45. Jahrg. ■
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Zweites Blatt
Der Freiballon.
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Verantwortlich für die Redaktion: Dr. phil. Carl Hitzeroth in Marburg.
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Die JnsertionSgebühr beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 16 Pfennige, für Reklamen 30 Pfennige. — Druck und Verlag: Joh. Lug. Koch. Universttät»-Buchdrucke«i Inhaber Dr. E Hihewth, Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
Die „Oberhcssische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2 25 M (ohne Bestellgeld), bet unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21), 2 <*.
mann beruht der größte Reiz darin, daß er nie im Voraus genau weiß, welche schönen Gegenden er überfliegen wird. Jeder Marburger, der erst einmal eine Ballonfahrt mitgemacht hat, wird sich schon aus letzterwähntem Grunde zu weiteren Fahrten entschließen. Dem Spiele der Winde ist man aber deswegen nicht preisgegeben. Ein geschickter Führer hat durch Aufsuchen der mannigfachen WiMtrömungen einen ziemlich großen Einfluß auf seinen Ballon. Oberst Schaeck, der bekannte Schweizer Aeronaut, toastete anläßlich eines Festessens während der Gordon-Bennett Woche in Zürich auf den Freiballon, da er glaube, daß derselbe trotz fcttfbtttem Luftschiff und Aeroplan noch eine große Zukunft habe. Wie für die meisten Vereine, so spielt der Freiballon zunächst auch für den Kurhesstschen Verein für Luftschiffahrt die Hauptrolle, sÄnrß eine kurze Beschreibung des Baues, der Füllung und der Führung eines solchen Ballons von Interesse fein wird.
Die Freiballons haben meist die Form einer Kugel und werden zum großen Teil von der Vallonfabrik Riedinger in Augsburg hergestellt. Die Hauptteile find die Hülle mit Venttl, das Retz, der Korb mit Ring und das Schleppseil. Die Hülle besteht aus bestgummiettem oder gefirnißtem Baumwollstoff, um ein« möglichst große Dichttgkeit zu erzielen. Denn davon hängt selbstredend die Dauer einer Fahrt ab. In der Hülle befinden sich zwei Oeffnungen. Die «ine oben, zum Einsetzen des Ventils, und die andere unten der Apendix oder Füllanfatz. Die Hülle kann beliebig groß sein: es genügen rund 1300 Kubikmeter Rauminhalt für eine Fahrt mit vier Personen, einschließlich Führer. An der Hülle befindet sich ein zungenförmiger Streifen, die sogenannte Reibbahn die vom
so gedreht werden, daß Me ->'ßbahn über das Schlepptau zu liegen kommt. Nun werden die Auslaufleinen na^nanl-«.r an den R'.ng« knebeln befestigt. Ist vier geschehen, so wirb' der Ballon langsam hoch Erlassen, wobei die an die Auslaufleinen ^hatten Sandsäcke durch die Füllmannschaflen zunächst bis zum Ring ge*1 schoben, d'Nn abgehoben und an den Korb gehängt werden. Der Führer besteigt ten Korb, befestigt leine Instrumente in Augenhöhe und. veranlaßt dann die Miffahrenden zum Einsteigen. Der Ballon wird jetzt „abgewogen«, d. h. es werden so viel Sand'.-icke entfernt daß« sich der Ballon mit mäßigem 8 uftriebe erheben kann. Der Füllanfatz wird nun aufgerissen, was notwendig geschehe» muß, damit beim, Emporsteigen das sich ausdeynende übrig« Gas, entweichen kann. Es ertönt das Kommando „Laßt los«, und stolz erhebt sich der Ballon in die Lüfte. Gute Führung dnes Ballons be- dingt reichliche theoretische Kenntnisse und die nötige praktische Erfahrung. Soll der Ballon fallen, so läßt man durch Ziehen an der Ventil« leine etwas Gas entweichen. Soll er steigen, so erhöht man den Austrieb durch Abgabe b« entsprechenden Menge Sand. Das hört sich einfach an, mutz aber gelernt sein, da je nach Jahreszeit und Witterung, Tages- oder Nachtzeit immer wieder c-ndere Umstände zu berück-, ^Jn^"nächster Zett beginnt der Kvichessische, Verein für Lastschifpbrt uit seinen Fahrten« Es ist dann iebem einzelnen die beste Gelegene heil geboten, Füllung und Aufstieg au» nächst« Nähe zu betrachten.
Marburg, den 30. Dezember 1909,
3 u sti.
