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mtt oem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" und ^Landwirtschaftliche Beilaae".

Jfä 301

DieLberheffische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Ter Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.26 <X lohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 <* frei in8 Haus. (Für unver­langt zuge)andte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck und Verlag der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch lInh: Dr. C. Hitzeroth), Markt 21. Telephon 55.

Marburg

Dienstag, 24. Dezember

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17. Jahrg.

1912.

Erstes Blatt.

Die Lage.

Die Botschafterkonferenz

hat einen vorläufigen Erfolg gezeitigt. Wie nämlich eine offizielle Reutermeldung besagt, empfehlen die Botschafter daß Albanien autonom werde mit der Stipulation, daß Serbien einen Handelszugang zum Adriatischen Meere garantiert erhalte. Die sechs Regierungen unterzeichneten die­sen doppelten Vorschlag im Prinzip. Diesen Vorschlägen der Bot­schafter stimmte, wie die Agence Hamas erfährt, die serbische Re­gierung zu. Der Londoner Sonderberichterstatter desTernps" glaubt nachstehende Ergänzungen zu der amtlichen Mitteilung über die Beschlüsse der Botschafterkonferenzen melden zu können. Albanien werde autonom, unabhängig und neutralisiert unter der Oberaufsicht der Mächte. Serbien werde an der albanischen Küste einen Hafen wählen können, der ihm als Handelszugang zum Meere dienen werde und der Schutz der diesen Hafen mit Serbien verbindenden Eisenbahn, welche gleichfalls neutral sein werde, werde einer internationalen Gendarmerie anvertrant werden. Die den Zuzug zu den Dardanellen beherrschenden Inseln werden unter die Oberhoheit des Sultans gestellt würden jedoch neutrali­siert. Die Botschafter seien zwar überzeugt, datz die von ihnen ge­faßten Beschlüffe geeignet seien, die europäischen Lage beträchtlich zu entspannen, verhehlten sich jedoch nicht, daß dieselben mit Zu­rückhaltung ausgenommen werden müßen, angesichts der in der Balkankcnferenz immer mehr zutage tretenden Schwierigkeiten.

London, 21. Dez. Die Zeitungen bewillkommnen das Com- muniquS über die Botschafter-Konferenz. DieTimes" schreibt: Die Vorschläge der Botschafter enthalten nach unserer Meinung die einzig mögliche Losung der Probleme, die mit Schwierigkeiten Lbersär sind. Die genauen Einzelheiten kommen für den Augen­blick nicht inbetracht. Wir dürfen aber als sicher o^nebmen, datz diese Ankündigung wenigstens im Prinzip über die wichtigeren praktischen Details sowie die Ausdehnung der Grenzen des neuen albanestschen Staates und die Uebereinstimmung erreicht hätten. Daily Ehronicle" sagt: Die europäische Divl^matte bat etwas erreicht, was eine der besten Vorbedeutungen für die Lösung ande­rer Probleme, die noch ausstehen, ist. Eine Teilung Albaniens und seine Unterwerfung unter slawische Herrschaft würde nicht nur einen großen Fehler und eien große Ungerechtigkeit, sondern auch eine Quelle dauernder Unruhen auf dem Balkan gewesen sein.

Wien, 22. Dez. DasFremdenblatt" schreibt: Die auf der Botschafter-Rsunion zutage geteretene einmütige Tendenz aller Mächte, alle weiteren Komplikationen hintanzuhalten, ist zweifel­los eine Tatsache, die mit Genugtuung konstatiert zu werden ver­dient. Die Tatsache, datz die Botschafter-Räunion dem Standpunkte Oesterreichs betreffend die Autonomie Albaniens und dem serbi­schen Adriahafen zustimmte, beweist wohl am besten, wie sehr die Auffasiung Oesterreichs gerechtfertigt war. Wenn auch die Rege­lung der übrigen heiklen Fragen noch Schwierigkeiten in sich birgt, darf wohl die Erwartung als nicht unbegründet bezeichnet werden, datz sich die Botschafter-Röunion auch dieser nicht leichten Aufgabe gewachsen erweisen wird.

