Einzelbild herunterladen
 

Die Lage

JoH nach immer wieder auftauchenden Nachrichten durchaus nicht die Entspannung zeigen, die man ihr in den letzten Tagen zuge- schrieoen hat. So hat sich zunächst nach eine amtlichen Erklärung die Unterzeichnung des Waffenstillstandsprotokolls infolge einer noch hinzugefügten Aenderung verzögert. Außer den bereits ge­meldeten Bedingungen fetzt das Protokoll die Blockade der Häfen Und Inseln fest. Es ist aber hier noch nicht alles ins Reine gebracht worden. Auch die serbisch-österreichischen Beziehungen sollen stch noch nicht in der wünschenswerten Weise gebessert haben. So mel­den verschiedene Berichterstatter übereinstimmend aus Wien und Eemlin, daß die politische Lage von ihrem bisherigen Ernst nicht das geringste verloren habe. Den Nachrichten vom Umschwünge in den Absichten der Regierung und in der Gesinnung der Bevöl­kerung Serbiens sei wenig Glauben beizumesfen, und das neu- erfundene Wort vom Korridor zur Adria sei nur ein anderer Name für die alte Sache. Weiter wird gemeldet, daß am Sonn­tagvormittag der österreichisch-ungarische Gesandte von Ugron beim Ministerpräsidenten Paschitsch erschienen sei und eine mehr als einstündige Konferenz mit ihm hatte, der eine große Bedeu­tung beigemesien wird. Rach der Konferenz hat Paschitsch alle oppositionellen Führer zu sich berufen, soll aber nichts erreicht haben. Besonders die serbische Offtzi erspart ei, die auf die Beschlüsse des Königs großenEinfluß besitzt, bewahrt ihren durchaus feindlichen Stndpunkt gegen Oester- re i ch - U n g a r n und hetzt fortwährend zum Kriege.

Entsprechen diese Meldungen der Wahrheit, so darf von k e i - ner Entspannung der Lage gesprochen werden. Umso- weniger als auch die russischen Rüstungen, wenn auch langsam, fortgesetzt werden sollen. Nach derReichspost" soll die Mobili- sierung, die gegen Deutschland und Oesterreich gerichtet ist, noch nicht abgestellt sein. Es soll sich bereits eine Truppenmacht von einer halben Million konzentriert haben, da sämtliche Erenzkorps fast auf vollem Kriegszustand sind. Auffallend ist, daß kein ein-' ziges polnisches Regiment mehr im Grenzgebiet steht, sie sollen sämtlich ins Innere, teils an die kaukasische Grenze verschoben wor­den sein. Weiter meldet dieReichspost":Bemerkenswert ist. daß in letzter Zeit in Galizien über 100 russische Spione verhaftet wurden. Kein Tag vergeht ohne eine Verhaftung, und noch im­mer sind unzählige russische Agenten als Beobachter und Aufhetzer besonders in dem ruthenischen Gebiet tätig.

Die Griechen gegen den Waffenstillstand.

P a r i s, 2. Dez. Nach einer Blättermeldung teilte der hiesige griechische Gesandte heute vormittag dem Ministerpräsidenten Poincar6 mit, daß die griechische Regierung sich weigere, den Waffenstillstand anzunehmen, welcher auf den von der Türkei ge­stellten Bedingungen: Verproviantierung der belagerten Festun­gen und isolierter türkischer Streitkräfte sowie der Aufhebung der Blockade usw., beruhen würde.

Die verlangte Kriegsentschädigung.

Paris, 2. Dez. DemMatin" wird aus Sofia gemeldet, daß der vorgestern im Hauptquartier von Kirkkilisie eingetroffene Finanzminister Teodorow eine Denkschrift ausgearbeitet habe, wonach die Balkanverbündeten von der Türkei eine Kriegsentschä­digung von 1 200 000 000 Franks verlangen wollten.

Serbische Unverfrorenheiten.

