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1912
Erstes Blatt
stillstand ein.
In Saloniki.
Marburg
Dienstag, 19. November
Konstantinopel. 17. Nov. Die Behörden sind machtlos, der Situation entgegenzutreten. 3000 Kranke sind mit der Bahn I nach San Stefano gebracht worden, wo sie 24 Stunden ohne Nah- I rung und ohne Wasier gelasien wurden. Die vier vorhandenen I sl-rrtfi erklärteiU-Le leien nicht in der Lage, .die.3000 Kranken zu
Die „Cberhefiifdie Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. — Der Bezugspreis betragt vierteljährlich _burd) - - - ----- m-ci-n—rsx, bei unseren Zeitungsstellen
haben wir noch nicht wieder nötig. ,
* 52. Deutscher Philologentag. Gestern konstituierte stch hier der Ge- samtausschutz für die 52. Versammlung deutscher Philologen und Schulmänner. dir im nächsten Jahre hi« ktattfinden soll. Den Vorsitz übet»
I pflegen und taten garnichts. Der Zug hätte zurückgebracht werden । sollen, aber auf den Protest der Eisenbahnbeamten und nach dem I Einschreiten des österreichisch-ungarischen Botschafters find die I Kranken jetzt in den Quarantäne-Stationen untergebracht wor- I den. Schreckliches wird über die Leiden der Kranken in den I Hospitälern erzählt, namentlich über die Gefühllosigkeit und die I Unfähigkeit der türkischen Aerzte und Pfleger.
I Neue Kämpf«.
| Konstantinopel, 17. Nov. Seit heute früh wird in I Pera ferner Kanonendonner gehört. Man glaubt, daß diesseits I von Hademkoej eine Schlacht im Gange ist. Angesichts der Sach- I läge find die Vertreter der Großmächte beim Botschafter Mark- I grafen von Pallavicini versammelt und beraten über die im Falle I eines Einzugs zu treffenden Maßnahmen.
I Belgrad, 17. Nov. Nach zweitägigem Kampfe ist es den I serbischen Truppen gelungen, wichtige Positionen vor Monastir zu I nehmen. Die Türken ziehen gegen die Stadt zurück. Die Ein- I nähme ist binnen kurzem zu erwarten.
| Das schlechte Wetter.
I Rjeka, 16. Nov. Infolge des ungünstigen Wetters trat in I den militärischen Operationen vor Skutari gestern ein Waffen-
mit oem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham
.Fürs Haus" und »Landwirtschaftliche Beilage".
schieden. Zu den Demonstrationen ist der bekannte Sozialisten führ« Jaurös aus Paris eingetroffen und, wie die „SB. 3.“ zu berichten weiß, „im Hotel Monopol abgestiegen". Das Hotel ist eines der feinsten in Berlin. Die Sozialdemokratie veranstaltete dann am heutigen Sonntag sechs große Volksversammlungen gegen die aus den Balkanwirren sich ergebenden Möglichkeiten. Analoge Versammlungen sollen am heutigen Tage in den Hauptstädten des Auslandes abgehalten werden, zu denen eine ganze Reihe deutscher Sozialistenführer abdelegiert worden sind. Zum Austausch dafür waren eine Anzahl ausländischer Sozialisten nach Berlin gekommen. Jaurös sprach in der „Neuen Welt" in der Hasenheide in gebrochenem Deutsch. Er behandelte das Thema „Krieg und Friede". Wer die Sozialdemokraten als verblendete und vaterlandslose Gesellen in einen Gegensatz zu den übrigen Staatsbürgern bringe, der schließe nicht die Sozialdemokratie aus dem Vaterlande aus, sondern sich selbst aus der Kultur. Die deutschen und französischen Sozialdemokraten, die man so oft als (Segnet aufeinandergehetzt habe, werden einig sein, einen europäischen Krieg mitallenMittelnzu verhindern. Wenn die regte- renden Klaffen zum allgemeinen Krieg losschlagen, wird d« Sturm den Dämon der Revolution wachrufen. Frieden für die Völker und Krieg dem Kriege! (Minutenlanger Beifall.) Nach Jaurtzs sprach noch der Reichstagsabgeordnet« Fischer. Eine Resolution wurde nicht beschloffen. Unter der Ab- singung der Arbeitermarseillaise ging die Versammlung auseinander.
