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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) undLandwirtschaftliche Beilage."

45. Jahrg

Die Jnsertionsgebühr beträgt für die 7gespaltene Zeile ober deren Raum 15 Pfennige, für Reklamen 30 Pfennige. Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Universitäts-Buchdruckerei Inhaber Dr. C. Hiheroth, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

DieOberliessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt viertel­jährlich durch die Post bezogen 2,25 M (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21), 2 Jt.-

Marburg

Sonntag, 9. Januar 1910.

Erstes Blatt.

Die Waisenpflege.

In einem Rundetlaß des Ministers des In­nern wird darauf hingetviesen, daß Verständnis «ttb Interesse für die Waisenpflege in erfreulicher «eise sich entwickeln. Die Erkenntnis sei im Vor­dringen, da st eine geordnete und zweckmäßig aus­gebaute Waisenpflege nicht nur dem Wohle der schutzbedürftigen fugend dient, sondern auch den Gemeinden selbst durch Verminderung der Annen- lasten zugute kommt. Im Erlaß wird weiter aus­geführt:

Bei der Auswahl der Persönlichkeiten für das Amt des Waisenrats ist mit Sorgfalt zu verfahren, damit nicht, wie es im Osten der Monarchie noch bisweilen geschieht, Personen mit diesem Amte betraut werden, die ihrem Ehrenamte kein Jnter- effe zuwendcn können oder wollen. Die Gemein­den müssen veranlaßt werden, erfahrene, an­gesehene und möglichst unabhängige Persönlich­keiten für den Waisenratsposten auszuwählen. In erster Linie wird auf die Geistlichen zurückzugreifen sein, die vermöge ihrer Bildung, ihres Ansehens und ihrer Berufstätigkeit die Bedeutung der dem Waisenrat obliegende »Pflichten voll zu würdigen und die Beauffichtigung der Mündel sorgfältig zu führen, auch ein Einschreiten des Vormundschasts- gerichts rechtzeitig zu veranlassen in der Lage sind. Daneben wird das Augenmerk auf Lehrer, Guts­besitzer und ähnliche Personen zu richten sein.

Ms sehr nutzbringend haben sich die Waisen­ratsversammlungen unter dem Vorsitz des Vor- mundschastsrichters erwiesen. Daher soll auf ihre regelmäßige Abhaltung und auf eine ausnahms- kose Teilnahme der Waisenräte an ihnen hinge­wirkt werden. Wünschenswert ist auch, daß die Landräte an den Versammlungen sich beteiligen. Ferner empfiehlt es sich, daß die Geistlichen, selbst wenn sie nicht Waisenräte sind, zu den Versamm­lungen einzuladen, auch die Heranziehung der Kreisärzte ist in Erwägung zu ziehen. Einem zahlreichen Besuch der Versammlungen wäre die Bewilligung von Entschädigungen an die Waisen­räte förderlich; den Gemeinden ist die Bewilligung der unerheblichen Mittel nahezulegen.

Wo die Verrichtungen der Waisenräte beson­deren Abteilungen oder schon bestehenden Or­ganen der Gemeindeverwaltung zugewiesen sind, ist die Abhaltung von Waisenratsversammlungen auf Schwierigkeiten gestoßen. Die beteiligten Ge­meinden sind zu veranlassen, daß den Vormund- schastsrichtern regelmäßig Einladungen zu den Sitzungen der Waisendeputatton zugehen und daß

(Nachdruck verboten.) Biographisches zu Robert Schmnann's L dur-Phantasie (op. 17) nnd seinen

Phantasiestuckeu (op. 12).

(Zu dem Konzert von Ed. Risler am 11. Jan.)

Literaturnachweis: F. Gustav Jansen, Robert «chiimanns Briefe. Neue Folge, 2. Aufl. 1904. Lihmann, Clara «chumann. Ein KünsÜerleben, 1. Tone 4?°?;- Jugendbriefe von Robert Schumann, 1898. -sninthd) Leipzig bei Breitkopf & Härtel.

Wie fast alle anderen Jugendwerke Robert Schumanns sind auch die v dur-Phantaste für Pianoforte (op. 17) und die Phantasiestücke für Pianoforte (op. 12) die künstlerische Gestaltung von Gefühlen und Stimmungen, die ihn in dem jahrelangen Kampf um Clara Wieck erfüllten.

