Mr
Marburg
nebst
Bestellungen
fürdaserfteQuartallSlv ruf die „Oberhesfische Zeitung
Wirt. Obwohl e» seine Aufgabe gewesen wäre, für Ruhe zu sorgen und die Streitenden zu trennen, ging et sogar dazu über, ohne sich zu vergewissern, auf welcher Seite boS Unrecht lag, mit samt der Kellnerin und seinem Zapfer auf die in der Minderheit Befindliche« einzuschlagen."
Die Angelegenheit ist von den drei Studierende» alsbald bei der Universitätsbehörde zur Anzeige gebracht worden, und es sind Erhebungen im Gange.
I ten Besorgnisse beruhen auf einer Täuschung. Wag Deutschland und Italien in Südamerika anstreben, ist nur wirtschaftlich« Eroberung, und ein solcher Wettbewerb ist ein Segen für di« südamerikanischen Republiken. Ich hatte die Ehre, über diesen Gegenstand im Jahre 1904. gerade als man in Nordamerika und auch | in Brasilien Besorgnisse in dieser Hinsicht hegte und äußerte, mit dem Deutschen Kaiser und dem König« von Italien und ferner mit dem Fürsten Bülow, dem deutsche Reichskanzler, zu sprechen. Sie äußerten damals, wie sie es auch heute noch tun. die freundschaftlichsten und herzlichsten Gefühle gegen die südamerikanischen Republiken. Man lasse deshalb deutsche und italienische Einwanderer gettost zu uns kommen. Beide werden uns willkommen sein."
Meminisse juvabit! Wir wagen es nicht zu hoffen, dass die Hetzereien über die .Deutsche Gefahr" der Vergangenheit angehören. Die gelbe Presse Großbritanniens und Nottameri- kas wird immer wieder, wenn ihr der deutsche Einfluß in Südamerika unbequem ist, oder wenn sie aus anderen Gründen Deutschland etwas am Zeuge flicken will, mit der „deutschen Gefahr" krächzen. Wenn wir Deutsche dagegen auch noch so nachdrücklich protestteren, so wird das nicht volle Wirkung haben können, weil natürlich unsere Gegner mit dem Einwande kommen, daß wir ein besonderes Interesse daran hatten, unsere bösen Absichten abzuleugnen. Das Zeugnis des Dr. Zeballos aber ist unanfechtbar. Ihm hat es ja gerade in feinerStellung als Minister des Aeußern jahrelang obgelegen, auf jede seinem Vaterlande drohende Gefahr ein scharfes Auge zu richten. Wenn ein hervorragender Staatsmann von feiner Stellung und von feiner Erfahrung die deutsche Gefahr für einen Unsinn erklärt, so ist dies die wirksamste Widerlegung der englischen und amerikanischen Hetzer.
Der Zeballossche Arttkel enthält aber dadurch noch besonderen Wert, daß er in der „Times" erschienen ist. Man weiß in der ganzen Welt, welche Gesinnungen die „Times" gegen uns hegt und ein in diesem Blatte abgelegte, Zeug, nis für Deutschland ist deshalb besonderer Beachtung sicher. Auch Herr Zeballos weiß natür- . lich mit den Gesinnungen der „Times" gegen I uns genau Bescheid, und deshals ist sein sreund- schaftliches Eintreten für uns gerade in diesem Blatte ein besonderes ehrendes Zeichen seines Mutes und seines Charakters.
ihren Beilagen werden von unserer Expedi- ti<m (Markt 21b unseren Ausgabestellen in „Kirchhain, Reustadt, Wetter, @68« Hachborn, HeCkem Mölln, Sei« be« hofen und Drei hausen sowie von asten •rsfcj Postanstalten und Landbriesträgern entgegengenommen.
Die „Gberhelstschr Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2,95 Mk. (ohne Bestellgeld), bei unsern ZeituugSftellen und der Expedition (Markt 21,) 2 Mk.
Sie, die Sie ihn kennen und wie eine Mutter lieben — eins sagen Sie mir: Halten Sie ihn einer Niedrigkeit für fähig?"
