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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
, uno den Beilagen: ,^lach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und Landwirtschaftliche Beilage."
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Die „Oberbefsisch« Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der I Sonn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt viertel- I jährlich durch die Post begoßen 2 26 <M (ohne Bestellgeld), bei I unseren Zcitungsstellen und der Expedition (Markt 21), 2 K. |
Marburg
Dienstag, 1. März 1910.
Die Jnsertiondgebühr beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 16 Pfennige, für Reklamen 30 Pfennige. — Druck und Berlag: Joh. Äug. Koch, Universitäts-Buchdruckerei Inhaber Dr. 6. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
45. Jahrg.
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fit de« M-not Mir,
*ttf die „Oderhesfische 3eit«*t" »H ihren Beilagen werden dwr unserer Expedi- .He« (Markt 21), unseren Ausgabestelle« ta Kirchhain, Neustadt, Wetter, Ebs« darf, Hachborn, Heike«-Mill«, Lei» denhafen und Drethause« sowie von aste« .Postanstalten und Laudbriestrigern entgegengenommen.
Neue Reichsgesetze.
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Das Arbeitskammergesetz.
/" Der dem Reichstag unter dem 25. November 1908 »orgelegte Entwurf eines Arbeitskammer' tzesetzes »ar bereits in der Kommission durchberaten worden. Da eine weitere Beratung wegen des Schlusses der Session nicht stattfinden konnte, haben die verbündeten Regierungen den Entwurf jetzt von neuem vorgelegt. — Die Arbettskammern sind berufen, den wirtschaft» lichen Frieden zu pflegen. Sie sollen die gemeinsame« gewerblichen und wirtschaftlichen Interessen, der Arbeitgeber und Rehmer, der in ihnen vertretenen Gewerbszweige. sowie die auf dem gleichen Gebiete liegenden besonderen Interessen der beteiligten Arbeitnehmer unter gleichmäßiger Berücksichtigung der Arbeitgeber, entressen wahrnehmen. Es ist ihnen ausdrücklich zur Pflicht gemacht, auf Anrufen der Beteiligten beim Abschluß von Tarifverträgen miizuwirken und die Einrichtung von paritätische« Arbeitsnachweisen $n fördern, sowie Veranstaltungen und Maßnahmen, welche die Hebung der wirtschaftlichen Lage und bet allgemeinen Wohlfahrt der Arbeitnehmer zum Zweck haben, «nregen. Bei Streitigkeiten zwischen Arbeitgebern und -Nehmern könne« sie al» Einigungsamt angerufen werden. Die Be- trirbsbeamten, Werkmeister und Techniker stnd mit Rücksicht auf die Schwierigkeit ihrer Stellung in der Arbeitskammer von der (Selb uns des Gesetzes ausgeschlossen worden. Al» Arbeitgeber gelten die Unternehmer solcher Betriebe, welche als gewerbliche im Sinne der Gewerbeordnung anzusehen sind, sofern sie- mindestens einen Arbeitnehmer regelmäßig das -Jahr hindurch beschäftigen. Die Mitglieder der Arbeitskammern und der Abteilungen, sowie ihre Ersatzmänner müsien zur Hälfte aus den Arbeitgebern, zur anderen aus den Arbetb nehmern entnommen werden. Zur Teilnahme an den Wahlen find Deutsche beiderlei Geschlechts berechtigt, welche das 25. Lebensjahr- vollendet hoben, km Bezirke der Arbeitskammern tätig sind und denjenigen Eewerbezweigen als Arbeitgeber oder -Nehmer angehören, für welche die Arbeitskammer errichtet ist. Wählbar sind diejenigen Wahlberechtigten, welche das 30. Lebensjahr vollendet haben, feit mindestens einem Jahre im Hauptberufe denjenigen Gewerbezweigen als Arbeitgeber oder Nehmer angehören, für welche die Arbeitskammer er-
35 «Nachdruck verboten.)
Die Tockter des Maeordneten.
Von Georges Ohnet. k Fortsetzung.)
