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Marburg

Erstes Blatt

Tie Lage auf dem Balkan.

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Konstantinopel, 5. Nov. Die Städte Pera und Stam- Lul sind ruhig. Große Bewegung herrscht auf den Straßen in Stambul, beonders in der Nähe der Bahnhöfe und der Hohen Pforte. Die Strafen sind voll von Flüchtlingen, die ankommen, und von Soldaten, die ankommen oder abreisen. Die musel. manische Bevölkerung ist unter dein Eindruck der offiziellen Mit. teilung von dem Rückzug der Armee von einer tiefen Traurigkeit ergriffen und erscheint resigniert: nirgends aber zeigt sich die ge- ringste Gärung. Infolgedessen erscheinen alarmierende Gerüchte und die Furcht vor schweren Tumulten für den Augenblick unbegründet. Das heute morgen in Pera verbreitete Gerückft, die Kurden hätten in Stambul eine verdächtige Zusammenkunft ge- habt ist falsch. Die Kurden, die in Stambul in großer Anzahl al» Lastträger arbeiten, wurden durch Vermittlung einiger einflutz. reicher Beys in der Moschee Hagia Sophia zusammengerufen. Dort richteten die Beys die Mahnung an sie, es sei ihre Pflicht, die Ar­beit aufzugeben und in den Kampf gegen den Feind zu ziehen. Wie bereits anoekündigt, ergreift die Regierung Maßnahmen, um

Kandidaten um den höchsten Posten der Vereinigten Staaten. Links der bisherige Präsident Taft, rechts Exprkistdent Roosevelt, in der Mitte Profesior Wilson. Nach einem Dienstag abend 9 Uhr von Newyork abgesandten Telegramm ist Wilson, der Kan» didat der Demokraten, gewählt worden.

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Tonne! stag. 7. November W"- -"ftsr- 1912-

unter Nr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M-

Bon der Ostarmee.

P a r i », 5. Nov. DemMatin" wird aus Sofia vom 4. Nov. gemeldet: Einem Bericht zufolge hätte eine neue große Schlacht zwischen Tschorlu und Saraj begonnen. (?)

London, 5. Nov. DieMorntng Post" meldet aus Mu» stapha Pascha vom 4. Nov: Nach einer amtlichen Meldung mach­ten gestern die Türken, 26 Bataillone stark und von Artillerie unterstützt, einen Ausfall auf beiden Seiten der Maritza westlich von Adrianopel. Der Kampf dauerte den ganzen Tag. Me Bul. garen machten einen energischen Gegenangriff und trieben die Türken unter großen Verlusten in die Festung zurück.

Die Lage in Konstantinopel.

leiden."

Die Mächte und der Frieden.

Berlin, 5. Nov. DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Der tür­kische Botschafter teilte gestern dem Auswärtigen Amt das Er»

Präsidentenwahl in Amerika.

Am gestrigen 5. November war in Amerika der langersehnte Tag der Präsidentenwahl, der dem mit ungewöhnlicher Schärft geführten Wahlkampf zwischen den drei Kandidaten Taft, Roose- velt und Wilson ein Ende bereitete. »Unser Bild zeigt die drei

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Deutsches Reich.

Zum Tode des Grasen Botho von Eulenburg. Berlin, 5. Nov. DerReichsanz." widmet dem verstorbenen Staatsminister Grafen v. Eulenburg einen Nachruf, in dem es heißt: In den wichtigsten Verwaltungsämtern arbeitete er während seiner langen erfolgreichen Beamtenlaufbahn mit unermüdlicher Arbeits­kraft und staatsmännischer Einsicht an dem Ausbau unserer staat­lichen Einrichtungen bestimmend mit. Er hörte auch nicht nach seinem Ausscheiden aus dem Dienst auf, in selbstloser Hingabe an diektznteresien des Gemeinwohls seinen segensreichen Einfluß bei der Lösung der bedeutendsten gesetzgebrischen Aufgaben unserer Zeit zu betätigen.

