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Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 13.
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Marburg
Atittwoch, 16. Februar 1910
Aus den Parlamenten.
Deutscher Reichstag.
Der Reichstag hat am Montag eine für unsere gesamte Volkswirtschaft wichtige Sache behandelt. Deutschland ist in der Lage, fast allein in der Welt zur Zeit über so umfangreiche Kalilager zu bet* füaen daß das Ausland bei Erschövsting gleichwertige Düngemittel auf unsere Produktion angewiesen ist Durch Zusammenbruch des bisherigen Kalishndikats haben sich Verhältnisse berausaebildet. die die Gefahr nahelegen, daß ein vom Auslande abbanaiaer Trust diele wichtige Industrie in seine Gewalt bekommt. Das könnte natürlich nur von ungünstigster Wirkung auf unser gesamtes Witttckmftstoelen sein. Der vorliegende Reaierunasentwurf sucht dem vorzubeugen, in-
Das Recht auf die Straße wird in diesen Tagen von der Sozialdemokratie «nd ihre» bürgerlichen Antreibern besonders laut gefordert. Dabei wird behauptet, daß derartige Demonstrationen ganz harmlos sind; zu Ausschreitungen komme es nur dadurch, daß die Polizei .provoziere", den Genoffen selbst sei es zu danken, wenn die .spontanen" (I) Kundgebungen der Maffe .ruhig" ablaufen. Ja, man möchte gern, daß die Aufsicht über den Zug.den eigenen Ordnern überlasten werde. Der Staat wird natürlich nicht die Sorge für die öffentliche Ordnung vertrauensvoll in die Hände ausgerechnet der Genossen legen! Man vergegenwärtige sich nur, welche Bedeutung nach den Worten der Führer selbst diese „harmlosen" Straßenumzüge haben. Sie sollen die Massen einexerzieren auf den Tag, wo „der Kampf um Kopf und Kragen" geht, wie Bebel einmal sagte. Der Gewerkschaftsführer Legien erklärte auf dem Parteitage zu Jena: .Gehen die Masten einmal auf die Straßen, dann «ibts kein Zurück mehr, dann heißt es biegen oder -rechen." Ein Recht auf die Straße zu politischen Demonstrationen gibt es nicht, die Straße ist für -en Verkehr da. Ruhige Pastanten müssen davor geschützt werden, durch derartige Umzüge in Unannehmlichkeiten gebracht zu werden. Daß derartige Umzüae eine Gelahr für die öffentliche Sicherbeit in sich tragen, ist aar nicht zu bestreiten.
Nicht ohne Humor ist es, wenn man vom „Vorwärts" und seinen Blutsverwandten hört, daß das „freie" England — merkwürdigerweise das Ideal aller Radikalen, denn bekanntlich hat England ein Wahlrecht, das viele tausend Männer einfach von vornherein auslckffießt — auch hier vorbildlich wirken müsse. Kein Land der Welt hat sich so gegen den Terror der Masse gesichert wie England. Von allen Umzügen muß die Polizei vorher Nachricht haben, ungesetzliche sind zu verbieten. Als ungesetzlich gilt: „offene Gewalt oder die Absicht, einen gesetzlich an und für sich erlaubten oder unrrla-bten Zweck in einer Art und Weise auszuführen, die den öffentlichen Frieden gefährdet, oder die ruhigen Leuten in der Nähe der Versammlung Grund zu der Annahme. gibt, daß dadurch der öffentliche Fried« gebrochen wird, ferner die Absicht, die Exekutive oder das Parlament einzuschüchtern, eisten Ausstand vorzubereiten oder aufrührerische Reden zu halten."
Ungesetzlich tvird eine Versamnrlung auch dadurch, „daß in jhr aufrührerische Worte fallen, die geeignet sind, einen Bruch des öffentlichen Friedens herbeizuführen". Wer aber gar in England wie in Berlin die Parole „Nach dem Scklloflc!" ausgeben wollte, dem würde es schlecht ergehen. Das Gesetz bestimmt, „daß keine Person sich zu Seiner Majestät oder nach einem der beiden Häuser des Parlaments unter dem Vorwande, ein Gesuch zu überreichen, begleitet von einer übermäßigen Anzahl Leute und in keinem
25 (Nachdruck verboten.)
Die Tockter des Abgeordneten.
Von Georges Ohnet.
t Fortsetzung.!
