kloster- raumen war, ging die Oberin ins anstoßende Zimmer. Sobald sie allein waren, zog Frau von Tresorier das junge Mädchen in ihre Arme und küßte sie herzlich.

Um Ihretwillen allein bin ich hier, Gil- dErte. das wird Ihnen das eigene Herz schon gestM haben. Jemand, der mir sehr nahe steht, ist beinahe verrückt geworden darüber daß er nichts von Ihnen erfahren soll. Ich mußte also den ganzen Aufstchtsrat auf den Kopf stellen, um mit den Posten anzueignen, bet mich er­mächtigt. so oft ich will und zu feber beliebigen Stunde hier einzudringen! W'e Sie sehen, ist mir's endlich gelungen!"

Aus Schwester Theres« Aeußerung ersehe ich auch, um welchen Preis!"

Die Baronin lächelte.

Das hat nichts zu sagen, mein Kind, und kommt ja überdies den Armen zu gute. Aber nun zur Sache? Wie geht es Ihnen? Leiden Sie nicht zu sehr unter den hi« geforderten Entbehrungen? Muten Sie sich nicht zu viel zu für Ihre Kräfte?"

Ich fühle mich vollkommen wohl, meine gnädige Frau, vnb wenn ich nut Nachricht hätte, wie es meinem Vater geht, wäre ich ganz befiiedigt."

Die bringe ick Ihnen und zwar ganz neu- ®?eJne Kammerfrau hat gestern abend

alte Rosalie gesprochen. Herr Courcier ist körperlich ganz wohl, aber leider Gotte» unutP ändert le seiner Gesinnung?" t

(Fortsetzung folgt.)

I Austern allen groben Arbeiten unterzogen. I Der Reihe nach wurden sie in der Küche ver- I wendet, hatten die Zellen und den Arbeitssaal I in Ordnung zu halten, kochten Suppen kehrten I und Hof oder waren in bet Krippe mit

.der. .Kinder, im Nähsaal mit Hand- I Ak tapferen Frauen ver-

I Zäumten nnt Ausnahme bet Stunde, wo ihnen I religiöse Hebungen vorgeschrieben waren ihre Kräfte in ununterbrochener Arbeit, die sie vom Morgen bis zum Abend in Anspruch nahm. Ein­zelne nahmen nicht einmal an den Andachts- ubungen teil, weil sie auch während der Zeit des Gottesdienst« Aufsicht führen und die be­gonnene Arbeft in Gang erhalten mußten.

Vom ersten Tage an hatte Gilberte ohne Scheu und Zögern ihr Beispiel befolgt, so wenig auch grobe Arbeit ihrer Erziehung ent­sprach. Ohne Murren verrichtete sie Magd- dlenste mitten unter den Schwestern, die meist Bauerntöchter ohne höhere Bildung, aber ehr- ttche brave Seelen waren. Zweimal wöchent- "ch kam der Eroßvikar von Brossard in Person mich Neu,llv, um sein Beichtkind selbst in die Rellgionslehre einzuführen, was für Gilberte wahre Feierstunden waren. Am Abend wenn rhre Genossinen längst schliefen, lernte sie dann ihren Katechismus, denn, wenn sie sich auch der Hausregel bes Frühaufstehens fügte, mit den Hühnern zur Ruhe zu gehen, war ihr rein un- I möglich Bei all bet anstrengenden Arbeit fühlte sie sich körperlich merkwürdig wohl; über ihre Lage zu grübeln, hatte sie keine Zett,' und das war «in Glück. Gleichwohl verglich sie ihre« Vater nicht. Jede Woche schrieb sie ihm, I

Zur Wahlrechtsreform.

