45. Jahr«.
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(Nachdruck verboten.)
werd' ich diesem Burschen die Knochen im Leib zuiammenfchlagen, wo und wann ich ihn zu fassen bekomme?"
Gilberte hätte ihren Vater in bte wohlwollenden Absichten der Baronin Tresorier einweihen und ihm dadurch ein« gerechtere Auffaffung beibringen können, sie hielt es aber für ratsam vorderhand lieber darüber zu schweigen Zn seiner jetzigen Stimmung hätte Cour, cier es sicher fertig gebracht, auch das beruhigend« Eingreifen der Mutter übel zu deuten ja er hätte sich möglicherweise dem geplanten Besuch widersetzt und dadurch bte Vmoirk- lichung der Hoffnungen Heinrichs gefö.rbet.
Liebeszauber umsponnen.
Am Tag darauf befand sich di« Baronin zwei Uhr in ihrem kleinen Wohnzimmer des ersten Stocks, wo nur der engste Kreis vertrauter Freunde Zutritt hatte und wo ihr« Sammlung auf Elfenbein gemalter Miniaturen, sowie eine Heilige Jungfrau von Holbein und ein Heiliger Michael von Francia aufgestellt waren. Dorthin kam die vorher wohl unterrichtet« Zofe mit der leise geflüstetten Meldung, daß Fräulein Courcier da sei, und die Baronin gab den Auftrag, sie hierherzuführen. In einer Aufregung,
türen, durch die sich die Diebe einschleichen. Dieser junge Millionär und Baron hat geruht, fein Auge auf ein Mädchen aus dem Volk zu werfen .. . der kleinen Proletarierin gegenüber ist alles erlaubt, das gehört zu den Herrenrechten und vornehmen Vergnügungen! Sei auf deiner Hut, laß dich nicht blenden? Du würdest nicht Trän«» genug finden, den Schmerz der Enttäuschung zu beweinen! Uebrigens weiß ich ja fetzt, wie ich dran bin, und werde diesem verli^ de» Jüngelchen heimleuchten, wenn er sich noch einmal untersteht, auch nur am Haus vorüber- zugchen. So wahr all« Mensche» gleich sind,
Die „Oberheniiche Rettung" erichemt täglich nm Ausnahme der Sonn- und Feiertage. — Der Bezugspreis betragt dl-tttt- jährlich durch die Post bezogen 2 25 Jt ^e Bestellgeld), bet unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21), 2
Versammlung in Frankfurt a. M. nach der „Frkf. Ztg." ebenfalls sehr nachdtticklich Str aßen- demonstrationen empsohlen. (Wenn auch dies Mittel versage, so müsse bei der nächsten Reichstagswahl — so erklärte der mandathungrige Neu-Demokrat — ein Schrei durchs Volk gehen: Rache wollen wir haben!)
In Frankfurt kam es zu einer sozialdemo- krattschen Demonstrattons-Versammlung in den Räumen des Schuhmann-Theaters zu einem Zusammenstoß zwischen der Schutzmannschast und Sozialdemokraten, welche, die Marseillaise singend, demonstrietten. Ein Schutzmann, der eine Verhaftung vornehmen wollte, wurde vom Pferde gerissen. Andere Verhaftete wurden ditrch Demonstranten wieder befreit. Vor dem Bismarckdenkmal stellten sich einzelne aufs Postament und schtten dem Denkmal .Bluthund!" zu. Natürlich war in den Versammlungen von den sog. Rednern zur Ruhe ermahnt worden, nachdem man in der üblichen Weise gehetzt hatte.
Daß die Behörden nicht gewillt sind, dem „Schrei" nach der Straße nachzugeben, zeigt folgende Bekanntmachung des Berliner Polizeipräsidenten: „Es wird das „Recht auf die Sttaße" verkündet. Die Sttaße dient lediglich dem Verkehr. Bei Widerstand gegen die Staatsgewalt erfolgt Waffengebrauch. Ich warne Neugierige. Berlin, den 13. Februar 1910. Der Polizeipräsident: v. Jagow."
