i
45. Iahrg.
Die Insertionsgebühr beträgt für die Tgefpaltene Zeile oder deren Raum 15 Pfennige, für Reklamen 30 Pfennige. - Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Unioersltats-Buchdruckere, Inhaber Dr C. Hiheroth, Marburg, Markt 21. - Telephon 55.
Weiter sprach Professor Suchsland aus Halle über die Reichsfinanzreform. Es folgten dann noch einige Reden, so Kammerherr von Oldenburg und Rittergutsbesitzer Bodelschwingh - Schwartzcnhasel Um 4y2 Uhr schloß der Vorsitzende Dr. Rösicke die Versammlung, an der ca. 6000 Mitglieder teilgenommen hatten. Die Resolution, die man nach der Rede des Abgeordneten Hahn angenommen hatte, hat folgenden Wortlaut:
Die Generalversammlung des Bundes der Landwirte erklärt ihr volles Einverständnis mit der Tätigkeit ihres Vorstandes im verstossene* Jahre. Sie vertraut darauf, daß derselbe auch ferner alle Maßregeln bekämpfen wird, welche zu einer wirtschaftlichen oder politischen Schwächung des werktätigen Mittelstandes in Land und Stadt führen würden. Die wirtschaftliche Entwickelung der letzten Jahre hat die glänzendste Rechtfertigung der von den< Bund der Landwirte vertretenen Politik erbracht und die Gemeinsamkeit aller naüona- len Erwerbsstände erwiesen. Mit Genugtuung können Wir feststellen, daß diese Erkenntnis auch allmählig in den weitesten Kreisen zur Geltung kommt. — Die Einigkeit dieser StRnde ist eine nationale Notwendigkeit; um so schärfer verurteilt die Generalversammlung alle Bestrebungen, welche eine Verhetzung dieser Stände untereinander bezwecken.
Vom Bauernbund meinte er: Roch niemals hat I eine Organisation Großes schaffen können, die nur auf Verdächtigungen, Verhetzungen und Verleumdungen beruht. Es heißt ja immer: wir wollen die Landwirtschaft fördern, wir wollen die Politik des Bundes der Landwirte machen, wir bekämpfen nur seine Führer. Auch wir Führer des Bundes der Landwirte sind Menschen, und wir werden manchen Fehler in unserer Tätigkeit gemacht haben und noch machen Aber ich möchte immer noch annehmen, daß selbst ein ostelbischer Agrarier etwas mehr Verständnis für die Bedürfnisse des kleinen Besitzers hat als ein Dr. Böhme. Run, meine Herren, ich glaube, gerade über den Bauernbund, der ja doch nur eine Nachahmung des Nord,Ost und anderer hinfälliger Gebilde ist, werden wir uns nicht allzuschwer aufzuregen brauchen, trotz oder vielleicht gerade wegen seiner Lügen, mit denen er gegen uns arbeitet. (Sehr richtig.) Ich arbeite seit säst zwei Jahrzehnten wirklich ernst und eifrig auf dem Gebiete der inneren Kolo- nsation, heute ist mir klar gemacht worden, daß ich ein ganz infamer Schleicher bin, der nur das V"!k um die innere Kolonisation bringen will. (Große Heiterkeit.) Ich bn der Ansicht: der es heute unter- nimmt, die deutschen Erwerbsstände unter einander zu verhetzen, heute, wo wir von innen und außen bedroht sind vom schwersten Kampf, von den Massen der Feinde, der begeht ein nationales Verbrechen (stürmische Zustimmung), genau so schwer, als wenn in einem Heere vor einem Feinde Verräter und Spione austreten. (Bravo).
