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Inhaber Dr. L. Hiheroth, Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
ändert bleiben werde.
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Der bciitiaen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 17.
Marburg
Mittwoch, 2. M-trz 1910
zu halten, hieran jedoch durch einen Polizeileutnant verhindert worden sein. (Das klingt allerdings sehr unwahrscheinlich!?) Weitere Kundgebungen vor dem Reichskanzlerpalais tvurden polizeilich abgeschnitten. Vor dem Schloß wurde, wie es heißt, auf besonderen Wunsch des Kaisers, den Demonstranten nicht entgegengetreten. Besonders bezeichnend ist es, wie die „Deutsche Tageszeitung' schreibt, daß der Zug, der vor dem Abgeordnetenhause demonstriert hatte, auf dem Hofe der „Vorwäris'-Druckeret endete, wo ein Anhänger der Demokratischen Vereinigung noch eine Schlußansprache hielt. Und bezeichnend ist es auch, daß sich Liberale dazu hergeben, die Genossen bet ihren Revolutionsexerzitien zu unterstützen.
Das „Berl. Tagebl.' ist natürlich über diese Leistung des „Volkes' hocherfreut. Unter Volk verstehen ja gewisse Kreise überhaupt nicht mehr das gesamte Volk, sondern nur den Teil, der seine Meinung den anderen so drastisch unter die Augen zu führen pflegt, wie es z. Z. in den Demonstra- twnen geschieht. Das ist aber eine Minderheit. Es läßt sich niemand weißmachen, daß derartige Demonstrationen aufgewicgelter Massen den wirklichen Volkswillen darstellen. Besonders dürste ein Versuch, auf die Mitglieder des Parlaments einzuwirken, aussichtslos sein.
Wenn gar Blätter wie „Franks. Ztg.' und „Berl. Tagebl.' sich mit den Anschauungen unseres wirflichen Volkes identifizieren tvollten, so würden sie nur auf ein heiteres Lachen stoßen.
Zu de« Demonstrationen schreibt die „Post': „Das Recht auf die Straße gehört uns! so haben die von Herrn Naumann geführten Demonstranten gestern in der Burgftraße geschrien. Das ist die trefflichste Erläuterung, die für die Auffassung gegeben werden kann, die diese sozialistischen und sozialliberalen Agitatoren und ihre Gefolgschaft über das Recht auf die Straße haben. Rur dem „Volke', soweit es durch Genoflen und Nau- männer vertreten ist, gehört das Recht auf die Straße. Die übrigen „verrotteten' Anhänger des „elendesten' Wahlrechts dürfen nicht mucksen, dürfen keinen Gebrauch machen von der brutalen „geistigen' Waffe der Herren D Naumann, Lede- bour, Eugen Ernst, Zubeil und ihrer Korybanten. Run, die rechts stehenden Parteien verzichten gern auf diese „geistige' Waffe. — Wenn es gestern dem Tribunen Naumann gelungen ist, die Menge zum Schloß zu sichren, so kann das am nächsten Sonntag auch Herrn Frank aus Mannheim gelingen. Und schließlich wird es ein beliebter Sonntags- sport der sozialistischen und demokrattschen Vereinsleiter werden, ihre Massen nach dem königlichen Schlosse zu führen und so den großstädtt- schen Verkehr der Reichshauptstadt zeitweise lahm zu legen. Daß diese Terrorisierung durch eine politische Minderheit nicht zu einer regelmäßigen Sonntagsbelusttgung des Berliner Mobs werde, dafür müssen umfassende Maßregeln getroffen werden.'
Bestellungen
für den Monat März auf die „Oberhessische Zeitung" nebst ihre« Beilagen werden von unserer Expedition (Martt 21), unseren Ausgabestellen in Kirchhain, Neustadt, Wetter, EbS- dorf, Hachborn, HeSIem-MSlln, Lei. denhofen und Dreihausen sowie von allen Postanstatten und Landbriefträger» entgegenge- nommen.
Deutsches Reich.
