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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: »Mach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und „Landwirtschaftliche Beilage.«
45. Jahrg
M 52
Zweites Blatt
Unpolitische Tagesnachrichten
bester
Drog
ist, wie folgt:
() beigefügt
Vorwoche
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Frankfurt a. SSL, 28. Febr. Die Leiche des
(Nachdruck verboten.)
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Die
Winter Zeiten
Verantwortlich für die Redaktion: Dr. phil. Tarl Hitzeroth in Marburg.
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67*/. f -2*/,’
6. Henneberg, Zürich
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Tje „Obrrhessiiche Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2 25 <Ä (°hne Bestellgeld), bei unseren ZcitungSstellen und der Expedition (Markt 21), 2 <Ä.
ist unbekannt. „
Der Einsturz der Görlitz«» Stadthalle. Görlitz, 28. Febr. Im Eörlitzer Stadthallen- prozetz erklärte gegen Schluß der heutigen Ver- Handlung der Staatsanwalt, daß er die Anklage gegen den Bauführer Naumann nicht mehr aufrecht erhalten könne.
Mord. G ö r l t tz, 1. März. Heute früh Uhr wurde bei der Badeanstalt eine Frauensperson mit zusammengebundenen Glieder« gefunden; die Leiche wurde mittags aus dem Wasser gezogen und festgestellt, daß es sich um einen Mord handelt. Die Leiche wie» eineu Schnitt vom linke« Ohr quer durch die Kehle auf. Die Ermordete soll angeblich Pohl heißen.
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Die JnsertiouSgebühr beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 Pfennige, für Reklamen 30 Pfennige. - Druck und Verlag: Joh. «ug. Koch. Universitats-Buchdruckerei Inhaber Dr. T. Hitzeroch, Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
ragende Eigenschaften Hunderttausende von Personen vor allen schädigenden Einflüssen auf die Stimmorgane bewahren. Husten. Heiserkeit. Katarrh, die Vorboten oft ernster Erkrankung werden durch Wybert-Tabletten mit Erfolg bekämpft. Es wird in den nächsten Wochen Gelegenheit geboten sein, dem seit 6o Jahren hochgeschätzten Präparate ein Heet neuer, begeisterter Anhänger zu werben. Originalschachteln ä Mk. i.— sind in den Apotheken erhältlich. Depot in Marburg: Alte Universitäts-Apothek« z. Schwan.
beit Landgendarmen die 1000 <M. betragende Dienstprämie gewährt werde. Der nächst« Ver- bandstag findet in Wetzlar statt.
G. Hanau, 1. März. Mr die Hinterbliebenen der bei dem Kirchenneubau-Einfturz in Großauheim vernnalückten beiden Maurer aus Lanaen- elbold ist durch öffentliche Sammlungen ein Betrag von etwa 3600 .H eingegangen.
rendars Moritz Oelsner, Sohn des hiesigen Justizrats Dr. Oelsner, ist bet Mehlem aus dem Rhein gelandet worden. Der funge Mann ist jedenfalls am 19. Januar in Linz im hochangeschwollenen Sttom verunglückt. — Die sozialdemokratische „Frankfurter Volksstimme« hatte in dem Schaufenster ihrer Expedition neulich die blutbefleckte Unterhose eines bei den Sttaßendemonstrttonen schwerverletzten Sozialdemokraten „ausgestellt". Darauf ist gegen den verantwottlichen Redatteur des Blattes «in Verfahren wogen Aufreizung in die Wege ge-
Cassel, 1. März. In der Karlsaue fand man gestern vormittag die Leiche eines Ende der 40er Jahre stehenden Mannes, der seinem Leben durch Erhängen ein Ende gemacht hatte. Neben der Leiche lag ein Päckchen mit Kleidern — den ganzen Habseligkeiten des Toten. Wie sich herausstellt«, handelt es sich um einen Schreiner namens Hartmann, der erst kürzlich aus dem hiesigen Landkrankenhaus entlassen tputbe. Es war ihm nicht gelungen. Arbeit zu finden. Und da er feit Freitag keinen Bissen gegessen hatte, ttieb ihn die Verzweiflung in den Tod.
Hunderttausende.
Sorge um die Gesundheit ist im Herbst und am dringendsten. Schützen Sie sich daher bei und beachten Sie ein Mittel, dessen hervor-
Kurzer Getreidewochenbertcht der Preisbericktsstelle deS Deutschen Landwttt- schaftsrats vom 22. bis 27. Februar 1910.
