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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und Landwirtschaftliche Beilage."
Die „Oberhesj„che Zeitung" erscheint täglich mit Nusnnhme der Sonn» und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2 25 <X (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21), 2
Marburg
Sonntag, 6. Februar 1910.
I Die InsertionSgebühr beträgt für die 7gespat!cne Zeile oder deren Raum 15 Pfennige, für Reklamen 30 Pfennige. — Druck und Verlag: Joh. Sug. Koch, UniversitätS-Buchdruckerri Inhaber Dr. E. Hitzero th, Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
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45. Jahrgr
Zweites Blatt.
Eine Nachtfahrt des Ballons Stuttgart-.
Dem soeben erschienenen 1. Heft der neuen Zeitschrift „Luftschiffahrt und Flugtechnik" ent* Nehmen wir folgenden Bericht von Herrn Leutnant Carl Justi. bekanntlich auswärtiges Mitglied des Fahrtenausschusses auch des Kur- hessischen Vereins für Luftschiffahrt.
Die Nachtfahrt des Ballons „Stuttgart" am 27. November und dem folgenden Tag diente zur weiteten Ausbildung der Führer-Aspiranten, da für diese nach den Bestimmungen des deutschen Lustschifferverbandes eine solche vorgeschrieben Ist. Kurz vor dem Aufstiege kam von der meteorologischen Station die Nachricht, daß Süd-Süd-Ost-Wind, also Richtung Frankfurt, vorherrschend sei, wag ich mit besonderer Freude begrüßte, da es nicht ausgeschlossen schien, daß wir den Wohnsitz meiner Eltern — Marburg
berührten. — Doch es kam anders!
Vor Antritt einer Winterfahrt mutz man natürlich fein Augenmerk besonders auf warme Kleidung richten, da sonst der Reiz dieser Fahrt eine wesentliche Einbutze erleiden würde. Unseren dicken Kleidern entsprechend gab es auch weniger Ballast und mit 16 Sack am Korbe erscholl 5 Uhr 25 Minuten nachm. das Kommando -Laßt los!" Bei mäßigem Antriebe drehte der Ballon gegen die Cannstatter Wilhelmsbrücke, i feilten weiteren Kurs gegen Hofen und Münster nehmend. Schon in der ersten Stunde mutzten wir 4 Säcke Sand opfern, da der Ballon fortwährende Neigung zum Fall zeigte. Die Erklärung dafür ergab sich sehr einfach: Solange sich das Gas- noch im Gasometer befand, war es den Sonnenstrahlen ausgesetzt gewesen. Als die Fühlung begann, war die Sonne bereits am Horizont verschwunden und es dauerte einige Zeit, bis das Gas die Temperatur der atmosphärischen Luft angenommen hatte. Jedoch von Pleidelsheim an hatten wir schöne Eewichts- kage, so daß wir bis 11 Uhr kein Körnchen Sand verloren. Im Anfang war die Vollmondnacht wunderbar. Der Ballon mutzte weithin sichtbar gewesen fein, denn über jedem Dorfe wurden wir jubelnd von der Jugend begrüht. In die- Jen Stunden kam mir al, Jäger auch der Gedanke, wie man Wilderer in Vollmondnächten gut erwischen kann. Man senkt sich von oben langsam auf den Gauner und nimmt ihn dann am Kragen. Besonders auf Württemberger Markung krachte alle Augenblicke ein Schutz und deutlich sah man die Herren hinter Büschen lauern. Eine Kette Hühner und eine Menge Hasen wurden aber auch durch uns aus ihrer Nachtruhe gestört. Als wir Über den Stetig» Heimer Forst fuhren, eilten drei Rehe in eleganten Fluchte durch den lichten Laubwald, dessen CchneebÄien im Vollmondlicht erstrahlte. Ab und zu „verhofften" dieselben wieder, um sich unser Ungetüm näher zu betrachten. Unsere Geschwindigkeit betrug höchstens 5 Sekunde» metet, also 18 Klm. Spro Stunde.
