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45. Jahrg.
Druck und Bert Inhaber De. L.
Marburg
Mittwoch, 9. Februar 1910.
. Ang. Koch, UniverfitLtt-Bnchdruckerri i, Marburg, Markt 21. — Telephon 65.
Die „Otierhessrsche Zeitneg" erscheint täglich mit Ausnahme der
H/2 QQ Sonn« und Feiertage. — Der Begnglpret» beträgt vierttt-
•/!=. OO jährlich durch die Post bezogen 2 26 JL (ohne Bestellgelds, bei
unseren Zeitungöstellen und der Expedition (Markt 21), 2
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: .Fach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbellage) und Landwirtschaftliche Beilage."
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Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 11.
Großadmiral von Köster über die Abrüstung.
!' Auf einer Versammlung der Kieler Orts» Gruppe des Deutschen Flottenvereins führte der Großadmiral von Köster über den Gedanken der Abrüstung unter anderem folgendes aus:
„Wir sollen abrüsten! Zunächst meine ich, Wäre das das gegebene: Abrüsten kann nut der absolut Stärkere. Der tut es aber nicht. (Heiterkeit.) Es kann «brüsten der Besiegte; das ist ungefähr die härteste Bedingung, di« der Sieger pellen kann, wenn er dem Besiegten sagt: Rüste «b! Und unser deutsches Volk weiß es am besten, was das zu sagen hat, wenn man bedenkt, welche Bitterkeit und welchen Hatz diese gezwungene Abrüstung hervorgerufen hat. E, kommt dann der dritte Begriff: die „titlet» national« Abrüstung". Da» Ningt sehr schön, aber was sagt das? Eine internationale Abrüstung unter allen Rationen sie kann auch nur unter allen Stationen stattfinden; denn wir bauen die Flotte nicht gegen einen einzelnen Gegner, fenbetn wir bauen sie gegen jeden der uns an den Kragen will, und so «uh eine international« Abmachung unter allen Bölkern stattfinden. Glauben Sie nun, dah heutigen Tages Japaner und Russen und Türken und Griechen sich über eine Feststellung ihrer Flotten einigen könnten? Glauben Si«, dah das überhaupt möglich ist? Man mühte also einen ständigen Kongreh haben, der dauernd ausrechnet: -Du hast von heut« da» Recht so und so viele Schiffe anzuschaffen, du darfst jetzt ein Torpedoboot mehr bauen denn dein« wirtschaftlichen Interessen haben sich erweitett, dein Expott hat sich um so und so viel gehoben." Jedenfalls ist eine pratttsche internationale Abrüstung für mich ein vollkommen unklarer Begriff, für den ich keine Erklärung zu schaffen vermag. Ich meine, eine internationale Abrüstung kann nur bedeuten ein Lahmlegen der freien Entwicklung. Eine viette Abrüstung könnte der Weg der Bundesgenoffenschasten fein. Wenn man einen Bundesgenossen haben will, so mutz man biirtb» niskräftig fein, der Bündniskräftige muh aber etwas mitbttngen, fei es ein Heer oder eine Flotte. Wenn er das nicht hat, nichts mit» bringt, so ist er nicht wett, Bundesgenosie zu sein. Wer selbst, wenn man nun einen zum ; Bundesgenossen nehmen wollt«, so würde das doch nicht von der Pflicht entbinden von Ausgaben für die Flotte oder für das Heer, denn Bundesgenoffenichaften haben keine ewige Dauer. Bandesgenosienschaften beten heute auf, verschwinden morgen wieder, und der politische Horizont wechselt ständig von heute zu morgen. Wie steht das nun aber mit der Entwicklung einer Fl^te? Eine Flotte ist ein so komplizierter Apparat, datz man Dezennien, ich möchte sagen, et« halbes Jahrhundert gebraucht, um sie vo5 md» ganz entwickeln zu können. Wenn man Schiffe arnch schnell erbauen kann, so ist die Or- ganisatto», die Systementwickelung eine Sache, dis vieler Jahre bedarf. Man würde affo selbst im Bü«d«tefaüe für die Eventualität neu ein-
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21 (Rachdruck verboten.)
