In der deutschen Küche bevorzugt man die Zubereitung unreifer Stachelbeeren. Im übrigen meinen viele, diese Beerenfrucht sei sehr wässerig «nd rangiere unter den genießbaren Beerenfrüchten z« «nterst. Zu diesem Urteil kommt man allerdings, wenn man nie bessere Qualitäten als die ganz gewöhnliche und wild wachsende Stachelbeere geschmeckt hat und sich womöglich noch an unreifen Früchten laben wollte. Es kommt auch hier »sehr darauf an".
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Viehzucht.
Linsluh von Weidegenossenschasten ans den Gesund» hritszustand des Biehes.
Der „Breslauer Raiffeisen-Bote" äußert sich über den Einfluß von Weidegenossenschasten auf den Gesundheitszustand des Viehes, wie folgt: Die naturgemäße Ernährung in den für die Tiere geeignetsten Tagesstunden, sowie die freie Bewegung in der Lust, Licht und Sonne und das in genügender Menge vorhandene stische Wasser übten wohltätigen Einfluß auf sämtliche Tiere aus, so daß sie gar bald einen überaus gesunden Eindruck machten und sich augenscheinlich, selbst bei scheinbar ungünstiger Witterung, äußerst wohl fühlten. Doch rächte sich in dem abgelaufenen Weidesommer die übergroße Milde, welche bei der Aufnahme selbst diejenigen Tiere nicht zurückwies, welche Zeichen von Tuberkulose und andern Krankheiten an sich trugen. Die Folgen zeigten sich bei d-r rauhen Herbstwitterung, indem ein Bulle und ein Schnittochse nach Airgabe des Kreistierarztes an solch schleichender Krankheit verendeten. Die durch Insektenstich oder auch vielleicht durch Kreuzotterstich hervorgerufene jauchtsch« Blutvergiftung, an welcher et» Bulle von 8 Zentnern etngtng, war ein Unfall, »ot welchem kein Tier, weder im Stall noch auf dem Acker bewahrt werden kann. Der auf allen Weiden ln diesem Herbst beobachtete Weidehusten war vielleicht durch einen Meltau veranlaßt worden, welcher kurz vor Auftreten des Hustens auf dem Klee und Gras bemerkt wurde: diese katarrhalische Entzündung verschwand bei den Tieren, welche bis in den November hinein stch Im Freien bewegen konnten. Bet den in warme Ställe etngebrachten Tieren, welche nicht geschoren worden waren, hielt der Husten länger an und konnte nur unter Beihilfe von Lein- kuchenmehl beseitigt werden. Die gleichfalls im Herbst bet aller Grünfütterung beobachtete Diarrhöe stellte üch auch bei einzelnen Weidetieren ein und «ar wohl auf Rechnung eines warmen Gewitterregens zu setzen, welcher das Gras zu Überaus geilem Wachstum brachte. Das Aufblähen der Tiere, welches auf neuangelegte Weiden z. B. in Boberröhrdorf viel beobachtet wurde, «ar auf der Kemnitzer Viehweide nie zu Beflogen, Überhaupt von allen anderen Krankheiten nichts zu bemerken, so daß der Gesundheitszustand der Tiere als ein sehr guter bezeichnet Hverden konnte.
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Allerlei.
H"s «nd «treten. (Zehn Ratschläge.)
1. Halte Hof und Garten rein, denn ste gehören pmr Hause! Besser ist es, du hackst jetzt das klein« Unkraut zwischen den Steinen des Hofes und von den Kieswegen des Gartens heraus, als daß du später ganze Büschel heraus- reißen mußt, die sich kaum entfernen lassen oder doch unschöne Löcher hinterlassen. Ein Hos, in dem das Unkraut emporschießt, ist wie eine Stube, auf deren Dielen allerhand Reste umher- ltegen.
