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Marburg, Markt 21. Telephon 66.

beim

freisinnigen haben nur Ssinnnenrnhl bobmibtot." keine Satire zu schreiben, von dem Zuwachs der

Nationalliberalen und ungefähr die alte Hier ist es schwer, Die Zusammenstellung

Eine konservative Parteikundgebung.

DieKons. Rorrefb." schreibt:

In der liberalen und demokratischen Presse wird gegenwärtig ein großer Lärm darüber et»

Der heutigen Stummer liegt bet Kreisblatt Nr. 9.

liberalen und sozialdemokratischen Stimmen, um schließlich festmstellen, daß dieserallerdings ausschließlich den Sozialdemokraten znge- fallen" ist, ist klassisch. Man steht, die sozial­demokratischen Erfolge erziehen die rosaroten Brüder der Genossen zur Bescheidenheit und zu einer bewunderungswürdigen, neidlosen, freu­digen und schönen politischen Brüderlichkeit. Die! ttt reaktionären Parteien müssen sich solches Auslassungen merken.

Marburg

Mittwoch, 2. Februar 1910.

hoben, weil der konservative Reichstagsabge­ordnete v. Oldenburg am Sonnabend im Reichs­tage angeblich dazu aufgefordert haben soll, in ver­fassungswidriger Weise, äußerstenfalls mit milt tärischer Macht, gegen den Reichstag einzuschreiten.

Daran ist kein wahres Wort.

Herr v. Oldenburg steht mit der gesamten konservativen Partei streng auf dem Bode« unserer Reichsverfassung. Eine Aufforderung zu Gewaltmaßregeln der erwähnten Art liegt ihm durchaus fern.

Nur mangelnde Logik und tendenziöse Unter­stellung vermögen den von Herrn v. Oldenburg selbst in der Sitzung sogleich klargestellten Sinn seiner Aeußernng. die lediglich in drastischer und humoristischer Weise äußerste Pflichten mili­tärischer Disziplin kennzeichnen wollte, zu der- drehen und zu einer illoyalen Bekämpfung ihres politischen Gegners und womöglich unserer ge­samten verfassungstreuen Partei auszunutzen.

Sozialdemokratie natürlich

Eine treffende Beurteilung findet die Affäre noch in der freikonservativenPost". Sie schreibt: Wer es mitangesehen hat, wie die Herren der Linken sich bei den Worten des Abg. v. Oldenburg zunächst vor Lacken gar nicht zu fassen wußten, der wird kopfschüttelnd nicht bloß den späteren Tobsucktsanfall der Sozialdemokraten, sondern mich die Aeußerungen der anderen Redner der Linken und deS Zentrums mit angehört haben. Nachdem die Aeußernng minutenlang durch allge­meine Heiterkeit als eine durchaus harmlose be­zeichnet war, war es ein starkes Stück, nunmehr darmis eine Staatsaktion zu machen. Es ist be- dauerlich, daß büraerliche Parteien sich dazu hergaben, den Genossen bei ihrem Komödienspiel Beistand zu leisten/' Im übrigen betont heme diePost", daß die Aeußerung deS Abg. von Dldenburg die schärfste Mißbilligung verdient. Es zeugt aber auch von einem bedenklichen Man­gel an politischem Scharf- und Weitblick, wenn man durch Aeußerungen dieser Art den Sozial­demokraten neuen Wind in ibre Segel liefert. Der Ausfall der letzten Wahl in Eisenach kehrt nur zu deutlich, daß die von der Reichsfinanzreform mlsgebende rote Welle ihren Höhepunkt noch nicht überschritten hat. nud daß es daher das Gegen­teil einer vernünftigen Politik ist, wenn man der Sozialdemokratie weiter Wasser auf ihre Mühlen liefert. Dazu kommt, daß durch Aeußerungen solcher Art der obnebin so scharfe Gegensatz zwi­schen rechts und link? noch weiter verschärft und die Möglichkeit gemeinsamer Bekämpfung deS ge­meinsamen Gegners vermindert wird.

