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1912.

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Erstes Blatt

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Die Lage auf dem Balkan,

ein Erfolg der Türken.

Marburg

Mittwoch, 19. November

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Politische Umschau.

Dummes Zeug oder Hochverrat?

Wenn man von großen Demonstrationen der Genossen für den Frieden liest, so mutzte man eigentlich annehmen, alle Welt au^er ihnen wollte den Krieg. Genau das Gegenteil ist natürlich der Fall. Niemand will den Krieg, der grötzte Teil des Bürgertums schon deshalb nicht, weil gerade ein Krieg seine Werte doch zwei­fellos sehr in Frage stellen kann. Es gehört aber nun einmal tu

mtl oem Kreisblatt für die Kreise Matbmg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Bierabend-,Fürs Saus« und Landwirtschaftliche Beilage-.

Ausland,

* Studentenkrawalle. Lemberg, 18. Nov. Gestern veran­stalteten in spater Abendstunde ukrainische Hochschüler, Eym- nastasten und Lehrlinge neuerliche Demonstrationen gegen die alt* ruthenischen Vereine und Studentenheime sowie gegen die Redak­tion des BlattesPrykarpatskaje Rus", wobei sie mehrere Fenster­nd iben zertrümmerten. Polizeimannschaften drängten die Demon­stranten zurück und verhinderten sie, vor das russische Konsulat zu ziehen. Zn der Kurkowagasie wurden aus der Mitte der Demon­stranten gegen das altruthcnische Schülerinternat Revolverschüsie abgefeuert, durch welche zwei Schüler verwundet wurden. Die Polizei verhaftete sieben Personen, größtenteils ukrainische Hoch­schüler, sowie einen Gymnasiasten. Erst nach 11 Uhr nachts trat Ruhe ein.

** Verhafteter Anarchist. Paris, 18. Nov. Die Polizei ver­haftete gestern den Sekretär des Anarchisten-Verbandes, Lecoin. der kürzlich in einer von dieser Vereinigung einberufenen Ver­sammlung eine Rede über Sabotage im Falle einer Mobilisierung gehalten und außerdem eine Flugschrift unter dem TitelAnwei­sungen zur Sabotage der Mobilisierung" veröffentlicht hatte. Der Verhaftete wird der Aufreizung zum Diebstahl, zur Plünderung und zum Totschlag beschuldigt. .

** Die Pulverkalamität in Frankreich. Paris, 18. Nov. Der Matin" veröffentlicht einen heftigen Artikel gegen die Leitung der staatlichen Pulverfabriken, die trotz der furchtbaren Katastrophen an den von ihr begangenen Fehlern festhalte, obgleich ihr der Che­miker Chardonnet die Mittel und Wege gewiesen habe, diese ver- hängnisvollen Fehler zu vermeiden.

I '** Archipret. Paris, 18. Nov. General Herr, Kommandeur der I Artillerie des 6. Armeekorps in Chalons, reiste angeblich als Privat- I mann ohne höheren Auftrag nach Konstantinopel zum vergleichenden I Studium französischer und deutscher Artillerie auf dem Kriegsschauplätze. I Tie französische Artillerie, so sagte er, habe die Feuertaufe erhalten. Der I ehemalige Kriegsminister, General a. D. Zurlinden, zieht im .Zrgaro die Schlußfolgerung, die bisherigen Kriegsergebnisse hätten die enorme, I Ueberlegenheit der Creufot-Geschütze über die Kruppsche Artillerie 6m> I getan. Die französische Artillerie sei ebenso wie dre JnsanNle Die erst«