Paula erschrak. Wag sollte sie antworte« „Kind — mein liebes, liebes Kind!"
Renate lächelte. «Mein, Sie glauben es nicht und eine Lüge bringen Sie nicht über dieLippen. Ach, ich köimte Sie auch nicht mehr reden und verehren, wie bisher, wenn Sie schlecht von ihm dächten. So wahr ich weiß, daß er mich liebt«, so wahr ich ihn noch heute liebe wie inst — ich weiß, daß etwa, anderes uns trennt als seine Schuld. Was es ist, weiß ich nicht. Aber da es fein Wille ist, daß wir uns nicht angehören sollen, mutz ich mich fügen. An meiner Liebs ändert das aber nichts. Warum er sich vor mit erniedrigen wollte — ich habe darüber nachg». grübelt, bis sich meine Gedanken verwirrten. Geglaubt habe ich ihm bis dahin jedes Wott — nur das glaube ich auch ihm nicht, daß er ein schlechter Mensch ist, einer niedrigen Handlung fähig. Äug' in Auge mit mir hätte er dies« Lüge nicht über die Lippen gebracht. das weiß ich. In die Trennung von ihm muß ich mich fügen, aber di« Hoffnung gebe ich nicht auf, daß eines Tages das Hindernis zwischen uns fällt. Hätte ich diese Hoffnung nicht — dann möchte ■ ich nicht mehr leben. So, Liebe, Gute, das mußte ich einmal von der Seele sprechen, nur zu Ihnen — und nun wollen wir nie mehr davost reden, damit ich ruhig scheinen kann."
_________r ______(Forsetzung folgt.)
■ richtsverhandlung im Prozeß der .Kolonialgesell- I schäft" gegen den FiskuS neuaufgeführten Frage der I Sonderberechtigung der Kolonialgesellschaft zu. AuS I den Prozeßverhandlungen gehe hervor, daß Herr I Dernburg Mittel und Wege sucht und solche der «olo- i nialgesellschaft selbst angeraten haben soll, um unter ■ Mitwirkung der Bergbehörde sich da» Abbaurecht für I ewige Zeiten zu sichern in dem Gebiet, für welche» die I Sonderberechtigung am 1. April 1911 ablaufen würde. I lieber die Sonderberechttgung führte der Vortragende
aus, daß nach § 8 der Bettrage» zwischen Kolonialamt I und Kolonialgesellschaft der Umfang der der Gesell- I schäft zustehenden Sonderberechttgung das zehnfache
des gesetzlichen Höchstmaßes für ein Schürffeld — also I 80 Hektar — nicht übersteigen dürfe. Wollte Herr I Dernburg entgegen diesem Bettrage der Gesellschaft I mehr bewilligen, dann hätte er Gegenleistung von ihr I für das Schutzgebiet erwitten müssen. Herr Weiß I meint, daß die Gesellschaft für Erteilung de» Abbau- I rechts auf Diamanten im ganzen Sperrgebiet mit I Vergnügen auf ihre — zum Teil nicht unbestrittenen I Landgerechtsame — verzichtet haben würde. — Ferner I tadelt Herr Weiß, daß die Pioniere, welche die rttchen I Felder tm Sperrgebiet aufgedeckt haben, nicht an der I Diamantengesellschaft beteiligt worden find, ebenso-
^ulg an^ der Diamantenpachtgesellschaft, und daß I Ichlrehlich ber Erhöhung der FörderungSrchgaben von I 2 auf 10 v. H. der Kolonialgesellschast wieder 1% v. H. I an Forderungsgebühren zugewiesen wurden. Hätte I Herr Dernburg den Zoll von 33% v. H. auf 40 oder I 45 v. H. erhöht, so wäre schließlich jeder der Dia- I mantenfelderbesitzer damit einverstanden gewesen — I letzt aber frage man sich, wo ist die Gegenleistung da« | für, daß wir der Kolonialgesellschast 1% an För- I derungsgebuhren mehr bezahlen sollen? Am Schluffe I Rede dankte der Redner den Beamten de» I Schutzgebietes für die Art und Weis«, wie sie die Jn- I teressen des Schutzgebietes stttS wahrgenommen hätten I und brachte dann eine Resolution ein, den Bürger- I meister zu beauftragen, namen» der Versammlung an I den Reichstag telegraphisch die Bitte zu übermitteln:
