nm Dem Kreisülatt für ore Kreise Marbmg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und Landwirtschaftliche Beilage-.
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Marburg
Sonnabend, 21. Dezember
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17. Jahrg.
1912.
(5-rttes Blatt.
Tie BeisetznilgsfeierUchkeiten in Münzen.
München, 19. Dez. Seit dem denkwürdigen Beisetzungslage des Königs Ludwig II. im Juni 1886 ist das bayerische Voll! nicht mehr in so gewaltigen Massen zum letzten Trauergruß des Landes in der Residenzstadt zusamimngeeilt wie heute, am Tage der feierlichen Beisetzung der irdischen Reste des vielgeliebten Landesvaters Prinzregenten Luitpold in der bei der Residenz gelegenen Hofkirche zum Heiligen Kajetan. Aus allen Gauen Bayerns und besonders aus den Bergen, die der Verstorbene so sehr liebte, brachten Sonderzüge seit den frühesten Morgenstunden gewaltige Menschenmassen. Eine undurchdringliche Mauer von Menschen und Leidtragenden stand in den Straßen der inneren Stadt, ins« besondere in der Nähe der Residenz, auf den Straßen und Plätzen, die der Trauerzug zu passieren hatte, hinter dem Spalier der Truppen der Garnison, die zu dek Trauerparade ausgerückt war. Trotzdem es zuletzt unmöglich war, an die Durchzugsstratzen heranzukommen, ließ der Menschenstrom bis in die Vormittagsstunden nicht nach. Fast allenthalben ruhte in der Landeshauptstadt die Arbeit. Die meisten Geschäfte, die Läden und die Bureaus der Behörden waren zum Zeichen der Trauer geschlossen. Unablässig war die Nacht über noch gearbeitet worden, um den Trauerschmuck der Stadt zu vollenden. Fast jedes einzelne Haus im Innern der Stadt ist schwarz beflaggt, lleberall steht man umflorte Büsten oder Bilder des toten Regenten und der Königlichen Familie. Wie bereits gemeldet, traf 10.40 Uhr der deutsche Kaiser in München ein. Er wurde vom Prinzregenten Ludwig empfangen und nach der Residenz geleitet. Dort hatten sich bereits die sämtlichen fürstlichen Gäste mit den bayerischen Prinzen sowie deren Gefolge, ferner die Herren des diplomatischen Korps versammelt. Punkt 11 Uhr erschollen Trauerfanfaren, begleitet von den dumpfen Wirbelschlägen der mit schwarzem Flor bespannten Pauken. Die sämtlichen Glocken aller Kirchen der Residenzstadt erklangen und Kanonendonner vom Oberwissenfeld kündete mit 101 Schüssen in die weite Ferne der Stadt den Beginn des Trauerzuges, der letzten Fahrt des Prinzregenten an. Wehmut durchzog die Gemüter'der trauernden Menge, die vor der Allerheiligen-Hofkirche dem Trauerakt beiwohnen konnten, als die Pforten der Kirche sich öffneten und von Hofbeamten getragen der Sarg auf den Leichenwagen gehoben wurde, der mit der Königlichen Krone und den Reichsinsignien sowie herrlichen Blumenkränzen geschmückt war. Der Wagen war mit acht schwarz behangenen Pferden bespannt. Zur rechten Seite des Leichenwagens ritren die Eeneraladjutanten des verblichenen Landesvaters, links zwölf Königliche Kammerherren, während das Bahrtuch von den Kommandeuren des Ordens der Ritter vom Heiligen Georg getragen wurde. Weiter schritten zu beiden Seiten des Sarges Stabsoffiziere der bayerischen Regimenter, deren Inhaber Prinzregent Luitpold war. Hierauf folgte Erzbischof Bettinger mit der gesamten Domgeistlickkeit Münchens. Schon lange bevor der Leichenwagen von der Aller- heiligen-Hofkirche abfuhr, hatten sich Truppenabteilungen, zahllose Vereine mit ihren umflorten Fahnen, die sämtlichen Schulen Münchens und Klosterkongregationen in Bewegung gesetzt. Unmittelbar hinter dem Leichenwagen wurde das Leibpferd des Peinzregenten geführt, das schon seit Jahren das Gnadenbrot