Am 14. Januar 1836 hatte Friedrich Wieck in Leipzig seine Tochter nach Dresden geschickt, offiziell zwecks weiteren Studiums, eigentlich aber, um ste, wie er es schon einmal das Jahr vorher getan, von dem ihm unbequemen Lieb­haber zu trennen. Robert war damals 26 Jahre, Clara 17 Jahre alt. Am 4. Februar starb Schumanns Mutter. Seine dadurch notwendig gewordene Reise von Leipzig nach Zwickau be­nutzten die Liebenden zu einm heimlichen Zu­sammentreffen in Dresden. Am 11. Februar »ahmen sie wieder von einander Abschied, indem sie den Schwur der Treue erneuerten. Vier Tage fpött kam Vater Wieck zu Besuch nach Dresden. Durch irgendwelche Indiskretion erfuhr er von dem Stelldichein. Seine Wut kannte keine Grenzen. Clara und ihre Helfershelfer über- fchiittette er mit Schmähungen, drohte Schumann bei dem geringsten Versuche der Annäherung niederzffchießen, und schrieb Schumann selbst «tuen beleidigenden Brief. So kam es zu einer vollständigen, ununterbrochenen Trennung »5'der vom Februar 1836 bi» August 1837. I« ieie anderthalbjährige Periode fällt die Ent­stehung unserer beiden Stücke, und zwar in ibren Anfang dir der Phantasie, in ihr Ende

sie auch dort erfolgen, wo die Waisenratsgeschäfte von der Armendeputatton wahrgenommen wer­den. Zahlreiche Gemeinden haben die General- vormundschast und die Berufs- oder Sammelvor­mundschaft eingeführt. Der General- und Bemfs- vormund erscheint besonders befähigt, die Inter­essen der Mündel nachdrücklich zu wahren, z. B. bei der Mimentterung unehelicher Kinder, bei Lohnpfändungen und dergl. Manche Gemeinde­verwaltungen haben hier den Weg zum Ausbau ihrer Kinderpflege gefunden und wirken mit bestem Erfolg der großen Säuglingssterblichkeit unter den unehelichen Kindern entgegen. Das wird da­durch möglich, daß der Berufsvormund für alle unehelichen Minderjährigen in Tätigkeit tritt und für Mutter und Kind in geeigneter Weise Vor­sorge trifft. Das rasche Eingreifen des Berufs- Vormundes wird gefördert, wenn die Standes­beamten ihm die Anzeigen über die Geburt eines unehelichen Kindes übersenden, damit er schon vor feiner Verpflichtung als Vormund mit Hilfe der Pflegerinnen die Verhältnisse ,nmnenttich auch die Persönlichkeit des Erzeugers, erforschen und auf die Erfüllung der Alimentachonspflic^ hinwirken kann.

In einzelnen Orten tritt nach Durchsetzung der Unterhaltsansprüche der Einzelvormund an die Stelle des Berufsvormundes. Doch hat die Bei­behaltung des Berufsvormundes bis zur Groß­jährigkeit an vielen Orten sich durchaus bewährt. Die Benlfsvormundschaft kann bei der Berufs­wahl der Mündel gute Dienste leisten, entlastet die Armenkassen durch die Beitreibung der Unterhatts- gelder und befreit die Gemeindeangehörigen von der Verpflichtung, Vormundschaften zu überneh­men, so daß Kräfte für andere ehrenamtliche Auf­gaben in der Gemeinde verfügbar werden.

Die Heranziehung von Frauen auf dem Ge­biete der Waisenpflege hat sich überall, wo sie bis­her erfolgt ist, als segensreich erwiesen. Die Waisenräte sollten daher bei ihren Vorschlägen als Einzelvormttnder auch geeignete Frauen berück­sichtigen und darauf achten, daß ihnen Frauen als Waisenpflegerinnen zur Verfügung stehen. Es verdient dankbare Anerkennung, daß sich zur Uebernahme folcher Verpflichtungen Frauen von Richtern, Geistlichen, Lehrern, Gutsbesitzern, Wai- fenröten, sowie Lehrerinnen und Gemeinde­schwestern haben bereit finden lassen.

Deutsches Reich.

