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Aus den Parlamenten.

Deutscher Reichstag.

41. Sitzung, Montag, 21. Februar.

Der Prästdentenstuhl ist schwarz umflort ,9üt den Tischen des Bundesrats haben der Reichs­kanzler, die Chefs sämtlicher Reichsämter und eme Reihe preußischer Minister auf der einen Sette, auf der anderen Seite sämtliche Vertreter der an­deren Bundesstaaten Platz genommen. In der Hofloge sind die Damen des Stolbergschen Hause» mit dem Schwiegersohn des verstorbenen Präsi­denten, dem Grafen Eulenburg-Prafsen erschienen. Die Abgeordneten in schwarzer Kleidung sind fehr zahlreich anwefend. , , ,

Vizepräsident Dr. Spahn tritt neben den Sessel des Präsidenten und spricht, während das Haus sich erhebt, einen warmen Rackruf. Ailch der Reichskanzler widmete dem Hingeschiedenen, der nächsten Monat seinen siebzigsten Geburtstag hatte feiern können, herzliche Worte.Der Deutsche Kaiser und der Bundesrat siihlen sich eins mit dem Reichstag in der Wsirdigrlng der Verdienste, die sich der Verstorbene iim das Wohl des Reiches erworben hat Die Pflichten eines hohen Amtes waren ihm Inhalt seines Lebens, und ihre treue Erfüllung sichert dem Verstorbenen em ewige» Andenken." Von Bundesregierungen und Parla­menten waren Beileidsdepeschen einaelaufen, von denen die des Prinzregenten Luitpold und des früheren Reichstagspräsidenten Grafen v. Ball- strem Herr Spahn felbst dem Hause zu Gehör brachte. Weitere Beileidsbezeugungen sind von den Regierungen von Bavern, Baden, Württem­berg und Hessen cingeanaen und werden von dem Schriftführer verlesen. Ebenso eine Beileidskund- gebiing namenS des Hauses der Abgeordneten.

mit Vertrauen, das ebenso rückhaltlos er­widert wie gegeben wird. Unter diesem Zeichen de? gegenftitigen Vertrauens wird auch der Be­such in der deutschen Hauptstadt stehen. Wir begrüßen den ausgezeichneten Staatsmann ht Berlin und heißen ihn von Herzen willkommen.

Einfuhr nach Deutschland dre deutschen Per- tragsfätze einaeränrnt werden. Wahrend der Dauer dieser Verständigung werden die deut­schen Erzeugnisse bei der Einfuhr nach Kanada vom 1. März 1910 ab zu den Sätzen des kana­dischen Eeneraltarifs zugelassen. Dre Verstau, digung ist eine provisorische. Wenn nach an­gemessener Zeit ein Handelsvertrag nicht zu- stande gekommen ist, kann feder der hierin ver- tertenen Teile die auf Grund der vorliegenden Verständigung gewährten bezüglichen Zugv- ständnisse aushören lassen oder zuruckziehen,. in­dem er der anderen Regierung von dieser seiner

Die KnsertionSgebühr beträgt für die 7gespaitene Zeile oder deren Raum 15 Pfennige, für Reklamen 30 Pfennige. D^uck mch «erlag: J°h. «ug. Koch, Nniversitätr-Buchdruckerel Inhaber Dr. E. Hitzeroth, Marburg, Martt 21. Telephon 55.

lisches Lebensinteresse zu verletzen und Jet es auch nur mit unklaren Wünschen und unbedach­ten Worten.

Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 15.

Marburg

Mittwoch, 23. Februar 1910

** Aus Griechenland. Der von dem Gtiechi- scheu Abgeordneten neu gewählte Kammer. Präsident General Nikolaus, M. Tzamados, steht im Alter von 69-70 Jahren Tzamados war schon oft Kriegsminister, so z. B. auch nach der Schlacht von Domokos 1897; er gehörte stets zu den bekannteren Politikern, ursprünglich ist er aus dem Eeniekorps bervorgegangen, gilt als klug und energisch und dürfte schwernch ern willenloses Werkzeug in ber Hand der Lrgastrn.

