LandmrlMWlhe Geilage
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Oberhtsslschcn Zeitung in Marburg. . Io* 9 Sonnlag, den 20. März ^.tlO
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Lundwirts^aftliche Mitteilungen aus der Umgegend.
--- Calvenr, im Februar. In der letzten Rümmer des Raisjeiscuboien wird folgender Fall geschildert: Ein Landwirt will sein Gut verkaufen, um in die Stadt zu ziehen. Er fordert für das Kni 75 000 Jl, wechc Summe der in dem Ort be= stebende Raiffeisen Verein für sich hoch hielt, er schätzte das Gut auf nur 50—60 000 JL Später hörte man, daß der Besitzer das Gut für 45 00E JL an einen Gitterhändler verkaufen wollte. Wenn das wirklich wahr ist, woran man nach dem Wortlaut des Raifkeisrnbotcn nicht zweifeln kann, so kann man da wohl mit Recht fragen: Wie nennt man einen Men selten, welcher für sein Gut 75000 M fordert, 60 000 Jt erhalten kann und 45 000 M nimmt? —. Doch das nur nebensächlich, dem Menschen sein Wille ist bekanntlich sein Himmtt reich In letzter Stunde lauste dann ein junger Laichwirt das Gut für 45 000 jH. Der Raiffeisen-Verein übernahm, wie geschrieben wird, die erste Hypothek mst 35 000 JL. Wenn der junge Mann außer dieser ersten Hypothek noch eine weitere aufneh men mußte, so fragt man Och doch unwillkürlich, ja, wie viel Geld hat denn dieser angehende Gutsbesitzer eigentlich zum Ankauf des Gutes gehabt? — Aber auch angenommen, er hat 10 000 JL Vermögen und das Güt wäre verhältnismäßig billig gekauft, ist es da wohl nicht etwas unvorsichtig ge- handett, dem jungen Mann mit .35 000 .Ä Helsen zu wollen? Der Raifteisenverein kann die 35 000 JL nicht verlieren. Wohl aber der hingt Anfänger seine 10 000 JL. Hätte der Verein wobl nicht bester getan, das Gut zu kaufen und unter seine Mttgsie- der zu verteilen, als den jungen Mann zu dein Kauf zu veranlaffen? Es ist irreführend und es müßten ja auch geradezu glänzende Berhältniffe in unserem landwirtschaftlichen Gewerbe herrschen, wenn man mit 10 000 JL Anlagekapital ein Gut mst einem Verkaufswerte von 45 000 JL kaufen, und, was doch die Hauptsache ist. mit Vorteil bewirtschaften ünnte. — Das ist ja gerade der große Fehler, in welchen so viele fnnge Anfänger verfallen, mit zu wenig Kapital ausgerüstet, kaufen sie große Güter, welche wohl den V »r k a u f tz- wert haben, aber nicht den entsprechenden E r - iragswert, denn zwischen beiden ist ein himmelweiter Unterschied. Die Sache macht sich eine zeitlang ganz gut, der junge Gutsbesitzer fühlt sich, manchmal stellt sich auch die erwartete junge reiche Frau em und erlöst ibn von vielen Uebeln. Ist das aber nicht der Fall, treten dafür einige Mißernten ein, dazu noch allerlei Unglück im Viehstall, so steht die Sache wesentlich anders aus. Der An- tanger quält sich einige Jahre rum, schimpft ans die schlechten Zeiten und das Ende vom Liede ist, daß entern Geld los wird, oder wie Onkel Bräflg sagt: „Und da ist er denn kopphäster gegangen,.