beim Zusammenttttt des Reichstage» eine Unter- suchungskommiffion einzusetzen zur Prüfung der Gründungen der Dernburgschei, Diamantgesellschaft und der Vorverhandlungen, welche zu VertragS- nbschluffen geführt haben, und namentlich zu bitten, daß der Vertrag mtt der deutschen Diamantgesellschaft
*>cn bl. 8, 1911 hinaus nur unter günstigeren Bedingungen für den Landesfisku» verlängert werden darf, nachdem die zuständigen Dienststellen tm Schutz- g«net und der Landesrat befragt worden sind und die I Bedingungen annehmbar gefunden haben. I
Nach kurzer Besprechung nahm die Versammlung, an welcher auch Prinz Heinrich XXXII. von Reuß teilnahm, einstimmig die beantrage Resolutton an. I
Bus dem Elsaß. I
Yn der Straßburger .Taverne" ist e» nach einem I Beruhte der .Straßburger Post" wieder einmal zu I einem häßlichen Zwischenfall gekommen. In dem I Blatte ist zu lesen: I
„Drtt Studenten älteren Semesters, von denen I 8toet einer hiesigen schlagenden Korporation angehöre», I wahrend der dritte Mitglied einer katholischen Stu- I dentenverbindung ist, besuchten abends gegen 10ft Uhr I nt vollkommen einwandfreier Verfassung pje ^a- I Verne", um dort einen Kaffee zu trinken, den der eine I von ihnen, Stammgast des Lokals, besonders rühmte I Im vorderen Raume der „Taverne" saßen die Mtt- I 6"kder eines altelsäffischen .Cercle", etwa 80 an der I
81» die drei Herren, von denen zwei durch ihre I äußere Erfüllung sich sofort al» Angehörige einer I f chloren Den Äotpotötion fcnntltdj machten, an Üjnen I vorüber kamen, ertönten au» der Mitte des Kreise» I ohne weiteres die Rufe: „Was welle die Söuschwowe?" I ^Rus mit berate Schttvekaiwe." Einer bet ®etwf« I jenen trat alsbald an den Tisch de» .Cercle" heran I und stellte einen ber Rufer zur Rede, wurde aber so- I fort von ihm cm die Brust gepackt und mtt den Motten: I „Du Kneckes, du Witt ebbe« hier mit uns!" zurück- I geftojten. Als dem also Angerempelten sein Freund so- I sott helfend beisprang, fiel der ganze .Cercle" über I bte drei Studenten 6er, worauf eine allgemeine Ptü« I getet entstand. In diese Holzer« mengte r ' auch der I
Deutsches Reich.
I — Kaiser Wilhelm und Präsident Last. I Präsident Taft erhielt von Kaiser Wilhelm zum I Jahreswechsel folgendes Telegramm: „Ihnen I und dem amerikanischen Volke meine besten I Wünsche für ein glückliches Neujahr." Präsident I Taft erwiderte: „In voller Würdigung und Er- I widerung der mir übermittelten freundlichen
Wünsche Euerer Majestät wünsche ich Ihnen und dem deutschen Volke für das kommende Jahr Gesundheit und Wohlergehen."
— Prinz Friedrich Wilhelm von Preußen, ein Sohn des Prinzen Albrecht, verlobt« sich mit der Prinzessin Agathe von Ratibor und Corvey Prinzessin zu Hohenlohe-Waldenburg-Schillings- fiirst, Tochter Seiner Durchlaucht des Herzogs von Ratibor, Fürsten von Corvey, Prinzen zn Hohenlohe-Wäwenburg-Schillingsfürst.
