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mtl oem Kreisblatt für die Kreise Marbmg und Kirchhain

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und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage-.

M 297

LieCberljeffifdie Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der «Sonn* und Feiertage. Ter Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.26 «X (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 * frei in- Hau». (Für unver« langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion kemerlei Verantwortung.) Druck und Verla» der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Znh.: Dr. C. httzeroih), Markt 21. Telephon 55.

Marburg

Donnerstag, 19. Dezember

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17. Jahrg.

1912.

Erstes Blatt.

Die Ausüchten der Londoner Konferenz.

Die neuere Kriegsgeschichte kennt kaum ein Beispiel dafür, daß nach einem längeren Waffenstillstand die Feindseligkeiten nochmals ausgenommen worden wären, aber die Aussichten, unter welchen am Montag die Friedenskonferenz in London zusammen­getreten ist, sind so außerordentlich ungünstig, daß man doch Mühe hat, an ein positives Ergebnis zu glauben. Die formelle Schwie­rigkeit des türkischen Widerspruchs gegen eine Teilnahme Griechen­lands an den Verhandlungen, solange die Feindseligkeiten an­dauern, wird ja zu überwinden sein. Aber wenn es dann wirklich zu sachlichen Verhandlungen kommt, so werden sofort zwei unge­heure Schwierigkeiten sich geltend machen, nämlich in der Frage der Zukunft von Adrianopel, und dann in dem ganzen Komplex der Finanzfragen. Was man aus Konstantinopel hört, läßt darauf schließen, daß die maßgebenden türkischen Kreise auf Mazedonien keinen erheblichen Wert mehr legen und somit auch nicht ernstlich versuchen werden, aus Mazedonien etwa eine autonome Provinz unter türkischer Oberhoheit zu machen. Man sagt sich offenbar, daß das doch eine Halbheit mit schweren inneren llnzuträglichkeiten sein würde. Adrianopel aber soll türkisch bleiben. Nicht etwa des­halb, weil ohne Adrianopel Konstantinopel nicht zu schützen wäre; die Tschataldschastellung läßt sich in einer Weise ausbauen, daß keine Feldarmee sie zu erobern vermag. Auch die moralisch-reli­giösen Hinweise auf die Heiligkeit Adrianopels und seiner Sul­tansgräber verraten wohl nicht die wirklichen Motive des Fest­haltens an Adrianopel, denn wenn schon derartige Momente bei den Moslems verhältnismäßig ernst zu nehmen sind, so würde doch diesen Skrupeln auch durch den Besitz eines entfestigten Adria­nopels Rechnung getragen. Adrianopel soll aber Festung bleiben, weil die Türkei ohne diese Festung in Europa keine militärische Offensive mehr hätten und ohne eine solche Offensivkraft ist, darin haben die türkischen Politiker wohl recht, auch eine polittstye Stel­lung auf die Dauer nicht möglich. So entschieden aber demnach die Türkei die Uebergabe Adrianopels oder seine Entfestigung ver­weigern wird, so entschieden wird Bulgarien darauf bestehen, weil es sonst in Gefahr kommt, sich im Verhältnis zu seinen Verbünde­ten überhaupt mit einer sehr bescheidenen Siegesbeute begnügen zu müssen.

Sollte aber diese Frage eine'befriedigende Lösung finden, so ist kaum abzusehen, wie es mit der Ablösung derDette Publigue" in den eroberten Landesteil^ und mit der Kriegsentschädigung werden soll. Auf dem finanziellen Gebiet liegt ja mit das wich­tigste Interesse Europas an der Balkanfrage, und jede der beteilig­ten Großmächte wird es für ihre Pflicht halten, die privaten Gläu­biger der Türkei gegen eine Verletzung ihrer Rechte zu schützen. Werden nun die Einkünfte aus den eroberten Landesteilen die etwa auf eine Milliarde angeschlagen werden können abgelöst, so liegt es nahe, daß die Verbündeten eine eben so hohe Kriegsent­schädigung verlangen werden und diese zu leisten ist die Türkei überhaupt nicht imstande, wenn sie nicht eine radikale Zerstörung ihrer Finanzwirtschaft befürchten will. Sollen aber die Balkan­staaten die ganzen finanziellen Lasten selber auf sich nehmen, so werden ihnen auf lange Jahre hinaus die Mittel fehlen, irgend etwas für die Entwicklung der ihnen zufallenden Landesteile zu tun. Eine Beihilfe Europas aber würde wohl von Garantien ab­hängig fein, die zu leisten oder zuzulassen die Balkanstaaten in ihrer jetzigen Stimmung kaum sich bereit finden werden.

