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1912.

Erstes Blatt

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mit dec auf Halbmast wehenden Fabne. Hier vollzog Prinz - Regent Luitpold seine Regie- rungSakte, bis ihm der Tod die Feder aus der Hund nahm.

Marburg

Mittwoch, 18. Dezember

sie bei aller Gegnerschaft gegen dielleberagrarier", diese doch al, Bundesgenossen gegen die Sozialdemokratie gar nicht entbehren können. . . . Nicht im Kampfe mit denUeberagrariern" sehen die Freikonservativen ihr Ziel, sondern darin, daß sie die Brücke zwischen der Rechten und der Linken wieder herstellen, die Verstän­digung vermitteln und so den gemeinsamen Boden vorbereiten für die auf die Dauer notwendige Vereinigung aller staatserhaltenden Parteien gegen die Sozialdemokratie."

Der Berfassungskonflikt in Mecklenburg. Schwerin, 16. Dez. Zu der Verfassungsangelegenheit meldeten eine Reihe auswärti­ger Blätter, daß der Schweriner Staatsrat Dr. Langfeld und der Strelitzer Staatsminister Dr. Bossart am Sonnabend in Berlin gewesen seien und mit dem Reichskanzler konferiert hätten, um die Zustimmung des Reiches zur Oktroiierung der Verfasiung in Mecklenburg aufgrund des Manutenenzrechtsrechtes zu verlangen. Rach einer Erkundigung stellt dieMecklenburgische Zeitung" fest, daß Staatsrat Dr. Langfeld am Sonnabend oder überhaupt in b-r letzten Woche nicht aus Schwerin verreist war, also auch nicht seit der letzten Ablehnung des Verfasiungsgesehes im Landtag. Wenn in Mecklenburg die Verfasiung oktroiiert werden sollte, be­dürfe es nach der Meinung derMecklenburgischen Zeitung" der Zustimmung des Reiches nicht.

AuslaNd.

* * Die Bagdadbahn. Aleppo, 16.. Dez. In Gegenwart der lokalen Behörden wurden die Neubaustrecken der Bagdad-Bahn von Aleppo nach Radju im Amanus-Eebirge und von Aleppo nach Djerabulus am Euphrat dem Betrieb übergeben. Die Länge der neu in Betrieb genommenen Strecke beträgt 200 Klm.

DieNordd. Allg. Ztg." gegen französisch« Hetzversuche.

Berlin, 16. Dez. DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Diese Woche beginnen in London die Besprechungen der Botschafter, denen im allgemeinen mit Zuversicht entgegengesehen wird und die eine ausgesprochen friedliche Tendenz haben. Ihr Gelingen hängt wesentlich von dem Vertrauen ab, das die Mächte einander entgegenbringen. Wir können daher nur bedauern, daß angesehene französische Blätter, voran derTemps", auch in diesem Augen­blicke die Verhetzung gegen Deutschland fortsetzen, dem vor allem die Anstachelung der Türkei zur Fortsetzung des Krieges unterge­schoben wird. So wurde in der Freitagsnummer desTemps be­hauptet, daß Deutschland auf die Wahl der türkischen Delegierten einen für den Frieden nachteiligen Einfluß ausgeübt habe. Ferner wird die Konzessionierung der Stadtbahn in Konstantinopel an ein deutsches Konsortium, mit deutschen Waffenlieferungen in Zu­sammenhang gebracht. Die hetzerische Tendenz der Nachricht tritt besonders deutlich darin hervor, da derTemps" wisien mußte, daß zu dem Konsortium auch die französische Ottoman-Bank gehört. Dieses Gebühren ist jetzt, wo die Mächte zur friedlichen Erörterung der Lage sich vereinigen besonders bedenklich. Wer in diesem Falle die Friedensstörer sind, sieht jeder, der eine beliebige Nummer die­ser Blätter in die Hand nimmt.

Kriegerische Stimmung in Bulgarien.