B e l g r a d, 2. Dez. In amtlichen und in Offizierskreisen wird der Friedensschluß für verfrüht gehalten, weil Albanien noch nicht ganz von den Serben unterworfen sei. Die Unabhängigkeits- erklärung Albaniens wird hier nicht ernst genommen und kann noch, falls die Großmächte sie anerkennen, zu sehr ernsten Verwicke­lungen führen. Bezüglich des Konflikts Serbiens mit Oesterreich Wird behauptet, daß der bevorstehende Friedensschluß mit der Türkei für Serbien von großem Vorteil sei, weil jetzt das gesamte serbische Heer ungehindert nach dem Norden des Landes geleitet werden kann. Die Belgrader Blätter kündigen bereits an, daß schon diese Woche mindestens 100 000 Mann längs der Grenze ge­gen Oesterreich-Ungarn zufammengezchen sein werden.

Belgrad, 2. Dez. Die serbische Regierung hat, nach der Voss Ztg an die Kabinette von Paris, London und Peters­burg eine Note gerichtet, worin sie die Aufmerksamkeit der drei Großmächte auf die Truppenanhäufungen Oesterreich-Ungarns an der serbischen Grenze lenkt. Das serbische Kabinett halte diese Ansammlung für durchaus unbegründet, weil es selbst eine korrekte Politik gegen Oesterreich-Ungarn verfolge.

Durazzo, 2. Dez. Eine Abteilung serbischer Truppen be­setzte vor einigen Tagen die italienische Schule und befindet sich noch dort. Infolgedessen unternahm der italienische Konsul bei dem Kommandeur die erforderlichen Schritte.

Albanien.

V a l o n a. 2. Dez. Die Konsuln Italiens und Oesterreich- Ungarns versicherten Ismail Kemal, daß ihre Regierungen immer die tiefsten Sympathien für das albanesische Volk gehegt hatten und der Entwicklung Albaniens in Unabhängigkeit das größte Interesse entgegenbrächten und den Albanesen ihre moralische Unterstützung gewähren würden. Ismail Kemal sprach in seiner Antwort den beiden Regierungen die Dankbarkeit des Albanischen Volkes aus. Ein griechisches Kanonenboot ist heute ftüh hier «ngekommen und hat sofort das Bombardement gegen die Schutz­

4

; i «i

u *-

und den Beilagen: ..Nach Feierabend", ..Fürs Haus" und «Landwirtschaftliche Beilage".

JK284

DieOberhrssische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 <* (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 <* frei ins Haus. (Für unter« langt zugeiandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck und Verlag der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh - Dr. C. Sitzerath), Markt 21. Telephon 55.________

Marburg

Mittwoch, 4. Dezember

Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gespaltene Zeit-, oder deren Raum 15 4, bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4, für Reklamen die Zeile 60 A. Skt Wiederholungen entsprechender Rabatt. Zeder Rabatt gilt als Barrabatt. Bet Konkurs kein Rabatt. Ver» bindlichkeit für Platz«, Datenvorschrift und Beleglieferung ausge« schlossen. Zahlungen im Postscheckverkehr ohne PortokiPen unter Nr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.

47. Jahrg.

1912.

Erstes Blatt.

Hütte für das Unterseekabel eröffnet. Die Beschießung war jedoch unwirksam. Es gelang dem Kanonenboot nicht, das Kabel zu unterbrechen. Die Bevölkerung betrachtet die Beschießung über­einstimmend als einen Protest gegen die Erklärung der Unab­hängigkeit und Neutralität Albaniens. Sie verhält sich ruhig, obwohl sie erregt ist.

Der Streit um Saloniki.