Die Tschter des Abgeordneten.
Bon Georges Ohnet.
(Fortsetzung.)
„SfctiL das wird ihr nicht allzuschwer gewesen fewtt Gut, ich-lasse dich für alle» sorgen und bin torrtt, das Mädchen zu sehen, sobald du es für paienb hältst."
Httrrrtch sagte der Mutter nicht mit Motten Dank. Le umarmte und küßte sie stürmisch, al» ob er da«M ihre Opferwilligkeit lohnen wolle. Da er ttapch, daß er für den Augenblick hi« nicht meh, erreichen konnte, als er erreicht hatte, schickte « sich an, nach der Spontinistrahe zu gehen. Muh dort galt es, einen Angriff zu wagen, wer« viel gefahrvolleren Angriff, auf dessen gSLttchen Ausgang er bedeutend wenig« )uversichtlich hoffen konnte.
Seim», Mutier zu bekennen datz et Gilberte liebe, uaä> datz et sich unter falschem Sternen bei Eourcier betritt verschafft babe, da» war ver- hältniswHta eine Kleinigkeit gewesen, ab« Gilbert» über seine eigentliche Persönlichkeit, feine wahren Verhältnisse aufzuklären, ihr zu gestehen, datz e, nicht nur st«, sondern in noch viel bedwkWcherer Weife ihren Vater getäuscht hatte, do» war schwierig unb konnte zur ernsten Gefahr roesbeu, Er gab sich deutlich Rechenschaft von dies« Gefahr, und doch schreckte er vor keinem Bedenken, keinem Hindernis mehr zurück. 6t brannte vor Ungeduld und seine Zuversicht Würbe durch eine heiße Sehnsucht belebt, die ihn Whig gemacht hätte, ohne Setter Mauern zu
tretender Komplikationen eine Flotte h«stellen und weiter ausrüften und vervollkommnen müssen."
Im AbgeordneLenhause
wurde am Montag in der zweiten Beratung deS Iustizetats fottgefahren. Abg. Dr. Liebknecht (Soz.) lieh an der ganzen Justizverwaltung in »^stündiger Rede kein gutes Laar. Ein Mißbrauch der Redefteiheit, gegen den sich das hohe Haus in Zukunft schützen muß. wie auch von den folgenden Rednern zum Ausdruck gebracht wurde. Der Redner zog sich nachträglich unter dem Beifall des Laufes einen Ordnungsruf zu, weil « geäußert hatte, daß die Angeklagten .mit Recht* vor die Hannövettchen Kammern mit Angst hintrtten, da sie das Gefühl hätten, Wölfen vorgeworfen und nicht von Menschen abgeutteitt zu werden. In diesem Ausspruch «blickte der Vizepräsident Dr. Krause eine Beleidigung des Richterstandes. Minister Besel« lehnte es ab, auf die Liebknecht- sche Rede zu antwotten, die mit dem Iuftizetat wenig zu tun gehabt hätte und lediglich eine Agitationsrede gewesen sei. Wenn Dr. Liebknecht mit zukünftigen Ereignissen gedroht habe, so er» widere er nut, daß die Bevölkerung der ferneren Handhabung vertrauensvoll entgegensetzen könne. (Beifall.) Abg. Straff« skons.) bemettte, daß auch « es sich versagen müsse, auf die Ausführungen des Ab«. Dr. Liebknecht einzugeben, und weise nur darauf hin, datz sich die Genossen Liebknechts der Gefahr, seine Rede anhören zu mfiffen, dadurch entzogen hätten, Hatz ste durch Abwesenheit glänzten. (Heitettett.) Dem Abg. Cassel erwidere «, daß di« konservative Pattet die Prü- gel^raft nur bei rohesten Verbrechen, die in grausamer und beMalischer