Oeffeutliche Feuermeldeftellen befinden sich: Im Elektrizitätktyerk, Ruboltsplah, in der GasanOalt, im Hotel Pfeffer, im Kontor beü Spediteurs August Heppe, Schwanallee, inder Wohnung des Stadtrats Binder, Wilhelmsplah und aus der Polizeiwache im RathhauS.
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8. '
Marburg
Domerslag, 13. Iaimar 1910.
Stadwerordneten-Sitzung.
)( Marburg, 11. Januar.
Der erste Punkt der Tagesordnung Mitteilungen zur Kenntnisnahme bettessend, '^wurde für den vertraulichen Teil zurückgestellt. Ferner beschloß man die llebertragung der in 1909 bewilligten Mittel für einen neuen Betriebsplan des Stadtwaldes für die Jahre 1910—1920 in den Etat 1910. Es sind dies, wie der Stadtverordnetenvorsteher mitteilte, 600 Mark. Man war damit einverstanden. Ebenso auch mit der anderweiten Festsetzung des Gehaltes des S t a d t f ö r st e r s.
Der Fluchtlitiienplan und das Ausbauprogramm für das Lrckergäßchen beschäftigte schon fiüher einmal die Stadtverordneten. Heute erstattete Stadtv. Eichelberg den Bericht der Kommission, welche sich mit der Angelegenheit befaßt hatte. Vorgesehen ist hier eine Breite von 9 Metern. Der Referent schlägt vor, 5 Meter für die Straße und je 2 Meter als Vorgarten zu rechnen. Stadtv. Engel meinte, an dem Leckergäßchen brauchte man, abgesehen von einigen kleinen Eeländeregulierungen, gar nichts zu ändern. Das Leckergäßchen sei in gutem Zustande und wer bauen wolle, dem möge man vorschreiben, wie wett er zurück müsse. Die Stadtverordneten Hering und Eichelberg wünschen dagegen, daß eine Baufluchtlinie festgesetzt werde, weil man die Zukunft im Auge haben müsse. Man wisse ja nicht, wie sich die Stadt dort erweitere. Da gar nicht beabsichtigt ist, jetzt schon dort Verbreiterungen vorzunehmen, wurde die Baufluchtlinie nach dem Anträge des Magistrats mit dem vom Stadtv. Eichelberg gewünschten Zusatze genehmigt.
Der folgende Punkt betraf die Kosten für den Ausbau der B i s m a r ck st r a ß e. Die genannte Sttaße ist bekanntlich keine alte Landstraße, sondern vollständig neu angelegt. Die Anlieger sind deshalb im vorigen Jahre aufgefordert worden, Straßenbeiträge zu bezahlen. Sie haben sich sämtlich geweigert, weil die Straße noch nicht fertig sei. Wie mitgeteilt wurde, betragen die Eesamikosien rund 74 000 Mark, das sind pro laufender Meter 125 Mark. Der Oberbürgermeister meinte im Verlaufe der Debatte, es handle sich hauptsächlich darum, den Anliegern endlich sagen zu können, wieviel sie eigentlich zu bezahlen hätten. Sie seien zum Teil schon zu Kanal-, Wasser- und sonstigen Kosten herangezogen und wollten nun endgültige Abrechnung hoben. Der Stadtverordneten- Vorsteher meinte, das einfachste sei jedenfalls, die Straße, so wie man es festgesetzt habe, auszubauen. Dann könne man das Geld einziehen. Stadtv. Sttoinsky hielt es im Interesse eines geregelten Grundstücksverkehrs für richtig, endgültig einmal zu bestimmen, wieviel die Straßenkchten betrügen. Die Stadtverordneten Reißert und Stumpf waren der Ansicht, daß im Falle der Einziehung der Kosten den Leuten die Zusicherung gegeben werden müsse, bis wann
Kinder- Hervorragend bewährte mehl Nahrung.
Die Kinder gedeihen vorzüglich dabei 'Kranken " leiden nicht an kost Verdauungsstörung.