Berlin, 2. Okt. DieNorddeutsche Allgem. Ztg." schreibt in ihrer Wochenrundschau:Was über das vorläufige Ergebnis der Londoner Botschafterversammlung öffentlich mirgeteilt werden konnte, rechtfertigt die Erwartungen, mit denen man der unter dem Vorsatz von 'Sir Edward Grey abgehaltenen europäischen Be­ratung entgegengesehen hat. Schon nach den bisherigen Ein­drücken darf ausgesprochen werden, datz es ein guter Gedanke war, die Vertreter der Großmächte an der Themse mit dem britischen Minister des Mentzern zu einer Aussprache zusammentreten zu lasten. Ihre Wirkung wird für den Ausgleich der österreichisch- serbischen Spannung nützlich sein. Die Konferenz zur Feststellung des Friedensvertrages zwischen der Türkei und den Balkanstaaten mag noch Schwierigkeiten zu überwinden haben, ehe die Verhand­lungen lebhafter in Fluß kommen. Zu Voraussagen über ein posi­tives oder negatives Ergebnis der Konferenz fehlt bisher die Grundlage."

Die Friedensverhandlungen.

London, 21. Dez. Das Reutersche B:reau erfährt: Trotz der von den türkischen Delegierten verursachten Verzögerungen war die heutige Konferenz von dem freundschaftlichen Geiste be­herrscht. Die Delegierten der verbündeten Balkanstaaten wünschen lebhaft zu ernsthaften Unterhandlungen zu gelangen und in der heutigen Sitzung ließ man deutlich hören, datz das Aufschieben auf­hören müße. Der griechische Ministerpräsident Veniselos sagte, daß die Delegierten jetzt schon zehn Tage in London waren, ohne Fortschritte zu machen. Ein anderer betonte die Notwendigkeit des praktischen Handelns. Die Mitglieder der Mission der Val- kanstaaten, die von dem Vertreter des Reuterschen Bureaus be­fragt wurden, drückten ihre große Genugtuung über das Ergebnis der Botschafterkonferenz aus cknd sprachen die Hoffnung aus, daß die Friedenskonferenz auch so große Fortschritte machen möge. Abends waren die Delegierten bedeutend optimistischer gestimmt.

London, 21. Dez. Wie das Reuterbureau erfährt, ist der Beirat der Pforte Abro Effendi, der Ueberbrinaer der Instruk­tionen über die Frage der Teilnahme der griechischen Delegierten an der Friedenskonferenz und über die Frage der neuerlichen Ver­proviantierung AdrianopÄs gestern abend in London eingetroffen.

Wieder eine Rede Poincar^s.

Der französische Ministerpräsident Poincars hat wieder ein­mal in der Kammer einige Ausführungen über die internationale Lage gemacht. Er erklärte, er sei vor der Kammer zu ebenso gro­ßer Zurückhaltung verpflichtet, wie vor der Kommission für aus­wärtige Angeelgenheiten. Er wiederholte ausführlich, wie die Komplikationen am Balkan unvermeidlich wurden, zählte noch­mals die Ereigniste der letzten Monate auf und wies wieder auf die Interventionen hin, die unternommen wurden, damit der Friede nicht gestört werde. In einem längeren Rückblick hob Poin- cars das voll ständige Einvernehmen zwischen Frankreich, Rutz land und England hervor und er­innerte daran, daß Oesterreich-Ungarn seit November klar und deutlich zu verstehen gegeben habe, daß es keine territorialen Ab­sichten verfolge. Sodann kam der Ministerpräsident auf die Initia­tive Englands in der Berufung der Botschafterkonferenz zu spre­chen, sowie auf die Beschlüße, die diese bereits gefaßt habe, nament­lich über die Frage des Adriahafens. PoincarS erklärte ferner, er sei überzeugt, daß Serbien sich diesem Standpunkt anschließen werde. Nach der Rede Poicaräs ergriff der Radikale Deloncle das Wort und beglückwünschte den Ministerpräsidenten zu der Rede und der Energie seiner Politik. Redner erkannte sodann die loyale Haltung des Grafen Verchtold an und fuhr fort: In Europa gibt es einen Mann, dessen Friedensliebe eine feste Bürgschaft für die Aufrechterhaltung des Friedens biete: das ist der deutsche Kaiser. Was Albanien anlangt, so freue er sich, daß diesem Land, welches er aus eigener Anschauung kenne, die Autonomie gewährt werde und datz der Erste, der diesen Gedanken gehabt habe, Poincarö gewesen sei.

