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mit oem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen: »Nach Feierabend",Sürs Saus" und »Landwirtschaftliche Beilage".

M 298

DieQberhessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 * (ohne Bestellgeld), bei unseren ZeiiungSstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 «X frei ins HauS (Für unver- langt zugefandte Manuskripte übernimmt dre Redaktion fanetlei Verantwortung.) Druck und Verlag der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh: Dr. C. Hitzeroth), Markt 21. Telephon 55.

Marburg

Freitag, 20. Dezember

Ter Anzeigenpreis beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 -5, bet amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4, für Reklamen die Zeile 60 J>. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Zeder Rabatt gilt als Barrabatt. Bei Konkurs kein Rabatt. Ver- vindlichkeit für Platz-, Datenvorschrtft und Beleglieferung ausge- chlossen. Zahlungen im Postscheckverkehr ohne Portokosten unter Nr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.

17. Jahrg.

1912.

Mftes Blatt.

Die Lage.

Die Londoner Konferenzen.

Die Beratungen der Botschafter der Großmächte im Auswär­tigen Amt in London haben in zwangloser Form ihren Anfang genommen. In den maßgebenden Berliner politischen Kreisen rechnet man damit, daß dieBotschafter-Reunion" schon nut Schluß dieser Woche ihr Ende findet, da man in den zur Beratung stehenden Hauptfragen eine weitgehende Uebereinstimmung der Mächte voraussetzt. Man weist allerdings nochmals darauf hin, daß es sich bei der Botschafter-Reunion nicht um bindend" Abmach­ungen handelt, und daß die zu behandelnden Punkte keineswegs den ganzen Kreis der Fragen ausmachen, die sich aus dem Balkan­problem ergeben. Andererseits erwartet man, daß die Fej^.cllung der Uebereinstimmung der Mächte in dieser und jener Frage nicht ohne Einfluß auf die Verhandlungen der Friedenskonferenz blei­ben wird. Sollte wider Erwarten sich der Abschluß der Beratungen der Botschafter-Reunion nicht bis Ende dieser Woche ermöglichen lasten, so würde am Sonnabend eine Pause eintreten und die Be­ratungen würden gleich nach Weihnachten wieder aufaen"mmen werden. Was nun die Friedensverhandlungen anlangt, so faßt man in Berliner politischen Kreisen die Lage der Dinge keines­wegs pessimistisch auf. Man ist der Ansicht, daß die Schwierigkeiten wegen der Beteiligung Griechenlands an der Konferenz trotz der fortdauernden Feindseligkeiten zu keinem ernsteren Zerwürfnis fuhren werden und erwartet, daß diese Schwierigkeiten e"^""der durch die Zurückziehung des Widerspruchs der Türket oder durch die nachträgliche Unterzeichnung des Waffenstillstandes durch Griechenland behoben werden. Falls allerdings die Türken quf Ihrer Forderung bestehen bleiben und auch Griechenland nicht nachgibt, dürste die Sache ernst werden. Für diesen Fall erklärte Dr. Danew einem Sonderberichterstatter desMatin": Wir haben den Krieg gemeinschaftlich geführt, wir werden gemeinschaftlich den Frieden schließen. Wenn die Türken auf ihrer Weigerung be­harren sollten, dann werden wir uns bei Tschataldscha wieder­sehen. Aber, ich glaube, daß die türkische Regierung die ihren De­legierten erteilten Weisungen abändern wird.

Eine Rede des russischen Ministerpräsidenten.