— Zur Wahlrechtsreform. Zu den Beschlüssen der Wahlrechtskommission nimmt die „Rordd. Allg. Ztg.' in längeren Ausführungen Stellung. Von dem vorläufigen Beschluß der Wahlrechts- kommiffion auf geheime Wahl für die Urwähler und Aufrechterhaltung der Einrichtung der Wahlmänner sagt sie: „Der Beschluß stellt nur eine Phase dar, der im Laufe der weiteren Verhandlungen noch andere folgen werden. Die Regierung hat keinen Anlaß, endgilttg gegenüber provisorischen Beschlüssen Stellung zu nehmen. Erst der weitere Verlauf der Verhcmdlilngen dürfte ein Urteil Wer die endgiltige Gestaltung der Reform und ihr Schicksal zulassen.'
— In türttschen Diensten. Stuttgart, 28. Febr. Major von Anderten, Feldart.-Reg. Nr. 29, tritt nach dem „Schwäb. Merkur' auf mehrere Jahre in türkische Dienste über. Er hat in Salonik ei» Artillerie-Regiment zur Ausbildung zugewiese« erhalten.
Neue Wahlrechtsdemonstrationen.
■' Der Freisinn agitiert gegen die Wahlrechts- Vorlage der Regierung in den schlimmsten Formen weiter. In Frankfurt hat di« „Franks. Ztg.' die Anhänger der linksliberalen Gruppe« durch ihre Agitation dahin gebracht, daß fie auch öffentlich mit den Genossen demonstrieren, wie wir schon berichtet haben. Komisch wirtt nun, daß da- Blatt jetzt in Ekstase gerät über die angeblich« Bederttung dieser Veranstaltungen. Wenn irgend etwas kein« praktische Bedeuttrng hat, so sind eS derarttge Kundgebungen, die nur de« Willen der Agitawren zum Ausdruck bringen.
Auch in Berlin hat tat Zirkus Busch eine freisinnige Kundgebung der „Jntellekwellen' stattgefunden. Gedacht war die Veranstaltung als Kundgebung für die direkt« und geheime Wahl. So batten auch zwei Rattonalliberale sich zur Beteiligung verleiten lassen. Selbswerständlich wurde die Versammlung in dem überfüllten Saale zu einer Demonstratton für daS Reichstagswahlrecht. Das ergab sich schon aus der Zusammensetzung der Versammlung, denn es waren meistens Genossen anwesend. Eine scharfe Resolutton wurde auch angenommen. Ein Teil der Demonstranten begann schon vor Beginn der Reden mit Hochrufen und einige sangen an allen paffenden und unpassenden Stellen die Marseillaise. Daß man auf das Klassenwahlrecht, auf „Junker' und Polizei in allen Tonarten schimpfte, ist selbstverständlich.
Naumann gab im Namen der „Gebildeten' ohne zu sagen, wer ihm den Auftrag gegeben — die Erklärung ab, daß die Gebildeten auf die ihnen zugedachten Vorrechte verzichte«.
Auf der Sttaße kam es zu weiteren Demon- sttationen, die Abg. Raumann mitmachte, wofür er als Volkstribnn gefeiert wurde. Besondere Ansammlungen waren vor dem Schloß, dem kron- prinzlichen Palais und dem Abgeordnetenhaus. Rach der „Tägl. Rundschau* soll Abg. Pfarrer Raumann versucht haben, vor der Schloßfteihett einen Latcrnenpfahl zu erklettern, um eine Rede
Politische Umschau.
Die SicherheitSeinrichtungen auf de« preußischen Staatsbahnen
werden immer weiter vervollkomment und ausgestaltet. Die Mehrzahl der Unfälle tritt in den ersten Stunden des Dienstes ein. Auf 1 Millionzugkilometer entfielen 1899 6,51 1908 4,8 Unfälle, Entgleisungen 1899 0,9 1908 0,63, Zusammenstöße 1899 0,67, 1908 0,41, getötete und verletzte Bedienstete 1899 3,70, 1908 2,70. Auf 1 Million Reisende ist die Zahl der Getöteten oder Verletzten im Durchschnitt der genannten 10 Jahre 0,51; 1908 betrug st« 0,46. Für England find die entsprechenden Ziffern 2,18 und 2,06, für Frankreich 0,89 und 1,12. Die selbsttätig« Kuppelung einzuführen ist schwierig, auch mit Rücksicht auf den finanziellen
Ausland.