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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: .Mach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und.chandwirtschastliche Beilage
Der folgende Artikel, von einem Sohne unserer Stadt, Herrn Leutnant Carl Justi aus Marburg, jetzt in Stuttgart, Mitglied des Fahrtenausschusses im Württembergischen Ververein für Luftschiffahtt und Mitglied des Kurhessischen Vereins f. L., wird uns
In den letzten Jahren ist auf dem der Luftschiffahtt Ungeheueres geleistet Einerseits durch die riesigen Erfolge von Zepvelin, Parseval und Groß mit lenkbaren Luftschiffen, andererseits durch die auffehener- regenden Fahrten der G^rüder Wright,
Bl6riot usw. mit Flugmaschinen, hat das Interesse de? großen Publikums für alles, was nur irgendwie mit der Luftschiffahtt zusammen- hängt, sehr zugenommen. So HÄen sich besonders in letzter Zeit im deutschen Reiche eine große Anzahl von Vereinen gebildet, welche aus wissenschaftlichen und spottlichen Gründen Fahrten mit Freiballons ausführen. Trotzdem äibt es bereits Menschen, die das Fahren mit Freiballons für zwecklos halten, Solche Ansichten fffrd mir wenigen Motten zu widerlegen. In der Atmosphäre gibt es noch sehr viel zu ergründen und dazu ist in erster Linie der bemannte Freiballon zu gebrauchen. Für wissen- fchaftffchc Hochfabrten kommt überhaupt nur ber Freiballon in Frage, da bis heute ein lenkbares Luftschiff niemals solche Höhen erreichen kann. Doch auch Naturfreunde kommen auz ihre Rechnung. Denn die wunderbaren icaturschonheiten kann man in vollster Ruhe gemeßen, ohne sich mit dem lästigen Bergsteigen •ogcben zu müssen. Endlich für den Sports-
Korbe aus ausgerissen werden kann, um den Ballon im BÄrarfsfalle schnell zu entleeren. Das Netz liegt über der Hülle, verhindert ein Entweichen des gefüllten Ballons vor dem Aufstieg und dient als Träger des Korbes. Es ist aus bestem Hanf gefertigt und Besicht aus einer großen Anzahl Maschen, die alle in Auslaufleinen endigen, an denen der Korbring angeknebelt wird. Der Korb ist aus vorzüglichem Flechtwerk hergestellt und Bietet genügend Raum für die Mitfahrenden. An seiner Außenseite wird das Schleppseil befestigt, dessen Länge und Schwere sich ganz nach der Größe des Ballons richtet. Es wird gewöhnlich erst kurz vor der Landung ausgelegt, bremst den Fall und ermöglicht in den meisten Fällen eine sehr glatte Landung. Vor Beginn der Fällung wird die Hülle so ausgebreitet, daß sie im Kreise liegt, dessen Mittelpunkt die Ventilöffnung bildet. Das Ventil wird eingeschraubt und das Netz nun so ausgelegt, daß die Maschen auf allen Seiten gleichmäßig dicht liegen, damit Beim Füllen die Hülle nicht schief ins Netz kommt. Ein Fachmann kriecht nun durch den Füllansatz in das Innere des Ballons, um Ventil und Reibleine zu Befestigen. Füllansatz und Gasrohr werden in Verbindung gebracht und das Gas strömt in die Hülle ein. Mit gefüllten Sandsäcken wird der Ballon belastet. Ist die Füllung beendet, so überzeugt sich der Führer ob Ventil- und Reißleine „klar", d. h. nicht ineinander verschlungen sind und bindet dann den Füllansatz leicht ab, um ein Entweichen von Gas vor dem Aufftieg zu verhindern. Die Sandsäcke werden dem Borschreiten der Füllung entsprechend immer eine Masche tiefer gehängt und befinden sich zum Schlüße an der untersten Masche. Bor dem Anknebeln muß der Ballon
Kunst und Wissenschaft.
# Peary Sieget!? Die Prüfung der Aufzeichnungen des Nordpolfahrers Peary durch die Nationale Geographische Gesellschaft der Vereinigten Staaten in New-Pork hat zu einem den Erfolg des Forschers anerkennenden Ergebnis geführt. Die Verwaltungsstelle der Gesellschaft hat dem Kommodore Peary mitgeteilt, die Gesellschaft sei der Ansicht, daß er am 6. April 1909 den Pol erreicht habe. Peary verließ am 6. Juli 1908 New-Pott an Bord des Dampfers „Roosevelt". Der Aufbruch zu dem Vorstoß nach Norden erfolgte am 15. Februar 1909 von Kap Sheridan; kurz nacheinander schlug Peary die von den Nordpolfahrern verschiedener Nationalitäten früher aufgestellten Breitenrekords. Der Aufenthalt am Pol dauerte drei Tage; am 7. April 1909 trat Peary die Rückreise an. Nach den der Geographischen Gesellschaft in New-Pott vorgelegten Aufzeichnungen Pearys sieht das Polgebiet wesentlich anders aus, als der famose Pseüdo-Nordpol- fahrer Cook in einer Photographie die Mitwelt glauben machen wollte. Nach Peary ist das Gelände am Pol vielfach zerklüftet, durch Schründe und Spalten zerrissen und scheint die Spuren vulkannischer Ausbrüche zu zeigen. Im übrigen unterscheidet sich das Polgebiet durch keinerlei charakteristische Erscheinungen von der weiften Umgebung in der polaren Zone. Es dürfte zu erwarten sein, daß die Aufzeichnungen Pearys, nachdem sie der wissenschaftlichen Prüfung und Begutachtung unterlegen haben, demnächst der Oeffentlichkeit zugängig gemacht werden.