In der Duma hielt Ministerpräsident Kokowzow eine Rede über die gegenwärtige Lage und Rußlands Stellung zur Balkan­frage. Er führte u. a. aus: Die kriegerischen Tugenden und die seltene Einmütigkeit, die die Balkanvölker bewiesen, konnten nicht verfehlen, die wärmste Sympathie aller russischen Herzen zu er-' regen. Als slawische orthodoxe Großmacht, die unzählige Opfer gebracht hat, um ihre Rassen - und Elaubensbrüder zu schützen, kann es Rußland nicht gleichgültig blei­ben, wenn es sich darum handelt, daß diese Völker Existenzbeding­ungen erlangen, die im Verhältnis stehen mit den vollbrachten Taten und den vergostenen Strömen Blutes. Die russische Regie­rung stellt mit Genugtuung fest, ihre von Anfang an eingenom­mene ruhige Haltung inmitten der Unruhe und Erregung nicht ge­ändert zu haben. Sie gab keine Veranlassung, bei uns selbstsüch­tige Pläne zu argwöhnen oder zu wünschen, die Konflikte zu ver­schärfen. Getreu unserem Bündnis und unseren Ententen mit den anderen Großmächten, der Unterstützung unserer Freunde und Ver­bündeten sicher, sehen wir unsersteils keinen Nutzen darin, die Gruppierungen der Mächte in Gegensatz zu einander zu bringen. A le Regierungen, die das Gebiet der gemeinsamen Be­sprechung der Grundfragen der gegenwärtigen politischen Lage verlosten würden, würden eine schwere moralische Verantwortung übernehmen für die etwaige Möglichkeit späterer internationaler Verwicklungen. Die Großmächte haben triftige Gründe, um nicht zu versuchen, der zukünftigen Entstehung von Verwickl""""" vorzu­beugen. die sich bis zu einer Bedrohung des europäischen Friedens auswachfen könnten. Die russische Negierung hofft, daß die soli­darischen. Bemühungen, von denen die Großmächte beseelt sind, ihnen helfen werden, ein Einverständnis über die Lösungen zu finden, die ihre Interessen mit den gerechten Ansprüchen der Bal- kanstaaten versöhnen. Deswegen begrüße er aufrichtig die Initia­tiv * der britischen Regierung, die eine vorläufige gemeinsame Be­sprechung der Fragen über die Liquidation des Krieges, wobei die Interessen der Mächte mitspielten, vorschlage.

Das Seegefecht vor den Dardanellen.

Konstantinopel, 18. Dez. Ein ausländischer Marine- »ffizier, der an Bord des hier eingetroffenen rumänisch"« Damp­fersImperator Trajan" den vorgestrigen Seekampf bei den Dar­danellen beobachtete, erzählt: Gegen acht llbr früh lief die türkische Flotte in vollkommener Ordnung aus und rückte bis auf fe^s oder sieben Meilen jenseits des Fords Kumkaleh vor und stellte dort Torpedobootszerstörer und Torpedoboote in Schlachtlinie Die griechische Flotte kam hinter der Insel Imbros hervor. Da-; Pan­zerschiffAveroff" fuhr an der Spitze, ihm foloten die Panzer­schiffeHydra",Spetsai" undPsara". s->mie neun Tor^oboots- zerstörer. Das griechische Geschwader stellte sich gegenüber dem türkischen in einer Entfernung von sieben oder acht Meilen auf. Die türkischen Schiff? eröffneten das Feuer. Die im Vardertreffen stehenden griechischen Schiffe erwiderten es nach z-^n Minuten. Die Türken zielten sehr gut, ihre Granaten fielen hageldicht auf die griechischen Schiffe, während die Geschoste der Griechen bald vor, bald hinter den türkischen Schiffen einWuoen. Während der ganze« Dauer bee Kampfes, der gegen 9 Uhr begonnen hatte

und um 10 Uhr endete, änderte die türkische Flotte ihre Stellun­gen nicht, wohingegen eine halbe Stunde nach Beginn des Kamp­fes die griechischen Schiffe eines nach dem andern hinter Imbros verschwanden. Nur derAveroff" blieb und erwiderte fortwäh­rend das sehr lebhafte Feuer des Feindes. Die beiderseits gpw"ch- f eiten Schüsse werden auf tausend geschätzt. Gegen 10%, Uhr We«fe derAveroff" das Feuer ein, während die Türken es noch eine Viertelstunde fortsetzten, bis derAveroff" außer Sicht gekommen war. Zwanzig Minuten vor Beendigung des Kampfes fiel an­scheinend eine Granate auf denAveroff". Der Augenzeuge kann es jedoch nicht mit Bestimmtheit behaupten. DerAveroff" fuhr so, daß auf eine Havarie ncht geschlossen werden kann. DerIm­perator Trajan" bemerkte vor Beginn der Schlacht 22 bis 25 grie­chische Schiffseinheiten, die vor Tenedos konzentriert waren. Von den letztgenannten griechischen Schiffen machte das Unterseeboot Delphin" um denImperator Trajan" die Runde, während die­ser von der Mannschaft des griechischen Torpedobootszerstörers durchsucht wurde.

