uni> den Beilagen: „Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und „LandwntjchaftUche Beilage."
45. Jahrg.
Erstes Blatt
Der heuchleritchr SimpUchsimus.
Einen eigenartige» Genuß gewährt folgende Notiz, die die Runde durch die Blätter machen wird:
Das Landgericht München hat Mei Geschäfts - führer deS verstorbene« „SimpliMimus'-Ber-
lichen Sonderunternehmens, des betriebsamen „Simpliztssimus'-Verlegers, den Staat auf sein Geheiß fahrelang geprellt haben.
Die „Tägl. Rdsch.' macht den sehr vernünf- ttgen Vorschlag, daß dieser neue „Fall' sich sehr gut zu einer neuen „Sondernummer' des „Sim- plizissimus' eigne ll
Mehrheit des Abgeordnetenhauses nicht für solche Pläne zu haben sein. Und das ist für uns Mar. burger gut.
Die heutige Nummer umfaßt 3 Blätter.
verurteilt. ' _____
Herr Langen, ein schwerreicher Mann, hatte neben seiner „Jdeal'kunst des „Simplizissimus' die Vertretung einer Mailänder Automobilfabrtk übernommen und deren Erzeugnisie als alte, längst versteuerte Fahrzeuge mit falschen Karoserien und Nummern maskiert und mit falschen Zoll- und Steuermtsweisen dafür über die badische und bayrische Grenze geschmuggelt. Wäh- renddesien gab derselbe Herr Lange Sondernummern über die bösen „oslelbischen Steuerdefraudanten' heraus. Sehr richttg bemerkten die
Marburg und Umgegend.
«Nachdruck aller Originalarttkel ist gemäß § 18 be* Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe „Oberheff. Ztg.' gestattet.)
Marburg, 22. Ian.
)( «aiser-Kommers. Die drei hiesigen Krieger-Vereine begehen den Geburtstag unseres Kaisers am nächsten Dienstag, den 25. Januar in den Stadtsälen durch einen gemeinsamen Kom
Marburg
Sonntag, 23. Januar 1910
Die Jnsertionsgebühr beträgt für die 7grspattene Zeile oder deren Raum 15 Pfennige, für Reklamen 30 Pfennige - Druck und Verlag: Joh. «lug. Koch, UnrversttatS-Buchdruckerel Inhaber Dr. 6. tzitzeroth, Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
stehen zurückblickt, zu empfehlen.
)( Evangelischer Vortrag. Auch gestern er-, freute sich der von den Freunden wegen «va» qelischen Gemeindelebens veranstaltete Vortxpgs- abend eines guten Besuches. Herr Dekan Gün- ther von hier behandelte in über einstündige« Ausführungen das Thema: „Der Unsterblich. keitsglaube und die Gegenwart". Der RÄmeri wies zunächst darauf hin, daß in neuerer Zeit der llnsterblichkeitsglaube, d. h. der Glaub« e« dir Ewigkeit, starke Erschütterungen erfahr«.^ Gerade neuere Philosophen «Kd auch einige Dich» ter verneinten den Ewigkeitsgedanken. Ebens» würde dieser Gedanke ja «ich von der 9tetwj
Universität Frankfurt a. M.
Die „Franks. Ztg.' beschästigt sich nunmehr in einem zweiten Artikel mit der beabsichtigten Gründung. Sie betont zunächst, daß die Universität Frankfurt aus n i ch t st a a t l i ch e n Mitteln bestritten werden soll: „Man kann die Frage auswerfen, ob eine Notwendigkeit oder Verpflichtung bestehe, de,n Staat, der sich ja doch Rechte Vorbehalten wird, diese gewaltige Last abzuneh- men. Ein Blick auf die Unibcrsitätsversassung anderer Länder, so Englands, zeigt, daß dort schon seit langem ein ähnlicher Zustand geschaffen ist. unb zwar sind dort die Universitäten durchaus selbständige Institutionen, die aus eigener Kräst ihre Ünterhaliuugskosten decken unb so gut Wie unabhängig vom Staat sind. Auch ergibt sich durch den Hinweis auf unser eigenes anbered Unter richte wesen höherer Art, daß der Staat die Kostenrechnung keineswegs als eine unbedingte Verpflichtung ansieht, sondern sie sich recht gern abnehmen läßt. Grundsätzlich ist die Frage der Gründung von Universitäten, die nicht vom Staat unterhalten werden, zu besahen, grundsätzlich muß aber gleich von vornherein die Forderung erhoben werden, daß den Geschenkgebern der nicht- staailicheu Universitäten ober der durch sie reprä- fentierter. Körperschaften bei der Verwaltung gewisse R c cki t e, unbeschadet der staatlichen Mitwirkung zngeftanden werden. Es wäre bet- frittrt. diese Rechte heute schon im Einzelnen festzusetzen.'
