Einzelbild herunterladen
 

1

45. Jahrg.

Telephon 55.

Erstes Blatt

Marburg und Umgegend

Oberheff. Ltg-

f

)

>

4

guter

burchgeturnt.

Hauptsache ist die Preußen muß jeden einem Leutnant zu Mann und schließen lende Rufe von der

* Der Monat Februar, brachten im Februar ihren

Marburg, 81. Jan.

Die alten Römer Verstorbenen Sühne­ste Februa nannten.

>

>

» t

i > t

)( Leichenbegängnis. Der so jählings infolge eines Unglücksfalls aus dem Leben geschiedene

r

J

I l u

Jnstitutsdiener Kröger wurde gestern unter teiligung einer gewaltigen Menschenmenge letzten Ruhe gebracht. Der Verblichene war kanntlich ein Kriegsveteran, deshalb sandten auch seine Kameraden eine Ehrensalve über Grab.

Be- zm be« ihn. da!

statt, durch trage Gäste

einem Vor­reden.

In ihr wird Herr Dr. Hochheim in Lichtbilder und Modelle illustrierten über die Motordrachen-Flugapparate sind willkommen.

Turnerische». Gestern fand hier bei

Augenblick imstande sein, zu fönen: Rehmen Sie zehn Sie den Reicbstaa! (Anbal- äußersten Linken ber. die in

O. H. T. «. Im bis auf den letzten Platz besetzten, mtt Tannengrün prachwoll geschmücktem Stadtsaale beging am Sonnabend der Oberheff Touristenverein seinen diesjährigen Familien» abend. Eine Ansprache des Vorsitzenden, Herr» Hauptlehrer Schneider, in welcher dieser dtt Schönheiten unsrer näheren und ferneren Umgeb» ung und anschließend das Wollen und Wirken des O. H. T. V. kennzeichnete, leitet« das Programm» das reich an mannigfachsten Darbietungen war. ein. In liebenswürdiger Weise hatte der Ge­sangverein Liederkranz es unternommen, einig« Chöre zu Gehör zu bringen, die ebenso wie der flott gespielte EinakterAmtsgeheimnis" große» Beifall fanden. Dank gebührt auch dem Herr» Konzertmeister Soldan für die gebotenen Violirr Vorträge. Eine verdiente Ehrung wurde im wei­teren Verlaufe dem langjährigen Schriftfiihrer Herrn Kaufmann C. W. Runkel für di« äußere ordentlichen Verdienste, die er sich in treuer, unvev drosiener, jahrelanger, eifriger Arbeit um den Ver­ein erwarb, dirrch Ueberreichung des goldnen Ber- einsab^eichens uyd enier anerkennenden Adresse z» teil Rach der üblichen Verlosung trat das Tanz­bein in leine Rechte. Wann die letzten nach Haust gingen, dar? nicht verraten werden.

)( Militär Konzert. DaS gestern itbcnb in be» Stadtsälen zu Gunsten der Frrichmng eine» Kreiskrieger Denkmals adgehaltene Konzert der Kapelle des Regiments Kaiser Wilhelm aus Gi«- ßrn bot den "Besuchern seht genußreiche ©htnbtn. Alle Nummern des sorgfälttg zusammengestellte» Programms fanden dankbare Aufnahme. Beson­ders gefiel das Flötensolo deS Herrn Helbig. de» sich als ein vollendeter Künstler zeigt«. Der Be­such des Konzerts war leider mäßig: in Anbetracht des Zweckes wäre eine bessere Betciligting sehr am Platze gewesen.

)( Winterfest. Das diesmalige Winterfest ber, Turngemeinde in den Räumen des Schloßgarten» gewährte, trotzdem es in einfachster Form gehal- ten, den überaus zahlreich erschienenen Vereins-, Mitgliedern und deren Angehörigen viel Unterhal-, tung. Ein Eröffnungsmarsch, Prolog und ein kleines flott gespieltes Theaterstück leitete daS, Fest ein, ein Schnellmaler malte in Zeit einiger Minuten zwei prächttge Landschaften und dann sich selbst und hieran schlossen sich Standphramiden^ einer Turnerriege und ein Tanzreigen der Frauen- und Mädchen-Abteilung, der ein reizendes Bild bot. Ein flotter Tanz beschloß das Fest.