Der italienisch« Minister des Aeuhern in Berlin. Berlin, 5. Nov. Heute vormittag empfing San Giuliano etwa 30 deutsche, österreichische, englische und französische Journalisten, erklärte aber, es widerspreche seiner Gepflogenheit, politische Interviews zu ge­währen. Der Minister sprach mit den Journalisten in ihrer Muttersprache und antwortete auf eine Frage, daß er über seine Reise nach Wien erst beschließen könne, sobald die Kammerdebatten über die auswärtige Politik zu Ende geführt sein werden. Der Empfang dauerte 30 Minuten. Um 1 Uhr findet in der italieni­schen Botschaft ein Frühstück in einem Kreise statt, dem der Reichs­kanzler, der Kriegsminister, Oberstallmeister Frhr. v. Reischach und andere beiwohnen werden.

Bei der Reichstagsersatzwahl in Berlin I erhielten Kämpf (Fortschr.) 4888, DLwell (Soz.) 3840, Ulrich (Kons.) 587 und Erz­berger (Zentr.) 174 Stimmen. Kämpf ist somit gewählt. In dem Wahllokal des 18. Bezirks erschien Dienstag vormittag um %H Uhr, kurz nach Eröffnung des Wahlaktes, der Reichskanzler in Begleitung des Staatssekretärs v. Kiderlen-Mächter, dem Unter­staatssekretär v. Eidenhart-Rethe, um ihr Wahlrecht auszuüben. Außerdem übten bis 11 Uhr das Wahlrecht aus die Staatssekretär« Krätte und Dr. Lisco, Iustizminister Dr. Beseler und Oberbürger­meister Wermuth. Bei der letzten Wahl hatten Kämpf 4657, Düwell 4408, Gadtke (Dem.) 1395, der Kandidat der Wirtschaft!. Vereinigung 482, das Zentrum 169 und der Pele 37 Stimmen er­halten. In der Stichwahl fielen auf Kämpf 5588, auf Düwell 5579 Stimmen.

Friedrich Naumann lehnt nb. Berlin, 5. Nov. Nach der Freis. Ztg." hat D. Friedrich Naumann die ihm angebotene Kan­didatur für die durch den Tod des Landtagsabgeordneten Fetisch notwendig gewordene Ersatzwahl trotz eindringlicher Vorstellungen der Parteileitung abgelehnt.

Berufsgenosienschaft für den Detailhandel. Berlin, 5. Nov. DieNordd. Ällg. Ztg." meldet: Gestern fand im Reichsversiche­rungsamt unter dem Vorsitz des Präsidenten Dr. Kaufmann di« Eründungsversammlung der Berufsgenosienschaft für den Detail­handel statt. Es waren 142 Vertreter der Handels-, Handwerks­und Eewerbekammern erschienen.

MU oem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" und Landwirtschaftliche Beilage".

Wie bereits angekündigt, ergreift die ReM _ _

die Ordnung sicherzustellen. Sie bildet Abteilungen au» Feuv vehrleuten und besetzt die Hauptplätze Peras mit Polizeibeamten. Patrouillen durchziehen die europäischen Viertel. Trotzdem müß­en, da die Mitglieder verschiedener fremder Kolonien Befürch- lungen äußerten, die fremden Vertretungen an gewiße Maß­nahmen denken. Die Ankunft der zweiten Stationäre, die morgen rwartet wird, beruhigt übrigens die Fremden. Der Auszug der Bevölkerung aus Rodosto und den Stranddörfern zwischen Rodosto

Ausland.

** Die Schweiz und das Motu proprio vom Oktober 1911. Bern. 5. Nov. Einige Kantone fragten beim Bundesrat an, ob das Motu proprio vom 9. Oktober 1911 über die Anklagen von Geistlichen bet weltlichen Gerichten im Gebiet der Eidgenossenschaft Geltung habe, und ob nicht eventuell eine Intervention des Bundesrates beim Heiligen Stuhl in Betracht zu ziehen sei., Der Bundesrat stellt nunmehr in seiner Antwort auf Grund juristischer Gutachten fest, daß das Motu proprio in der Schweiz keine Geltung beanspruchen könne und lehnt auch die Intervention ab.

*» Die Pulverfrage in Frankreich. Paris, 5. Nov. Der ge­mäßigt-republikanische Deputierte Thierry betonte die Notwendig­keit, den Gesetzentwurf über die Pulvererzeugung baldigst zu er­örtern und sagte u. a.: Wir rüsten gegenwärtig wegen der Er- eignisse im Orient einen Kreuzer aus. Es darf nicht geschehen, daß dieses Kriegsschiff in seinem Innern den Tod für unsere Ma­trosen birgt. Die Kammer beschloß, den Gesetzentwurf über die Pulvererzeugung sofort nach dem Kadregesetz zu verhandeln.

