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und den Beilagen:Nach Feierabend

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1912.

Erstes Blatt

Marburg

Freitag. 29. November

flusses zustande gekommen. Insbesondere ist die Behauptung fran­zösischer Blätter, Oesterreich-Ungarn habe der Türkei Ratschläge im Sinne einer Fortsetzung der kriegerischen Aktion erteilt, ein« böswillige Erfindung, um die Monarchie zu verdächtigen und ihr in den Augen der Balkanvölker zu schaden. Oesterreich-Ungarn verhielt sich, wie alle diplomatischen Kreise anerkannten, seil Kriegsbeginn streng neutral.

Russische Spionage?

Eine alarmierende Meldung, die allerdings mit größter Bor« sicht aufzunehmen ist, kommt aus Krakau. Dort sollen dieser Tage mehrere russische Offiziere versucht haben von einem Automobil aus die Festung zu photographieren. Sie wurden dabei ertappt und es kam zu einem förmlichen Kampf, wobei ein Rusie durch einen Schuh eines Krakauer Polizisten getötet wurde. Dieser Vor« fall, der das gröhte Aufsehen hervorrief, muhte von den Blättern geheim gehalten werden.

Französische Mobilisierung.

Eine trotz allen Ernstes spaßhafte Geschichte wird aus Nancy gemeldet. Infolge eines Irrtums erhielt dort der Brigadier Blion, der Chef der Erenzbrigade Arracourt, ein Telegramm, da, eine teilweise Mobilisation enthielt. Es ist unbekannt, auf welche Umstände der Irrtum zurückzuführen ist. Der Brigadier traf Maß. nahmen für die a l l g e m e i n e M o b i l i s a t i o n und der Mo­bilmachungsbefehl wurde sieben Gemeinden, die zur Brigade ge­hören, bekannt gemacht. Alle Männer zwischen 25 und 45 Zähren erhielten den Befehl zum Abmarsch. Die meisten begaben sich nach Moncel und bestiegen dort einen Zug nach To.ul, St. Pont, St. Vincent usw. Während diese! Zeit läuteten die Sturmglocken und die ganze Be> völkerung waraufdenBeinen. Die Aufregung wai sehr groß und Frauen und Kinder weinten. Die ersten Reservisten kamen in der Früh um 7 Uhr in Nancy und Luneville in dem Augenblick an, als der Irrtum erkannt war. Der Gendarmerie- Kapitän von Luneville begab sich nach Arracourt und verfügte di« Verhaftung Blions. Blion protestierte und erklärte, die an ihn gerichtete Depesche sei sehr klar und formell gewesen.

Zu dem Vorfall bemerkt die offiziöse Agence Havas: Infolge eines Zwischenfalles, der sich diese Nacht in dem Departement Meuthe-et-Moselle ereignet hat, und auf Grund eines von einem Brigadier der Gendarmerie begangenen Irrtums entstand das Ge­rücht. in den Bezirken des Ostens sei die Mobilisierung angeordnet worden. Das Kriegsministerium ermächtigt uns zu der Erklärung, kein Reservist habe die Einberufung erhalten, weder im Osten noch anderswo: Die Mobilisationsgerüchte sind also unbegründet. Dies Dementi bezieht sich wohl auch zum Teil auf eine Nachricht de, Journals", die besagt, General Bloch, Stadtkommandant von Belfort sei in Montpellier eingetrosfen und habe sofort die Mili- tärbehörden zu einer Beratung einberufen. Bald darauf erfuhr man, daß eine sofortige Mobilisierung des 22. ZSgerbataillons ver­fügt war. Abends verbreitete sich mit großer Hartnäckigkeit da, Gerücht, daß die Regierung in einer großen Reihe von Garnisonen Ostfrankreichs eine allgemeine Probemobilmachung plane. Die | jetzige ernste Zeit dürfte für derartige Probemobilmacknna-n nicht gerade sonderlich geeignet sein.

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Deutsches Reich.

