mit oem KreisLlatt für die Kreise Marburg und Kirchham
und den Beilagen: „Nach Feierabend". „Fürs Haus« und Landwirtschaftliche Beilage-.
Marburg
1912
Erstes Blatt
Verhandlungen zu veröffentlichen. Der Bericht zeigt, daß die Regierungsvorlage nicht nur in dem ebenerwähnten Umfange wieder hergestellt ist, sondern daß man dort die Grundlagen der Regierungsvorlage« noch stark betont und erheblich erweitert hat. Angesichts dieser Situation ist die im Bericht der Zwischen-Deputation der ersten Ständekammer zum Ausdruck kommende scharfe Absage an die Mehrheit der zweiten Kammer besonders zu bewerten. In wohlunterrichteten Kreisen halt man die Aussicht für das Gelingen der mit so großem Aufwand von Mühe und Zeit vorbereiteten Volksschulreform, die als Anfang etnei Reihe von Reformen auf dem Gebiet des höheren Schulwesens gedacht ist, für gering. Bei der Unnachgiebigkeit der ersten Kammer, die eine Novelle zum geltenden Volksschulgesetz vom Jahre 1873 für ausreichend erachtet, wird die Haltung der Nationalliberalen in erster Linie ausschlaggebend für das Schicksal des Gesetzentwurfes werden. Eine Möglichkeit, der Gesetzcsvor.age auch Gesetzeskraft zu verleihen ist die, daß die sogenannten vereinigten Reformer, die Konservativen, denen sich einige Nationalliberale anschließen dürsten und die Mitglieder der Ersten Kammer eine Mehrheit zugunsten der Regierungsvorlage bilden.
Die Lage.
Auf dem Balkan ist es still geworden. Es liegen fast keine Nachrichten über weitere Kämpfe vor und nur die Cholera setzt ihren unheimlichen Siegeszug fort. Jetzt hat sie auch deutsche Landsleute, die in diesen schweren Zeiten in den Balkanländern ihren Dienst tun, ergriffen. Einer von ihnen ist der tückischen beuche auch erlegen. Wie die „Franks. Ztg." berichtet, ist in San Stefano der Legationsrat Dr. Bumiller dort trotz aller Bemühungen zweier deutscher Aerzte an Cholera gestorben. Zwei deutsche Kriegsberichterstatter, die ebenfalls an Cholera erkrankten, sind bereits auf dem Wege der Besierung.
Im übrigen liegen zur gegenwärtigen Lage folgende Meldungen vor: M
Berlin, 26. Nov. Der Wiener Vertreter der Berliner „Post" hat aus erster Quelle erfahren, daß die Kriegsberichte der Wiener „Reichspost", die so viel Aussehen gemacht haben, auf Gründ der amtlichen Depeschen des österreichischen Militärattaches tm bulgarischen Eeneralstabe verfaßt worden und durch Vermittlung aus der Umgebung des Thronfolgers in die „Reickspost , gelangt seien. Außerdem sind in der „Reichspost" auch die Berichte Ihres eigenen Kriegsberichterstatters Wagners abgedruckt, die aber nur dieselben harmlosen Schilderungen enthielten, wie die der übrigen Berichterstatter, die 100 Kilometer von den Ereignisien ferngehalten wurden.
B e l g r a d, 26. Roo. Rach einem Telegramm aus Ueskud ist der österreichisch-ungarische Konsul Prohaska dort eingetroffen und hatte mit dem österreichisch-ungarischen Konsul Edl eine Unterredung.
W i e n, 25. Rov. Heute ist nach Rußland die Antwort ergangen, daß Oesterreich-Ungarn jedem Kompromiß in der Hafenfrage zustimme, das den serbischen Export nach der See gegen jede Einmischung von dritter Seite sicher stelle, daß es jedoch in der Frage des Territorialbesitzes nicht nachgeben könne und seiner Forderung den ernstesten Nachruck verleihen müßte.
Zarskoje Selo, 26. Nov. Der Kaiser empfing den österreichisch-ungarischen Botschafter in Audienz.