S o f i a, 16. Dez. Das BlattMir" stellt fest, daß die Stim­mung unter den Sobranjemitgliedern eher kriegerisch sei, und daß die Mehrzahl derselben damit nicht einverstanden sind, daß die bulgarische Armee noch vor den Toren von Konstantinopel Halt mache. Die Deputierten sehnten vielmehr das Scheitern der Frie­densverhandlungen herbei und wären bereit, alle notwendigen Kredite zu bewilligen und die Regierung bis zum Ende des ges zu unterstützen, der nach ihrer Ansicht mit dem Einzuge der Verbündeten in Konstantinopel zu enden hätte. Das Blatt hofft, daß die Deputierten ihre Anschauung aufgeben, wenn sie aus Auf­klärungen der Regierung erfahren, daß es notwendig war, Europa den letzten Beweis zu geben, daß die Balkanvölksr den Frieden Europas nicht zu stören wünschten. Nach Erklärungen verant­wortlicher türkischer Staatsmänner erklärt das Blatt, die Frie­densaussichten seien nicht besonders groß. Es sei wahrscheinlich, daß anstelle der Bevollmächtigten die Kanonen wieder zu .prechen beginnen werden. Diesmal würde ihre Stimme wirksamer sein, aber bis dahin müssen wir, so schließt das Blatt, aufrichtig für die endgiltige Einstellung der Operationen und den Abschluß eines würdigen, dauerhaften Friedens tätig fein.

Di« Affäre Prohaska.

Wien, 16. Dez. Es verlautet, die Oeffentlichkeit wird mit dem Ergebnis der Untersuchung des Konsuls Edl in der Prohaska- Affäre durch Beantwortung der Interpellation des Abgeordneten Langenhahn seitens des Ministerpräsidenten Stürgkh im Abge­ordnetenhause bekannt gemacht werden.

Die griechisch-türkischen Feindfeligkeiten.

Konstantinopel, 16. Dez. Heute morgen fand außer­halb der Dardanellen ein Kampf zwischen der türkischen und grie­chischen Flotte statt. Rach Informationen aus türkischer Quelle mußte sich die griechische Flotte zurückziehen.

Koiistantinopel, 16. Dez. Das BlattTertschumani Hakikat" veröffentlicht den Bericht eines Reisenden, welcher von den Dardanellen eingetroffen ist. Darnach eröffneten gestern vor­mittag drei hinter einem Lloydschiff versteckte griechische Torpedo­boote das Feuer gegen die Forts, das diese erwiderten wobei sie darauf achteten das Lloydschiff nicht zu treffen. Rach halbstündi­gem Feuer entfernten sich die Torpedoboote.

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Deutsches Reich.

___ Freikonservative und Rationalliberale. Berlin, 15. Dez.

der Wochenschrift:Das neue Deutschland" schreibt der freikon­servative Abg. Dr. Arendt:Es ergeben sich zwei Vorbedingungen für eine Erneuerung der alten Kampfgemeinschaft zwischen Natio­nalliberalen und Freikonservativen. Einmal die Abkehr der Libe­ralen vom Eroßblock und dann die Erkenntnis der Liberalen, daß

ma oem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" und Landwirtschaftliche Beilage".

Die Lage.