Som griechisch-türkischen Kriegsschauplatz.

Paris, 5. Nov. Nach einer Blättermeldung aus Athen haben die Griechen die Insel Pharos besetzt.

S k u t a r i, 5. Nov. Auf das Drängen der beunruhigten Be­wohnerschaft richteten die Konsuln der neutralen Mächte ein ge­meinsames Schreiben an den Kronprinzen Danilo als Oberkom- mandierenden der montenegrinischen Belagerungstruppen, mit der Bitte, eine Schädigung der mohammedanischen Bewohner und die Beschädigung der Gebäude der neutralen Mächte zu vermeiden. Kronprinz Danilo gab seine Geneigtheit kund, der Bitte M ent­sprechen und fügte hinzu, daß die Muselmanen den türkischen Kom­battanten zuzurechnen seien. Auch bei den besten Kanonen sei es unmöglich zu verhindern, daß einzelne Eeschosie an solchen Platzen explodierten,, wohin sie nicht gerichtet seien. Nach dem wieder­holten Mißbrauch der weißen Fahne gegenüber den Montene- grinern bestand Danilo darauf, daß seine Antwort in Gegenwart I. eines Vertreters einer neutralen Macht übergeben werde. Des- I halb begab sich der österreichisch-ungarische Militärattachee Haupt­mann Hubka zum Hafen von Skutari, wo am Nachmittag die I Aebergabe der Antwort erfolgte. I

Cberhtfiifdje Zrilun," erscheint tätlich mit Ausnahme der Sonn- Der Be»uaSpre,S beträgt vierteljährlich durch d?P?st bezogen 2.25 (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen NS und der Expedition (Markt 21) 2.00 * frei in- Hau». (Für unver-

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Marburg und Umgegend.

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I der deutlichen Quellenangabe ^oberhesj Ztg." gestattet 1

I Marburg, 6. Okt.

* Da» Wetter im Oktober. Von der Wetterdienststelle Weil- I bürg wird uns geschrieben: Der verslosiene Oktober war im Be­zirk der Wetterdienststelle Weilburg durchweg zu feucht und zu kalt Das Tagesmittel der Temperatur war in den Talern um I 2 Grad, auf den Bergen um 1 Grad zu niedrig gegenüber dem j langjährigen Mittel. Auch die höchste Tageswarme war im Durch»

und Konstantinopel hat begonnen. I

(5taf Berchtold über die Lage. . I suchen seiner Regierung mit, auf Einstellung der Feindseligkeiten

B u d a p e st, 5. Nov. Im Ausschuß für auswärttge An- I hinzuwirken und damit den Frieden vorzubereiten. Darauf wurde

zelegenheiten der Delegation des Reichsrats ergriff Graf Berchtold I geantwortet, Deutschland würde bereit sein, den Wunsch an die »as Wott zur internationalen Lage. Nachdem et sich über den I Regierungen der gegen die Türkei kriegführenden Staaten weiter-

Friedensschlnß zwischen Italien und der Türkei ausgelassen hatte, I zugeben, wenn auch die anderen Großmächte hierzu geneigt wären,

führte er aus:Es ist Ihnen bekannt, daß die Diplomatie der 1 Allerdings stände es bei den kriegführenden Regierungen, ob sie Großmächte über die Anregung PoincarSs seit dem Ausbruche der I auj ^en Wunsch eingehen wollten oder nicht.