Da Gilberte durch ihr forschendes Schweigen etwas beklommen zu sein schien, nahm Frau von Tresorier das Gespräch wieder auf:
„Wie alt sind Sie denn, mein Kind?"
„Zwanzig Jahre, gnädige Frau."
„Und Sie leben mit Ihrem Herrn Vater allein?"
„Ja, gnädige Frau, und mit der alten Dienerin, die mich auferzogen hat. Ich hatte das Unglück, meine Mutter in frühester Kindheit zu verlieren, doch mein Vater hat sie mir nach besten Kräften ersetzt und mir wirklich verdoppelte Liebe gespendet . . . wir sind fast unzertrennlich."
, Daß sie ihres Vaters Lob in einem Hause sang, wo ihm alle feindlich gesinnt waren, gefiel 'der Baronin. Die Kleine war treu und tapfer. Mn mütterlicher Blick spendete ihr Beifall.
„Diesem Umstand war wohl auch Ihre Beteiligung an den Festen in Toulon zuzu- schreiben?"
„Gewiß, gnädige Frau, mein Vater hätte «ich nicht mehrere Tage allein lassen mögen, »nd so kam es, daß ..."
Sie errörtete und mochte den Satz nicht rollenden.
. „Daß Sie mit meinem Sohn zusammen- ^rafen," ergänzte ihn die Baronin an ihrer sstelle. „Sie wußten nicht, wer er, er wußte
Ausland.
“ Das Befinden de« Königs von Schwede«. Stockholm, 14. Febr. Das Befinden des Königs hat sich soweit gebessert, daß die Mitglieder der königlichen Familie jetzt zum Besuche zugelassen
Im Abgeordnetenhause
stand am Montag eine Interpellation der Nationalliberalen zur BeraMng, die vom Aba. Dr. Friedberg (natl.) einoehend begründet wurde. Es handelte sich um amtliche Maßnahmen gegen Beamte gelegentlich der letzten Wahlen in den Ostmarken. Im Kreise Bromberg hätten die Nationalliberalen einen eigenen Kandidaten ausgestellt, weil die bisher von ihnen unterstützten konservativen Kandidaten immer mehr ins agrarische Lager geraten wären. Der nattonalliberale Wahlaufruf sei von verschiedenen Beamten unterzeichnet worden, auch hätten Maßregelunaen stattgeftlnden. Er (der Redners frage, ob die Regierung. bewußt gegen die Nattonalliberale» Front machen wolle.
Minister v. Moltke erwidette, daß eS beanstandet werden müsse, wenn Beamte unter Hinzufügung ihres Amtstttels Wahlaufrufe unterzeichneten. Ferner wurde durch dieses Vorgehen in dem von Polen und Deuffchen heißumstrittenen Wahlkreise Uneinigkeit in die Reiben der Deutschen bineingettagen. Die Folae war. daß eS zur Sttchwahl zwischen dem Polen und dem Konservativen kam, in der allerdings der letztere obsiegte. Es sind seitens des Oberprästdenten lediglich darüber Vorhaltungen gemacht worden, daß diese Zersplitterung der deuffchen Stimmen unter Umständen zu einem Siege der Polen fiibren könnte. Ein Druck auf die Wablfreibeit oder Maßregelungen wären nicht erfolgt. Die „Kölnische Zeitzina" habe die Zersplitterung der Deitt- schen in dem gefährdeten Wahlkreise für höchst bedenklich bezeichnet und gemißbilliat. Die Staats- regierung und die ganze deuffcke Bevölkerung im Osten wisse dem Oberpräüdenten für seine Stellungnahme im deuffcknationalen Interesse Dank.
Abg. Roaalla v. Bieberstein (kons) betonte, seine politischen Freunde hätten ebenso die Aufstellung eines Antisemiten, tote die des national- liberalen evanaelffchen Pfarrers (in -einem, zum großen Teil katholischen Wahlkreises bedauert. Das Verhalten des Oberpräsidenten gegenüber dieser Zersplitterung des Deuffckwtms verdiene ttickhaltlose Anerkennung und aufrichtigen Dank. Nach den unter Beweis gestellten Ausführungen des Ministers könne von irgendeiner Maßregelung auch nickst im geringsten die Rede sein. Der Redner vettas einen Aufruf der Naffonalliberalen. der bewies, wie verhetzend sie im Wahlkreise gegen die Konservativen aufgctteten wären. Beim Verlesen wurde dem Redner vom Aba. Dr. Lieb- knecht (Soz.) zuaerufen: „Sie denunzieren?" Wegen des Zwischenrufes erteilte der Vizepräsident Dr. Krause dem Abgeordneten einen Ord- nungsntf. Der Redner bedauette den unangemessenen Ton. den die Redner der Naffonalliberalen am Sonnabend und heute gegen seine Pattei angeschlagen hätten. Das erschwere den pettönlichen Verkehr mit ihnen bei einer so wichtigen Frage wie der Wahlreform ganz erheblich.
