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Fürs Haus" und .^Landwirtschaftliche Vellage",

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und den Beilagen:Nach Feierabend

1912.

Erstes Blatt

Eine Kehrseite.

Deutsches Reich.

man heute in daß wir uns, sehen und sie wußi sind.

Marburg

Sonntag, 24. November

gibt sie selbst eine Tabelle des Anwachsens der konservativen Stnn- men:In Herrenberg haben die Konservativen zum ersten Mal I 2176 Stimmen aufgebracht (1906 2754 der D. Partei). Aehnlrch liegen die Verhältnisse in Hall, wo 2203 deutschparteiliche und 469> volksparteiliche Stimmen des Jahres 1906 auf nur 912 zusammen« I geschmolzen, andrerseits 2989 konservative und bündlerische neu I entstanden sind, ferner in Mergentheim, Welzheim, Geißlingen I usw." Die Gründe der Niederlage sind offenkundig in dem stän­digen Nachlinksdrängen gewisier liberaler Elemente zu suchen. Es I ist natürlich, daß diejenigen mehr Rechtsstehenden die früher der I Deutschen Partei" zustimmten, ehe sie die Freundschaft mit der I demokratischen Partei gutheißen, sich vollständig nach rechts halten. I Das stetige Liebäugeln mit dem Eroßblockgedanken beschleunigt I diese Entwicklung. Die rechtsstehenden Parteien können an sich damit zufrieden sein. Unverständlich bleibt aber, wie dieFranks. I Ztg." nach diesem Resultat der Deutschen Partei schärfere Front gegen rechts anraten kann. Für die Nachwahlen ist der Freisinn I eifrig bemüht, einen Eroßblock herzustellen. DasD. T." erinnert I dabei daran, daß die Volkspartei sowohl bei den letzten Landtags­wahlen in Württemberg wie bei den Reichstagswahlen dieses Jahres gemeinsam mit der Sozialdemokratiedie Reaktion nieder- I gerungen" habe und macht dabei das interesiante Eingeständnis, daß zahlreiche freisinnige Wähler gleich im ersten Wahlgange lieber mit links (d. h. mit den Sozialdemokraten) als mit rechts (d. h. mit den Nationalliberalen) gegangen wären. Die National­liberalen, die eben durch das Bündnis mit den Fortschrittlern so schwer enttäuscht worden sind, werden kaum sich in eine noch un­heilvollere Stellung bringen lasten. Wenn der Freisinn trotz, seines Wahlabkommens mit den Nationalliberalen ein Bündnis mit der Sozialdemokratie schließt, so vollendet er damit nur die Chrarakteristik seines Wesens.

Reue Zusammenhang« putschen der irredentistiichen Propaganda in Dänemark und Nordschlesmig

werden in einer Schleswiger Zuschrift an dieKreuzzeitung" aufgedeckt: In den letzten Tagen sind der Oeffentlichkeit. noch weitere Tatsachen unterbreitet worden, die einen Beleg dafür geben, woher eigentlich die enormen Geldmittel der dänischen Partei stammen und mit was sur Geldern z. B. der Besuch von jährlich etwa 600 Nordschleswigern auf dänischen Volkshochschulen bezahlt wird. Es ist nämlich erotefen, daß außer demsüdjütischen Zentralverein" und außer dem langst bekannten Verbände der südjütischen Vereine Dänemarks", desten Ortsgruppe sich in allen Städten und vielen ländlichen Kirchspielen des Landes befinden, noch zwei weitere geheime Vereinsbtldungen behufs Aufbringung von Mitteln für Nordschleswig in Dänemark bestehen. Die eine führt den be» zeichnenden NamenDanebrog", die andereSönderjydsr Samsimd (d. h. , Südjütischer" d. i. schleswigschesZusammenwirken ). Diese Tat­sache wurde dadurch ermittelt, daß man deutscherseits einem von den ersten Kopenhagener Gesellschaftskreisen veranstalteten Basar, über den die Kopenhagener Preste Referate sorgfältig vermied, etwas naher aus die Spur ging. Dabei stellte sich heraus, daß der Zweck des Basars dre Unterstützung der dänischen Propaganda war, und daß neben einem Kopenbagener Geistlichen Propst Usttng und einem Universitätsprofessor Andersen, Verfaster einer durch und durch politischen antideutschen Retse- beschreibung über Nordschleswig, auch zwei der radikalsten und schärfsten Führer des nordschleswigschen Iungdänentums, Hofbesitzer Iesten Christensen aus Höxbro (Kreis Hadersleben) und Redakteur Andreas Grau aus Norburg (Kreis Sonderburg) Vorträge von scharf antideut­scher Prägung gehalten haben. Der geistige und finanzielle Zusanrmen- hang zwischen der irredentistischen Agitation in Dänemark und Nord­schleswig ist dadurch in eine neue besonders peinliche Beleuchtung ge­rückt " In Deutschland aber gibt es immer nochDeutsche", die die nationale Ungefährlichkeit der nordschleswigschen Bestrebungen aner- kanut sehen wollen, ja darin erst das rechte Zeichen für eine gute deutsche" Polifik erkennen. Sie gehören freilich nach Wölken­kuckucksheim.

