MU oem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und „Landwirtschaftliche Beilage-.
Marburg
Sonntag, 17. November
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47. Jahrg.
1912.
Erstes Blatt.
Die Lage auf dem Balkan.
Die Friedensvorbereitungen.
Sofia, 15. Nov. Die Verhandlungen über den von der Türkei direkt gestellten Friedensvorschlag sollen zuerst vom Armeekommando unter Berücksichtigung der militärischen Gesichtspunkte geführt werden. Erst wenn die Türkei die Bedingungen angenommen hat, keine Verstärkungen heranzuziehen, würden die Verhandlungen über den Frieden mit der bulgarischen Regierung beginnen können. In hiesigen militärischen Kreisen hält man die Aussichten für eine Einigung nicht für besonders günstig.
Sofia, 15. Nov. Der Ministerrat beriet über das Ersuchen um Waffenstillstand, das von dem Großwesir an den König gerichtet worden war. Er beschloß zu antworten, daß die Regierung den verbündeten Kabinetten das Gesuch der Türkei vorlegen und nach Herstellung einer Einigung die Antwort so schnell als möglich übermitteln werde.
K o n st a n t i n o p e l, 15. Roo. Es verlautet, daß die Pourparlers mit Bulgarien bezüglich der Friedenspräliminarien auf dem modifizierten Vertrag von San Stefano beruhen sollen. Dem „Ikdam" zufolge würde die Pforte verlangen, daß Kirkkilisse und Adrianopel in türkischem Besitz verbleiben. Die verbündeten Staaten würden der Pforte ein Tribut für die überlassenen Territorien bezahlen, welche wie das frühere Ostrumelien verwaltet werden würden. Man glaubt, daß ein vollständiger Kontakt der bulgarischen und türkischen Streitkräfte nicht vor einer Woche möglich ist. Wenn in diesem Zeitpunkt die Friedensbedingungen festgestellt würden, würden die Feindseligkeiten eingestellt werden, sonst würde ein Waffenstillstand gelosten oder die Feindseligkeiten würden wieder ausgenommen werden.
Athen, 15. Nov. Heute mittag unternahmen die Vertreter der Mächte nacheinander bei dein -Minister des Aeußern Schritte, indem sie die von der Türkei erbetene Mediation für die Einstellung der Feindseligkeiten anboten und fragten, ob Griechenland die Mediation annehme und unter welchen Bedingungen. Der Minister antwortete, er werde die Antwort geben, nachdem er sich mit den Verbündeten ins Einvernehmen gesetzt habe.
Aus dem bulgarischen Hauptquartier.
W i e n, 15. Nov. Der Kriegsberichterstatter der „Reichspost" meldet aus dem bulgarischen Hauptquartier vom 14. November: Das türkische Armeekommando entsandte in das bulgarische Hauptquartier einen Parlamentär mit dem Ersuchen um Abschluß eines Waffenstillstandes. Daraufhin ist noch keine definitive Antwort erteilt worden. Der Korrespondent erfährt von einer informierten Persönlichkeit, daß die Bulgaren die türkischen Vorschläge wohl prüfen, aber hierdurch sich in ihrer militärischen Aktion nicht hindern lassen werden. Nach der Forcierung der Tschataldscha- Stellungen werde ohne Zögern der Vormarsch nach Konstantinopel durchgeführt und der Einzug daselbst analog dem deutschen Vorgehen in Paris 1871 bewerkstelligt werden. Die Armee besteht- auf dieser Krönung ihres Werkes. Die bulgarische Heeresleitung ist aber darauf bedacht, vor Bewilligung eines Waffenstillstandes eine Situation zu sä)affen, die der Türkei keine Chancen mehr läßt und die militärische Aktion vollkommen abschließt, damit das Gros der bulgarischen Streitkräfte für die eventuelle Verwendung in anderer Richtung frei wird.
Greuel des Krieges.