Der Kaiser in Donaueschingen. Donaueschingen, 27. Roo. Der Kaiser, der Fürst und die Zagdgesellschaft begaben sichheute I vormittag nach dem Unterhölzer Wald zur Jagd. Das Frühstück wurde in dem Schlößchen Wartenberg eingenommen. Der Kaiser hat eine Reihe von Auszeichnungen verliehen, darunter den Roten Adlerorden 3. Klasie an den Fürstlichen Kammerpräsidenten Künzig.

Herr Kämpf gewählt. Wie zu erwarten war, ist Herr Kämpf mit 9 Stimmen Mehrheit wiedergewählt. Die Konserva­tiven gaben ihre 60 Stimmen ihrem Abgeordneten Dr. Dietrich. Zentrum und Polen protestierten durch 117 weiße Zettel gegen die Wiederwahl des Herrn Kämpf. Die Sozialdemokraten, die ja seit I'der Dämpfungsgeschichte überhaupt mit dem Freisinn Hand in I Hand gehen und die Nationalliberalen bildeten die Mehrheit für Herrn Kämpf, gegen die darum jede ernsthafte andere Kandidatur aussichtslos war. Formell ist zwar Herr Kämpf mit großer Mehr­heit gewählt. In Wahrheit betrug die Mehrheit aber nur 9 Stirne men. Daß Herr Kämpf auf dieses Ergebnis hin nicht als der I , Vertrauensmann" der ganzen Volksvertretung, oder gar, wie das Berliner Tageblatt" meinte, derganzen Nation" gelten kann.

I liegt somit auf der Hand.

Das sächsische Bottsschulgesetz. Dresden, 27. Nov. In der I Sitzung der Zweiten Kammer wurde über die grundlegenden Paragraphen des Volksschulgesetzes abgestimmt. Die meisten Paragraphen wurden in der Deputationsfasiung angenommen, darunter Absatz 3 bes § 2, der den Religionsunterricht betrifft. I Der Kultusminister bezeichnete den Absatz in dieser Fassung al, unannehmbar. Die Annahme erfolgte mit 60 gegen 37 Stimmen. I Dagegen stimmten die Konservativen und ein Nationalliberaler. I __DieRordd. Allg. Ztg." zum Petroleummonopol. Berlin,

I 27. Nov. DieNordd. Allg. Ztg." bestreitet die Richtigkeit des I gegen den Gesetzentwurf über den Verkehr mit Leuchtöl erhobenen I Vorwurfs, daß darin eine unberechtigte Begünstigung der an der I Vertriebsgesellschaft beteiligten Großbanken enthalten sei, »ich I führt dabei aus: Die als übermäßig bezeichnete Auffüllung de» | Reservefonds fei angemessen, da die Bildung stiller Reserven kau«

mit oem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham

",Fürs Haus" und .Landwirtschaftliche Beilaae".

eine Rolle zweiten Ranges drängen. Daß es zu einer Konferenz | kommen wird, kann wohl schon heute als sicher gelten, allerdings | nur wenn Oesterreich-Ungarns Bedingungen vorweg von den I Großmächten anerkannt worden sind. Als guter Hemmschuh für I die Kriegsgelüste der sogenannten Eroßfürstenpartei in Peters- I bürg erweist sich die unbedingte Abgeneigtheit des englischen Vol- I fes, sich um fremder Jnteresien willen in ein europäisches Aben- I teuer zu stürzen, desien Folgen unberechenbar find. I