Sofia, 2. Dez. Der Frage von Saloniki werde in bulgari­schen Kreisen eine außerordentliche Wichtigkeit beigemesfen. Gene­ral Theodorow erklärt in einem heute veröffentlichten amtlichen Bericht, daß seine Streitkräfte allein sich mit den Türken vor Sa- lonik geschlagen hätten: während dieser Zeit hätten die Griechen, welche 17 Kilometer von Saloniki entfernt waren, unter erniedri­genden Bedingungen mit den Türken verhandelt, welche sich in­folge der ihnen gestellten Bedingungen, den Griechen ergaben. Dies sei die Wahrheit über die Einnahme von Saloniki. Die Bul­garen seien mit Waffengewalt eingerückt, die Griechen jedoch ohne Schwertstreich eingezogen, indem sie sich die Ergebnisse der von den Bulgaren gelieferten Schlacht zu Nutzen machten. Es heißt, daß in und um Salonik nahezu 50 000 bulgarische Soldaten stehen.

Paris, 2. Dez. DerAgence Havas" wird aus Salonik ge­meldet: Die Meldung, daß die serbische Armee einem serbisch-bul­garischen Abkommen entsprechend Monastir geräumt und den Vul­garen übergeben habe, rief in den griechischen Kreisen großen Ein­druck hervor. Der Kronprinz sei nach Salonik gekommen, um diese Angelegenheit mit dem König Georg zu besprechen. Gerüchtweise verlautet, daß der König von Griechenland Anstalten getroffen habe, mit der königlichen Familie den ganzen Winter in Salonik zu verbleiben. Eine amtliche Mitteilung erklärt, die Behauptung, Griechenland habe entsprechend einem griechisch-bulgarischen Ab­kommen zugegeben, daß Salonik außerhalb seiner Zone bleibe, als unrichtig.

Die Mission v. Hortzendorffs.

Die rumänische Presie erblickt in der Mission des Freiherrn von Hoetzendorffs einen neuen Beweis des freundschaftlichen Wi­derhalls, den die Jntereffen Rumäniens bei der Monarchie finden. Insbesondere wird das große Ansehen des Ueberbringer des aller­höchsten Handschreibens hervorgehoben, der auf die rumänischen Staatsmänner und die Spitzen der Armee, die er noch nicht kannte, einen ausgezeichneten Eindruck machte. Angesichts einer gewissen Unruhe, welche die Mission des Armeeinspektors in der Bukarester öffentlichen Meinung hervorgerufen hat, legt man Wert darauf, zu betonen, daß in ihr ein neuer Schritt in den Bemühungen zu erblicken ist, die auf eine friedliche Wendung der politischen Lage abzielen. Der Armee-Inspekteur Freiherr v. Hoetzendorff ist am Sonnabend von Bukarest nach Wien abgereist. Der Adjutant des Königs und mehrere Generale begleiten ihn zum Bahnhof.

Die Liebestätigkeit.

Berlin. 2. Nov. Das Zentral-Komitee des deutschen Ver­eins vom Roten Kreuz hat auf Ansuchen 500 Kopfkissen nach Montenegro überwiesen. Ebenso sandte es 2500 M aus dem Er­gebnis der Sammlung derKölnischen Zeitung" von 5000 M an den deutschen Gesandten in Cetinje zur Beschaffung von Holz und Mehl. Weitere Materialbeschaffungen für die anderen krieg­führenden Mächte sind im Gange.

Konstantinopel. 2. Dez. Die Pforte stellte Deutsch­land, das mit dem Schutze der türkischen Interessen betraut ist, 5000 Pfund für die aus Kosiowo in Saloniki eintreffenden musel­manischen Flüchtlinge zur Verfügung.

Verdächtige englische Machenschaften an der syrischen Küste.

Wenn man einem Pariser Blatt glauben will, so gingen die Engländer mit der Absicht um, an der syrischen Küste einen Ee- bietsstreifen. zu besetzen. DemTemps" wird aus Beirut gemeldet, daß die Muselmanen in Syrien, namentlich die zahlreichen algeri­schen Einwanderer, eine eifrige Propaganda zugunsten der Be­setzung Syriens durch die Engländer entfalten. Der Kommandant des englischen KreuzersBarham" habe am 10. No­vember dem Gouverneur von Syrifch-Tripolis erklärt, daß eng-, lische Mannschaften, falls sie zur Herstellung der Ordnung an Land geschickt würden, endgültig dort bleiben würden. Vor kurzem sei der Sekretär des Lord Kitchener in Beirut, Damaskus, Jaffa und Haiffa in muselmanischen Versammlungen erschienen. Ueberall sei dasselbe Ziel ins Auge gefaßt worden.

