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1912.

Erstes Blatt

beging.

Serbische Grausamkeiten.

M a d r i d, 13. Nov. Seit mehreren Stunden drängt sich eine große Menschenmenge vor den Eingängen der Deputiertenkammer und versucht, trotz der Bemühungen der Gendarmerie, Zutritt zu erlangen. Zahlreiche amtliche und private Abordnungen sind zur Teilnahme an der Trauerfeier cingetroffen. Die Zeitungen ver­urteilen einstimmig das abscheuliche Attentat und preisen den großen Staatsmann, desien Regierungshandlungcn niemals seinen Anschauungen widersprachen. Gestern abend erschienen die Ehe­gatten Emile Corona vor dem Untersuchungsrichter und erklärten, daß der Mörder seit letztem Sonntag bei ihnen wohnte, ohne daß er Bcrdacht erweckte. Er sei gestern zeitig aufgestanden und aus­gegangen, ohne etwas zu sagen. Die Ehegatten Corona erfuhren erst, wer ihr East gewesen war, als die Zeitungen das Bild des Mörders veröffentlichten. Man glaubt übrigens, daß der Anarchist Pardinas ursprünglich die Absicht hatte, den König zu töten, der eine Blumenausstellung besuchte und den Weg über die Puerta del Sol nehmen wollte. Der Mörder stand wenige Schritte von den Schutzleuten, welche anläßlich der erwarteten Porbeifahrt des Königs Aufstellung genommen hatten. Der Mörder dürfte erst, als er Canalejas in seiner Nähe sah, den Beschluß gefaßt haben, den Ministerpräsidenten zu erschießen. Canalejas habe so die Kugel des Mörders auf sich gelenkt und so dem Monarchen noch einen letzten Dienst erwiesen.

Das Testament Canalejas enthält u. a. zahlreiche Vermächt- nisic zugunsten mehrerer Arbeitergenossenschaften und Legate für Soldaten, die zur Zeit des amerikanischen Krieges auf Kuba ver­wundet sind.

Berlin, 13 .Nov. DieNordd. Allgem. Ztg." schreibt: Zn der ganzen gesitteten Welt wird die anarchistische Untat, der der spanische Ministerpräsident zum Opfer gefallen ist. tiefen Abscheu Hervorrufen. Canalejas gehörte zu den hervorragendsten Staats­männern des modernen Spaniens. Für das spanische Volk bedeutet sein Ableben, das unter so furchtbaren Umständen vor sich ge­gangen ist, einen schweren Verlust. Der Verstorbene hat seine hohen Gaben in arbeitsreichen Jahren seinem Lande gewidmet und hat für die spanische Nation mit großem Erfolge gewirkt. Sein plötzliches Hinscheiden erregt auch in Deutschland lebhaftes Be­dauern und weckt warme Teilnahme an dem Verlust, den Spanien erlitten hat.

Marburg

Freitag, 15. November

Kotschana ein schwerer Eeschützunfall aus bulgarischer Seite er­eignete. Die bulgarischen Reserveformationen, denen vom Ober­kommando neue Schnellfeuergeschütze nach dem System Schneider zugeteilt waren, trafen Vorbereitungen für ein in Aussicht stehen­des Eekecht. Als eines der Geschütze geladen werden sollte, er­folgte bei der Handhabung des Schraubenverschlusies eine Explo­sion. durch welche 10 Soldaten getötet und 10 verwundet worden.

Die Griechen in Saloniki.

A t h e n, 13. Nov. Gestern vormittag kamen der König, Prinz Georg und Prinzessin Alice im Sonderzug in Saloniki an, woselbst sie auf dem Bahnhöfe von dem Thronfolger, den übrigen Prinzen und dem Metropoliten empfangen wurden. Der König umarmte den Thronfolger und anderen Prinzen und begrüßte die höheren Offiziere. Daraus begaben sich der König und die Prinzen in di« Stadt, begrüßt von dem Jubel einer tausendköpfigen Menge, die trotz des Regens zugegen war. Die Häuser waren mit Flaggen in den Nationalfarben und denen der Verbündeten geschmückt. Die Begeisterung erreichte ihren Höhepunkt', als der König am Kai an­kam. Eine große Menschenmenge folgte dem Zuge des Königs unter anhaltenden Kundgebungen bis zu dem Hause Hadji La­zaros, wo der König abstieg. Vis zur Nacht waren die Straßen von einer freudig erregten Menge erfüllt, die^den Tag feierlich