ImTag" bespricht Freiherr von Zedlitz die Ausfichttn der Wahlreform. Er nennt das Ein- schwenk^, wir geheimen Wahl einen großen und kühnen Warf der konservativen Parteileitung, deren realpolitischer Entschlossenheit es alle Ehre macht, bi« bis dahin prinzipiell so hoch gehaltene öffentliche Wahl über Bord geworfen zu haben. Immerhin würde so meint Frei­herr von Zedlitz «ine von den Konservativen und dem Zentrum allein durchgedtückte Wahl- techtsordnuiig nicht als eine längere Dauer versprechende Lösung der Aufgabe angesehen werben können Selbst wenn außer Sozialdemo- kratcil, Polen und Freisinnigen auch nur die Nationalliberalen in der Oppositton ständen, würbe aus diesem und ebenso aus allgemein politischen Gründen gewichtigster Art die Regie­rung die Zustimmung dazu kimm geben können. Wesentlich and-« läge die Sache, wenn die aus dem GrundgÄ»<,a?en bes Kompromiss«: ge­heime Htw-Hl. Wahl der Abgeordneten durch Wahlmänner in öffentlicher Abstimmung auf- gebaute Wahlresotm auch die Zustimmung der Mittelparteien. insbesondere der Nationallibe- talen, fände. Alsdann vereinigten sich darauf im Abgeordnetenhaus« sieben Achtel aller Stim­men. darunter die Stimmen aller Parteien, welch« mit der Regierung auf dem Boden bet Abstufung des Wahlrechts nach dem Gewicht der Stimme stehen. Eine von einer so starken und so zusammengesetzten Mehrheit d« Abgeord­netenhaus« beschlossene Wahlordnung miitbe die Gewähr der Standfestigkeit Meten, ihr würde auch die Regierung zustimmen können, ohne ihrem Ansehen zu vergeben. Für eine svlck)« Wahlreform würde alsdann auch das Herrenhaus zu gewinnen sein.

Fragt sich also, ob Freikonservattve und Ra­tionalliberale für eine das Kompromiß verwirk­lichende Wahlresotm zu haben sind. Erstere haben in der Kommission gegen das Kompromiß gestimmt., aber auch die Anhänger der öffent­lichen Wahl unter ihnen werden sich mit diesem, so gut wie die Konservativen, abfinden können. Die Nationalliberalen haben dafür gestimmt j wegen ihrer grundsätzlichen Stellung zur ge­heimen Wahl. Die Möglichkeit, die Stimmen beider Parteien für die Wahlresotm zu gewin­nen, liegt daher vor. An dem guten Willen, zu einem positiven Ergebnis mitzuwirken. fehlt « bei beiden auch nicht. Rach Lage der Dinge kommt es jetzt also vor allem darauf an, die Vorlage im übrigen so zu gestalten, daß die I Nationalliberalen die indirekte Wahl tragen I können. Auf das Zentrum ist dabei nicht zu I rechnen, dieses arbeitet im Gegenteil offenficht- I fich darauf hin, die Rattonalliberalen ebenso I auszuschalten wie bei der Reichsfinanztefotm. I Anders die Konservativen. Staatsräson und I eigenes Parteiinteresse weisen sie gleichmäßig I barattf hin, sich nicht auf den schwarz-blauen I Block festzulegen, sondern die Hand zu einer I Losung der Aufgabe zu bieten, welche ein post- I tw« Ergebnis von dauerndem Werte in Aus- I sicht stellt. , I

$$ (Rachdruck verboten.)

Die Tochter des Abgeordneten,

Von Georges Ohnet.

(Fortsetzung.)

Er ward inne, daß all« zu seinem Unheil ausichkug, daß ihm nichts, was er auch unter- nebmen mochte, gelingen wollte. Rach zehn Jahren parlamentarischer Tätigkeit wat sein Einfluß geringer als am ersten Tag. Damit steigerte sich seine Verstimmung: et wurde fin­ster und in sich gekehrt, auch körperlich ein ge- brocyener Mann.

Gilberte indessen genoß mit Freuden den tehgiofen Unterricht in Reuilly und faßte herz­haft bei jeder Arbeit mit an. Das Haus in das sie auf den Rat ihr« geistlichen Beschützers getreten war, gehörte nicht zu den Klöstern, wo die frommen Schwestern einem beschaulichen Müßiggang frönen. Eine Volksküche, eine Krippe, eine Betriebswerkstatt für Schneiderei waren mit dem Kloster verbunden. Es verdantte seine Gründung einet Wohltäterin der Mensch- h«lt, _bie auf ihre Kosten »diese Anstalt erbaut einem Kapital versehen hatte; sie ssch aber so rasch entwickelt, und « wurden solche Anforderungen an sie gestellt, daß noch

Hilfsquellen erschlossen werden mußten, , rtbbaf; nun ein Aufsichtsrat reicher Damen im I .«etetn mit bet Oberin das gemeinnützige Un- wr nehm en zu verwalten hatte. Diese Oberin, ?(T?eft.e,r Therese, war außerordentlich be- 'hr Amt. Die Schwestern wohnten nr Baracken mit einigen Novizen und 93f(eg» "Yen zusammen, die sich an Stelle von Laie«.