Berlin, 25. Nov. Der dem Kaiser attachierte russische Militärbevollmächtigte General Tatitschew hat sich heute auf der Station Wildpark vom Kaiser vor besten Abfahrt nach Donaueschingen verabschiedet. Er begibt sich mit einem kaiserlichen Handschreiben am Dienstag nach Petersburg.
S e m l i n, 26. Nov. In serbischen Kreisen hat die Nachricht, daß General Tatischtschew als Ueberbriner eines Handschrebens Kaiser Wilhelms nach Zarskoje Selo fuhr ernste Bedenken erregt. Man befürchtet, daß Rußland Serbien wie in der Annexionskrise tm schwersten Moment im Stich lasten wird. Man soll daher schon geneigt sein, Oesterreich-Ungarn insofern entgegenzukommen, daß Serbien nur einen schmalen Zugang zur Adria beanspruche und sich verpflichte, dort gar keine militärischen und strategischen Vorkehrungen zu treffen.
Belgrad, 26. Nov. Seit gestern dürfen die fremden Konsuln in den besetzten Gebieten mit ihren Regierungen durch Ehiffretelegramme und versiegelte Briefe korrespondieren.
Paris, 26. Nov. Der Sonderberichterstatter des „Matin,, meldet aus Belgrad: Nichts kennzeichnet die ganze Verfastung der Serben bester als die Tatsache, daß sie bereits an 60 000 Mann nach Thrazien gesandt und noch weitere 50 000 Mann dorthin senden wollen, und daß sich im Lande selbst gegenwärtig keine 10 000 Mann befinden. Die Serben haben entweder ein unbegrenztes Vertrauen zu der Mäßigung und den Friedensabsichten Oesterreich- Ungarns oder zu dem Beistand Rußlands.
London, 25. Nov. Wegen der europäischen Krise ist die Annahme des Rücktrittsgesuchs des englischen Botschafters in Washington, Vrice, auf unbestimmte Zeit verschoben worden.
Deutsches Reich.
— Prinz Heinrich von Preußen begab sich nach Frankfurt, um dem Kongreß für Flugtechnik beizuwohnen. Nach seiner Rückkehr nach Kiel wird, nach einer Mitteilung aus Darmstädter Hofkreisen, der Prinz alsbald im Auftrage des Kaisers in diplomatischer Mission nach London reisen.
— Die Wahl des Reichstagspräfidenten. Berlin, 26. Nov. In der heutigen Eröffnungssitzung des Reichstages teilte der Vizepräsident des Reichstages Dr. Paasche mit. daß die Wahl des Ersten Präsidenten des Reichstages auf die morgige Tagesordnung gesetzt worden ist.
— Erfüllung der Wünsche der llnterbeamte« der Ministerien. Der Etat für 1913 wird die Erfüllung der Wünsche der Hilfsunterbeamten der Justizverwaltung und der Katasterbeamten bringen. Es soll den Wünschen dieser Beamtenkategorie dadurch entgegengekommen werden, daß eine möglichst weitgehende Vermehrung der ständigen Stellen ins Auge gefaßt worden ist. Es ist beabsichtigt, Mittel für 100 neue etatsmäßige Stellen.für di« Unterbeamten der Justizverwaltung anzufordern und außerdem auch die Zahl der Diätarstellen in ganz außergewöhnlicher Weise zu vermehren. — Gleichfalls ist für die Katasterbeamten, die dem Finanzministerium unterstellt sind, eine Vermehrung bet Beamtenstellen in größerem Umfange vorgesehen. Auch für die nächsten Jahre ist die Einstellung weiterer neuer Stellen beabsichtigt.