London, 12. Nov.Daily Chronicle" veröffentlicht einen Be. richt eines kürzlich aus Serbien heimgekehrten Korrespondenten, in web chem es heißt: Die Serben veranstalteten Massakers unter den Arnauten Hunderte von Soldaten, sowie Dutzende Offiziere und Privatleute, dre es wisien können, erzählten dasselbe. Zwischen Kumanowo und Uesküb wurden 2000 Arnauten niedergemetzelt, bei Prischtina 5000. Nach dem Fall von Ueskiib wurden starke Patrouillen in die Umgegend geschickt, welche die Arnautendörfer anzündeten und flüchtende Einwohner nieder- schosien. Dutzende Offiziere erzählten, daß die Flüsse jener Gegend durch Leichen geradezu verstopft waren. Bei Durchsuchungen nach Waffen wurden in hunderten von Fällen Leute in ihren Häusern kalten Bluts erschosien, gleichviel, ob sie Waffen besaßen oder nicht. In der letzten Nacht, die in Uesküb zudrachte, wurden 38 Männer von einer Pa­trouille gefangen und erschollen: die Leichen wurden in einen Fluß ge­worfen. Die Serben suchen die Arnauten nicht in gewöhnlicher Weise gu unterwerfen, sie wollen sie vernichten. Soldaten aller Rangklallen sagten mir in dutzenden von Fällen: Wir wollen sie ausrotten, das ist die praktischste Methode. Ein Soldat in Uesküb lud mich ein, seine Truppe auf einer Expedition zu begleiten. Diese Einladung wurde von einem Leutnant, einem Hauptmann und einem Major dringend wiederholt. Ich sollte ein Gewehr und 250 Patronen erhalten und würde etwas zu sehen bekommen. Schon diese Aufforderung trägt viel dazu bei, alle i-n« fürchterlichen Geschichten zu bestätigen, die ich gehört hatte.

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Die Laste auf dem Balkan.

Entspannung der Lage.

Die Meldung aus Budapest, wonach Prinz Arsen Karageorge- witsch, der Bruder des Königs von Serbien, sich nach Berlin be­geben soll, um bei Kaiser Wilhelm eine Audienz nachzusuchen, wird derNeuen politischen Correspondenz" aus diplomatischen Kreisen als unzutreffend bezeichnet. Der Stand der diplomatischen Ver­handlungen zur friedlichen Beilegung des österreichisch-serbischen Streitfalles erscheint schon jetzt nicht mehr derartig, daß außerge­wöhnliche Mittel anzuwenden wären. Die Frage, ob Serbien den Vormarsch nach Durazzo einstellen wird, kann vielleicht noch nicht mit Sicherheit bejaht werden. Es läßt sich aber annehmen, daß ältliche Zwischenfälle an der albanischen Küste, selbst wenn solche eintreten sollten, einen schließlichen Ausgleich des Jnteresienstreits nicht verhindern werden. Auch in Rußland scheint man geneigt

D-utsches 5ieid$=

Vom Kaiser. Breslau, 13. Nov. Der Kaiser ist um 12.20 Uhr hier eingetrossen. Auf dem Bahnsteig hatten sich eingefunden Generaloberst v. Pleßen und General der Infanterie Freiherr v. Lyncker, die hier zu dem Gefolge hinzutraten. Ein Empfang fand nicht statt. Der Kaiser fuhr im Automobil sofort nach der Kürassier-Kaserne zum Frühstück. Auf dem ganzen Wege durch die Stadt wurde der Kaiser von einer tausendköpfigen Menge freudig begrüßt. Das Wetter ist schön.. Um 3.27 Uhr reiste der Kaiser mit Gefolge nach Moschen ab. Auf dem Wege von der Kürassier- Kaserne nach dem Bahnhof bildeten Truppen der Garnison mit Fahne und Musik Spalier, ebenso ein Pfadfinderkorps vomJung- deutschland-Bund". Der Kaiser wurde überall mit Hochrufen be­grüßt.