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Konstantinopel, 18. Dez. Ein Funkentelegramm d"S Korrespondenten der BlätterJkdam" undSabah" meldet aus Adrianopel, daß die moralische und materielle Lage der Festung und der Stadt ausgezeichnet sei. -~

Köln, 18. Dez. DieKölnische Zeitung" meldet aus Kon­stantinopel: Zn der ganzen Gegend zwischen dem Marmarameer und Charkikoei gerieten griechische und bulgarische Banden mit tscherkessischen und lastschen Freiwilligen aneinander.

Sofia, 18. Dez. Auf der Reise nach Saloniki wurde König Ferdinand lebhaft begrüßt. General Wolkoff wurde zum mili­tärischen Komandanten von Mazedonien ernannt.

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Der Klinikerstteik

in Halle hat nun auch auf andere Universitäten übergegriffen. So haben die Kliniker in G i e n mit Rücksicht auf die Vorgänge in Halle den Besuch der medizinischen Vorlesungen vorläufig einge­stellt. Die Klinikerschaft der Universität Greifswald beschäf­tigte sich ebenfalls mit dem Universitätsstreik in Halle. Es wurde beschlosten, ein Sympathietelegramm nach Halle zu senden, ferner sich mit der Greifswalder medizinischen Fakultät in Verbindung zu setzen und bei den Vorsitzenden der Leipziger Klinikerschaft die Einberufung eines außerorden-tlichen Verbandstags aller deutschen Klinikerschaften zum 4. Januar nach Halle zu beantragen. Man drückte die Hoffnung aus, daß bei dem guten Verhältnis zwischen Lehrern und Studenten in Greifswald eine gütliche Beilegung möglich werde. Trotzdem wurde beschlosten, nach Neujahr in den Streik zu treten, wenn die Forderung aller deutschen Klinikerschaften nicht anerkannt wird. Die Heidel­berger Klinikerschaft wird heute abend in einer öffentlichen Versammlung, in der ein Student aus Halle als Redner auftreten wird, Stellung zu dem Streik nehmen. Man glaubt jedoch kaum, daß dieser auf den Heidelberger Universität übergreifen wird, da dort günstigere Verhältniste vorlienen. Anders liegt die Sache in Freiburg. Dort beschloß die Klinikerschaft eine ähnliche Ein­gabe an die Fakultät wie die Hallische zu machen. Die Eingabe wurde bereits dem Dekan überreicht. Nach Halle wurde ein Sym­pathietelegramm geschickt. In Tübingen hat zwar ebenfalls zwischen Vertretung der Klinikerschaft und dem Dekan der medi­zinischen Fakulät eine Aussprache stattgefunden, doch liegen hier keine Gründe zu einem Vorgehen der Studentenschaft vor. Der Dekan der Fakultät verwies in der Aussprache darauf, daß er schon int April d. I. durch Anschlag am schwarzen Brett bekannt gegeben habe, daß an der Tübinger Universität nur Studierende mit be­standenem Physikum klinische Vorlesungen und klinische Prayis besuchen dürfen, was einer ministeriellen Verfügung vom Jahre 1897 entspreche. Es sei also längst Praris, was in Holle angestrebt werde. Ein Unterschied besteht in Tübinoen nur insofern, als Tü­bingen im Gegensatz zu anderen Universitäten ein Pbnstkum, das von Ausländern an einer den deutschen Hochschulen aleichwertigen Anstalt abgelegt ist. einer an reichsdevischen Universitäten bestan­denen Prüfung gleich erachtet. Die Klinikerschaft erklärte sich mit dieser Bebandlnng der Angelegenheit einverstanden.

