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Visitenkarten die folgende« (tn kcMntsch« Schri

'1. Le Baron de Seckendorfs, Envoyö plönipoten- taire usw., 2. Dr. Gumprecht, tttmful allemand, Madrid, 3. eine analoge Karte, do» der der Nam« mir entfallen ist. Danach scheine« «och viele Ver­treter des Reiches aus die stolz« Sprache

Volkes ^ert Jg legen. Mcm Imme doch nicht immer mit der albernen Rede, daß im diplo­matischen Verkehr eine Fremdsprache notwendig sei: Das mag im geschLftliche» verkehr gewiß er- forderlich sein. Dazu gehören obei doch wahr­haftig nicht die wenigen Worte auf einer Visiten­karte, am allerwenigsten aber der Name des Be­sitzers. (Es ist notwendig, daß den Herren ein­mal in der Oeffentlichkeit klar gemacht wird, wie das deutsche Volk über derartig« Torheit« denkt. D. Sieb.)

Ausland.

** Ein Besuch Herrn FalltzreS in der Schweiz. Paris, 4. Jwi. Aus Bern wird gemeldet, daß Präsident Fallitzres, welcher im Laufe deS Som­mers der sittsährigen Feier der Vereinigung Sa­voyens tnrt Frankreich beiwohnen wird, bei dieser @ele -eichest der Schweiz einen offiziellen Besuch absia ten werde.

** Rus dem englische« WahNnnrps. London, 4. Jan Der Staatssekretär für Irland, Birrell. sagte in einer Rede, die er am 3. Jan. in Bristol hielt, er ver -rteilte auss strengste de» Versuch eines Teiles der Presse, de» Geist der Feindseligkeit ge­gen Deutschland zu entflamme«. Staatssekretär Sir (xbtoart Grey erklärte in Craster iNorthumber- land) die Regierung werde die Oberherrschaft zur See fieber stellen. Der Sekretär der Landesver­teidigung. Pease, der in Sasfron-Dakden sprach, bezeichnete die Seemacht Englands der deutschen gegenüber als überwältigend. In 2% Jahren, wenn Deutschlands Schiffbauprogramm auSgefühn werde, werde Englarü» 94 Schlachtschiffe haben gegen 41 der deutschen Flotte.

Marburg und Umgegend.

(Wadjh:- : aller Ongtnaiarttiel ist gemäß § 18 bei Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe

.Oberhesi. Ztg2 gestattet. >

Marburg. 5. Ja«.

)( Dr. Happel -j-. Sckon in voriger Woche hieß «S einmal in unserer Stadt, daß einer der bekann- testen und beliebtesten Marburger Aerzte, Herr Dr. Happel, das Zeitliche gesegnet habe. Diese Mft- teilung war verfrüht, und allgemein gab man sich der Hoffnung hin, daß er seine Krankheit, die er, wie allgemein bekannt war, sich durch eine Jnfek- tion zugeiogen hatte, Überstehen werde. 68 sollte anders kommen, denn gestern ist der im besten Manuesalier stehende Arzt nun doch durch den Tod abbernfen worden. Wer Dr. Happel gekanM hat, weiß, daß mit ibm ein seften edler Charakter, «in Freund der Armen und Bedrängten, dahingegan­gen ist. Unermüdlich in feinem Berufe, dem er ein tüchtiger Vertreter war, nahm er aus Ort und Zeit, Wind unb Wetter keine Rücksicht, wenn er gewünscht wurde. Sein Hinschelden erweckt des­halb in weiten Kreisen, in Stadt und Land herz­liches Bedauern.

)( Berkeihunge». Herrn Universitätsprofefsor Dr. Wilhelm Victor hier wurde vom König von Schweden das Ritterkreuz des Nordstern-Orden- verliehen. Dem o. Professor in der philosophi­schen Fakultät der Universität Bonn, Geh. Reg.- Rat Dr. Karl Jufti wurde der Stern zum Königl. Kronenorden 2. Klaffe verliehen.