Fürst Lichnowsky beim Reichskanzler. Berlin, 13. Nov. DieNordd. Allgem. Ztg." gibt bekannt: Reichskanzler v. Beth- mann-Hollweg empfing gestern nachmittag den Botschafter Fürsten v. Lichnowsky.

Das Befinden des bayrischen Königs. München, 13. Nov. Die Korrespondenz Hoffmann veröffentlicht über das Befinden des Königs Otto nachstehendes Bulletin: Die karbunkulö^e Entzündung erlangte keine weitere Ausbreitung. Die Lymphgeföstcntzündung ist in Rückbildung begriffen, der Patient ist fieberfrei, dos Allge­meinbefinden ist zufriedenstellend, gezeichnet: Dr ~ " "ter, Dr. ton Grassier;.

Politische Umschau.

Eine welsische Absage an Kaiser Wilhelm.

Man schreibt denL. N. N." aus Gmunden: Der deutsche Kaiser hat zu der Hofjagd in Letzlingen den jüngsten Sohn des Herzogs von Cum­berland, den Prinzen Ernst August, der im Mai d. Js. Gast am deut­schen Kaiserhofe war, eingeladen. Der Prinz hat mit der Begründung, daß er dienstlich verhindert sei, die Teilnabrne an der Hofjagd abge­lehnt. In interessierten Kreisen wird mit Spannung dem Tauftage des zweiten Sohnes des Eroßherzogs von Mecklenburg-Schwerin entgegen­gesehen, an desien Hofe sich zurzeit der cumberländische Hof besuchsweise befindet. Als der erste Prinz geboren wurde und der deutsche Kaiser persönlich zur Teilnahme der Taufseier nach Schloß Ludwigslust kam, trat der Herzog von Cumberland schleunigst die Abreise an. Diesmal wird der deutsche Kronprinz als Taufpate des zweiten Sobnes des Erotzherwgs genannt, und man erwartet auch diesmal mit Bestimmtheit vom Herzog von Cumberland, daß er bei einer persönlichen Eegenwatt eines Mitgliedes des deutschen Kaiserhauses abreisen wird. Aus der Umgebung des Herzogs ist bekannt, daß ihn ein feinem Vater am Sterbe­bett gegebenes Versprechen an der Festhaltung und llnverrückbarkeit des starren m--"'**n Standpunktes bindet.

zu sein auf dem Boden des Friedens zu bleiben. DasNeue Wie- | ner Tageblatt" meldet aus Petersburg: Der Minister des Aeußern verständigte den serbischen Gesandten, Rußland werde zu der Hafen-Frage keine direkte Stellung nehmen, sondern deren Aus­tragung lediglich den österreichisch-serbischen Verhandlungen über­lasten, wobei Rußland bereitwillig freundschaftliche Unterstützung gewähren werde, jedoch unter Vermeidung jeglicher Zuspitzung der österreichisch-russischen Beziehungen. Wie weiter dem Reuter- schenBureauausKonstantinopelgemeldetwird, hat sichdie Pfortedirekt an Bulgarien gewandt, um einen Waffen st instand herbeizusühren.