Stärker bervortreteudem russischem Angebot und vermehtter Verkaufslust Argentiniens für leichte Gewichte standen in der Berichtswoche zeitweise feste Berichte aus Amerika aeaenüber. wo durch abwechselndes Iroft- und Tauwetter verursachte Schäden die Haussesvekulation ermutigten. Auch in Rußland wird stellenweise über eine Verschlechterung des Saatenstandes gellagt, während tn Frankreich und England übermäßiae Rässe die Unzufriedenheit der Landwirkschast ertxgt. Im allgemeinen scheinen die Aussichten durch Wtnter- schäden indes kaum sonderlich getrübt zu sein. Sehr günstig lauten diesfalls namentlich die Be- rchte aus Ungarn und es scheint, daß diese Verhältnisse auf die ohnehin unerfreuliche Situation des Budapester Marktes nicht ohne Einfluß geblieben sind. In Deutschland war die Witterung zeitweise geradezu frühiabrsmäßig. Der allzu frühe Beginn der Vegetation ist insofern nicht un- bedenflich. als die Saaten bei eventuell wiederkehrendem Trost um so leichter Schaden leiden könnten. In geschäftlicher Beziehung bat sich m der Berichtswoche wenig geändert. Die andauernden Klagen über den Mehlverkauf lassen keine gröbere Unternehmunasluft aufkommen, anderer-
Rogqen 160 1)
162 (-1
Marburg
Donnerstag, 3. MUz 1910.
gelandet. _,
Großserie«. Altena, 28. Febr.
feuer zerstörte hier vorgestern Morgen die auf dem Wixberg gelogene Besitzung des Landwirts Dietrich Potthaus. In' kurzer Zeit wurde das ganze Anwesen, bestehend aus einem noch ganz neuen Wohnhause mit Nebengebäuden, ein Raub der Flammen. Der entstandene Schaden ist ganz bedeutend, doch zum größten Teil durch Versicherung gedeckt. Die Entstehungsursache
Luftschiffahrt. Berlin, 1. März. Das Luftschiff „M 3" das am 9. Febr. bei Martendorf eine Notlandung unternehmen mußte, unternahm heute eine neue Fahrt über Spanbau nach Döberitz und Potsdam und landete dann glatt auf dem Tegeler Schießplatz. — Der Lenkballon „P 5" ist um 1 Uhr 55 Min. in bester Verfassung auf dem Tegeler Schießplatz glatt
seits aber hält sich das inländische Weizenangeüo» nach wie vor in bescheidenen Grenzen, und da sich ausländischer Weizen immer noch wesentlich teurer stellt, so ziehen die Mühlen es im Bedarfsfälle zunächst vor. auf das heimische Produkt zn- rückzugreifen. Die Preise sind im allgemeine« unverändett geblieben: wo kleine Verschiebungen einttaten, waren solche mehr oder minder durch lokale Verhältnisse bedingt. Ans dem Licfemngs- martt stellten sich die Preise nach mehrfachen Schwankungen um 1,50 Jt niedriger als vor acht Tagen. Sehr schleppend gestaltet sich gleichfalls als ftolflc unbefriedigenden Meblverkaufs und bei fehlender Ervortnochsroae der Absatz von Roggen, sodaß die Preise stellenweise bis 4 M nachaeben mußten, doch war dies meist nur dort der Jan, wo es sich um nicht gani einwandfreie Ware handelte. Im Liefenmasgeschäft wurde Rooaen zum Schluß nur 25—50 Pfg niedriger als vor einer Woche notiert. Auch das Hafergeschofl bot sich ui der Berichtswoche nicht gebessert, aber die Wo» vinz zeigte sich wenig entoeoenkommend. und im «icfcrunaSüc'rhäft konnten mäßige Deckungen nm bei leickü erhöhten Pressen erfchiat werden. Russische Gerste war nur auf spätere Liefern«" billiger käuflich wahrend Mais bei ruhigem Geschäft seinen sNreitzsiaud bebmwtet bat.
Es stellten sich heute die Getreidepreife in Mark pro 1000 Kilogr. an den nachgenannten Orten, wobei da? Mehr (+) bezw. Weniger (—) gegenüber der Vorwoche in Klammern () beigefügt ist, rott folgt:
Weizen “ (-1)
hatt« «t nicht daran geglaubt, daß Eilbette „Und womitt wirst dui denni die^3eit tob ihren «Tn» wirklich ausfübren werde I schlagen bei diesen Betschwestern f höhnt«
„Leere Drohungen!" hatte er sich gesagt. I Eourcier. „Mit Knicksen. Kn^erut^11 s „Wenn sie sieht, daß ich nicht nachgebe. wird sie kranzletern und ill den sinnlosen Scherze« sich auch drein finden. Eine Mädchenlaune, dieses Götzendienstes?