** Fasche Gerüchte über Abdul Hami» Saloniki, 21. Febr. Hier verlautet daß der ehemalige Sultan Abdul Hamtd mit dem Harem wegen Verschlimmerung seine« Zustandes nach Konstantinopel gebracht worden iss Ruht Abdul Hamid selbst, sondern seine beide. Söhn« und ein g otzer Teil seines Harem, wurden unter Beobachtung größter Heimlichkeit» nach Konstantinopel gebracht. Der Zusta»

mit »em Kreisblatt kür die Kreise Marburg und Kirchham

und den Beilagen: .Aach Feierabend« (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) undLandw.rtfchastiiche Vellage

Exzellenz Frau Graf Udo zu Stolberg-Werni­gerode hat noch folgende Depeschen erhalten: Möchten Sie mir erlauben, Ihnen meine tief­empfundene Teilnahme bei dem so schmerzlichen Heimgänge ihres Gatten auszusprechen und Sie in 31jret schwersten Prüfung zu trösten. Ich sah den Grafen hier zuletzt bei der Beisetzung meines teuren Heimgegangenen Eroßherzogs. Diese Erinnerung vermehrt nut noch mein herzliches Mitempfinden für Sie, ebenso wie das Gedenken an untere Beziehungen in der fernen Vergangenheit. Der Verlust des Grafen berührt die weitesten Kreise, die seiner selbstlosen Tätig­keit stets in großer Dankbarkeit gedenken wer­den Gott befohlen: Großherzogin Luise von Baden."Tief bewegt durch den Heimgang Ihres Mannes, mit dem ich durch vierjährige gemeinsame Arbeit und aufrichtige Freundschaft verbunden war bitte ich Sie, verehrte Eraftn, den Ausdruck 'meines aufrichtigen Beiletts entgegenzunehmen. Meine Frau schließt sich meinet Teilnnahme von Hetzen an. Fürst

Sieebetyrfiitfi)e Zeitung" erscheint täglich mit Ausiiahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis betragt viertel­jährlich durch die Post bezogen 2 25 c* (°^^eo?fbo x unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21), 2 <4.

Politische Umschau.

Zur Neuregelung des Duellwesens wird geschrieben:

Die Sonderstellung, di« der Zweikampf bis­her in unserem Strafrecht eingenommen hat, ist Gegenstand lebhaftester Angriffe gewesen, di« sich besonders gegen die Wahl des Strafmittels richten und erhebliche Verschärfungen fordern. Wenn unser künftiges Strafrecht trotzdem den Zweikampf auch ferner als Sonderdelitt behan­deln will, so liegt dabei der Gedanke zugrunde, daß eine Unterstellung der Duellfolgen unter di« Vorschriften über Körperverletzung unb Tötung zu großen Härten und Schädigungen vieler fonf unbescholtener Personen führen würde, ohne d damit eine Verminderung der Zweitämpfe er« ' reicht würde. Außerseits wird aber 81« Not­wendigkeit einer energischen Bekämpfung des Zweikamvfts anerkannt, die darin zum Ausdruck kommen soll, daß die grundfätzliche Anwendung

Unser Verhältnis zu Holland.

Es ist eine Tatsache, in die wir uns finden Wüsten, daß auf holländischer Seite gelegentlich immer wieder einmal das alte Mißtrauen gegen deutsche Annexionsgelüste wach wird, rote uns das erst jüngst die Anfrage des Herrn van Heeketen in der holländischen ersten Kammer von neuem veranschaulicht hat. Wir würden über diesen an sich bedeutungslosen Zwischenfall da­her auch kein Wort verlieren, wenn er nutzt zu einigen rot« uns scheint, zeitgemäßen Reflexio­nen Anlaß böte, di« auch unser Verhältnis $u England betreffen.