Weise gegen wehrlose grauen und Kind« verübt werden, angewandt wissen wollen. Mtt Bezug aus die Bonner Sttr- dentenerzesse ettlätte der Redn«, datz seine poli- ttschen Freund« unter keinen Umständen in der Rectztsprechnng gesellschaftliche Unterschiede gemacht wissen wollten. Die Behandlung der Affäre v. Schönebeck habe allgemein Kopffchütteln und Emvörunq hervorgerufen. Das Rechtsbe- wutzttein des Volkes verlange, daß jedes Berbre- chen seine Sühne finde. Es sei Pfllcht der W- ttchte, datz irrsinnige Verbrech« unschädlich gemacht und nicht immer wieder auf die Menschheit los^elassen würden. (Lebhafter Beifall) Abg. Dr. Bell-Essen (Ztr.) verlangte eine Vermehrung der Amtsgerichte. Abg. Dr. Äraufe - Königsberg (natlib.) bezeichnete die Liebknechtsche Rede alS eine Provokation des Hauses, gegen die ssch das HauS im Wied«holungsfalle schützen müsse. Abg. Dr. v. Liszt (Hosp. d. reift Vgg) wünschte Vereinfachung des ersten ftlttstischen EramenS, Ab«. Eckert^otsdam (fittkons) Gleichstellung d« Amtsanwälte mit den Polizeiassessoren und Polizeiräten. Minister Besel« bemettte, daß die Regelung b« Amtsanwaltsfrage bei der Strafvro- zetzresorm vorgenommen werden müßte. Aba. Dr. Bell-Essen (Ztr.) v«langte genauere Beachtung d« Leitsätze deS Vorützenden d« Prüftmgs- kommisston bei den Assessorenvrüsungen. Das Haus vettaate ssch auf Doun«stag 11 Uhr vorm. Wahlrechtsvorlag«.
Politische Umschau.
Die freie Bahnfahrt bet RttchtstagsmitgNeder. Zu der von Reichstag angenommenen Resolution betteffend die Gewährung ft ei« Fahrt auf den deutschen Eisenbahnen an di« Mitglied«« de» Reichstag» während bet Dauer der Legislaturperiode schreibt man: Man roirb sich erinnern, datz diese Forderung eine der am meisten umstrittenen Fragen btt den Verhandlungen Üb« die Vorlage des Reichsgesetzes vom 9. Mai
Übersteigen und mit einem Sprung über Abgründe zu fetzen.
Es war die Stunde, wo Tourri« am Schenktisch im Abgeordnetenhaus den Propheten zu spielen ob« in ein« Kommisfionsfitzung der Regierung in di« Zügel zu fallen pflegte; er wat also sich«, Gilb«te allein zu treffen. Seit die alte Rosalie sah, auf welch vertrautem Fuß er mit dem Vater stand, wat sie wenig« wachsam und gewiß würde sie ihm heute nichts in den Weg legen, wenn et zur Tochter Vordringen wollte. Ganz feinem Gefühle gehorchend, ging et eilends hin und stand vor dem jungen Mädchen, ohne sich Anfang unb Form feiner Erklärung ausgedacht zu haben. Ohne den leisesten AtMvohn kam sie aus ihrem Stübchen, um ihn im Wohnzimmer zu empfangen; vertrauensvoll und heiter war das Lächeln, womit sie diesen abgefttmen Lüan« willkommen dich, nur fragte sie sofort, ob rhr Vater ihn mtt irgend ein« Botschaft herschicke.
Die arglose Frag« brachte ihm auf» neue zum Bewußtsein, wie wenig ehrenhaft feine bisherige Handlungsweise dem jungen Mädchen gegenüber wat. und ein wenig errötend, gab « ihr tapfer zur Antwott: „Rein, gnädiges Fräulein, ich habe Ihren Herrn Vater heute noch nid# ge- seben."