Eine offiziöse Wiener Auslastung. I

Wien, 27. Nov. DasFremdenblatt" betont: Die Kund­gebungen in derWestminster Gazette" und die jüngste offiziöse I Petersburger Aeußerung bestätigen vollinhaltlich die imFrem- I denblatt" oft zu Tage getretene Ansicht, daß alle Mächte von dem I gleichen Bestreben geleitet sind, zu verhindern, daß die Ereigniste I auf dem Balkan europäische Komplikationen zur Folge haben I könnten. Auch Oesterreich-Ungarn wurde seiner gemäßigten, fried- I fertigen, ruhigen Haltung nicht untreu, trotzdem die allgemeine I Stimmung durch serbische Provokationen eine recht nervöse gewor- I den war. Das Blatt fährt fort: Der Wunsch zum Frieden ist bei allen Mächten vorherrschend. Oesterreich-Ungarn hat allgemein anerkannte Proben gegeben, wie ernst und fest bei ihm dieser Wille I ist. Es wäre jedoch eine unbegründete Behauptung, wollte man I annehmen, daß die über allen Zweifeln erhabene Friedensent- I schlossenheit der Mächte allein genüge, um die Schwierigkeiten, welche bei den Ereignisien auf der Balkanl)albinsel entstanden sind, I gu überwinden. Diese Schwierigkeiten bestehen vielmehr äugen- I blicklich noch immer unvermindert fort, da die schwebenden Fragen I in merito nicht gelöst sind. Oesterreich-Ungarn hat seine Ansprüche auf ein Minimum reduziert; diesen Ansprüchen aber, die nicht I weiter kompromißfähig sind, muß Rechnung getragen werden, und, I weil Oesterreich-Ungarn sich dessen bewußt ist, nur das notwen- I \ digste zu verlangen, ist es von dem festen Glauben erfüllt, daß die I | Behebung der bestehenden Schwierigkeiten, wenn auch nach mühe- I vollen Verhandlungen, schließlich gelinge. Denn bei der Haltung I der Triple-Entente wäre mit Sicherheit anzunehmen, daß Serbien 1 keine ernsten Schwierigkeiten machen und der Erfüllung der öfter- I reichisch-ungarischen Ansprüche keinen Widerstand entgegensetzen werde. I

Eine russische Stimme.

R o m, 27. Nov.Mesiaggero" veröffentlicht ein Interview I mit dem hiesigen russischen Botschafter Krupenski. Der Botschafter lobt zunächst die Note derNorddeutschen Allgemeinen Zeitung" I und nennt sie eine gute Tat. Weiter erklärt er die Lage als äußerst delikat, aber nicht verzweifelt. Alle Balkanfragen, auch die alba- nesische, würden von den Mächten zusammen behandelt. Das Ge­rücht, daß Oesterreich Serbien ein Ultimatum stellen wolle, sei ab­surd, denn das bedeute den Krieg. Oesterreich werde es sich über- | I legen, bevor es eine solche Verantwortung übernehme. Eine euro- I putsche Konferenz sei nicht absolut notwendig; doch er persönlich I glaube, daß sie f<f>roei zu vermeiden fei. In Rußland habe man I Vertrauen, daß die friedliebende Politik siege und die Ratschläge zur Mäßigung von Erfolg seien. Die diplomatische Unterstützung, I die Rußland Serbien gewähre, sei nicht blind und unvernünftig. I (gegen die Autonomie Albaniens habe Rußland nichts einzuwen- I den, doch sei mit zentrifugalen Kräften in Albanien zu rechnen.

Im'Laufe weniger Jahre werde ein unabhängiges Albanien vom I stärksten Nachbarn angezogen und absorbiert.

Die Stellung Deutschlands.

I Köln, 27. Nov. Hebei den Besuch bes österreichischen Thron­folgers in Berlin erfährt bieKölnische Volkszeitung" von beson-

I derer Seite: Der Erzherzog konnte sich bei dieser Gelegenheit davon überzeugen, daß Deutschland die schwierige Stellung Oesterreichs völlig zu würdigen weiß, und darauf in ihren politischen Maßnah­men jede Rücksicht nimmt. Im Falle eines österreichisch-serbischen Krieges würde jedoch Deutschland garnichi hinzugezogen werden.

I Erst wenn eine andere Großmacht mit dem Schwert in der Hand an Serbiens Seite sich stellen würde, käme für Deutschland die Frage der Einmischung in Betracht. Deutschland würde dann

I keinen Augenblick in seiner Bündnistreue schwanken und seine, und I die Jnteresien seiner Verbündeten nicht preisgeben lasien.

I Konsul Edl.

Wien, 27. Nov. Die Blätter erfahren, daß Konsul Edl I gestern von Ilesküb sich nach Mitrswitza begab, um dort in der An­gelegenheit des Konsuls Tahy Erhebungen anzustellen. Don dort , werde er nach Prizrend reisen, um sich von bei heiligen Sachlage zu unteiiichten. Hebei bos Etgebnis bei Hntenebung des Kon­suls Edl mit Ptochaska liegt bis jetzt an maßgebende! Stelle noch kein Belicht voi.