= Wolfshaufen, im Februar. Am 10. Febr. hielt Herr Obstbautechnik« Rübeling hi« einen Unterweisungskursus für Gemeindebaumwärter und Obstbaumfreunde ab. D« Unterricht be- fchränkte sich im Blick auf das Frühjahr und in Hinsicht der zu pflanzenden Obstsorten auf Unterweisung bi der Sortenkenntnis und Auswahl eines Normalfortiments, dem sich ein praktischer An- sthauungs-Unterricht im Formobstschnitt anschloß. Die engere Auswahl von Obstsorte durch den Obst- Dnnverein für den Regbez. Cassel, welche sich zu Mastenpflanzungen eignen, wurde tm Bilde ge- yeigt und Beobachtungen ausgetaufcht; auch die Guten Lokalsorten wurden gestreift. Leider hätte •er Besuch etwas reger fehl dürfen. Im Blick darauf, daß heute der Bau« alle Hebel ht Bewegung W setzen und alle Sehnen straff anzuspannen hat nut den Anforderungen die an ihn gestellt werden gerecht zu werden, ist es leid« zu bcbrisern, daß der Bedeutung des Obstbaues nicht mehr Ausmerk (entfett zugewandt wird, wie es meines Erachtens erwünscht wäre. Einsend« kennt einige Freunde, welche vor wenig Jahren noch ihren Bedarf an Obst kanfen mußten, während sie heute ein nettes kümmchen für Tafelobst einnehmen, wogegen andere, welche wenig g^flanzt und vergelt und fein Jntereffe für die Sache zeigen, nichts haben. Und doch ist uns« Heffenland mit feinen Dörfern hinter Obstbäumen versteckt, seinen sonnigen Süd- abhüngen als eine Goldgrube für den Obstbau zu betrachten. Und wie wird g«ade hessisches Obst ht den Industriell ezirken Westfalens gern gekauft! Es ist ja heute nicht mehr nötig, daß der Landesherr ein Gesetz erläßt, wonach jeder junge Ehemann eine Anzahl Obstbäume zu Pflanzen hat. Gepflanzt wird wohl genug. Ab« das ist eS ja
eben, was wir unfern Obstbauvereinen und Wanderlehrern (die uns praktischen Anschauungsunterricht geben) zu verdanken haben, daß sie unermüdlich ausflärend und belehrend gewirkt haben für Aklimatisierung bewährter, reichtragend« Tafel- und «irtschaftsforten, für rationellen Schnitt und Pflege und die neueren Veredelungsarte«. Was ,. B. die Kenntnis der Sorten anbelangt, so mag ein Beispiel beweisen, was gerade die Aufllärung pekuniären Wert für den Bauer hat. Wir hatten in unsrer Gemarkung einige „Grafenstein«'. Dieser Apfel wurde wegen seines häßlichen Geschmackes allgemein für einen Sützapfel gehalten. Das Aroma wurde nicht beachtet. Nachdem man über den Werl dieses Apfels ab« Kenntnis hatte, wurden dieselben alljährlich jetzt gut verkauft und ein Ansehnliches dafür gelöst So ist es mit mancher andern Sorte geworden, die vorher unbekannt war. Auch wurde nun drauflos veredelt und manche Gemeinde weiß von einem Mehrerlös zu reden; ich weiß eine Gemeinde, welche gerade in dem Obstjahr 1908 einen Erlös batte wie noch nie. Und das hatte sie gerade den guten neueren Tafelobstsorten zu danken. Darum mehr Jnteresie für diesen Zweig der Landwirtschaft der den Wohlstand besser gestalten hilft! — Helfe ein Jeder daran mit, daß die 100 Millionen JL. welche alljährlich für Obst- und Kunftwein ins Ausland wandern, dem Vaterland erhalten bleiben.
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Landwirtschaftliches aus den Kolonien D« erste Bericht b« Lehrfarm für junge Mädchen in Südweft.