Dr. Dietrich Hahn gab den Geschäftsbericht aus dem hervorgeht, daß zur Zeit 134 000 Mitglieder östlich und 178 000 Mitglieder westlich der Elbe wohnen unb nur 1600 ostelbische Großgrundbesitzer im Bunde der Landwirte vertreten seien. Im letzten Jahre sei die Mitgliederzahl trotz aller Angriffe um 3000 gestiegen. In einer Polemik gegen die Nationalliberalm meinte er: Ich halte es aber nicht für ausgeschlossen, daß die nationalliberalen Elemente, die auf dem Boden des Heidelberger Programms stehen, die noch heute die alte Miquelsche Mrtschasts- politik, die nach rechts neigte, für richtig halten, sich als Altlibergle sammeln werden, und den Zug nach links nicht mttmachen werden (Bravo!) und sprach besonders auS, daß der Bund der Landwirte niemals gegen den gemäßigten Liberalismus Front gemacht habe, sondern nur gegen den Liberalismus, der sich liberal nannte, in Wirklichkett aber demokratische Politik betrieb. (Sehr richtig!) Vom Hansabund führte er auS, er habe wohl die Kasse, aber nicht die Masse. Der Bauernbund wende sich zwar an die Masse, aber man wisse nicht, woher die Kasse für außerordentliche Agitation des Bauernbundes komme. (Sehr gut!) Der Bauernbund wird nur so lange in Tätigkeit bleiben, wie das nötige Geld auS diesen Kassen zur Verfügung steht, aber zweitens auch nur so lange, wie die von mir vermuteten Geldgeber glauben, daß dieses rationell beim Bauernbund angelegt ist (Stürmische Heiterkeit und lebhafte Bravorufe) und ihnen keinen Erfolg bringen wird, sobald die Tätigkeit des Bauernbundes aufhören wird, ein gutes Geschäft zu sein. Im übrigen führte er auS, daß die Politik des Pundes der Landwirte auch die anderen Erwerbsstände berücksichtigt habe.
stören. So versucht Herr Wesselitzky in der Nowoje Wremja dem Grafen Aehrenthal Wendungen in den Mund zu legen oder im Munde zu verdrehen, die in Berlin gegen ihn verstimmen sollen, so erzählt der Temps allerlei Klatschgeschichten von Intrigen gegen Aehrenthal an denen der deutsche Botschafter von Tschirschky im Verein mit österreichischen und anderen deutschen Politikern beteiligt sein soll. So versucht man hier in Berlin von ausländischer Seite allerlei Aeutzerungen der deutschen Presse gegen den Grafen Aehrenthal hervorzurufen, die diesen verstimmen sollen. Aber das Spiel ist zu durchsichtig, man weiss auch zu gut. wer dahinter steckt, und diese allzu rührigen westeuropäischen Diplomaten an osteuropäischen Höfen werden sich wohl umsonst bemühen. Es ist ja wohl möglich, dass man in manchen Kabinetten argumentiert, der russisch- österreichisch-ungarische Gegensatz stärke nur die Freundschaft Oesterreichs zu Deutschland, wenn man hieie schwächen wollte, müsste man zuerst jenen entfernen. Aber die Herren irren sich eben gründlich in der Einschätzung der engen zwischen den beiden Kaisereichen bestehenden Freundschaft, wenn sie glauben, diese st: auf nichts anderes begründet. Deren Wurzeln liegen tiefer und ftnb durch Hetzereien nicht zu tangieren. . „
So hat der Reichskanzler reichlich Stoff zur Unterhaltung mit der.' Grafen Aehrenthaft An den bestehenden Verhältnissen wird der Besuch nichts ändern Die Beziehungen bedürfen keiner Besserung. Der Besuch ist nur ein neuer Beweis der bestehenden Freundschaft, die bestehen bleiben roirb ungeachtet der Unannehmlichkeiten die die Existenz des deuifch-öster- reichischen Blockes manchen geschäftigen Leuten bereitet.
Deutsches Reich.