Das sind so große Hindernisse auf dem Weg zum Frieden, daß auf ihre lleberwindung überhaupt nur dann zu rechnen wäre, wenn die Unmöglichkeit einer Fortführung des Krieges tief in das Bewußtsein der beteiligten Völker eingedrungen wäre. Aber das Gegenteil ist der Fall. Rach authentischen Mitteilungen stehen in der Tschataldschalinie jetzt 175 000 Mann gut verpflegter und disziplinierter Truppen, und in Konstantinopel selbst ist man eifrig mit der Ausbildung der Truppen und Ersatzreservisten be­schäftigt, deren Gesamtzahl sich etwa auf die Hälfte der ebenge­nannten Stärke belaufen dürfte. Die Türkei ist also keineswegs am Ende ihrer Widerstandskraft angelangt, im Gegenteil, sie ist überhaupt erst jetzt in der Lage, ihre militärischen Kräfte zu ent­wickeln, und wenn sie auch schlechthin außerstande sein wird, die Ereignisse und Ergebnisse dieser letzten Schicksalswochen aus der Welt zu schaffen, so braucht sie sich doch nicht in der Lage des Wi­derstandsunfähigen zu fühlen, der dem Sieger auf Gnade und Un­gnade preisgegeben ist und etwaige Ermäßigungen seiner Frie- pensbedingungen nur von seinem Billigkeitsgefühl erwarten kann. Nebenbei aber verfolgt man natürlich in Konstantinopel mit ge­spannter Aufmerksamkeit die Entwicklung des österreichiscb-ferbi- schen Konflikts und hofft auf eine Wendung der Dinge, die der Türkei vielleicht mit einem Schlage Luft machen könnte. Auch diese vermeintliche Ehance wird natürlich die Hartnäckigkeit der türkischen Unterhändler in Konstantinopel verstärken, und so stehen die Aussichten auf einen nahen Friedensschluß in der Tat ««gewöhnlich schlecht.

Die ßaqe.

Zu den Friedensverhandlungen.

London, 17. Dez. Die Friedenskonferenz ist heute vor-

Düttag 11 Uhr unter dem Vorsitze Dr. Danews zusammengetreten.

Die Botschafterkonferenz wurde gegen 3 Uhr 30 Min. im aus­

wärtigen Amt eröffnet. Die türkischen Delegierten verließen den St. James-Palast gegen 1 Uhr; die übrigen Delegierten blieben im Palast, um dort das Frühstück einzunehmen, das um 2 Uhr be­endet war. Ein Versuch, die Delegierten zu interviewen, wurde von diesen zurückgewiesen. Sie verweigerten jede Auskunft. Rach einer amtlichen Meldung vertagten die Delegierten die Be­ratungen deshalb bis Donnerstag, damit die Vertreter der Türkei sich mit ihrer Regierung in Verbindung setzen können, da ihnen ihre Instruktionen nur erlauben, mit den Delegierten der drei Länder, die den Waffenstillstand bereits unterzeichnet haben, in Verbindung zu treten.

L o n d o n, 17. Dez. Das Reutersche Bureau erfährt, die Bot­schafter hatten gestern bei dem Minister des Auswärtigen Grey im Auswärtigen Amt eine Besprechung, wobei die allgemeinen Grundlagen der bevorstehenden Unterredungen beschlossen wurden. Wie das Reutersche Bureau aus diplomatischer Quelle erfährt, wird jeder Beschluß nur ad lefetenbum gefaßt werden. Die Ver­handlungen sollen geheim gehalten werden. Wahrscheinlich wer­den zuerst die heikleren Fragen verhandelt.