Die Feindseligkeiten.

Von griechischer Seite wird amtlich erklärt, datz die Armee am Epirus in den letzten drei Tagen die Angriffe der Türken zu- rückschlug. Es wurden erhebliche Verstärkungen von griechischer Seite abgeschickt, um die Einnahme Janinas herbeizuführen. Dem­gegenüber behauptet ein ebenfalls amtliches Telegramm des Kom­mandanten der Westarmee, daß die Türken nach fünftägigem blutt- gem Kampfe bei Janina die Griechen zurückgeschlagen, am andern Morgen das Defilä von Manolakis überschritten hätten und er­folgreich in der Richtung auf Laurath vorgerückt wären. Die feind­lichen Streitkräfte seien zerstreut und der Sieg sei errungen.

Athen, 22. Dez. Nach Mitteilung des Kriegsministers be­setzte ein Teil der griechischen Armee unter dem Befehl des Gene­rals Damianos am 19. Dezember nach einem Kampfe Eoritza. Drei Divisionen des Generals rückten auf drei Straßen vor und schlugen die türkische Armee nach dem Süden zurück.

N j e k a, 22. Dez. Der Kommandant von Skutari unternimmt noch zeitweilig Ausfälle gegen die Montenegriner, die sich darauf beschränken, die Angriffe zurückzuweisen. In den letzten Tagen wurden mehrere montenegrinische Bataillone in die Heimat ent­laßen, angeblich auf kurze Zeit.

Paris, 21. Dez. Aus Athen wird gemeldet: Nach einem Telegramm aus Mytilene haben die griechischen Truppen die Tür­ken aus den Dörfern Achirona und Klapadis vertrieben und diese Ortschaften besetzt. Ferner wird aus Athen gemeldet, daß die grie­chischen Truppen den Rest der türkischen Armee von Monastir aus Vigisa vertrieben und sie gezwungen haben, sich nach Norden zu­rückzuziehen.

Athen, 22. Dez. Der Marineminister erhielt gestern aus Chios die drahtliche Mitteilung, daß sich die türkischen Truppen auf Mytilene den Griechen eraeben haben, und datz 1<UO türkische Gefangene in dem Hafen von Molivo eingeschifft worden sind.

A t h e n, 22. Dez. Die türkische Flotte lief heute aus den Dar­danellen aus. Ihre Torvedobote lombardierten Tenedos.

Die Angelegenheit Prohaska.

W i e n, 21. Dez. Um den im Zusammenhänge mit der Affäre Prohaska in den inländischen und ausländischen Zeitungen er­hobenen Vorwürfen entgegenzutreten und festzustellen, welchen Faktoren die Schuld an der wochenlangen Ungewißheit und der Erregung der Oeffentlichkeit bezurneßen ist, betont das ..Fremden­blatt", daß die große Erregung dadurch entstanden sei, daß die Ent­sendung eines Spezialdelegierten zur Durchführung der Unter- üchung Schwierigkeiten in den Weg gelegt wurden. D»e Erregung konnte das Ministerium des Aeußern umsoweniger beschwichtigen, als es selbst keine Gewißheit über das Schicksal Prohaskas besaß. Sobald die Mission des Konsuls Edl zu Stande gekommen war, wurde die Oeffentlichkeit über das Wohlbefinden Prohaskas ver- tändigt. Gleichzeitig stellte man Mitteilungen über das völker­rechtliche Moment in Aussicht. Daraus ging hervor, schreibt das Blatt, deutlich die Absicht hervor, die Angelegenheit von der ob- cktivsten und minutiösesten Seite zu behandeln, um das notwen­dige diplomatische Einschreiten auf absolut unangreifbares Tat- achenmaterial zu stützen, um dieses im gegebenen Augenblick der Oeffentlichkeit vorlegen zu können. Das Fremdenblatt wendet sich dann gegen die dreiste Lügenerfindung, daß die in der Zwischen­zeit aufgetauchten phantastischen Gerüchte über Prohaska von amt­lichen Stellen ausgegangen sei sowie gegen die plumpe und ten­denziöse Mache, die die gegenwärtige wirtschaftliche Depression mit der Prohaska-Affäre in Zusammenhang bringe. Endlich erklärt dasFremdenblatt", daß der Versuch, im Zusammenhänge mit der Prohaska-Affäre Gegensätze zwischen der Leitung und den Un­terabteilungen des Auswärtigen Amtes zu konstruieren, jeder Grundlage entbehre.