2. Bist du Imker, so sei nicht M häufig an den Stöcken und entnimm den Honig nicht zn oft. Halte aus starke Völker mit guten Königinnen, die du so selten wie möglich störst und an denen du nicht hastig herumhantierst. Arbeite an den Stöcken mit bloßen Händen, allenfalls vom Bienenschleier geschützt, und rauche dabei nicht zu viel. Wolle nicht gleich im Anfänge der Bienenzucht großen Gewinn erzielen? Fange höchstens mit drei Völkern an.
3. Versteckte Winkel, wo Schuft, Sand, Steine, Komposterde, Bretter u. dergl. lagern, verdecke dem Auge, indem du an diesen Stellen Holunder pflanzest. Weißer Holunder gedeiht «Mer den ungünstigsten Verhältnissen, wächst rasch und nützt noch durch seine Blüten (die zu »em bekannten Fliedertee gedörrt werden) oder Frnchidolden (zu der Holundersuppe).
4. Aschegruben lasse nie ohne Aussicht offtn stehen, am allerwenigsten in der Dunkelheit und wo kleine Kinder in den Hof gelangen. Dasselbe gilt von den noch wett gefährlicheren Düngergruben, Kanälen, Kellern. Keine Glasscherben im Hofe!
5. Züchtest du Hühner, Tauben, Gänse, Enten, so sorge dafür, daß dadurch für dich und ^eine Rachbarn keine Unannehmlichkeiten entstehen. Oft genug entstehen durch das Züchten von Geflügel immer wiederkehrende Aergerlich- ke-ten. Streitereien und Belästigungen, die womöglich in kostspieligen Prozessen ihren Ausgang nehmen. Zuchtanlagen von Geflügel umgib möglichst mit Netzen und Gittern.
6. Sehe auch nicht übelriechende Anlagen gerade vor des Nachbars Sommerlaube! Zwar kann jeder auf seinem Grund und Boden machen, was er will — mit den gesetzlichen Ausnahmen —, aber man soll auch auf seine Mitmenschen Rücksicht nehmen!
7. Manchen Verdruß bringt auch das Halten von Hunden und Katzen mit sich; so z. B. wenn stch diese Tiere auf das nachbarliche Gebiet begeben, dieses gesährden, verunreinigen, schädigen «nd dergl. Man kann es keinem Gartenbesitzer verdenken, wenn sich dieser gegen dar Verwüsten fimger Pflanzungen, gegen Vogelraub usw. infolge Eindringens fremder Tiere M schützen sucht «nd energisch dagegen protestiert. Hinwiederum ist allzu große Unduldsamkeit und Empfindlichkeit stein schöner EharafterMg des Rachbars. Rück- stchten find von beiden Setten nötig, um Plänkeleien «nd Streitereien M vermeiden.
8. Gib deinem Hund einen gegen die Unbilden des Wetters geschützten Wall nttt reich
licher, sauberer Strohlage, nebst Decken tat Winter. Schuppen, durch deren Bretterwände der Wind pfeift und die womöglich nach Rordwesten liegen, find — vor allem im Winter — ein ganz ungeeigneter Aufenthaltsort für Hunde. Wie viele Tiere holen stch in solchen Räumen das Reißen und bellen die ganze Rächt durch, obendrein noch den Menschen den Schlaf raubend! Aber auch die Hitze des Sommers macht den Hunden, wie allen Haustieren, ost viel zu schaffen. Laß die Tiere nicht dürsten, wasche und bade sie?
9. Sorge dafür, daß bei Regenwefter die gegen den Regenstrich gerichteten Kellerfenster geschlossen sind und daß die Pfützen abfließen können, noch bevor sie den Boden schlammig und die zunächst befindlichen Mauern feucht machen. Richte dann auch aus die Bodenfenster dein Augenmerk?