)( Beim Rodeln gabs gestern nur verschiedene kleiner« Unfälle. Das Schlimmste war ein Arm- bruch, den ein Rodler mit nach Hause brachte.

)( Sog Fastnachtsfcherze werden aus einigen umliegenden Orsschasten gemeldet. So wurdet- mehrfach Fensterscheiben eingeworfen und Passan­ten mißhandelt. Die Vorkommnisse dürften fit die Beteiligten unangenehme Folgen haben.

)( Schlägerei. In der Rächt vom Sonnabenk zum Sonntag fand in Weidenhausen eine Schlä­gerei statt, wobei ein junger Mann durch einen Stich in den Kops verletzt wurde.

)( Einen Wohnungswechsel, wobei ihm Poli­zeibeamte ausziehen halfen, nahm gestern ein Ein­wohner aus einer Seitengasse Weidenhausens vor. Der Mann, der in seiner Behausung auf eigen« Faust eine Revolution verursacht«, siedelte in ei«: Zimmer ni der Nähe der Feuerspritze in der Rat- hausschirne über.

)( Ueberlandzentrale. Zu dem Arttkel in letz­ter Nummer werden uns vom Verfasser folgendc Korrekturen mitgeteilt: In der zweiten Spalt» Zeile 39 muß es statt starke sichere Kredituntee läge heißen. In Zeile 39 derselben Spalte statt von vor der Form und in Zeile 41 statt werd» wird. In der dritten Spalte bei Absatz 3 muß cs statt neuer detaillierter einerdetaillirte» und in Absatz 4 statt Gesamtanlagekosten G e - samteinlagekosten, in der 10. Zeile von unten statt Herstellung Stellung, in der 4., Zeile von unten statt Bestreben Bedenken hei­ßen. Das Wörtchen zu in der 3. Zeile von unten fällt fort. Auf Spalte 4 sind ebenfalls einige Än­derungen zu verzeichnen. So muß es in Absatz 1 zu Lottin, in der 3. Zeil« statt erzeugte Span- nnng, statt Bcsowitz Beßwttz und ftatz Mässow M a s s o w heißen.

)( Zur Müllabfuhr. Die Polizeibehörde macht daraus aufmerksam, daß als Müllbehälter nur wwe*

Aus dem Neickslaae.

26. Sitzung vom 29. Januar.

Vor Eintritt in die Tagesordnung teilt der Vizepräsident ein Dankesschreiben des türkischen MolschasterS wegen der T- ituattmskundgebung des .Richstages aus Anlaß des Brandes des ttirtt- fdjeu Parlamentes mit. Dann wird in die Be­ratung des Militäretais sortaefahren.

Abg. Müller Meiningen ffreif. Vp.) verlangt «ine Reform des Militärsttafrechtes, des Be- ßchwerderechtes und des ehrengerichtlichen Versah- ten» gegen Offiziere und kommt noch einmal auf

Politische Umschau.

Deutschland und Oesterreich.

Berlin, 30. Jan. DieNordd. Allgem. Ztg." schreibt in ihrer Wochen-Rundschau: Es wär« nicht zu verwundern, wenn nicht von Zeit zu Zeit Versuche gemacht würden, die innigen Be« Ziehungen zwischen Berlin und Wien von außen her zu lockern und man wird auch zu erwarten haben, daß die immer wieder erkannte Vergeb­lichkeit solcher Versuch« von ihrer Wiederholung abschrecken wird. Neuerdings bemüht man sich, aus dem in derNowofe Wremja" veröffentlich­ten Interview eine Unfreundlichkeit Aehren- thals gegen Deutschland herauszulesen und aus dieser Grundlage Verstimmungen zu erzeugen. Gleichzeitig arbeitet man mit Erfindungen, die in da« gesellschaftliche Gebiet hinllbergreife«

Deutsches Reich.