Daran wird ja die ganze Sache hängen. BIS heute kann der Staat noch den Anforderungen genügen, er braucht also die Hilfe der „Frank- forder Gekdbarone' nicht, um ihnen wichttge Rechte auf einem wichtigen Gebiete zu „verkaufen'. Die „Franks. Ztg.' verfährt in ihrer ganzen Auseinandersetzung auffallend glimpflich mit der Regierung — natürlich! sie kann es aber dock nickt uniert aff en. leise anzudeuten, worum es sich eigentlich handelt. Sie meint, „die rauhe Hand der Regierung' habe mitunter störend In die Speichen des akademischen Getriebes etn- gegriffcn, mu wenn bis heute im wesentlichen die wissenschasiliche Freiheit noch nicht ernstlich ramponiert sei, so solle man sich doch für die Zukunft nicht darauf verlasien. sondern die Möglichkeit einer solchen Gefahr nicht aus dem Auge verlieren und ihr vorzubeugen suchen', natürlich durch eine außerhalb der Staatsaufsicht stehende freie Universität. Man steht, auf wessen Hilfe unb parlamentarische Unterstützung man rechnet. Man sucht die Parteien der Linken für den Plan außerstaatlichen Universt- täten zu gewinnen.
Wir jedenfalls haben die Ueberzeugung, daß die maßgebenden Stellen nicht daran denken, in dieser Frage wichtige Rechte freizugeben für ein Geschenk, das dem Staate nicht nötig ist. Denn daran muß doch sestgehalten werden: alle schönen prinzipiellen Erörterungen der „Franks. Ztg.', als ob die Gründung im allgemeinen Interesie liege, verdecken doch nicht den Sachverhalt, daß es sich um eine rein Frankfurter Angelegenheit .'handelt. Die Frankfurter Geldgeber geben gewiß nichts umsonst.
Die weitere Erörterung der „Frankstirter Zei- ' taug' beschäftigt sich denn auch damit, zu zeigen, daß der Plan, der in Franflurt eigentlich keine Gegner haben könne, der Stadt große« Nutzen bringe — ziffernmäßigen unb n. r»t riffcrnmäßig pt schätzenden — im idealen Mou ent des veredelnden Einflusses auf das geistige Leben der Stadt. Das angebliche Schlagwort von den Gegnern, die das .geistige' Proletariat nicht ver- taehrt wissen wollten, wird kurzerhand abgetan.
Zum Schluß macht das Blatt eine interessante Rechnung auf über die voraussichtlichen Kosten und meint, daß dem spendenden Sinn der Frankfurter Mäcenaten noch ein Weites Feld zur Be- tfitigung offen stehe. Interessant ist hier vor allem, daß klipp unb klar ausgesprochen wird, chaß man an die Errichtung einer «beologischen Fakultät nicht denkt. 1 Es unterliegt Wohl keinem Zweifel, daß die Brankfnrter Gcldmagnaten über ein paar mal awiooo Mark nicht stolpern werden, wenn es davon abhinge. Aber tote bereits oben tamebeutet, liegen doch noch wesentliche andere tackwierigkeiten vor. Vor allem dürfte die jetzige
Aus den Parlamenten.
Deutscher Reichstag.
22. Sitzung. 21. Januar, 12 Uhr.
Vor schwach besetztem Hause und Tribünen wird heute die zweite Lesung des Etats mit dem Etat des Reichseifenbahnamtes fortgesetzt.