genoß. Hinter dem Träger des Kreuzes folgte Se. Könialiche Notzeit Prinzregent Ludwig, zu seiner Rechten der deutsche Kaiser mit dem Marschallstab und den Insignien des Hubertus-Ordens und zu seiner Linken der König v. Sachsen, beide in der Uniform ihrer bayerischen Regimenter. Hinter diesen schritt Prinz Leopold zwischen dem König von Belgien und dem Erzherzog-Thronfolger von Oesterreich. Ihnen folgten die übrigen in- und ausländisckien Fürstlichkeiten, die bayerischen Prinzen, die Vertreter des Papstes, der Vertreter des Präsidenten Fallidres, die Abgesandten fremder Fürsten und Regierungen, der Reichskanzler von Betbmann-Holl- weg mit den Vertretern des Bundesrats und des Reichstages, das diplomatische Korps, die bayerischen Standesherren, die Mitglieder der beiden Kammern des Landtages, die Obersten Hofcharqen, die Staatsminister, die Generalität, die Suiten des Königs Otto usw. Als der Leichenwagen in der St. Kajetankirche anlanate, empfing die gesamte Geistlichkeit den Sarg und geleitete ihn in die Kirche. In diesem Augenblick ertönten die Ebrensalven vom Hofgarten herüber, welche von drei Bataillonen Infanterie und drei Batterien Attillerie abgegeben wurden. In der Kirche wurde die Einsegnung der Leiche durch den Erzbischof in Gegenwart aller Fürstlichkeiten vorgenommen und der Sarg alsdann in Begleitung des Oberhofmeifters Grafen von Seinsheim und des Ministerpräsidenten Dr. Frhr. v. Hertling unter Vorantritt der Geistlichkeit in die Eruf getragen und mit zwei Schlöstern verschlosten. Damit war die Trauerfeiet beendet. Nach derselben begleitete der Pttnz- regent den Kaiser nach der preußischen Gesandtschaft und kehrte hierauf in das Wittelsbacher Palais zurück, wo er die fremden Mi- kitärdeputationen empfing. Um 1 Uhr fand bei dem preußischen Gesandten von Treutler eine Frühstückstofel statt, an der der Kaiser, die Prinzen Eitel Friedrich, August Wilhelm, Oskar und Joachim sowie sämtliche Mitglieder der Gesandtschaft teilnahmen. Nach derselben stattete der Kaiser dem Prinzregenten Ludwig und seiner Gemahlin im Wittelsbacher Palais einen Besuch ab und suhr hierauf bei den Prinzen Rupprecht und Leopold vor um seine Karte abzugeben. Im Laufe des Tages hatte der Reichskanzler ^em Ministerpräsidenten Frhr. v. Hertling im Ministerium des «eußern einen Besuch abgestattet. Am Nachmittag 5 Uhr fand im ,
| Barabarossasaale der Königsresidenz Tafel zu 112 Gedecken statt. Inmitten der Hauptseite der hufeisenförmigen Tafel, die der Ver- anlaffung entsprechend schlichten weißen Blumenschmuck trug, saß der Prinzregent, zu seiner Rechten der Kaiser. Abends 6.13 Uhr trat der Kaiser mit den Prinzen Eitel Friedrich, August Wilhelm, Oskar und Joachim nach herzlicher Verabschiedung vom Prinzregenten Ludwig die Rückfahrt an. Dem Kaiser, der die Uniform seines bayerischen Ulanenregiments trug, wurde auf dem Wege zum Bahnhof von der zahlreichen Menschenmenge stürmstcye Ovationen bereitet.
Berlin, 19. Dez. Anläßlich der heutigen Beisetzung des Prinzregenten Luitpold von Bayern hatten das Königliche Schloß, sämtliche Staats- und Reichsgebäude und eine große Anzahl Privatgebäude Halbmast geflaggt. In der St. Hedwigskirche fand heute vormittag ein Trauergottesdienst statt, der von dem Prälaten Klein-Eidam zelebriert wurde. Erschienen waren: Als Vertreter des Kaisers Prinz Friedrich Leopold von Preußen, als Vertreter der Kaiserin Kammerherr Frhr. v. Spitzenberg, ferner die Söhne des Prinzen Friedrich Leopold, Erbprinz von Hohenzollern, weiter die Spitzen der Reichsbehörden, der preußischen Behörden und sämtliche in Berlin anwesenden Minister und Staatssekretäre.