Unerfreulich« Frücht« der Angestelltenverficherung.

Unter dieser Spitzmarke wird derL. N. N." aus Berlin geschrieben: Die soziale Wirkung der jüngsten Leistung auf dem Gebiete der sozialen Gesetzgebung scheint in mancher Hinsicht wenig den gehegten Hoffnungen zu entsprechen. Glaubte man, dem Privatbeamten den Segen der Arbeiterversicherung und vor allem ein gesichertes Alter zu schaffen, so scheint die Handelswelt vielfach entschloßen zu sein, die ihr zugedachten Lasten möglichst von sich abzuschütteln und den Zweck des Gesetzes illusorisch zu machen oder sogar in sein Gegenteil zu verkehren. So wird uns berichtet, daß ein großes Berliner Geschäft seinen vier­hundert Angestellten zum 1. Januar gekündigt hat, mit der Maßgabe allerdings, sie von neuem anzunehmen, wenn sie sich mit einer Reduktion ihrer Bezüge um den Betrag der Versicherungssumme einverstanden er­klären. Ein anderes Geschäft hat die Zahl seiner Angestellten von 40 auf 31 reduziert und rechnet darauf, daß diese verminderte Zahl durch intensivere Arbeit die Differenz ausgleichen werde. Eine Anzahl andere Geschäfte wiederum sucht die bisher im Dienst befindlichen Beamten durch weibliche Angestellte, also durch billigere Kräfte, zu ersetzen, indem man zugleich den Leitern der Büros eine Zulage gewährt. Besonders stark ist endlich die Nachfrage nach Beamten, die aus irgend einem Grunde bereits eine Pension beziehen.

Immerhin machen sich hier Erscheinungen geltend, wie sie bereits Fürst Bismarck bei den ersten Debatten des Reichstages über die soziale Versicherung befürchtet hat, als er immer wieder seinen Zweifel betonte, ob di deutsche Industrie der fremden Konkurrenz gegenüber die Lasten auf sich nehmen und ohne schwere Schädigung ertragen werde. Sollte hier die Wohltat wftklich zur Plage werden?.

Der neue Deutsche Wehrverein bemüht sich, im deutschen Volke über die Bedeutung eines genügenden Ausbaues unserer Wehr­macht die richtigen Ansichten zu verbreiten. Er tut dasselbe, was einst der Flottenverein tat. Mit welchem Erfolge zeigt der heutige Stand unserer Flottenrüstung. Immerhin, das Werk des Wehrvereins ist schwieriger. Als der Flottenverein einsetzte, war eine irgendwie bedeutende deutsche Flotte nicht vorhanden, der Schutz unserer Küsten, unseres stetig wachsenden Handels war eine Forderung, die jedermann einleuchten mußte und einleuchtete. Daher die freudige und patriotische Volksbewegung, die die Agi­tation des Flottenvereins hervorrief und die heute noch anhält, wo die hauptsächlichsten Forderungen erfüllt sind. Anders der Wehrverein. Seine Ziele und seine Begründung sind delikaterer Natur. Schon daß er nur den Kriegsfall, besonders mit einer be­stimmten Macht, nach der Natur seiner Forderungen bei seinen Vergleichen heranziehen muß, bietet eine gewiße Schwierigkeit. Schwieriger noch gestaltet sich die Begründung. Wo etwas ge­ändert werden soll, muß etwas zu ändern sein, d. h. den wirklichen Anforderungen nicht genügen. Das kann nur sein unser eignes Heer. Wie? Das Heer, auf das wir alle so stolz sind, das dre schlagfertige Waffe 1864, 66 und 70 war und seitdem immerfort ausgebaut wurde, sollte sich überflügeln laßen können, von einem Volke, deßen kriegstüchtige junge Mannschaft an Zahl immerfort zurückgeht? Wir könnten wirklich einem Zukunftskriege nicht mehr mit Vertrauen und dem unbedingten Glauben an den Sieg ent­gegensetzen und müßten so von vornherein der stärksten Stütze des Sieges verlustig gehen? .