— Graf von Aehrenthal. Berlin, 22. gebt. Der Kaiser verlieh dem Grafen von Aehrenthal die Brillanten zum Schwarzen Adlerorden
— Trauerfeierlichkeiten für den Reichstags- Präsidenten Grafen Udo zu Stolberg-Wernigerode. Berlin, 22. Febr. Heute Nachmittag 4 Uhr fand in der Dreifaltigkeitskirche di« Trauerfeier für den Präsidenten des Reichstages Grafen Udo zu Stolberg-Wernigerode statt. Die Trauergemeinde wurde von den Schwiegersöhnen des Verstorbenen, den Grafen Platen und Eulenburg empfangen. Mit dem Präsidium des Reichstages erschienen zahlreiche Abgeordnete aller Parteien, ebenso Beamte des Reichstages, ferner die Präsidien und viele Mitglieder beider Häuser des Landtags. Erschienen waren ausserdem der Reichskanzler, der selber einen Kranz am Sarge niederlegte, die Minister, Staatssekretäre, Mitglieder des Bundesrates, Graf von Lerchenfeld, Freiherr von Varnbuhler, Freiherr von Salza und Lindenau als Vertreter des Königs von Sachsen, ferner das diploma- ttsche Korps und viele hohe Offiziere und Angehörige der Hofgesellschaft, Vertreter der Sta t Berlin und des Offizierkorps des Regimentes Gard« du Eorps. Der Kronprinz erschien tn Vertretung des Kaisers, legte einen Kranz am Sarge triebet und begrüßte die Witwe Graf Stolberg. Rach dem Vortrag« eines Chors und dem Gemeindegesang sprach Konsistorralrat Lehufen über die Worte des 90. Psalm und gab ein Lebensbild des Verstorbenen. Nach der Feier nahm der Kronprinz von den Leidtragenden Abschied. Der Sarg wurde von Unteroffizieren des Regimentes Garde du Corps auf den Leichenwagen gehoben, worauf der Leichenzug sich nach dem Lehrter Bahnhofe bewegte. Hinter dem Leichenwagen schritt mit den Schwiegersöhnen Staatsminister Delbrück als Vertreter des durch die Konferenz mit dem Grafen von
3t »Nachdruck verboten.)
Die Tochter des Abgeordneten.
Von Georges Ohnet. (gortfebuna.)
„Wenn sie Seine Eminenz sprechen will, so U ihr ja mit mir nicht gedient. Sagen St« ihr, sie solle sich schriftlich . .
„Sie sagt, ihre Angelegenheit sei dringlich, ueb ich glaube ihr."
„Gut. Lassen Sie das junge Mädchen eintreten."
Der Groh-Vikar schob die Druckbogen zufam- men und stand auf. Es war ein hagerer Mann mit dunklem Haar, hoher Stirn und geistvollen Wuchtenden Augen, eine asketische Erscheinung. Muf der schwarzen Soutane trug er das rot umsäumte Bischofsmäntelchen und seine Hagerkeit lieh ihn noch größer erscheinen, als er in Wirklichkeit war. Seine schmalen, langgestreckten Hände spielten mit einem kleinen Kruzifix, das er um den Hals hängen hatte. Mit naO^nk- lichem Ausdruck durchschritt er das Gemach, das len Stempel religiöser Strenge trug und dessen dürftige Einrichtung in einem Schreibttsch aus schwarzem Holz und drei abgenützten Lederstühlen bestand. Sein Schritt glitt lautlos über den verblichenen Vodenteppich, und nut das Ticken der marmornen Wanduhr unterbrach die tiefe Stille, die in dem Raum herrschte. Geheimnisvoll und lautlos öffnete ,id) die Türe, und Gilberte Courcier trat, von dem jüngeren Geistffchen begleitet, herein. Ein Kopfnicken
Generalversammlung des Bundes der Landwirte.
Die vorgestttge Generalversammlung des Bundes der Landwirte eröffnete der Vorsitzende Dr. Rösicke mit einem Rückbllck, in dem er auch des verstorbenen Reichstagspräsidenten Grasen Udo zu Stolberg-Wernigerode gedachte. In Bezug aus die Reichsfinanzresorm führte er aus: Wir glaubten und glauben heute noch eine nationale Tat begangen zu haben. Es ist uns gelungen, diejenige Steuer zurückzuweisen, die »vir nicht nur zurückgewiesen wissen wollten, weil wir fürchteten, daß sie wichtige Grundpfeller im Deuffchen Reiche zerstören würde, sondern auch deshalb zurückgewiesen wissen wollten, weil sie unbeschadet dessen, wie man auch darüber gespöttelt hat, uns eine Steuer war, die in unsere heiligsten Empfindungen hin- eingreist. Er bekämpfte den Borwurf als ob die Rechte den Fürsten Bülow gestürzt und wandte sich gegen Hansabund und Bauernbund.
Freiherr von Wangenheim fühtte auS, der Bund der Landwirte habe niemals einen Zweifel gelassen, daß er keine einseitige Bevorzugung der deuffchen Landwirffchaft wollte, sondern nur Gleichberechtigung; wir wollten nur der deuffchen Landwirffchaft die Stellung im Mrffchasts- und politischen Leben wieder erttngen, die ihr zukommt, als der Grundlage, ans welcher alle anderen Erwerbsstände im deuffchen Reiche sich aufbauen.