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Politische Umschau.
Eine Rede des italienischen Ministerpräsidenten in der italienischen Kammer hielt Marquis di San Giuliano, in der er sich über den Dreibund u. a. folgendermaßen äußerte: Seit mehr als dreißig Jahren ist der Dreibund für ganz Europa eine Bürgschaft des Friedens und für die Dreibundmächte selbst eine Bürgschaft der Sicherheit. Zu internationalen Fragen hat er stets den einträchtigen, friedlichen Willen, der in den gleichen Neigungen der anderen Großmächte ein Gegenstück fand, und desien wohltätige Wirkungen jedermann erkennen muß, mitgebracht und beigesteuert. Während der letzten 30 Jahre hat Italien die Haupt- quellen seines nationalen Reichtums entwickelt. Die feste'internationale Stellung Italiens, deren fundamentale Basis der Dreibund ist, war die notwendige Bedingung des Tripolis-Unternehmens, das durch seine Beziehungen und den Einfluß auf die größten Jnteresten Eurpas und unserer eigenen, sowie auf die schwersten Probleme der gegenwärtigen Periode die ernstesten Schwierigkeit darbot. Der Dreibund kann für jede der drei ihn bildenden Mächte entsprechend Früchte zeitigen, vollkommenes gegenseitiges Vertrauen für die Gegenwart und Zukunft vorausgesetzt. Weiter vorausgesetzt, daß jeder der Verbündeten die Ueberzeugung hegt, daß er morgen wird die Unterstützung des anderen erhalten können als Ausgleich für das, was er heute für ihn tut; endlich vorausgesetzt, daß alle drei misten, daß es sich nicht um eine vorübergehende Verbindung handelt, sondern um einen festen und dauerhaften Bund. Aus dieser Grundlaae, sowie auf der Basis der italienisch-österreichisch-ungarischen Abkommen, — die gegenseitigen Beziehungen zwischen diesen an dem Gleichgewicht und der Freiheit in der Adria am meisten interessierten Mächte sind beute sehr intim und herzlich — konnten die fundamentalen Linien einer Lösung des albanesischen Problems gefunden werden, entsprechend dem Prinzip, daß ein mit der Garantie der Großmächte neutralisiertes Albanien sein eigenes Leben leben und auf dem Wege der Zivilisation und des Wohlergehens fortschreiten, ein dem freien Handel der ganzen Welt offenes Gebiet werden und ql-iö"»tt'a ein Faktor des politischen Gleichgewichts auf der Balkanhalbinfel und der Adria bilden kann. So wie der Dreibnndvertrag redigiert ist, gewährleistet er alle unsere Jnteresten und sorgt in vollkommener Weise für unsere Sicherheit. Es lag also kein Grund vor, ibn abzuändern, und keiner der br^t Verbündeten bat den andern nm eine Abänderung. Italien ist überzeugt, daß sein wachsender wirtschaftlicher Wohlstand in einem dauerhaften und sicheren euronäi- schen Frieden eine starke Garantie finden werde. Nm dieses Ziel zu erreichen, muß das Bündnis zwischen Italien, Deutschland und Oesterreich der Angelpunkt unserer auswärtigen Politik bleiben, die durch ihre Kontinuität ihren Zusammenhang und f^e Fälligkeit Europa weiter volles Vertrauen und Achtung einflößen soll.