- Belgische S-ndergesandtschast. Berlin, 36 Jon. Die belgische Sondergesandtschaft zur Notifizierung der Thron)-''eigung des Königs Alberti ist heute hier eingetroffen.

Der Sozialdemokrat in Eisenach gewahltl Eisenach, 30. Jan Nach den bis heute Vor­mittag vorliegenden Ergebnissen der Reichstaos- ersatzwahl im Kreise 2, Sachsen-Weimar, wurden abgegeben für Leber (Soz.) 10181, für Dr. Appelius (nat.) 5716 und für HSdrich sdeutsch- foz.) 3940 Stimmen. Da nur noch die Wähler« gebnisse von zehn kleinen Orten ausstehen, von denen eine wesentliche Aenderung des Gesamt­ergebnisses nicht erwartet wird, dürfte die Wahl Lebers gesichert fein.

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain 5

unt> Beilagen:Nach Feierabend» (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und Landwirtschaftliche Beilage

Marburg

Dienstag, 1. Februar 1910.

der Fastnacht beim Mummenschanz angekommen, der in unserer Zeit den zweften Monat des Jah­res charafterisiert. Obwohl der Februar in seiner Dauer etwas zu kurz gekommen ist, so wahrt et doch lang genug, um dem Menschen Veranlassung zu geben, sich nach Herzenslust auszutoben. Im übrigen sei bemertt, daß Karl der Frankenkönig es war, der dem Febmar den BeinamenHornung- gab.Hör' hatte damals die Bedeuwng von Schmutz oder weicher Erde. Di« Witterung tot Februar soll sich nach dem mtt Recht etwas aus ber Mode gekommenen hundertjährigen Kalender wie folgt gestalten. In den ersten fünf Tagen Kälte und vom 13. und 14. Sturm. Vom 20 des Monats ab ist auf milde, teilweise regnerische Wit­terung zu rechnen, die bis zum Schlüsse anhält.

PfarramtlicheS. Herr Pfarrer Dr. Sötte in Allendorf a. W. ist zum Mettopolitan der Pfarrei- klasse Allendors a. W. int Konsistorialbezirke Cassel ernannt worden.

Verleihung. Dem Oberpostschaffner Hein-. Elmshäuser wurde das allgemeine Ehrenzeichen verliehen.

* Fortbildungsverein. Wir machen darauf aufmerksam, daß Herr Professor Dr. Schwarz heute abends 8 Uhr präzis im Hörsaal 10 des Universitätsgebäudes den bereits angekündigten Vortragüber Willensfreiheit- halten wird.

Kurhessischer Verein für Luftschiffahrt. In den bisherigen Vereinssitzungen wurden lediglich die Ballons in Vorttägen und Demonstrationen behandelt und erläutert. Morgen, Dienstag, den 1. Februar findet abends Uhr die nächste Ver­sammlung im Physikalischen Institut am Renthos

Ein Zwischenfall.

Im Reichstage ist es am Samstag zu einem bedauerlichen Zwischenfall gekommen. Herr v. Ol­denburg, der nun einmal gewöhnt ist, die Worte originell und scharf zu prägen, hat, wie er später selbst interpretierte, um ein Beispiel für den un­bedingten Gehorsam des Soldaten zu geben, die Aeutzerung getan: Der König von Preußen und der Deuffche Kaiser muß jeden Moment imstande fein zu sagen:Nehmen Sie zehn Mann und schließen Sie den Reichstag!- (GroßeHeiter- fett. Unruhe und Zurufe links.) Große Hei­terkeit verzeichnet der Bericht, und allgemein wird gesagt, daß ideseoriginelle- Wendung ungemeine Heiterkeit auslöste. Zunächst bis die Sozial­demokraten durch ihre Treibereien Herr Lede- bour tanzte förmlich vor dem Präsidium herum und verlangte dessen Abdankung auch die an- dern Parteien davonüberzeugte-, daß die Würde des Reichstages schwer beleidigt sei. Und als- bald ging der Sturm los, den bet Parlaments- bericht verzeichnet. Zunächst ist fest,ustellen, daß Herr v. Oldenburg hier sich eine sehr böse reime- tische Entgleisung geleistet hat, gegen die mit aller "Entschiedenheit zu protestieren des Reichstags gu- ' les Recht war. Solche Beispiele hat man eben nicht zu wählen, selbst wenn man vorher durch Zurufe »on sozialdemokrattscher Seite wieMaul batten!' gereizt ist. (Ob durch derartige Zwischenrufe die