"«n Ehrverlust veturt
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Hanfatag.
__Di« sozialdemokratische Friedensdemonstration. Berlin, 17. Nov. Wie der „Vorwärts" meldet, hat der Polizeipräsident das Gesuch der Veranstalter der sozialdemokratischen Frieden^ kundgebung am heutigen Sonntag ausnahmsweise den Gebrauch -. einer anderen als der deutschen Sprache zuzulaffen, abschlägig be- |
«ende Meldungen vor: u _
Prag iß. Nov. Als gestern zwei Bataillone des hiesigen Landwehrre'giments 8 zum Bahnhof zogen, um noxf) Dalmatien verladen zu werden, kam es zu ungeheuerlichen Kundgebungen d« tschechischen Bevölkerung.
Prag 16. Nov. Nach einer tschechischen Versammlung mit etwa 5000 Teilnehmern, in welcher der Abgeordnete Klofatsch gegen eine Krtegspolitik Oesterreichs sprach, fanden auf dem Wenzelplatz große Kundgebungen für die Balkanstaaten statt.
Die Lage in Konstantinopel und in der Tschataldschalinie.
Nach brieflich aus Konstantinopel eingelaufenen Meldungen erscheint, wie ausländische Offiziere, die Donnerstag und Freitag die Verteidigungslinie von Tfchataldfcha besuchten, berichten, dre Lage aussichtslos. Die Schützengräben sind nur teilweise ausgehoben: Berge vonSchanzzeug und große Mengen Stacheldraht liegen besonders auf dem am meisten gefährdeten nördlichen Hügel unbenutzt umher. Die Mannschaften sind infolge der Solern meist außerstande zu arbeiten. In den Sa-utzengräben wachen vereinzelte Soldaten, während zahllose Kranke auf den Feldern dahinter sich stöhnend in Krämpfen winden und sterben. Auf den Wegen, die strahlenförmig von den einzelnen Korps zur Zentrale, zum Bahnhof von Hademkoej, führen, wanken unzählige cholerakranke Soldaten in der Hoffnung, mit Hilfe der Bahn aus dem verseuchten Gebiet entfliehen zu können. Auf dem Bahnhof in Hademkoej ist in einem Salonwagen das Oberkommando Nasim Pascba, in dem Stationsgebäude das Kommando des ersten Korps Ali Rifa Paicha. Dieser war an Cholera hoffnungslos erkrankt und sollt- sterbend nach Konstantinopel gebracht werden. Auf dem Gelände um den Bahnhof herum lagen tausende von erkrankten Soldaten. Die Bekämpfung der Seuche ist unmöglich. Bei Terkos. wo die Wasserleitung für Konstantinopel beginnt, steht ein Wachtkonnnando, von dem am Donnerstag nacht 12 Mann starben und 15 schwer erkrankten. Drei Aerzte, die sich in Derkos befinden, können nichts weit« tun, als für die Bestattung der Leichen zu sorgen. Die Offiziere, die weit von den türkischen Linien ritten, konnten außer einigen vorgeschodenen bulgarischen Batterien keine Bulgaren feststellen. Tagsüber wurde mehrfach von den Batterien gefeuert. Auch türkische Kriegsschiffe, die vor Derkos liegen, griffen mit Geschützfeuer ein. Nach Anschauung der Offiziere ist es unmöglich, bei Tschataldscha noch zu kämpfen. Allerdings ist es auch für die Bulgaren unmöglich, die Stellung zu besetzen, ohne die gesamte Armee durch die Cholera zu gefährden.
Die Cholera wird zu einer Geisel, die schrecklicher ist, als der Krieg.