--------------!--------------

Politische Umschau.

Der Reichskanzler hat gesprochen.

Daß er über die schwebenden Balkansragen besondere Eröff­nungen machen werde, hat wohl niemand erwartet, dennoch führte er aus, Deutschland nimmt nachdrücklich an den Bestrebungen der Mächte teil, die Valkangefahr zu lokalisieren: Deutschland hat, ob­wohl es von den Vorgängen auf der Balkanhalbinsel nicht un­mittelbar berührt wird, doch an der Gestaltung der Dinge dort ein wesentliches öokonomisches Interesse, und Deutschland hat in man­chen Fragen sein Wort zugunsten seiner Verbündeten in die Wag­schale zu werfen. Das sind die Grundlinie« der deutschen Politik in der Balkanfrage. Diesen Grundlinien entsprechend wird Deutschland die berechtigten Ansprüche seiner Bundesgenossen un­terstützen. Und dann kam die scharf formulierte Erklärung von Deutschlands Bundestreue, mit der wir ja nur unsere eigene Stel­lung in Zukunft in Europa sichern. Den Mächten aber führt Deutschland noch einmal vor Augen, daß keine von ihnen an Landerwerb auf Kosten Her Türkei denken darf. Zu der

Rede des Reichskanzlers äußern sich die Berliner Morgenblätter wie folgt:Post": Wenn man so die Rede des Reichskanzlers be­trachtet, so wird man sie als durch die Umstände berechtigt ansehen und nicht nur billigen können. Sie hätte wohl mehr als nur ver­einzelten Beifall verdient.Tägliche Rundschau": Was Herr von Bethmann-Hollweg äußerte, war für den Tag das notwen­digste und selbstverständlichste und wie so häufig das Unglaubliche, ja Unerhörte Ereignis wurde, Io freut man sich schon, wenn das gute Selbstverständliche nicht ausbleibt.Verl. Tgbl.": Gegen große Teile der Rede, die der Reichskanzler gestern gehalten hat, ist gar nichts einzuwenden. Manche sind ganz vortrefflich und ver­dienten eigentlich Beifall. Einzelne Sätze dagegen schienen be­denklich und widerspruchsvoll.Vorwärts": Ueber die schwere Krise, die den Frieden Europas bedroht, hat die Zehn-Minuten- Rede, mit der den Reichstag abzuspeisen es dem Kanzler beliebt hat, kaum ein Wort gebracht, das nicht schon längst Bekanntes wie­derholt hätte. Im Ausland wird die Rede beifällig ausgenom­men. So wird gemeldet: Paris, 3. Dez. Ein mit den Anschau­ungen der Regierung wohl vertrauter Parlamentarier erklärte einem Journalisten: Seit dem Bestehen der beiden großen europäi­schen Staatengruppen des Dreibundes und des Dreiverbandes hat kein leitender Staatsmann die Bundestreue und die aus ihr sich er­gebenden Notwendigkeiten so volkstümlich warm und dabei mit so staatsmännisch besonnener Wahl der Ausdrücke betont, wie gestern der deutsche Reichskanzler. London, 3. Dez. Die gestrige Erklä­rung des Reichskanzlers im Reichstage, die sämtliche Blätter im Auszugs wiedergeben, wird in hiesigen politischen Kreisen sympa­thisch beurteilt. Man erkennt allgemein ihren optimistischen Ton an und schreibt ihr hohe Beedutung für die Klärung der inter­nationalen Lage zu.

D-uMes Reich.

