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mu oem Kreisblatt für die Kreise Marbmg und Kttchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage-.

Jts. 263

DieOberhrffische Zeitung" erscheint tätlich mit Ausnahme der Sonn« und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Dost bezogen 2.25«X (ohne Bestellgeld), bei unsere« Zeitungsstellen und der Erpedition (Markt 21) 2.00 X frei ins Hau,. (Für unver« langt zuaefandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck und Verlagder Univ.-Buchdruckerei I. A «och (Inh.: Dr. E. Hitzeroth), Markt 21. Telephon 55.

Marburg

Freitag, 8. November

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17. Jahrg.

1912.

EMesBlattl

Tie Plcisiventschaftswahl in den Vereinigten Staaten.

1 Wie überall, wo Amerikaner sich befinden, so wurde auch in Berlin die Präsidentschaftswahl der Vereinigten Staaten Anlaß zu einer Festlichkeit. Die weiten Eesellschastsräume des Hotels Adlon waren erfüllt von einer glänzenden internationalen Eefell- ' fchaft, die bei Tanz und angeregter Unterhaltung das Resultat des heißen Wahlkampfes um den Präsidentenstuhl erwartete. Unter den Anwesenden bemerkte man den amerikanischen Botschafter Mr. 'Leishman mit Frau und zwei sehr anmutigen Töchtern. Neben ihm machten die Honneurs Marineattachee Kapitän Bjornstad und Gemahlin und der amerikanische Generalkonsul in Berlin. Ver­treter der großen internationalen und der Berliner Presse er­warteten nicht minder gespannt als die Amerikaner das Eintreffen der ersten Nachrichten. Man sah ferner markante Erscheinungen der Berliner Hofgesellschaft und der internationalen Diplomatie. Ab und zu kamen Depeschen an, die sich noch meist als Ulk ent­puppten. So chatte ein fingiertes Telegramm des Kandidaten Taft große Heiterkeit erweckt, worin der bisherige Präsident um einen Reserveplatz im Kongreß bittet. In den Morgenstunden stieg die Stimung mehr und mehr. Um punkt 1 Uhr wurde das erste Telegramm verkündet. Es ist um 4.31 Uhr nachmittags amerikanischer Zeit in Acushnet, einer kleinen Stadt im Staate Massachusetts, aufgegeben worden. Dort erhielt Taft 104, Wilson 02 und Roosevelt 51 Stimmen. Im Jahre 1905 wurden in der­selben Stadt für Taft 118 und für Bryan 12 Stimmen abgegeben. Das Wetter ist im ganzen Lande schön, für die Wahlbeteiligung außerhalb der Städte ein sehr wichtiger Faktor. Den eingegan- genen Teileresultaten zufolge war der Sieg Wilsons zweifellos. Die Stimmabgabe für Roosevelt war etwas größer als die für Taft. Der Staat Rewyork hat anscheinend demokratisch gewählt. Die Weftstaaten sind stark für Roosevelt eingetreten.

In dem fast vollständig vorliegenden Wahlresnltat hat Wilson 50, Roosevelt 30, Taft 20 Prozent der Gesamtsummen erhalten. Die Demokraten erhielten auch den Vizepräsidenten. Die West­staaten haben nur teilweise für Roosevelt gestimmt. Der Staat Newyork wählte demokratisch, ebenso die Südstaaten. Im Staate Pennsylvania war die Stimmenabgabe gleichmäßig auf die Kan­didaten verteilt. Die Zahl der sozialistischen Stimmen hat sich fast verdoppelt. Der nächste Kongreß wird wahrscheinlich demo­kratisch sein. In der Newyorker Eouverneurswahl hat der Demo­krat Sulzer eine starke Majorität. Die Stimmenabgabe für den Kandidaten der Nooseveltpartei, den früheren Botschafter in der Türkei, Strauß, ist unerwartet gering gewesen.