De» Kaiser begab sich heute, am Todestage der Kaiserin Augusta, nach Charlottenburg, um im bortigen Mausoleum einen Kranz niederzulegen, und fuhr fpäter nach dem Reuen Palais. Die Tägl. Rundschau" meldet: Die diesjährige Früh­

ste der Phantafiestücke. lleberwiegt in diesen bereits die Gewißheit, daß er trotz allem die Ge­liebte erringen werde, so redet dort, in der Phantasie, endgültige Entsagung.

Rach jener Katastrophe hatte Robert den­noch gewagt, im Mai (1836) der inzwischen heimgekehrten Clara seine Fis moll-Sonate (op. 11) zu schicken,einen einzigen Herzens- schrei nach Dir". Als Antwott mußte Clara im Juni auf Befehl des Vaters den Rücktausch be*- bisherigen Briefwechsels verlangen. Die unmittelbare künstlerische Reaktton auf diesen Schlag ist die Phantasie. Noch im selben Monat wurde sie bis in die Details entworfen. Damals sammelte die musikalische Welt für das 1845 enthüllte Bonner Beethoven-Denkmal. Hatte Schumann schon in seinerNeuen Zeitschrift für Musik" drei Auffätze betreffs des Denkmale» ge­bracht, wollte er nunmehr diese Komposition als Beitrag zur Sammlung verwenden. Darauf bezieht sich ein Brief an seinen Verleger Fr. Kistner in Leipzig.

L(eipzig), 19. Dezember 1836. ' Verehrter Herr Kistner!

Da ich weiß, wie willig Sie zur Aus­führung einer schönen 3bee die Hand reichen, wende ich mich an Sie.

Florian und Eusebius*) wünschen gern etwas für Beethovens Monument zu tun und haben zu diesem Zwecke etwas unter folgen­dem Titel geschrieben:

Ruinen. Trophäen. Palmen. Große Sonate f. d. Pianos.

Für Beethovens Denkmal von

Wie ist es aber nun zu machen, daß bei einer Herausgabe Komponist und Verleger nicht etwa au» ihrer Tasche bar zu bezahlen

) .Florestan" und .Eusebius" find die Namen, die sich Schumann al» .Davidsbündler" in seinem Kampfe gegen die damaligen Zustände in der Musik beigelegt hatte. Sie bezeigen zugleich die Doppelnatur tu Schumann» Wese«, die impulsive, draufgängertsche und die weiche, mild Mrückhattend« Statue.

jahrssahrt des Kaisers wird nach dem, was jetzt darüber verlautet, kaum vor Ausgang März ange- setzt werden. Das Reiseziel ich noch nicht bestimmt. Die augenblicklichen Vorbereitungen auf der Hohenzollern" gelten allein der alljährlich wieder­kehrenden Instandsetzung der Kaiserjacht.

Zur Verlobung des Prinzen Friedrich Wilhelm. Im herzoglichen Sck)loß Randen fand gestern, nachdem Prinz Friedrich Wilhelm von Preußen aus Berlin zurückgekehtt war, im engsten Kreise der herzoglichen Familie die Feier der Ver­lobung des Prinzen mit der Prinzessin Agathe von Ratibor statt. Zu dem darauf folgenden Feftdiner waren, wie dem ,B. T." berichtet wird, auch die herzoglichen Oberbeamten geladen, in deren Namen der Kammerdireftor v. Gehren dem Brautpaare die Glückwünfche der herzoglichen Be­amtenschaft darbrachte.

DaS preußische Abgeordnetenhaus wird feine erste Sitzung in der neuen Session am 11. Januar nachmittags 2 Uhr abhalten. In dieser Sitzung wird der Finanzminister Frhr. v. Rhein­baben den neuen Staatshaushaltsetat vorlegen. Die Präsidentenwahl findet am 12. Januar statt.

Die chinesische Studien-Kommission, welche wie gemeldet in Hamburg weilt, begab sich nach der Besichttgung der Werft von Blohm und Voß nach der neuen Vulkanwerst, die ebenfalls ein­gehend bestchttgt wurde. Um iy2 Uhr wurde ein vom Senat im Rathaus gegebenes Frühstück ein­genommen. Der Präsident Dr. Predöhl hieß die chinesischen Gäste herzlich willkommen und drückte die Hoffnung aus, daß allezeit zwifchen China und Deutschland Freundschaft herrschen möge. Er schloß mit einem Hoch auf die Kommission und den Prinzen Tsai-Hstn. Hierauf dantte der chinesische Gesandte in Berlin im Namen des Prinzen in deutscher Sprache für den Empfang und brachte ein Hoch auf die freie Hansestadt Hamburg ans. Die Gäste reiften sodann gegen 4% Uhr nach Kiel ab, wo ste abends eintrafen.