Halle, 18. Dez. Der Kurator der Universität Halle Ge­heimer Oberreaierunasrat Maner und der Prodekan der medizini­schen Fak'Utät Profestor v. Hippel stvd nach Berlin gereist, um über den Streik persönlich mit dem .Kultusministeritim au verban­deln. Uebrigens dürfte, wie dieD. T." erfährt, die Ans^änder- frage auch im Abgeordnetenhause bei der Etatsberatung zur Sprache kommen.

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D-uMes Reich,

Das deutsche Kronprinzenpaar wird, wie aus Danzig ge­meldet wird, sich mit den kronprinzlichen Kindern am Freitag nach Berlin begeben, um dort Weihnachten und Neujahr zu verleben.

Universität Frankfurt. Wie dieFr. Ztg." hört, ist die königliche Genehmigung der Frankfurter Universität in absehbarer Zeit zu erhoffen. Dagegen wird sich die Eröffnung wobl ver­zögern. Von dem ursprünglich in Aussicht genommenen Termin, Frühjahr 1914, kann nicht mehr die Rede sein, vor allem, da die Baut»« nicht so rasch fertiggestellt werden können. Außerdem ist Herr Adickes durch seinen immer noch nicht befriedigenden E'hmd- heitszustand verhindert, die abschließenden Vorbereitungen so schnell zu fördern, wie das erwartet wurde.

Zur Beisetzung des Prinzregenten von Bayern. München, 18. Dez. Im Laufe des Tages sind zu den Beisetzungsfeierlichkeiten eingetroffen: der Jnfant Don Carlos von Spanien, bet franzö­sische Botschafter in Berlin Cambon, Herzog von Teck als tretet des Königs von Großbritannien, ferner der Herzog von Genua, der Eroßherzog von Baden, der Fürst von Hohenzollern, die Her­zogin Philipp von Württemberg mit den Herzögen Albrecht, Robert und Ulrich.

Landtagsersatzwahl. Crösten a. d. O., 18. Dez. Bei der Landtagsersatzwahl im Wahlkreise Frankfurt a. d. O. 6 wurde an Stelle des verstorbenen Freikonservativen Student Ritterg.:t:be- sitzer, Regierungsrat Eamo-Oblath (Freikonservativ) mit 263 Stimmen gewählt. Zersplittert waren 13 Stimmen.

Eine Resolution der Braunschweigischen Landessynod«. Braunschweig, 18. Dez. Die erste Braunschweigische Landessynode, die heute durch den Kultusminister Wolff eröffnet wurde, nahm einstimmig eine Resolution an, in welcher die Erwartung ausge­sprochen wird, daß sowohl die Reichsregierung als auch die braun­schweigische Staatsregierung entgegen den in letzter Zeit hervorge- ttetenen Bestrebungen auf Aufhebung oder auch nur Abbröckelung des Jesuit,, itgefetzes ein energischesNein" entgegensetzen werde, um den konfessionellen Frieden, besten erbitterter Feind der Jesuitenorden sei, zu wahren.

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Ausland.

** Obstruktion im österreichischen Reichsrat. Im österreichi­schen Reichsrat stand die zweite Lesung des Kriegsleistungsgesetzes auf der Tagesordnung. Die tschechischen und slowenischen Abge­ordneten suchen nun die ordnungsmäßige Durchberatung des Ge­setzes zu verhindern, indem sie wieder einmal Obstruktion treiben. So hielt der tschechische Radikale Fresl eine 16stündige Rede. Er sprach von Dienstag abend 8 Uhr bis Mittwoch mittag. Gegen Uf)t kam es zu einem Zwischenfall. Der Deutsch-Fortschritt!. Wedr« tief laut in den Saal hinein: Wir dulden das nicht länaet. Wir sind Narren. In einer Stunde wird vielleicht das Haus gesi sie«. Die Wählet lachen uns aus, weil wir uns von Fresl zürn Narre« halten lasten. Der Vorsitzende rief Wedra wiederholt z'"- Ord­nung. Links ertönten zahlreiche Zwischenrufe. Es dauerte ge­raume Zett bis es gelang, Wedra zum Verlosten des Saales z« bewegen. Fresl fetzte feine Rede in böhmischer Sprache fort. Weite Kreise sind empört über, die Obstruktion der Slawen und man erblickt darin ein weiteres Glied in der Kette der Sympathie­kundgebungen für Serbien und Rußland.