— Das Schleppmonopolgesetz. Berlin, 26. Rov. In der Kommission zur Beratung des Schleppmonopolgesetzes teilte der Minister der öffentlichen Arbeiten den Verlauf der Konferenz, die am 23. November unter seiner Leitung mit den Vertretern der Ruhrreviere und der angrenzenden Gebiete über die Verkehrsstörungen innerhalb des Reviers stattgefunden, mit: Im Verlauf der Verhandlung wäre, wie der Minister im Gegensatz zu Presseäußerun- gen und insbesondere unter Verweisung auf den Artikel der „Rheinisch-Westfälischen Zeitung" vom 24. November aussprach, ein ruhiger und sachlicher gewesen. Die anwesenden Vertreter der Industrie hätten nach einer einleitenden Darstellung durch ihn ihre Wünsche und Beschwerden vorgebracht. Besondere Schärfen seien nicht zu Tage getreten. Der Minister habe diejenigen Maßnahmen bekanntgegeben, welche die Staatsregierung zur Abwendung der Wiederkehr gleichartiger Störungen zu treffen gedenke und zwar diejenigen, welche mit größter Beschleunigung bis Beginn des nächstjährigen Herbstverkehrs durchzuführen und diejenigen umfastenden Maßnahmen, welche zur endgültigen Abwendung unerläßlich seien. Es handele sich um den Bau großer Abstellbahnhöfe an der Peripherie des Ruhrreviers zur Aufnahme derjenigen Wagenmasten, welche während der stärksten Verkehrszeiten nicht sofort auf den Rangierbahnhöfen verarbeitet werden können, und um Schaffung neuer Abfuhrlinien, ferner um den Bau von dritten und vierten Gleisen, insbesondere auf der Strecke Hamm-Minden und auf Teilen der Ruhr-Siegbahn, die Schaffung von Nord-Südverbindungen im Ruhrrevier und die Schaffung von dritten und vierten Gleisen innerhalb des Reviers. Er habe nach Verlauf der Estener Verhandlung den Eindruck gewonnen, daß die anwesenden Vertreter, so schwer auch Arbeitgeber und Arbeitnehmer durch die Betriebsstörungen betroffen, durch diese Mitteilungen wesentlich beruhigt waren. Diese Auffastung wurde von dem $eri <-*■'"•hattet der Kommission, dem Abgeordneten Dr. Hirsch-Esten, welcher der Konferenz beiwohnte, ausdrücklich bestätigt unter Hinzufügung des Bedauerns, daß das zweifellos befriedigende Ergebnis der Verhandlung, wie geschehen, entstellt worden ist. Die Kommission beschloß, die vorliegende telegraphische Interpellation den Jnter- estenten des Ruhrreviers und der Staatsregierung als Material zu überweisen und die Petition zusammen mit der Interpellation über die Verkehrsstörungen Anfang Dezember zu verhandeln.
— Keine Preßpolemik. Berlin, 26. Nov. Die „Nordd. Allg. Zeitung" schreibt: Auf unseren aus amtlicher Feder stammenden Artikel „Bergfiskus und Kohlensyndikat" bringt die „Post" eine längere Erwiderung Hugo Stinnes. Wir sind zu der Erklärung ermächtigt, daß der Handelsminister die Preßpolemik nicht fortzusetzen beabsichtigt, sondern sich vorbehält, bei geeigneter Gelegenheit und soweit erforderlich, im Landtag darauf zurückzukommen.
— Ein Treugruß. Esten (Ruhr), 26. Nov. Der außerordentliche Kongreß der Christlichen Gewerkschaften Deutschlands telegraphierte auf den Vorschlag des Vorsitzenden, des Abgeordneten Schiffer, an den Kaiser: Angesichts der ernsten weltpolitischen Lage entbieten zum außerordentlichen Gewerkschaftskongreß in Esten versammelten Vertreter von 360 000 christlich-nationalen Arbei
PoMsche Umschau.
Die Bolksschulresorm in Sachsen.