Inzwischen setzt die Sozialdemokratie bereits mit ihrer Agitation ein. DerVorwärts" macht bekannt:Am Dienstag, den 1. Februar, wird die Berliner Arbeiterschaft zu den unverschämten Absichten unserer Junker Stellung nehmen und die Treibereien derEdelsten der Ration" be­leuchten. Nähere Bekanntmachungen ersolgen in der Dienstag-Rummer desVorwärts". Wir bitten alle Genossen, am Platz« zu sei«. Der geschästsführende Ausschuß."

tadeft es dann, daß manch« Beschwerden von An­siedlern in Südwestafrika in einem Teile der hie­sigen Presse einen willkommenen Resonanzboden fänden. Dank der Tätigkeit des Staatssekretärs machte die wirtschaftliche Entwicklung unserer Ko­lonien gute Fortschritte. Abg. Frhr. v. Rickt- hofen skons.) bedauert, daß die Besoldungsord­nung für die Koloniatbeamteu nicht zustande ge­kommen ist und hofft, daß dies bald nackaebolt wird. Redner geht dann auf die Frage der Selbst­verwaltung genauer ein Abg. Noske (Sorl: Die Zuschüsse könnten besser auf die innere Kolo- nisatton Deutschlands verwendet werden. An­zuerkennen ist die 9((mahnte der kolonialen Scheuß­lichkeiten : immerhin kann die Verwaltung viel humaner gehandhabt werden. Die Zahl der Pro­zesse in Südwesicnrssa ist unaebeuer. Ank 6000 Weiße kommen 19 000 Brozesse, das entweicht dem Alkoholverbranch. Wir treten für die Selbst- verwalstmg ein.

Im Abgeordnetenhaus«

wurde am Montag die Beratung des Landwirt­schaftsetats fortaeseßt. BeimOstfonds" bemängelte der Abg. Graf v. Kanitz (fonf.) die überaus hohen Gehälter, die von manchen Be­amten der Landwirtfchafiskammern bezogen würden. Minister e. Arnim erwiderte, daß für besonders hervorragende Kräfte auch besonders hohe Gehälter gezahlt werden müßten. Graf v. Kanitz (Toni.) erkannte dielen Einwand an, meinte aber, daß es möalich fein müsse, in die­ser Frage Wandel zu schaffen. Abg. Dr. Tröger- Hagen (Frs. Bvt.s versuchte die Reichstagsrede des Abg. v. Oldenbur- skons.) als Beweis für den reaktionären, kulturfeindlichen Standpunkt der Konservativen heranzuziehen. Minister v. Arnim betonte, daß gerade der pommersche Großgrundbesitz sich zuerst der inneren Koloni­sation tatkräftig angenommen habe. Aba. Graf v. d. Gröben skons.) erklärte, daß Groß- und Kleingrundbesitz ibre Interessengemeinschaft ge­rade in schweren Zeiten gefunden hätten.

Abg. Kreth skons.) bedauerte, daß Dr. Tröge« sFrs. Pp.) auf die R-de v. Oldenburg skons.) zu sprechen gekommen sei. Er müsse hier als Augenzeuge der Vorgänge im Reichstage fest­stellen. daß zunächst di« Linke ebenso über di« betreffende Stesse in der Oldendurgschen Rod« gelacht hätte, wie seine politischen Freunde. Erst durch die Rede des Sozialdemokraten Ledebour wären di« Freisinnigen aufmerksam gemacht worden, daß aus den Worten des Abg. v. Olden­burg sich für ihre politischen Zwecke eine canse cflfrbre machen ließe und hätten Entrüstung ge­zeigt was die Herren mit anerkennenswertem schauspielerischen Talent ferttg bekommen hätten.

Der Abg. v. Arnim-Züsedom skons.) gab als Berichterstatter einen historischen Rückblick über di« bishettgen Schritt« zur Lösung der Eirt- schuldigungsfrage des ländlichen Grundbesitzes in Deutschland. Minister v. Arnim bezeichnete di« Entschuldung der Landwirtschaft als ein« seiner vornehmsten Aufgaben. Abg. j. Branden­stein skons.) empfiehlt die Bewilligung der Mittel als zinsfreie Darlehne an die Institute, welche die Entschuldung vornehmen wollen. Der Titel wurde bewilligt.

Eisenach.

DaS eudgiltige Resultat liegt jetzt vor. SS , erhielten Appelius snatlib.) 5786, Hädrich (deutsch-; sozial) 4356 und Leber (Soz.) 10 250 Stimme«;: Leber ist mit einer Mehrheit von 108 Stimme« gewählt worden. j

Wie ans dem Wahlkreise mitgeteilt wird, hat, bei der Agitation die Volksverhetzung bl« reinsten" Blüten getrieben zugunsten bet

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend- swöchentliche Unterhaltungsbeilage) undLandwirtschaftliche Beilage.