Frau Helene von Falkenhausen, die vormalige Leiterin der Kolonialschule Witzenhausen, hat in Brackwater, eine halbe Stunde mit dem Zuge von Windhuk entfernt, eine Lehrfarm für junge Mädchen best«er Stände eingerichtet; wir haben ihr Unternehmen wiederholt und gern unterstützt. Frau von Falkenhausen sendet uns nun ihren er- sten Tätigkeitsbericht. Das Gouvernement hatte ihr in Brackwater bei Winlchnk einen Platz von 1500 Hektar zur Verfügung gestellt, auf dem sie ein kleines HauS mit drei Räumen vorfand. Da bi« Wochen nach ihrem Eintreffen bereits die «sten Elevinnen kamen, wurde schnell an die Vergrößerung des Hausetz gegangen. Der Anbau nahm aber Monate in Anspruch, so daß die ersten jungen Damen tm Zelte kampieren mußten, waS ab« mit groß« Freude von ihnen begrüßt wurde. Das Haus ist im Rovemb« fertig geworden; eS eitthält die notwendigeu Wirtschaftsräume und Platz für sechs Elevinnen. Bade und Waschkücheinrichtung befinden sich in einem kleinen Haufe bei der Forststation Brackwater, Ställe zur Einrichtung größerer Geflügelzucht. Schweinestall, Werkstätte mit vollständig« Tifchlereinrichtung, ferner Schrotmühle, Knochenmühle, Zentrifuge sind in einem Nebengebäude unweit de- Wohnhauses uuterge bracht. Drei junge Damen, die sich Frau von Falkenhausen bei der Ausreise anschloffen, haben bald nach Ankunft Stellungen angenommen, die sich fehl günstig boten. Eine Dame ist Gesellschafterin bei Fran Major Maerk«, die zwette ist Farmgehilfin und vertritt zugleich Mutterstelle bei Halbwaisen, die dritte ist als Stütze in einer Arztfamilie tätig. Sie «halten monatlich 65—150 JL bei freier Station. Eine Werte Dame ist von d« Regierung in Keetmannshoop angestellt; sie «hält jetzt Tagegeld« von 8—10 Jl; ihr Gehctft steigt bis 3000 JL. Am 22. September trafen die ersten Elevinnen ein; sie haben alle bereits die Lehrfarm verlassen. D« Kursus soll zwar sechs Monate dauer»; Ne Angebote kamen ab« so überreichlich und zum Teil dringend, daß die Lehr zett verkürzt werden mußte. Wie Oberlehr« Zedlitz, Rektor ber Regierungs schule ht Windhuk, der Frau von Falkenhaufen versicherte, ist für Lehrerinnen eine Anstellung ht Windhuk nicht schwer zu erreichen. Das Gehalt beträgt etwa 4000 JL, außerdem freie Dienstwohnung, Bambusen (schwarze Dien«) und Pensionsberechtigung. Von den jungen Damen ist geklagt worden, daß die Aufbringung ber Unkosten (etwa 2500 JL) schwer ist. Die jungen Mädchen dienenden Standes, welche d« Frauenbund nach Südwestafrika schickt, erhalten durch Unterstützungen und das Uebereinkommen mtt d« Woermannlinie freie Ueberfahrt. Da sich ab« auch für gebildete Mädchen eine große Zahl von Stellungen ht Südwestafrika bietet, diese Mädchen sich auch viel beff« bewähren und besonders ht ihrem Verkehr mtt den Eingeborenen nicht solche Schwierigkeiten eintreten, wie es bei den Dienstmädchen so häufig der Fall ist, so «geht d« Ruf, es möchten auch für die Ueberfledelung gebildet« Mädchen nach Südwestafrika ht Deutschland Beihilfen aufgebracht wer
den. Im Jntereffe der guten Sache hat Seine Hohe» d« H«zog Johann Albrech von Mecklenburg von Fall zu Fall eine Beihttse von 150 Jl ht Aussicht gestellt; wir können die Bitte b« Frau von Falkenhausen, daß weit«e Kolonialfreunde diesem edlen Beispiel folgen möchten, nur bestens unterstützen. Die schriftliche Vermittelung mtt der Lehrfarm von Deutschland auS haben übernommen: Fräulein von Kortzseisch (Reifenstein bei Birkungen, Eichsseld), Fräulein Kotzebue (Eisenach, Karthäuserstraße) und Frau Hauptmann Breh« (Ludwigsburg, Württemberg). Die Farm hat gegenwärtig einen Bestand von 20 Rindern und 70 Stück Kleinvieh wie Esel, Schweine und Geflügel. Alle Zweige d« Viehwirtfchaft. die Küche, Butter- und Käfeberettung werden abwechselnd von den jungen Mädchen besorgt, die jede einige Klipvkaffern zur Verfügung hoben.
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Obst- und Gartenbau.
Ist das Beschneiden der Obstbäume gut od« nicht?