LondDn, 17. Dez. Vor dem Frühstück, welches nach der Zu­sammenkunft der Friedensdelegierten im St. James-Palast statt- fand, bei dem die Delegierten an vier Tischen saßen, hielten die Führer der Mission eine formlose Konserenz ab. Unter den Fra­gen, die dabei zur Erörterung gelangten, wurde auch die Haltung besprochen, die von den Türken den Griechen gegenüber eingenom­men werden würde. Es ist Grund zu der Annahme vorhanden, daß die Schwierigkeiten dieses Punktes überwunden werden wird und die Frage der Friedensbedingungen nicht berührt. Auch die offiziellen Vollmachten der Delegierten sind noch nicht ausgetauscht worden.

Der Kampf vor den Dardanellen.

London, 17. Dez. Einer Lloydmeldung zufolge begann heute morgen in der Einfahrt der Dardanellen ein Gefecht zwischen der griechischen und der türkischen Flotte.

Konstantinopel, 17. Dez. Wie verlautet, erhielt der Kriegsminister ein Telegramm vom Kommandanten der Flotte, in dem es heißt: Heute morgen fand ein neuer Kampf zwischen der türkischen und der griechischen Flotte statt. Rach einer Stunde seien Flammen auf dem Deck desAwroff" bemertt worden. Die­ser legte sich alsbald auf die rechte Seite und wurde von den übri­gen griechischen Schlachtschiffen umringt, die sich dann, verfolgt von der türkischen Flotte, zurückgezogen hätten. Wie weiter verlautet,, schicken sich türkische Tvrnsportschiffe an, Truppen mit unbekannter Bestimmung an Bord zu nehmen.

Athen, 17. Dez. Der Beobachtungsoffizier des Panzers Averoff" versichert, er habe sechs Projcttile von 234 Millimeter auf den türkischen PanzerHair Eddin-Barbarossa" niederfallen sehen.

Konstantinopel, 17. Dez. Die Pforte veröffentlicht ein Telegramm des Kommandanten der Flotte vom 16. Dezember an den Generalissimus: Heute früh 8.20 Uhr verließ die türkische Flotte die Dardanellen und nahm mit der feindlichen Flotte Füh­lung. Die beiden Geschwader wechselten Schüsse in einer Distanz von 3200 bis 7500 Meter. Unsere Offiziere und Mannschaften waren außerordentlich tapfer; der Kampf dauerte iy2 Stunden. Der griechische KreuzerAveroff" wurde von drei oder vier Pr«d jektilen getroffen und seine Hzölligen Geschütze am Vorderteil und seine 19zölligen am Steuerbord zum schweigen gebracht. Die übrigen feindlichen Schiffe zogen sich auf die hohx See zurück, nach­dem sie einige wirkungslose Schüsse abgegeben hatten. Der Kampf dauerte nur noch mit demAveroff" fort, der schließlich gleichfalls in der Richtung nach dem Piräus flüchtete. Unsere Schiffe erlit­ten keinen Schaden.

Bor Mytileue. -

Konftantinopel, 17. Dez. Wie ein Telegramm des Kom­mandanten des türkischen Detachements auf Mytilene, Abdul Ghani, meldet, erschienen gestern früh zwei in Kriegsschiffe ver­wandelte griechische Dampfer vor Molivo und forderten die Schiffe auf, sicb aus dem Hafen zu entfernen. Als diese sich weigerten, bombardierten die Schiffe den Hafen. Das Gebäude derDette publique", das Zollgebäude, zwei Läden, eine Bäckerei, zwei Eafäs und ein Hotel verbrannten. Weiter wurden einige Häuser und Läden beschädigt. Menschenleben sind nicht zu beklagen.

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Sindenten-Llitik.