Selbswerständlich haben derattige Demonstrationen nicht den geringsten Zweck. Das wäre ja auch nichts als die Anerkennung des Sttaßen- terrors.
auch beschlossen. Rach weiterer unerheblicher Debatte wurde der Militäretat angenommen.
Aus den Parlamenten.
Aus dem Reichstage.
Auch die heuttge Beratung über den Militär-Etat, die sich mit den außerordentlichen Ausgaben und Einnahmen beschäftigte, verlor sich in Einzelheiten. Einen breiten S«ub dabei Besprechungen über die Lohnverhaltnrsse in den militättschen Betriebswerkstätten ein. wöbet sich besonders die sozialdemokrattschen Redner im Vorbringen von allerlei angeblichen Mißständen hervottaten. Manchmal glaubte man, daß es sich gar nicht um den Militäretat handelte. Durch Zwischenruf des Abg. Fischer kam Abg. Goercke auf die sattsam bekannten Lobnverhältnisse ttn „Vorwärts" zu sprechen, die natürlich von den Sozialdemokraten als mustergülttg htngestellt wurden. Die heftige Erregung, in die besonders die Herren Stadthagen und Fischer dabei gerieten, zeigte jedoch zur Genüge, wie es in Wahrheit damit bestellt ist. Die Sozialdemokratie bemerkt eben immer die Splitter im fremden, dagegen nie den Balken im eigenen Auge. Der Vizepräsident Spahn mußte wiederholt die Redner darauf Hinweisen, daß diese ganze Sache doch eigentlich mit dem Militäretat nichts zu tun habe. Nach Genehmigung des Kapitels „Waffenwesen" beklagte sich der Abg. Stör, (Dt. Volksp.) über die Hebet« anstrengung der Mannschaften im Manöver, wobei der Ktteasminister v. Seeringen daram Hin- Wies daß gerade bei dem Korps, das im Katser- manöver die größten Marschleistungen aufzuweisen hatte, der Gesundheitszustand besser als bei den anderen Korps war. Der Etat sieht eine Summe für Anlegung von Sckießstanden bei Düsseldorf vor. Die Kommission beantragte Stteichung des betteffcnden Postens, während em Antrag die Wiederherstellung der Regierungsvorlage fordette. Nach längerer Debatte wurde dtese
Die Tochter des Abgeordneten,
7' Von Georges Ohnet.
(Fortsetzung.)
„Aber, lieber Vater, was hätten denn dann ,Treforiers Worte zu bedeuten und weshalb hätte er um mich geworben?"
„Eine elende List! Ein Fallstrick, der längst
Marburg
Dienstag, 15. Februar 1910.
renhaus sich nicht ablehnend verhält, wenn dw Regierung der geheimen Wahl zustimmt. Wir kommen darüber nicht hinweg, daß wir eine Parteiregierung haben. Der Ministerpräsident sagte, Preußen werde sich »richt in das Fahrwasser des Parlamentarismus drängen lassen. Schlimmer ist es, wenn die Regienmg sich im Fahrwasser einer Pattei bewegt. Im Gegensatz zu Frankreich unb Enaland ist unsere Sozialdemokratie antimonar- chisch und anttnattonal. Damit ist aber nicht gesagt, daß die Arbeiterschaft die gleiche Gesinmrng hat.
Abg. v. Woyna (fteikons.): Wir wünschen vor allem, daß die Staatsregierung den Willen zur Macht hat. Wir müssen zu einem vernünftigen Staat kommen, welcher alle Parteien alerckerwclse mit der Regierung vereinigt in gemeinsamer Förderung des Staatslebens. Hierbei kann auch bte Sozialdemokratie Mitwirken. Die Aeußenmgen Zedlitzs und Oldenburgs über das Reichstags- Wahlrecht wurden viel zu tragisch ausgenommen. Niemand auf der Rechten dentt an die Aufhebung des Reichstaaswablrechts. Wir Hannoveraner ssnd alle für die öffentliche Wahl. Der Bauer dort sagt: Wir müssen die Kourage haben zu sagen, was wir wollen. (Sehr ttchttg! rechts.) Wir sind keine Regierungspartei. Der konservative Gedanke wuchs mts eigener Kraft: in Hannover weiß ich dies mts eigener Erfahrung ganz genau. (Große Heitettett.) Wir hoffen, in der Wablreform etwas zu fördern mm Segen des preußischen Staates. (Bravo! rechts.)