W i e n, 13. Nov. Ueber die Auffastung der internationalen Lage in informierten Kreisen schreibt dasNeue Wiener Tagebl.": Die Situation ist im großen Ganzen unverändert. Oesterreich- Ungarns Forderungen stellen bekanntlich ein Minimum dar, von dem beim besten Willen nichts abgehandelt werden kann. Anderer­seits sind keine Anzeichen von einem Einlenken Serbiens vorhan­den. Oesterreich-Ungarn will der serbischen Ausfuhr über die Adria keinerlei Hindernis in den Weg legen: es kann Serbien nur nicht gestatten, territorialen Besitz auf albanischem Boden zu erwerben. Vielfach war davon die Rede gewesen, daß Serbien den ersehnten Hafen am Aegäischen Meer bekommen solle. Wir möch­ten Wert darauf legen, festzustellen daß es sich da nicht um einen Vorschlag des Wiener Kabinetts handelt. Da ein solcher Hafen aber voraussichtlich in einem Gebiete gelegen wäre, das jetzt von Vulgaren oder Griechen in Anspruch genommen wird, muß es aus­schließlich der Vereinbarung der Balkanstaaten untereinander überlasten bleiben, ob jene Idee zu verwirklichen ist. Oesterreich- Ungarn erklärte sich prinzipiell mit den Landerwerbungen der Balkanverbündeten einverstanden. Bei der Aufstellung ihrer For­derungen setzte die Monarchie von vornherein in klarer, bündiger Weise das Mindestmaß ihrer Ansprüche fest: im Bewußtsein der Güte der von ihr vertretenen Sache sieht sie der weiteren Entwick­lung der Dinge mit Ruhe und Festigkeit entgegen."

Keine Mobilisierung Oesterreichs.

Wien, 13. Nov. Die Heeresverwaltung sah sich veranlaßt, die Rekruten für die im Bereiche von Bosnien, der Herzegowina und Dalmatien detachierten Bataillone von nun an zuerst vier Wochen hindurch in ihren Kadrestationen ausbilden zu lasten und sie dann erst nach ihren Truppenabteilungen zu senden. Diese vier Wochen sind nunmehr abgelaufen, und es beginnen am 14. No­vember die Abtransports aus dem ganzen Gebiet der Monarchie. Bei dieser Gelegenheit wird nicht überflüssig sein, die Oeffentlich- keit angesichts der ungewohnten Truppenbewegungen aufzuklären, daß es sich um keinerlei außergewöhnliche Maßnahmen handelt, sondern daß die Militärzüge, die man an manchen Orten sehen wird, nichts als Rekrutentransporte find, welche die jähr­liche Mannschaftsergänzung für die Truppen des 15. und 16. Korps nach dem Süden führen.

Die Lage in der Türkei.

K o n st a n t i n o p e l, 13. Nov. Das Kriegsministerium ver­öffentlicht zum vierten Male eine Aufforderung an die beurlaubten Offiziere, sich binnen 24 Stunden zu ihren Korps zu begeben. Die Regierung übt fortgesetzt eine sehr strenge Zeitungszensur aus. Die BlätterSabah" undHilal-i-Osmanie" wurden suspendiert.

K o n st a n t i n o p e l, 13. Nov. Wie versichert wird, soll der Ministerrat beschloßen haben, den Mächten zu antworten, daß nicht die Türkei, sondern die vier Valkanstaaten die Bedingungen für die Einstellung der Feindseligkeiten und den Friedensschluß zu formulieren hätten. Die llebermittelung des Beschlußes an die Mächte wird heute durch die Botschafter der Türkei erfolgen. Prinz Sabah Eddin richtete an den Sultan einen offenen Brief, der in den Straßen Stanibuls als Broschüre verkauft wird, und bittet darin den Sultan, sich mit dem ganzen kaiserlichen Hause an die Spitze der Truppen zu stellen, wie es die früheren Sultane getan hätten. In dem Briefe wird erklärt, die Ursache des Unglücks der Türkei fei in der Zentralisation zu suchen. Wenn die Türkei eine Politik der Eintracht mit den Nachbarn verfolgt hätte, so würde der Valkanbund jetzt unter der Führung des Sultans stehen. Die Blätter melden: Der englische DampferChios", der nach Siliwri gegangen war, um Flüchtlinge aufzunehmen, kehrte unver­richteter Sache zurück, da die Vulgarem ihn am Landen verhinder­ten. Ein türkisches Torpedoboot beschoß zwischen Siliwri und Ksasteros eine Abteilung bulgarischer Kavallerie mit Erfolg.

Die Kämpfe.