Feindseligkeiten es sich angelegen sein läßt, durch wechselseitige SB len, 5. Nov. Der türkische Botschafter überreichte gestern Fühlungnahme die Möglichkeit anzubahnen, im gegebenen Zett- ftbenb fcem Minister des Aeußern das Ansuchen der Türkei um punkte vermittelnd aufzutreten und dadurch die Kriegsgreuel Mediation. Der Botschafter erhielt den Bescheid, daß die öfter- einigermaßen abzukürzen. Wir haben im engsten Ernvernehm I Achisch-ungarische Regierung sich mit den übrigen Großmächten

mit unseren Verbündeten und in reger Fühlung mit Ruß I jns Einvernehmen setzen müsse. Erst, wenn dies geschehen sei,

und England an diesem Gedankenaustausch terlgenommen und . .. $tt c f lQ _ befinden uns auch derzeit im Kontakt mit den Mächten, überzeugt, wctö® «ntwott erfolgen.

auf diesem Wege auch einem bei uns allgemein gehegten Wunsche daris,5. Nov. DieAgmrceHavas meldet aus Lcmdn zu dienen, daß der Brand tunlichst bald gelöscht werde. Der bis- Rach Auskünften aus Wien und Berlin soll die Antwort der Drei, herige Verlaus des Krieges brachte den Balkanstaaten große Er- bundmachte auf den franz-siichen Vorschlag ziemlich ^zufr-eden- folge, Erfolge, unter deren Einfluß dieselben ihr selbstgewähltes I stellend (Antot sattsfaisaitte) sein. Die Dreibund macht * Ziel wesentlich verrückt, haben. Während ursprünglich die Ein- nen die Nutzlrchkeit der Vermittlung, bemerken abe^ datz eine f ü h r u n g v o n a d m i n i st r a t i v e n R e f o r m e n, welche W nicht auferlegt werden könne, sondern von wenigs ens einem die Lebens- und Existenzbedingungen der Stammesgenosien im Kriegführenden nachgesucht werden müsse. Sobald -'n solches An- Osmanischen Reiche verbesiern sollten, das Postulat der Balkan- I suchen gestellt fei, aniiben die Dreibundmmhte geneigt s . floaten gebildet hat und als solches auch in den Kriegsmanifesten I der Tripleentente sich zu vereinen, um nach Bedingungen zu such , tum Ausdruck gekommen ist, sind gegenwärtig die Aspirationen I unter welchen eine Vermittlung eintreten kann.

der Verbündeten viel weitergehender Natur und mit dem Prinzip . Kein Einrücken österreichischer Truppen iw den Sandschak.

der Integrität der Türkei nicht mehr vereinbar. Wien,5.Nov. Der Vertreter des Wölfischen Büros erfahtt: Für unsere Politik, die von keinen Exponstons-Tendenzen beein- Die Gerüchte über das Einrücken der österreichischen Truppen in Küßt ist, kann nur die Sorge maßgebend sein, das Bedürfnis nach I den Sandschak sind, wie von zuständiger militärischer Sette erklärt Wrhaltmlg de» Frieden» mit der obersten uns auferlegten Pflicht | wird, al» jeder Grundlage entbehrend zu bezeichnen.

vereinigen' Die Interessen der Monarchie vor jeder Einbuße I Wilhelmshaven, 5. Nov. Der Panzerkreuzer .^öben durch «nie« bisherige Haltu», g-s-uiti-. W

ÄÄ&Ä»« des öfter,-ichtlchmug.^ ?Xie On 1 5t?ibin auf9bieiem 9Bege zu vet- schen Geschwabers läuft als erste ben Hafen von Smyrna an. Ur a U61iei n bei unsU n e wo $ n e n b e n Konstantinopel, 5. Nov. Ein zweites Jrade des Sul-

Kraft die die volle Sicherheit bietet, daß wir unserer Stimme I tan» gestattet einem "aNenischen Kreuzer als Stationär der Bot- Eettung' verschaffen können. Ich zweifle nicht daran daß die» schuft j 3)u«W d bwrch bU^baneUen SÄÄu' Ü d.- g* H°,.-d°,m»U

dusch d i - s t - g - d - , B - lk - ufta - t - u g-Ich°,!-u-u tarll«.» S-usur. 3d woftten das Hauptquartier vertafte», da ft- neuen Sttuattan tu u-ettg-heud«, Wei,- Rech. | mcht» I-h-n. »och ,t->a- -rl-hr-u I-uu-tt. nung zu tragen und so die Grundlagen zu einem dauernden, freundschaftlichen Einvernehmen zu denselben zu schaffen. An­dererseits aber haben wir das Recht, zu verlangen, daß die legitimen Interessen der Monarchie durch die Neuregelung der Dinge keinen Schaden err

MM WDR WM