Marktberichte.
Cassel, 11. Januar. (ViehmarktSbericht.) Schlachtviehpreis«. 68 kosteten die 50 Kilogramm I Schlachtgewicht von Ochsen: L Qual. 73-74 M.. , 2. Dual. 63-70 M., 8. Qual. 61-63 M. Bulle«: 1. Qual. 64-65 M., 2. Qual. 60-62 M., 3. Qual. 00—00 M.. Kühe und Rinder: 1. Qual. 66—68 M„ : 2. Qual. 60-62 M., 8. Qual. 45-50 M. Schweine: , 1 Dual. 70-72 M., 2. Qual. 66-63 M. 8. Qual. 63-65 M., Kälber das V» kg Lebendaewicht 38-42ysg. Hammel das '/, kg Fleischgewicht 60—68 Pfg. — - Austrieb: 23 Ochsen, 9 Bullen, 63 Kühe, 28 Rinder, ; 213 Schweine. 43 Kälber, — Hammel.
die Straße fertig sei. Der Antrag wurde abgesetzt.
Wetter beschäftigte man sich mft der Ber- längerung der Gasleitung «m Rotenberg bis zu dem neuen Haus der Baugesellschaft. Stadtv. Engel erinnert daran, daß die Wehrshäuser Landstraße keine Reubaustraße sei. Seither habe man bei solchen Anlagen dott Privatverträge gemacht und das Anlagekapital z. B. mit 5 Prozent verzinst. An und für sich sei dies ja recht, aber der Etat könne nicht mehr gut abgeändert werden, denn das Gas- und Wasserwerk lege das Geld vor und die Zinsen flössen in die Stadtkasse. Man müsse auch eine Baugenossenschaft behandeln, wie die andere und keine Ausnahme machen. Der Oberbürgermeister meinte, es ließe sich wegen der Abänderung des Etats schon ein Modus finden, man müsse da immer di« jeweiligen Umstände in Betracht ziehen. Die Vorlage bezw. die Bewilligung der Kosten für die Gasleitung mürbe dann genehmigt.
Um die Einkünfte der Stadt zu vermehren, soll eine neue Ordnung über die Erhebung einer Lustbarkeitssteuer ausgearbettet werden. Zur Prüfung der Ordnung wurde eine fünfgliedrige Kommission gewählt.
Der Antrag, betteffend Erlaß eines Nachtrags zur Ordnung der Brausteuer wurde zurückgestellt.
. Der Erlaß eines Nachtrags zur Ordnung betreffend Gewährung eines Darlehens an die Gesellschaft Stadtsäle aus der städtischen Sparkasse gab Anlaß zu längerer Debatte. Der Stadtv. Sartorius, welcher das Referat über- nomen hatte, ging zuerst kurz auf ein diese Frage betreffendes Eingesandt in der Zeitung ein. Solchen „Unsinn", wie da behauptet wurde, machten die Stadtverordneten selbstredend nicht. Aus die Stadtsäle seien 153100 Matt bei der Sparkasse eingetragen und nun wünsche man der vereinfachten Geschäftsführung halber, daß noch 71 500 Mark, die in 37 einzelnen Hypotheken eingetragen seien auch noch auf die Spartaffe übernommen würden. Die Stadtsäle seien bei der neuesten Abschätzung mit 440 000 Mark eingetragen. Die Gesellschaft Stadtsäle verzinst die Summe mit 4 Prozent und sichert außerdem iy2 Prozent Abtrag zu. Stadtv. Storck ging ebenfalls auf das Eingesandt ein. Es wäre zweckdienlicher, wenn man solche völlig unrichtigen Berechnungen, wie sie da im einzelnen gemacht worden seien, nicht in die Oeffentlichkeit bringe. Nachdem noch bemerft worden war, daß die Angelegenheit ja eigentlich Sache der Direttion der Sparkasse sei, wurde entgegnet, daß diese nur Gell» bis zur Hälfte des Wettes des Besitztums ausleihen dürfe. Es feien aber 4000 Mark mehr. Der Oberbürgermeister wies darauf hin, daß es gerade aus diesem Grunde und weil es doch nun einmal eine hohe Beleihung fei, den Stadtverordneten vorgetragen würde. Während der Stadtverordnetenvorsteher, sowie Stadtv. Rohde der Ansicht waren, daß die Sparkassen-Direttion zu entscheiden habe, meinte Stadtv. Prof. Leonhardt, daß das Verhalten der Sparkassen-Direktion richtig fei, weil diese der Oberaufsicht des Ma-
Gef-häftliche Mitteilung.