Dresden, 25. Nov. In der zweiten Ständekammer beginnen morgen die mit großer Spannung erwarteten ersten Vorberatungen über das Volksschulgesetz, um das der Kampf in Sachsen seit drei Jahren und mit besonderer Heftigkeit seit Erscheinen des Regierungsdekrets anfangs dieses Jahres im Gange ist. Die Grundlage für diese Beratungen geben die Beschlüste, die die Zwischen-Deputation im September und Oktober vor dem Wiederzusammentritt des Plenums zur gegenwärtigen außerordentlichen Tagung beschloß, meist mit einer liberal-sozialdemokratischen Mehrheit in starkem Widerspruch zur Regierung und den Konservativen. Diese Beschlüste weichen in allen Hauptpunkten von der Regierungsvorlage ab, insbesondere ist die konfesttonelle Trennung der Volksschule beseitigt, ebenso die Dreiteilung, in einfache, mittlere und höhere, die künftig den Gemeinden wenigstens freigestellt werden soll, die Einheitsschule, unter Angliederung höherer Abteilungen, einzuführen. Der Religionsunterricht soll ohne Bindung an den Wortlaut des Bekennt- «tistes erfolgen, das Gelöbnis des Lehrers zur Bekenntnistteue durch den allgemeinen Eid ersetzt werden. Die Zugehörigkeit der Geistlichen zum Schulvorstande wird aufgehoben, dagegen den Frauen Sitz und Stimme tm Schulvorstande eingeräumt. Außer diesen wesentlichen Puntten sind Rchlreiche andere Aenderungen in dem Entwurf der Regierung von der liberalen Mehrheit angenommen worden. Jetzt gerade, bevor die Haupt- h«ratung in der zweiten Kammer beginnt, hat die Zwischen-Deputation •tt ersten EtSndekammer, die nach der im sächsischen Landtag üblichen Behandlung der Gesetzesvorlagen ihrerseits unabhängig von der Se« **t*«g der andern Kammer verhandelt und beschlosten, den Bericht ihrer
Marburg und Umgegend.
Nachdruck aller Orginalarttkel ist gemäh 8 18 des Urheberrecht, nur mit der deutlichen Quellenangabe ^Oberhest Ztg" gestattet )
Marburg, 27. Nov.
* Juristisches. Im Sitzungssaale des Oberlandesgerichts in Caste! wurde am Montag die mündliche Referendar-Prüfung abgehalten. Die Prüfungskommission bestand aus dem Oberlandes» gerichtsprästdenten v. Hastell, den Profestoren Wirkl. Geh. Ober- Justizrat Enneccerus und Geh. Justizrat Träger aus Marburg und dem Oberlandesgerichtsrat Hofmann als Beisitzer. Es bestanden die sämtlichen vier Prüflinge.
* «erztliche Versorgung der Postunterbeamten. Die ärztlich« Versorgung für die Unterbeamten der Reichspost ist auf erhebliche Schwierigkeiten gestoßen, ein Tarifabkommen ist bisher nicht zustande gekommen. Die Oberpostdirektionen haben daher den Kran- kenkasten die Anstellung von Kastenärzten anheimgestellt. Wie die „Tgl. Rdsch." mitteilt, haben es daraufhin die ärztlichen Organisationen ihren Mitgliedern zur Pflicht gemacht, alle Vertragsangebote der Postverwaltung bedingungslos und rundweg abzulehnen. Die Reichsregierung verfolgt die Angelegenheit sehr aufmerksam.
• Stehen Sparguthaben auch im Kriegsfall sicher? Unter diese, Ueberschrift bringt die volkwirtschaftliche Zeitschrift „Die Sparkaste in ihrer Nummer vom 15. November folgende sehr beachtenswerte Notiz: Für die Einlagen der Sparer haften bekanntlich: 1. das eigene Vermögen der Kaste (Rücklagen), 2. das gesamte Vermögen der Körperschaft, die die Haftung übernommen hat sGemeinde, Stadt, Kreis, Lands, 3. die gesamte Steuerkraft der betteffenden Gemeinde, des Kreises, des Landes ufro., 4. die Forderungen der Sparkaste selbst. Da die Ausleihung der Gelder der Sparkasten in der Hauptsache in vorstchtig aus- gewählten erststelligen Hypotheken und in Staatspapieren erfolgt, und da die Grundstücke nur bis höchstens sechs Zehntel ihres Wertes belieben werden , so würden schon die durch Hypotheken, durch Wertvapiere und Schuldscheine von Gemeinden sichergeftellten Ansprüche in Verbindung mit dem eigenen Vermögen der Kaste allein ausreichende Deckung für die Einlagen bieten, ohne daß die Gemeinde sder Kreis usw.s in Anspruch genommen zu werden brauchen. Das gleiche gilt für den Kriegs« fall. In den Jahren 1866, 1870/71 haben alle Sparkassen Den an st« gestellten Anforderungen voll entsprochen. Niemand hat bei einer behördlichen Kaste einen Pfennig verloren. Mit dem Tage der Mobil- machung würde das Reich für Flüssigmachung von Mitteln unter sein«, Garantte hinreichend sorgen und genügend Barmittel gegen Sicherung zur Verfügung stellen. 