Ehrung. Der Zentralvorstand des Fetter- wehrvetbandes des Regierungsbezirks Caffel hat den Geh. RegientngSrat Dr. Ludwig Knorz aus Anlaß seines 25jährigen Jubiläums alS Direktor der Hessischen BrandverstcherungSanstalt in dank­barer Anerkennung seiner langjährigen verdienst­vollen Tätigkeit und seiner segensreiche« Unter­stützung und Förderung aller Bestrebungen deS Feuerwehrverbandes zum Ehrenmitglied des ver- bandeS ernannt. Die Ernennungsurkunde ist künstlerisch in geschmackvoller Form hergestellt 'worden.

Meldung zur Stammrolle. Es wird dar­auf aufmerksam gemacht daß nach § 25 bei Wehrordnung all« Militärpflichtigen sich in der Zeft vom 15. Januar bis 1. Februar jeden Jahre- zur Aufnahme in di« Rekrutierung», stammrolle bei der Ortsbehörde desjenigen Ortes zu melden haben, wo fi« sich dauernd aufhalten.

* Astronomische, vom Januar. Die Tag« nehmen wieder zu! Borerst freilich langsam sehr langsam sogar. Bald aber wird's besser. ,3« Neujahr geht das Sonnengestiru 8 Uhr 14 iMinuten auf, um 3 Uhr 53 Minuten wieder «nterzugehen. Die Tageslänge beträgt also 7 Stunden 39 Minuten. Dagegen erscheint zu Ende des Monats die Sonne um 7 Uhr 47 Mi­nuten, um uns 4 Uhr 14 Minuten wieder zu -verlassen. Die Tageslänge beträgt alsdann 8 Stunden 54 Minuten, der erzielte Fortschritt demnach 1 Stunde 15 Minuten. Am L Januar befindet sich die Sonn« in Erdnähe. Sie tritt am 20. Januar abends 11 Uhr in da, Zeichen che» Wassermanns. Was den Mond betrifft, so haben wir letztes Mertel am 3. Januar, Neu» flumb am 11., erstes Viertel am 18. und Voll­mond am 25. Von den Planeten ist der Mer-

,kut sichtbar bi» Mitte des Monats (bis zu einer halben Stunde in der Abenddämmerung in Südwesten). Die Venus ist anfangs reichlich drei, zuletzt nur noch knapp M»ei Stunden als Lbendstern sichtbar: am 8. d. M. zeigt sie ihren ^größten Glanz. Der Mars ist den ganzen . Abend bis in die Morgenstunden sichtbar, und zwar erst acht, dann sieben Stunden. Der Ju- vitet ist anfangs sechseinhalb, vier Wochen spä­ter acht Stunden (von seinem Aufgang spät «bends bis zur Morgendämmerung) sichtbar. Der Saturn hat seinen höchsten Stand gegen Ende des Monats und ist anfangs siebeneinhalb, ^äter nur fünf Stunden lang am Abend sicht-

* Kat-. Schwesternha«. D« JfalS. 3$g* wird von hier «. a. geschrieben: Welch großer Sympathien sich di« katholische« barmherzige« Schwestern in Marburg zu erfreue« haben, zeigt« sich in schönster Weis« vor kurzem gelegen!» lick, des 25- Jahrestages des Eintritts der Boe» stAerin des hiesigen Schwesternhauses, der «hrw. Schwester Gebhard«, in bte Kongregation der barmherzigen Schwestern. Hatte man im Schwe­ster nhause selbst gar nicht damit gerechnet, bah man auch außerhalb desselben Notiz von dem Jubiläum nehmen würde, so brachte doch der betreffende Tag der Jubilar-Schwester, die seit Bestehen der hiesigen Niederlaffung di« Leitung derselben hat, die große lleberrafchung, daß nicht nur die Katholiken, sichern gerade auch die An» Kehörigen anderer Bekenntniffe eine überaus herzliche Teilnahme zeigten. Besonders hervor- gehoben zu werden verdient es, daß der Ober­bürgermeister der Stadt Marburg, Herr Troje, der schon wiederholt den katholischen Schwestern seine ganz besondere Wertschätzung bekundet hat, persönlich der Jubilarin seine und der Stadt Glückwünsche Überbrachte und diese Gelegenheit wahrnahm, den gesamten Schwestern namens der Stadt in Anerkennung ihrer aufopfernden Tätig­keit im Dienste der Pfleg« von Kranken und Armen ohne Unterschied der Konfeffion den stkmlbigsten Dank auszusprechen. Im Namen der jüdischen Gemeinde übermittelte Herr Ober- Rabbiner Dr. Munck bi« herzlichsten Glück- wünsche.