Ab«. Fischbeck (ftt. Vp.): Die allaememe. Un- mfriedenheit ist insbesondere darauf zuruckm- führen, daß die politiscken Beamten als Angehörige einer abaeschlossenen Kaste werden, welche die Staat regieren will. Die Vorlage stellt tatsächlich ein Klassenwahlrecht vor Da« aebeime Wahlrecht ist ftir uns ein A und O der Reform. (Bravo! links.) _ , xj
Ank Antrag Arendt tfreikons.) wird die Debatte geflossen und die Vottage einer besonderen Kommission von 2R Mitgliedern überwiesen
Die Sttaße.
Die Sozialdemokratte hat gestern tn vielen I Städten Deu.onstratiousversammlungen und Um- I ziige veranstaltet, um auf die Gestaltung des neuen I preußischen Wahlrechts Einfluß zu gewinnen. Es 1 Segen darüber folgende Meldungen vor: I
Berlin, 13. Febr. Heute fanden in Berlin und I Vororten 43 Demonstrationsversammlungen statt, 1 -«wo» 18 in Berlin selbst. Es beteiligten sich etwa I 40 000 Personen; an den Umzügen durch die I Straßen nahmen etwa 50 000 Personen teil, unter I Ihnen ausfallend wenig Frauen. Wie stets, so versuchten die Demonsttanten auch diesmal nach Hem Stadttnnern zu ziehen, wurden aber von der Polizei daran gehindert unb ohne Anwendung pon Waflengewalt auseinandergettieben, oder sie fltngen von selbst auseinander. Zu irgend welchen Zusammenstößen mit der Polizei war es bis 2 Ahr nicht gekommen. Rur aus dem Vorott Rix- dorf Hegt eine Meldung vor über Zusammenstöße der Polizeimannschasten mit der Menge, wobei ein Polizeileutnant und ein Wachtmeister durch Steinwürfe unerheblich verletzt wurden.
Hierüber wird gemeldet: Nachdem die Versammlungen in den Lokalen der Hermannstraße, »er Knesebecksttaße und der Karlsgattenstraße in Nixdorf beendet waren, zogen sich gegen 2 Uhr . mehrere Tausend Personen nach dem Richardplatz in Rixdorf zusammen, wo von mehreren sozialdemokratischen Patteileitem Ansprachm gehalten ■ wurden. Der Aufforderung des Pollzefleutnams Knuth, auseinander n-eben, wurde keine Folge, vielmehr tätlicher Widerstand geleisttt, sodaß die Polizeimannschasten von der Wanten Waffe Gebrauch macken mußten und die Menge ausein- andettrieben; dabei wurde der Poizeileutnant und einer feiner Wachtmeister durch Steinwürse unerheblich verletzt. Ob aus dem Publikum jemand verletzt wurde, konnte noch nicht festgestellt werden. Um 3 Uhr nachmittags bewegte sich ein Zug von fr—6000 Personen durch die Lindenstraße über den Belle Allianceplatz durch das Hallesche Tor nach der Gitschinerstraße, ebenfalls unter Abstng- ung der Arbeitermarseillaise und Hochntfen auf das allgemeine und gleiche Wahlrecht. Die Ordnung wurde nicht gestört.
Aus Halle, Dtttsburg, Königsberg, Wiesbaden wird gemeldet, daß es bei ähnlichen Demonstrationen zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Menge kam. Die Polizei wurde mit Steinen beworfen, worauf sie von der Waffe Gebrauch machte. Hier tarnen eine Reihe Verletzungen und Verhastungeu vor.