** England und China in Tibet. Rewyork, 28. Febr. Rach einem aus Peking eingetrosfenen Telegramm erklärte die chinesische Regierung dem brittschen auswärtigen Anrte auf dessen Frage nach den Jntenttonen der chinesischen Regierung in Tibet, daß die innere Verwaltung Tibets unter
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend" lwöchentliche Unterhaltungsbeilage) und Landwirtschaftliche Beilage
Die „Oberheffifchr Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. - Der Bezug Spre,S betragt viertel- jährlich durch die Post bezogen 2 25 <* (ohne Bestellgeld), ber unserer» Zeitungsstellen und der Expcdrtton (Markt 21), 2 <*.
Gesichtspunkt. Die übrigen Staat«« wette* sich nicht leicht dazu bereit finden lassen. Fttt Preußen allein würde die Einführung 300 Ml 400 Millionen kosten. Die Gesamtüberfchüßl auf 1 Kilometer Betriebslänge betrugen 18Ä 16900 cM, 1906 18700 <M, 1907 16 600 JH, 1908 13400 -st. Alle zuschlagpflichtigen Schnellzüge sollen in V-Züge umgewandelt werden.
„Um dich mir anzuverirauen, Gilberte!" rief Heinrich jubelnd. „Versteh mich recht, Gilberte? Du darfst versichert sein, daß meine Achtung für dich grenzenlos ist, darfst auf meine ehrfürchtige Ergebenheit zählen. Nie soll eine Schwester zärtlicher behütet, aufmerksamer verwöhnt worden sein, als du es bei mir sein wirst ... ob du mich seben willst, oder ob ich dich meiden soll, steht nur bei dir. Du kannst mit deiner alten Rosalie ruhig zusammenleben, und ich werde nicht zu dir kommen, du müßtest mich denn rufen. Hast du kein Vertrauen in das, was ich dir anbiete? Willst du dich lieber unter den Schutz meiner Mutter stellen? . kch kenne sie ja, sie tut uns alles zu liebe; wer« du das willst, wird fie mit dir auf Reisst gehen . . . nach dem Süden vielleicht. & werde euch nicht begleiten, nicht nachkommen, mir liegt nur daran, daß du dich der Gewalt deines Vaters entziehst. Darin liegt für uns beide das einzige Heil ... es gibt keine« anderen Ausweg . . . fiehst du das ein?"
„Ich verstehe dich wohl," erwiderte Gilberte, „aber ich darf auf deine Vorschläge nicht eingehen. Richt, weil es mir an Vertrauen zu dir fehlt«, Heinrich . . . überdies bin ich meiner selbst sicher genug, um mich vor keiner Gefahr zu fürchten. Es wäre ganz verkehrt, deine gute Mutter kn ein Abenteuer zu verwickeln, das bei der Sinnesart meines Vaters öffentliches Aergernis geben und mtt einer gerichtlichen Klage enden könnte. Er hat mir völlige Freiheit eingeräumt, aber hat da» Recht, darüber zu urteilen, ob ist fi« mißbrauche otet nicht, und mir fie nötigenfalls wieder zu entziehen. Ich werde fein Haus verlasse« — hat er mich doch beinahe daraus verjagt! — aber nicht um Mich unter deine« Schutz zu stelle«. Heinrich,
Preußisches Abgeordnetenhaus.