Wien, 15. Nov. Zu den Anschuldigungen gegen den österreichisch-ungarischen Konsul in Prizrend, Pronaska, wegen seiner unfreundlichen Haltung, welche er bei dem Einzug der serbischen Truppen gegen diese eingenommen haben soll, schreibt das „Neue Wiener Tageblatt": Für die Anschuldigungen, welche die serbische Regierung gegen den österreichisch-ungarischen Konftll in Prizrend Herrn Pronaska erhebt, fehlt jede Bestätigung. Ganz abgesehen von der totalen inneren Unwahrscheinlichkeit der von serbischer Seite vorgebrachten Anschuldigungen, muß darauf hingewiesen werden, daß diese einseitigen Anschuldigungen derzeit auf ihre Richtigkeit gar nicht geprüft werden können. Serbien hat es nämlich für gut befunden, das von ihm okkupierte albanesische Territorium von jedem Verkehr mit der Außenwelt abzusperren. Es mag dafür seine guten Gründe haben. Fest steht nämlich, daß Serbien in diesen Gegenden, die ausschließlich von Albanesen und Bulgaren bewohnt werden, förmliche Menschenjagden auf die Albanesen anstellt, sie in grausamster Weise verfolgt und auszurotten sucht. Unter solchen Umständen mag es den serbischen Machthabern paffen, gegen den österreichisch-ungarischen Konsul durch nichts bewiesene Anschuldigungen vorzubringen, um dadurch einen Anlaß zu geben, ihn von der Außenwelt abzusperren und eine unmittelbare Kontrolle des unmenschlichen serbischen Vorgehens unmöglich zu machen.
Saloniki, 15. Nov. Unter der Bevölkerung herrscht die größte Aufregung. Bulgarische und griechische Soldaten plündern und begehen Gewaltakte gegen Muhammedaner. In den Straßen besteht Lebensgefahr, da fortwährend scharf geschaffen wird. Die Stadtverwaltung ist von griechischen Beamten übernommen, die Saloniki als eine griechische Stadt behandeln. Zahlreiche Türken Bestürmen die Konsulate um Schutz.
Die Lage in Konstantinopel.
Köln, 15. Nov. Die „Köln. Ztg." erfährt aus Konstantin Bopel: Hier herrscht große Beruhigung, nachdem bekannt ge
worden ist, daß auf energisches russisches und englisches Einschreiten in Sofia Bulgarien auf seine Absicht, Konstantinopel zu besetzen, verzichtet hat. Man hofft daher auf einen günstigen Verlauf der begonnenen Friedensverhandlungen umsomehr, als in Finanzkreisen verlautet, daß die bulgarische Anleihe an Bulgarien unter dem ausdrücklichen Verzicht auf den Einmarsch in Konstantinopel und einer späteren Einverleibung Adrianopels erfolgt ist.
Paris, 15. Okt. Der Konstantinopeler Sonderberichterstatter des „Temps" telegraphiert: Ein türkisches Korps von 20 000 Mann frischer Truppen sei in zweiter Linie auf den Höhen von San Stefano aufgestellt worden, welches die türkische Armee im Falle einer Niederlage verhindern solle, nach Konstantinopel zurückzuströmen und sie nach San Stefano ableiten werde, von wo sie nach Kleinasien befördert werden solle. Im übrigen seien auch in Konstantinopel selbst alle Vorkehrungen getroffen, um jede Gefahr hintanzuhalten.
Keine Mobilisierung Oesterreichs.
Wien, 15. Nov. Die „Militärische Äon." ist ermächtigt, gegenüber den umlaufenden Gerüchten zu erklären,, daß an kompetenter Stelle die Entsendung austro-ungarischer Kriegsschiffe nach Durazzo unbekannt ist.
Die Pariser Auffaffung.