Ermordung zweier Deutscher. Köln, 7. Jan. Rach einem Berliner Telegramm derKöln. Zig." meldet der Wall in Hodeida über die Ermordung der beiden Reisenden Bnrchardt und Benzoni, daß ste beim Passieren einer Schlucht von Eingebore­nen, die hinter Kaffeebäumen versteckt lagen, er­schossen worden sind. Burchardt wurde von vier, Benzoni von drei Schüssen getroffen; beide warne sofort tot. Aus Konstantinopel wird weiter ge­meldet: Die von den türfischen Behörden in Je­men eingeleitete genaue Untersuchung ergab, daß die Mörder der Reisenden Burckhardt und Benzoni übelberüchtigte Individuen aus der Ortschaft Oudenie seien. Die Uebeliäter lockten die Reifen­den in einen Hinterhalt und ermordeten ste in der Hoffnung, einen großen Geldbettag zu erbeuten. <="_!__- ~.....

haben und dennoch etwas für das Denkmal erübrigt werde? Ich denke fo. Im Falle Sie das Werk unter Ihren Schutz nehmen wollten, würde ich Sie bitten, dem Bonner Komitee hundert Exemplare gratis zu über­lassen, die das Komitee ball) unterbringen würde. Der Ertrag dafür (gegen 80 Taler) bliebe dem Monument.

B-im allgemeinen Interesse für die Sache würden Sie nun aber sicherlich genug aus Ihrer Hand verkaufen, um sich für die hundert verschenkten Exemplare und den Kostenauf­wand, der nicht mehr als bei der früheren Sonate bettagen würde, zu entschädigen. Auch könnte man überhaupt, wenn die Ausstattung glänzend wäre, einen höheren Preis als ge­wöhnlich stellen. Es wird sich doch verkaufen.

Ueber die Ausstattung nun habe ich meine besonderen Gedanken und denke ich mir ste, der Würde des Gegenstandes gemäß, gan- wundervoll. Ein schwarzer Umschlag, ober noch besser Einband mit Goldschnitt, auf dem mit goldenen Buchst«'-en die Worte stünden:

Obolus auf Beethovens Denkmal".

Auf dem Haupttitelblatt könnten etwa Pal- menblätter die obersten Worte Überhängen. Auf der folgenden Seite wäre dedikattons- mäßig zu setzen:

Für B's Denkmal von

Komponist u. Verleger".

Bitte denken Sie darüber nach: ich brenne darauf und kann Ihnen wie auch mir Ehre von der Sache versprühen. Auch ist die Sonate merkwürdig genug an stch. In den Palmen" kömmt das Ad«Pio au» der A^ur Symphonie vor.

Dies für heute, worüber ich morgen aus­führlicher mit Ihnen sprechen möchte. Ich wünsche sehnlich, wir verständigten uns bald und Sie setzten die Sache unverzüglich ins Wert,

Ihr ergebener " M - M

. M. VuMMAAU.

Von den Behörden tvurden alle Maßnahmen ge­troffen, um die Reise des italienischen Konsuls nach dem Ott der Tat nach Möglichkeit zu etleich» tem. Der Konsul erhielt zu diesem Zwecke eine statte Militäreskorte. In Anbettacht der großen Entfernung ist jedoch damit zu rechnen, daß die Reife ungefähr 15 Tage in Anspruch nehmen wird.

Die Firma Renschhausen in Marokko. Tan­ger, 7. Jan. Die unzutteffende Behauptung eines Berliner Blattes, daß die Firma Renschh-m>en ihre Unternehmungen in Marokko an Franzosen zu veräußern beabstchttgt, dürfte auf Verhandlun­gen zurückzuführen fein, welche Herr Renschhausen im Dezember v. I. in Patts mit französischen Finanzkreisen geführt hat. Diese Verhandlungen bezogen sich auf zukünftig gemeinsam in Marokko auszuführende Operationen und lassen die be­stehenden Unternehmungen der deuffchen Firma »lnberühtt.