weiter nichts. Was will das heißen? Ein „Nein, ich werd« arbeiten. Nahen und Wölkchen das der erste Windstoß wegfegt!" kochen für die Armen.
aber Gilberte dann sehr ruhig und ge- „Also Dienstmagd des Lumpenpack?! Den messen in sein Arbeitszimmer gekommen war verlogenen Bettlern als Kuchenmagd dienen! und ihm angekündigt hatte, daß sie mit seiner Meine Tochter!" rief der Sozialist Witim voraus erteilten Erlaubnis noch heute abend I „Das ist Brüderlichkeit, wie ich sie verstehe, zu den Schwestern vom „Göttlichen Erbarmen" I Papa."
nach Neuilly übersiedeln werde, da hatte es ihn Er schielte sie an der Seite an. Eigentlich getroffen wie ein völlig vernichtender und un- hätte er die größte Lust gehabt ferne rm Zor, vorhergesehener Schlag. hingeworfene Erlaubnis zuruckzunehmen uni
Er konnte es natürlich nicht lassen, sich in Gilberte mit Gewalt bet sich zurück?,,halten höhnischen Reden über die Nonnen zu ergehen. I „Alles was du da vorbrrnqst. leuchtet mir die er der schnödesten Geldgier bezichtigt«, indem gar nicht ein," Hub er an „und du wirst 'n die-
er Gilberte zu verstehen gab, daß ihre paar ser Umgebung ganz verdorben werden. Wozu
Franke« mütterlichen Bermögens der Köter gehst du denn eigentlich hin?" • seien wonach die frommen Schwestern schnapp- I „Um meine erste ^vommunion nachzuholen, ten. 'Das jung« Mädchen aber gab ganz gelassen Der Abgeordnete stieß einen Fluch aus, der zur Antwott. da» sei nicht wohl möglich, da die alle Kirchen von Paris in Trümmer legte Schwestern kein« Ahnung hätten, daß sie Ver- I Wie ein Löwe irn Käfig hin und her rasem» mögen besitze, und sie im Gegenteil aus reiner donnert« er: „Wie kann ein bisher verftandt-
Nächstenliebe ohne alle Entschädigung aufneh- ger, gescheiter Mensch «wer solch unglaublichen
men wollten, dank einer gewichtigen Empfeh- Verirrung anhermfallen. JPas ^denn m das ryjy. I Mädchen gefahren? Ich erziehe sie nach philo-
Di« jedenfalls von der Frau Baronin Tre- I sophsschen Grundsätzen, und lebt will sie eine sott« henührt? Sie läßt sich'- was kosten, Betschwester werden? Der Blödsinn muß de«!
dich deinem Bat-, abspenstig zu machen!« Weibernwohl angeboren sei«, tm Mut Hegen!,
»tau von Tresorier weiß nicht einmal, Aber, ich will doch sehen .. . werde dagege»!
welche Zufluchtsstätte ich aufsuche, und konnte ankämpfen! Gilberte, du wirst nicht 8»
folglich auch nichts tun. »m mein« Aufnahme I Nonnen gehen!« zu befürworte»*. • (Fortsetzung folgt.)
I
Die Tochter des Abaeordneten^
Von Georges Ohnet. (storttetzung.)
Sie eiligen eine Weile schweiget, von der Last ihres Kummers bedrückt, nebeneinander ^Cr„Hnb in welches Kloster willst du dich zu- rückziehen?" „ ,, ,
„Ich weiß es noch nicht. Ich wäre lieber nicht in aris selbst, und doch auch wieder nicht «u weit entfernt, um meinem Vater erreichbar tzu sein. . .
Sie verschwieg das im stillen Gedachte: „Und dir'" aber ihr Blick sprach es deutlich aus.
„Wer wird dich bei dieser Wahl beraten?«
„Ein sehr Mächtiger und sehr Weiser," versetzte sie mit innerer Sicherheit. „Sobald die Entscheidung getroffen ist, werde ich Mittel und Wege finden, dich davon zu benachrichtigen.
Sie waren indessen wieder bei der Bank angelangt, wo die alte Rosalie an ihrem unver- «neidlichen Strickzeug arbeitete. ,
„Gilberte," bemerkte die Alte, „wir find schon länger von Hause fort, als wir ausgemacht hatten. Es ist Zeit, heimzugehen.
Heinrich wurde ganz blaß, aber er wagte ltt'iicn Widerspruch. ,
„Roch fünf Minuten!" bat Gilberte, sein Erschrecken gewahrend.