Der Kaiser und die Kaiserin. Baden-Baden, 2. Dez. Der Kaiser ist im Sonderzug um 1.28 Uhr hier eingetroffen. Am Bahnhof waren die Kaiserin, das Eroßherzogspaar von Baden, Großherzogin Luise von Vaden und Prinz Max von Baden an­wesend. Nach herzlicher Begrüßung begaben sich die Herrschaften in den Fürstensalon und fuhren sodann in geschloffenen Wagen nach dem Schloß. Um 5.20 Uhr nachmittags sind der Kaiser und die Kaiserin mittels Sonderzug von hier abgereist. Am Bahnhof hatten sich zur Verabschiedung eingefunden der Großherzog und die Großherzogin von Baden, die Großherzogin Luise und die Spitzen der Behörden.

Eine Warnung des Kanzlers an den Vatikan? DieFrank­furter Zeitung" will aus guter Quelle erfahren haben:Der Reichskanzler von Bethmann-Hollweg habe am 27. November einen bekannten Führer des Reichstagszentrums zu sich gebeten und ihm mit voller Bestimmtheit erklärt, daß die jüngste päpstliche Enzyklika über die Arbeiterorganisationen das Letzte sei, was sich die preußische Regierung von der Kurie an Eingriffen in die Rechte des Staates und in die Selbständigkeit der nichtkonfessio­nellen Arbeiter- und sonstigen Verbände habe bieten laffen. Sollte wieder derartiges Vorkommen, werde sie unbedingt die diplomati­schen Beziehungen zum Vatikan einstellen." Eine Bestätigung dieser Nachricht bleibt noch sehr abzuwarten.

Erneuerung des Dreibundes. Berlin, 2. Dez. In Reichs­tagskreisen wird bekannt, daß, was ja auch nach manchen Nach­richten der letzten Zeit nicht zu bezweifeln war, der D"?ibund er­neuert worden ist.

Die Reichstagsersatzwahl in Reich 8. L. Gera, 30. Nov. Für die durch den Tod des sozialdemokratischen Abgeordneten Förster notwendig gewordene Reichstagsersatzwahl in Neuß ä. 2. beabsichtigen die Rationalliberalen den früheren Abgeordneten Dr. Stresemann als Kandidaten aufzriftellen. Stresernann soll den Sozialdemokraten den seit 1890 (mit einer Legislaturperiode Unterbrechuna) besessenen Wahlkreis abnehmen.

Zur Frage der Gewährung von Tagegeldern an Schöffen und Geschworenen schreibt man: Nachdem im Bundesrat, wie be­reits gemeldet, ein Antrag dreier süddeutscher Bundesstaaten auf Gewährung von Tagegeldern an Schöffen und Geschworenen ein­gebracht ist, darf man damit rechnen, daß noch in dieser Tagung des Reichstags eine entsprechende Gesetzesvorlage eingebracht wird. Dabei dürfte die Höhe der Entschädgung jedenfalls nicht im Gesetz festgestellt, sondern der Bestimmung des Bundesrats überlaffen werden. Die Entschädigung wird für Schöffen und '-ne jedenfalls gleichmäßig bemessen werden.

Ausland.

** Neue Kardinale. Rom, 2. Dez. Heute morgen wurde im Vatikan ein öffentliches Konsistorium abgehalten, wobei der Papst den Erzbischöfen Nagl-Wien, Bauer-Olmütz, Cosymacho-Valladolid und Almarez den Kardinalshut verlieh. Fast alle in Rom an­wesenden Kardinäle, Präladen, Würdenträger und Ritter des Maltheserordens sowie zahlreiche Mitglieder der römischen Aristo­kratie wohnten dem Konsistorium bei.

** Der französisch-spanische Marokkovertrag. Madrid, 30. Nov. Der französisch-spanische Marokkovertrag enthält 30 Artikel, die sich in drei Teile zusammen faffen kaffen. Der erste Teil behandelt besonders die Berichtigung der Grenze der spanischen Zone und die Enklave von Jfni. Der zweite Teil behandelt ausschließlich finan­zielle Fragen, besonders die Garantien für die Inhaber der An», leihen von 1904 und 1910, die Staatsbahnen und das Tabak- Monopol. Der dritte Teil sieht für die Zukunft eine abgeändert» >