Auch die neuen Demokraten bertteten das „Recht auf die Sttaße". Eine Wahlrechts-Versammlung in Magdeburg, die von Dr. Breitscheid einbentfen war, „wurde mit dem Gesang der preußischen Wahlrechts - Marseillaise geschlossen. Hierauf zogen die Teilnehmer vor das Rathaus unb durch die Hauptstraßen der Stadt, habet be>. geisternde Hochrufe auf ein freies, allgemeines Wahlrecht ausbringend".
Dieser Bericht des „Vorwärts" sagt nicht, ob Herr Breiffcheid auch mitgesungen und marschiett hat. Sein Freund, Herr v. Gettach, hat in einer.
Die JnsertionSgebühr beträgt fite die 7geipalte«e Zette oder deren Raum 15 Pfennige, für Reklamen 30 Pfennige. - Druck und «erlag: Joh. Sag. Koch, UnwersitatS-Buchdruck-rsl Inhaber Tr. L. Hitzeroth, Marburg, Rartt 21. — Telephon 55.
Preußisches Abgeordnetenhaus. I
20. Sitzung vom 12. Februar. I
Am Ministertische: von Bethmami-Hollweg, I
Vo'Auchlftl dieser Sitzung beschästigte das hohe I Haus lediglich die Wahlrechts-Vorlage. I
Abg. Dr. Pachnicke (frs. Vg.) meinte, die Wahl- I rechtsvorlage habe in weiten Volkskreisen große I Enttäuschung hervorgerufen, da fast alles berm 1 Alten bleibe und nicht einmal die geheime Wahl I bringe Die Beförderung der Beamten in eine I höhere Wählerklasse bedeute eine Zurücksetzung derjenigen Volksschullehrer, die nicht das Em- jährigenzeugnis erworben haben, unb vieler hervorragender Künstler ohne akademische Bildung. Wenn was Brarrckbares zustande kommen soll, werde die Vorlage sehr abgeändett werden müssen.
Ministerpräsident v. Bethmann-Hollweg: Ich habe nickt die Absicht, in eine Polemik gegen den Abgeordneten Pachnicke einzutreten., (Sehr nch ftg! rechts.) Was ich für erforderlich hielt in dieser Frage zu sagen sagte ich. Dagegen muß ich Widerspnich erheben, daß der Abaeordnete Pachnicke es so darstellte, als hätte die Staatsregienlng ein Rückzugsgefecht angetreten, indem sie die Vorlage einbrachte. Glauben Sie. daß ich zum Spaß eine Vorlage einbringe, welche in so einschneidender Att unsere Verfassung anbert. Ick sagte vorgestern, daß die Staatsregiening mit ihrer Verantwortlichkeit hinter dieser Vorlage steht. ,^ch beanspmche, daß das für ernst genommen wird, was ick hier namens der Staatsregiemng erkläre. (Bravo! rechts.)
Abg. Maflewitz (kons ): In der Debatte wurden neue Argumente nicht vorgebrackt. Originell war höchstens die Form bei dem Abgeordneten Sttoebel. welcher tn die Zeiten des ins noctis zurückging. Sagen Sie doch, wo dieses Reckt in Preußen noch ausgeübt wird? (Stürmische Heiterkeit.) Ein Ende der Verhandlungen ist bei der Sckwiettgkeit der Motette nicht abzusehen. Das wird nach den gehaltenen Reden auch der Ministerpräsident einsehen. Das wüste Geschrei der radikalen Linken gegen das Dreiklassen- Wohlreckt wird auch diese Reform nicht zum Sckweiaen brinaen. Der alte prenßi^e Staat nut6 erhalten bleiben. Preußen soll ein Wahlrecht erhalten, welches diesen Standpnnft nach jeder Rickwng bin sichert. (Anhaltendes Bravo rechts.) Auch wir haben den Willen zur Macht welche imstande ist, den demokrattschen Aspirationen ent- geaenzutreten. Es Ware ein politischer Selbstmord, wenn die Freisinnigen das Reickstaasv'oblreckt für Preußen erftteben Die Ersetzung der indirekten Wabl dnrck ein kompliziertes Reckeue>emvcl bei der Feststellung des Eraebnisses erscheint bedenklich. Trotz aller HocksckStzima des Beamtentums darf es nickt mrs dem gewerblichen Mittelstände heransaehoben werden. Die öttmtlicke Stimmabgabe muß beibeholten werden. Wir setzen seiner Abschaffung den lebhaftesten Widerstand entgegen Neb-r die Drittelung werden wir uns in den Kommissionen auseinandersetzen. Angesichts der fottsckrettenden Demokrattsierung des Reicks haben wir überhmtvt Bedenken aeaen eine WahlrechiSr-w'-m und batten mit Zähigkeit an dem konservativen Cbaraster deS preußischen Staates fest. (Bravo! rechts.)