Paris, 15. Nov. Die französische Stimmung, die noch kürzlich unter russischem Einfluffe die Ansicht vertrat, Bulgarien stehe hinter Serbien, schlägt jetzt um. Man erwartet, daß Serbien einlenkt, Kiamil, so wird berichtet, baue auf die Uneinigkeit der Verbündeten, auf das Standhalten Adianopels und die völlige Erschöpfung Bulgariens auch in finanzieller Hinsicht. Der deutsche Militärattaches in Konstantinopel habe nach Besichtigung de» Lage bei Tschataldscha selbst zur Einleitung von Verhandlungen geraten. Die bulgarisch-griechischen Reibungen wegen Salonikis werden hier sehr ernst genommen. Betreffs der bulgarischen Finanz- und Wirtschaftslage wird gesagt: Dieses Land mordet sich selbst, um zu triumphieren.
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Politische Umschau.
Moltkes Kriegslehren im bulgarischen Generalstab.
Die französische Preffe hat die Gelegenheit der türkischen Niederlagen ausgiebig benutzt, um gegen den Wert des deutschen militärischen Systems Angriffe zu richten. Sie hat die deutschen Instrukteure der Türkei als unfähig bezeichnet und behauptet, daß die deutsche Schulung der türkischen Truppen den Krieg verloren, die französische Schulung der bulgarischen Truppen ihn aber gewonnen habe. Demgegenüber ist es nicht unangebracht, darauf hinzuweisen, daß die bulgarische Heeresleitung im Gegenteil von dem Wert deutscher militärischer Einrichtungen und deutscher Kriegführung recht gut überzeugt ist. Ein Beispiel dafür ist die deutlich sprechende Tatsache, daß im letzten Jahre die Mehrzahl der im bulgarischen Eeneralstab angefertigten Arbeiten sich auf die Strategie Moltkes bezogen. Die bulgarische Heeresleitung schätzt den Strategen Moltke außerordentlich hoch, und sie befolgt die von diesem in Theorie und Praxis gegebenen Lehren eifrig. Darin ist wohl ein klarer Beweis dafür zu sehen, daß nicht, zum mindesten nicht allein, die französische Schulung der bulgarischen Truppen den Sieg über das türkische Heer davongetragen haben, zu deffen Niederlage die Ursachen ja so klar auf der Hand liegen, daß es lächerlich erscheint, die Schuld an ihr auf Deutschland zu schieben. Mit viel größerem Recht könnte man die Veranlaffung zu dem bulgarischen Siege in der Befolgung der Kriegslehre Moltkes durch die Bulgaren suchen, denn es ist wohl als sicher an- znchmen, daß die vorzugsweise Beschäftigung mit Moltkes Strategie nicht ohne bestimmenden Einfluß auf die Führung des bulgarischen Heeres in diesem Kriege zurückzuführen ist. Wenn das deutsche Heerwesen, in dem der Geist Moltkes heute noch in voller Stärke lebendig ist, wirklich so wenig taugte, dann würde wohl aus diesem Kriege das genaue Gegenteil von dem hervorgehen,, was in Wirklichkeit eingetreten ist. Dann müßten Moltkes Lebren die Bulgaren nicht zum Siege, sondern zur Niederlage geführt haben. Es scheint vielmehr, als seien die Bulgaren beffere Schüler Deutschlands gewesen als die Türken, die, wie aus allen Berichten zur Evidenz bervorgeht, sehr schlechte Schüler guter Lehrer gewesen sind. Bezeichnend sind überdies Nachrichten, die davon sprechen, daß König Ferdinand im Balkankrieg das Vorbild des Krieges von 1870/71 vorschwebe. Der Fall von Adrianopel soll das Sedan dieses Krieges fein, und der Einzug in Konstantinopel den Einzug der deutschen Truppen in Paris wiederholen. Wenn der Zar aller Bulgaren nicht von dem Werte deutscher Kriegsführung überzeugt wäre, dann würde er wohl kaum daran denken, sich den deutsch-französischen Krieg als Vorbild für seine Aktion zu nehmen. /■
Ein «euer Gigneleppatat für Militärflieger.