Und rasch hing sie sich an seinen Arm und zog 4hn in den einsamen Baumgang zurück. Kein Wort wurde gewechselt, nur ihre leuchtenden Augen sprachen; «ng und innig aneinander ge
leitet worden.
G. Gelnhausen, 28. Febr. Der eitwa 2400 Mitglieder zählende Verband Hessen-Nassau des Bundes deutscher Militäranwärter hielt dahier seinen diesjährigen Verbandstag ab. Mit Rücksicht darauf, daß das verflossene Jahr die Erfüllung der so lang ersehnten Anrechnungsfrage gebracht hat, wurde davon abgesehen, weitere Petitionen in Gehaltsfragen einzubttngen. Als wünschenswett fei nur zu erstreben die Beser- ttgung verschiedener Härten in dem Besoldungsgesetze der Anrechnungsfrage ufw. Weiter soll der Bund eintreten für Gleichstellung der Po- lizeiwachtmeister bei den Kgl. Polizeidirektionen mit den Gendarmettewachtmeistern u. s. f. Auch die Gleichstellung der preußischen Assistenten mit denen des Reiches bei Verleihung eines höheren Titels soll erstrebt werden. Ein wttterer An- trag bezweckt, daß den Kgl. Schutzleuten nach einer 18jährigen Eesarntdienstzeit ebenso wie schmiegt, schritten sie dahin. Am Ende des Wegs angelanqt, biteben sie einen Augenblick stehen, beide bestrebt, die letztmalige Umkehr hinauszuschieben. Die Sonne stand schon tief, und ihre Strahlen schlossen guer durchs Gehölz; nur hie und da unterbrach Vogelsang das ttngs- um herrschende Schweigen.
„Wir müssen Abschied nehmen, Httnttch, sagte das junge Mädchen leise.
Da umschlang et sie zum erstenmal tm Leben und sie wehrte ihm nicht, als et sie an seine Brust drückte. Seine Augen sogen ihr Bild mit verzehrender Glut ein, als ob er sich das geliebte Antlitz auf ewig ttnvrägen wollte, dann preßte et feine Lippen in innigem, keuschem Kuß auf ihren blonden Scheitel.
„Auf ewig, Gilberte!"
„Auf ewig!" , ,
Ohne ein längeres Beisammensein _ erhandeln oder erschleichen zu wollen, kehtten sie Arm in Arm festen Schritts und raschen Gang» zu der alten Beschützerin zurück, und mit lächelndem Muich faaten sie sich lebewohl.
Am übernächsten Tag erhielt Httnttch von ungeübter Hand geschriebenes Sriefdjen. Ei enthielt die Worte: „Lieber Herr Httnrich Ich soll Ihnen mitteilen, daß Fräulein Gilbette jetzt in Neuilly ist btt den Schwestern vorn .Göttlichen Erbarmen'. Der Herr hat nicht» dagegen getagt, aber es ist ihm gar nicht recht. Es grüßt Sie Ihre gehorsame Rosalie.«
12. Kapitel.
Die alte Rosalie hatte sich ganz richtig aus- gedrückt^ „es war ihm gar nicht recht," bem Herrn Fourcier! Bis zum letzten Augenblick
batet
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Marktberichte.
Cassel, 22. Februar. 'Blebmarktsberichtj kchla»tviehpreise. Er kosteten die 50 Kfloaram» Schlachtaewicht von Ockf-n: 1. Qual. 73—75 M- LQuil. 68-70 3. M. Dual. 62-65 M Bulle» 1 Oval. 63-65 M. 2. Oual. 6C-62 M. 3. Dual 00—C0 M. Kühe und Zinder: 1 Dual. 66 -69 M. 2. Qual. 62—65 M. 3. Q >al. 50 - 55 M. Sd-roeim 1. Dual. 63—70 Tt., 2. Dual. 64 - 66 -älber das */« kg Lebendgewicht 38—45 Pfg. Hämmel das kg Fleifchgewicht 75—80Pfa. Auftrieb: 21 fett, 13 Bu Ben 40 fiü^e, 9 Rin er, 2< 3 Schw-ine, 4 IKäl ber, — Hammel Tendenz: lanafam. blecht Ueberllond.