Wien, 13. Nov. Der Kriegsberichterstatter derReichspost" meldet aus dem Hauptquartier der bulgarischen Ostarmee vom 13. November: Der Hauptangriff gegen das Zentrum der türkischen Stellung von Tschataldscha, sowie der Vorstoß von Norden her sind im günstigen Vorwärtsschreiten. In den letzten Tagen wurden die Türken aus allen Dorpositionen geworfen. Der Beginn des Haupt­angriffs verzögerte sich jedoch um zwei Tage. Die Ursachen waren die infolge des mehrtägigen Regens eingetretenen Schwierigkeiten beim Munitionsnachschub und bei Heranziehung von Verstärkun­gen von Adrianopel und der schweren Artillerie. Der Kamps ist äußerst heftig.

S o f i a, 13. Nov. Das BlattMir" berichtet, daß die Türken gestern einen neuen Ausfall aus Adrianopel versucht hätten, jedoch zurückgeschlagen worden seien. Hier find zwei neue rusfische Sani­tätsmissionen eingetroffen.

Ei« schwerer Eeschützunfall.

Sofia, 13. Nov. Durch die jetzt eingehenden näheren Be­richte wird nachträglich bekannt, daß sich bet den Kämpfen bet

nm oem Kreisblatt für die Kreise Marburg and Kirchham

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche VeUage".

Politischer Meuchelmord.

Spanien ist seit Jahrzehnten das Land der politischen Meuchelmorde. Ohne auf die früheren Untaten dieser Art einzugehen, brauchen wir nur aus die wiederholten Anschläge hinzuweisen, die gegen den fetzigen König und seine leitenden Minister gemacht worden sind. Sie verfehlten zum Glück ihr eigentliches Ziel, kosteten aber, wie der Mordversuch gegen König Alfons an seinem Hochzeitstage, manchen Menschen das Leben Am 8. August 1897 fiel der konservative Ministerpräsident Cauovas del Castillo einem anarchistischen Mordbuben zum Opfer, am Dienstag ist in einet ganz ähnlichen Weise der liberale Ministerpräsident Canalejas von einem Anarchisten ermordet worden. In der ganzen gesitteten Welt werden Abscheu und Empörung über diese Untat das allein herrschende Gefühl sein. DerVorwärts" freilich findet nicht das geringste ver­urteilende Wort für den feigen Meuchelmörder, der sein Opfer von hin­ten niederschoß. Das Blatt begnügt sich damit, unter der Überschrift: Das Ende eines Renegaten alle Gründe aufzuzählen, die das Ver­brechen erklärlich erscheinen lasten sollen, um am Ende festzustellen, daß die Laufbahn eines ehrgeizigen, brutalen und machttollen Strebers durch die Revolverkugeln jäh abgeschloßen worden" sei. Die ganze Aus­lastung des sozialdemokratischen Zentralorgans liest sich wie eine Ver­teidigung des Mörders, der sich bekanntlich selbst der irdischen Eerechtig- kett entzogen hat. Die Stellungnahme desVorwärts" ist die bezeich­nende Folge der kraftvollen Entschiedenheit, mit der Canalejas den Anarchisten entgegentrat. Der Umstand, daß er zu den Liberalen zählte und ursprünglich Republikaner war, vergrößert natürlich in den Augen der Sozialdemokraten seine Schuld. Man braucht keineswegs alle polt» tischen Maßnahmen Canalejas gutzuheißen, aber man wird doch zu- geben müßen, daß der verstorbene Ministerpräsident die Intereßen Spaniens in trefflicher Weife zu wahren verstanden hat. Man braucht zum Beweise dessen nur auf den schließlichen Erfolg Spaniens in der marokkanischen Angelegenheit hinzuweisen. Der jetzt von anarchistischer Seite begangene Meuchelmord legt der spanischen Regierung die Pflicht auf, mit aller Energie dem Unwesen der Anarchisten enigegengutreten, schon im Interesse seines Ansehens und seiner Ehre. Daß das Land, dem heute das Beileid aller Kulturnationen gilt, bei diesem Bestreben die Zustimmung aller politisch ehrlich Denkenden für sich hat, ist gewiß.

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