* Preussische Klaffenlotterie. Di« Ziehung bet 1. Klaffe 222. Königlich preußischer Klaffen­lotterie wird nach planmäßiger Bestimmung am 11. Januar 1910, früh 8 Uhr, ihren Anfang nehmen. Das Einzählen der sämtlichen 304 000 Losnummerröllchen nebst den 8000 Gewinn­zetteln gedachter 1. Klaffe wird schon am 10. Januar 1910 stattfinden.

)( Kaufmannsgericht. Bet dem Kaufmanns­gericht wurden im Jahre 1909 von Prinzipalen 1 unb von Gehilfen 7 Sachen anhängig gemacht. Er­langt wurden durch Vergleich 3, durch Versäum- nisuttell 1, durch andere Urteile 3 Sachen, wäh­rend 1 Sache sonst geregelt wurde.

)( Gewerbegericht. Im Jahre 1909 wurde» , beim Gewerbegericht, und zwar nur aus Klagen der Gehilfen, 29 Sachen anhängig gemacht. Er­ledigt wurden hiervon 10 durch Vergleich, 4 durch Anerkennung, 1 durch Verfäumnisurtetl und 13 durch andere Endurteile, während 1 anderweitig «rledi-ck wurde.

* Turnerisches. In der am 2. Januar in Darmstadt abgehaltenen Sitzung des geschäfts» führenden Ausschuffes des Mittelrheinkreises wurde für das Jahr 1910 folgender Arbeitsplan aufgestellt: 30. Januar: 1. Kreisvorturner» stunde (Tgde. Frankfurt), 13. Februar: Sitzung des GeschästsfAhrenden Ausschuffes mtt dem Ortsausschuß für da, 29. Kreisturnfest in Kreuznach. 6. März: Kreisvorfechterstunde (Tv Wiesbaden). 16. April: Sitzung des Kreis- ausschuffes, 17. April: Kreistnrntag, beide vor- auestchtlich in Oberlahnstein. 25. September: 2. Kreisvortnrnerftnnd« fTv. Limburg). 30. Oktober: Frauenvorturnerstunde sTgde.Hanau). Die schon lange geplant« Kreiszeitung soll von Mitte Januar ab all« 14 Tage in Butzbach er- scheinen. Bezugspreis durch die Post Viertels. 50 Pfg., anher Bringerlohn, bei direktem Ver­sand 60 Pfg. mit Porto. An dem vom 3. bi, 16. Januar in Darmstadt statffindenden Turn« knrsus für Turnwartt und Vorturner nehmen 31 Personen teil. Für da, 29. Kreisturnfest sind di« Tag« vom 80. Juli bi» 3. August vor- gesehen.

* Eine Erhöhung der Schuhpreise wttd, der Franks. Ztg.« zusolge, seitens der bedeutendsten Schubfabttken Deutschlands beabsichtigt, sie soll mft dem 1. Januar 1910 in Kraft treten und zwar, wie es tn einem Rundschreiben beißt,im Hinblick aus die schwiettge Lage der Gchuhwarenindusttie, die sich vor Lederpreise gestellt sehe, wie sie in solcher Höbe noch niemals verzeichnet worden feien". Eine Anzahl Fabriken soll sich zu der gedachten Preiserhöhung bereits bindend verpflichtet haben.

)( Schöffengericht. Ein junger Bursche, der Kundengelder unterschlagen hatte, wurde zu drei Wochen Gesängnis verttrteilt.