Bestellungen
für den Monat März auf die „Oberhessische Zeitung" nebst ihren Beilagen werden von unserer Expedi- ttou (Markt 21), unseren Ausgabestellen in Kirchhain, Neustadt, Wetter, EbS- darf, Hachborn, HeSkem-Mäll«, Leidenhofen und Dreihausen sowie von allen Postanstalten und Landbriesträgern entgegengenommen.
Marburg
Donnerstag, 24. Februar 1910.
Oberirenlsche Zeitung" erscheint ragtich mit Ausnah,ne der Zonn« und Feiertage. — Der Bezugspreis betragt viertel- iäbrlich durch die Post bezogen 2 25 JC (ohne Bestellgeld) , bei unserer Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21), 2 dl.
Aehrenthal in Berlin.
Aus Berlin, den 21. Februar, wird uns geschrieben:
Der heute morgen hier angekommene Graf Aehrenthal kommt zu einer günstigen Zeit. Der Zweck seines Besuches ist die Erwiderung des Besuches, den der Reichskanzler im Herbst vorigen Jahres in Wien abgestattet hat. Aber der Augenblick der Aussprache ist gut gewählt, es ist ringsum in der Welt allerlei los, wor- über sich die leitenden Männe, der in so enger Freundschaft verbundenen Reiche recht eingehend unterhalten können.
Zuvörderst Griechenland und Kreta. Wenngleich die kretensische Frage durch den schönen Sieg der Pforte und di« energisch« Willenskundgebung der Mächte, ein« Wahlbeteiligung der Kreter an den griechischen Wahlen mit Gewalt zu unterdrücken, nun ein besseres Aussehen gewonnen, so ist sie doch für die Zukunft nicht ausgeschaltet, und in Griechenland selbst unwahrscheinlich, dass irgend eine Grossmacht Lust zeigen wird, in die inneren griechischen Verhältnisse zu intervenieren und eine etwaige anttdynafttsche Lösung der dortigen Schwierig- keiten mit Gewalt zu verhindern, so ist es doch immerhin möglich, dass die Ereignisse dort eine Wendung nehmen, die auch auf die interna« tionale Politik eine Rückwirkung ausüben müßte. Auch die mazedonischen Dinge scheinen allmählich an Bewegung zu kommen. Der Einigungstraum, den die türkische Revolutton und die anfängliche nattonalitätenfteundliche Haltung der Jungtürken hervorgerufen haben, ist gründlich ausgeträumt. Die anfangs den Junytürken ergebenen Nationalitätenführer haben sich wieder von ihnen abgewandt, die Parteien rüsten sich von neuem zum Kampfe. Die Nachrichten von dorther sagen übereinstimmend, dass das Frühjahr uns wieder eine neue Bandenbewogung bescheren dürste. Da die neue türkische Regierung auch in Asien mit Schwierigkeiten zu kämpfen hat. so können auch für Mazedonien gefährliche Hoffnungen entstehen, die den Grossmächten allerlei schwiettge Probleme zu lösen geben.
Auch Über die zwffchen Wien und Petersburg anzubahnende Verständigung wird man sich jetzt in Berlin unterhalten können, zumal ja als Begletterscheinung dieser Verhandlungen allerlei zwar.sehr plumpe, aber doch charakteristische Hetzversuche gegen uns austauchen. Man scheint die Gelegenheit benützen zu wollen, um auf allerlei Art zwischen Wien unb Berlin eine Saat des Misstrauens zu säen und insbesondere die Freundsckxlft zwischen den leitenden Männern Oestereich-Ungarns und Deuffchlands zu
verabschiedete diesen. Mit einer Handbewegung wies der Geistliche dem jungen Mädchen einen Sitz an, während «, selbst mit d-m Rücken gegen den Karnin gelehnt stehen blieb und fie mit Teilnahme, aber ohne jeden Anflug weltlicher Neugierde betrachtete.
„Mein Fräulein," begann er mit merkwürdig klangvoller, zum Herzen dringender Stimme. „Sie wollen, wie man mir gemeldet hat, Seine Eminenz, den Kardinal-Erzbischof, sprechen. Ich muh Ihnen indes leider bemerken, dass Sie es versäumt haben, um eine Audienz einzukommen."
„Allettffngs... ich bin mtt derlei Gebräuchen vollständig unbekannt," erwidette Gilberte. „Ich wollt« ihn in grosser Not um Hilfe angehen ... es erschien mir so natürlich, nttch an ihn als Helfer und Tröster zu wenden. Entschuldigen Sie meine Unkenntnis..."