Die Agitation des Wehrvereins meint es nrcht jo. Unser Heer ist tadellos, das wißen und sagen auch die Vertreter des Wehrvereins. Nur sie sollten es noch stärker betonen; sie sollten sich nicht nur darin gefallen, die Vorzüge der französischen Armee, die diese auch wie jede andere hat, allein heraus- zuheben; sie sollten nicht nur die Punkte herausholen, in denen wir vielleicht an Zahl der taktischen Einheiten oder in der Technik es anders und nach Ansicht der Vertreter des Wehrvereins nicht beßer machen. Sie berauben sich dadurch selbst und machen ihre Beweis­mittel nicht wirksamer. Daß auch wir Schwächen in der Rüstung haben, wie jede Armee, ist selbstverständlich, daß sie wesent­liche Punkte betreffen, ist schwer zu glauben. Hilft der Wehr­verein das Bewußtsein im Volke heben, den Volksvertretern darin den Rücken stärken, daß unsere Rüstung mit denen unserer mög­lichen Feinde gleichen Schritt halten muß, so tut er das rechte. Seine Forderungen baldiger Durchführung beschlossener Heeres- verbeßerungen sowie der Ausbildung der Ersatzreserve sind an­gesichts der Macht der Tatsachen völlig zu verstehen und anzu­nehmen. Nur soll er, und das ist die Kehrseite d§r Medaille, sich hüten, im Volke die Ansicht auch nur aufkommen zu laßen, als ob wir in der Tat Frankreich gegenüber in der Rüstung so himmel­weit zurückstehen, daß wir selbst schwer an einen Sieg glauben. Es kann nur mit allem Ernst auf diesen Punkt aufmerksam gemacht werden. Weder die Kanonen, noch die Reiterdivisionen, noch diese oder jene Einzelheit ist entscheidend, sondern der Geist des Volkes und das Vertrauen der Armee zu sich und seinen Führern. Dies alles darf nicht untergraben werden, was ja auch zweifellos nicht in der Absicht der Vertreter des Wehrvereins liegt. Die Gefahr aber ist immerhin bei dem heiklen Thema vorhanden, wenn dies Thema von ungeschickter Seite angefaßt wird. Wir wollen unsere Rüstung so stark machen, daß kein Feind es wagen wird, uns an­zugreifen, und wer hier aufklärend hilft, ist willkommen; wir haben aber keinen Grund, besonders ängstlich in die Zukunft zu schauen. Wir sind schlagfertig, wenn unsere Feinde das nicht wüßten, wer weiß, ob wir bis heute in Frieden gelebt hätten. Rach deutscher Sitte pflegen wir davon nicht viel zu reden. Anders in Frankreich. Die Niederlage der Türken ist dort so töricht es ist _ frisch auf unser Konto gesetzt worden. Wir taugen nichts, folglich kann man es wagen? ArchiprHt erzbereit, liest Frankreich wieder öfter. Um so mehr ist es nötig, neben dem Wunsch, unsere Mängel nicht zu über­tatkräftig auszumerzen, auch unserer Kraft be-

__ Die Rekrutenvereidigung in Berlin. Berlin, 22. Nov.

Heute vormittag wurden im Lustgarten die Rekruten der Garni­

sonen Berlins und der Umgebung vereidigt. Der Kaiser, der nach . . ..... . k. o,- _

| seinem Eintreffen mit dem Erzherzog Franz Ferdinand im Schlosse, | den Armen". Erst nach dem Tode Kaiser Konstantin, sei die 9k6w