das sozialdemokratische Programm diereaktionäre Masie al» kriegslüstern hinzustellen. So unsinnig das auch dem nur einiger- matzen gesunden Menschenverstand erscheinen mag. Prozent- Patrioten, Hurrapatrioten und Panzerplattenpatrioten, das sind die geschmackvollen Worte, mit denen die sozialdemokratischen Blätter und die von ihnen abhängigen radikalen diese Anschauung gewissermaßen begründen wollen. Man wird ihnen dies Vergnu- gen lassen, da es absolut nicht geeignet ist in irgend einer Form Einfluß auszuüben. Aber freilich nur bis zu einer gewissen Grenze. Der Franzose Jaurtzs hat in der vorgestrigen Berliner ^samm- lung, wie bereits von uns kurz berichtet, auch nach dem Berichte desVorwärts" ausgeführt,wenn der Sturm des Krieges auf dem Meer der Völker losbricht, dann wird er aus den Tiefen den Genius der Revolution Hervorrufen! (Stürmischer Befall.)" And der Irländer O'Erady betonte unter ebenfalls stürmischem Beifall, daß das Proletariat vor keinem Mittel zurückschrecken werde, um sich von derkleinen Gruppe der Kriegshetzer" einen Krieg nicht aufoktroieren zu lassen. DerVorwärts" gerät in eine enthu­siastische Stimmung und weiß von demgewaltigen Eindri^ der Rede zu erzählen. Aus Paris aber wird gemeldet, daß Herr Scheidemann den Franzosen versprochen hat, das deutsche Prole­tariat werde nicht auf seine französischen Brüder schießen Und die­ser Herr ist einst der Vizepräsident des deutschen Reichstags gewesen, gewählt auch von Abgeordneten, die sich national nennen und die zum Teil wenigstens in Bismarck ihren politischen Heros erkennen. Die aufreizenden Reden der Ausländer bleibt nur übrig entweder als dummes Zeug oder als Hochverrat anzusprechen. Unter Bülow noch hat man sie ganz einfach verboten. Die Matz­regel. die Ausländer deutsch reden zu lasten, war jedenfalls eine halbe.

Deutsches Reich.

Herr Eickhoff ist von den Vorständen der fortschrittlichen Volks- «artei zu Remscheid und Lennep für die Landtagswahl wieder als .Kan­didat ausgestellt worden. Herr Eickhoff ist d e n Fortschrittlern, die sich bereits völlig in die Hörigkeit bei der Sozialdemokratie begeben naben wrgen seiner bürgerlichen Haltung ein Dorn im Auge. Er wird bei feder passenden und unpastenden Gelegenheit von seinen Parteigenog-m deshalb angegriffen und dieFrks. Ztg." z. B. erklärte ihm noch kürzlich, daß er die Grundlinien des Parteiprogramms verlasten habe, weil erjn drr Frage der Volksfürsorge mit bürgerlichen Politikern gegen die «o- zialdemokratie zusammen arbeitet. Ja, ja, es ist nicht leicht frehmnig und bürgerlich zugleich zu denken!

Katholikentag. Als Zeitpunkt für tue rm nächsten Jahre in Metz tagende Generalversammlung der Katholiken Deutschlands ist der 17. bis 21. August in Aussicht genommen.

ein Dementi. Berlin, 18. Nov. DieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: DieLeipziger Neuesten Nachrichten" lasten sich unter der Ueberschrift:Eine welfische Absage an Kaiser Wilhelm" aus Gmun­den schreiben, der Kaiser habe den Prinzen Ernst August von Eumber- land zur Hofjagd in Letzlingen eingeladen. Der Prinz habe mit bet Begründung, daß er dienstlich verhindert sei, seine Teilnahme an bet Hofjagd abgelehnt. DieLeipziger Neuesten Nachrichten" bezeichnen dies in ihrer Zuschrift aus Gmunden als einenneuen Affront, der dem deutschen Kaiser natürlich auf seine Veranlassung angetan wird". Wir stellen fest, daß die ganze Geschichte dreist erfunden ist. Der Kaiser sandte an den Prinzen keine Einladung und der Prinz hat keine Absage erteilt.. Damit entfällt auch das Gerede von einemneuen Affront".

DieOberhesfische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahmeder Somi. unb Feiertage. Der Bezugspreis betragt vierteljährlich durch die Vost bezoaen 2.25 * (ohne Bestellgelds, bei unseren 8-'tungsstellen rvedikion (Markt m) 2.00 <X frei ins Haus. (Für iliiver- lanat augelanbte Manuskripte übernimmt die Redaktion ferner!« Verantwortung.) Druck und Verlaader Üniv.-Vuchdruckeret I. A. Koch HKtantwonun^ $ Horath), Markt 21. - Telephon 55.