Auf die Nachricht vom Siege Wilsons erklärte Taft: Das Er­gebnis der Wahl bdeutet einen nahe bevorstehenden U m - sch w u ng in der Wi rtschaftspoliti k der Regierung be­treffend den Zolltarif, falls dieser Wechsel ohne Schaden für die Wahlfahrt des Landes verwirklicht werden kann. Die Stimmen­abgabe für Roosevelt und der Vorstoß der Sozialisten beweisen, daß ihre Propaganda zugunsten fandamentaler Veränderungen unserer Verfassung und unserer parlamentarischen Negierung einen bedenklichen Rückhalt hat. Die Republikaner müssen sich daher von neuem um die Fahne der Partei scharen zur Verteidi­gung der Regierung, die uns von unseren Vätern vererbt ist.

Tief bewegt empfing Wilson die Glückwünsche seiner Freunde. In einer kurzen Ansprache sagte er u. a.: Ich glaube ernstlich, daß unsere große Sache gesigt hat, und daß das amerikanische Volk weiß, was es will. Ich selbst habe kein Gefühl des Triumphes, sondern nur das Gefühl schwerer Verantwortlichkeit.

Roosevelt erklärte, der Kampf für die Grundsätze der Fort­schrittspartei werde fortgesetzt. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß der Partei in Zukunft doch noch Erfolg beschieden sei.

Die republikanischeNew Pork Tribüne" erklärt, Wilsons Sieg sei die Folge von Roosevelts Wunsch, die republikanische Partei zu zerschmettern und die Folge seines übertriebenen Ehr­geizes und seiner persönlichen Animosität. DerNew York He­rold" führt in einem an Wilson gerichteten Leitartikel aus, er hoffe, daß Wilson das Tarifprogramm unter Erhaltung der neu­begonnenen Prosperität durchführe.

Ueber den neuen Präsidenten fällt dieMagdeburgische Ztg." ein recht günstiges Urteil: Dem Präsidenten Wilson kann das Ausland das größte Jnteresie entgegenbringen. Kein Präsident vor ihm hat wie er die politische und soziale Entwicklung der ver­schiedenen Länder gründlich studiert; er ist nicht allein Politiker, sondern auch Historiker, Nationalökonom. In seinem berühmten BuchDer Staat" verrät er eine tiefe Kenntnis der Geschichte und Entwicklung fremder Staaten. Wilson ist fortschrittlich und doch konservativ in vielen seiner Ansichten. Er ist ein bedeutender Redner ohne jemals impulsiv zu sein. Was man als Staats­mann von ihm zu halten hat, wird er bald durch die Wahl seiner Mitarbeiter zeigen. Jedenfalls kann man die feste Ueberzeugung hegen, daß er, auch unter Berücksichtigung der Interessen seiner Partei, doch bestrebt sein wird, seinen Grundsätzen getreu, die­jenigen Männer auszuwählen, die die Geschicke des Landes nicht mehr nach der alten Schablone, sondern nach neuen Gesichtspunkten ht zweckmäßige Bahnen lenken werden. Mit Bezug auf Deutsch­land ist anzunehmen, daß er als früherer Akademiker und Ge­lehrter für «ns die freundlichsten Gesinnungen hegen wird. Was Nie Zollfrage anbelanat. so kann ms» sicher mit der erhofften Zoll- * *

ermäßigung rechnen, wenn diese auch, wie Dr. Wilson zugibt, nicht im radikal-freihändlerischen Sinne sich verwirklichen lasten wird. Seiner PersönliOeit nach ist Wilson von sympathischer Einfach­heit und Bescheidenheit. Für Deutschland ist er aus wirtschaftliche« Gründen der genehmste unter den drei Bewerbern. "

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Die Lage auf dem Balkan. *

Die Lage auf dem östliche« Kriegsschauplatz. .