„Also wollen Sie ihn hi« aufsuchen?"
„Stein, im Gegenteil. . . ich wußte, daß « um diese Zeit nicht zu Hause ist."
Gilbette, Gesichtchen zeigte eine Wandlung. Ein« gewisse Aengstlichkeit verriet sich in ihrem Blick; offenbar tat ee ihr weh, dem ttnen Vor»
1906 wegen Gewährung von Entschädigungen an bie Mitglied« des Reichstag, bildete. Bi» dahin war durch «in« Bundesratsverordnung vom Jahre 1873 den Rttchstagsabgestdneten freie Fahtt auf allen deutschen Lahnen zwischen Berlin und ihrem Wohnott zugestanden. Die seht wtttgehende Auffassung de» Begriffe» „Wohnort" hatte dazu gesühtt, datz diese» Zugeständnis fast einer vollständigen Freiheit in der Benutzung der Eisenbahnen gleichkam, da viele Abgeordnete mehrere — bi» zu fünf — Wohnsitze für sich in Anspruch nahmen. In v« Vorlage vom Man 1906, dem sogenannten Diätengesetz, hatte di« Reichsregierung die freie Fahtt von und nach dem Wohnorte während der Dau« der Sitzungsperiode einschlietzlich acht Tage vor- und nachher in Vorschlag gebracht. Schließlich wurde jedoch auf das Drängen de» Reichstags hin die Beschränkung in Bezug auf den Wohnott aufgehoben, und da» Gesetz gewährte freie Fahtt durch ganz Deutschland mit d« zeitlichen Beschränkung auf bie Sitzungsperioden. Die jetzt beschlossene Resolution will nun auch diese zeitliche Einschränkung aufheben, so daß die frei« Fahrt auf allen deutschen Bahnen während der ganzen Dauer der Legislatur- pettode gewähtt wird. Ob bie Reichsregierung diesem Beschluß stattgeben kann, erscheint sehr zweifelhaft, da bie Entscheidung hierüber beim Bundesrat liegt, in dem di« Staaten mit großem Eisenbahnnetz den Ausschlag geben, und eine Entschädigung, wie sie die Privatbahn«« erhalten, den Staatsbahnen nichä gewährt werden kann.
Deutschland und Rußland.
Peters bürg, 6. Febr. D« deutsche Bote fchafter Gras Pourtald empfing einen Mitarbeiter der „Rowoje Wremja", demgegenüber er sich üb« verschiedene Fragen äußerte. Betreffs b« Hellfeldt-Angelegenhttt sagte bet Botschafter, das ruhige sachliche V«halten beib« Regiert!» gen in bet Streitfrage sei ein beredter Seroei, für den beiderseitigen Wunsch, jede ungünstige Einwirkung d« Angelegenhett auf bie russisch- deutschen Beziehungen zu verhindern. E» sei auch erfreulich, daß di« russisch« Press« jetzt bie Sache unparteiisch beurteile. Gleich ber Hell- feldt-Angelegenheit sei auch b« Aufruf beute fcker Professoren für Finnland ohne politische Bedeutung. Die Nichteinmischung in innere Angelegenheit ttne» anderen Staates stt eine, der leitenden Prinzipien d« deutschen Politik. Heber bie Grundlagen russisch-deutscher freund- nachbarlich« Beziehungen bemettte Pouttaltz», zahllose gegenteilige Interessen zwängen beide Staaten in Friede« zu leben. Es könne absolut nicht glauben, daß irgendwelch« unoersöhn- lidjer, zu einem bewaffneten Konflikt drängender Antagonismus zwischen den beide« Rassen kestehe. Er stt gegenteilig üb«zeugt, daß ttn friedliche» Zusammenleben und ttn gegenstttiger Austausch materiell« und geistig« Wohltaten beiden Völkern zu« Vorteil gerttchte« werd«.
- -....... .
Deutsches Reich.