Allmählich bildeten sich jedoch stark» Nebel, so daß wir vom Erdboden nichts mehr sahen.
19 (Nachdruck verboten.)
Die Tochter des Abgeordneten.
Von Georger Ohnet.
(Fortsetzung.)
Dieses Geständnis wäre aber zu bemfltigeiäi gewesen; er hatte den Mut der Aufrichtigkeit nicht. Unsicher und unschlüssig, innerlich ver» Sieifelnd saß er stumm neben ihr, so daß sie, um m zu helfen, fortfuhr: „Sie erzählen uns nie von den Ihrigen , . . Ihr* beiden Ellern leben noch?"
■ ,;Ja, gnädiges Fräulein, Later und Mutter. Die zärtlichsten Eltern, die man sich denken kann."
„Aber ste wissen doch hoffentlich von Ihre» Unternehmen? Es wäre sehr unrecht, Ihren Eltern ein Geheimnis daraus zu machen . . ."
„Sehr unrecht, allerdings, gnädiges Fräulein. Aber fetzen Sie den Fall, daß ein Übermächtiger Erund mich dazu bestimmt hätte, daß es mir rein unmöglich wäre, anders zu handeln, kurz und gut, daß ich nicht Herr meiner Entschließung gewesen wäre. . ."
Eine leise Röte färbte Eilbertes Wangen, und ihre bisherige Ruhe begann ihr untreu zu werden. Kam es ihr doch fast vor, als ob Heinrich mit diesen etwas doppelsinnigen Worten angedeutet hätte, daß er nur um ihretwillen die gefahrvolle Bahn betteten habe, vor der sie ihn warnte, und daß es nur aus Liebe zu ihr Sschehe, wenn er die ©einigen täusche, seine nftige Ruhe 'lvd 'eine augenblickliche Sicher- Zeit gefährde.
Sie wagte darum nicht ihr Verhör fortzu-
sehen, denn sie fürchtete, ihm nur dadurch Ge
lleber uns lächelte aber immer noch der Vollmond und erleichterte uns wesentlich das Ablesen an den Instrumenten, lleber eine Stunde fuhren wir ohne Orientierung, als plötzlich die Rebel wieder nachließen und wir vor uns einen Hof liegen sahen. Sprachrohr und Zagdhuppen traten in Tätigkeit. Nicht umsonst! In einem Zimmer wurde Licht angezündet und 2 Köpfe erschienen am Fenster, die uns nach wiederholtem Frage den Bescheid zukommen ließen datz wir gerade über dem Gehöft Dornbach (O.-A Neckarsulm) flögen. Glücklich darüber, wieder orientiert zu fein, schwebten wir majestätisch über Feld und Wald und ergötzten uns immer wieder an der Angst des Wildes. Das Barometer zeigte noch 300 Meter über dem Meeresspiegel. Doch befanden wir uns nicht viel mehr als 30 Meter über dem Boden. Bald jedoch kamen wir wieder in Nebelschichten, die an Stärke stets zunahmen, so daß von 9 Uhr abends
an weder Erde noch Mond zu sehen waren. Dieser Zustand dauerte nun bis gegen 2 Uhr morgens, doch kamen immer kleine Zwischenfälle vor, die jede Müdigkeit verscheuchten. Gegen 12 Uhr zeigte das Barometer plötzlich sehr starken Fall an und bald wurden wir gewahr, datz der Ballon in eine Schlucht gezogen wurde. In der Hoffnung, uns wieder orientieren zu können, ließen wir ihn ruhig fallen und setzten mitten in einem Tannenwald auf die Baumkonen auf. Ganz ohne Ballastabgabe ging's aber doch nicht und i/2 Sack mußte geopfert werden, un wieder etwas höher zu kommen. Es unterlag der Fahrtrichtung nach keinem Zweifel, daß wir uns im Odenwald befanden. Nocy zweimal, 1 Uhr 15 und 1 Uhr 45 nachts setzten wir auf Bäume auf, so daß unser Ballastvorrat auf 10 Sack herabsank. Der Nebel nahm an Dichtigkett immer mehr zu und man konnte beim Fallen des Ballons den Erdboden bezw. die Baumkronen höch-
j)a$Palais dergeßotsdiafi LRaris
Die Hochwassergefahr in Paris hat nun auch das Palais der deutschen Botschaft, das sich in unmittelbarer Nähe der Seine befindet, durch das
eindringende Waffe bedroht, sodaß der Botschafter Fürst Radolin mit Familie nach dem Hotel „Campelle" übersiedeln mußte.