„Es 6et>arf keiner Entschuldigung, mein Kind," versetzte der Geistliche gütig, „im Gegenteil! Wenn Seine Eminenz im Palast anwesend wäre, würde ich keinen Augenblick zögern, Sie auch gegen die Vorschrift bei ihm einzuführen ... er würde mir dafür nut Dank wissen, denn et ist ein treubesorgter Hirte, und die Betrübten und Angefochtenen stehen bei ihm obenan. Wollen Sie nicht morgen roieb€rtommen, meine ließe Tochter? Oder aber, wenn Ihnen das Warten schwer fällt, wollen Sie nicht einem freilich minder weisen, minder von Gott begnadigten, aber gewiss nicht minder wohlwollenden und aufrichtigen Priester gestatten. Ihnen
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain und den Beilagen: „Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und Landwirtschaftliche Beilage
den Beistand zu leisten, den Sie bei Seiner die Hände und sprechen Sie mtt mit ein Batet« Eminenz suchen wollten?" I uns«, mein Ätnb. g, ,n füßte«
Die Worte hatten so gütig und herzlich, so Gilberte wurde rot, und ihre Augen lullte* feierlich und würdevoll geklungen, daß Gilbert« I sich mtt Tranen Re voll
sich wunderbar daran auftichten konnte und I »Ich, habe nicht beten gelernt, sag I sofort entschlossen war, sich dem Mann anzu- I Verzweiflung ~
vertrauen der ihr so väterlich entgegentam. „Wie, mein Kind!"rief der Pnester bestürzt Die schönen Augen fest und flehend auf ihn und mitleidig aus. „Sollten Ei« keine Christi* heftend, sagte sie mit gedampfter Stimme: I sein?" < ,in,
„Wenn Sie die Gut« haben wollen, mir Gehör I „Ich bin Zur nichts, «E Dttet ® zu schenken, so will ich Sie zu meinem Richter arme, verängstigt Seele ^nsternis umfangt erwählen." meinen Geist und Zweifel wohnt in meinem
Der Priester gab durch ein Kopfnicken feine Herzen. Man hat mir «Ms gesaA mich nicht, Bereitwilligkeit kund und fragt« mit einiger gelehrt, daher kommt all « J*
Verwunderung: „Wollen Sie denn eine Beichte „Sie scheinen doch ...• ®JC ««Je« abkaen?“ I Ständen angeboren .. .wie kommt es nun, dass
„Eine Beichte? O nein, mein Herr ..." Sie außerhalb der Kirche aufgewachsen find.
„Nennen Sie mich mein Vater," fiel er ihr I „Mein Vater hasst die Kirche und uh freundlich ins Wort sich, ihr Feind zu fein .. O «ott! Mein ®ottl
„Gerne, mein Vater! Nicht um eine Beichte rief Gilberte außer sich. „Das wußte ich Jhn^ handelt fich's, sondern um einen Rechtsspruch, I ja bekennen, und nun werden Sie sich als Anwalt und Vetteidiger meines Glücks bi« I scheu von mit wenden, mich nicht m y ich hier, ach! und es tut not, daß man mich rich- I wollen!" .....__meie
tig versteht, um gerecht zu richten! Meine Lage I „Nur mit um so «^erliche ist guallvoll, mein Geschick so grausam, daß ich Äinb, weil Sie «w so mehr zu bekl^en allein zu keiner Entscheidung gelange und saft Fassen Sie sich, femm^u Sie otbnen SW
zweifle, ob Sie den Mut haben werden, mir Ihre Gedanken! Falls «; pJfaUrig für SW
meinen Weg vorzuzeichnen." . I ist, mir d«i Fall klar «"^iKPen, «mn ich
Ich werde Ihnen nach bestem Wissen und 3w* oleHet^t behilflich fern, indem ich Fr» Gewissen taten, und falls mir selbst das Rechte gen an Sie stelle? _. ,,
dunkel bleibt, Gott um Erleuchtung bitten ... I „Ach ja, mein Vaters Fragen Sie, ich wrr^ ihn wollen wir in gemeinsamem Debet anrufen, I rückhaltlos antworten." .
«$e Sie mit Ihr Hetz erschließen. Falten Sir . . (Fortsetzung folgt.)