Das heutige Königreich der Niederlande ist eine Schöpfung des Wiener Kongresses und ver­dankt speziell den Bedürfnissen der englischen Politik seine Entstehung. Der mehr als hundert­jährige Kampf Englands unb Frankreichs, der niemals seinen Abschluß fand, war ja von fran­zösischer Seite in seinem letzten Grunde nichts anderes als ein Kampf um den Besitz der hol­ländischen und belgischen Küste gewesen. Frank­reich auf der Höhe seiner europäischen Stellung unter Ludwig XIV. hatte in begreiflichem Ex- pansionsdrang seine Hand nach diesen Gebieten ausgestreckt. Für England dagegen war es da­mals ein Kardinalsatz seiner Politik geworden, die Niederlande unter keinen Umständen in die Hände bet Franzosen fallen zu lassen. War Frankreich -einmal hn Besitz der Maas- und Scheldemiindunq, so war ja die Vormachtstellung des englischen Handels definitiv niedergebrochen. Unter Napoleon I. wat bann Frankreich für einen Moment ans Ziel seiner Wünsch« gelangt. Nach seinem Sturze war es daher Englands vor- nehmstes Bemühen, künftigen französischen Ge­lüsten einen Riegel vorzuschieben. Aus biefem Grunde ist es gerade diese Macht gewesen, di« auf dem Wiener Kongreß die machtvolle Auf- stelluna des preußischen Staates auf dem linken Rheinufer betrieb und fast gegen den Willen der preußischen Staatsmänner durchsetzte. Das neue Königreich bet Niederlande sollte eben an Pt«, ßen einen Hort und Schützer gegen französisch« Uebergrifi« erhalten.

Da» alles gehört heute bet Geschichte an und dennoch, so meinen wir, kann auch jetzt noch der politische Publizist daraus lernen. Freilich, di« Verhältnisse haben sich seitdem verschoben. Frank­reichs Ausckehnungs-Tendenzen find wohl md- gültig begraben und Hamburg und Bremen stick die großen Konkurrenten des englischen Handels geworden. Ja, wenn Rotterdam und Antw«, pen im letzten Menschenalter wieder einen mach, ftgen Auffchwung genommen haben, so sind eben doch auch sie jetzt vorwiegend Ausfallstote des gewärtigen deutschen Exportes. Und hier mm liegt di« Ursache für den leidenschaftlichen Arg- wohn mft dem nicht nur bi« holländische, son­dern auch vor allem die englische öffentliche Mei. nung unser Verhältnis zu England betrachtet. Richt Frankreich scheint heute die Selbständigkeit dieses Landes zu bedrohen, sondern die Macht, deren kommerzieller und wirtschaftlicher Auf- schwung bas stolze Albion auf so vielen ®ebieten einenett und mit Schrecken erfüllt.

Und die prakttschen Konsequenzen dieser Be­trachtungen^ Mißtrauen und Uebelwollen bet anderen müssen wir ertragen und können e^fo= lauge roir ein reines Gewissen haben. Wtr müssen uns nut vor einem hüten: diesem Hebet, wollen selber Nahrung zuzuführen. Und in die­ser Beziehung läßt es unsere Presse doch hie und da an sich fehlen. Bei der Besprechung des Dilles Heeketen war gerade in nationalen Blättern wieder einmal die Rede von derunhaltbaren Stellung", die das heutige Holland 'm feiner Dotierung vom Gesamtdeutschtum einnehme. Ja, was heißt denn bas anderes, als daß Holland sich an Deutschland anlehnen müsse und eine en= gece politische Verbindung beider Länder in chvem beiderseitigen Interesse anzustreben sei? Dao aber ist gerade, was wir auf das enlschi^ benfte bestreiten und zwar soll das nickt bloß heißen, bas wir den Anschein solcher Bestrebun» gen vermeiden müssen, sondern daß selbst ge­heim« Wünscke, die in dieser Richtung liegen können, so gefühlsmäßig falsch und so töricht wie möglich fein würden. Gewiß, in dem Augenblicke, wo England seinerseits Miene machte, seine Seu:b auf Holland zu legen, läge die Sache an- für uns. Dem müßten wir mit allen Mit­teln und AM jeden Preis entgegentreten, Still) «m den unterer eigenen Existenz. Aber so lange England Hollands Neutralität,, die es JtiKt «schaffen, respektiert, haben wir auch «nseirochMs wahrhaftig keinen Grund ein eng-