Tiefe Frage wird in den einschlägigen Zeitschriften immer wieder diskutiert. Während nun auf der einen Seite das Beschneiden als notwendig angesehen wird, wird es auf der anderen als schädlich verworfen. Vor einiger Zeit wurde von Versuchen eines Herzogs berichtet, deren Resultat dem Beschneiden durchaus nicht günstig ist. Danach haben die beschnittenen Bäume an Ertragsfähigkeit eingebützt, wahrend von anderen Versuchen das entgegengesetzte Resultat berichtet wird. Folgender kleine V«such läßt den Einfluß des Beschneidens, wenigstens für die betreffende Sorte, deutlich erkennen. Es handelt sich um zwei Hasenkopfbäume von gleichem Alter. Der eine wurde sehr beschnitten, der ander« gar nicht. Die Folgen zeigten sich im Herbst. Die Ertragfähigkeit des beschnittenen Baumes stand wohl hinter der des nicht beschnittenen etwas zurück, doch waren die Aepsel dafür bebeuteiti) größer als die des anderen. Der Versuch wurde weiter ausgedehnt. Während der eine Baum immer mehr beschnitten wurde — starke Aeste sielen der Säge zum Opfer — konnte der andere wachsen, wie er wollte. Resultat: viel, aber Heine und verkrüppelte Früchte von dem unbeschnittenen Baume, bedeutend grö- ßere doch weniger Fruchte von dem beschnittenen. Diese großen Aepfel hatten ab« den Nachteil, daß sich um ihr umfangreiches Gehäuse ein breiter Wasserrand befand, bet ihre Dauerhaftigkeit beeinträchtigte. — Die Lehre, welche feber Obstzucht« aus dem angestellten Versuch ziehen kann, ich einfach: ein rationelles Beschneiden der Obstbaume ist zur Erzielung gesunden und gut entwickelten Obstes durchaus notwendig, ab« das Beschneiden darf sich im allgemeinen nur auf da» Reisig und Sprötzlinge und nicht auf starke Aeste erstrecken. •
Landes Obst- und Gartenbau Ausstellung ht Frankfurt a. 9t.
Die Vorarbeiten für die seitens des Nassauischen Landes-Obst- und Gartenbauvereins in der Zeit vom 7. bis 16. Oktober in der Festhalle zu Frankfurt a. M. geplanten Landes Ausstellung sind bereits in vollem Gange. Auß« dem Obstbau und der Obstverwertung — den Hauptteilen d« Ausstellung — werden vertreten fein: Baumschulerzeugnisse, Gemüsebau, Topfpflanzenkultur und Dekoration. Die großen Räumlichkeiten der Festhalle lasten auch die Doc- führunq von Maschinen, Geräten und sonstigen Utensilien für den gesamten Obst- und Gartenbau, sowie der verwandten Gebiete zu. Mährend die Vorführung der Erzeugniste des Obst- und Gartenbaues nur auf die Einwohner des Regierungsbezirks Wiesbaden beschränkt bleibt, kann sich an der Abteilung Industrie (Maschinen, Apparate und sonstige Utensilien) jede Firma des In- und Auslandes beteiligen. In ber nächsten Zeit wird bereits ein vorläufiges Programm herausgegeben werden das Interessenten unentgeltlich von der Geschäftsstelle der Ausstellung zur Verfügung gestellt wird. Diese ist dem Königlichen Garteninspektor E. Junge fit Geisenheim a. Rh. übertragen.
Die Behandlung hartschalig« Samen.
Von Katt Orllepp ht Gotha.
Um hartschalige Sarnen, die oft lange siegen, bis sie keimen, schnell« zum Aufgehen zu bringen, werden verschiedene Methoden, so z. B. Anfeilen der Samen oder Behandlung berfeiben mtt Köl- nerwass«, Scmerfleesalz tt a. angewendet. Da ab« das Anfeilen ob« Ausschneiden besonders bei fichten Samen sehr schwierig, zeitraubend und auch die Anwendung b« gen. giftigen Stoffe nicht
so angenehm ist, ziehe ich statt beffen Behandlung mit heißem unb bann mit kaltem Wasser vor Mau binbet zu biefem Zwecke bie Samen ht eht mög-, sichst dünnes Tuch, am besten Gaze, und zwar nicht viele zusammen, damit das Wasser um so bester zwischen die einzelnen Samen eindringt. Hinauf werden sie mtt biefem Tuche zuerst ht kochendes ober doch fast am Kochen befindliches Waffer, ungefähr 1 Minute, je nach der Dicke d« Schale und ber Menge ber im Tuche zusannnenlieaenden ©amen eingetaucht und danach sofott in eht daneben stehendes Gefäß mtt möglichst kasiem Waffer gebracht, und hettn einige Minuten gelassen. Das nach dem Eintauchen ins kalte Wasser Hörbake leise Knacken geigt uns, daß die Schale des Samen Sprünge «hält. Durch diese Sprünge bringt bann nach bem sofott vorzunehmenden Säen bie Erdfrucht! gleit leicht ein und ein rasches, gleichmäßiges Aufgehen ist gesichett. Während sonst bie Samen ber neuholländischen Akazien oft Mcnate siegen, ohne zu feinten, gehen sie nach dieser Behandkmg schon nach 5—8 Tagen auf. Damit das Waffer alle Samen ordentlich umspült, ist zu empfehlen, sie fowohl tm heißen als bann auch im kalten Wasser durcheinander zu rütteln, was durch ein HA; r cheu geschehen tarnt.