. Bismarckanlagen. Die Stadt Marburg hat dem Ausschuß für die Bismarckanlagen zur weiteren Ausgestaltung der Anlagen am Hoch- aerickt ein Stück Land in Große von annähernd 80 or verpachtet. MU Hilfe von Unterstützungen, welche die Marburger Bank und (Last Weinstube gewährt haben, ist nun diese Flache mit etwa 2000 Bäumen bepflanzt. In der Hauptsache sind Erchen und BirkenzurAn- vflanzuna gewählt. Die Eichen werden leibet in unseren deutschen Wäldern immer seltener, weil sie langsamer wachsen wie andere Baum« und deshalb keine so hohe Rente ermöglichen, wie etwa Suiten. Um so mehr muß das Bestreben aller Freunde des deutschen Waldes dahingehen, wo es möglich ist, die Eichen zu pflegen und sie neu ""^upflanzen. Da den Eichen die Lage am Kappler Berg besonders Zusagt, so ist zu Höften, daß hier bald ein schöner Eichenhain entstehen wird Dre Birken sind dazwischen gefetzt, weil sie raschwüchsig sind und am Äappter ®etg e6en falls besonders gut gedeihen. Sie sollen vorläufig mit ihrem zart Laub und den weißen Stämmen dem Auge em freundliches Bild bieten und gleichzeitig dazu helfen, daß die Eichen möglichst rasch in die Hohe gehen und einen schlanken Wuchs bekommen. An der einen Seite des Weges find Lärchen gepflanzt, die einmal als grüne Wand das Gebo z ^schließen werden. An den anderen Rändern find einzelne Gruppen von rotblättrigen Eichen und Ahornbäumen gesetzt. Im ganzen sind nunmehr in den Bismarckanlagen etwa 28000 Baume und Strauße« angepflanzt. Der Marburger Bank und der Gesellschaft Mernstube ge­bührt aufrichtiger Dank für ihre bereitwillige Unterstützung. Wir bitten aber auch alle anderen Naturfreunde um tatkräftige Forderung der Bis- marckanlagen. Die Zukunft Marburgs liegt in seiner Schönheit und, wem das Wohl Marburgs am Herzen liegt der ^"e vte Bestrebungen die Umgebung Marburgs zu erschließen und auszugeskalten. ein je nach seinen Kräften fördern. Beiträge nehmen d'e Herren Vizebüraer- meister Siebert und Stadtrat Binder sowie der Vorsitzende des Der schönerungsvereins Herr Major Geßner gern entgegen. Ganz besonders ergeht die Bitte an alle Spaziergänger dafür Sorge zu tragen, daß die Anlagen nicht verwüstet werden. Es ist traurig zu sehen, wie z. ».bet einer Eicke die Spitze herausgebrochen ist, um einen Strauß zu haben, der vielleicht schon nach einer halben Sttmde achtlos weggeworfen wird: Der Baum ist ein Krüppel geworden und wird, wenn überhaupt, erst in Jahren den Schaden verwinden. Jeder, den fein Weg über den «is- marckweg führt, sollte solchem Unfug entgegentreten. Oft ist es ja nur Gedankenlosigkeit, welche dazu führt, die Anlagen zu schädigen, oftmals leider auch traurige Roheit. Möchten die Bismarckanlagen unter der Pflege und unter der Mitwirkung aller Marburger sich entwickeln als ein Schmuckstück in dem grünen Kranze, der die alte Stadt Marburg auf den Höhen des Lahntals umgibt, den kommenden Generationen ein Zeichen, daß die heutige an die Zukunft gedacht hat.

* Jahresfest des Elisabethvereins. In HergebrachteiWeife -hu.lt gestern nachmittag der Marburger Ettlabethverem im festlich ^-bmück- ten Elisabethhause fein diesmaliges Iabresfest ab. Es hatten ''cki hierzu wieder zahlreiche Mitglieder - besonders Damen - ^gefundem Um 4 Uhr nahm die Feier mit dem gemeinsamen Gesang von .^.obe den Hern," und einer erbaulichen Ansprache des Herrn Pjarrer Heermann ihren Anfang Es folgten die zwei beifällig aufgenommenen Gesangs­vorträge der im Elisabethhause untergebrachten Knaben und Mädchen. Gott grüße dich" undSchafs in mir Gott ein warmes Herz". All« Kinder konnten sich zwar nicht am Gesänge beteiligen, einige waren ja och so klein, daß sie die Schwestern aus den Armen tragen mußten. Aber alle machten, das soll hier erwähnt werden, einen gesunden Eindruck. In längeren intereßanten Ausführungen gab dann Herr Prof. Freund ein Bild über die christliche Liebestätigkeit in der alten Kirche. Er wies darauf hin, daß den Kulturvölker in vorchristlichen Zeiten der Begriff I Kindesliebe fremd gewesen sei. Beides seien Werke des Christentums. In seinen weiteren Ausführungen schilderte er die Einrichtungen bet ersten Christengemeinden, die keine Müßiggänger duldeten und welch« ! den Wahlspruch verfolgten:Arbeit den Arbeitsfähigen und Mitleid

Politische Umschau.