* Rachroten" Schweinen läßt bte Land­wirtschaftskammer für den Regierungsbezirk Caffel suchen. Der Vorstand der Kammer er­sucht zwecks Berichterstattung an den Land- wirtschaftsminister die Landwirte und sonstig« Jntereffenten des Kammerbezirks, ihm etwaig« Wahrnehmungen bei der Verfütterung eofinier- ter Gerste Mitteilung zu machen.

Kirchhain, 4. Jan. Die Mitteilung, daß da» Lei­den des Herrn Landrats und Kammerherrn Freiherrn Schenck zu Schweinsberg als unheilbar anzusehen sei, dürfte verfrüht fein, da diese? noch nickt feftfteht und eine Frage der Zeit sein dürste. Falls er sein Amt nicht wieder antreten könnte, mag an dieser Stelle kurz gesagt fein: der Kreis Kirchham verliert in diesem Herrn einen sehr ebrenvollen, freundlichen und lie­benswürdigen Vorgesetzten, der fast nahezu 25 Jahre an der Spitze des Kreises gestanden hat. Unter feiner Leitung hat der Kreis feine Straßen in beste Ordnung gebracht. Die Obstbaupstanzungen haben sich während diefer Zeit sehr gehoben. Di« Obmtalbcchn, welche die Verbindungsstrecke Müschen Gemünden fOberhesien) und Gemünden a. d. Wohra fein wird, wurde unter den schwierigsten Umständen zur Vollendung gebracht. Kurz, es gebührt dem Herrn Landrat viel Dank für seine Wirffamkest, zumal er auch in seinem Kreise sehr beliebt ist.

Salzböden, 4. Jan. Auch für uns« Dörf- chen ist lautGieß. Anz." die Zusammenlegung her Feldmark jetzt beschloffen. Die General- kommiffion zu Düffeldorf hat den Antrag für begründet erklätt und die Leitung des Ver­fahrens dem Spezialkommiffar, Regierungsrat v. Morenberg-Wetzlar, übertragen. Die Gemark­ung Salzboden, an der Grenze des Regierungs­bezirks Gaffel gelegen, ist 589,2 Hektar groß, wo. von 153 Hektar Wald für di« Zusammenlegung in Abzug kommen.

. Ovenhausen, 4. Jan. Bis jetzt fehtt noch jede Spur Über die 36 Jahre alte Zigarren- arbeiterin Karoline Wagner, die seit vor Weih­nachten von hier verschwunben ist.

Biedenkopf, 4. Jan. Der Oberheffische

Touristenverein hat i» seiner vorjährig««

Generalverfammlung beschloffen, auf SerSack pfeif«-, dem höchsten Punkte de» Hinterland«, wieder einen Ausfichtsturm zu errichten, welcher Plan tm Laufe dieses Sommers verwirklicht werden soll. Der Turm wird durch die Trigono» metrische Abteilung zu Berlin ausgeführt, die Kosten sind auf ca. 2500 «K veranschlagt. Dem Verein stehen bi, jetzt nur wenige Mittel zur Verfügung, «r hofft aber durch Sammlungen in Stadt und Land, bei Vereinen und sonstigen Gönnern der Sache die Mittel zmn größten Teil aufzubringen. Ein aus 5 Herren bestehendes Komitee ist in dieser Sache tätig.

Laasphe, 4. Jan. Auf Grube Eisenzecher Zug bei Eisetfeld, ereignete sich ein schwerer UnglLcksfall. Ein sitzen gebliebener alter Schuh, der beim Bohren getroffen wurde, ging los und verletzte den Bergmann Stein aus Struthütten tätlich. Das ganze Gesicht soll bis zur Unkennt- lichkeit entstellt sein. Der Schwerverletzte hat vor knapp einem Jahre geheiratet und hinter­läßt eine trauernde Witwe, die in gesegneten Umständen sich befindet. Der zwette Berichte ist ein Bergmann aus Fellerdilln, der noch unver­heiratet sein soll. Er wurde in das Siegener Krankenhaus übergeführt, woselbst schwer« Ver­letzungen im Gesicht und an der Hüfte festgestellt wurden.

Hessen-Nassau und Nachbargebiete.