— Alldeutsch« Verband. Der geschLstsfüh- rende Ausschuß hat jetzt in ttnem Antworffchrtt, ben zu dem Streit zwischen dem Reichskanzler trab d« Bereinigung der rhein.-w«ftf. VettrauenS- männer Stellung genommen. Dari« heißt «8: „Der Ausschuß kamt die Form jen« Entschließung
wurf machen zu müssen, zu dessen Tun und Wese« st« so gerne bewundernd aufgeblickt hätte, aber fest mid sich« entgegnete sie; „Wie kommt e» bann, daß Sie gerade jetzt hi« find?"
Httnrich senkte bewegt und demütig ben Blick. Vom ersten Augenblick türmten sich ihm also die Schwierigkeiten entgegen, die « vorausgefühtt hatte. Wie gern hatte « ein wenig mehr Zett gehabt, um Gilberte durch ttn harmloses Geplauder auf sein beschämendes Geständnis vor» zuberttten, aber « war nicht minder tapf« ab sie und wich der Notwendigkeit nicht läng« aus.
„Weil ich Sie anzutreffen hoffte und mtt Ihnen zu sprechen habe."
Gilbert« schenkte sich die bei Backfischen übliche Verlegenhttt und spielte nicht da» verschämte Kind. Rach Geist und H«z war sie eine fertige Frau und ihr« Reinhttt so gewiß daß sie ungefiüjrbet anhören konnte, was Heinrich zu ihr sagen würde. Eie setzte sich und totes ihm mit ttn« ruhigen Handbewegung einen Stuhl an. Draußen vor dem Fenst« lag der einsame, schweigende Garten und die schlichte Häuslichkeit, worin Gilb«te aufgewachsen war, umgab beM, als sie sich ein paar Sekunden hindurch schrott- fiend gegenüber saßen beide Lttlommen von bie» « Stille, beide gewiß, daß die Worte die ste nun austausche« würden, üb« ihr künftige» Leben entscheiden sollten. Endlich rafft« sich Heinrich auf und begann stockend mit dem Gefühl, in eine« Abgrund zu springen: „Fräulein Gilberte, Sie unb Ihr Vater haben mir viel zu verzeihen ... ich habe Sie getäuscht, habe Ihr
unb zwar in ihrem ganzen Umfange, unb bte Art des Vorgehens bet rheinisch-westfälischen Vertrauensmänner nicht billigen. Er betrachtet indes bte Entschließung als einen Ausfluß ber ernsten Sorg«, um bie auswärtige Polittt bes Deutschen Reiches, einer Sorge, bie, wie bie Aeußerungen des weitaus überwiegenden Teiles ber deutschen Presse all« Parteirichtungen gerade aus diesem Anlaß bartun, von der überwältigenden Mehrhett b« Reichsbürg« geteilt wird. Der geschästssüh- rende Ausschuß weiß sich mit allen Mitgliedern beS Alldeutschen Verbandes einig in dem Wunsch, daß «s der Reichsregierung gelingen möge, jenet ernsten Sorge den Boden bald zu entziehen." Es war voraus zu sehen, daß der Ausschuß bte verletzend« Form, wegen der bekanntlich der Reichskanzler die Ananhme der Kundgebung schroff ablehnte, nicht billigte.
— Schiffahrt. Hamburg, 7. Febr. Die Verhandlungen zwischen den denffchen und engllschen Ostafrikalinien führten heute zu einem Ueberein- kommen, nach welchem die Castle-Linie den Dienst nach Ostafrika ausgibt und die Ostafrikalinie sich vom englischen Südafrikamarkt zurückzieht. Dte V«handlungen werden fortgesetzt.
— Deutsch - amerikanische Handelsbeziehungen. Washington, 7. Febr. Präsident Tast «ließ heut« eine Proklamation, nach welcher der denffchen Einfuhr in die Vereinigten Staaten die Minimal- sätz« zugestanden werden.