Liefertische, einer ausreichenden Zahl der Lieferschalter, die Regelung der Liefertage und Lieferzeit, die Bereithaltung ausreichenden Personals für Ausgabe und Abnahme bet Arbeit u. a. m. in Betracht kommen. Als Werkstätten Neue Neiäs^ae?e^e. I im Sinne des Gesetzes sollen bettachtet werden
JtCllC I Räume, die zum Schlafen, Wohnen oder
H- ... I Kochen dienen, wenn dattn gewerbliche Arbeit
Das neue Hausarbettsgesetz. I »«rttchttt wird, sowie im Freien gelegene Ar-
Der dem Reichstage im Jahre 1907 vorge- 1 beitsstellen. Räume, in denen Nahrungs- oder legte Entwurf betreffend die Abänderung der | Eenußmitttt hergestellt oder verarbtttet wer- Gewerbeordnung hat inzwischen zu einem Teil I den. dürfen zu bestimmten anderen Zwecken und Gesetzeskraft erlangt. Es erschien nunmehr jetzt I als Arbeitsräume nicht benutzt werden. De« als zweckmäßig, die Hausindustrie gesondert zu I Kreis der Gewerbetreibenden wird insofern er- uegcln. Es handelt sich zunächst darum, den weitert, als die Führung von Verzeichnissen Ikbelitänben in solchen Gewerbezweigen abzu- I seitens der Gewerbetreibenden auch hinsichtlich Helsen, welche mit besonderen Gefahren für ihr I derjenigen Personen, durch welche lediglich die Leben Gesundheit oder Sittlichkeit bet Arbtt- I llebettragung von Hausarbeit außerhalb bet |et verbunden sind, wenn auch die Schäden, die I Atbeitsstätte des Gewerbetreibenden stattfindet, aus bet ungünstigen Beschaffenheit bet Arbeits- I auch solchen Personen aufetlegt wirb, welche räume, der mangelhaften Einrichtung und I Hausarbeit vermitteln, ohne daß sie eine Ar- llnterhaltung der Betriebsvorrichtungen, Ma- j beitsstätte besitzen.
schinen und' Gerätschaften entstehen, bei der I „ -==
beften^nicht^durch einWtliche^Vorschriften Hessen-Nassau und Nachbargebiete, kämpfen lassen. Von den Bestimmungen der I Gewerbeordnung zum Schutze gegen Gefahren I für die Sittlichkeit der Arbeiter kann für die I r>c>usarbeit nur die Forderung besonderer Ar- I citsrnume und das Verbot der Verwendung I einzelner Arbeiterkategorien in Betracht kom- I men. Daß das letztere zur Besttttgung be- I stehender Mißstände nicht ausreicht, liegt auf I der Hand, da auch die Tätigkeit erwachsener I männlicher Personen bei bedenklichen Arbeiten I wegen der zur Familie gehörigen weiblichen I und jugendlichen Personen nicht geduldtt wer» I den kann. Ebensowenig genügt die Einrichtung I besonderer Arbeitsräume, da das Verbot des I , - t; R->f--
Betretens derselben durch Fainilienangehotige I feit einiger Bett in Linz a. Wb. nermtgten iRe^ .^durchführbar ist. Den bei der Hausarbttt 1 drohenden Gefahren für die Sittlichkeit will bet Entwurf daher nur dadurch entgegentreten, daß bestimmte Arbeiten völlig von bet Hausarbeit ausgeschlossen werden. Gegen eine übermäßige Dauer der Arbeitszeit ist die Gesetzgebung bereits insoweit eingeschritten, als die Beschäftigung noch nicht oder noch schulpflichttge Kinder in dem Gesetz über Kinderarbeit in gewerblichen Betrieben vom 30. März 1903 ge- geregelt worden ist. Im übrigen stehen aber die Verbündeten Regierungen auch gegenwärtig noch aus dem Standpunkt, baft_ von der weiteren Einführung solcher Beschränkungen, angesichts der Schwierigkeiten der Konttolle abzusehen ist. Da die Vereinzelung der Hausarbeit den Unternehmern die Möglichkttt bietet, dadurch die Löhne zu drücken, daß sie die Arbeiter in Unkenntnis über die anderen Arbeitern gezahlten Löhne lassen, so wird vorgefchla- gen. dem Bundesrat die Befugnis zu übertragen, für bestimmie Gewerbe den Aushang solcher Verzeichnisse vorzuschreiben. Ferner ist einaeschritten worden gegen die oft übermäßige jZeitversäumnis der Hausarbeiter btt Empfangnahme oder Ablieferung der Arbeit. Die zuständigen Polizebehörden sollen befugt fein, auf Antrag der Eewerbeaufsichtsbeamten im Wege der Verfügung für einzelne Gewerbebetriebe die entsprechenden Maßnahmen anzuordnen. Dabei wird hinsichtlich der Einrichtung der Betriebsstätte die Forderung genügend großer