• Militärisches. Die zur Ableistung ihrer militärischen Dienstpflicht gelangenden Leute, die bis dahin in einem geschäftlichen Vertragsverhältnis gestanden haben, versäumen es sehr häufig, ihre Arbeitskarten bei der in Frage kommenden Stelle abmgeben, wodurch ihnen spätere Nachteile entstehen können. Es ist daher jetzt, wie die „Reue politische Correspondenz" mttteilt, bestimmt worden, daß diese Leute nach erfolgter Aushebung auf die Erfüllung obiger Maßnahme aufmerksam gemacht werden. Auch sind die Truppenteile angewiesen worven, den Leuten die bei der Einstellung noch nicht abgegebenen Karten abzunehmen, sie der in Betracht kommenden Stelle einzusenden und die Aufrechnungen bis zur Entlastung aufzubewahren.
• Erster Volksunterhaltungsabend. Kastenlturm seit 6% Uhr — Ausverkauf um 7% — polizeiliche Absperrung um 7% Uhr — über 1000 Leute in den Stadtsälen und Hunderte draußen, die keinen Platz mehr finden konnten: das waren die Zeichen, unter denen der 1. Volksunte» Haltungsabend in Szene ging. Wie kann in Zukunft Rat geschafft werden? Die Preise sollen nicht erhöht werden, um jedermann den Zutritt zu ermöglichen. Das Programm muß doch auch in Zukunft möglichst reichhaltig ausgestaltet werden, um jedem etwas ihm Zusagendes zu bieten. Nun, dann muß der Saal vorgeschuht oder mit einer zweiten Etage versehen werden. Die Darbietungen des Abends wurden von Fräulein Luise Tuczek und Fräulein Zda Vogt mit einer sicher gespielten und fein herausgearbeiteten Ouvertüre eröffnet. Der folgende Teil des Programms gruppierte sich um den wirkungsvollen, gedankenreichen Vortrag des Herrn Profeffors Wechßler über das Volkslied, der sich sowohl mit der Theorie, wie mit der Geschichte desselben beschäftigte. Den engsten Rahmen um diese Verherrlichung des Volksliedes bildeten zwei Reihen von Proben desselben, die Fräulein Tuczek in schlichter, herzgewinnender Weise mit tadelloser Stimmbildung und Aussorache vortrug von Fräulein Vogt in vollendeter Weise auf dem zur Verfügung stehenden herrlichen Flügel begleitet. Der „Liederverein" zeigte dagegen, wie machtvoll und zugleich innig das Volkslied aus Männerkeblen zu dringen vermag, und bot zum Vergleich mit demselben auch einen sehr schweren, aber außerordentlich ansprechenden Kunllchor. Hebet die reine Intonation und die geschmackvolle Durcharbeitung dieser Sange-perlen konnte man nur eine Stimme des Lobes hören. Den zweiten heiteren Teil des Abends leitete Frau Dr. Frobwein, unser lieber Galt aus dem Ebsdorf« Grunde, in humorvollster Weise durch die Vorlesung einer heiteren Episode aus dem „Generalanzeiger" «in. „Die Frau Doktor kann als zus wiederkomme, die hört man sich nickt leid", so bör^e ick auf dem Heimwege in echt Ockershäuser Mundart ein rundlickes Weibcken urteilen. Die Zerren Windel und Straube trugen nun noch tn meisterhafter Weise die .Dramatische Phantasie" für Klarinette und Klavier von König-Bolland vor. Dem lebhaften Wunsche nach einer Zugabe dursten sie leider nicht nackqeben. weil die Zeit sckon zu weit vorge- schristen war Und nun öffneten sich wieder die Hallen Thalias für den prächtigen Schwank ..Sckwerhörig". dem Frau Dr. Frobwein emiqe wohlverstandene lokalgefärbte Lichter eingefügt hatte. Das Zusammenspiel der drei beteiligten Damen war überraschend sicher: lebe einzeln« Nuance war liebevoll herausgearbeitet, und man war bis zum Sckluß unsicher, ob man dem kecken, fröhlichen Backfisch oder den beiden gemütlichen drolligen alten Tanten den Vorzug geben sollte. So sei ihnen denn gemeinsam herzlich gedankt für die schöne Leistung, die viele Hunderte so recht aus vollem Herzen zu lachen zwang. — Am 15. Dezember aber möge es nicht wieder ganz so voll werden, wie dieses Mal. Geld
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Die Lage auf dem Balkan.