1 Würde des Reichstages nicht auch verletzt wird! kl «eiter glauben wir, daß der Reichstag sich kein Nuhmesblatt gepflückt bat als er den Ent- rüftungsrummel, den die Genossen inszenierten, mifmachte. Derartige Aeußerungen des allerper- sönlichften Temperaments ist bet Reichstag von Herrn v. Oldenburg gewöhnt und quittiert sie stets mit allgemeiner Heiterkeit, so ja auch zunächst diesmal. Niemand den« daran, st« als program­matische Erflätungen zu behandeln. ES ist höch­stens ein Zeichen für die j. Zt. herrschende Span- nung zwischen den Parteien, und dafür, daß die Parteien der Linken sich schon schwächlicher Mittel , jur Agitation bedienen, wenn ste berattige Aeuße- rungen politisch auszuschlachten gebenken. Die.Frff.

. Ztg.' hat bereits in biefer Tonart ben Reigen be« , gönnen. Das ist nicht etwa bie Ansicht konservativer

Kreise, so denkt z. B. dieTägl. Rundschau', di« mit dieser Partei in offener Fehde steht. Sie schreibt: Und was geicyah nun? Ledebour tanzt wie ein Darwinscher Altvorderer von uns umher, dem man schmerzhafte Jnjekttonen gemacht hat, durch pöbelbafte Ruse wird das Präsidium beschimpft, Maul halten!' tönte es vorher schon zur Rech­ten hinüber und:Sie können uns sonst waS!' Runter vom Prästdentenstuhl!- schreit nicht Herr Ledebour ober Stadthagen, sondern ber immer­hin sonst leidlich gemäßigte Herr Sachse bem Erb­prinzen zu. Freilich, Herr Kreth ruft angesichts des tobenben Ledebour nach bem Tierarzt. Herr Kreth ist immer etwas scharf ttnb aufreizend, aber hier lag der Zwischenruf ivirflich nicht in welten­weiter Ferne. Und Herr Müller-Meiningen? Er übernimmt sich immerhin stark im Ton, und wenn er aus ber Oldenburgschen Rebe eine Beleidigung ber bayerischen Armee herauslesen will, ist er gänzlich auf dem Holzweg. Eine skrupellose Agi- tatton der Linken hat bie Möglichkeit, einem un­glückseligen Augenblick Dauer zu verleihen, und in allen Wahlversammlungen dieses Bonmot von den zehn Mann, die auf Befehl des Kaisers das Reichshaus säubern sollen, der konservattven Par­tei als solcher an bie Rockschöße zu hängen.

Ein solches Unterfangen wäre selbstverständ­lich aus verschiedenen Gründen ebenso unsinnig wie illoyal, aber feit wann ist man in muffigen Wahlstuben sinnig und loyal gewesen?

So illoyal und unehrlich es von ber Demo­kratie wäre, diesen Vorfall gegen die konservative Partei als solche auszuschlachten, deren sehr- : ßiger Beifall höchstens der Rede als Ganzes galt, in der recht viel Vernünftiges stand, so sicher wird ,diese Illoyalität eintreten, was zu vermeiden war.'

ihrem Durcheinander nur schwer zu verstehen sind, nur mtt Mübe versiebt man die Schlußworte des Redners: Möge bie alte preußische Tradition auf« retbterbrtlten werden auch in Be,ug auf die Zn- (rttnrnenfebitna des Offizierkorps ff (Laute Bravo

und Totenopfer dar, - die .