Die Notwendigkeit, vom Flugzeug aus augenblickliche Signale zu geben, die sofort bei der Truppe verstanden und befolgt werven können, hat zur Erfindung eines Apparates geführt, der bestimmt scheint, im Flugaufklärungsdienst eine Rolle zu spielen. Der Apparat, der die Einrichtung drahtlos telegraphischer Stationen aus Flugzeugen entbehrlich machen soll, gibt die Signale durch Lampenruß. der durch eine Methode, die der Flugzeugführer oder sein Begleiter leicht beherrscht, in größeren oder kleineren Wolken ausgestoßen wird. Diese Wolken entsprechen, je nach der Größe, Punkten und Strichen des Morsesystems. Der Apparat besteht in einer Druckflasche, die mit Kohlensäure gefüllt ist, dem Ventil zum Regulieren des Druckes, dem Druckhebek, dem Behälter für den Lampenruß und dem Mundstück, aus dem der Ruß heraus
tritt. Bei Kriegsslugzeugen, die nur für ihren Zweck gebaut werden, ersetzt man den Druck der Kohlensäure durch den Druck einer kleinen Luftpumpe, die ihren Druck durch den Motor erhält. Die Verwendung von Kohlensäure ist praktisch bei jedem anderen Flugzeuge, da bei Signalapparat so an ihm ohne jede Vorbereitung angebracht werden kann. Das neue Signalsystem hat vor der drahtlosen Telegraphie schwerwiegende Vorteile: zur Aufnahme der Signale genügt ein «im faches Feldglas, die Uebertragung ist außerordentlich einfach und bid Verschwendung von Triebkraft ist sehr gering, sodaß sie fast gar nicht in Betracht kommt. Der Apparat ist, selbst bei größerer Ausführung, sehr leicht, sodaß er bei weitem nicht das Gewicht einer Person erreich^ Der Versuchsapparat wog 25 kg. Das bedeutet bei der Tragfähigkeit der heutigen Flugzeuge, die schon 500 kg übersteigt, gar nichts. Di« Bedeutung des Apparates hängt ab von der Sichtbarkeit der Rußwolken, diese hängt ab von der Entfernung oder von der Größe der Wolken. Eck wird also die Sache praktischer Erprobung sein, die richtigen Maße dafüH zu finden. Die Größe des Apparates ist dann so zu wählen, daß die vois ihm abzugebenden Rußwolken die nötige Größe haben, sodaß sie unter allen Umständen erkennbar sind.
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Deutsches Reich.
Der Bundesrat. Berlin, 15. Nov. In der heutigen Sitzung des Bundesrats wurde der Haushalt für 1913 der Reichspost- und Telegraphenverwaltung, der Reichsjustizverwaltung, des Reichskanzlers und der Reichskanzlei, des Auswärtigen Amtes, des Reichsamts des Innern und der Verwaltung der Kaiserlichen Marine, sowie der Nachtragsetat für Kiautschou für 1912 genehmigt.
— Das Befinben des bayrischen Königs. München, 15. Nov. Das Ministerium des Königlichen Hauses und des Aeußern gibt folgendes Bulletin über das Befinden des Königs Otto bekannt: Die Heilung des Karbunkels verläuft normal. Die Ausgabe weiterer Bulletins unterbleibt. Schloß Fürstenried, den 15. November. Dr. Angerer, Dr. Erashey.
— Die Taufe des mecklenburgischen Prinzen. Ludwigslust, 14. Nov. Heute nachmittag fand im Goldenen Saale des herzoglichen Schlaffes die Taufe des jüngstgeborenen Prinzen statt. Der Täufling erhielt die Namen Christian und Ludwig. Auf die feierliche Handlung folgte eine Eratulationscour im Salon der Großherzogin. Abends war Galadiner zu 110 Gedecken.
— Landtagsersatzwahl. Sobernheim a. d. Nahe, 15. Nov. Die Landtagsersatzwahl im Wahlkreise Kreuznach—Simmern—Zell findet am 19. Dezember d. I. und die Wahlmännerwahlen am 12. Dezember statt. Alleiniger Kandidat ist Pfarrer Derlei (natl.)