1848, 1866, 1870/71 geschah dieses dadurch, daß Preußen Darlehnskasten ins Leben rief mit der Bestimmung, gegen Der» pfändung von Waren oder Wertpapieren Darlehen zu gewähren. ZA diesem Zwecke wurden unter staatlicher Gewährleistung Darlehnskasten- scheine im Nennwerte von 1, 8, 10 und 25 Talern ausgegeben, die bet Kaste als vollgültige Zahlungsmittel dienten. Diese Einrichtung hat sich vorzüglich bewährt. Dagegen ist in Krtegszeiten die Gefahr seh« groß, daß das von der Sparkaste abgehobene Geld dem Eigentümer pi Hause oder anderswo genommen wird. Es ist deshalb ganz entschied«« besser, «et den unbedingt nötigen Betrag abzuheben, jede verfügbau»
tern Ew. Majestät das Gelöbnis, In unverbrüchlicher Treue nid Bereitschaft für des Vaterlands Größe und des deutschen Bolle» Ehre jederzeit etnzutreten.
— Eine Interpellation über die internationale Lage. Berli^ 26. Nov. Die Interpellation der sozialdemokratischen Reichstag» fraktion über die internationale Lage lautet: Ist der Reichskanzlei bereit, über die Stellung der verbündeten Regierungen zu bei internationalen Fragen Auskunft zu geben?
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• Ausland.
* * Zum Tode der Gräfin von Flandern. Brüsiel, 26. Nov. Di< gestern morgen verstorbene Mutter König Alberts von Belgien, die Gräfin von Flandern, lag seit mehreren Tagen an einer starkes Influenza darnieder, zu der bann eine Lungenentzünbung Hinz» getreten ist. König Albert hat in bei letzten Nacht ba« Lager seine» Mutter nicht verlaffen. Die Gräfin ist 67 Jahre alt geworden.
• * Eine Denkmünze für eine Schandtat. Paris, 26. Nov. Di« Vereinigung der Camelots du Roy beschlosten, einem ihrer Mitglieder, dem Tischlergehilfen Lacour, der bei der Einweihung del Jules Ferry-Denkmals den damaligen Ministerpräsidenten Brian» einen Faustfchlaug versetzt hatte und dafür zu einer mehrjährige» Gefängnisstrafe verurteilt worden war, eine goldene Denkmünz« für diese Tat zu überreichen. Als der Graveur diese Medaill« gestern auf das Münzamt brachte, um sie mit dem Stempel versehe« zu lasten, wurde sie beschlagnahmt.
* * Schiedsgerichtlich« Regelung. Rom, 26. Nov. Hinsichtlich der Zwischenfälle, durch die Wegnahme des französischen Dampft fers „Tavignon" und durch die Beschießung zweier tunesische« Galeeren hatten die italienische und die französische Regierung ein« internationale Kommistion mit der Untersuchung dieses Zwischenfalle« betraut. Die Kommission hat ihren Bericht am 23. Juli 1912 erstattet. Da aber die beiden Regierungen auf der Basis di» ses Berichtes keine direkte Einigung über die Beilegung der Zwischenfälle erzielen konnten, so haben sie beschlosten, diese Zwischenfälle dem Spruch des Haager Schiedsgerichts, das bereits mit bet Entscheibung über bie Zwischenfälle wegen bei „Carthago" und „Manuba" beauftragt ist, zu unterwerfen. Das Schiebsgericht wirb in bet letzten Hälfte bes Monats März 1913 über alle ihm unterbreiteten Fragen urteilen.
* * Chinesische Truppenverschiebungen. Peking, 28. Nov. Der Minister bes Aeußern Luchenghsiang versicherte bem russischen Gesandten, daß die auf bem Marsche nach Kobba befinblichen chinesischen Truppen den Befehl erhielten, nicht weiter vorzurücken. — In ben letzten Tagen wird eine energische Beförderung chinesischer Truppen nach dem Innern der Mongolei beobachtet.
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