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ftens 15 bis 20 Meter vorher erkennen. Bei starkem Winde kann man unter solchen Umständen natürlich nie so niedrig fahren, da ein Anprall in horizontaler Richtung unbequem werden könnte. Für uns war absolut keine Gefahr, da die Fahrtgeschwindigkeit eine immer langsamere wurde. Das Thermometer zeigte —6 Grad Eels., doch schätzte ich die Kälte auf mindestens 10 Erad unter Null. Der Unterschied rühtte davon her, daß das Thermometer im Korbinnern war und die Wärmeausstrahlung von 4 Personen einen ziemlichen Einfluß auf dasselbe ausübte.
Um 1 Uhr 50 sahen wir etwas durch den Nebel und bemerken, daß wir uns einem Dorfe näherten. <§in in einem Karren schlafender Schäfer hatte unser Rufen gehört und orien- tierte uns wieder. Es war Erbach (Hessen) mtt weiterer Fahrtrichtung auf Höchst. Etwa Vi Stunde hatten wir schöne Aussicht auf die
legenhett zu geben, ihr zu sagen: „Wie kannst du hart und streng verurteilen, was doch einzig zum Ziel hatte, mich dir nahe zu bringen?"
Ihr Gefühl sagte ihr deutlich und klar, daß die Handlungsweise des jungen Mannes rätselhaft und in ein Geheimnis gehüllt war, daß er nicht war, wofür er sich ausgab, daß er nicht dachte, was er sprach. Wenn sie ihn ansah in all seiner Eleganz und Vornehmheit, so erschien es ihr völlig undenkbar, daß er ein Barrikadenheld, ein gesellschaftlicher Eleichmacher sein sollte. Der Adel, den er schmähte und verfemte, erhob in feiner Haltung, in feiner Sprache, jeder Bewegung Einsprache gegen dieses Urteil; er ward an ihm zum Verräter. Mochten seine Lippen noch so laut rufen: „Es lebe der Sozialismus!" seine Augen entgegneten: „Es lebe der König!"
Gilberte, Herz war schwer. Ihre offene Natur erschrak vor der Doppelzüngigkeit, die sie mehr ahnte als erkannte, ihr Rechtsgefühl em* pörte sich gegen die Täuschung. Aber eine ihr bisher fremde Schwachheit brachte die Stimme des Gewissens zum Schweigen.
„Wenn er uns hintergangen hat," dachte sie, „so wird ihm mein Vater die Türe weisen, und ich werde ihn nicht mehr sehen. Aber wie schmerzlich wäre es mir, ihn nicht mehr zu sehen!"
Mit Bangen wurde das junge Mädchen der seltsamen Wandlung inne, die sich in ihrem gesamten Empfinden binnen einer Woche vollzogen hatte. Was war denn in ihr vorgegangen, daß dieser junge Mann, den sie vor kurzem noch gar nicht gekannt hatte, ihr unentbehrlich erschien. datz ihr fein Verschwinden aus ihrem Ge-
Schneelandschaft und konnte man auch die Beobachtung machen, daß die Geschwindigkeit etwas zugenommen hattM Doch kurz nach 2y2 Uhr morgens umgab uns wieder eine undurchdringliche Nebelschicht, in der wir bis gegen 8 Uhr schwebten. Einmal schienen wir, dem Lärm nach zu schließen, über eine größere Stadt geflogen zu fein. Ab und zu ein belegtes Brötchen und etn Schlückchen Kognak verhalfen auch dem Magen zu feinem Rechte, der sich übrigens ganz besonders für heißen Tee aus der Thermosflasche bedankte! Nur schade, daß man nicht rauchen durfte! Diesen Ausspruch wird schon mancher Ballonfahrer getan haben. Die Lebhaftigkeit der Unterhaltung nahm entschieden immer mehr ab. Auch vernahm man ab und zu einen schnarchenden Ton. Unser Führer war natürlich stets auf dem Posten, was bei einer 18stündigen Fahrt eine ziemliche Anstrengung ist. Allmählich erinnerten mich auch meine Füße an 10 Erad
sichtskreis wie ein drohendes Unglück vorkam?