Weilburg, 4. Jan. Die zum 70. Geburtstag de. Geh. Regierungsrat Dr. Paulus, Direttor des hiesigen Gymnasiums, überreichte Samm­lung von Photographien ehemaliger Schüler nmrd« jetzt in einem besonders angefertigten Album vereinigt.

Butzbach, 4. Jan. Von einem wütenden Faselochsen wurde Landwirt Koch int benach. batten Muschenheim aufaesvicht. Das boshaft« Tier hatte ihn beim Füttern mit den Hörnern gefaßt und wiederholt gegen hie Wand gedrückt, sodaß der Tod sich einstellte.

Heuchelheim, 4. Jan. Gendarmen und Bur­schen gerieten tn der Neujahrsnacht aneinander. Einen verhafteten Burschen befreiten feine Kame­raden, die Kopfbedeckung des einen Gendarmen flog in den Bieberbach. Bon allen Setten wurden die beiden Gendarmen mtt Feuerwerkskörpern be­worfen.

Offenbach, 4. Jan. Lut Zett stehen hier 740 Wobnungen leer.

Geffa, 4. Jan. Eine große Ueberraschung wurde dem Müllermeister Robett Kling in Geis­mar bei einem Schlachtfest zuteil, als der Schlächter beim Zerlegen eines Rindes in besten Magen einen Kinderschuh vorfand.

Brückenau (Rhön), 4. Jan. In der fett dem 1. Ott. geschloffenen RestaurationStirn Felsen­fester" wurde eingebrochen. In einem Koffer aus- betoabrte Geweihe im Werte von 2Ö00 Jt find entwendet worden.

Hochschulnachrichten.

X Re« York, 4. Jan. Die Universität Eolumbia ernannte den Mathematiker Proseffor Rung« - Göttingen, bei zur Zeit al» Austausch- profeffor wtttt. zum Ehrendoktor.

Unpolitische Tagesnachrichten.

De, Aviattker Delagrange t- Bordeaux, 4. Jan. Der Aviatiker Delagrange istmtt seinem Aeroplan abgestürzt: er war auf der Stelle tot. Delagrange war heute Nachmtttag gegen 3 Uhr mit seinem Monoplan auf dem Flugplätze Troix d'Hins aufgestiegen. Die Flugmaschine flog glänzend. Bei einem zweiten Fluge erhob sich Delagrange zu 30 Meter Höhe und hatte eben drei Runden vollendet, als infolge eines heftigen Windstoßes der linke Flügel der Flugmaschine brach und der rechte Flügel sich senkt«. Der Monoplan fiel auf den Abhang einer zwanzig Meter hohen Anhöhe, stieß dabei gegen einen Wagen und einen Schuppen und stürzte dann zu Boden. Delagrange wurde kopfüber von seinem Sitze geschleudert und blieb sofort tot. Im Ge­sicht hatte er eine Verletzung über dem linken Auge erlitten; aus dem rechten Ohr floß Blut und ein Bein war gebrochen.

Cholera. Frederikshald (Norwegen), 4. Jan. Der erste Maschinist des von Riga ein- getroffenen norwegischen DampfersAtlas" ist unter choleraverdächtigen Erscheinungen gestor­ben. Durch di« bakteriologische Untersuchung wurde Cholera festgestellt. All« Sicherheitsmaß­nahmen sind getroffen, die Besatzung ist unter Beobachtung gestellt.

Erschoßen. Berlin, 4. Jan. In der ver­gangenen Nacht erschoß in einem Hotel in der Dorotheenstraße der 20jährige Ingenieur Sven Kehlet die etwa 22jährige Frau Margarete Lesingham, geboren« Kallenbach, und darauf sich selbst. Sie waren aus Kopenhagen zugereist und hatten sich als Eheleute ausgegeben.

Vermischtes.