Di« Wahlen in Württemberg

haben nach den bis jetzt vorliegenden und bereits veröffentlichten Resultaten das Ergebnis gehabt, daß die liberalen Parteien, dre sich zu einem Bündnis zusammengetan hatten, eine schwere Nieder­lage erlitten. Die Konservativen und Bündler find bedeutend ver­stärkt aus den Wahlen hervorgegangen. Also ein Ruck nach rechts. Aber auch die schwäbische Sozialdemokratie hat, unbeschadet ihrer häuslichen Zwistigkeiten, auf die unsere Mauserungspolitiker Immer noch ihre Hoffnungen setzen, gut abgeschnitten. Selbst die Franks. Ztg." muß zugeben:Wollte man die 1906 auf Deutsche Partei und Volkspartei entfallenen Stimmen einfach addieren und die Summe an den für die diesmal vereinten Parteien abgegebe­nen Stimmen meßen, so würde man zu dem Ergebnis gelangen daß das Zusammengehen der beiden Parteien sich nicht bewahrt habe, denn die jetzt erlangte Stimmenzahl bleibt hinter jener Ad- djerungssumme in zahlreichen Kreisen ganz gewaltig zuruck. Dann

DieQberhessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch _______ die Post bezogen 2.25 A (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen Ho 976 und der Ervedition (Markt 21) 2.00 * frei ins Hau«. (Für unver- *'= langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion fcmerlet

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in den Gemächern seines hohen Gastes längere Zeit verweilt hatte, erschien bald nach 11 Uhr zu Pferde im Lustgarten und ritt die Fronten der Rekruten, diesenGuten Morgen" wünschend ab. Mit dem Kaiser waren erschienen die Prinzen Eitel Friedrich, August Wilhelm und Oskar. Nachdem die Fahnen aus dem Schloß gebracht worden waren und am Altäre Aufstellung genommen hatten, hiel­ten Geistliche beider Bekenntniße Ansprachen. Die Vereidigung wurde sodann brigadeweise vorgenommen. Hierauf richtete der Kaiser einige Worte an die Rekruten, worauf der kommandierende General des Eardekorps v. Löwenfeld das Hurra auf den Kaiser ausbrachte. Die Kaiserin wohnte mit den anwesenden Prinzessin­nen und dem Erzherzog Franz Ferdinand der militärischen Feier von den Fenstern des Schloßes aus bei. Spater empfing der Erz­herzog den Botschafter v. Szögyeny-Marich.

Als Herrenhausmitglied präsentiert. Frankfurt a. M., 22. Rov. Der Magistrat präsentierte Oberbürgermeister Vogt an Stelle des aus dem Amte geschiedenen Dr. Adickes als Vertreter der Stadt Frankfurt für das Herrenhaus.

Lohnkampf. Glauchau, 22. Rov. Ueber die hiesige Firma Firnkrantz u. Eo. wurde wegen Differenzen über die Ueberstunden- lohnzahlung durch den Deutschen Textilarbeiterverband die Sperr« verhängt. Daraufhin beschloß der Verband der sachsifch-thurmgi- schen Färbereien am Dienstag sämtliche Betriebe zu schließen, wenn nicht bis Montag die Sperre aufgeboben ist und d,e Ausstän­digen die Arbeit wieder ausgenommen haben.

Unregelmäßigkeiten in einer Krankenkasse. Solingen, 22. Nov. Bei der Ortskrankenkaße wurden Unregelmäßigkeiten festgestellt, die zur Verbattuna des Rendanten führten. .

Ein Heim für ehemalige Angehörige der Marme. Eckernfohrde, 22. Nov. Um ein Heim für ehemalige Angehörige der Marine zu er­richten, will der Deutsche Flotten-Verein em großes Gelände ankaufen, das teils für die Gebäude, teils für einen Park Verwendung finden soll.

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Marburg und Umgegend.

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Marburg, 23. Nov.

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