10. Einen Schaden lasse nicht anstehen. Reg- net's durchs Dach oder in den Schuppen, sind die Dielen morsch, die Zäune hes Hofes und Gartens schadhaft, so repariere, um spätere, größere Ausgaben zu ersparen. Laß auch nicht das Ungeziefer, wie Ratten und Mäuse überhand nehmen. Sie werden leicht zur endlosen Plage
meiningischen Industriestadt wurden einmal einem Holzschnitzer Ausstellungspreise für Hähne zuerkannt. Da die Preisrichter aber schon böse Erfahrungen gemacht hatten, wurden — nach Bekanntgabe der Prämiierungen — von den verständigen Preisrichtern Untersuchungen auf gefärbte Federn oder ähnliche Schwindelmanöver oorgenommen. Als sie nun die Hähne des Holzschnitzers untersuchten, wurde entdeckt, daß der Aussteller, um für seine fehlerhaften Tiere Preise zu erlangen, falsche Sichelfedern künstlich eingefügt und diese mit Stecknadeln im Fleisch der armen Geschöpfe befestigt hatte. Ferner waren zur Verbergung der „Steilschwänze" tierquälerische Vorkehrungen scheußlicher Art an den ausgestellten Hähnen getroffen worden. Gegen den rohen Aussteller stellten die Preisrichter Strafantrag wegen Betruges und Tierquälerei. Das Schöffengericht verurteilte den Angeklagten zu 6 Wochen Gefängnis. Leider wurde diese Strafe in der Berufungsinstanz, da es sich nach der Ansicht der Richter nur um einen Betrugsversuch handelte, auf drei Wochen Gefängnis ermäßigt. Warum die Strafe für die Tierquälerei erlassen wurde, ist nicht verständlich. Jedenfalls war letztere genau so verwerflich wie der Betrugsversuch.
I« der Heuernte.
Kniehoch stehen die Halme zusammengedrängt mit Blumen durchflochten und mit abertausend blinkenden und glitzernden Tautropfen überstreut Es ist gegen fünf Ubr morgens. Ein paar Männer kommen, die Sense über die Achsel gelegt, herbei. Und während die erste Lerche an ihren Liedern in den blauen Morgenhimmel hinein klettert, dengeln die Schnitter ihre Sensen: dingel—dengel, dingel—denael, dingel—dengel, ding? So. Nun wird der Stein wieder in seinen Behälter geschoben und der frisöbe Schnitt beginnt. Die Sense holt weit aus — und rrrsch — rrrsch sinken die Grashalme nieder. Ein würziger Odern quillt auf. Das Rauschen der Sense wird Musik. Und doch ist's ein Serben . . . Immer heißer steigt der Tag herauf. Die Gesichter der Schnitter glänzen, denn ste arbeiten unter Anspannung aller ihrer Kräfte im Schweiße ihres Angesichts. Aber endlich ist doch das Feld beztvungen. Der buntblumige Wiesentevpich ist zusammengerollt. Die Pracht ist vorläufig dahin. Aber das muß nun einmal so fein? Nun wird das Gras gewendet. Unter der glühenden Sonne dörrt es zu Heu. O, wie das duftet, wenn der Wind darüberstreicht und den vorübergehenden Wandersmann umfächelt? Bald rollen langsam zwei lange Leiterwagen, mit Ochsen bespannt, heran. Rechen und Heugabeln werden von Mägden flink gehandhabt. Wie bunt die Kopftücher der drallen Dirnen leuchten! Wuppdich? — da wird auch schon das zusammengeballte Heu mit kräftigem Schwünge in die Wagen bugsiert. Heu- stmib wirbelt umher. Den Knechten und Mäaden kratzt's im Halse. Ein Schluck schwarzer Kaffee! Dann gebt's lvieder mit erneuten Kräften weiter. Hoch wölbt sich das aufgestapelte Heu in den Wagen. Aber der Bauer zieht die Stirn kraus und steht gen Westen. Schwarze Wolken steigen auf . . . Ein Gewitter? »Daß wir das Futter trocken reinbrinaen!" Fieberhaft wird gearbeitet. Leise raunt schon fern der Donner. Die Vögel schweigen; nur ein Bogel pfeift noch monotone, seltsame Töne. Der Himmel umzieht sich. Die Sonne versteckt sich hinter d-n rasch näher kommenden Wolken. Ein merkwürdig kühles Lüftchen streicht über die Futterwiesc. Aber endlich ist doch alles Heu ausgeladen. Nun wird der Balken drübergelegt und straff feftgebunden. Ein Wink — und die Wagen setzen sich schwankend in Bewegung. Langsam ziehen die Ochsen an; langsam trotten sie dem Gutshose zu. Oben auf den schwankenden Henwagen scherzen Mäade und Kinder, obwohl sie von der Arbeit todmüde sind. Da — ein grelles Aufleuchten! Dann ein kurzes Knattern, ilnd krachend und dröbnend rollt der Donner erschütternd über die Fluren . . . Ein großer Tropfen. Dann noch einer. Dann mehrere. „Es wird Zeit, daß wir reinkommen", meint der Bauer und brennt sich die Pseffe an. Mit knapper Not werden die schwankenden Wagen unter die Einfahrt gebracht. Das Futter wäre also glücklich geborgen!