Die internationale Lage
steht unter dem Zeichen der Entspannung und VerstäMgung. Bulgarien und Rumänien sollen sich verständigt haben, Rußland will keinen Krieg, England ist in seiner Mittelmeerpolrttk not- gedrungen kein Freund der Balkanvölker, Kaiser Franz Joses aber soll erklärt haben, er hoffe, daß der Krieg zu vermeiden sei, wenn auch nur unter gewiffen Bedingungen. Im Valkanbund selbst scheint man sich über vieles nicht recht klar zu sein. Embarras de richesse zu deutsch: sie haben den Türken mehr abgenommen als sie erwartet hatten; ihre vorherige Abmachung über Verteilung des Raubes ist damit hinfällig geworden, und von den neuen Gebieten möchte natürlich jeder ein möglichst großes Stuck haben. Serben und Griechen trauen dem mächtigen Bruder Bulgarien nicht und in Saloniki ist es schon zu nicht ganz unblutigen Zu- sammenstüßen gekommen. Der „Berl. Lok.-Anz/' buchtet ferner daß zwischen den vor Adrianopel liegenden Serben und Bulgaren ein nichts weniger als freundschaftliches Verhältnis bestehe und daß die Lage der Bulgaren vor dieser Festung infolge starker Verluste durch Kämpfe und Krankheiten so prekär sei, daß ein nicht gänzlich demoralisiertes türkisches Heer dem Vordringen der Ve^ bündeten wohl Halt gebieten könnte. Bei den Türken freilich wütet die Cholera. Immerhin soll nach einem Bericht der „Times die türkische Armee in der Tschataldschalinie durchaus in der Lage fein, den Bulgaren Widerstand zu leisten. Genau das ©egentetl wird von anderer Seite, wie weiter unten zu lesen ist, verbreitet.
Ob es zwischen Oesterreich und Serbien zu ernsten Ve«oick- lungen kommen wird, diese Frage dürste sich jedenfalls so schnell nicht erledigen kaffen. Kriegerische Stimmung schemt auf beiden Seiten vorhanden zu sein, und die Affäre des Konsuls Trohasca und die Albanesenmetzeleien sind ein deutliches Zeichen dafür, wie hoch der Uebermut der Serben gestiegen ist. Auf österreichischer Seite legt man der bevorstehenden Reise des Thronfolgers nach Berlin große Bedeutung bei, andererseits erklärt man, daß dre Forderung Oesterreichs und Italiens in d" Adriafrage unerschutt tert sei. Wenig angenehm ist die Entdeckung, die Oesterreich macht, daß seine slavischen Relimenter durchaus nicht zuverlässig find. Auch hier scheinen die Deutschen die Katze durch den Bach schleifen zu sollen. Auch sonst scheinen die Slaven ihre völkischen Sympathien nicht unterdrücken zu können. Es liegen darüber fol-
Salontkt, 16. Nov. Türkische Soldaten sprengte heute nacht ein Munittonsdepot bei den Artilleriekasernen tn Schitimlik in die Luft. Infolge der Explosion wurden Hunderte entwaffneter türkischer Soldaten, die in der Umgebung des Munitionsdepots lagerten, getötet, oder verwundet. In der Stadt entstand eine Panik. Griechische Truppen mußten bei dem Wurtartore die Waffen gebrauchen, da die Türken auf die Soldaten schaffen. Ueb« Saloniki ist der Belagerungszustand verhängt worden.
Oesterreich und Serbien.
Wien, 17. Rov. Die „Reue Freie Preffe" meldet: Der | österreichisch-ungarische Konsul in Mitrowitza, Tahy, ist tn Budapest angekommen. Er konnte sich nur nach großen Schwierigkeiten und nicht ohne Gefahren aus Mitrowitza flüchten und die Grenze der Monarchie erreichen. Die serbische Militärbehörde hatte den ! Konsul in Mitrowitza interniert. Tahy erzählt von Verfolgungen, denen die albanestsche Bevölkerung tn Mitrowitza ausgesetzt sei. Der Konsul sah eine große Anzahl Leichen den Fluß hinunterschwimmen. Das Blatt bemerkt dazu: Es ist dringend nötig, daß die serbische Regierung sich darüber äußert. Die Annahme, daß es sich bloß darum gehandelt habe, durch die Jnterni«ung des Konsuls militäristhe Eeheimniffe zu bewahren, wird schwerlich Glauben finden.
„Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung* über die Lage.
Berlin, 17. Nov. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt in ihrer Wochenrundschau: Die Bewahrung des Einvernehmens unter den Großmächten, die für eine gemeinsame Lösung der Orientfragen nötig ist, fand während der abgelaufenen Woche in mehreren Kundgebungen berufene Fürsprech«. Die Hoffnung ist berechtigt, daß sich etwaige Erwartungen auf ein Auseinanderfallen Europas in zwei Lager nicht verwirklichen werden.
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Deutsches Reich.
— Zwei Interpellationen bringt die sozialdemokratische Fraktion bei dem Zusammentritt des Reichstages ein. Die erste behandelt die Fleischteuerung in dem üblichen Sinne, die zweite fordert vom Reichskanzler Auskunft über die schwebenden internationalen Fragen.
— Der Deutsche Hanfatag. Berlin, 17. Nov. Heute mittag fand im Admiralitätspalast der Allgemeine Deutsche Hanfatag statt. Zahlreiche Abgeordnete der liberalen Parteien waren erschienen. Der Präsident des Hansabundes, Rieffer, wies in einet längeren Rede darauf hin, daß der Hansabund in erster Linie die Herbeiführung des sozialen Friedens erstrebe. Er trete ebenso für die Arbeitgeber wie Arbeitnehmer et5. Dann sprach Professor Delbrück über Sozialpolitik und Unternehmertum. Er führte aus, es fei erforderlich, bezüglich der Sozialpolitik vorläufig nicht weiterzugehen, da die Unternehmer alsdann als Konkurrenz auf i dem Weltmartt nicht bestehen konnten. Abgeordneter Sttesemann sprach über die Industrie und Handelspolitik. Er forderte, daß der Industrie und dem Handel die gleichen Rechte wie der Landwirtschaft eingeräumt werden. Naumann sprach über Wirtschaftspolitik und nationale Aufgaben. Er betonte die Notwendigkeit, daß alle linksstehenden Parteien, möglichst einschließlich der Sozialdemokratie, zusammengehen müßten, wenn es gelingen sollte, bie Junker und die Klerikalen zu bekämpfen und ein weiteres Fortschreiten der Reaktion zu verhindern. Zn einer Schlußrede bemerkte Rieffer, der Hansabund führe den Kampf nicht des Kampfes wegen, sondern um die Allgemeine Gleichberechtigung. Er sei keineswegs ein Feind der Landwirtschaft und wolle auch di« Landwirtschaft fordern. Die bürgerlichen Erwerbsstände müßten sich zu gemeinsamer Arbeit zusammenschließen, um belfere wirtschaftliche Zustände herbeizuführen. Dann schloß Rieffer den
und der Erpedition (Marit zi) z.uu an frei ins Haus. (Für unver- langt 8ug?fanbte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck und Verlag der Hniv.-Buchdrucketei I. A. Koch (Inh.: Dr. E. Hitzeroth), Markt 21. — Telephon 55.
Ausland.
** Studentenkrawalle. Kiew, 16. Nov. Die am 13. Novembei von den ukrainischen Studenten in Lemberg anläßlich der Auf- lösung des Ukrainischen Volksaufklärungsvereins für Kiew veranstalteten Demonstrationen führten hier zu Kundgebungen vor der Redaktion der ukrainischen Zeitung „Rada" und dem österreichischen Konsulat, wobei die Türen und Fenster beider Ertä"de mit Tinte bespritzt wurden.
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Marburg und Umgegend.
Nachdruck aller Drgtnalarttkl ift gemäß § 18 des Urheherreckis nur mit bet deutlichen Quellenangabe „Oberteil A'o ‘ gestattet I
Marburg, 18. Nov.