Abg. Carstens (freit. Vpf tritt für eine Erhöhung der Eifenbahnarbeiterlöhne ein, ferner wußten die Mißstände in den Speisewagen beseitigt toreben Abg. Schwabach (natlib.) sieht rm Zusammenschlüsse aller deutschen Bahnen zu emer Be triebsgemeinschast ein erstrebenswertes cksiel. Pra fibent des Reichseisenbahnamtes Wackerzapp bestreitet. daß sich wegen des Lohnniveaus ein großer Arbeitermangel zeige, außerdem konnten die Löhne nicht Überall gleich feu.. Gegenüber den vorgebrachten Wünschen hrnsichtftch . einer Internationalen Regelung des Gepackverkehrs äußert sich Redner entgegenkommend. Abg. Zietsch (Soz.) beschtoeri sich über Benachteiligung der mitteldeutschen Kleinstaaten durch Preußen, so daß deren Selbständigkeit fast nur noch eine scheinbare sei. Präsident Wackerzapp meint, daß, da Preußen das Anlagekapital für Bahnen in den betreffenden Kleinstaaten gestellt habe, ihm auch Anspruch auf den Gewinn zustehe. Abg. Pfeiffer (Ztr.s hält es für unangebracht, politische Zer- tütiflen von den Bahnhöfen auszuschließen, jedoch müsse verhindert werden, daß Schundliteratur auf den Bahnhöfen ausliege. Abg. Starz (südd. Vp.t tritt für Schaffung eines Eisenbahnparlamentes ein unb Aba. Behrens (wirffch. Vgg.f wünscht bei Materialbestellnngen Berücksichtigung der Siegener Eisenindustrie. Abg. Weber (nalhb.) fuhrt Beschwerde über Belästigungen bei der Gepäck erpeditton. unb der Abg. Bindewald (wirtsch. Vaal bestreitet, daß das Reichseffenbabnantt so ohnmächtig sei. wie eshier behauptet worden sei, und verlangt ein Verbot des Verkaufs der Revolverblätter auf den Bahnhöfen.
Rack Annahme dieses Etats wurde der Rack- tragsetai für Deuffck-Ostaft.ka beraten, bet eiwr erste Rate für den Ausbau der Usambarababn unb des Hafens von Tanga vorsieht. Mit Ausnahme des Abg Ledebour traten alle Redner ein, der die aenüa’am bekannte Anschuldigungen gegen unsere Kolonialpolitik vorbrachten. Mit besonderem Geschick und Wärme traten ihm die Abg. Aming unb v Siebert entgegen, die aus ihrer reichen Erfahrung den Wert dieser Kolonie eingehend schilderten. Auch Herr Erzberger befand sich diesmal unter den Zustimmenden. Herr Ledebour konnte sich nickt beruhigen und ergriff öfter das Wort, erregte aber nur schallende Heiterkeit durch seine Ansicht über Kolonialpolitik, besonders als ibn Herr Dernburg mit einigen Worten kurz abfertigen konnte. Darauf trat Vertagung ein. ,
Im Abgeordnetenhaufe
wurde am Freitag, 21. Januar, die Besprechung der Interpellationen über die Kattowttzer Vorgänge fortgesetzt. Aba. Fischbeck (fts. VP.s. wie auch bet folgende Redner, Abg. Dr. Liebknecht (Soz.f sprachen sich gegen die Maßnahmen der Regierung gegenüber den vorgesetzten Beamten in Kattowitz aus. Als der Abgeordnete Dr. Liebknecht sich in beleidigenden Aeußerungen gegen die Ehre der preußischen Regierung erging, wurde er vom Präsidenten v. Kröchet unter dem Beifall des Hauses zur Ordnuttg gerufen. Ministerpräsident v. Beckmann Hollweg sah sich veranlaßt, nochmals zu betonen, daß die Regierung die Beamtenversetzungen nicht aus paneipolitischen oder konfessionellen Gesichtspunften. sondern lediglich aus nationalen vorgenommen habe. Die Venetz- ungen feien im Interesse des Dienstes erfolgt unb dürsten nicht als Disziplinarstrafen angesehen werden. Abg. Dr. Pötsch (Ztr.s suchte nochmals die Stellungnahme des ZenEums zugunsten der Polen bei den Kattowttzer Kommunalwahlen „ zu rechtfertigen. Hierauf wurde die Debatte über diese Angelegenheit geschlossen unb zur Besprechung der Interpellation der Abg Dr. Porsch und Gen., bett die Organisation des Arbeitsnackwei- ses stn Ruhrkohlenreviei. geschritten. Abo, Trim- born (Ztr.t begründete die Interpellation. Da die dem Zeckeuverbande anaeböriaen Zechen sich verpflichtet hätten, nur durch den von ihnen ins Leben gerufenen Arbeitsnackweis Arbeiter einzn- stellen, wären diese ebenfalls gezwungen, sich dieses Arbeitsnachweises zu bedienen und würden dadurch bei Festsetzung du Arbeitsbedingungen und in ihrer Bewegungsfreiheit vom Willen anderer abhängig gemacht. Unter Darleanng der Rachtefle. welche ihnen aus diesem Arbeitsnachweise erstreben könnten, hätten sich schließlich die Arbeiter an den Minister um Abhilfe gewandt. Der Minister habe ein Eingreifen zurzeit abgelehnt. das untunlich sei. so lange kein vertrauensvolles Verhältnis zwischen den Zeckenbesitzetii und den Arbeitern bestehe. Seine — des Redners — Freunde standen auf dem prinzipiellen Standpunkt des paritätischen Arbeitsnachweises. Ein solcher wäre das geeignete Mittel, den Zechenbesitzern das Vertrauen der Arbeiter tu gewinnen. Die angeschnittene Frage in diesem Sinne zu lösen sei Ausaabe des Ministers.