Eine vornehme Pflicht ist die Ausübung des Gastrechts, eine Pflicht, die vor allem auch ein Staat zu erfüllen hat, namentlich wenn er in wechselseitigen Beziehungen zu anderen Staaten stehen will. Gerade wir Deutschen dürfen uns rühmen, daß wir in liberalster und entgegen­kommendster Weise die Fottschritte unserer Wissenschaft auch den Ver­tretern anderer Völker haben zugute kommen lassen. Aber selbstver­ständlich bat das seine Grenzen. Wenn, wie es schon seit Jahren ge­schieht, das Ausländertum unsere Universitäten und technische Hochschulen geradezu überschwemmt, so liegt doch erstens die Gefahr vor, daß wir uns im Wettbewerb der Volker untereinander eine schwere Konkurrenz selbst groß ziehen, und daß wir andererseits ungerecht gegen die Kinder unseres eigenen Volkes werden. Das ift schon lange der Fall. Auf manchen Universitäten haben die Ausländer in den Kliniken und Erperi- mentierfäten ufro. längst die besten Plätze inne und man erinnert sich der vielfachen Notschreie aus der Studentenschaft selbst. In Halle hat die Angelegenheit jetzt zu einem Streik der Kliniker geführt. In Halle sind 30 Prozent der Kliniker Ausländer. Man darf auf den Ausgang gespannt sein. Die Universitätsbehärde hat den Klinikern auseinandergefetzt, daß sie ohne Genehmigung des Ministeriums in der Ausländerfrage nichts vornehmen könne. Bis zum Eintreffen dieses ministeriellen Be­

scheides sollten die Hörer die Vorlesungen weiter besuchen. Die Studen­ten erklärten indessen, daß sie im Streik weiter verharren wollten. Gott sei Dank regt es sich aber jetzt überall. Die Klinikerschaft des gan­zen Reiches steift den Hallensern den Rücken und die Fakultäten werden folgen, denn die Erregung in der Studentenschaft ist groß und das sei nochmals betont völlig berechtigt. In Straßburg hat der Klinikerverband auch bereits einen Erfolg errungen. Aus betreiben des Verbandes hat nämlich die medizinische Fakultät der Universität Straßburg beschlossen, nur solche Ausländer zur klinischen Praxis zuzu- lassen, die das Physikum, rote die Reichsdeutschen, abgelegt haben. Diese Verordnung tritt schon im nächsten Sommersemester in Kraft. Für Januar ist eine große Versammlung vorgesehen, in der die medizinische« Fakultäten sämtlicher Universitäten Deutschlands übet die Ausländer­frage beraten werden.

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Deutsches Reich.

Born bayerischen Prinzregenten. München, 17. Dez. Prinz­regent Ludwig von Bayern teilte dem Justizmimfter den Wunsch mit, anläßlich der llebernahrne der Regentschaft tm Andenken an seinen Vater Luitpold einer größeren Zahl von Verurteilten Gnade zu erweisen. Er beauftragte denselben, geeignete Vor­schläge zu unterbreiten. Der Prinzregent empfing im kleinen Thronsaal der Residenz in feierlicher Form das diplomatische Korps. Der päpstliche Nuntius Monsignore Fruhwirth gab als Doyen des diplomatischen Korps der tiefen Trauer über das Ab­leben des Prinzregenten Luitpold Ausdruck und sprach dem Prinz­regenten Ludwig die Wünsche des diplomatischen Korps für eine lange, gesegnete und glückliche Regierung aus. ,

Aus der Darmstädter Kammer. Darmstadt, 17. Dez. Die erste Kammer trat heute vormittag wieder zusammen. Sie nahm den Gesetzentwurf betreffs Ausführung der landwirtschaftlichen Unfallversicherung nach den Beschlüssen der zweiten Kammer an, mit Ausnahme des Paragraphen 13, der eine andere Fassung er­hielt. Deshalb muß die Vorlage nochmals an die zweite Kammer zurückgehen. Darauf gab der Finanzminister Baun dieselbe Er­klärung wie in der zweiten Kammer ab.