— Die öffentliche Abstimmung. Der Reichskanzler hat, wie di« „Tägl. Rdsch." dem Kaiser über den Stand der preußischen Wahlreform letzthin Vortrag gehalten. Die bisherigen Verhandlungen des preußischen Minffterrates, di« noch nicht abgeschlossen sind, haben das einmütige Festhalten an der öffentlichen Abstimmung ergeben.
— Die Hochzeit des Großherzogs von Sachsen- Weimar. Meiningen, 4. Januar. Heute Vor- mitag 9 Uhr hat die Ziviltrauung de» Großherzogs Wilhelm Ernst von Sachsen-Weimar mit der Prinzessin Carola Feodora von Sachsen-Meiningen durch den weimarischen Staatsminister Dr. Roth« in Gegenwart des Herzogs von Sachsen - Meiningen und de» Prinzen Albert von Sachsen-Weimar stattgefunden. Hm 11 Uhr schloß sich die kirchliche Trauung an, bei der Prälat Schmidchenner- Karlsruhe die Traurede hielt. Hierauf wurde di« Gratulationscour abgehalten: dann war Festtafel. >
— Weiter« Versetzungen in Kattowitz? Breslau, 4. Jan. Wie aus Kattowitz gemeldet wird, ist elf Postunterbeamten in Kattowitz eröffnet worden, daß sie zum 1. Februar versetzt würden, weil sie bei der Kattowitzer Stadtverordnetenstichwahl polnisch sprechenden Kandidaten ihr« Stimme gegeben hatten. Reichsbankkassendiener Cchmolke, der auch für einen polnischen Kandidaten gestimmt hatte, wurde nach Plauen versetzt.
— Akademie für Luftschiffahrt. Stuttgart, 4. Jan. Der „Schwäb. Merkur" meldet aus Friärrichshaftn: Di« bürgerlichen Kollegien haben sich bereit erklätt, das Gelände für die Gründung einer Akademie für Luftschiffbau unentgeltlich zur Verfügung zu stellen.
— Zum Kapitel „Le Baron de Schoen" kann ich — so schreibt einem Berliner Blatte ein Leser — noch Seitenstücke liefern, die mich längere Zeit verdrossen haben, aber bet dieser Gelegenheit Wohl verdienen, erwähnt zn werden. Bei E. Günther Berlin, Leipziger Sttaße 108 (links am Eingangs befinden sich unter den im Schaukasten ausgestellten
Ruhe, wußte sie doch selbst, wie man sein Leid nach innen auslebte, ohne anderen damit lästig zu fallen. ' ”
Renat« legte einen Augenblick ihr Haupt an Paulas Schulter und schloß di« Augen Etwas wie ein friedliches Ausruhen, wie ein Aufatmen nach langer Qual kam übet sie.
Paula streichelte ihre Wang«: „Meine liebe Renate — mein liebes Kind, wie sind Eie doch so sehr verändett!" sagte sie leise.
Renate richtete sich auf und sah ihr ins Gesicht. Ein angstvolles Flehen lag in ihren äugen. „Nicht davon sprechen — nicht daran rühren," bat sie hastig.
Paula streichelte ihr« Hände. „Kind, es Erde Ihnen so vieles leichter werden, wenn Sie sich aussprechen könnten. Sehen Eie ich j wußte nicht, ob ich Herkommen sollte. Aber bk j Sorge um Sie trieb mich her. Wie aber nun, wenn Eva einen Namen nennt den Sie nicht Horen wollen? Sie weiß ja nicht, daß sie es nicht soll. Wenn sie nun mtt Ihnen über ihren Bruder spricht?" ,
Renate verschlang die Hände in einander I »Ihr brauche ich ja nicht Antwort zu geben, Re ist ein Kind und denkt sich nichts dabei." I
»Aber Eie werden an ihn erinnert." I Ein wehes Lächeln spielte um Renates
Mund. „Nichts und niemand wird mich mehr I an ihn erinnern, als mein eigenes Herz." I
Und plötzlich schlang sie ihre Hände fest um I Paulas Hals und sah ihr mtt heißer Bitt« in die I Äugen. „(Eins sagen Sie mit, Lieb«, ®ute, I
SHdtbittd Jns«rtion»g«bühr beträgt für bte 7gespalten« Zelle
oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen §0 Pfennig. - i
SOnnerStflÜ 6 Januar 1910 Aruck wtt Verlag: Joh. «ug. UiiioeefitätSbuchdruckerei 45.