I Aus bett »omtniffienett.

I ,?5?kin, 3. März. Die Budaetkomnttffion des I Reichstages beendete am Donnerstag die Bera- I ümn.des Etats für Kianttchou Mehrere erhebliche I Abstriche wurden vorgenommen. Bei der dann I folgenden Beratung des Reichsinvalidenfonds I wurde festgestellt, daß bereits 1911 ein Reichs- I m ,b0 25 Millionen Mark erforderlich sei I Z^uglich bet Kriegsteilnebmorbeihilfen berechnete I Schatzsekretär Wermuth eine vermehrte Ausgabe I 18 Millionen Mark. Falls eine Webrsteuer I 2 - ?At auf Annahme habe, könne man sofort dem I Reiwstaae die Vorlage unterbreiten. Im übttgen I oeiable Deutschland mebr als irgend ein anderer I ®at für seine Veteranen Rach wetterer un« I Äfl'Jcr ^5?atte wurde die Weiterberatun« I aus Freitag vertagt.

I -Ä März Die Iusttrkommiflion des I Retcbstags beschloß heilte ohne Debatte neuen eine I Stimme die Beibehaltung der Schwurgenchte

m »etiht, 3 März. Die W a h l r ech i s - K o m- I 'J1 ?tt , V,8 Abgeordnetenhauses

I trat heute in die zweite Lesung ein. Zunächst I wurde nach kurzer Diskuffion der konservattve An- I "ag auf Wiederherstellung der öffentlichen Sttmm- I "bgabe mit 15 gegen 13 konservattve und frei« I [.i Stimmen abgelehnt. Dann wurde

I die Diskuffion über den § 4 mit der über § 16a I verbunden. Die Rattonalliberalen hatten Be- I seittgung der indirekten Wahl beantragt und die I an der Wahlmann aus dem ganzen

I Wahlbezirk entnommen werden darf, das Zen- I trum dagegen, daß in Gemeinden, welche in meh­rere Urwahlbezirke zerfallen, der Wahlmann aus I oen Wählern der aanzen Gemeinde gewählt wer- ^.kann. ht Berlin aus jedem bet betreffenden

I Wahlbezirke. Gegen den nattonalliberalen An- trag sprachen die konservattven. freikonservattven und Zentrumsredner. Die Rattonalliberalen er­klärten den Zentrumsanttaa nicht für ausreichend, weil er das platte Land nicht berühr«. Ein ftei-

L eomervattver Redner regte als Vermittlungs- outrag an, daß die Wahlbezirke vergrößett und statt auf je 250 auf je 500 Einwohner ein Wahl- mann gewählt werden soll. Vor verschiedenen Seiten, sowohl konservattver, nattonalliberaler. Zentrums- und fteikonservattver Seite wurde be­tont. daß es erwünscht sei. wenn die aroßen Par- teien sich über einen gemeinsamen Standpunkt ver­ständigten. Zur Zeit war diese Verständigung aber noch ntcht zu erzielen. Der nattonalliberale

Aus den Parlamenten.

> > Deutscher Reichstag.

Stimmungsbild aus dem Reichstag.