Fm Abgeordnetenbause

widmete der Vizepräsident Dr. Porlch dem ver­storbenen Reichstagspräsidenten. Grasen zu Stol­berg. am Montag einen warmempfundenen Nach­ruf. Das Haus hatte sich zum ehrenden Andenken des Verstorbenen während der Rede von den Sitzen erhoben. Abg. Dr. v. Heqdebrand u. d. Lasa (kons). begründete den konservativen Anttaa auf Aende- runa der Geschäftsordnung zur Aufrechterhaltung der Ordnung und Einschränkung überlanger Re­den ht diesem Haufe. Der Redner erklärte, daß derartige Vorkommnisse, wie sie sich bei Einbrin­gung der Wahlrechtsvorlage abgespielt haben, mit der Würde des Hauses nicht vereinbar wären. Da aber die Bestimmungen der Geschäftsordnung dem Präsidenten keine Machtbefugnisse geben, folchen Vorgängen wirffam zu begegnen, müßten Maß­regeln getroffen werden, die solche Vorkommnisse zu verhindern geeignet sind. Um die überlangen Reden, die unter Umständen andere Mitglleder in ihrer Redefteiheft beeinträchtigen können, einzu- schränken, müßten die Reden nach l^ftflnbigcr Dauer abgebrochen werden können, wenn das Haus den Redner nickt weiter anhören will (Lebhafter, anhaltender Beifall.) Rack kurzer Debatte wurde der Anttag der Gesckästsordnunas-Kommifsion überwiesen. Bei der folgenden Beratung des EtatS der Aenftalgenossensckaftskafle betonte Aba. Mryenschein, daß die Preußenkasse gefckaffen sei, um dem Mittelstand den Zugang zum Geldmarkt zu öffnen und sick gut bewährt habe. Bei dem Zu- sammenbruck der Elwiller Winzergenossenfckast habe die Kasse getan, was sietun konnte. Es sollte in den dafür passenden Schulen genossenfckaftllcher Unterricht erteilt werden. Abg. Kreth (kons.) er­klärte. wie die Zusammenbrüche einzelner Ge­nossenschaften nickt auf das Svstem, sondern auf Unfähigkeit oder Unredlickkeit einzelner zurückzu- fübren sei. Der Etat wurde genehmigt. Der An- trag e. Brandenstein (kons.) bett. Regelung der Rechtsverhältnisse zwischen der Staatsbahnver- waltuna und den Anliegern wurde auf Befürwor­ten deS Antragstellers debattelos an eine Kom­mission von 14 Mitaliedern verwiesen. Zum fol­genden Anttag der Abg. Aronlohn (frf. Vv.) und Gen bett. Oraaniscttion des öffenflicken Arbefts- nackweises erklärte Abg v. Grsckrr (kons.), daß seine Parteifteunde der Kommickonsberatuna zu­stimmen würden aber die Ansicht, daß nur öffent­liche unb paritätische Arbeitsnachweise zu emvfeh- sen feien, nickt teilen könnten. Rack htrter Debatte ging der Anttaa an die Kommission für Handel und Gewerbe. Nächste Sitzung Mittwoch vonn. 11 Uhr.

Deutsches Reich.