darüber sollten sich die Liberalen auch an diesem Beispiel wieder llar werden, daß die fottgesetzte Cteuerhetze nicht ihnen, sondern allemal den Sozialdemokraten zustatten kommt. Auch wir sind bekanntlich der Ansicht, daß bei der Reichs- finanzresornt schwere Fehler gemacht worden sind aber wohin soll uns die fortgesetzte Hetz« führen? Wer freilich sich zu dem Standpunv« bet Franks. Zeitung" bekennt, kann das Eisenocker Resultat nur begrüßen, der sollte dann aber auch die einfache Konsequenz zieben und direkt zu ben Genossen übergehen. DieFranks. Zig." beginnt einen Artikel solaendermatzen:

Bei der Reichslagsersatzwahl im Wahlkreis« Eisenach ist es erfreulicherweis^>g-lungen, den antisemitisch-reaktionären Deutschsozialen das Mandat zu entreißen. Der Kandidat der Antt- semtten und Bündler hat über 2000 Stimmen we­niger erhalten als Herr Schack, während di« libe- ralen und sozialdemokrattschen Sttmmen um rund 2500 zugenommen haben. Dieser Zuwachs ist allerdings ausschließlich den Sozial­demokraten zugefallen; die vereiniaten

Deutsches Reich.

®«t Dank des Kaisers. Berlin, 21. Ian., DerReichsanzeiger" veröffentlicht folgenden <Er'afo das Kaisers an den Reichskanzler: Auch mein diesjähriger Geburtstag ist durch die herz­liche Anteilnahme des deutschen Volkes und der im Auslaich« lebenden Stammesgenossen für mich zu einem rechten Freudentag geworden. In zahlreichen Telegrammen und Zuschriften sind mir aus allen Schichten der Bevölkerung ohne Unterschied des Bekenntnisses und der Partei­stellung freundliche Gluck- und Segenswünsche dargebracht worden. Durch diese patriotischen Kundgebungen auf das Freudigst« beroeyi, drängt es mich, den städtischen und ländlichen Gemeinden, Vereinen und Korporativnen. sowie allen, welche mir an diesem Tage ihre Ankäng» lichkeit und Zuneigung in so mannigfacher Art

Bestellungen

fit die Monate Februar and März mif dieOberhesfische Zeitung" nebst ihren Beilagen werden von unserer Expedt- tion (Markt 21), unseren Ausgabestellen in Kirchhain, Neustadt, Wetter, Eb«. Warf, Hachborn, HeSkem-Mölln, fiel« Wenhafen und Dreihausen sowie von allen Postanstalten und Landbriefträgern entgegenge­nommen.

Aus bett Parlamenten,

j Deutscher Reichstag. 74DM.

27. Sitzung vom 31. Januar.

Das Haus berät zuerst bei schwacher Besetzung in dritter Beratung die kolonialen NachttagSetats. wobei Abg. Erzberger lZtt.) erklätt, daß sein« Freunde auch in dritter Lesung für den Nachtrags­etat sttmmen werden, aber mit einem Vorbehalt wegen des Vertrages mit der Koloni^lgeselssckaft für Südwestafrika. Auch Abg. Arning snatl.) ist der Meinung, daß die Gesellschaft im Vertrage vom Februar 1908 das Berabanrecht vorbehaltlich abgetreten habe. Ebenso stimmt Abg. Dr. Arendt (Rv) den Vorrednern zu. Die ganze Entwick­lung der Kolonie schwebe in der Lust, wenn die Kolonialgesellschast ietzt mit einemmal dielen Ver­trag nicht gelten lassen will. Staatssekretär Dern- burg erklärt, auf dem Standpunkte zu steben und die Regierung wird auch unbeirrt daran fest­halten. Ram einer ebenfalls zustimmenden Er­klärung des Abg. Goerck« snatl.l siebt Aba. Frbr. v. Ricktbofe» lkons.) die entaeaenaelettten Zett- Itn.iynrfVei lediglich als Schach- und Winkelzüge irnd Verl"che einer Brest!on an. Abg. Levebonr (Soz) hält solchen Versuch stir ungeheuerlich und Aba. Erzberaer (Ztt) ist dankbar, daß der bett. Arttkel derKöln. Zta." noch vor der dritten Le­sung erschienen ist, und alle Patteien so Gelegen­heit hatte,' T^rett Standpunkt darzuleoen. Nach weiteren Erstärungen des Aba. Dov« ffretf. Val, des Staatssekretärs Dernburg und des Abg. Lede- Vour wird der Nachtraasetat gegen die Stimmen der Sozialdemokraten genehmigt.