Salat.
Die Zeit des Salats bat wieder begonnen. Da dürfte es nicht uninteressant fein, einmal einen Blick auf die Geschickte des köstlichen und überaus gesunden Grünzeuges zu werfen. Die ursprüngliche Heimat des Salws ist nicht festznstellen. Der Name Salat kommt von dem lateinischen ins»« lata, das heißt gesalzen, und bedeutet eiaentlich keine Pflanze, sondern jede mit Essig. Oel und sonstigen gewürzigen Zutaten bereitete kalte Speise. Man bereitet ja auch aus Fleisch. Hering usw. Salate, wie beispielsweise den Ocks nmaul- salat oder den sogenannten italienischen Salat, den man aber in Italien gar nicht kennt. Jetzt handelt es sich aber um den in den ©arten kultivierten Kopfsalat, botanisch lactnca sativa genannt, der jetzt auf unserem Tische prangt und in allen Familien genossen wird. Sckon die Perser zur Zeit des Kambhses kannten den Gartenlalat, Römer und Griechen erlabten stch daran, und bei Plinius finden wir bereits die meisten der bei uns gebauten Varietäten. Die Alten sagten von ihm: Das Temperament des Salates ist kalt «nd feucht, erfrischt das Gemüt, kühlt die Leber, macht guten Appetit und Wohl schlafen. Und dies« wohltätigen, gesundheitlicken Wirkungen des Sa- latgenusses, die schon die Alten erkannt hatten, haben noch heute ihre volle Gültigkeit. Darum versäume keiner bei der nahenden Zeit des Salat- genufles, sich daran recht gütlich zu tun! Eßt Salat!
Mogeleien bei Seflügelcmsftellungen.
Alle diejenigen Personen, welche auf den Eeflügel- ausfteffungen das Richteramt über das Federvieh übernehmen, sollten dringend gebeten werden, es auch nicht zu unterlassen, di« Tier« auf unreelle Manipulationen, die ihnen zugefügt sein könnten, genau zn untersuchen. Aus einer Seslügelausftellung in ein«
Wolle-Produktion der Welt und ihr« Aussichten.
Es wird neuerdings auf den ständigen Rückgang des Schafbestandes der Welt aufmerksam gemacht, da auch die überseeischen Länder die Schafzucht mehr und mehr zugunsten des Ackerbaues benachteiligen. So Australien und Argentinien. Obwohl in vielen Ländern die Ziegenhaltung zugenommen hat, ist doch der Bestand an Schafen und Ziegen zusammen erheblich zurückgegangen. Für einen großen Teil der Länder ist der Schafbestand für sich nicht nachweisbar. Der Schaf- und Ziegenbestand war in den Hauptländern 1891/95 in Europa 205 500 000, außer Europa 346 700 000, zusammen 551200 000 Stück; 1906/10 in Europa 194 800 000, anher Europa 332 400 000, zusammen 527 200 000 Stück. In diesem Vergleich fehlen u. o. Russisch-Asien, Venezuela, Colombia, Oranje-Freistaat, die 1891/95 zusammen 45% Millionen Schafe und Ziegen aufwiesen, und weiter u. a. Peru, Chile, Ekuador, Bolivia, für die Zahlen bisher überhaupt nicht ermittelt sind. Die südamerikanischen Staaten aber sind von der Natur (Weiden in den Anden) bestimmt, den Rückgang in den anderen Gebieten zu ersehen. Hier kommt auch die Ziege als Wollproduzent in Betracht. Einstweilen ist die Zucht hier noch gering. — Die Wolleproduktion der Welt bleibt ständig auf etwa 2% Millionen Ballen per Jahr.