Februare lautet ein lateinisches Wort, das auf deutsch soviel wiereinigen bedeutet. So wär« ber Febmar also als Reinigungsmonat, vielleicht auch als Opfermonat aufzufassen,. Auch bei den alten Deuffchen war es üblich, im Febmar viel zu beim und zu fasten. Und so wären wir denn mtt

rechts. Zilcheu linksff

Auf den Bänken der Sozialdemokraten erschal­len erneut stürmische Rufe, die immer mehr an­wachsen und sich zu förmlichem Toben aesialten. als ber amtierende Vi »ehr äsident Prinz Hohenlohe dem Aba. Osann das Wort gibt. Den Aba. Lede- bour hört man wiederholt laitt rufen: Was tagt bet Präsident zu der beschi-nuf-nden Aeußemng Oldenburas» Was faat ber ^-"sident dazu?!

Vizepräsident Hohenlohe (erregt) t Ich verbitte mir lebe Kritik in dieser Form. (Lebhafter Beifall rechts G-meute Unruhe bei den Sozialdemokraten. Aba. Kreth mft: Ist kein Tierarzt biet?! Rur ganz allmählich ebbt ber Sturm ab. worauf bet Aba. Olan« (natlibff namens ber nationallibe­ralen Partei erklärt, er verbitte sich von Herm Liebermann von Sonnenbera iebe Belebmna bar« übet, was national sei. Aba. @rf>raj»et Ereil. Vaaff polemisiert gegen bie Ausführungen des Aba v. Odenbutg. . ,

Es folat eine Gefchäftsorbnungsdebatte. in ber Abg. Sinnet (Soz i aeaen eine Aeußenina bes Aba v. Oldenburg Verwabmna elnlcate bie an» aeblich auf einen Berfasiunasbruch biuauslmife. Vizevräsident Erbvrinz Hobenlobe erflärt daß et die betreffende Aeußemna so aufaefabt habe, als ob der Herr Abaeorduete nur habe durch ein drasti­sches <n«;rhte( feststellen wollen, daß ein Offizier jeden ihm aeaebenen Befehl ausulfübren habe, welche Auffassung der Aba. v. Oldenburg bestätigt. Die Aba Bassetmann Gtoehet. Miller Meiningen geben Erklärungen namens ihrer Parteien ab. in denen sie sich aeaen den Aba v Old»,> bürg wen­den. Dem Abg. Lebeftour mtts ein Ord­nungsruf erteilt, weil er das Verhalten bes Vize- bräfibenten abfällig kritisiert, von dem et verlangt, et müsse vom Präsidenteuvkatze herunter, da er nickt die Würde des Hanfes gewährt habe. Et legt dagegen Widerfumch ein. worüber das Hans am Montan entscheiden wird Nach einet Bernet- kuna des Aba Voot-Ergilsheim (wirffch Vag ) und des Kriegsministers schließt die General­debatte.

Es folgen eine Re'he verlfönftchet Bemer­kungen ber Abg. Müller-Meininaen unb d«s Gene­rals v Geblattet über bie angeblichen Mißhand­lungen in Baveru Dadurch ist die Debatte wie­der eröffnet und Aba. Zubell-(Soz i brachte eine Reihe von Beschwerden vor. Rach wetteren schar­fen persönlichen Bemerkungen der Aha Momm­sen Kreth und v. Bieberstein über die Frage ob Herr v Odenbuta das baherttchc Heer angegriffen haste ober nicht wurde die Debatte geschlossen

DaS Geholt des Krieasministets wird bewilligt, ebenso die Refolutton auf Reform des Militärstraf« rechtes gnoenommen. Rach Bewilligung einet Reihe von Positionen wird das Haus auf Montag 1 Uhr vertagt und auf Anregung d«s Aba Dasset- mann die Abstimmung über den Anttag des Abg. Ledebour auf Dienstag verschoben.