Wien, 5. Rov. Der Kriegsberichterstatter derReichspost" meldet aus dem Hauptquartier der bulgarischen Ostarmee vom 4. November: Die Verfolgungsoperationen der Hauptarmee gegen die türkische Feldarmee werden trotz der enormen Inanspruch­nahme in der dreitägigen Schlacht fortgesetzt. Die Offensive er­folgte entsprechend der Gruppierung der bulgarischen Hauptarmee in der Schlacht von Luele-BurgasWisa in zwei Hauptrichtungen. Eine südliche Armeegruppe drängte in west-östlicher Richtung über Tschorlu nach, während ein zweiter Vorstoß au« dem Norden über Saraj und Strandscha erfolgte. Die südliche Gruppe rannte die türkischen Nachhutstellungen hinter dem Beazkoevjderf-Fluß bet Karischadiran und Eekerler sowie hinter dem Ergene-Fluß durch einen gleichzeitigen Frontalangriff und Umgehung des linken Flü­gels über Tschengerler-Muselimkei über den Haufen und warf die Türken in die Deroute hinter Tschorlu. Das ungestüme Nach­drängen der Bulgaren scheint neuerlich eine vermehrte Verwirrung unter den türkischen Masten hervorgerufen zu haben; denn trotz der großen Gefahr, durch die bulgarische Nordgruppe in der rechten Flanke umgangen und abgeschnitten zu werden, haben starke tür­kische Kräfte hinter Tschorlu neuerdings Stellung genommen, wo sie von den Bulgaren aus den Richtungen Gekerler, Karahnsonkoei und Mueselimkoei angegriffen und nach heftigem Kampfe unter großen Verlusten zurückgeworfen wurden. Die bulgarische Nord­gruppe ist mit starken Kräften im Vorgehen über Sarai begriffen und erreichte mit ihrem linken Flügel, etwa iy2 Divisionen, die Höhen von Stranza. Eine weitere Offensive dieses bulgarischen Flügels wird nur mit schwächeren Kräften südlich auf Tscherkeskoei und Jenitzkoei erfolgen. Der Hauptteil geht ohne Rücksicht auf die südlich stehenden türkischen Streitkräfte dirett über Stranza gegen den Raum zwischen Derkostee und Tschataldscha vor, während die südliche Armeegruppe der Bulgaren den Hauptstoß entlang an der Bahn und über Fenarkadikoei frontal gegen Tschataldscha führt. Die allgemeine Absicht bet diesem Vorgehen ist, die nicht abgeschnit­tenen Teile des türkischen Heeres durch scharfe» Nachdrängen noch vor der Tschütaldscha-Pofition zur Schlacht zu stellen und gleich­zeitig mit den geschlagenen türkischen Truppen in diese Stellung einzudringen. Erst wenn dies nicht gelingt, soll ein normaler An­griff unter Mitwirkung von schwerer Artillerie Platz greifen. Die unaufhaltsame Offensive der bulgarischen Armee wäre trotz der außerordentlichen Leistungen der Truppen nicht möglich, wenn nicht der Verpflegungs- und Nachschubapparat tatsächlich ohne Klagen funktionieren würde. Das Zusammenarbeiten von In­tendantur und Generalstab ist ideal zu nennen. Man erkennt hieraus die außerordentlich vorbereitende Friedensarbeit des bul­garischen Heeresapparates. Die Trophäen aus den letzten sieg­reichen Kämpfen sind außerordentlich zahlreich. Die erbeuteten Schnellfeuerbatterien werden, soweit Munition vorhanden ist, zu der Verstärkung der mit altem Material ausgerüsteten Reserve­divisionen verwendet.

Sofia, 6. Nov. Nach einer aus amtlichen Kreisen stam­menden Nachricht aus dem Hauptquartier ist die Nachhut der Tür­ken aus mehreren Stellungen zwischen Tschorlu und Sarai nach äußerst heftigem Widerstande auf Tschataldscha zurückgeworfen worden, wobei die Türken größere Verluste erlitten hätten als bei Luele-Burgas.

Sofia, 6. Nov. DieAgence Bulgare" meldet: In den fünftägigen Kümpfen um Luele-Burgas und Bunar Histar er­beuteten die Vulgaren 37 Schnellfeuerbatterien und machten über 2000 Gefangene. Die Verluste der Türken betragen ungefähr 25 000 Tote und Verwundete. Die Stimmung der Türken ist ge­drückt. Bis jetzt haben die Bulgaren auf der Linie Adranopel- Konstantinopel vier Lokomotiven und 253 Waggon mit Beschlag belegt. Auf der Strecke Luele-BurgasKirkkiliste ist der regel­mäßige Verkehr wieder hergestellt. Der Geist unter den bulgari­schen Truppen ist nach wie vor ausgezeichnet.