Die Einfuhr von ?■>. cutten nach Deutschland nimmt laut den Vere'feeesichungen dcs Kaiserlichen, Statistischen Amtes enorm ?.u. Diese Zunahme wird begünstigt durch den nulfa^ i>, breiteten vom
Auslande kommende Prodotre seien besser und preiswerter als heimische Erzeaeniffe. allein die. Kenntnis, daß für 1 Kgr. Zi.ia^tcn etwa 1000 Stück) ein Einfuhrzoll von 10 <* y e «reichten ist — ungefähr 1 Pf. für das Stück si.cher ixt euch für deutsche Zigaretten vorgesehenen 3".gartherrrv,<:r) — , müßte die Raucher überzeugen, daß gute deutsche Zigaretten um etwa einen Pfennig pro Stuck billiger geliefert, mindestens genou so gut sein kör-.en wie die bisher gerauchten Zigaretten, we.ci-e vom Auslände stammen. Es ist andererseits i-ei- d -, ischen Fabrikanten die Möglichkeit geboren, zum 0m'** Verkaufspreise den Konsumenten eine Maare zu bieten, für welche er selbst den Betrag mehr anlegen sir.n. als die Zolldifferenz (fast 1 Pf. pro Stück) ansmackr. Zri berücksichtigen bleibt hierbei noch, daß der Verbreitung deutscher Zigaretten in den meisten Ländern Europas die Tabakmonopole entgegenstehen. Die Regieverwaltungen achten streng darauf, daß die Einfuhrbesiim- mungen rücksichtslos beobachtet werden. Es ist anzuerkennen, wenn unter solioen Schwierigkeiten die deutsche Zigaretten-Jndustr-e fu >' rer heutigen Stellung sich emporgeschwunprn la? Vor allem aber kann sie unter solchen Umständen K. n Raucher erwarten, - daß dieser nicht auÄänd'sche Zeugnisse den ihren bevorzugt zum Nachteil der deutschen Nationalwirtschaft. Die Firma Orientalsschc Tabak- Zigarettenfabrik „Demdze" (Inh.: Hugo Zieh) tvwt laut den schon erschienenen Anzeigen unter dem Keinen „Miriam". (gesetzlich geschützt) eine Konsum-Zigarette in den Handel, die mit 2'ch Pfennig das Stück im einzelne» verkauft wird. In diesen Zigaretten sind ausschlietz-; sich türkische, gut dusgereifte und daher wohlbckömm- liche Tabake verarbeitet. Dem Geschmacke und der Vorliebe des Publikums ist bei d r Zusammenstellung der Mischungen weitgehend Rechnung getragen. — Man versäume nicht durch einen versuch dieser neuen Marke sich von ihtenVorzügen geg^.über dem anslän- ’ bischen Fabrikat zu überzeugen._____
giftrats unterstände. Der Antrag des letzteren wurde bann mit 15 gegen 12 Stimmen angenommen.
Die Armenkasse für 1907 schließt ad mit 60 241 Matt Einnahme und 60 187 Matt Aus« gade
Der ftiiher gefaßte Beschluß, das Schulgeld für ottsfremde Volksschüler auf 40 Matt zu erhöhen, wurde angenommen.
Den folgenden Punkten, welche Abänderung des Beschlusses vom 21. September 1904 über die Ansammlung eines Fonds zur Unterstützung Lungenkranker, Ansammlung eines Fonds für die auf Grund des Haftpflichtversicherungssge- fetzes, Erlaß von Schulgeld für den Wirt auf Spiegelslust betrafen, wurde zugestimmt.
Sei der letzteren Sache handelte es sich darum, daß die Spiegelslustwittschast zum Gemeinde- Bezirk Bauerbach zählt. Man hielt den Erlaß des Schltlgeldes für die Kinder des Wirtes für selbstverständlich.
Es tarnen dann noch zwei Dringlichkeitsantage. Zunächst handelte es sich um die Bewilligung von 300 Matt zur Beschaffung neuer Gebäude st euerrollen zwecks Veranlagung zu den Kanalkosten und Genehmigung des Nachtrags zum Statut der Sparkasse. Beide Anträge wurden genehmigt.
Man trat dann in die vertrauliche Sitzung ein.