Als Frau von Irefortet ihrem Sohn diesen Ausspruch wiederholte, erlebte sie etwa» sehr Erstaunliches. Der Freudentaumel, den ste erwartet hatte, blieb gänzlich aus, obwohl ite ihm ja in diesem Urteil über das junge Mädchen die unbedingte Zustimmung und Beihilfe des Vaters zuaenchert hatte. Mit dieser Waffe ausgerüstet, hätte Heinrich ja vor nichts mehr zu erschrecken brauchen. Trotz alledem blieb et unbeweglich auf seinem Sofa liegen, das Gesicht der Wand zuoekehrt, und als seine Mutter in ihn drang, sich doch auszusprechen, ihr zu sagen, was in ihm vorgehe, gab er zur Antwort: ..Für mich.ist Gilberte« Schweigen ein ganz schlimmes Zeichen. EntwÄer ist sie schwer krank, oder hat sie den Widerstand gegen ihren Later aufgegeben, auf jeden Fall fühle ich, daß ich das Opfer bin. Was nützt mir Papas Zustimmung, wenn et nicht im stände ist, die Betwicklung zu lösen? Daß ich den Papa nicht auf meine Seite bringen werde, davor war^mir nie bange. Da hieß es nur, geschickt vorzugehen, ihm Zeit zu lassen, gelingen mußte es. Aber wenn Eourcier unzugänglich bleibt und Gilberte die Waffen gestreckt hat, was soll dann aus mir werden?"
„Wäre dir's lieb, wenn ich zu ihr ginge?" fragte die Mutter.
Jetzt sprang er doch auf, fiel der Mutter em den Hals und küßte ste unter Tränen.
„Wie gut du bisti" wiederholte er wohl «oanriamal. ..Wie soll ich dir danken? Du,
richtet ist und in dem der Wahl voraufge- gangenen Jahre für sich oder ihre Familie Armenunterftütznng aus öffentlichen Mitteln nicht empfangen oder die empfangene Unterstützung erstattet haben. Die Wahlen find unmittelbar und geheim, die Mitgfieder und Ersatzmänner werden auf 6 Jahre gewählt. Die au» der Errichtung unb Tätigkeit der Arbeits- kammern erwachsenden Kosten find von denjenigen in ihren Bezirken belegenen Gemeinden ju tragen, in welchen sich Betrieb-Stätten der in der Kammer vertretenen Gewerbezweige befinden. Die Gemeinden sind ermächtigt. durch Ortsstatut zu bestimmen, daß die auf sie ent» fallenden Kostenanieile von den Jnhabem und Arbeitnehmern der in der Gemeinde belegenen beteiligten Betriebsstätten erhoben werden. Die Vertreter der Arbeitnehmer haben, so ost sie zur Wahrnehmung ihrer Obliegenheiten berufen «erden, ihre Arbeitgeber hiervon in Kenntnis zu setzen. Ist diese Mitteilung erfolgt, so ist es als ein wichtiger Grund, der den- Arbeitgeber zur Kündigung des Arbeitsverhältnisses ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist berechtigt, nicht anzusehen, wenn ein Vertreter der Arbeitnehmer dadurch an der Leistung der Arbett ver- hiichert wird.
Preußisches Abgeordnetenhaus.
Sitzung vom 26. Februar.
Etat des Ministeriums des Innern.
Beim Kapitel .Standesämter' beschwett« sich bet Abg. Swttala (Pole) darüber, daß bei Familiennamen auf —ski die Namen der Frauen nicht mit der weiblichen Endung —ska eingettagen würden. — Beim Kapitel „Landrätliche Aemter und Behörden" befckwette sich Abg. Brors (Ztt.) über die Att der Besetzung der Landbüraermeister- stellen im Rheinland. Geheimrat Freund er- widette, daß die Frag« bei Revision der rheinischen Landgemeindeordnung geregelt werden würde. Abg. Schwabach (natl.) beklagte sich darüber, daß, ttotzdem in den Kreisen Königsberg Gumbinnen und Memel-Hehdekrug der Gebrauch der litauischen Sprache in öffensichen Versammlungen gestattet fei, ihm verboten worden sei, eine von ihm deutsch gehaltene Rede litauisch verdolmetschen zu lassen. Abg. v. Gabler (kons.) bttonte mit Befriedigung, daß die Beschwerden über die Landräte hier mit jedem Jahre geringer würden. Die Landräte standen auf sehr ervonietten Posten und hätten mtt schwiettgen Verhältnissen Witt- schastlicher und poltttscher Natur zu tun. Da könnten schon Mißattfte vottommen. ttotzdem dütte man nicht verallgemeinernd abfällig über die Landräte