Di« Einnahme von Monastir?

Rom, 6. Nov. DerTribuna" wird aus Belgrad gemeldet, daß sich Monastir heute nachmittag 2 Uhr den serbischen Truppen ergeben hat.

Die Entsendung europäischer Kriegsschiffe.

Malta, 6. Nov. Die LinienschiffeKing Edward VII.", Zealandia",Hindustan" undAftica" erhielten den Befehl, sich direkt nach dem Orient zu begeben, anstatt nach Malta zu kom­men. Die LinienschiffeHibernia",Vritannia" undCommon­wealth" bleiben in Malta und warten Befehle ab. Die Kreuzer Good Hope" undDartmouth" begeben sich in die türkischen Häfen, um Flüchtlinge aufzunehmen.

M a l t a, 6. Nov. Der deutsche Kreuzer .Hertha" ist hier an­gekommen. Er ankerte einige Stunden im Hafen, um sich zu ver­proviantieren. Cr ging dann wieder in See, wie es heißt nach Mersina.

Wilhelmshaven,«. Nov. Der Panzerkreuzer(Soeben" hat heute vormittag die Ausreise angetreten.

Berlt«.S. Stön. Konteradmiral Trummler.bisher zweiter

Admiral des ersten Geschwader«, ist zum Chef der zu bildend«! Mittelmeerdivtsion ernannt worden.. J

Sa« deutsche System. * J ?

Ju der französischen Behauptung von einer Niederlage Bet deutschen Systems im türkischen Heere schreibt dieDeutsche Ztg."! Er zeigt sich ohne weiteres, daß die türkischen Heerführer «ach den bisher veröffentlichten Berichten ziemlich das Gegenteil davo« getan haben, was nach deutsche« Grundsätzen in den gegebene« Fällen zum Ausdruck kommen mußte. Umgekehrt kann man nut sage«, daß gerade die bulgarische Heeresleitung die deutschen An­schauungen sich zu eigen gemacht hat, wie denn auch bekannt ist, daß die Bulgaren mit besonderer Sorgfalt die deutschen Vorschrif­ten und Reglements studiert und die darin niedergelegten Grund­sätze praktisch auf ihr Heer übertragen haben. So z. B. haben sie die bet uns im vorigen Jahre erschienene VorschriftUeber ben Kampf um Festungen" sofort nach ihrem Erscheinen übersetzt und für ihre Armee entsprechend verwendet. Selbstverständlich habe« sie dabei di« neuesten Vorschriften der übrigen Militärstaaten nicht außer acht gelasien, aber das Prinzip der streng durchgeführt«« Offensive mit sofort einsetzender Verfolgung, die den Gegner mög­lichst nicht zu Atem kommen läßt, ist jedenfalls ein echt deutscher Grundsatz, der bei uns in den Katsermanövern, wo angängig, stet« zur Durchführung gelangt, und auf desien Wirksamkeit überall hin­gewiesen wird. Aber nicht bloß in der strengen Offensive der bul­garischen Armee kommen die deutschen Anschauungen zur Geltung, sondern nicht minder in dem scharfen Anfasien von feindliche« Truppen, die anscheinend nur dazu da sind, aufzuhalten, anstatt sich in einen ernsthaften Kampf verwickeln zu lassen (Kirkkilisse). Ganz nach deutschem Muster ist ferner, daß die Bulgaren sich mit allen verfügbaren Streitkräften auf den Gegner stürzen und ihn angreifen. Al« eine Spezialität der bulgarischen Truppen, die bekanntlich zuerst durch russische Offiziere geschult wurden, kann allerdings die häufige Anwendung des Bajonetts gelten. In dia­metralem Gegensatz zu dem Verhalten der Bulgaren steht das der türkischen Heerführer. Bffo nicht die Türken, sondern die Bul­garen handeln nach Grundsätzen der deutschen Armee, die sich bei' ihnen vortrefflich bewährt haben!"

Deutsches Reich.