unb die persönlichen Beziehungen zwischen dem österreich-ungarischen Minister des Auswärtigen und bem kaiserlichen Botschafter in Wien als getrübt erscheinen lassen sollen. Mit diesem letzteren böswilligen Klatsch wurde bereits von Wien aus aufgeräumt und wir wollen kein Wort mehr darüber verlieren. Hinsichtlich des Interviews in derNowoje Wremja" wurde durch eine politische Korrespondenz festgestellt, daß sich Herr Wesselihky bei der Wiedergabe der Worte v. Aehrenthals weitgehende Freiheiten erlaubte. Gegen den sachlichen Inhalt des be­richtigten Interview» ist vom Standpunkt der deutschen Politik nicht das Mindest« einzuwen­den Es ist eine seltsame Vorstellung, zu meinen, daß man in Berlin scheel sieht, wenn von Wien ober von Petersburg aus für die Verssetung der Beziehungen beider Reiche gearbeitet wird. Das Ergebnis dieser jüngsten Kampagne zur Störung ber Beziehungen zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn kann daher auch dies­mal nur das sein, dah unseren ©egnetn die unerschütterliche Festigkeit unseres Bundesver- haltnisses und die Unfruchtbarkeit ihrer klein­lichen Minierarbeit vor Augen tritt

die Bonner Korpsangelegenhett zu spachen Der Offizier sei ein Organ des Staates. Eme Abkur. zu.ig ber Dienstzeit bei allen Waffengattungen sei anzustteben. Abg. Sachs« (So,.) kommt noch eto- mal auf ben Mansselbet Streik zu sprechen. Ktiegsminister v. Heetingen hält feine darüber neulich gegebene Darstellung ber Vorgänge auf­recht und geht bann näher auf einige von ben Vor­rednern angeschnittene Fragen ein. Abg. v. Ol- denburg-Ianuschau (konsff: Herr Sachse hat wie­der von Mansfeld gesprochen. Run, wenn bet den Sozialdemokraten bet Umgangston so ist, wie es vorhin aus Ihrem Zuruf an einen ber Unfrigen: Halten Sie'S Maul!- hervorging, so wirb mit Ihnen noch viel zu gelinbe Verfahren. (Beweg­ung.) Redner wendet sich dann lebhaft gegen die Müller-Meininaenschen Ausführungen. Die pen­sionierten Offiziere, auch bie höheren, sollten mit ihrem Urteil über bie Armee lieber zurückhalten!! Er erinnere ba an ein Wort Bismarcks im Herren- Hause. nachdem dort ein gewesener preußischer Ft- nanzminister «ine Vorlage bekämpft hatte. Bis­marck sagte:Sassen Sie. m. H.. Ihr Urteil über die Vorlage nicht durch die Erwägung beeinflussen, daß der Herr größere Fachkenntnis besitzt, weil er früher preußischer Finanzminister war. Wenn er zu gebrauchen wäre, wäre er es heute noch!" (Hei­terkeit.) Redner verteidigt dann die Militärjustiz- psleae und schließt: Wir wollen möalichst wenig an ber preußischen Armee rütteln. Und zu ihr ge­hört das Militärkabinett und der vreußifDe Adel.

Disziplin. Der König von

Die Jnsertionsgebühr beträgt für die 7gespatter.r Zeile oder deren Raum 15 Pfennige, für Reklamen 80 Pfennige. Druck und Verlag: Joh. Sug. Koch, UniversttätS-Buchdruckerei Inhaber Dr. 6. tzitzeroth, Marburg, Markt 21. -

DieOberhemde Leitung" eriajem: täglich mit Ausnahme der Sonn- unb Feiertage. - Der Bezu gS pre i »beträgt Mertel- jährlich durch die Poft bezogen 225 <M (oh^Bestellgeld), bet unferen Zeittmgsstellen und der 6$pebihon (Markt 21), 2 X.

Beteiligung im Turnergarten eine Bezirksvortur- verstünde statt. Es wurden die für bas Kreistttrn- fest bestiuimien Freiübungen und Keulenübungen

(Nachdruck aller Originalarttkel ist gemäß 8 18 bei Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe Oberheff. Ztg.- gestattet.)