U, Inhaber Dr. «. Hitz-roth, Marburg, Markt 21. - Telephon 55. |
Südamerika, Deutschland und England.
Man schreibt uns aus Berlin vom Montag: Die „Times" hat eine „Südamerika-Nummer herausgegeben, die an Umfang und Inhalt ro-'bt mit das Erstaunlichste darstellt was bisher im Zeitungswesen geleistet worden ist. Wir behalten uns vor, auf dieses Unternehmen, bas ein wirtschaftliches Warnungszeichen für uns ist, noch zurückzukommen. Heute beschäftigen wir uns mit dem von Dr. E. 6. Zeballos »erfaßten Artikel, der sowohl der Person des Verfassers wegen, rote um feines Inhaltes willen von besonderem Interesse für uns ist.
Dr. Zeballos ist mehrere Jahr« hindurch bis zum Sommer 1908 Minister des Aeußern in Argentinien gewesen. Da et ein Mann in den Men Jahren voller geistiger und körperlicher ^^'^ert und von starkem Ehrgeiz ist, so ist dtt Rückkehr in fein Amt nicht unwahrscheinlich. Was ern solcher Mann über Südamerika sagt verdient in jedem Falle Interesse. Die Aeuße- tungen des Dr. Zeballos aber sind unserer Beachtung auch darum würdig, weil er sich in fei. nein Artikel eingehend mit Deutschland befaßt. , Dr. Zeballos ist während seiner Amtstätig, rett bei jeder geeigneten Gelegenheit als Freund hervorgetreten: besonders freund- schaftlich war uns aber fein Verhältnis zu un» tetem langjährigen verdienten Gesandten in Argentinien, Herrn v. Wattthaufen. Di« deutschfreundliche Gesinnung des früheren Mi- Nisters tritt nun auch in seinem „Times". Atttel deutlich zutage. In einem besonderen Abschnitte tritt Zeballos dem törichten Gerede über die .deutsche Gefahr" nachdrücklich entgegen. Er sagt, daß in gewissen europäischen nordamerikanischen Kreisen immer wieder bte Ansicht auftaucht, daß Deutschland und Italien die Unabhängigkeit Brasiliens und der La-Plata-Etaaten bedrohen könnten. Als Beweis führt er die Steuerungen hervorragender nordamerikanischer Staatsmänner an. Gewiß I ?^/tt 3ebattos, hätten sich Hunderttav sende deutscher Einwanderer in Siidbrasilien niebet= gelassen, und der Norddsuffche Lloyd hätte dort gewaltigen Landbesitz erworben. Auch in Argentinien gäbe es zahlreiche geschickte und wohl- h«wende deutsche Kaufleute, die einen erheb- Wn Teil des argentinischen Außenhandels in ihre £anbe gebracht hätten. Zeballos gibt also I wobl den starken Einfluß Deutschlands in den beiden größten südamerikanischen Republiken I ?u. aber er fährt fort: I
„Nichtsdestoweniger ist kein Grund vorhan- I ben die deutschen und italienischen Einflüsse in I Südamerika zu fürchten. Die von mir erwähn- I
I
(Nachdruck verboten.) I wo Golt zrrkammetrgefLgl —. I Roman von H. Courths-Mahler.