Nach einer kurzen Pause ist es nun bei der Tschataldschalrnre et heftigen und blutigen Kämpfen gekommen. Der Kampf begann morgens um 5 Uhr und dauerte ununterbrochen bis eine Stunde nach Sonnenuntergang. Nach heitzem Ringen gelang es den Tür- len den Feind zurückzuwerfen und ihm beträchtlichen Schaden zu- zufügen. Es ist dies nach den bisherigen Ereignissen umso über­raschender, als ja die Cholera gerade bei dem Teile der türkischen Armee der die Verteidigung der Tschaltaldschabefestigungen ver­steht, in ungeheurem Matze aufräumt und dadurch der mora­lische Wert dieser Soldaten noch mehr herabgedruckt worden Ist. Man scheint daher nicht fehl zu gehen, wenn man die Ursache des türkischen Erfolges bei den Bulgaren sucht. Diese sollen den bisher gezeigten Elan haben vermisten lassen und das durfte ver­ständlich sein; wenn man bedenkt, daß sie nicht nur gegen das mör­derische feindliche Artillerie- und Jnfanteriefeuer vorzugehen hatten, sondern daß ihnen aus den Stellungen des Feindes das Gespenst der Cholera drohend entgegenblickte.

Ueber die Schlacht selbst meldet der Kriegskorrespondent des B. L. A.:Es war ein nebliger Morgen. Ein Teil der türkischen Artillerie feuerte mit schwarzem Pulver und alsbald waren große Teile der Verteidigungslinie in undurchdringlichen Rebel und Qualm gehüllt, der einen Schleier zwischen den beiden kämpfenden Linien bildete. Auf der bulgarischen Seite blitzte es unaufhörlich von dem Abfeuern der eigenen Geschütze, sowie von dem Ausschla^ J°n her türkischen Geschosse. Ein türkisches Kriegsschiff das m der v", l-s n°»m «n bm tompf« teil und gab Stelt.elten1e.nee schwersten Artillerie auf die bulgarische Flanke ab. Es war un- I zweifelhaft der schwerste Artilleriekampf seit dem russtsch-fapaiii- lchen Kriege. Dann wurde plötzlich Kleingewehrfeuer hörbar. Die Bulgaren hatten in der Nacht ihre Infanterie vorgeschoben und versuchten nun, die Eisenbahnschleife von Bachseiskm zu nehmen, Indem sie auf dem Ufer des Karafu entlang vorgingen. Die tür­kische Artillerie nahm sie jedoch scharf aufs Korn und nach kurzer Zeit mußte sie diesen Angriff einstellen. Das Knattern der Ge- wehre und der Maschinengewehre zeigte uns bald darauf, daß ern ähnlicher Angriff bei Hamidijo unternommen wurde. Er scheint abgeschlagen worden zu sein. Doch bald verstummte das Klem- aewehrfeuer. Es war jetzt 10 Uhr morgens. Die Erde erzitterte unter dem Donner der Geschütze und zerbarst unter dem Krachen der Granaten. Die Bulgaren waren unermüdlich, aber ihre Shrapnells zersprangen zu hoch und taten wenig Schaden So we t ich überblicken konnte, waren die Türken vortrefflich geschi.tzt. Di- Leute waren bester Laune und atzen ihr Brot, von dem ganze Wa­genladungen gestern eingetroffen waren. Der türki.che Sieg wir fetzt offiziell bestätigt. Von den gefangen genommenen 8000 Bul­garen sollen 3000 nach Konstantinopel gebracht werden. Ferner sollen nach Zeilungsmeldungen etwa 40 Geschütze erbeutet fern. Die Siegesnachrichten verursachen in allen Kreisen größte Freude und Begeisterung. ä . .

Serbien und Oesterreich.

Wien 18. Nov. Die Morgenblätter schreiben: Der maßlose Ton der serbischen Preste gegen die Monarchie und die Mitteilun­gen über das Vorgehen Serbiens gegen den österreichisch-ungari­schen Konsul e r sch w er e n d i e S i t u a t i o n a ero rd e n t- kich. Wiewohl die Bevölkerung der Monarchie durchaus fried­liebend gesinnt sei und nirgends eine Kriegsparter bestehe, dränge die öffentliche Meinung imer mehr darauf, daß eine Klärung der Situation erfolge. Die öffentliche Meinung wunschteinsriedliches Nebeneinanderleben mit unseren Nachbarn rm Sudosten, wolle aber wissen, ob ihr Wunsch erfüllbar ist.