— Die Jank'fchen Rttchstagsbild« sollen nun in dem oberen großen Schreibsaal ttn Plätzchen finden, nachdem ihre Unterbringung int Sitzungssaal abgelehnt ist.
— Eine Reichsanstalt für Luftschiffahrt. Berlin 7. Febr. Die Abgg. Bassermann und Dr. Hieber haben nachstehende Resolution zur zweiten Beratung des Etats des Reichsamts bett Innern im Reichstag« eingebracht: „Der Reichstag wolle beschließen, die Verbündeten Regie» rungen zu ersuchen, die Gründung und Unterhaltung einer Reichsanstalt für Luftschiffahrt und Flugtechnik., in Friedrichshafen mögliiW bald in die Wege zu letten.*
— WahlrechtSradau. In Breslau veranstalteten Sonntag mittag die Sozialdemokraten Wahl- rechtSdemonsttationen auf den Hauptstraßen. Bei dem «usetnandettreiben d« Massen fand bte Polizei Widerstand und fchtttt mtt der blanken Waffe ein. Es wurden mehrere Demonstranten v«letzt und festgneommen. — In Braunschweig fand Sonntag mittag Wied« eine Riesenwahldemonstration in Form eines Spazierganges viel« Tausend« durch die Sttaßen statt. Eft, statte- Polizeiaufgebot beobachtete den endlose« Zug, sand aber zum Einschreiten keinen Anlaß. — dstuh i« Solingen kam es zu Demonstrationen. D« „Vorwärts* aber reizt bereits zu neuen. Er schreibt in einem Artikel „Klar zum Gefecht": „Am Donnerstag soll b«ttts im Abgeordnetenhaus« die Beratung üb« die Wahlrechtsvorlage beginnen. Richt im Dreiklassenhause selbst darf dte etgenlliche Enffcheidung über die Wahlreform fallen! Das Volk selbst muß Im Wahlrechtskampf auf dem Plane erscheinen. Die Massen müssen sich regen, ungestüm regen.*
Vertrauen mißbraucht. . . . Mein Name ist nicht Gervais, meine Gesinnungen find nicht die eine» Umstürzler» . . . alles, was Sie von mir wissen, ist Lug und Trug. Ich fühle mich sehr schuldig und will in Demut Abbitte leisten."
Eine heiße Röte stieg dem jungen MÄchen ftts Gesicht; in ihre« Augen schimmerte es vo« Träne« unb da» Atmen ward ihr so schw«, al» ob ihr H«z stillstände. i
„Unb warum haben Sie uns bte Unwahrheit gesagt?" fragte sie, ohne ihren tiefen Schmerz verhehlen zu wollen. „Welche Gründe konnte« Eie veranlassen, Mensche« zu betrügen, vo« denen Sie nichts zu erwarten hatten, denn rott find arm und keineswegs einflußreich? Hatte«' Sie denn die Absicht, uns z« schÄstgen, 'meine« ? Vater oder mich?" , I
Heinrich rang bte Hände. j
„Das werdest Sie mir doch nicht zutrauen k", erwiderte « flehentlich. ,
„Rein," versetzte sie ttnfach. „Es würde mtt. schwer werde«, daran zu glaube«. Ab« was war den« der Zweck btt diesem Verstecktspielen?*
Er sich ste an mit einem Blick voll inniger Zärtlichkeit, und ttndringlich, ab« mtt schonend gedämpfter Stimme, erklärte er ihr seine Hand, lungswttse. 's
„Mtt« einzig« Zweck war, mich Ihne« tz« nSh«n, Eie z« sehen, mtt Ihnen zu spreche«, ««' Ibrem Dasein teil zu haben, Ihren Seide« Freuden nicht fremd zu bleiben. Gilberte, roefl ich Sie liebe, weil ich nicht mehr testen GeeteJ ohne Ste z« Heben." ...
G«tsetzu«g folgt)