(Fottsetzung.) I
blühend und kräftig sich das Kind ent- “ J { Zatte und welch feines Mäntelchen es trug! Wie eine Iteine Prinzessin sah es aus! I Coa war zuerst ein wenig verwirrt. Halb- I vergessene Bilder stiegen vor ihrem Geiste auf I bte |te nicht recht in Einklang zu bringen wußte I umoeb-n r^'aben, Ungewohnten, von dem st« I umgeben waren. Aber dann sah sie vlöülick I
WEmann stehen" ’St 'm e-^’ es stets getragen mit derselben weißen «churze und den fliegenden Haubenbändern. Diese wohlbekannte Gestatt I war der feste Mittelpunft. um den sich Evas E«- I benfen drehten und sich langsam zur Klarhett I Zr* r“ng«n. Sie zog Mann hinüber zu dem I alten Fraulein, di« sie erfreut begrüßt«. I r. $u noch immer Bratäpfel im Ofen, I Wollmännchen?" fragte ft« lachend, wie I sie es. früher fo oft getan.
Mamsell nickte beseligt, .freilich, En^yen. Das hast Du nicht vergessen?" I
’n> Fichte gleich wieder daran, als ich I suh- Und dies ist meine Hebe Mann."
?tauta reichte dem alten Fräulein freundlich „Mamsell Wollmann und di« Brat- K" baben lange, in Evas Köpfchen gesputt. « vtt Ä'HriE?' *** "»bst« Erinnerung !
eckm
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Rach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und «Landwirtschastliche Beilage."
Politische Umschau.
I Die Lüberitzbuchter gegen Dernberg.
I Am 1. Dezember hat m Lüderitzbucht eine von 500 I bis 600 Personen besuchte Bürgerversammlung statt- I gefunden, welche sich mtt der Diamantenpolittt de» I Staatssekretärs beschäftigte. Zweck der Versammlung, I die Bürgermeister Kreplin einberufen hatte, war nach I der Versammlungseinladung „noch einmal zu ver- 1 suchen bei dem Reichstage, der Vertretung des Deut- I scheu Reiches, Schuh zu finden gegen die Vergewalti- I gung durch Dernburg, noch einmal dem Rutschen I Volke vor Augen zu führen, wie rücksichtslos die Jn- I teressen des Schutzgebietes beiseite geschoben und seine I Schätze um nichts und wieder nicht» verschenkt worden I find".
■ Das Referat hatte der aus der Pomonaftage her I bekannte Hauptmann der Landwehr L. Weiß über- I nommen. Er gab zunächst eine Übersicht über die ge- I samte Entwicklung der Diamantenfrage und wandte sich schließlich der durch die eben stattgefimdene Ge-
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Die Mamsell drückte Paulas Hand so fest, daß sie dann selbst darüber erschrak.
„Wie ich mich freue, gnädige Frau Professor, daß es Evchen so gut geht und daß sie jetzt «in
I paar Wochen hier bleiben wird."
. Sie können das Kind nach Herzenslust mit Ihren köstlichen Bratäpfeln verwöhnen. Ich eie sich nicht nehmen," erwiderte Paula lächelnd.
Mary entführte nun Eva, um sie in ihrem Zimmer erst einmal aus den warmen lieber» klettern zu schälen. Paula und Renate folgten ihr, nachdem erster« noch einige Worte mit Coul- mann gewechselt hatte. Später, nach dem Diner, bat sich Mary aus, Eva in einem Kinderschlitten I durch den Park fahren zu dürfen.
Soulmann hatte eine geschäftliche llnterred- Ömit seinem Verwalter und hatte sich mtt rm in sein Arbeitszimmer begeben. Frau ferner war beschäftigt, Marys Aussteuer sau- d/r ?u verpacken, wobei ihr Mamsell Wallmann fleißig half.
Paula mtt Renate allein in dem ge- I mutlichen Salon, den Herr Dallert so unbedingt »Jugendstil" dekorieren wollen. I Zch^eigertt saßen sich die beiden Damen eine Weile gegenüber aber dann erhob sich Paula plötzlich und zog Renate fest in ihre Arme Sie tonnte nicht anders. Die leidvollen jungen 2t? keb^n das belebende, goldschimmernde I Licht erstorben schien, schnitten ihr ins Herz. Das ernste stille Gesicht verriet der feinfühligen Aa» «ine ganze, qualvolle Leidensgeschichte. Eie glaubt« nicht an di« zur Schau getragene I