Aba. Biereck (sretkons) bestättat aus eigener Ettahrung. daß die Wahlkreise in der Ostmark nur durch festes Zusammengehen aller Deuffchen gegen das Volenwm zu halten seien.
Abg. Aronsohn (frs. Vp.) erllätt, daß von einem einseiffgen konservaffven Patteiregiment
Deutsches Reich.
— Die Sadt Berlin und die Wahlrechtsvor. läge. Berlin, 14. Febr. Der Stadtverordnetenvorsteherstellvertreter, Cassel, hat bei der Stadtverordnetenversammlung einen von zahl, reichen Stadtverordneten mitunterzeichneten Antrag eingebracht, die Versammlung möge mit Rücksicht darauf, daß die preußische Wahlrechtsvorlage die Stadt Berlin benachteiligt, den Magisttat ersuchen, in einet an das Abgeordnetenhaus zu richtenden Petition für eine entsprechende Aenderung der Wahlrechtsoorlage einzutreten.
— Freie Erfindung. München, 14. Febr. Der Bericht des „Wiener Journals", nach welchem Prinz Ludwig von Bayern sich kürzlich in scharfer Weise über die preußische Wahlrechtsvorlage ausgesprochen haben soll, beruht nach Erkundigungen an unterrichteter Stelle vollständig auf freier Erfindung. — Prinz Ludwig sollte einem bekannten Großindustriellen gegenüber die Vorlage als ein gewagtes Experiment bezeichnet, das geeignet sei, die ruhige und stetige Entwicklug Preußens zu untergraben. Wenn die Angelegenheit auch im Grunde eine innerpreußische sei, so sei doch zu befürchten, daß die tiefgehende Erregung der Bevölkerung sich bei den nächsten Reichstagswahlen Luft machen und für eine regierungsfeindliche Zusammensetzung de» Reichstages von entscheidender Bedeutung sein könne. Hier beginne die Angelegenheit eine Reichssache zu werden, bei der die Bundesstaaten wesentlich interessiert seien. Prinz Ludwig soll ausdrücklich versichert haben, daß auch andere Bundesfürsten diese Bedenke» geäußert hätten. Schließlich sei der Prinz aus den Reichskanzler v. Beethmann Hollweg zu sprechen gekommen, habe seinen Charakter gerühmt. seine universelle Bildung hervorgehoben, aber bezweifelt, daß der stille weltfremde Mann den Stürmen der großen internationalen Po. litik auf die Dauer gewachsen sein werden. Der, artigen Klatsch hält natürlich niemand für wahr, außer denen die mit solchen Dingen krebsen gehn.
Falle mit mehr als zehn Personen begeben soll". Zuwiderhandlungen werden mit Geldsttafe und Einketteritug geahndet. Ungesetzliche Versammlungen können hu voraus verboten ober erforderlichenfalls mit Gewalt aufgelöste werden, wobei ein etwaiger Widerstand als Aufruhr angesehen wird.
Wie „harmlos" die vorgesttigen Umzüge verlaufen sind, davon noch einige Proben. Des „B. T." meldet ein Ereignis an der Pflingsttirche folgendermaßen: „Dott (an der Kirche) trat Prediger Sylvester gerade nach Schluß der Sonntagsschule mit seinen kleinen Schülern aus der Kirche, als der Zug nabte. Sofort ertönten Rufe: „Runter mit dem Pfaffen!" „Haut den schwarzen Satan!" Erst als der Geistliche, sichtlich betroffen, in die Kirche zurücktrat und deren Tor hinter sich schließen ließ, marschierte die Masse weiter und zerstteute sich später."
Wie die „B. Z. am Mittag" mitteilt, haben die Genossen sonst vielfach den Führern den Gehorsam verweigett. Vielfach marschietten auch Frauen an der Spitze. Daß Herr Breitscheid mit seinem Häuflein auch mitzog, wollen wir nicht vergeffeu.