Die Beratung übet den Etat des Reichsamts des Innern wird heute beim KapitelBehörden ftir Untersuchungen von Seeunfällen" fortgesetzt, wöbet der Abg. Schwartz-Lübeck Unterstellung des gesamten Schiffahrtsbetriebes unter staatliche Aus­sicht unter Mitwirkung von Personen aus dem Seemansberus verlangte. Geh. Rat Ewald konnte demgegenüber darauf Hinweisen, daß die Zahl der Schiffsunfalle und der damit verbundenen Todes- wüe von Jahr zu Jahr abnähme. Außerdem habe sich die auch m England vorqeschriebene Schiffs- ladelinte gut bewährt. Nachdem noch der Abg. Heckscher den Wett der Seeberufsgenoffenschast »^d.orssehoben. ging das Haus zur Beratung des KapitelsStattsttsches Amt" über, wobei der Wett der Skattstik von vettchiedenen Seiten näher erlautett und es hervorgehoben wurde, was ja schon immer von allen Einsichtigen betont wird, daß man mit Schlußfolgerungen aus nacktem Zahlenmatenal sehr vorsichtig sein müsse. Von den verschtedensten Seiten wurden allerlei Wünsche nach Ergänzung der Statistik laut, die dem Staats- blegenheit gaben, über mancherlei Dinge Auskunft zu geben. Auch beim TitelGesund- hettsamtt wiederholte sich dasselbe Schauspiel

PoNttsche Umschau.

I Zu dem Lkottllongeschetck der Gräsiu Wedel I machen dieHamburger Rachttchten" noch fol- I gende Mitteilungen:

IGräfin Stephanie Auguste v. Wedel ver- I witwete v. Platen. gebotene Hamilton, ist als I Schwedin viel zu international veranlagt um an dem Gebrauch der französischen Sprache' At».

I stoß M nehmen. Erwähnt sei. daß die Gräfin | dem Obergärtner bet stäbtischen Drängte Kuntz I zu seinem Jubiläum einen Becher mit ftanzSst- Met Inschrift und französischem Begleitschreiben I übergeben ließ. Bei den intimen Kaffe« bet I Gräfin, die an ähnliche Einrichtungen der I Manteufalschen Periode erinnerten, überwog I bas einheimische Element, während bas aftbeut» I sche sich mehr und mehr zutückzog. Die dies- | fahrigen Bassfeste beim Statthalter hatten bie I gleichen Erscheinungen aufzuweisen. Aus Le-

um Nachricht übet fein Befinden und vet- sichette ihn ihrer unoeranberten Liebe. Die Antwort blieb beständig aus; man hätte an* nehmen können, Courcier habe fein einzig« Kind wnklich aus seinem Hetzen verstoßen, und bas bekümmerte Gilberte tief.

3»ei Monate waten dem jungen Mädchen rasch genug verstrichen; erschöpft von unausge­setzter Arbeit, aber innerlich ruhig und ohne ! ihren Entschluß zu bereuen, sank sie jeden Abend in tiefen Schlaf. Eines Morgens wat sie hn N^kzirnrner beschäftigt, schwere Päcke im !Zra^eI^efe,rttsten Bettzeug« einzuräuinen, ®Is di« Obettn mit einer Dame etntrat, bie sich die Anstatt zeigen ließ. Gilberte war im In­nersten erregt, als sie die Baronin Tresorier, Heinrichs Mutter, erkannte! Frau von Tre- sotlet durchschritt gelassen den großen Raum | unb horte aufmerksam di« Erklärungen bet Schwester Therese an, bann wandte sie sich vasch M Gilbette und begrüßte sie, als ob sie erft gestern beisammen gewesen wären. " . "^^ut mich. Sie zu sehen, lieb« Kind . . . das Häubchen kleidet sie reizend? Schwester Theres«, darf ich mit Fräulein Courcier einen I Augenblick unter vier Augen sprechen?"

Gewiß, Frau Baronin, solange Sie wollen! Sie kennen also unsere liebe Kleine? Ich kann wohl sagen, sie ist uns allen ein Vorbild bet I Sanftmut und d« Fleißes. Meine Tochter, I fteHe dich ganz bet Frau Baronin zur Vet- I fügung . . . sie ist eine unserer Wohltäterinnen, I und ihr werden wir den nötigen Neubau zu I danken habe» , , 1

Di« Jnsertionsgebühr beträgt für die Tgefpaltcne Zeile *

ober deren Raum 15 Pfennige, für Reklamen 30 Pfennige. Druck und Verlag: Joh. Äug. Koch, Universitäts-Buchdruckerei 40, Inhaber Dr. 6. Hitzeroth, Marburg. Martt 21. Telephon 55.