Zu» Tode des ReichstagsprSfideuteu Grafe« zu Stolberg-Wernigerod«. Berlin, 2L Februar DerReichsanzeiger" widmet de» verstorbenen Präsidenten des Reichstage, Gra- ftn M Etolärg-Wernisrrod« einte Nachruf,

^TnuTbttini&«äcn Form bet Freiheits- I worin es heißt: Als Mitglied des Reichstag« S M erwarb er sich durch offenes, gerades, entgegen,

M?9?eumelumi unsres materi- kommendes Wesen allgemeine Achtung und Zu- n lst^ur bteNeuregelumg un^res mären, ^gung. Seine Leitung der Geschäfte de, estsu Ttermit soll I Reichstage, die stets unparteiisch, gerecht, um-

Festungshaft tn 3usfi^ gc ; u-e. I sichtig und tatkräftig waren, fand bei allen einmal bi« Anomalie b eseitigt roeckrtt, robbet l g Hauses ungeteilte Anerkennung

Vollzug vrn-Strafen.deÄrgerliche ^rtchft ^Wertschätzung.' - Königsberg, 21. Febr.

We ^fetzung bes verstorbenen Reichstage roiri), aicherersetis soll den Präsidenten in Dönhofstädt erfolgt Donnerstag

nicht feben, besonders wenn mit schwerer sitt- I lickwr Schuld verbundene Zweikämpfe mit I tödlichem Ausgange zu sühnen find.Daher tritt als mildeste Strafe für Zweikämpfe die Haft em, die eine Ehrenminderung für den Verurttilten I nickt mit sich bringt, immerhin aber ferne Stell- I un« in der Gesellschaft schon mehr berührt als die Festungshaft. Unb hierin ist schon im allge- I meinen eine Verschärfung der Straft zu sehen. I

Da aber vielfach Zweikämpfe stattfinden, die I aus einet sittlichen Schuck eines der Beteiligten entstanden ober in freventlicher Weise verursacht I worden sind, so soll in diesen Fällen an Stell« bet Haft auf Gefängnisstrafe erkannt werben. I Daneben wird es in das Ermessen bes Richters I gestellt, Haft ober Gefängnisstrafe zu verhängen bei einem Zweikampfe mit tödlichem Ausgang, I bet ohne Sekundanten stattgefunden bat Durch diese Bestimmungen soll dem berechtigten Ver­langen nach einer nachdrücklichen Bestrafung der schweren Fälle Rechnung getragen werden. Für den Zweikampf, bei dem solche Erschwetungs- I gründe nicht vorliegen, sowie für bi« Herauf forderung und ihre Abnahme wird an bet Haft ftstaebalten.

Bei den Zweikämpfen unter Vorkehrungen gegen Lebensgefahr, den studentischen Mensuren, soll an dem bisherigen Standpunkte festgehalten werden der auch diese als Zweikämpfe im Sinne des Gesetzes ansieht. Da diele Mensuren tedoch im allgemeinen an Strafwürdigkeit dem anderen Zweikampfe erheblich nackstehen, ft ist die Strafe wesentlich milder zu bemessen. Es ist daher bei Zweikämpfen unter Vorkehrungen gegen die Lebensgefahr eine Haftstraft bis zu einem Jahr unb für die Herausforderung und Annahme eine solche bis zu sechs Monaten vorgesehen. Die strenqsft Straft ist in Aussicht genommen für den bet einen Zweikampf freventlich verschuldet, indem er feinen Gegner absichtlich durch schwer« Beleidigung herausfordert oder sein« Fantilien- ehre verletzt. In solchen Fällen soll auf Gefäng­nis erkannt werden.

Bülow" .

Der Nachfolger des Grafen Tattenbach. Berlin, 21 Febr. Zum Nachfolger des Grafen Tattenbach als deutscher Botschafter in Madrid ist der Gesandte in Lissabon. Prinz Max 31 Ratibor und Corvey ausersehen.

Die 17. Generalversammlung des »uw» bes der Landwirte fand gestern im Zirkus Busch statt und war außerordentlich gut besucht.