Sfel und Maultier«.
Der Tierfchutzverein zu Wiesbaden hat dieses Jahr schon vor Ostern begonnen, Esel und Maul- tiere einzuführen, und sofort 30 Stück abgesetzt, die allgemein als Reit- und Zugtiere großen Anklang gesunden haben. Eine Reihe glänzender Zeugnisse über diese Lieferung liegt jetzt schon vor. Dieser Tage ist nun ein größerer Transport italienischer Esel eingetrosfen und steht aus der Koppel des Vereins zum Verkauf. Ungarische Esel werden ioieder in der nächsten Woche erwartet. Der Verein bittet Interessenten, ihren Bedarf bald zu decken, da später im Sommer voraussichtlich keine Sendungen mehr kommen werden. Auch macht er darauf ausmerffam, daß zugleich mtt den Tieren auch Geschirre und Wager, in bekannter solider Ausführung zu vorteilhaften Preisen bezogen werden können. Prospette werden gratis abgegeben.
Wetterzeichen.
Ueber die Anzeichen, aus denen das Wetter für kürzere oder längere Zett vorausbestimmt werden kann, plaudert Kantor Triebel im praktischen Ratgeber. Er geht von der Voraussetzung aus, daß auch die amtlichen Wetterbenachrichtig- . ungen und das Barometer nicht durchaus sicher sind. Seine Wetterzeichen, teils örtlicher, teils allgemeiner Natur, treten nach dreißigjährigr Beobachtung oft schon zwei bis vier Tage vorher auf. Als zuverlässige Wetterzeichen erflärt Kantor Triebel der Reihe nach: Morgenrot, Abendrot, Wolkenbildung, Rauch, Insekten und andere Kle nttere, das Mondbild, starke Gerüche. Man wolle doch mehr, als bisher geschehen, auf diese Wetterzeichen achten, sie vergleichen und danach Vorsorge int Garten treffen. Sollte einmal durch umspringenden oder austrocknenden Wind die Luft nicht ihren Feuchttgkeits Sättigungspunkt erreichen, es daher nicht zum Regen kommen trotz der prophetischen Zeichen, dann ist's auch nicht schlimm, einige Arbeiten umsonst getan zu haben. Der beste Wetterprophet ist und bleibt die heimatliche Natur! Diese ausführliche Abhandlung steht Nattrr- und Gartenfreunden bereitwilligst zur Verfügung durch das Geschäftsamt des praktischen Ratgebers im Obst- und Gartenbau in Frankfurt a. O., welches die betreffende Nummer auf Wunsch kostenlos versendet.
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.Humoristische Ecke.
Aus dem Guckkasten, Berlin, SW 48, Friedlichste. 239. Abonnementspreis jährlich 8 Jt, für das Quartal (sechs Hefte) 2 Jt.
Aus einer Zeitung. Eine Equipage wird von einer Dame zu kaufen gesucht, die man von beiden Seiten aufklappen kann.
Eine kräftige Schlächtermamsell, die man auch zum Hacken, Füllen der Würste und Räuchern gebrauchen kann, wird gesucht.