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D-uMes Reich»
— Der Landeseisenbahnrat. Berlin, 18. Dez. Der „Reichsanzeiger" schreibt: Der Landeseisenbahnrat sprach sich am 17. Dez. gegenüber den Anträgen auf ermäßigte Steinkohlenausfuhrtarife nach Italien, Frankreich und der Schweiz mit einer Stimme Mehrheit dahin aus, daß ein Bedürfnis hierfür zurzeit nicht anzuerkennen sei. Die von der Eisenbahn- oerwaltung in Aussicht genommene weitere Ermäßigung der Ausnahmetarife für Eisenerz und Koks (auch Kokskohle) zum Hochofenbetrieb zwischen Lothringen und Luxemburg einerseits und dem Ruhrbezirk anderseits wurde unter der Bedingung befürwortet, daß mit ihrer Einführung auch den übrigen deutschen Eisen-, Bergbau- und Hüttenbezirken diejenigen Tarifermäßigungen ausreichend gewährt werden die zum Ausgleich der andernfalls eintretenden Wettbewerbsverschiebungen erforderlich sind. Der Antrag der Stettiner Kaufmannschaft auf Ermäßigung der Frachtsätze des Eisen- und Stahl-Spezialtattfs 1 von Ber. ffn nach Stettin zur Ausfuhr über See nach außerdeutschen und europäischen Ländern wurde zur Annahme empfohlen, dagegen sprach sich die Mehrheit gegen die Befürwortung des Antrags der Hüstener Gewerkschaft auf Bewilligung außergewöhnlicher Frachtermäßigungen für Brennstofe und Eisenerze aus. Von den von der ständigen Tarif- kommisston der deutschen Eisenbahnen beratenen Anträgen auf Frachtermäßigung für die Beförderung des Rindviehes, Schafen und Ziegen uaL «ab von den Weideplätzen sowie der Wanderschafherden wurde ersterer entgegen dem Beschluß der Kommission befürwortet. Ferner |
wurde die Ablehnung des Antrages empfohlen wonach frischer Spargel mit zeitlicher Beschränkung in den Eilgutspezialtaris versetzt wird.
— Vorbereitung eines Gesetzentwurfes zur Regelung des Apotheker, wesens. Gegenwärtig wird im preußischen Ministerium des Innern ein Gesetzentwurf vorbereitet, der eine neue Regelung des Apotheken wesens bringen soll. Bekanntlich wird die Neuregelung des Apothekenwesens von den beteiligten Kreisen schon seit langer Zeit angestrebt, und es wurde erwartet, daß die Regelung durch ein Reichsgesetz erfolgen wurde. Die reichsgesetzliche Regelung ist daraufhin auch erwogen worden, es hat sich aber herausgestellt, daß sich auf diesem Wege sehr große Schwierigkeiten ergeben würden. Aus diesem Grunde raune beschlossen, bie Neuregelung des Apothekenwesens den einzelnen Bunvesstaaten zu überlasten. Es ist zu erwarten, daß es in nicht allzu ferner Zeit gelingen wird, die vorliegenden Schwierigkeiten zu überwinden.
— Tuberkulose und städtische Gärten. Im Zusammenhang mit der dauernden Erörterung stadtbaulicher, vor allem stadthygienischer Fragen, durfte eine Stattstik von Intereste sein, die in den drei größten europäischen Hauptstädten angestpllt worden ist. Sie liefert den schlagenden Beweis, daß zwischen dem $ftimbeftonb, also den Parkanlagen, öffent- lichen Plätzen und Gärten, und der Volksgesundheit innige Beziehungen bestehen. Besonders läßt sich ein bestimmtes Verhältnis zwischen ber Tuberkulose und dem von Gärten eingenommenen Flächenraum einer Stobt feststellen. Es wurde ausgerechnet, daß in London 687 Morgen Land bepflanzt find, in Berlin 506 Morgen, in Paris 242 Morgen. 3)onn wurde in allen drei Städten ein gleichmäßig großes bewohntes Gebiet ermittelt, und die Stattstik der Personen, die innerhalb diese» Gebietes in den drei Städten an Lungenschwindsucht starben, spricht eine fel)r beredete Sprache. Es starben in London an der Tuberkulose von 1000 Personen 1,8, in Berlin 2,6, in Paris 4,95 Personen, sodaß also in Paris, das ungefähr 2-4 mal so wenig Gartenland besitzt wie London, auch ungefähr doppelt so viele Menschen der Tuberkulose zum Opfer sielen wie dort. Es ist kein Zweifel darüber möglich, daß die Lnftver- hältniste einer Stadt von dem größeren oder kleineren Flächenraum des mit Bäumen bestondenen Bodens abhängig sind. Diese Ueberzeugung herrschte bisher schon in äztlichen Kreisen, durch die jetzt angestellten statistischen Erhebungen wurde der Zusammenhang zwischen Baumbestand und Schwindsucht aber zum ersten Male zahlenmäßig nachgewiesen.