Zum Glück kam der Vater bald nach Hause und hinderte zu ihrer großen Erleichterung die Fortsetzung eines Gesprächs, das sie selbst verwegen herbeigeführt hatte. Heinrich ver<Mchie- dete sich von dem Abgeordneten und von Gilberte, und seine unsichere, etwas verschleierte Stimme schien um Verzeihung zu flehen für allen Lug und Trug, womit er sich hier eing^ nistet hatte. So sichtlich war der Ausdruck seines inneren Jammers, daß Eilbette ein Mitleid mit ihm fühlte, das sie zwar selbst im stillen als unverdient bezeichntte, das aber doch veranlaßte, ihm zum erstenmal die Hand zu reichen. So ward ihm denn die Wonne zu teil, ihre schlanken Finger, die er so gern mit Küssen bedeckt hätte, wenigstens einen Augenblick innig zu umschließen.
7. Kapitel.
Nachdem Heinrich wohl oder übel gezwungen gewesen war, seinem Vater ein Bekenntnis über die dunkeln Wege abzulegen, die er in jüngftet Zeit wandelte, ergänzte et tags darauf mit ergebener Miene diese Beichte im traulichen Zimmer seiner Mama. Hier gab es keinen stürmischen Auftritt wie mit dem Vater. Die Baronin neigte von vornherein zur Nachsicht für den Sohn, der so zärtlich an ihr hing und der ihr nie im Leben ernstlich weh getan hatte. > Als Weib war sie auch gerne bereit, das holde Verbrechen der Liebe zu entschuldigen. Wenn es nur nicht diese Tochter eines Courcier hätte fein müssen! Unbesonnener Junge! Wie hatte et sich nur in dieser Schlinge fangen lassen können? Ueberall hätte er anklopfen «1* sich eine Braut
unter Null und ich würde es btt solchen Fahrten für sehr zweckmäßig finden, wenn man den Boden des Korbes mit Heu oder Stroh versehen würden. Wir machten die unangenehme Bemerkung, daß der Sand, der an der Korbaußenseite hing, vollständig gefroren war, so daß zwtt Herren V? Stunde angestrengte Arbeit hatten, um denselben in den Säcken zu zerNeinern.
Plötzlich erscholl der Ruf: Achtung ein Haus! — Und kaum y2 Meter ging’s über den Schornstein weg. Beinahe hätten wir denselben um* gefahren, was für den Geldbeutel weniger angenehm gewesen wäre. Es war anscheinend ein Forsthaus. Elttch darauf fuhren wir gegen eine Baumgruppe. Bei solchen Anstößen bekommt der Ballon samt Korb natürlich eine Pendelbewegung, die sich nach geraumer Zeit wieder ausbalanziett. Die Seekrankheit stellte sich auch richtig bei einem Herrn ein. — Gegen 6 Uhr 30 hatten wir eine Höhe von 800 Meter erreicht, die wir bis gegen 8 Uhr beibehielten. Der Tag brach an, d. h. es wurde unmerklich Heller, da die Sonne nicht die Kraft besaß, die dichten Rebel zu durchbrechen. Der Ballon begann zu sinken und wir beschlossen, da wir seit 1 Uhr 50 nachts ohne Orientierung waren, bei einem Dorfe herunter zu gehen, um Ettundigungen einzuziehen. Der Zufall wollte es, daß wir, keine 200 Meter von einem Dorfrande entfernt, auf dem Erdboden sachte auffetzten und uns nun von Dorfbewohnern holten ließen. Da der Ballon noch gut in Form war, riet uns der Füh. ter, durchs Los einen auszuscheiden, um mit entsprechender Ballastaufnahme die Fahrt fortzufetzen. Denn bei 4 Personen hätte man mit 6 Sack Ballast nicht mehr viel ausrichten können. — Ein Herr erklärte freiwillig zurückbleiben zu wollen, wofür ich ihm am liebsten um den Hals gefallen wäre, denn ich hatte noch lange nicht genug! Das Dorf hieß übriaens Schönderling bei Brückenau (Bayern). Eine Frau in diesem idealen Dorf hatte sogar Sand! 6 Sack konnten nun an Bord genommen werden, woraus man seine Schlüsse auf das Gewicht des ausgeftiege* neu Herrn machen kann. Um 8 Uhr 20 wurde nun die Weiterreise im ganzen mit 12 Sack Ballast angetreten. Im Korbe wurde es jetzt beauemer, denn mit vieren ging’s ein bißchen eng zu. Mit Kurs nach Norden schwebten wir himmelwärts, denn die Sonne, wenn auch noch nicht sichtbar, beoann bereits ihren Einfluß auf das Gas auszuüben.