Das Duell. Isidor Kräpeher hat in einem amerikanischen Duell die schwarze Kugel gezogen und soll sich nun binnen Jahresfrist erschießen. Drei Jahre nach jenem verhängnisvollen Duell begegnet chm sein damaliger Gegner tat Berliner Tiergarten. .Was," ruft dieser aus, »Sie haben sich trotz Ehrenwort nicht erschossen?* — „I wo werd ich nischt," erwidert gelassen Kräpeher, „ns natterlich hob ich mer erschossen, aber getroffen hob ich mer nlgt*
Vorsichtiger Transport. Schusterjunge: „Ick möchte vor zwee Jroschen Landleberwurscht!" Nachdem er das nach seiner Meinung etwas kurze Stück betrachtet hat: „Ach, Meester, schneiden Si« doch det-Ende nochmal in der Mitte durch. Ick komme sonst nid) mit durch die Ladeniür."
Schreckliche Drohung. Bettler (zur Hausfrau); „Was, nur einen Pfennig? Es wird noch soweit kommen, daß bei Ihnen überhaupt keiner mehr bettelt!"
Betrogene Hoffnung. Zwei Jungen schauen zn, wie im obersten Stockwerk eines Geschäftshauses eine mächtig große Scheibe eingesetzt tvird. Fritz trennt sich endlich von dem aufregenden Schauspiel mit den Worten: „Kumm, Schorsch, mer gehe heem, die lassen se doch nit falle!"
Augendiagnose. Kurpfuscher: „Ihnen fehlt'-; am Blinddarm." Patient: „Stimmt — js 'rausgeschnitten."
Vorsicht. Feuerwehrhauptmann (nach dem Brande): „9hm, Kinder, wie seid ihr denn so schnell in eure Kleider gekommen?" Die Kinder: ,D' Mlttta hat f' uns gestern abend glei' ang'- lass'n!"
Schlecht Geschäft. Hochstapler: „Auch unsereins hat seine Schicksale. Vor vier Wochen bin ich noch als Fürscht gereist, heute langt's kaum nff'n Baron!" j , -d
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Kurzer Getreidewochenberichi 4 der Preisberichtsstelle des Deutschen Landwirt- ’ schastsrats vom 24. bis 30. Mai 1910.
Der von den Eaatenstandsverhältnissen ausgehende Druck hat in der abgelaufenen Berichtswoche eine weitere Verschärfung erfahren. Besonders empfindliche Rückschläge wurde» von de» amerikanischen Börsen gemeldet, und auch Rußland ging trotz der Erklärung der Regierung, den Getreldehandel weiter zu unterstützen, neuerdings mit seinen Preisen herunter. Dem Beispiel Amerikas und Rußlands folgten auch die Übrigen Exportländer, namentlich Indien, dessen Weizenernte nach dem amtlichen Schlußbericht auf 9 535 000 Tonnen, also etwa 2 Millionen Tonnen höher als im Vorjahre geschätzt wird. Alles das hat in den Konsumländern die Zurückhaltung der Käufer nur noch erhöht, und die Unmöglichkeit, die Ware an den Konsum los zu werden, läßt die Besitzer immer wieder ihre Zuflucht zu Terminverkäufen nehmen. Das war in der Verichts- woche auch auf dem Berliner Lieferungsmarkte der Grund für die Preisrückgänge, von denen namentlich der Iunitermin betroffen wurde. Do» den zur An- bienung herangezogenen argentinischen und nordrussischen Partien erwies sich nicht alles als kontraktlich, die Folge davon war, daß mehrfach Mai gedeckt werden mußte, wodurch stch die Differenz zwischen Mai und Juli beträchtlich erweiterte. September hat nur wenig eingebüßt, da stch für diesen Termin zeitweise stärkeres Kauf- und Deckungsbedürfnis seitens der Provinz kundgab. Verhältnismäßig besser vermochte im allgemeinen Roggen seinen Preisstand zu behaupten. Zwar machte stch auch hier der Einfluß schwierigen Warenabsatzes empfindlich bemerkbar, aber zn den gedrückten Preisen fehlte es andererseits auch nicht an Deckungen, die dem Markte genügend Stütze boten, nm ein stärkeres Zurückweichen zn verhindern. Hafer wurde von der Provinz zu weiter. ermäßigten Preisen stark angeboten; eine vom Brot- qetreidemarkte ausoehende Erholung um die Mitte der Woche vermochte stch nur kurz zu behaupten und, schien stch Überhaupt nur auf bessere Qualitäten z« beziehen, während geringe und Mittelware andauernd »ernachlässtgt blieb. Ziemlich regelmäßig gestaltete sich der Verkehr nur in russischer Futtergerste für welchen Artikel Rußland ziemlich auf Preise hielt. Demgegenüber war Mais selbst zu reduzierten Preisen schwer verkäuflich.