~ Zur Friedenssrage

schreibt dieNeue politische Corespondenz": Die öffentliche Mei­nung steht der Frage, ob Krieg oder ob Frieden, noch immer skep­tisch gegenüber, und man hört vielfach die Meinung, daß es Früh­jahr wohl nun bestimmtlosginge". Demgegenüber mochten wir nachdrücklich darauf Hinweisen, daß natürlich eine Garantie für die Aufrechterhaltung des Friedens niemand übernehmen kann, daß aber der Ausbruch des Krieges sowohl jetzt wie im Fruhiayr in höchstem Maße unwahrscheinlich ist. Deutschland, Oesterreich- Ungarn Italien und Rumänien stehen ganz fest zusammen und sind durchaus friedlich gesinnt. Von den Ententemächten ist weiter England unbedingt für den Frieden. Kern Ministerium würde sich dort halten, welches infolge der Balkankrisistm An­schluß an Rußland und Frankreich zu den Waffen griffe. In Frankreich niöchte man, obwohl die Provinz friedlich ist, vielleicht schlagen, wenn man des Erfolges sicher wäre. Da dies aber in, kei­ner Weife der Fall ist, so ist man wenigstens in den amtlichen Kreisen verständig genug, das verborgene Feuer nicht zu schüren. Wenn Rußland mit Oesterreich-Ungarn allein zu tun hätte, wurde es vielleicht losschlagen., Da es aber genau weiß, daß, wenn es Oesterreich-Ungarn angreift, sofort Deutschland auf dem Kampf­platz erscheint, so hat auch Rußland keine Neigung, sich um der Wünsche Serbiens willen die Hände zu verbrennen. Es kommt dazu daß bei den ungünstigen innerpolitischen Verhältnissen Rußlands ein unglücklicher Krieg doch sicherlich einen neuen revo­lutionären Ausbruch und leicht möglich infolgedessen auch den Sturz der Dynastie Romanow zur Folge haben könnte. Das aussen die maßgebenden Kreise in Petersburg auch sehr wohl und ebenso, daß die Dynastie trotz des Bündniffes mit Frankreich ihre besten und zuverlässigsten Stützen in der deutschen und österreichischen Monarchie Hai. Frankreich würde es sicher nicht ungern sehen, wenn aus dem allgemeinen Tohuwabohu eines europäischen Krie­ges das verbündete Rußland sich zur Republik entwickelte. Re- publikanismus färbt ab. Wenn Deutschland und England nicht so entschieden friedlich gesinnt wären, würde die Situation vielleicht gefährlich fein; so aber kann auch der Laie sich an den Fingern ab- zählen daß bei der vorstehend dargestellten Sachlage und bei der festen 'aber friedlichen Haltung des Dreibundes ein großer euro­päischer Krieg schwerlich weder jetzt noch im Frühjahr sich ent­wickeln wird. Die politische Situation gleicht einem großen etwas verworrenen Knäuel, dessen Entwirrung Ruhe, Vorsicht und Ge­duld erfordert: aber man weiß ja, daß auch die schwierigsten Knäuel sich schließlich ganz glatt abwickeln lasten, wenn man es an dieser Ruhe und Geduld und an gutem Willen nicht fehlen laßt.

Die Friedensverhandlungen

in London haben am Montag begonnen. Die Eröffnung der Kon­ferenz erregte die Aufmerksamkeit nur wenig. Etwa 100 Journa­listen, Photographen und einige Neugierige sammelten sich eine Stunde vor der Eröffnung der Konferenz in der St. Iamesftrcche. Die strengsten Vorsichtsmaßregeln waren ergriffen worden. D,e gewöhnlichen Schildwachen waren durch Polizeibeamte verstärkt worden Das Wetter war schön. Zuerst trafen die türkischen Delegierten ein. Ihnen folgten in Abständen von einigen Mi­nuten die Missionen Serbiens, Montenegros und Bulgariens. Zu­letzt die griechische Mission. Die Delegierten haben sich entschlosten, daß der Vorsitz abwechselnd nach dem alphabetischen Namensver­zeichnis der Staaten geführt wird. Bei der Eröffnung der ersten Sitzung drückte Sir Edward Grey in französischer Sprache den Un­terhändlern das Wohlwollen des Königs aus, der die aufrichtig­sten Wünsche für den Erfolg ihrer Aufgabe ausdrückte. Grey wies dann auf die Wichtigkeit ihrer Mission hin und gab der Hoffnung Ausdruck daß der Friede, der sich aus den Beratungen ergeben werde, die Achtung ganz Europas gewinnen werde. Die Delegier­ten dankten ihm für seine Worte und boten ihm den Ehrenvorsitz an, den der Minister auch annahm. Darauf wurde die nächste Sitzung auf Dienstag vormittag festgesetzt.

deren Raum 15 4, bet amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 ^, für m Reklamen die Zeile 60 Bei Wiederholungen enispre^nder Rabatt, lebet Rabatt gilt als Barrabatt. Bei Konkurs kein Rabatt. Ver- bindlichkeit für Platz-, Datenvorfchrtft und Beleglieferung ausge­schloffen. Zahlungen im Postscheckverkehr ohne Portokosten

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Marburg und Umgegend.

Nachdruck aller Orginalartikel ist gemSh $ 18 des Urheberrechts nur mit . der deutliches Quellenangabe ..Oberhelf Ztg gestaltet i

Marburg, 17. Dez.

* Universität. Herrn Universitätskuratorial - Registrator Splittstößer wurde der Charakter als Rechnungsrat verliehen.