Die Berhandlungen zwischen bet Türkei und Bulgarien.

Konstantinopel, 27. Nov. Gestern fand kein Kampf statt. Beide Parteien find damit beschäftigt, Verschanzungen auf­zuwerfen. Es wird versichert, daß der gestrige Ministerrat in der Erwägung, daß die Verhandlungen über den Waffenstillstand sich in die Länge ziehen würden, beschlossen höbe,, unmittelbar Frie­densverhandlungen einzuleiten. .Die Rechtsbeistände der Pforte Reschid Pascha und Heran! find in der Nacht mit Vollmachten und neuen Instruktionen, bie ste vom gestrigen Ministerrat erhielten, abgereift. ,

Wien, 27. Nov. DiePolitische Korresponbenz veröffent­licht eine Mitteilung aus Konstantinopel, in welcher erklärt wirb: Der Entschluß bei Pfoite, ben Stieg fortzusetzen, ist ihren eigenen Erwägungen infolge bei brückenben Waffenstillstandsbedingungen entsprungen vnd ohne Einwirkung irgendwelchen fremden Ein»

Rundschau.

Die Fleifchnotdebatte im Reichstage. I

Ein sogenannter großer Tag. Die Tribünen brechend voll die Ministerplätze gut besetzt, so war das Bild des gestrigen Sltzungstages I des Reichstages. Genosse Scheidemannbegründete" die Interpellatron I seiner Freunde über die Fleischnot. forderte Aufhebung aller Lebens­mittelzölle, Oeffnung der Grenzen, Beseitigung aller ®eJ^tPiniun9 gegen die Einfuhr frischen und zubereiteten Fleisches, Aufhebung der Futtermittelzölle und Abschaffung der Einfuhrscheine, also eine ganze Masse. Auffallend gleichmütig hörte Herr v. Bethmann Sollweg an, was Herr Scheidemann über das zumLeckerbissen gewordene Fleisch, dieKochkunst der Ministersrauen",-dasimperialist'pye Stleuh der Schnapphähne des Bundes der Landwirte", die Fleischermerfter als .Scharfmacher" usw. zum besten gab, um dann den Sozialdemokraten zu Gemiite zu führen, daß sie sich mit der Forderung der Aenderung der Wirtschaftspolitik eines von vornherein untauglichen Buttels bedienen, weil dessen Verwirklichung auch im Reichstage aussichtslos ist, um ihnen | weiter die wirtschaftspolitischen Aufsätze ihrer ^Parteigenossen Schipp! und Calwer entgegenzuhalten, die sie doch wohl nicht als Nichtsw.sser I bezeichnen möchten. Im übrigen hatte man den Eindruck als ob der Kanzler selbst nicht beabsichtige, noch einmal das ganze Problem in einer groß angelegten Rede zu behandeln. Er beschrankte sich vielmehr unter meist recht geschickter Polemik gegen tue sozialdemokratischen Hebet- tieibungen darauf, darzulegen, daß die Regierung mit ihren Linderungs- Maßnahmen, soweit wie sie nur konnte, gegangen sei, daß aber lebe Be­einträchtigung der heimischen Viehproduktion durch eine erleichterte Ein­fuhr von Gefrierfleisch ausgeschlossen sein und bleiben musie.^ J , Nachdruck, betonte aber Herr v. Bethmann Hollweg die Notwendigkeit der Verkürzung des Weges vom Produzenten und Konsumenten und gab den großen Kommunen, an die er gleichzeitig ein Wort des Dankes über die bisherigen Leistungen auf diesem Gebiete richtet, anheim, den | Zusammenhang mit der landmirtfchaftlichen Produktion noch enger zu gestalten. Zum Schluß empfahl er den Gesetzentwurf uoer die Zoll- etiei(bteiung, der mit zur Debatte gestellt war, zur Annahme. Es bandele sich weder um eine Zollherabsetzung noch um eine Zollsuspen­sion sondern lediglich um eine pekuniäre Hilfe von fetten des Reichs cn die Kommunen, die die Verproviantierung ihrer Bevölkerung in der von der Regierung vorgezeichneten Richtung in die Hand genommen haben.