Abg. Krattse Königsberg (nafl.): Wir teilen vielfach die Ansicht des Ministerpräsidenten über die Sttmmung im Lande und ihre Gründe. Industrie und Handel haben mindestens dieselbe Be- beutuna wie bte Landwirtschaft. Hinsichtlich der Wahlkreiseinteil,mg nehmen wir denselben Standpunkt ein wie früher Der Vorwurf, wir wollten die plutottalischen Auswüchse des Dreiklass-n- wahlshstems nicht beseitigen, ist unbegründet. Wir I verlanaen die geheime Wahl. Wir hoffen ent- I gegen dem Abgeordneten v. Zedlitz, daß das Her-
I noch auf ihrer Hand, auf ihrer Stirne. Mochte Courcier wettern, verdamme» und drohen, sein«
I Tochter hörte längst nichts mehr davon. Sie I war in das Feenreich der Träume entifitft, von
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: »Flach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und.Landwirtschaftliche Beilage."
Deutsches Reich.
— De, Kaiser im Deutschen Landwirtschaftsrate. Berlin, 12. Fcbr. Der Kaiser wird auch in diesem Jahre bey Verhandlungen des Deutsche» Landwirtschoftsrats beiwohnen, tut» zwar am Donnerstag, dem 17., den Verhandlungen über Geschickte und Bedeutung der Elektrokultur unter besonderer Berücksichtigung der neueren V«, suche (Referent Dr. Höster- rnann, Dozent an der Kgl. Gärtner-Lehranstalt. Dahlem), und am Freitag, dem 18., den Verhandlungen über di« Bedeutung des Grundwassers für die Land- und Forstwirtschaft (Referent B:wrat Professor Dr. Keilback).
— Reichsw,^? Nachwahl in Eicht. Die Wahl- priisunaskommission besckloß die Ungültigkeit der ffssabl des Ahg. , (natl.) Celle-Pei"--- Grifhorn bei Pi nnen zu beantragen. 1907 siegte der nationalliberale Senator Wehl über den welftschen Frhr. v. Hodenberg mit Unterstützung des Bundes der Landwirte im ersten Wahttiange Seine Mehrheit betrug aber nur 384 Stimmen, so laß das Mandat diesmal sehr umstritten sein r ird. _ ,,
— Die Zusammensetzung der Wahlrechts- k-mmsssion. Berlin. 12. Febr. Die Kommiss-on des Abgeo'-dnetenhauses zur Vorberatung der Wahlrechtsreform wird aus folgenden 28 Mitgliedern ^«stihen: Kon ervative: (9): Abreus (Klein Flötbe), von Blankenburg, v. Boohn, v Kescher, Malkewitz. v. Oldenburg. Frhr. v. Richthofen (stellvertretender Vorsitzender), Ste- lermann, von Treskow. Freikonservative: (4): Frhr. v. Zedlitz, Krause (Waldenburg), Dor- mit einer Stimme, deren Klang Gilberte ganz an die ihres Heinrich erinnerte: „Ich danke Ihnen, mein liebes Fräulein, daß Eie sich eni- schlossen haben, mich zu besuchen,-und ich freue mich von Herzen, Sie bei mir zu sehe», mit Ihnen plaudern zu können. Wenn Sie mir auch persönlich noch unbekannt sind, so ahnen Sie ja gewiß, wie nahe Sie mein Herz berühren."