Ersatzwahl zum Abgeordnetenhaus Hagen i W 21 Febr. Bei der Ersatzwahl für bis preußische Abgeordnetenhaus. Wahlkreis Arns­berg 4 wurden 500 Stimmen abgegeben, welche sämtlich auf August Bilstein, Fabrikant in Hörde (Kreis Schwelm), freif. Bolkspart-i, entfielen. Dieser ist ftmit gewählt.

D«r stühere Reichstagsabgeordnete Schack ist, wie einem Berliner Mittagsblatt aus Ham­burg gemeldet wird, schon feit Ende der vorigen Woche in die Irrenanstalt Friedrichsberg, und zwar als Pensionär, alfo als Kostgänger, ein»

, aezoaen Die Sacke wird in Hamburg sehr ge-

Befuch des Freiherrn v. Nehrenthal in Berlin. ^im gehalten. Mit der Pflege des früheren

Berlin 21. Febr. Zu Ehren des Mi- I Abgeordneten ist ein durchaus-zuverlässiger unb nisters von Aehrenihal werden hier verschie- verschwiegener Beamter behaut worden.

bene Veranstaltungen stattfinden. Zunächst I __ Die Mannesmann-Angelegenheit. Paris, wird Graf Aehrenthal morgen Mittag von dem | 21 Febr. Im Ausland gebt das Gerücht, baß Kaiser und der Kaiserin empfangen und an I --wischen Deutschland und Frankreich eine Mel­dern Frühstück bei den Majestäten teilnehmen. I nunqsverschiedenheit bezüglich der Mannes- Am Dienstag Abend findet zu Ehren des Mini- I wann-Angelegenheit eingetreten fei. ?n amt« sters ein Diner beim Reichskanzler, am Mitt- I wichen Kreisen erklärt man, hierüber nichts zu woch ein Diner beim österreich-ungarischen Bot- I wissen , O1

schäftet an dem voraussichtlich auch der Kaiser I Deutschland und Kanada. Berlin 21. und die Kaiserin teilnehmen, und am Don- I abTuat. DieNorddeutsche Allgemeine Ztg. nerstag ein Diner beim bayerischen Gesandten I treibt: Am 15. Februar 1910 wurde von dem Grafen v. Lerckenfeld statt. Am Donnerstag kaiserlichen Konsul in Montreal unb von dem Abend ist ein Essen beim Staatssekretär von I kanadischen Finanzminister Fielding eine Ver- Schoen Am Donnerstag Abend erfolgt auch I einbarung unterzeichnet, in der vom 1. Marz vorau^ichtlich die Adresse des Ministers nach I l91o ab den Erzeugnissen KSanadas bet bet München. Die Morbdeutsche ANg. Zeitung- Einfuhr nach Deutschland die deutschen Ver­schreibt: Der österreichisch-ungarische Minister | traosfäfee einaeräumt werden. Wahrend bet des Aeußem wirb am Dienstag in Berlin eintreffen, um ben Besuch zu erwidern, den der Reickskanzler v. Betbmann Hollweg im vori­gen Herbst in Wien abftattete. Als Leiter er politischen Geschichte bet uns verbündeten Monarchie isi Graf Aehrenthal des herzlichsten Empfanges sicket. Die Snmpathien. mit denen wir dem Beliich entgegensehen, werden vertieft durch die frfftbe Erinnerung an Ereignisse von historischer Bedeutung, wobei sich die Allianz zwischen Oesterreich-Ungarn und dem deutschen Reiche bewahrte. In dieser Periode ist dem Grafen Aehrenthal eine weithin sichtbare Rolle belchieden gewesen. Als furchtloser unerfüllter« licket Verfechter der ihm anvertrauten Inter- essen der ösierreichisch-ungarifchen Monarchie er­warb er sich einen Ehrenplatz in der Geschickte des habsburgrscken Reiches. Die Pflege bet Be­ziehungen zu Deutschland behandelte er, alten Traditionen unb eigener Ueberzeuaunq folgend,