Der „Vorwätts" schildett den Verlauf der Breslauer Kundgebung vom vorletzten Sonntag: „Immer dichter wird die Menschenmasse, die die Sttaße füllt. Die Aufregung der Spießer wird von Minute zu Minute größer . . . Man kann weder vor- noch rückwätts. Die Bessergelleideten fluchen und schimpfen. Die Arbeiter lachen. Einige Bourgeois flüchten In Droschken. Und zum efftenmale dröhnt es durch die Massen: „Hoch das freie Recht!" Rieder mit Oldenburg!" „Nieder mit den Junkern!" Ganz spontan. (!) Brausend pflanzt sich der Rus fort. Hundert Fenster werden aufgettssen. Die Feigen unter den Vornehmen flüchten in die Elettrische und Droschken. Reue Hochrufe, neue Pereats. Ratlos steht und hott es die Polizei. Endlich stößt sie die weniger gut Gefleideten in die Nebenstraßen ab."
Sehr richtig bemerkt die „Tagesztg." dazu: „Auch „Spießer" und „Bessergelleidete" haben ein Recht, vor solcher Belästigung und Bedrohung geschützt zu werden."
Zudem dürste daS ganze Beginnen sinnlos fein. Ein Parlament, das sich durch solche Dinge von her Erfüllung seiner Pflicht, nach eigener Neberzeugung zu entscheiden, abhalten ließe, wäre keinen Schuß Pulver wett.
dem er für 20 Jahre eine Art Zwangssyndikat vorsteht, wodurch einer Verschleuderung dieses wichtigen Produttes vorgebeugt werden soll. Ein Einschreiten der Regienmg wird deshalb auf Seiten der Rechten mit Freude begrüßt, wenn auch vielleicht über die Art der Ausführung abweichende Ansichten vorhanden sind. Auch Freiherr v Gump und Herr Heine halten ein solches Vorgehen für nötig, haben aber große Bedenken gegen den vorliegenden Entwurf, während Herr Gothein ihn von vornherein ablehnt, cnffpttcht er doch nicht dem manchesterlichen Gnmdsatz vom freien Spiel der Kräfte. Den konservativen Standpuntt vettrat der Ab«. Dr. Roestcke. Darauf trat Vertagung ein.
nicht, wer Sie waren, das begünstigte die Annäherung und gegenseitiges Wohlgefallen. Das heißt, damit fetze ich vielleicht zu viel voraus," unterbrach sich Frau von Treforier lächelnd. „Mein Sohn hat mir nur gesagt, daß er Sie liebe, ob Sie sein Gefühl erwidern, weiß ich noch nicht."
Dem jungen Mädchen wurde das Herz schwer. Sie senkte den Blick und versetzte mit wehmütigem Ernst: „Daß ich's tue, wird vielleicht für mich zum schweren Unglück werden, ober es staich nicht in meiner Macht, es zu unterlassen."
Zwei dicke Thränen rollten über ihre Man- gen und mit bebender Stimme fuhr sie fort: „Schon habe ich meines Vaters Zorn dadurch erregt, und ich bin nicht gewiß, ob auch Sie, gnädige Frau, mir nicht darüber zürnen. Jedenfalls hin ich mir bewußt, daß die Nachsicht und Güte, womit Sie mich aufnehmen, nicht ganz fteiwillig sind. . . . Urteilen Sie selbst, ob nicht Angst und Traurigkeit die Freude überwiegen, ob es nicht für uns alle besser wäre, Ihr Sohn hätte mich nie kennen gelernt."
„Nein, mein Kind das glaube ich nicht," erwidette die Baronin herzlich, „und so weit es in meiner Macht steht, Reue über diese Neigung von Ihne» fern zu halten, wird es geschehen . . . dazu verpflichtete ich mich. Aus Liebe zu meinem Sohn habe ich mich bereit finden lassen, Sie fteundlich aufzunehmen, jetzt, da ich Sie gelegen und gesprochen habe, da ich anfange, Ihr Wesen und Ihre Denlungsart zu verstehen, fühle ich, daß ich Sie um Ihrer selbst will« lieb gewinnen
etwas heftigem Ton warf die Baronin hin: „Das wäre ja reizend, wenn er den Widerstand fottfetzte, während wir uns ergeben und Frieden bieten, und wenn er all dem Unrecht, das et schon an uns begangen hat, auch noch das hinzufügte, uns zurückzustoßen!"