— Reichspostamt und Einjährigen-Zengnis. Zn den Kreisen der Militäranwärter ist vielfach die Meinung verbreitet, das Ein- jährig-Freiwilligen-Zeugnis befreie den Militäranwärter von der Vorprüfung im mittleren Post- und Telegraphendienst. Diese Zweifel find jetzt durch einen Bescheid der Reichspostbehörde entschieden worden, den das Reichspostamt auf eine diesbezügliche Anfrage gegeben hat. Das Reichspostamt hat erwidert: Nach den „Vorschriften über die Annahme und Ansstellung von Anwärtern in Reichs-Post- und Telegraphendienste" vom 1. Zanuar 1900 (Zentralbl. für das Deutsche Reich, Seite 2 u. ff.) haben Militärpersonen der Unterklassen die für die Vormerkung zum Stellen- anwärter erforderliche Schulbildung in einer besonderen Prüfung nachzuweisen. Die Prüfung haben somit auch die Militäranwärter abzulegen, die im Besitze des Berechtigungsscheines für den einjährig-freiwilligen Dienst sind.
— Enzyklika und Gewerkschaften. Köln, 14. Nov. Für nächsten Donnerstag ist eine Ausschußsitzung des Eefamtverbandes der christlichen Gewerkschaften einberufen worden, die sich mit der durch die päpstliche Enzyklika zur Eewerkschaftsfrage geschaffenen Lege beschäftigen wird.
— Ein deutsch-russischer Grenzzwischenfall. Posen, 15. Nov. Ein Fall, der noch der näheren Ausklärung bedarf, hat sich bei dem Dorfe Dstwehr an der russischen Grenze ereignet. Als mehrere Kinder Schüsse fallen hörten, eilten sie der Grenze zu, weil sie gloubten, daß dort gejagt werde. Sie blieben harmlos auf preußischem Gebiet stehen und grüßten den russischen Grenzsoldaten höflich. Dieser griff jedoch plötzlich zu seinem Gewehr und sck^ß auf die Kinder. Ein Ansiedlerssohn brach zusammen. Die Knaben brachten ihren Gefährten nach der elterlichen Wohnung, von wo er nach dem Krankenhause in Hohensalza überaeführt wurde.
— Der dänische Sprachenstreit in Rordlchleswig. Kiel, 14. Nov. Die schleswig-holsteinische Synode hat den Antrag auf Einführung von dänischen Sprachstunden in den nordschleswigschen Volksschulen mit 42 gegen 40 Stimmen abgelehnt.
— Der Wagenmangel im Ruhrgebiet. Berlin, 15. Nov. In der Schleppmonopolgesetzkommission des Abgeordnetenhauses gab vor Eintritt in die Tagesordnung der Minister der öffentlichen Arbeiten die Erklärung ab, daß die Verkehrsstockung infolge des Wooenmangels im Ruhrrevier und weit darüber hinaus einen Grad erreicht hätte, die noch nie dagewesen sei. Den Grund bilde die ungeheure Verkehrssteigerung und er bitte, daß auch die Abgeordneten auf eine ruhige Auffaffung der Lage bei den Inter- effenten hinzuwirken suchten. Jedenfalls könne versichert werden, daß für das nächste Jahr schon alle Maßnahmen eingeleitet ^ind, um eine Wiederkehr ähnlicher Zustände zu verhüten.
— Ein Antrag wegen Anfechtung amtlicher Beifügungen vor dem Reichstage. Der nationalliberale Reichstagsabg. Schiffer hat einen Antrag betreffend die Anfechtung amtlicher Verfügungen gemeinsam mit dem Abg. Baffermann im Reichstag eingebracht. Es handelt sich darum, daß alle Entscheide, Verfügungen, Anord»
I nungen usw. von Behörden, deren Anfechtung an die Innehaltung |