Im Abgeordnetenhause
würde am Montag der Gesetzentwurf Letr. Auflösung des Landkreises Mülheim a. d. Ruhr, Erweiterung des Landkreises Essen, sowie Erweiterung der Stadtkreise und Abgrenzung der Amtsgerichtsbezirke Mülheim a. d. Ruhr, Oberhausen und Esse«; in erster Lesung beraten. Abg. e. Goßler (kons.) erklärte, daß seine Parteifreunde bei allem Verständnis für die Großstadtpolitik der Regierung doch Bedenken hegten gegen das schnelle Tempo, das jetzt in Eingemeindungsfragen eingeschlagen würde. Das platte Land dürfe nicht in Gefahr geraten durch die Großstadt olittk aufgesogen zu werden, da unsere nationale Kraft auf den gesunden Verhältnissen des platten Landes basiere. Nachdem auch andere Redner für Kommissionsberatung eingetreten waren, ging die Vorlage an die verstärkte Eemeindekommission. Bei der folgenden Fortsetzung der zweiten Lesung des Etats des Ministeriums des Innern (Polizeiverwaltung in den Provinzen) kritisierte Abg. Dr. Liebknecht (Soz.) das Spioniersystem der Geheimpolizei gegen die polnische Bewegung. Unterstaatssekretär Holtz wies die vorgebrachten Anschuldigungen als unerhört zurück. Abg. Strosser (kons.) unterstützte den vom Zentrum vorgebrachten Wunsch auf Bestellung eines eigenen Polizeipräsidenten für Bochum. Abg. Dr. Buffe (kons.) bezweifelte, daß die ben Distriktskommissaren gewährte Erhöhung der Pferde- und Vureaugelder ausreichen würde und stellte einen Antrag seiner Partei auf weitere Erhöhung in Aussicht. Abg. Hammer (kons.) trat für Besserstellung der Gendarmen ein. Es müßte für Dienstwohnungen gesorgt werden, die Dienstaufwandentschädigungen müßten ausreichend bemessen werden, ihren Frauen müsse gestattet werden, durch Nebenerwerb zum Haushalt beizutragen und endlich seien den Gendarmen die Benutzung von Militärfahrtarten zu gestatten und regelmäßige Urlaubszeiten zu gewahren. Minister v. Moltke versprach diese Wünsche nach Möglichkeit zu berücksichtigen. Rach Erledigung der zweiten Lesung des Etats des Ministeriums des Innern vertagte sich das Haus auf Dienstag vormittag 11 Uhr. Berg- Hütten- und Salinenverwaltung. Schluß 5y4 Uhr.
36 (Nachdruck verboten.)
Die Toditer des Abgeordneten.
: ' Von Georges Ohnet.
(S~' (Fortsetzung.)
»Und ich bin der Urheber des ganze« Unheils," sagte Heinrich bekümmert. "Eh' du mich kanntest, warst du ruhig und glücklich, fett ich in dein Leben trat, ist alles anders geworden. Das bringt mich zur Verzweiflung."
„Laß dich's nicht gereuen! Selbst um den Preis meiner einstigen Herzensruhe und glückliche« Zufriedenheit möchte ich nicht darauf verzichte«, dich zu kennen?"
„Du hast mich also wirklich ki«b, Gilbert«?" . „Gewiß nicht minder als du mich."
Verklärt und beseligt schauten fie einander an. aber in Heinrich stieg sofort mietet das Bewußtsein auf, daß diesem Glück Vernichtung drohe, und sein Jubel wandelt« sich in Zorn.
„SBet soll uns aber dann auseinander reißen können?" fragte er.
„Keine andre Macht." versetzt« fi« mtt Ruhe, „als di« untres freien Willens trennt uns." .. „Du willst mich also aufgeben. Gillette?"
„Weil meine Pflicht es gebietet." iv „Und du behauptest, mich zu lieben!" •s" „Ich beweise es dir sogar, indem ich dir nur •fne Frau geben will, die deiner würdig ist."
JDes ist der helle llnfinn! Du willst der Mbscheuliche« Tyrannei deines Vaters freies Spiel lassen! Solang wir getrennt find, ist jar allmächtig, find wir vereinigt, so wird et sich L*«einmal mehr die Mühe geben, Widerstand ter mir damit nahelege«, ich solle
sonder« um tat Kloster Zuflucht zu suchen. Dort entgehe ich jeder Verdächtigung; weder mein Verhalten, noch meine Absichten können mißdeutet werden. Ich stehe dort unter einer Obhut, die jedes Angriffs spottet, und werte nicht mit einem Mädchen verwechselt werden, das sich entführen läßt, um eine glänzende Partie zu machen. Dort roagt sich kein Tadel an mich heran, da kann man nichts in mit erblicken als ein armes Menschenkind, das, dem Drang seines Gewissens folgend, Frieden und Belehrung sucht. Und wen« der Tag kommen sollte, wo mein Vater seine Hätte erkennen und nachgeben würde, dann dürfte ich dtt mit gutem Gewissen die Hand reichen, kein Zweifel, kein Schatten würde auf mich und unfern Bund fallen, alles wäre klar, rein, ehrlich; und so macht' ich's haben. Heinrich, damit wir uns nie etwas vorzuwerfen hätten, damit wir uns, getrennt oder vereinigt, in tiefster Seele achten, von ganzem Hetzen lieben können!"