„Gewiß, gnädige Frau, ich weiß und verstehe es," erwiderte Gilberte. „U.rd glauben Eie mir, daß ich mich Ihnen mit vollem Vertrauen nähere . . . steh' ich doch unten» Schutz einer Zuneigung, di« Sie nicht kalt lassen kann."
Die Baronin beobachtete sie scharf beim Sprechen und sie konnte der angeborenen Vornehmheit des jungen Mädchens ihre Bewunderung nicht versagen. Kein Mißton in ihre« Worten Klang und Betonung dem Inhalt gemäß die Haltung tadellos, keine . unützen Ge. bärden und eine friedliche Ruhe im Ausdruch die auf klaren Verstand und ein reines Gewisse, fdjlicftcn
Wirklich ein ungewöhnliches Geschöpf/ i rächt« di« ältere Frau bei sich. Was für ein Raturspiel hat diese fürstliche Lilie un Küche >i- I garten des Bürgers Sourctet erstehen lassen? Unsre jungen Damen aus guter Familie be> | nehmen und bewegen sich häufig wie Laden» ». ädchen, und hier ist eine kleine Plebejerin, diff überall an ihrem Platz wäre, nur nicht im Hau, ihres Vaters! Daß mein Teufelsjunge Feuer gefang-» l-uc Hundert mich jetzt nicht mehr . - • Hne k? tg-gMtte ist einfach entzückend!"
(Fortsetzung folgt.)
brüchig fein sollte, so abgenützt ist er! Das alt« Rezept aller Verführer, erst die Ehe versprechen und hinterdrein . . . Siehst du, mein Kind, ich habe dich erzogen rot« ein«» Sohn und die Gefahr«» und Schwierigkeit«» des Lebens nicht . llu#u.ta ... —=>- ~--------- - ■ . ,
zimperlich vor dir verhüllt. Ich wollte deine I Das junge Mädchen tat affo, was sie von Mer
Tugend auf dem festen Grund der Erkenntnis getan hatte, wenn der Vater mit fernem Schick- i ««8,1«
aufbauen und kann also offen mit dirsptechen, sal hadernd, oder Über den Erfolg eines Genossen
ohne dich zu verletzen. Trau« de» Versprech- grollend oder über eine Handlung, die ihm als An emAing,
ungen, die dir gemacht wurden, ganz und aat rechtswidrig erschien, losziehend, wütend umher- Artete sie in ^^r Spannung auf das er-
nicht; sie find eitel Lug und Trug, die falsche gestampft und seiner Empörung in heft en scheinen des iungen Madchens Gilberte wat
Münze, womit Lebemänner zahlen die Hinter- Reden Luft gemacht hatte, sie duckte sich, ließ dos Goldlckimmtt
......... — ' ■ — 1 Unwetter vorüberziehen und hielt klaglos dem I schwarzes Gapottehütchen hob den Goidfchnnmer Sturme stand. Heute hatte sie überdies ein; ihres Haares unb de» rosigen Schmelz der Hau. Leich-ftt gung, die «s ihr leicht machte, den ge- die Befangenheit, womit sie über die Schwelle häuf’.en Bitterkeiten des Vaters nur mit halbem I trat, erhöhte itjte Anmut Cin «tams fajW Ohr zu lauschen, eine wonnige Beschäftigung I terneg Lächeln schien Nachsicht erbitten zu wollen Sie verlebte in Gedanken Minute für Minntc aber in den klaren, sanften Augen leuchtete ,chon die selige Stunde noch einmal, in der ihr Hein- I ein Hoffnungsschimmer.
rich seine Liebe gestanden hatte, sie sah sein ix- Frau von Tresorier «tU der ^intretenden weqtes geliebtes Antlitz vor sich, sie hört« den zwei Schritte entgegen bot ihr die Hand und^zog einschmeichelnden Klana feine?’6ttntme und sie neben sich auf ein W Sh«
seiner Worte, sie beobachtete sein« Bewegungen, I umfing die.flanke £e'
die so deutlich Ungeduld, Entmuttgung, Schn- I ^<u»^^u^erksamkelt, ak besann ^e sucht verraten hatten, sie fühlte seine Lippen 1 innerste Mark »licken »allte, dann begann sie.