y 19 | jährlich "durch die Post bezogen 2,2b .^(ohn^ Bestellgeld) bei I unftrcii Zeitungksiellen und der Expedition (Markt 21), l *•
mers.
• Akademischer Misfionsverein. Am Montag den 24. d. M . abends 8y2 Uhr, spricht im Fronhof Missionar Gsell von der Basler Mission Über Land. Leute und Misfionserfahrungen unter den Aschanti (Westafrika)" mit Demonstrationen an ethnologischen Gegenständen.
• Ueber die Ausbildung der Referendare im Gerichtsschreiberdienst ist vom preußischen Justiz- Minister solgende allgemeine Verfügung vom 11. Januar 1910 ergangen: Die Heranziehung der Referendare zu den Verrichtungen eines Ge- richtsfchreibers darf lediglich zum Zwecke ihrer
(TVntfrfioa I Ausbildung, nicht aber aus anderen Gründen,
^emscyes Jteug. insbesondere nicht zur Entlastung der Gerichts-
- Auszeichnung. Dem freikonseroattven fd)teibetci dienen. Dabei ist zu berücksichtigen, Reichstags und Landtagsabgeordneten Dr. I -x.,Gefckäfte des Gerichtsschreibers in Barenhorst ist seitens der Landwirtschafskammer baß nicht! alle Ge chaste des Genchtsschrewers für die Provinz Hannover di« silbern« Medaille gle ches Maße geeignet sind die Ausvildmig ver verliehen worden. | Referendare zu fordern. Zum - ..
— Ein neuer Konzertredner. Berlin, 21. I von Verhandlungen nach Diktat sind daher die Kan Der freisinnige Reichstagsabgeordnete D. I Referendare nur im Beginne des Vorbereitungs- Naumann hat gestern, rote die „D. Tagesztg." dienste, und später nur in besonderen Ausnahme- berichtet, seine erste Konzertrede in der Berliner I fällen anzuhalten. In der selbständigen Auf- Philharmonie zu 1 M, 2 «M., und 3 M gehalten. I na^me j>on Schriftsätzen und Anträgen, sowie Der Bortrag ist, rote der „Berl. Lok.°Anz." mit- I tion Verhandlungen in Sachen der streitigen unb teilt besonders stark vom weiblichen Geschl^te freiwilligen Gerichtsbarkeit ist hingegen ein . befudjt gewesen, lieber urteilt I f$ä$engh,erte3 Ausbildungsmittel zu erblicken.1
Art wie der Redner sein Thema behandelt«, I halb, soweit der Stand ihrer Ausbildung es g die Ankündigung rechtfertigte, daß eine wissen- stattet und eine Gefährdung der Juteressen d« - schastliche Betrachtung des Parteiwesens in I Rechtfuchenden nicht zu besorgen ist, in ttmlickst. Deutschland gegeben werden solle." I weitem Umfange zu überweisen. Das nämliche
— Zur Reichs- und Staatsangehörigkeit. Die I gilt von der Anfertigung von Sitzungsprotokollen, Hauptleitung des Alldeutschen Verbandes hat fofern darin das Ergebnis der Verhandlung, ins- am 18. Januar eine Bittschrift an den Reichstag I besondere einet Beweisaufnahme, von dem Ge- etngereW, in bet die Volksvertretung gebeten richtsschreiber selbständig darzustellen ist. Sofern
Alldeutsche Verband dem Reichskanzler eine | gend schematischer Art beschrankt^ ist ihr ein er Denkschrift übergeben, in bet bestimmte unb I heblicher Ausbildungswert nicht betzumessen. - brauchbare Vorschlag« zur Gestaltung ber künf- I Demgemäß ist namentlich wahrend der Ausknl- tigen Regelung dieses wichtigen Rechtsgebietes I düng bei den Landgerichten unb den Oberlandesunterbreitet werden. I geeichten sowie während bet zweiten Beschäftig-
__ I nng bei ben Amtsgerichten regelmäßig bavon Ab-
M h I stand zu nehmen, den Referendaren die Anfertig-
«HUSlunO« I ultQ solcher Sitzungsprotokolle in anderen als den ■
*» Die Wahlen in England. London, 21. I zur Bearbeitung zugeschriebenen Sachen zu Über-' Jan. Die heutigen Wahlergebnisse zeigen eine I tragen.