Wien 18. Nov. Fast die gesamte Presse bespricht m erreg­ter Weise das Vorgehen der serbischen Regierung in der Angelegen­heit des Konsuls Prochaska, das dem Völkerrecht und dem Kriegs- brauch nicht entspreche. Es fei dies ein so ernster Punkt, daß die Geduld Oesterreich-Ungarns in dieser Richtung auf keine allzuharte Probe gestellt wer­den dürfe. Jedenfalls läge es im Interesse Serbiens selbst, das über dieser Frage schwebende Dunkel sobald als möglich aufzuhellen. _

Wien, 18. Nov. Gestern haben sich der Minister des Aeußern, der Reichskriegsminister, der gemeinsame Finanzminister Bilinski sowie Finanzminister Zaleski und der Landesverteidrgungsminr- ster Georgi nach Budapest begeben.

In den österreichischen Delegationen

fand eine große Debatte über die auswärtige Lage statt. Graf Latour erklärte, Österreich treib« eine territoriale Un­eigennützigkeitspolitik. Eine wirklich ernste Lage werde bei allen Parteien die vollste Erfüllung der Pflichten für die Inte­grität des Vaterlandes finden. Eine baldige Entspannung sei um so mehr 54 hoffen, als das ruhige Kraftgefühl der Mon­archie denn doch nicht ohne Eindruck bei den Valkanvolkern bler- -en könne. Man müsse entschlossen sein, die als richtig und not­wendig erkannten Postulate unter allen Umständen und mit allen Mitteln durchzusetzen. Eine Bluffpolitik sei der Monarchie un­würdig. Die Vertreter der Tschechen und Polen konnten es sich Ruht versagen, gegen Preußens Polenpolitik zu Felde zu ziehen M» ihre nationalen Wünsche wieder einmal ausgedehnt vorzutra­

gen Der Abg. Chotz meinte sogar, es sei die Pflicht des Slawen- I tums, auf Rußland ernstlich im Sinne einer Restaurierung der Autonomie Polens einzuwirken. Graf Berchtold führte, nach- I dem er seine Besprechungen mit dem bulgarischen Ministerpräsi- I deuten Danev kurz berührt hatte, aus:In den Diskussionen der 1 Delegationen wie in der Presse stand in der letzten Zeit die Frage I der zukünftigen Gestaltung A l b a n i e n s im Vordergründe. Witz aus den in der italienischen Kammer seinerzeit abgegebenen Er­klärungen des damaligen italienischen Ministers des Aeußern be- | kannt ist, besteht zwischen den Kabinetten von Wien und Rom llebereinstimmung hinsichtlich der künftigen autonomen Gestaltung Albaniens. Unsere heutige Politik, wie die Italiens, geht von diesem Grundsatz aus. Wenn die Existenz der albanischen Ration I hier von mancher Seite angezweifelt wird, möchte ich demgegenüber I geltend machen, daß die Albanesen unter jahrhundertlangen un- I günstigen Verhältnissen es verstanden haben, die nationalen Tra- I tionen und Eigentümlichkeiten ungeschwächt zu erhalten. MU I Bezug auf die Fälle der Behandlung österreichischer Konsuln durch I die Serben, konnte der Minister eine definitive Antwort Serbiens noch nicht vorlegen. I

Die serbischen Ansprüche wachsen! I

Paris, 18. Nov. Die serbischen Ansprüche an der Adria I werden immer unbescheidener. Heute läßt sich dasEcho de Paris I aus Uesküb die Auslassungen eines angesehenen Balkandiploma- I ten melden, der erklärte, Serbien braucheeinen Streifen an der 1 Adria". Der Hafen, der bisher gefordert wurde, genügt also nicht I mehr. Außerdem kann der französische Korrespondent melden, Ser­bien wünsche, daß Oesterreich auf ein autonomes Albanien verzichte I und daß es vorderhand noch nicht von einer Zollunion mit Serbien spreche. Serbien wisse nicht einmal, wie sich die Zollverhältnisse I im Balkanbund gestalten werden! I