Budapest, 21. Dez. Der Pester Lloyd stellt in der Ange- elgenheit des onsuls Prohaska fest, daß Aufklärungen nicht früher

I erteilt werden könnten, da die Sperre des telegraphischen Verkehr» von der serbischen Regierung erst beim Eintreffen des Konsuls Edl I in Ueskiib aufgehoben wurde. Das Blatt schreibt weiter: Es ist I unerfindlich, wie man die Aufregung über die Affäre auf das I Schuldkonto des Wiener Auswärtigen Amts fetzen kann. Wenn I man in Wien aus der Prohaska-Affäre hatte Kapital schlagen mol« I len, wie von Lberwollender Seite nachträglich behauptet worden I ist, so hätte man sich überhaupt in keine Untersuchung des Falles I eingelassen, sondern man würde in ganz anderer Weise eingeschrit- I ten und unter den Großmächten, denen trotz politischer Gegensätze I das Eemeingefühl nie abhanden gekommen ist, daß ihre amtlichen I Vertreter im Auslande geschützt werden, würde keine einzige der I Monarchie die äußerste Strenge in einem solchen Falle verübelt I haben.

| Belgrad, 21. Dez. Ministerpräsident Pasttsch hat, um das I Bestreben neuerlich kundzutun, daß die serbische Reaierung di« I friedliche Austragung der schwebenden Fragen ernstlich wünscht, I heute nachmittag aus eigener Jntitiative den österreichisch-ungari. I schen Gesandten von Ugron ausgesucht und ihn das aufrichtigst« Bedauern der serbischen Regierung über die Mißgriffe einzelner militärischer Organe in der Angelegenheit des österreia-.^--unga­rischen Konsuls in Prizrend Prohaska ausgesprochen. Hiermit kann diese Angelegenheit als in befriedigender Weise beigelegt be­trachtet werden.

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Die Nationalfluaivende.

Unter dem Vorsitz des Prinzen Heinrich fand am Sonnabend im Rrichstagsgebäude die koftituierende Sitzung des Kuratoriums der Na, tionalflugfpende statt. Prinz Heinrich eröffnete die Sitzung mit einet | Begrüßung der Anwesenden und Worten des Dankes für die Spender, die aus allen Teilen des deutschen Volkes sich zusammensetzten, sowi« für den Staatssekretär a. D. Grafen Posadowsky und deßen Mitarbeiten Ministerialdirektor Lewald sprach im Auftrage des von seiner Münchner Reife noch nicht zurückgekehrten Staatssekretärs Dr. Delbrück, den Dank des Reichsamts des Innern für die Tätigkeit des Reichskomitees und den dadurch gezeittgten Erfolg aus. Dieser Erfolg habe im Inland tiefen Eindruck hervorgerufen und auch beim Ausiano werde der Eindruck nicht geringer fein, wenn es sehe, daß an allem, was der Ertüchtigung und Mehrhaftmachung des Volkes zu gute komme, alle Kreise des deutsche» Volkes mitarbeiteten. Das Hauptverdienst an dem Fortgang der Arbei­ten des Reichskomitees gebühre dem Prinzen Heinrich, dem Lewald Namens des Staatssekretärs Dank sagte. Hieraus legte der Schatzmeistei Herr v. Mendelssohn das bereits in der Oeffentlichkeit bekannte Ergebnis der Sammlung dar, nach dem bisher rund 7 Millionen Mark gesammelk sind. Davon liegt der Verwendungszweck von rund 2 Millionen Mark durch Bestimmung der Spender fest und aroar sollen in ver Hauptsache Flugzeuge beschafft werden. Ueber die Verwendung des Hauvtbetrage, von rund 5)4 Million Mark hat das Kuratorium zu beschließen. Das Kuratorium besteht aus höchstens fünfzig Mitgliedern, von Venen zehr vom Reichskanzler ernannt werden; die übrigen werden vurch das Prä­sidium der Nationalflugspende berufen und zwar aus allen in bei einzelnen Landesteilen am Flugwesen beteiligten Kreisen.