Die Eostnfärbung der Gerste. Berlin, 6. Januar. Bekanntlich schweben beim Kaiserlichen Gesundheitsamt Untersuchungen über die Frage der Unschädlichkeit de» Esstns für Schweine. Die Versuche be­stehen einerseits in der Versütterung von teil- weiß ober vollständig gefärbter Gerste, anderer­seits in der Verabreichung sehr großer Mengen von Eostn, um auch die akute Wirkung dieser Stoffes auf den tierischen Organismus festzu- ftellen. Während die Fütterung sich selbstver­ständlich auf einen längeren Zeitraum erstrecken muß, läßt sich aus anderen Versuchen schon jetzt mitteilen daß es nicht gelungen ist, selbst mit einer an ein und demselben -jom Schweine aufgenommenen Menge von 300 Gramm Eostn, also mit wett mehr als dem Tausendfachen dessen, was einem Schweine bei normaler Fütterung mit gefärbter Gerste zuge'ührt wird, eine Krank­heit oder gar tötliche Wirkung zu erzielen.

Ausland.

** Französische Kolonialkämpfe. Paris, 7. Jan. Nach einer Meldung aus Saigon flüchteten 150 Deserteure chinesischer regulärer Truppen nach Laokay auf tonkinesisches Gebiet. Da sie sich weigetten, den bestehenden Verträgen entsprechend die Waffen zu strecken, wurden sie am 5. Januar nach heftigem Kampfe, bei dem es zahlreiche Tote und Verwundete gab, zerstreut. Französischerseits find ein Hauptmann, ein Leut­nant, ein Unteroffizier und zwei Schützen leicht verwundet worden.

** Der Brand des griechischen Königsschlosses. Athen, 7. Jan. Der Brand im königlichen Schlosse war in den ersten Morgenstunden des heutigen Tages vollständig gelöscht, nadfbem die Trümmer des Mittelbaues von der Feuerwehr stark unter Wasser gesetzt worden waren. Die Korrespondenz des Königs ist nut teilweise ge-

Das Projekt zerfiel. Noch zwei Jahre blieb das Werk unveröffentlicht. Wir hören von ihm überhaupt erst wieder in Schumanns Brief an Clara, feine Braut, vom 18. März 1838 nach Wien, wo diese als Pianisttn ungemeine Tri­umphe feierte:

Außerdem habe ich eine Phantasie in drei Sätzen vollendet, die ich im Juni 1836 bis auf das Detail entworfen hatte. Der erste Satz davon ist wohl mein Passioniertestes, was ich je gemacht eine tiefe Klage um Dich. Die andren sind schwächer, brauchen sich aber nicht gerade zu schämen."

Unterm 13. April schreibt et ihr dann:

Das nächste im Druck (nach den Kinder­szenen) sind bann Phantasien, bie ich aber zum Unterschied von den Phantafiestücken Ruine, Siegesbogen und Sternbild" und Dichtungen" genannt habe. Nach dem letzten Wort suchte ich schon lange, ohne es finden zu können. Es ist seht edel und bezeichnend für musikalische Kompositionen, denke ich."

Schließlich nannte der Komponist sein Werk nur nochPhantasie" und versah es mit dem Motto von Schlegel:

Durch alle Töne tönet i;

Im bunten Erdenraum

Ein leiser Ton gezogen :!

Für den, bet heimlich lauschet."

Erst 1839 erschien sie und zwar bei Breit­kopf & Härtel. Jansen bemerkt dazu:Der 3. Satz wurde gänbert doch enthält er noch einen i leisen Anklang an vas Allegretto bet Abut« Symphonie unb zwar im Rhythmus bes Basses zu Anfang bes As bur-Teikes (bei bet Parallel-1 in Des bur). j

Am 25. Januar 1839 schreibt Robert an!

Clara nach Paris: !

Die Kinbetszenen sind erschienen) auch die.

Phantasie (von bet Du nichts kennst), bie ich während unserer unglücklichen Trennung schrieb und die übetmelancholisch, erscheint mm bald; fie ich Liszt dediziert." !

Am 22. April 1838 endlich konnte Robert,