ES folgte die zweite Bergtung d«S Kolonial­etats für 1910. wobei Aba Errberaer lZtt.> zu­erst erklätt. daß die Rechtsverhältnisse der Kolo- nialbeamten äußerst dürfttae seien. Auch mußten b'? pirx*- Neuregelung unterzogen

werden, ebenso für Selbstverwaltung aesorat wer­den. Redner ksg-tt dann über die Ausbrelttmg des Islams in Ostafrika und gebt auf e'.ne Reibe von Einzelttagen ein, er verlangt u. a. die Förderung des Banes von Enro^erbäuftrn bitr* Reaer, woftir man ihnen ja Brämien geben könne, tote z. B. mehrjährigen Steuererlaß. Abg Arning snatll hrinot zuerst Klagen über nicht allzu prompte Vostbestellnna vor. über die Schödimmg der K-vram-slnbr durch den Au?s"br,oll in Neu- Guinea und über die dorttaen Elnstibrzölle auf Lebensrnittel. Staatssekretär Dernburg geht zu­erst an f die SethsM-rNMsttin^ in Kss^MeNnkr'kg ein. die man sich nickt so denft, daß ein lokales Parlament entsteht, sondern es soll den Ansiedlern Gelegenheit aeaeben werden, ibre Ansichten »u äußern die dann bei der Ausstellung des Etat? zur Geltung kommen würden. Aber die Enssckei- duna müsse immer beim Kolonialamt bleiben Ein Kolonialbeamtenaesetz soweit, daß es bald vorael-mk werden könne. Aba. Dov« ffretf. Pg.)

DieObertzesilfche Zeit«»," erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis betrögt viertel- jährlich durch die Post bezöge« 2 25 * (ohne Bestellgeld), bei unseren ZeitungSstellen und der Expedition (Morst 21), 2 <X.

oder deren Rau« 16 Pfennige, für Reklamen 80 Pfennige. jk f

Druck und Verlag: Joh. Bug. Koch, Univerfitäts-Buchdruckerei ,

Inhaber Dr. S. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 66.

15 iRachdruck verboten.)

Die Tochter des Abgeordneten.

V Von Georges Ohnet.

l Fortsetzung.)

Courcier warf sich in die Brust und versetz« im Ton seiner Volksreden:Ich seh«, daß Ei« mich kennen, junger Mann! Gewiß ist mein Anteil jedem fleißigen Arbeiter und insonder­heit den Anfängern sicher . . . worin kann ich Ihne» nützlich sein?"

Ich habe eine ausgedehnte Arbeit über den Kommunismus begonnen, und da ich weiß, daß Sie der Hüter der reinen Lehre sind, hätte ich 'ben heißen Wunsch, über verschieden« einzelne Punkte Aufschluß von Ihnen zu erhalten, damit leidenschaftliche Gegner nicht meine Schwächen als Angriffspunkt gegen die Sache nützen können."

Der Blick von Blanquig geistigem Erben ruhte mit Wohlgefallen auf dem jungen Mann, und in schmelzendem Ton kam es von seinen Lippen:Ach so, junger Freund? Hebei den Kommunismus schreiben Sie? Ein unendliches .Gebiet, das die höchsten Geistesfähigkeiten er­heischt. . . .

Weshalb mir der Gedanke kam, mich an Sie <6 wende«?"

Jawohl, das war ohne Zweifel das Richtige, aber ... ich wollte, Sie hätten den Later' selbst gekannt, das war ein Kopf, ein Rieseng^hirn!"

In Ermangelung seiner . . ."

D ja ja, ich weiß es wohl ... ich darf ßigrn, daß ich der einzige bin. der seine Lehre

rein und unverfälscht besitzt ja der einzige . . . trotz der Vermessenen, die . . . aber was kümmern uns die! Ich werde Ihnen Gehör schenken ich bin der Verkündiger der kollektt- vistischen Anschauung und darf Ihnen also meine Beihilfe nicht versagen . . . Suchen Sie mich morgen gegen cl£ Uhr in der Kammer auf, da werden wir ungestört fein. Sie können durch einen Diener Ihre Karte hineinschicken. . .

Meine Dankbarkeit . . ."

Danken Sie mir nicht! Es ist meine Pflicht, Ihnen beizustehen, weil Sie gleich mir für den Fortschritt der Menschheit kämpfen."

Mit gönnerhaftem Gruß trennte sich der Ab­geordnete von dem jungen Mann und trat in seine Wohnung. Abends bei Tisch erlebte Gil­bert« die große Ueberrasckung, ihren Vater plötzlich sage« zu hören:Ich bin diesem Ger­vais wieder begegnet und habe ihn sogar ge­sprochen ... ein reizender junger Mensch mit vorttefflichen Ansichten ... es sollte mich wun­dern, wenn er eine Zukunft hätte!"