----♦---- Ausmud-
* * Verhaftete Anarchisten. Paris, 19. Dez. In Conflans bei Versailles wurden eine Schankwirtin, deren Sohn und Bruder verhaftet, die im Verdacht stehen, einer gefährlichen Anarchistenbande Unterschlupf gewährt zu haben. .In dem Wirtshause wurde eine Menge anarchistischer Flugschriften sowie Plakate beschlagnahmt, die Aufreizungen zur Sabotage im Mobilisierungsfalle enthalten.
“ Annahme der Kriegsleistnngsvorlage im österreichischen Abgeordnetenhause. Wien, 19. Dez. Das Abgeordnetenhaus nahm nach 55stiindiger Sitzungsdauer-unter Ablehnung sämtlicher Minoritätsanträge die Kriegsleistungsvorlage in der Fassung des Ausschusses an und begann die Verhandlung über die Jmmunitätss angelegenheiten.
Marburg und Umgegend
Nachdruck aller Orgtnalartlkel t» gemäß Y 18 des Urheberrecht- nur mit der deutlichen Quellenangabe „Cberbefi Zlg “ gestattet)
Marburg, 20. Dez.
* Von der Post. Nächsten Sonntag, den 22. Dezember, sind die Paketannahmeschalter beim Hauptpostamt und bei der Postzweigstelle in der Universitätsstraße wie an Werktaaen geöffnet.
* Trockene Fußwege außerhalb der Stadt. Man teilt uns mit: Bei dem anhaltenden nassen Wetter sind die Wege außerhalb der Stadt vielfach grundlos geworden und der Wunsch, einige trockene Spaziergänge bis zum nächsten Wald zu haben, ist wirklich begründet; denn was nutzt uns die schönste Umgebung, wenn man während der schlechten Jahreszeit nicht hinausgelange.n kann? Vom Versck-önernngsverein ist nun ein ganz trockener Fußsteig nach dem Ockershäuser Wald und durch dessen unteren Teil hergestellt worden. Vom Schwanhof durch den Schwanweg und die Wiesen gelangt man trockenen Fußes bis Ockershausen; vom Dorfkirchhof setzt sich dann die Wegebesserung fort bis zum Wald und auf dem unteren Waldweg durch den Stiftswald bis zum Austritt auf die Gisselberger Landstraße. Es fehlt nur noch ein trockener Steig auf der Dorfstraße von der Wirtschaft von Ruppersberg bis zum Dorffriedhof. Das Bürgermeisteramt Ockershausen hat sich aber dankenswerterweise auf Bitten des Verschönerungsvereins bereit erklärt, auch dieses Stück Dorfstraße durch eine schmale Ausichüt- tung besser gangbar zu machen. Ein ganz trockener Spa^-'-'-'ang itn Wald ohne Steigung und dann zurück auf der Landstraße ist so hergestellt. Ferner wird der Verschönerungsverein auf dem Bismarckweg alle nassen Stellen beseitigen lassen, damit man auch auf der östlichen Seite der Stadt einen trockenen Spaziergang gangbar bei jedem Wetter, haben wird. Die Trockenlegung solcher langen Wegestunden verursacht erhebliche Kosten; alles kann nickst auf einmal gemacht werden ;aber die Zeiten, in denen man sich während der nassen Jahreszeit nur innerhalb der Stadt bewegen konnte, sollen allmählich verschwinden.
* Der Mietstempel. Im Interesse unserer Leser roeren wir auf die im Anzeigenteile enthaltene Bekanntmachung des Königlichen Hauptzollamts in Marburg gern hin und bemerken auf Ersuchen zur näheren Erläuterung noch folgendes: Nach dem neuen \ Stempelsteuergesetz find sämtliche während der Dauer eines Jahres in Geltung gewesenen Miet- und Pachtverträge über die In der i Bekanntmachung angegebenen Gegenstände (auch die nur münd» abgeschlossenen) steuerpflichtig. Dabei ist es ohne Bedeutung, ob der Vertrag das ganze Jahr hindurch, oder nur eine kurze Zeit» lang in Kraft gewesen ist. Befreit sind nur solche Verträge, bei