„Sie sehen, gnädige Frau," bemerkte Gilberte, „wie vulkanisch der Boden ist, aus dem wir uns bewegen, denn selbst Sie mit Ihrer versöhnlichen Gesinnung und Güte büßen beim ersten Schritt daraus von Ihrer Ruhe ein."
„Sehr richtig bemerkt, mein Kind, es war eine recht thörichte, kleine Anwandlung von mir," gestand die Baronin wieder vollkommen. heiter „WiQingerecht, Ihnen eine Scene zu machen, JhnMs die Sie doch nur das schuldlose Opfer all dieser leidigen unfruchtbaren Zwistigkeiten sind."
„Ach, gnädige Frau, wenn eine friedliche Annäherung daraus hervorgehen sollte, würde ich gern Vorwürfe anhören, manches hatte Wott hinnehmen. Ich würde die Eintracht zwischen unfein Familien freudig mit mancherlei Verdruß und Aerger erkaufen, nur bin ich leider gar nicht recht in der Lage, den Kampf in zweckmäßiger Weise zu führen."
„Ihr Vater hängt ja doch sehr an Ihnen?"
„Mit seinem ganzen Herzen."
„Er hat Ihnen eine gute Erziehung ge geben . .
„Meiner Ansicht nach, ja. Wenigstens schließ« ich es aus der Sorgfalt, die er darauf ve» wendete, über den Erfolg können Sie ja besser urteilen als ich." Fortsetzung felgt.
des Oberpräsidenten in Bromberg absolut keine Rede sein könne. Die Wotte des Abg. von Bie- berflein (kons.) würden in der Ostmark lebhafte« Widerhall finden.
Es sprachen noch Abg. Switala (Pole), Abg. Dr. Bell-Essen (Ztr.), Abg. Dr. Friedberg (naff.)
Btt der folgenden ztoetten Beratung der Zoll- und indiretten Steuervertoaltnng wies der Abg. v. Pappenheim (kons.) darauf hin, daß bunfi die Erhebung der neuen Steuern den Einzelstaaten erhebliche Mehrlasten erwachsen wären, denen aber noch keine enffprechende Mehrvergütung durch das Reich gegcuüberstehe. Der Finanzminister erttätte, daß diesbezügliche Verhandlungen schon einaeleitet wären. Abg. Wolkowstt ikons.) fordette für die Zollaufseher erhöhte r-'t- schädiauug für ihre Dienstauslagen und wünschte Anrechnung des Mililärfahres auf das Besol- dunasdienstattcr bei den Zivilanwättem. Mit Erledioung dieses Etats war die Tagesordnung erschöpft. Nächste Sitzung Mittwoch vormittag 11 Ubr: Justizetat.
werde. Wenn Sie Ermutigung und Zuversicht daraus schöpfen wollen, so kann ich Ihnen ehrlich sagen, daß Sie mein Herz gewonnen haben, liebe Gilberte. Wenn Sie die Tochter eines beliebigen Vaters wären, würde ich Ihren (Eintritt in unsre Familie als Gewinn willkommen heißen, aber . . . nicht böse werden, mein Liebling, ich bin weit entfernt, etwas gegn die Persönlichkeit des Herrn Courcier einzuwenden? ... aber ich muß Ihnen zugeben, daß wir Schwirrig- keiten zu überwinden haben. Die häßlichen politischen Meinungsverschiedenheiten uni) Gehässigkeiten, die zwischen Ihrem Vater und meinem Mann stehen, bilden das Hindernis, das beseitigt werden muß. Das einzige, denn alles übrige, wie weltliche Rücksichten auf Familie und Vermögen sprechen bei uns gar nicht mit, und wir würden Sie mit Freuden aufnehmen, wie Sie da find, im Glanz Ihrer Schönheit und Jugend? Nun weiß ich ja ziemlich genau, daß ich meinen Mann umstimmen werde, was ich aber nicht weiß, ist, was wir von Ihrem Vater zu erwarten haben."
„Ach! Ich fürchte sehr, nicht Gutes, gnädige Frau! Und das macht mich um so unglücklicher, seit ich Ihre Herzensgüte, Ihre Großmut und großartige Gesinnung würdigen kaim! Allerdings entsprangen ja seine gestrigen Aeußerun- gen der ersten Aufwallung des Zornes über Sten Sohn und solche Erregungen legen sich
ihm rasch, aber diese Frage berührt ihn auf dem Gebiet, wo er am empfindlichsten ist und am meisten zur Hartnäckigkeit geneigt*
Mit einer gereizten Handbewegung und in
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