Was hat er nur angestellt, um den Papa zu kirren?" dachte das junge Mädchen bei sich.Er muß es sehr geschickt angegriffen haben und mich ernstlich lieben, denn daß er diesen Schritt nur gewagt hat, um sich mir zu nähern, ist ja sonnen­klar. Wer weiß, vielleicht findet der Papa Ge­fallen an ihm? Er sah ganz wohlwollend drein, als er von ihm sprach!"

Sie fühlt« sich an diesem Abend merkwürdig froh und glücklich.

Heinrich saß mittlerweile in der Preßburg­straße und hatte sich in sein Zimmer erngeschlos- sen, wo er sich mit Anstrengung in Proudhon und

Cabet hineinarbeitet«. Er mußte sich ja ihre Ideen einigermaßen zu eigen machen, um sein« Rolle dem Abgeordneten gegenüber durchführen zu können, und so studierte er denn in seine» Vaters Prachtbau, rings von Luxus und Ver­wöhnung umgeben, mit Feuereifer die weltbe- rühmte Flugschrift:Eigentum ift Diebstahl!"

Zu der ihm bezeichneten Stunde traf Hein­rich Tresorier anderen Tags im Bourbon- valast ein, wurde vom Türvorsteher weiter ge­schickt und schließlich in den Bibliotheksaal ge­lotst, wo Courcier, der Frühstückszeit harrend, die Zeitungen las. Der Abgeordnete erhob siq und führte den jungen Mann in die zur Zeit noch einsame, den Sitzungssaal umgebende Galerie, wo sie Platz nahmen.

Vor allem, mein lieber junger Freund," be­gann er mit feierlichem Ernst,gestatten Sie mir eine Frage. Verfügen Sie über die Mittel zu Ihrem Unterhalt?"

Ja, Herr Abgeordneter. Meine Familie ist in guten Verhältnissen und ich selW verfüge ftei über ein kleines Vermögen. . . ."

Das ist sehr erfreulich, denn ich müß Ihnen offen sagen, die Polittk ist heutzutage ein Ge­schäft da» seinen Mann nicht nährt."

Ich kann leben, ohne zu verdienen." Und find Sozialist!" tief Courcier ntft einem ironischen Blick.

Heinrich sah seinen Berater streng an und versetzte würdevoll:Die äußeren Verhältnisse haben mit der lleberzeugung nichts zu tun."

Gewiß nicht, gewiß nicht! Ich habe sogar schon verschiedene Sozialisten gekannt die be­mittelt waren uss« Sie und -war waren e» ge­

rade leidenschaftsich«, ja fanatische Anhänger der guten Sache. . . . Weiter! Welche Gestalt gedenken Sie Ihren Arbeiten über unsere Lehr« zu verleihen?

Die wirksamste für die Sache, die auffäl­ligste für meine Person!" t

Oho! Sie scheuen sich nicht, in den Vorder­grund zu treten ?" /

Ich sehne mich danach."

Donnerwetter! Gefahrlos ist «s nicht, die gesellschaftliche Ordnung anzugreifen." 1

Ich werde allen Gefahren trotzen."

Dem Abgeordneten wurde es etwas schwül/ Er hatte das Gefühl, fich in Gegenwart eines Schwärmers zu befinden, dem der Wahnsinn' nicht allzu fern lag. Dabei standen die wohl­erzogene artigfett des jungen Mannes, feint weiche, sanfte Sprechweise, seine vornehme Er­scheinung in so seltsamem, schreiendem Gegensatz zu ben übertriebenen Erklärungen, die et ab« gab, daß es dem älteren Manne wirklich unbe­haglich wurde. Gerade solch geleckte junge Leut«, wie bet neben ihm Sitzende, hatte et zur Zeit der Kommune ganz kaltblütig Greuel verüben sehen, wobei ihm die Haare zu Berg gestanden waren. Icker Gedanke, seinen Schützling spaß, hast zu nehmen, war von ihm gewichen; er 6ee abachtete ihn setzt mit Staunen. I

Ursprünglich hatte ich daran gedacht," dieser fort,eine Wochenschttst zu grÜMilt, «st ist mit aber klar geworden, baß mit dach nötig« Ansehen zur Leitung fehlen würde . , J baut gehört ein Rame, allgemein anerfoenii Bedeutung. Ja, wenn ein Mann witz 6N < < O

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