* In 940 Meter Höhe brach plötzlich die Sonne durch und von 9 Uhr 30 ab fuhren wir über einem geschlossenen Wolkenmeer dahin. Ss unterlag keinem Zweifel mehr, daß wir es mit richtig gehenden Wolken und nicht nur mit Nebel zu tun hatten. Unser Riese war sichtlich erfreut, nach 14stündiger 10 Erad unter Null Fahrt etwas Wärme zu bekommen und taute int wabrsten Sinne des Wortes auf. Der Reif auf Hülle, Netz und Leinen schmolz und der Ballon war auf der der Sonne zugewandten Seite längere Zeit in Dampf gehüllt. Ein etwas unbehagliches Ee.ühl! Der Ballon wurde natürlich auch leichter und diesem Umstande ist es beizumessen, daß wir eine Höbe bis zu 2120 Mtter erreichten. An den wunderbaren Wolken- bildun"en konnte man sich gar nicht satt sehen. Nur ' und zu schien cs uns. als ob am Horizont hohe Berge herausragten. Ueber Fahrt-
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wählen dürfen, warum mußte er gerade die einzige begehren, die unannehmbar war? Liebte er sie denn wirklich? Man sagt ja manchmal, ich liebe die oder jene, und nach sechs Wochen denk man nicht mehr daran . . .
„Heinrich, nicht wahr, so ist's ... es fitzt nicht so tief?"
„Ach, Mama! Würd' ich einer flüchtigen Anwandlung wegen dir und dem Vater Kummer bereiten? Nein, nein, die Sache ist sehr ernsthaft! Du kannst mir glauben, daß ich dagegen angekömpft habe . .. wenn ich die Kraft gehabt hätte. Widerstand zu leisten, ich hätt's getan, mit graute ja selbst vor dem, was kommen mußte. . . . Aber ich hab's nicht vermocht . . . ich hatte sie schon zu lieb! Ach, Mama, wenn du wüßtest, was für ein holdes Geschöpf ste ist!" '
„Das MAichen. das meinen armen Sohn um den Verstand gebracht hat, wird hoffentlich nichts Alltägliches sttn... das fetze ich voraus, aber begreifst du denn, gegen welche Unmöglichkeiten bu anrennft? Die Tochter dieses Courcier, de, einzigen Menschen auf der Welt, be» dein Vater haßt, verabscheut . . ."
„Aber sie Mama . . . willst du sie verantwortlich machen für Handlungen, wovon ste nicht einmal eine Ahnung hat? Wenn du ste sähest, du würdest nicht mehr sagen, ich hätte den Verstand verloren. . . . Blond, mit dunklen Auge» von einem Unfchuldsausdruck, der nicht trügt, eine entzückende Gestalt, Händchen wie die bek nigen, Mama, und eine Stimme deren blotzer Klang ttnem das Herz ergrttst!" .... ,4
(Fortsetzung folgt) "