ebenso günstige Tendenz für die Unionisten, wie I )( ForckildungSverein. Am nächsten Montag die gestrigen. In Schottland errangen die Nnio- Abend 8 Uhr präzis findet ber erste Vortrag statt, nisten heute einen unerwarteten Sieg, da der I Herr Prof. Dr. Meyer spricht im Hörsaal des bo-: Unionist Lord Tullibardine gewählt wurde. Sie I tanischen Instituts über „die Farnkräuter'. Wir- getoinnen damit ben dritten Sitz in Schottland. I wollen gleichzeittg nicht verfehlen, die Erwerbung' In Gasston Walden spielte sich bei bet' Riebet- der Mitgliedschaft für diesen gemeinnützigen Verlage des Liberalen Pease eine außergewöhnliche | ein, der in diesem Iahte auf ein tzOjähtiges Be- Szene ab. Dieser mußte nämlich von Polizeibeamten nach seiner Wohnung geleitet werden, während der siegreiche Unionist auf einen Stuhl gesetzt unb In feierlichem Zuge durch die Stadt getragen wurde. Bis 5 Uhr nachmittags waten folgende Wahlresultate bekannt: 181 Unionisten, 149 Liberale, 32 Mitglieder der Arbeiterpartei und 58 Rationalisten. Die Unionisten hatten bis dahin 81, die Anhänger bet Regierungsparteien K) Sitze erobert. Die Londoner Universität wählte den Unionisten Sir Philipp Magnus mit 2625 Stimmen, der den Liberalen Sir West Rid- getay mit 1928 Stimmen besiegte; der bisherige
i^gets Albert Laugen als Zoll- unb Steuerdestau- I Vertreter ber Universität war ebenfalls ein % to,lm ? b« W« Wf- W 94040 | Rmito.ruw.et, 2t.
Jan Die Kammer hielt gestern eine Sitzung im Devutiertenklub ab. Sie verhandelt« über die durch den Brand des Parlamentsgebäudes iwtwendig gewordenen Maßnahmen. Außerdem wurde die Absendung eines Danktelegramms auf die vom deutschen Reichstage eingegangene Beileidsdepesche beschlossen.
** Serbien. Belgrad, 20. Jan. Der „Dnevni List" meldet, daß Kronprinz Alexander sich am Sonntag zu einem privaten Besuch des Kbings von Bulgarien nach Sofia begeben und bis Dienstag dort verweilen werde. — „Politicen
, bringt die Nachricht, von einem neuen Konflikt „8. R. R.' dazu: des Prinzen Georg. Dieser habe bei der geftri«
Es ist dies eine sattsam bekannte, selbst- I Yen serbischen Generalkonsul in Buda-
gerechte, geschäftsmäßige Sittenrichterei mit ihrer I Thristic, zum Verlassen des Saales ausge- ebenso betriebenen Armeleutetendenz, bei eigener I f^^ett, ber Generalkonsul habe diesem Vev> üppiger Lebensführung, die herosttatische Lust am | jangen aber nicht entsprochen. Zerstören nationaler Ideale und das ganze hetzerische, spekulative Treiben gegen angeblich total verrottete oder vertroddelte Gesellschaftsschichten, über denen, wie jenseits von Gut und Böse, die tiefen Moralisten des „Simplizissimus' in ihrer eigenen, blührieseltoelßen Reine thronen. An die strnpllzlanlsche Afiektion internationaler Verbrüderung, an das Geschäft der ftanzösischen Pariser Ausgabe, mit allen gegen die deutsche Heimat gerichteten Jnvekttven, an das anttkapitalistische Getue und die zur Schau getragene Gleichgültigkeit des .Simplizissimus' gegen staatliche Jnter- esen muß auch erinnert werden. Diese letzteren Eigenschaften werden jetzt einigermaßen begreiflich, wenn man sieht, wie die Leiter eines geschäst-