** Demonstrationen. Lissabon, 18. Dez. Mehrere Hundert Arbeitslose veranstalteten Kundgebungen vor dem Arbeitsmini­sterium. Die Polizei zerstreute die Demonstranten.

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Marburg und Umgegend.

Nachdruck aller Orgtnalarttkel ist gemäß 8 18 des Urheberrechts nur mit der deutlichen Ouellenangaoe ..Oberhesi Zig gestattet)

Morbpr- 10 ''"t.

* Aus Halbmast geflaggt haben heute aus Anlaß der Beisetzung des Prinzen Luitpold von Bayern die öffentlichen Gebäude.

* Eine Weihnachtsbitte. Auch diesmal soll, wie schon im Inseratenteile mitgeteilt, beim Weihnachtsfest in der Wanderer- arbeitsstätte den Äerrnsten, die das Schicksal auf die Landstraße geführt, eine Freude bereitet werden. Zu Weihnachten wird j« so viel der Armen gedacht, man vetgeste deshalb auch die Wanderer nicht. Wer irgend eine Gabe spenden kann, Kleider, Schuhwetk ober Gelb, wofür Strümpfe, Unterzeug unb Halstücher gekauft werben sollen, bet fenbe es bem Inspektor Preiß ein, ober mache ihm bavon Mitteilung. Iebe Gabe wirb gern abgebolt. In bet Sßanbererarbeitsftätte kehren burchschnittlich täglich 50 -75 arme Reisenbe ein, währenb der Feiertage wird sich diese Zahl ver­doppeln. Viele von ihnen, besonders diejenigen, die keine Heimat mehr haben, werden dies zu Weihnachten doppelt schwer empfin­den. Hoffentlich tragen diese Zeilen dazu bei, daß diese Atmen, die alle ja'einmal und wenn auch vielleicht zuletzt als Kind unter dem Weihnachtsbaum gestanden haben, auch diesmal beim Fest bet Liebe nicht ganz vetgesten werben. Besonbers in diesem Iahte sind durch die anhaltende Näste die Bekleidungsstücke und Schuhe der Wanderer sehr mangelhaft.

* Enadenbezüge find steuerfrei. Nach einem neuen Erlaß des Finanz­ministers, bet bereits den Vorsitzenden der Einkommensieuerberufungs- kommistionen zugegangen ist, sind die den Hinterbliebenen von Staats­beamten zustehenden Enadenbezüge einkommensteuerfrei. Die Witwen- und Waisenbezüge find dagegen von dem auf den Sterbetag folgende« Monatsersten ab steuerpflichtig, weil der Rechtsanspruch auf Witwen- und Waisengeld mit dem Todestage beginnt, wenn auch die Zahlung bes Geldes bis zum Ablauf des Enadenauartals aufgeschoben ist.

Der diesjährige Weihnachtsurlaub für das Militär beginnt am kommenden Sonnabend, den 21. d. Mts., und endigt mit dem 3. oder 4. Januar. Den vollen Urlaub erbalten die Mannschaften, deren fiei« ntat seht entfernt ist, für die übrigen Leute gilt der geteilte Urlaub. Die erste Hälfte fährt am 28. Dezember wieder in die Garnison zurück. Die zweite Hälfte darf ihren Weihnachtsurlaub am 27. Dezember un­freien. Für die Beförderung der Weihnachtsurlauber werden wieder Extrazüge bereitgestellt, um den allgemeinen Weihnachtsverkehr auf der Eisenbahn zu entlasten.

* Keine verkürzte Dienstzeit für gute Turner. Es ist in letzter Zeit mehrfach von Vorschlägen die Rede gewesen, die dahin gehen, daß guten Turnern bei der Ableistung ihrer Heerespflicht gewiße Erleichterungen verschafft werden sollen. Vor allem wurde angeregt, guten Turnern eine Verkürzung ihrer Dienstzeit zu gewähren. Wie demgegenüber mitge­teilt wird, ist mit der Ausführung solcher Vorschläge nicht zu rechne«. Wenn die Heeresverwaltung auch de« Wert des Turnens «ichk unter-