Freisinn und Sozialdemokratie in Württemberg.

Sie haben sich gefunden, die sozialdemokratischen Herren und die freisinnigen Hörigen im Schwabenlande.Die Fortschrittliche Volkspartei hatte noch die Wahl zwischen einer Schwächung bis zur Bedeutungslosigkeit oder An­schluß an die Sozialdemokratie. Und so fand st« den Weg zur Sozialdemokratie." Mit diesen höhn­enden Worten begleitet derVorwärts" die Mitteilung von dem Wablabkommen, das der Freisinn mit der Sozialdemokratie für die am 29. November stattfindenden Nachwahlen zur zweiten wurttem- berqifchen Kammer abgefchlosien hat. Nach diesem Abkommen verzichtet ,-ur Verminderung einer schwarzblauen Mehrheit" im nächsten Landtage der Freisinn zugunsten der Sozialdemokratie auf zwei Kandidaturen, während die Sozialdemokratie ihre Kandidaten in drei Wahlkresien zugunsten der bürgerlichen Demokraten iallen läßt. Einen wirklichen Gewinn erzielt bei diesem Handel aber nur die Sozialdemokratie. Da­bei haben die ehemaligenDemokraten" nicht einmal die Aussicht, für ihre Opferfreudigkeit gegenüber der Sozialdemokratie sich auf die Er­reichung ihres Zieles: Verhinderung einerschwarzblauen" Mehrung im Landtage berufen zu können. Diese Mehrheit ist selbst nach der Ansicht desVorwärts" in sicherem Anzuge, nachdem die württembergischen Natiönalliberalen es zur Beschämung ihrer Parteigenossen in Baden und Bauern abgelehnt haben, mit der Sozialdemokratie zu paktieren, um sich dieses oder jenes Mandat zu sichern. Man wird dieses Verhalten der württembergischen Nationalliberalen nii ehrenwert nennen können, und es wird sicherlich nicht ohne Einfluß auf die Stellungnahme der Parteien der Reckten zu ihnen bleiben. Die Fortschrittliche Volkspartei aber lädt das Odium auf sich, daß sie lediglich um ein paar Mandate willen zu einer direkten Stärkung der Umstürzler beigetragen hat. Bei dem Abhängigkeitsverhältnis, in dem die Partei bereits zur Sozialdemo­kratie steht, mag ihr selbst das wenig verschlagen, aber für das künftige Verhalten der übrigen bürgerlichen Parteien zum Freisinn wird es nicht ohne Bedeutung fein.

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Tie internationale Lage.

DieNeue politische Coriespondenz" schreibt:

Die Kundgebung des Berliner Auswärtigen Amtes über den österreichisch-serbischen Gegensatz und die Erledigung der albani­schen und Adtiaftage hat wesentlich klärend und allseing befrie­digend gewirkt. Zwar besteht der Ernst der Lage fort, ohne daß aber eine unmittelbare Gefahr für kriegerische Verwicklungen in Betracht käme. Oesterreich-Hngarn führt seine Aktion mit Beson­nenheit. Es muß sich volle Sicherheit darüber verschaffen, daß der Valkanktieg nicht in ein südslawisches Imperium unter der Ober- Hoheit und Führung des panslawistischen Rußland ausmündet. Es handelt sich nicht um die mehr oder weniger große Bedeutung eines serbischen Adriahafens, sondern um Lebensinteressen Oesterreich- Hngarns. Der Erwerb eines Adriahafens würde für Serbien der Auftakt zur Seemacht und damit zur Beherrschung bes Adria­tischen Meeres sein. Eine solche Festsetzung würde aber eine Quelle dauernder Beunruhigung nicht nur für Oesterreich-Hngarn und Italien, sondern auch für Bulgarien und Rumänien bedeuten. Nebenbei würde ein serbischer Adriahafen auch Bulgarien, das zweifellos als staatliches Gemeinwesen und als militärischer Fak­tor unter den Balkan-Verbündeten am weitesten fortgeschritten ist enb in Metern Kriege weitaus bie Hauptarbeit geleistet hat, in

deren Raum 15 4, bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4, fut in

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