Wie es. Cook gemacht hat. Dem Pseudo- Nordpolfahrer Cook soll di« Spekulation auf die Leichtgläubigkeit und das Sensattonsbedürfnis feiner Landsleute die nette Summe von 600 000 Mark eingebracht haben. Wie er das fertig ge­bracht hat, schildert ein Londoner Blatt folgen­dermaßen: Wie man sich erinnern wird, wurde Cook unmittelbar nach seiner Rückkehr tn die Vereinigten Staaten von verschiedenen Seiten angegangen, eine Tournee durch die großen Städte der Union zu veranstalten und überall Dotträge zu hatten. Der nunmehrberühmte" Herr Cook, der jedoch immer die praktische Sette seiner Unternehmungen im Auge behielt, ließ sich zunächst ein wenig nötigen; er schützte physische Müdigkeit und Abspannung vor, um sich den an ihn herantretenden Bitten zu ent­ziehen. Stärkerem Drängen letzte er den Ein­wand entgegen, daß ihn diese Votträge abhalten würden den Bericht zu überarbeiten rnb abzu­schließen, den er der Universität in Kopenhagen zugesagt habe. Schließlich sordette er die beschei­den« Summ« von 64 000 Mark für zwei Vor-

Letzte Nachrichten.

Berlin, 4. Jan. Der iHähttgc Student Thlmntz der die Fetten bei seinen Eltern verlebte, beging iv der Nähe von Mllitsch Selbstmord, indem er sich vor den Schnellzug BreslauKalisch warf. & wurde vollständig zermalmt.

Berlin, 4. Jan. Ein Leichensund, der gestern nachmittag in der Kcnigsheide gemacht wurde läßt aus ein Liebesdrama schließen. Die Ermitt­lungen ergaben, daß die Tote die 19jähttge Schnei- dettn Upsultat aus Rudorf ist. Als Täter komm ein Monteur Friedmann in Frage, der das jungt Mädchen wohl tu:, besser. Einverständnis erschösse». HM. Vorläufig fehlt von dem Manne jede Spur

Halle a. S., 4. Jan. Der mittags 1 Uhr ii Raumburg ciniressenoe Versonenzug der Nnstruth bahn geriet gestern in schwere Gefahr, weil deins Dorfe Rißmitz, unbekannte Frevler im Schienet« stoß einen eisernen Kasten mit zentnerschweres Steinen befestigt hatten.

hSg« fw SainbLoni». Jedoch Netz Herr Cook, al» bte Entscheidung drängte, mit sich handeln. Man einigte sich «ruf W000 Mark für den ein* Ken Vortragsabend. Zu diesem Satze hielt

k eine Reihe von Vorträgen, die ihm insge­samt rund «ine halbe Million Mark eingebracht haben sollen. Gleichzeitig hat er mit mehreren amerikanischen Zeitungen und Zeitschriften be­züglich der Lieferung von Reiseschilderungen, interessanten Photographien usw. abgeschlossen Dieses Geschäft soll ihm etwa 100 000 Mark ein­gebracht haben. Das einträglichste Geschäft ist Herrn Cook allerdings durch die Entscheidung der Gelehrten von der Kopenhagener Universi­tät, die seine Papiere geprüft und seine Auf­zeichnungen als wertlos befunden haben, kurz vor dem Abschluß vereitelt worden. Cook war mit den Herausgebern großer amerikanischer Zeitschriften, der Firma Harper, in Verbindung getreten und hatte sich mit ihnen dahin ver­einigt, daß sein Reisewerk in dem Harpeschen Verlage zum Preise von 1 Million Mark er­scheinen lallte. Die Firma hatte sich aber in dem abgeschlossenen Kontrakt vorsichtigerweise ausbe­dungen. daß das sachverständige Urteil der dä­nischen Geographen und Geologen abzuwarten sei: diese Vorsichtsmaßregel, die, wie man jetzt weiß, durchaus berechtigt war, hat Herrn Cook verhindert, Millionär zu werden. Immerhin hat ihm sein Tttck soviel einaebracht, daß er bis. an das Ende seiner Tage, auch ohne sich auf die billigen Gegenden der zirkumpolaren Zone zu kapttzieren, beguem leben kann.