Das Kuratorium hat sich über einen Verwendungsplan nach ein­heitlichen Grundsätzen geeinigt, die Geheimrat Albert in längerem Vor, krage darlegte. Danach sollen nicht nur die Zinsen verwenvet, sondern auch das Kapital soll allmählich behufs wirksamer Förderung des Flug­wesens verausgabt werden. Die Verwendung darf nicht zur Entlastung staatlicher Fonds erfolgen und hat sich, da eine Förderung der Luftfahrt außerhalb des Zweckes der Nationalflugspende liegen würde, auf das Flugwesen zu beschränken. Auf Grund von Referaten der Herren Euler, Hirth, Bendemann und Mesiing beschloß das Kuratorium nach einge­hender Debatte, daß die erste und wichtigste Ausgabe die Ausbildung genügend technisch vorgebildeter Führer in Verbindung mit* der Ver^ sicherung gegen Unfall und für Todesfälle sei. Für diese Aufgabe soll der Hauptstamm des Vermögens reserviert werden, da die Hercinbilduno einer großen Zahl zuverlässiger und erfahrener Flugzeugführer sowohl die Industrie als auch im Jnteresie der Landesverteidigung das dringendste Bedürfnis sei. Auf technischem Gebiete wird im Hinblick auf die Bedeutung des Motors für das Flugzeug die Ausschreibung eines neuen Flugzeugmotor-Wettbewerbs beschloßen und ferner die Begrün­dung einer Zentralstelle zur Erprobung von sich als brauchbar erweisen­den Erfindungen in Anlehnung an die Deutsche Versuchsanstalt für Luft­fahrt befürwortet. Endlich soll die Errichtung von Flugstützpunkten gefördert werden. Die vorliegenden Einzelanträge wurden dem Ver­waltungsausschuß überwiesen. Auf Antrag des Geheimrats v. Böttinger sollen Mittel der Nationalflugspende auch für wisienschastliche Zwecke verwendet werden können.

Zum Schluß sprach Graf Posadowsky dem Prinzen Heinrich, dessen Anregung die Nationalflugspende ihr Entstehen verdanke, den Dank des Komitees aus.

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D-uLWss Reich.

Am Regierungsjubiläum Kaiser Wilhelms II. scheinen fast alle regierenden deutschen Fürsten die Absicht zu haben nach Berlin zu kommen. Auch wollen die europäischen Höfe und Staaten sich durch Sondergesandschasten vertreten laßen. Außer einem wahrscheinlich reichen Titel- und Ordenssegen wird eine am Bande Zu tragende Denkmünze in weißem Metall an etwa eine Million Angehörige des Heeres und der Flotte, an Beamte und an solche Persone: verliehen werden, die zum preußischen Königshause in besonderen Beziehungen stehen. Wegen einer vom Kaiser selbst gewünschten umfaßenden Amnestie find das Kriegs- und Justiz­ministerium mit Ermittelungen befaßt.

Bei der Reichstags-Ersatzwahl in Schwetz kandidiert als Gegenkandidat des Reichsparteilers von Halem wieder der Pole von Saß-Iaworsky.

Ministerwechsel in Württemberg. Stuttgart, 21. Dez. Wie betStaatsanzeiger" meldet, ist der Minister des Innern v. Pi« fchelunter Anerkennung seiner langjährigen treues und ausge-