urteilen. Ebenso falsch sei die Behauptung. daß die Landräte einseitta konservattve Politik bettieben. Der Landrat müsse, wie jeder andere Bürger, seiner polittschen Meinung freien Ausdruck geben dütten. Tätt er das aber, und paßte sie den Liberalen nicht, so werde von ihnen über Wahlbeeinfussung ufw. gezttett. Am besten wäre es. wenn bet Landtat in seinem Kreise seine polittsche Meinung nicht zu sehr betone und über den Patteien stebe. Im Kampfe gegen die So- zialdemokratte müsse er allerdings in erster Reihe stehen. Die Landräte ständen den berechsigten Bestrebungen aller Stände, und besonders der Arbeiter, ivöhlwollend und fördernd aeaenüber. Der Beweis für ein konservatives Patteireaiment sei nicht erbracht. Seine Pattei träte für die Landräte ein, nicht weil sie konservattv, fonbem weil sie für den Bestand des preußischen Staates unentbehrlich wären (Lebhafter Beifall.) Dem Be-
bu willst dich den Ungezogenheiten dieses Besessenen aussetzen? Nein, nein, das darf ich ja nicht zugeben! Ach, und wi« dankbar bin ich dir doch! Wie rührt mich deine Güt«! Aber eine Frau wi« du, überall an Rücksicht, an Verehrung gewöhnt ... in dieses Haus . . . gehen, nein, nein, es ist undenkbar! Versprich mit, nicht hinzugehen ... es würde mich noch unglücklicher machen, als ich schon bin, wüßte ich, daß bet Flegel dich übel empfangen hätte."
Die Baronin versprach es, betrat aber einen andern Ausweg, indem sie ihre Kammerftau an Fräulein Eourcier entsandte. Dies« gewitzige Pariserin mußte mit heiklen Aufträgen schon Bescheid wissen und würde sich nicht so leicht abweisen lassen. Sie übergab ihr also ein kleines Briefchen, schärfte ihr «in, daß sie Antwott darauf erhalten und namentlich Auskunft über das. was dort vorging, Heimbringen müsse. Schon um fünf Uhr nachmittags stürmte die Baronin voll Siegesfreude zu ihrem Sohn hinauf.
„Heinrich?" rief sie schon unter der Tür. „Ich habe Nachricht?"
Mit einem Sprung war et bei ihr, faßte ste an beiden Händen, zog sie aufs Sofa und kniet«, di« Augen fragend auf sie geheftet, vor ihr nieder.
„Deine Gilberte ist ersten« einmal nicht krank." '
„Ah!"
„Aber tief betrübt . . ."
„Wer hat fi« gesehen?"
„Meine Kammerfrau Clementine . .» vor einet starken halben Stunde."
„Die brave Person?"
„Eie ist belohnt worden, darüber fei ohne
dauern des Abg. Grafen Ptaschma (Ztt.), der den Einfluß der polittschen Anschauung auf den gesell- schastlichen unb amtlichen Verkehr beklagte, et« widerte Abg. v. Aardorff (freit.), daß in den Ost- matten alle Deutschen gegen die Polen zusammen- stehen müßten, sonst wäre das Deutschtum bet« loren. Abg. v. Böhlendorfs-Kölpin (konf) betonte, daß feine politischen Freunde weder Ia-Brüdrt noch Rebellen wären, wie, je nach Bedatt, von ihren Gegnern behauptet werde. Die Konferva« ttven wären unabhängig von jedermann und übtet: ihre Pflicht mit Freudigkeit. Um der Land« wittschast zu einer gerechteren Berttetung zu verhelfen. fei eine Revision der Kreisordnung nöttg. — Beim Kapitel .Polizeivetwalttrng in Berlin und Umgebung" verlangt der Abg. Liebknecht (So,.) die Ausweisung der russischen Spitzel au8 Berlin, während Abg. Dr. Faßbender (Ztt.) verschärfte Bestimmungen über den Vettauf und das Tragen von Waffen sordette. Abg. Straffer (konf.) bemerkte, daß die Russen, welche hier beobachtet würden, nicht fo harmloser Natur wären und oft genug die gewährte Gaftfteundschaft mißbraucht hätten. Es wären von ihnen u. a. Waffen zu Revoluttonszwecken nach Rußland hineingeschmuggelt worden.
Politische Umschau.
Mülheim-Wippersütth.
Mülheim a. Rh., 26. gebt. Bei bet heute stattgehabten Reichstagsstichwahl tat Wahlkreise Mülheim-Wipperfühtt-Gummersbach erhielt Oberlandesgerichtsrat Dr. Marx (Zentt.) 21 496 und der Schriftsteller Dr. Erdmann (Soz.) 18 382 Stimmen. Ersterer ist somit gewählt.