Das postkagernde Kind. Postlagernd wollte in Görlitz eine junge Mutter ihr in ein Tuch' gehülltes, wenige Tage altes Kind aufgeben. Sie hatte in der Zeitung ein Inserat gelesen, wonach girt situierte Eheleute ein Kindchen gegen eine Abfindungssumme annehmen wollten. Der Schlußvermerk im Inserat ..Offerten hauptpost­lagernd Görlitz" hatte in ihr den Glauben er-, weckt, daß das Anerbieten in natura erfolgen könne. Der Schalterbeamte klärte die jugendliche Mutter auf, und um eine Erfahrung reicher, trollte fi« sich mtt ihrem Kinde von dannen.

575 Erdstöße in einem Jahre. DieGeodyna­mische Zentralwatte" veröffentlicht einen Be- richt über die Erdbeben, die Messina in den letzten zwölf Monnaten heimgefucht haben. Am 28. Dezember 1908 wurden 139 Erdstöße regi­striert am 29. Dezember 35, darunter die hef­tigen Stöße, die die Stadt gänzlich zerstörten. Am 30. Dezember folgten 31 Stöße und am Eilvestertage 17. Im Januar wurden noch 142 Stoffe vettpütt, dagegen nahmen die Erder« schütterungen in den folgenden Monaten ab. Im lebten Monat wurden nur 7 Stöße verzeich­net. Im ganzen sind nach dem 28. Dezember 1808 575 Stöße registriert.

König Leopold unb die Baronin Vaughan. Zur Ehe des Königs Leovold mit der Baronin Vaughan wird geschrieben: Paris, 3. Jan. Gestern wurde in sämtlichen Kirchen ton Bel- gien ein Hirtenbrief des Erzbischofs oon Mecheln verlesen, worin dieser bestätigt, daß sich König Leopold vor seinem Tode mit der Baronin Vaugban kirchlich trauen ließ, lieber die Ehe­schließung wird <ru» Brüssel gemeldet: Als der König sich darüber klar wurde, daß er kaum mehr hoffen könne, mtt vem 2eben davonzukommen, bc äußerte er den Wunsh, die Stetbsalramente zu empfangen. Man rief zu diesem Zwecke den ältesten Pfarrer von Laeken an das sterbe» lager des Königs. Der Priester erschien und traf dort die Baronin Vaughan. Er befragte den König nach seinen Beziehungen zu dieser Dame und erklärte dann, er könne ihm nur dann die Srerbsakramente erteilen, wenn et sich vor­her kirchlich trauen lasse. Dazu muß bemem werden, daß der Pfarrer bevor er ptfj ui M» königliche Schloß begab, sich eingehende Jnstruk. ttonen von dem Erzbischof Mercier von Mecheln holte Di« Trauung wurde also vollzogen, und bann erteilte bet Pfarrer dem Monarchen bte letzte Delling Interessant ist übrigens auch di« Tatsache, daß diese Eheschließung not len bel­gischen Gesetzen vollständig zu Recht besteht, denn «st kürzlich wurde in der Kammer ein G-setz angenommen, das bestimmt, daß in joL. chen Fällen, wo bei einem Teile eines die Ebe schließen wollenden Brautpaares Lebensgefahr vorliegt der Priester die Trauung vollziehen könne noch bevor der Standesbeamte erschienen ist, und daß diese Eheschließung dann gesetzllch- Dültigkeit habe. , _

Allzu r solut tut nicht gut. Ein Mann- Heimer Metzgermeister hatte eine faule Kundin,: die mit eitet nicht unbeträchtlichen Summe im RüMande war. Eines Tages traf die Frau des Metzgetmeisters das Dienstmädchen der Kundin auf der Straße.Wohin?" fragte die Meisterin, unb bas Mäbchen erwiderte harmlos:Einen Hundertmarkschein wechseln lassen.G^eff Sie her, ich wechsle Ihnen," meinte die Mete fterin, nahm dem Maschen den Schein cms p Hand zahlte ihm unter Abzug des Schulbbes ttages der Herrschaft bas übrige Kleingeld hete aus unb segelte triumphierend von bannen. Lew bet wird die Geschichte ein Nachspiel habens Gegen die Meisterin ist ein Verfahren wegen -i Straßenraubs im Gange.