„D Gilberte!" versetzte der junge Mann beklommen „Was du da aussprichst, raubt mir jede Hoffnung, ist das Todesurteil unftes Glücks, und doch ist's so schön, so stolz, so edel gedacht, daß mein verzagendes Herz keinen Widerspruch dagegen erhebe« kann. Ich soll dich asso verlieren, Gilberte, verlieren in dem Augenblick, wo ich erlernte, rote ganz du mein eigen bist, wo du mir mit deinem Heldensinn utti) deiner Besonnenheit noch tausendfach begehrenswerter erscheinst als je! Ach! Ich bin nicht so mutig wie du, ich bin unvernünftig, bin feige, und ich vermag nichts zu tun, als mein verlorenes Glück zu beweinen. . . ."
Er wat stehen geblieben; fein Gesicht von Gilberte abwendend, ließ et feinen Tränen freie« Lauf. An feinet Sette stand das junge
** Muley Hafid. Wie aus Fez vom 25. Febr. gemeldet wird, bestädigt es sich, daß der Sultan beim Empfang des französischen Ultimatums die Westre unb die Ulemas berief und sich mit ihnen zwei Stunden beriet. Am nächsten Tage wurde der Konsul Gaillard zunt Machsen berufen, wo et die Bedeutung des Ulttmatums klarlegte und von Sultan die Rattficatton der Abkommen erbat. Der Sultan antwortete, er habe sie in Paris ratifizieren lassen. Konsul Gaillard erllärre jedoch, er habe nicht den Auftrag, in Erörterungen einzugehen. Als der Sultan darauf wegen der endgültigen Annahme von zwei oder drei Punkten Vorbehalte machte, zog sich der Konsul zurück und ließ die ftanzösische Kolonie wissen, daß sie mit den Vorbereittmgen zur Abreise beginnen möge. Gleichzeitig ttaf er selber entsprechende Vorbereitungen. Nunmehr ließ der Sultan für Donnen tag, den 24. Februar, den Konsul wieder zu fi bitten. Das Ergebnis der Unterredung ist twtf; nicht bekannt, doch nimmt man an, daß die Entscheidung des Sultans angesichts der Möglichkeit --- ==_____ _________
Mädchen. In dieser stillen Einsamkeit war fie einzig erfüllt von dem Weh, das ter Geliebte durch fie erlitt. Mtt entfärbten, stummen Lippen sah fie ihn an, keines Trosteswortes mächtig, den« sie fühlte wohl, daß sie beim ersten Laut auch in Schluchze« ausbrechen würde. Es bünfte ihr eine Ewigkeit, daß et so von ihr abgewendet stand, sich an einen Baumstamm lehnend, die Stirne gegen die rauhe Rinde ge- prcht, alles um sich vergessend, in dunkler Nacht der Verzweiflung untergehend. Endlich ergriff fie feine Hand, faßte sie fest zwischen ihre beiden und sagte schüchtern: „Heinrich, ich bitte dich, das bricht mir ja das Herz! Muß ich dir Mut zusprechen? Ich habe ja selbst all meine Kraft nötig, um meine schwere Aufgabe zu erfüllen!"
„Du hast recht, Geliebte," sagte er, sich rasch fassend. „Verzeih mit, ich steh' beschämt neben dir . . . ich bin ja weniger übel dran als du und zeige mich doch soviel kraftloser. D Gilberte! Kann uns den« die Zukunft Freuden genug Vorbehalten, um ung für diese Schmerzei» zu entschädigen?"
„Es wird ein Tag fommne," versetzte sie trostreich mit wehmütigem Lächeln, ,.wo die Erinnerung dieser Tränen unser Glück erhöhen und vergolden wird."
„So hast du nicht alle Hoffnung aufge- geben?"
„Nein, Heinrich, denn ich werde Gotte» Barmherzigkeit anrufen und ihm meinen Gla«. ben als Opfer darbringen. Er mutz ja so gut und groß fein, daß er mein bescheidenes Lyfet annehmen und uns dafür das ersehnte Glück schenken wird."
(Fortsetzung folgt.) ---*---