Bei der Wahl am 15 Februar erhielte«: Oberlandesgerichtsrat Marx-Düsseldorf (Ztt.) (20 376, Schriftsteller Dr. Erdmann-Köln (So;.) 10 924, Rechtsanwalt Falk-Köln (nl.) 8465, Pfarrer Hoe- mann-Gummersbach (christlichsozial) 1140 Stimmen. Während also dem Zentrum jetzt etwas über 1000 neue Stimmen zufielen, betrug bet Zuwachs der Sozialdemokraten bei der Stichwahl 2400 Stimmen.
Die liberalen Patteien hatten leidet direkt oder inbireft zur Wahl beS Sozialdemokaten aufge- forbert, die Wähler sind ihnen aber zmn größten Teil nicht gefolgt.
Die nattonallib. „Köln. Ztg." verösfenttichte zur Wahl (Hauptwahl) ta Mülheim noch einen Arttkel, in dem ste auch von uns betretene Anschauungen vorbttngt, von denen man hoffe« darf, daß ste in den liberalen Patttten bald Nachfolge finden. Es heißt da: .Zu der Dermehrung der sozialdemokratischen Sttmmen habe« auch di« liberalen Redner beigettagen. In fo manchen Versammlungen ist mit der Sozialdemokatte aus taktischen Gründen zu zahm umgegangen worden. Der sehr behuffam auftretenbe sozialdemokratische Kandidat und fein gelehttges Gefolge haben das ttefflich auszunutzen verstanden. Die unbedingt ttnzuhaltende Scheidelinie zwifchen den national» liberalen unb sozialdemokratischen Grundsätzen zu verwischen ist stttS von Uebet. Die Masse bet Wähler versteht das nicht und folgt in fo mißlichen Zeiten fieber dem, der ihnen em besten schimpft und daS meiste verspricht." — Sehr ttchttg!
Sorge. Ueberdies war si« selbst glücklich, al» sie meine Freude übet den Erfolg ihrer Botschaft mit ansah."
„Der entsetzliche Batet macht ihr also da» Leben sauer?"
„Sie sprechen kein Wort mehr miteinander, und das liebe Kind scheint ins Kloster flüchten zu wollen."
Heinrich rang die Hand«.
„Da werd« ich fi« ja ebensowenig sprechen können?"
„Gtt>uld, Geduld, du wirst sie sehen. Morgen gegen zwei Uhr wird sie dich beim Jägerhaus im Boulognet Gehölz erwarten. Sie hofft, sich auf zwanzig Minuten mit ihrer alten Rosalie von Haus« wegschleichen zu können."
,O diese Seligkeit, Mama? Eie sprechen, von ihr hören, wie sie dentt. was sie tun will . . . nun ist alles, alles gut?"
„Aber ich bin um so übler dran? Du Schlimmer, siehst du denn nicht, wohin du mich tteibst? Eine Mutter, die ein junges Mädchen zum Stelldichein mit ihrem Sohne verleitet! Ich schäme mich recht!"
„Für diese Sünde muß der abscheuliche Eourcier auch noch im Fegfeuer braten!"
Schließlich gerieten fi« in die fröhlichste Stimmung. Heinrich war von neuer Hoffnung belebt, die Mutter selig über die Freude ihres Sohnes, dem fie die gange Welt zum Opfer gebracht hätte.
Schlag zwei Uhr nachmittags sah Heinrich, der längst an den Festungsmauern entlang auf unb ab spaziert war, Fräulein Eourcier in Begleitung ihrer alten Dienerin durch die Avenue Victor Hugo in be» Park einblegen. Mit ans-
Deutsches Reich.
— WohmmgSgeldzuschutz der preußische« Be- amten. Berlin, 26. Febr. Die Verhandlungen des Finanzministers mtt den Vertretern bet Fraktionen, die eine Uebereinftimmung bet Regelung der Wohnungsgeldzuschüffe für die preußischen unmittelbaren Staatsbeamten mtt den für die Reichsbeamten neueingesührten bezwecken, ergaben der „Rordd.Allg. Ztg." zufolge, baß die Ansichten innerhalb der meisten Fraktionen geteilt sind. Ein Teil der Abgeordntten wünscht die baldig« Einführung einer reichsgesetzlichen Regelung, während der andere Teil Bedenken ttägt, weil in der Ortsklaffeneinteilung des Reiches eine Reihe von Orten einer niedrigeren Ortsklasse zugeteilt find, als gegenwärtig in Preußen. Auf Grund der Besprechung wirb innerhalb der Staatsregierung alsbald die Entschließung über das weitere Vorgehen gettossen.