Serbische Grausamkeiten. I

Wien, 18. Nov. Der Berichterstatter derReichspost" in I Belgrad erfährt von dem Begleiter des aus Prizren nach Oester- I reich geflüchteten albanesischen Führers Kol Drbra über die Besetz- I ung von Prizren: Es war, als wäre eine Horde entfesselter Wilden I und rasend gewordener Teufel auf die unglückliche Ortschaft losge- I

i lassen. Ohne Grund stürzte sich die serbische Soldateska auf die I albanesische Bevölkerung und begann alles niederzuknallen, was ihr in den Weg kam. In knapp drei Stunden töteten sie drei Män­ner, 35 Frauen, darunter mehrere Matronen, und 8 Kinder unter I zwölf Jahren, darunter zwei unter sechs Jahren. Mit Maschinen- I gewehren feuerten die Serben in den Straßen auf die Bevölkerung. I Daß auf die Serben während der Besetzung geschossen worden wäre, I ist Unwahrheit, aber auch dann wäre die frivole Niedermetzelung von Frauen und Kinder ungerechtfertigt. Ueber den österreichi­schen Konsul Prohaska, den er persönlich kenne, kann dieser keine präzise Mitteilung machen. Er hörte nur kurz vor der Flucht, daß

I er erkrankt sei.

Die Landungstruppen der Rächte.

K 0 n st a n t i n 0 p e l, 18. Nov. Heute früh um 8 Uhr lan- | beten die -ausländisches Kriegsschiffe 2000 Marinesoldaten, sämt­liche mit Waffen und Fahnen. Sie besetzten die Spitäler, Schu­len und andere öffentlichen Anstalten. Die Maschinengewehre sind bereits gestern gelandet worden. Die Ausschiffung der deutschen

I Matrosen ist heute morgen 5 Uhr erfolgt und glatt verlaufen. Es I wurden etwa 450 Mann des PanzerkreuzersGäben" mit Land- I geschähen und Maschinengewehren an Land gesetzt. Unter dem I Kommando des ersten Offiziers Korvettenkapitän Berendes besetz­

ten 11 Offiziere, 5 Fähnriche und 265 Unteroffiziere und Matrosen I die deutsche Botschaft.

Die Gefahr der Berfchleppung der Cholera.

I Paris, 18. Nov.' In der heutigen Eemeinderatssitzung er­klärte der Polizeipräfekt Lepine auf eine Anfrage betreffend etwaiger Vorkehrungen gegen die Verschleppung der Cholera nach

I Paris, daß er bereits die erforderlichen Maßnahmen angeordnet I habe, insbesondere werden alle aus dem Orient eintreffenden Per­sonen einer gründlichen ärztlichen Untersuchung unterzogen und alle Waren dieser Herkunft desinfiziert werden.

K 0 n st a n t i n 0 p e l, 18. Nov. Heute bekundete der Inter­nationale Gesundheitsrat seinen Willen, Maßnahmen zu treffen, I um dem Einmarsch der kriegführenden Armeen in Konstantinopel I zu verhindern, da er eine ernstliche gesundheitliche Gefahr bedeuten würde. Während der Beratungen erklärte der Minister des Aeuß-rn, er hoffe, daß der Waffenstillstand und der Friede bald ge-

I schlossen sein würden.

I Von Tripolis nach dem Balkan.

Alexandria, 18. Nov. Die türkischen Offiziere eilen aus der I Cyrenaika scharenweise nach dem Balkan. Sie legen auf den

Karawanenstraßen die Strecke DernaAlexandrien in 15 bis 19 I Tagen zurück, ohne Pferde und Kamele zu schonen, die zum größten

Teil durch die Ueberanstrengung zu Grunde gehen. Enver Bey bleibt einstweilen noch zurück.

47. Jahrg.

btnbli&feit für Platz-, Datenvorschrift und Beleglieferung ausge- schlossen. Zahlungen im Posticheckverkehr otM Portokosten w unter Nr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M._______