Es stellten sich heute die Getreidepreise in Marl pro 1000 Äilogr. an den nachgenannten Orten, wobei daS Mehr (+) bezw. Weniger l—) gegenüber der Vorwoche in Klammern () beigefügt ist, wie folgt!
Weizen Roggen Hafer Berlin 203 (-8) 139 <-5) 162 (-3)
Leipzig 208 (-9) 146 (-6) 162 (-)
Hamburg 202 (-6) 145 (-10) 175 (+2)
Mannheim 202'/, (-10) 160 (-2'/,' 162% (-)
Frankfurt M 200 (-2*/,) 152»/, (-2«/,) 156 (-l‘fo
Kartoffelmarktbericht vom 11. April 1910 von der Preiseerichlstelle des Deutschen Landwirt»
Ichastsrats, Berlin W. 57. , ;
Für Kartoffeln in Wagenladungen von 10000 Kilogr.' ist bezahlt worden in Mark für 50 Kiloar.
Orte
Rote Daber
Rote Sorten
Dlagnum Bonum
Weiße ' runde ‘
Königsberg
J.OO-O.CC
1.80-0.0.
2.00-0.0
1.80—0. CO
Berlin
1.60—1.76
.30-1.3'
1.75—l.fcC
1.30-1.35
Stettin
1.20—1.4(
1.60-1 7k
120-0.00
Neisse
1.20—0.00
1.40-0.«
Lieqnitz
140-16
.10-1.21
60 - 170
1.20-1.30
Kreuzburg
1.00-1 V
1.00—1.1t
1.10-121
1.00-0.60
Haynau
140—0.C(
.60-0.01
1.40-0.00
Görlitz
1.50—1.60
L50-1.6C
1.50—16!
1.50-i.ec
Saqan
1,30-0.00
).00-0.((
'.30-0.00
Granjee
1.50-0.01
120-00.
1.50-0.CC
1.20-0.00
Magdeburg
1.15-00'
145-0C(
1.85—0.01
1.50-0.00
Hamburg
i.OO-C.Ct
<i5-o.a
Altona
2.20-oa
Dortmund
2.6V—ü.o.
2.00-0.00
Hagen i. W
1.25— ..4:
J.1C-0.00
Kempen
2.80-0.0.
3*5u—O.‘A
Rrefelö
ISO—2 5(
•
Söln
1 95-0.0C
:6)~o.0(
100-0.00
Plaidt
„.0)-0.0(
-.20—0.0t
1 20—0.00
SarlouiS
j.-O—0.00
2.10—0.00
Friedberg
1.60-1 7t
?.0C—
1.70 -1.85
Mannheim
3 00-0.01
Frankenthal
3.00-0.«
2.25-O.Ov
200-0.00
München
i.OO-O.OG
■
Regensburg
.CO-O.Ct
2.00-0X0
Verlegung
der landw. Verfnchsftation.
Im Laufe dieses Monats wird die landwirtschaftliche Versuchsstation von Marburg nach J
Harleshausen-Cassel i
verlegt.
vom 8. Juni ab find alle Zusendungen von Proben, Briefen usw. nach Harleshausen bei Taffes zu richten. >|
Adresse für Postsendung-: Harleshausen 6. Cassel. ■ Adresse fix Bahnsendungen: Station Tassel-U. ij
Verantwortlich für die Redaktion: J Dk. phil. Tarl Hitzeroth in Marburg J