— Ans Hesse«. Frankfurt a. M., 26. Febr. Wie von zuverlässiger Sette gemeldtt wird, sind die Blättermelbungen von der Genehmigung des Abschiedsgesuches des hessischen Finanzministers Dr. Gnauth unb von der Ernennung seines Nach- folgers verfrüht.
— Die Leich« Dr. BurckardtS. Asmara, 26. Febr. Das italienische Kanonenboot „Atetasa" ist von Hodeida mit den Leichnamen Benzonis und BurckardtS ta Massaua angekommen, wo die Leichen vorläufig beigefetzt werden.
— Dänifches. Kiel, 26. Febr. Das Oberlandesgericht bertoarf die Revision des Redafteurs Svensson der Zeitung „Dybbelposten" ta Sonderburg, die biefer gegen baS Urteil bes Landgerichts Flensburg eingelegt hatte, burch baS «t wegen Beleidigung des Amtsrichters Dr. Hahn zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt worden ist. Ebenfo wurde die Revision des Redafteurs Sttackerjahn von der „Schleswigschen Grenzpost" in HaderSleben verworfen. Sttackerjahn hatte den Reichstagsabgeorbneten Hansen (Däne) in einem Arttkel „Landesverräter" genannt unb war deshalb ju 500 M Geldstrafe verurteilt worden.
Ausland.
*• Keine Fälschung. Paris, 27. Febr. Gegenüber anderslautenden Gerüchten stellt eine Rote bet „Agence Havas" fest, daß es absolut un- ttchttg sei, daß bet Bries Muleh Hafids an El Mokri, ta dem die Annahme des in Paris unter- zeichntten Abkommens mttgeteilt wirb, unecht ist. MS bet französische Konsul in Fez Muleh Hasid bte Aufforderung Frankreichs überbrachte, erklärte bet Sultan, er habe bte Abkommen bereits ratifiziert, bte Aufforberung hierzu fei infolgedessen gegenstandslos, aber da das Ultimatum den Zweck hatte, gleichzeitig bte Ratifikation ber Abkommen, bte Unterzeichnung bet Anleihe unb bte Regelung bet auf bte französische Militärmisston zu be« ziehend Fragen zu sichern, bemerkt« ber Konsul, et müsse ausdrücklich um Genugtuung zu allen diesen Fragen bitten. Der Sultan unb ber Groß
gebreiteten Armen flog er auf fie zu, aber mit einem ernsten und doch unsäglich liebevollen Blick wurde ihm sein Ungestüm verwiesen. Eilbertes Gesicht war vollkommen ruhig, doch die Hand, die sie ihm reichte, bebte verdächtig. Er ergriff fi« mit stürmischem Druck und zog fie durch seinen Arm, dann begannen ste jenseits ber Häuser des Ranelagh, wo es still und einsam war, langsam auf und ab zu geben, während Rosalie sich friedlich auf einer sonnbe- schienenen Bank niederließ. Zum erstenmal waren die Liebenden so ungestört, unter blauem Himmel, in freier Luft beisammen, unb beide burtbbrang ein Wonnegefühl, beide aber dach ten dabei mit um so größerer Bitterkeit an die kommende Trennung. Nicht einmal in diesem glückselioen Augenblick konnten sie den Gedanken abschütteln. wie schwer es ihnen gemacht worden war. sich wiederzuseben, und daß ihnen in Zukunft vielleicht jede Möglichkeit dazu abgeschnitten sein würde.
„Ach, mein« lieb« Gilberte," begann Heinrich, dem die Spannung, ihren Entschluß kennen zu lernen, keine Rübe ließ, indem et ihren Arm sanft an sich drückte, „sind wir denn wirklich auf dem tiefsten Punkte unsres Elends angelangt?"
Ich weiß wohl, daß ich dir viele Schmerzen bereite, aber, mein Freund, wenn du erst meinen Jammer tragen müßtest! Du hast doch wenigstens Eltern, die mit dir fühlen und dich tröffen; ich habe auf der weiten Welt niemand, denn mein Vater hat sich von mir abgewendet, - ja. et ist ja der Urheber meines Leids."
(Fortsetzung folgt.)