Doch einParseval" für England. Die Nachricht, daß die deutsche Regierung gegen den Verkauf Widerspruch erhoben habe, wird von derTäglichen Rundschau" als unrichtig bezeichnet; das genannte Blatt versichert, daß die Lieferung an England nicht nur mit Wissen, sondern auch mit Billigung unserer Regierung erfolgt sei. Dieses Verhalten dürfte überall Befremden Hervorrufen. Der Vorsprung, den Deutschland auf dem Gebiete des Luftschiff­baues hat, wird so dem Auslande preisgegeben. Der Verkauf Kruppscher Kanonen ist etwas anderes. Da man Krupps Stahl mit dem Besitz seiner Kanonen noch nicht nachmachen kann. Wenn geltend gemacht wird, daß die Parseval-Geselllcbaft allein vom Reich nicht leben könne, so müssen sich doch andere Mittel finden. Der Lustfahrverein für Münster und das Münsterland hat an den" Verein für Luftfahrt in Hamburg, der der Vorort der Nordwest­gruppe des Deutschen Luftfahrer-Verbandes ist, folgende Drahtung gerichtet:Der Vorstand des Luftfahrvereins Münster bezeichnet die durch die Zeitungen gehende Absicht, Pars"val-Luftschiffe zu verkaufen, vom nationalen Standpunkt als falsch. Er protestiert auf das energischste und bittet Hamburg, sofortigen Protest der Nordwestgruvpe an den Deutschen Luftfahrerverband zu richten und den Protest in den Tagesblättern zu veröffentlichen."

Professor Dr. Alexander Tille t- Saarbrücken. 16. Dez. Der Syndikus der hiesigen Handelskammer Brofessor Dr. Alexander Tille ist heute tm 47. Lebensjahre gestorben. Er hat sich durch eine entschie­dene Vertretung der Arbeitgeberinteressen und durch scharfe Polemik gegen die Kathedersozialisten bekanntgemacht.

Ausland-

* Frankreich. Patts, 17. Dez. Trotz der Weigerung Leon Bour­geois fahren mehrere radikale Blätter fort, dessen Kandidatur für die Präsideniilbaft der Republik eifrig zu befürworten. Der Unabhängige Sozialist Breton fordert heute in demEvenement" Bourgeois auf, den Bitten feiner zahlreichen Freunde nachzugeben, da nur durch feine Kandi­datur gegenwärtig das Einvernehmen aller linksrepublikanischen Par­teien erzielt werden könnte. Hier war gestern mit großer Hartnäckig­keit das Gerücht verbreitet, daß zwischen dem Grafen von Malroy und dem Grafen von Ravenstein ein Säbelduell bevorsiehe, das heute ht Neuilly bei Patts ausgekochten werden soll. Der Grund zu dem Duell soll eine abfällige Kritik Ravensteins über die französische Armee sein, die von Malroy als Beleidigung empfand. Ein Telegramm aus Lyon berichtet, daß sich gestern abend toroere Unruhen infolge des Streifs zugetragen haben, wo Arbeiter und Apachen einen Straßenbahnwagen angriffen und versuchten, diesen zu zertrümmern. Zwisck>en den * -eilen­den und Polizisten kam es zu einem heftigen Kampf, wobei es auf beiden Seiten mehrere Verwundete gab. Zwei Polizisten wurden schwer ver­letzt. Don 6 bis 11 Uhr abends wurden etwa 50 Verhaftungen vorge­nommen.

* Der mißglückte Friedensstreik. Paris, 17. Dez. Das Blatt des Allgemeinen Arbeiter-Verbandes, dieBataille Svndikaliste" behauptet, daß die Zahl der Teilnehmer an dem gestrigen Ausstand in Paris und den übrigen Seine-Departements an 100120 000 betragen habe. Im allgemeinen stimmen jedoch die sonstigen Berichte darin überein, daß der Streik sehr unbedeutend gewesen war und die Treibereien des All­gemeinen Arbeiterverbandes als durchaus verunglückt angegeben werden können. DerRadieal" schreibt: Da die große Menge der Arbeiterschaft und der bürgerlichen Bevölkerung einem Kriege unzweifelhaft feindlich gesinnt ist und weder das Parlament noch die Regierung mit leickitem Herzen eine so furchtbare Verantwortung übernehmen würden, haben die meisten Arbeiter diese Bürgschaft für die Erhaltung des Friedens für ausreichend erachtet und gestern ihre Arbeitsstätten aufgesucht. Die konservativen und nationalistischen Blätter geben ihrer Befriedigung über das Scheitern der Treibereien des Allgemeinen Arbeiterverbandes Whast Ausdruck.