Sieg btt bürgerlichen Parteien. Halberstadt, 6. Nov. Bei den gestrigen und heutigen Stadtverordnetenwahlen der dritten Abteilung siegte die bürgerliche Liste über die der Sozialdemo­kraten mit 313 Stimmen Mehrheit. Die Sozialdemokraten ver­lieren dadurch ihre sämtlichen Sitze im Stadtverordnetenkollegium.

Die Rückkehr des Prinzen Heinrich. Potsdam, 6. Nov. Da« Prinzenpaar Heinrich, welches heute vormittag in Berlin ein» getroffen war, ist im Automobil im Neuen Palaig angekommen.

Zum Ableben des Abgeordnete« D. Hackenberg. Berlin, 5. Roo. Dem Borsitzenden der nationalliberalen Landtagsfraktion, Geheimrat Dr. Friedberg, ist von dem Abgeordneten Dr. von Heydebrand folgende» Beileidsschreiben zugegangen:Berlin, 31. Oktober 1912. Sehr ver­ehrter Herr Geheimer Ratl Aus der Zeitung erfahre ich die Nachricht von dem Hinscheiden Ihres verehrten Fraktionsgenosien Hackenberg. Ich beeile -mich. Ihnen namens meiner politischen Freunde unser auf­richtiges Beileid über den großen Derlust, den Ihre Partei, und mau darf ruhig sagen unser gesamtes Abgeordnetenhaus, dadurch erlitte« hat, auszusprechen. Er war eine Zierde unserer Versammlung! Ich bin Ihr ergebenster Kollege gez. von Heydebrand." Al» Nachfolge« Hackenberqs für den Landtag wollen die Nationalliberalen des Kreise, Simmern nach Blättermeldungen den Vorsitzenden de» Hunsrücker Bauernbundes Pfarrer Oertel aufstellen.

Deutscher verein für das nSrdlich« Schleswig. Kiel, 5. Ron. Der Deutsche Verein für das nördliche Schleswig hielt am Sonntag ht Tinglaff eine Versammlung ab, die von mehr als 30 Ortsabteilunge« aus der Nordmark sowie aus Kiel und Süderbrarup beschickt war. Be­schlossen wurde, die Winterhauptversammlung am 7. Dezember in Hadersleben abzuhalten, ferner im Jahre 1913 dieselben Aufwendun­gen für Stipendien für Volkshochschulen und andere Schulen in bet Nordmark sowie auswärtige Vildungsanstalten zu machen, wie t« diesem Jahre, in dem 63 Stipendien mit 7400 X verausgabt find. Um die Aufwendungen für Kulturarbeit sim Jahre 1912 rund 18 000 X von 21 000 X Gesamtausgabe) gedeihlich fördern zu können, sollen die Wehrschatzeinnahmen vergrößert werden. Beschlofien wurde, Postkarte« mit dem schleswig-holsteinischen Wappen zu vertreiben.

Ausland.

*** Lord Roberts z« feiner Rede. Manchester, 6. Nov. Der *Manchester Guardian" veröffentlicht eine Zuschrift von Lord Ro­berts, in der er sich gegen die mißverstandene Auslegung seiner in Manchester gehaltenen Rede wendet. Lord Roberts schreibt: Di« Auffoffuna. daß ich als englische Politik dringend empfohlen hätte, England solle stärker rüsten als Deutschland und dann Deutschland bekriegen, ganz gleich ob es sich um eine gerechte Sache handle oder nicht, nur weil England glaube siegen zu können, diese Auffasiung ist mir so fremd und zuwider, daß ich außerstande bin, zu verstehen, wie sie mir zugeschrieben oder aus meiner Rede herausgelesen werden konnte. Roberts erklärt, seine Rede und alle seine Be­mühungen bezweckten lediglich, den Mitbürgern die schreckliche Ge- fahr deutlich zu machen, in der sich England als Nation allein befinde, untrainiert, unorganisiert und unbewaffnet inmitten Europas, wo nicht nur die Großmächte, sondern auch kleiner« Staaten als Völker in Waffen daständen.

" Die Literoturkonvention. Petersburg, 5. Nov. Die Kommission, die über die Literaturkoiivention beriet, hat den deutschen Vorschlay betr. Festsetzung einiger Vergünstigungen bei der Transkription tM