* Verleihung. Herrn Lehrer Wilhelm Apel, wohnhaft hier, angestellt in Ockershausen, wurde der Adler der Inhaber des Kö­niglichen Hausordens von Hohenzollern verliehen.

* Generalversammlung. Man schreibt uns: Die Generalver­sammlung des Vereins ehem. Gardisten Marburgs fand am Sonn­abend den 14. d. Mts. im Vereinslokal (Rest. Daube) statt. Ka­merad Vorsitzender Wirges begrüßte die sehr zahlreich erschienenen Kameraden und erstattete den Jahresbericht. Alsdann fand die Aufnahme neuer Mitglieder statt, so daß die Zahl der Vereinsmit­glieder beinahe auf 80 gewachsen ist. Die darauf abgelegte Jahres­rechnung ergab für den Verein ein recht erfreuliches Resultat: namentlich ist es der Fonds der Begräbnisbeihülfenkasie, so daß aus diesem eine Anzahl Kameraden-Witwen eine namentliche Uw terstützung zu dem Weihnachtsfeste erhalten können. Ein gestellter Antrag auf Abänderung eines Satzungsstatuts wurde einstimmig abgelehnt: desgleichen eine vorläufige Erhöhung des monatlichen Beitrags. Bei der hierauf vorgenommenen Vorstandswahl wurden ohne Ausnahme sämtliche Vorstandsmitglieder wieder gewählt. Im weiteren beschloß men das diesjährige Weihnachtsfest wie all­jährlich im Hotel Freidhof nm 29. d. Mts. zu begehen. Mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf den Kaifer schloß der geschäft­liche Teil, worauf man noch einige Stunden in alter treuer Ka­meradschaft beisammen blieb.

Hochwasser. Im Laufe des gestrigen Tages zeigte die Lahn plötzlich ein rapides Steigen und trat auch an vielen Stellen über ihre Ufer Auch aus dem Ohm- und Wohratal wird dasselbe ge­meldet. Das plötzliche Hochwasier ist auf die überall niederge­gangenen starken Regen und das Schmelzen der noch in den Ber­gen lagernden Schneemasien zurückzuführen. Besonders hohe Wasierstände werden aus dem Werra- und Fuldatale geMewef Auch der Sturmwind hat hier und da Schaden angerichtet. Am Eschwege wird z. B. gemeldet:Ein schweres Unwetter wütete in 'der verflosienen Nacht. Der Sturm brauste mit einer Gewalt da­her als wollte er alles mit sich fortreißen. Dazu goß der Regen rn Strömen, unaufhörlich, bis er endlich gegen Morgen etwas nach­ließ. Dazwischen entlud sich auch ein kurzes Gewitter mit einigen kräftigen Donnerichlcigen. Die Werra ist infolge der ungeheuren Niederschläge stark gestiegen und reicht bis an das Ufer. Der Hoch- wasferstand beträgt sieben Fuß'gegen dreizehn Fuß beim Hoch­wasier im Frühjahr 1909. Das Elektrizitätswerk kann noch mit den Turbinen arbeiten, indesien wird befürchtet, daß die Werra noch weiter steigen wird, da auch aus dem Oberlauf Hochwasier ge­meldet wird." Seit gestern abend hat sich das Wetter wieder etwas gewendet in vergangener Nacht trat sogar leichter Frost ein.,

* Der Hessenbund. Unter dieser Spitzmarke lesen wir in einer Stettiner Zeitung: Es ist eine weite Wegstrecke vom Cbattengau bis zum pommerschen Tiefland von den sanften Hügeln und dunklen verträumten Wäldern Hesiens bis zur pommerfchen Was­serkante. Und doch haben sich HcsienCasieläner", Söhn« Nafsoviens undDarmstädter" in Pommerns Hauptstadt zahl- reich aenug angesiedelt, um einen landsmannschaftlichen Zusam-, menschluß zu begründen, denHesienbund", der am gestrigen Abend seine zweite vorbereitende Sitzung in derHütte" abhielt. Trinkfroh waren ja die lebhaften Chatten immer, sind es noch jetzt. Das merkte man auch gestern abend wieder. Und die munter«, harmlose Geselligkeit ist eine ihrer schönsten Tugenden. Sie schuf auch am zweiten Bundesabend bald genug die echte,"v-

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