Lasten sich Weinstöcke Vtrebdn ?
ES gibt noch immer eine Menge Weinstöcke, deren Trauben ht schlechten Sommern nicht reis werden ober die sonst schlechte Eigenschaften zeigen. Wollte man solche Stöcke aushauen und anders ' bessere Sotten an ihre Stelle Pflanzen, es würben Jahre vergehen. Da taucht denn die Frage auf: Lassen sich solche Weinstöcke nicht ähnsich Wie schlechte Obst bäume mtt besseren Gatten veredeln? Leicht ist eS nicht, aber e» geht. Der praktische Ratgeb« bringt eine Abhandlung battiber. Danach besteht da« ganze Geheimnis darin, baß bie «er* edelung möglichst nahe am Boden erfolgt tmt alles mtt fein« Erde bedeckt wird. — Bre sich für bitte Sache interessiert, kann sich die betreffenbe Nummer vom GttchäftSamt des praktischen Rat* gebet? tm Obst- und Gartenbau in Frankfurt a. CL gratis unb franko schicken lassen.
Hebet BkumendSngung.
Die leicht löslichen Nährstoffe find btt bei geringen Erdmenge, bie unseren Topfpflanzen zur Verfügung steht, bald verbraucht. Mehrmaliges Umsetzen würde aber die Pflanzen ist ihr« Entwickelung mehr stören als ihnen Nutzen bringen. Es ist daher sehr zu empfehlen, alle Topfpflanzen rttchlich zu düngen. Wenn die (Erbe nicht sehr nahrhaft ist ober die betreffenden Pflanzen besonders viel Nährstoffe ge» brauchen, wie z. B. Fuchsien und Knollenbegonien, so ist es ratsam, gleich eine Borrats- dünqung unter die Erde zu mischen. Für Zimmer- und Balkonpflanzen kommen natürfich nur fast oder ganz geruchlose Stoffe in Frage. Es wird vielfach nur Hornmehl fiienu verwendet: man nimmt aber auch eine Mischung von 6 Gramm Hornmehl und 3 Gramm Thomasmehl, od« 2 bis 3 Gramm Doklches Nährsalz Nr. 3, 4 und 5, auch Wagneriches Nährsalz ob« Wagners Blumendünger für einen Ist Cent, großen Topf. Man kann derartige Dünge, mittel auch unter die Erde derjenigen Pflanzen mischen, die nicht mngetopst werden. Die Oberfläche der Erde wird dann mir oelockert unb das aufgestreute Salz — in diesem Fall genügen die halben Portionen — damit vermengt. Danach begießt man mit temperiertem Wasser. Bei den Pflanzen, denen keine Dorratsdüngung aeaeben wurde, ist, sobasi» fich die Gewächse vom Umsetzen erbolt' haben und zu treiben beginnen, mit Nährsalzlösung, 1 bis 2 Gramm pro Liter Wasser zu gießen; bei sehr empfindlichen genügen V> od« i/< Gramm Näbrsafizuiatz. Ungefähr 4 bis 6 Wochen nach dem Umfetzen ist bei Borratsdüngung der Pflanzen erst mtt Nähr- salzgießunqen anzufangen. Je nach ber Arider Pflanze gießt man; alle 8 bis 14 Tae bei statt treibenden, t B. bei Fuchsien und Knollenbegonien. oder im Zwffchenraum von 4 bis 8 Wochest bei Blattbegonien und Palmen. Doßiches oder Wagn«fches Nährsalz wird viel verwendet. Kommt e$ nur auf Üppige Blattontwickelung der Pflanzen an, so kann man auch bainriWn ab und zu nur Stickstoffdünaer. z. B. Ebilisal- peter, 1 Gramm pro Liter Wasser anwenden. — Orchideen und Kakteen find so empfindlich, daß für sie ein möglichst reines Nährfalz und nur schwach. 14 bis % Gramm, verwendet werdest § darf, für die «sten z. B. Hauptfche Orchidee», Mischung, für Kakteen die genannten NährsaqO- außer Voßschem Nr. 5. Bei den übrigen glanze» ist man mehr davon abgekommen, möglichst rerna I Näbrsalze zu verwenden. Man fährt Mit