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1912.

Erstes Blatt

Marburg

Mittwoch, 6. November

Tie Lage auf dem Balkan.

Die gestrige Nachricht, die Pforte habe um Vermittlung de, Mächte zur Herbeiführung des Friedens gebeten, wi z dementiert und behauptet, daß die türkische Heeresleitu g ch einmal Widerstand leisten wolle und zwar auf der Linie von Tfckataldscha Es glaubts aber keiner. Es liegen jedenfalls zu de? Frage der Beendigung, der Feindseligkeiten und der Neu« gestaltung des Balkans eine Reihe Meldungen vorsodatzd« Eindruck der bedeutendste ist, daß die ganze Streitfrage des Bal« kans nunmehr an die Diplomaten übergegangen ist. Was der «"l-g !^ch i-I»--» I-»». -«->». o6n. 61*6 «uf dl-r»--. Jetzt gilt es, die Forderungen der einzelnen Balkanvolker mit den Interessen der Großmächte in ein klares Verhältnis zu bringen Vorläufig aber kann man kaum wissen, in welcher^ Richtung sich hier die Diskussion bewegen wird. Zu wünschen ist nur und bis jetzt hat es ja auch den Anschein, daß der Friede unter den Großmächten erhalten bleibt.

Es liegen folgende Meldungen vor: #

Köln, 4. Nov. Ein Berliner Telegramm derKöln. Ztg. schreibt: Die Entsendung von Kriegsschiffen in die türkischen Ee- wässer wird als Anzeichen aufgefaßt daß f?an der türkischen N gierung nicht mehr die Kraft zutraut, Ausbruche der Volkslerden. schäften in Konstantinopel im Zaum zu halten. heutige M düng des Reuterschen Büros über die Bitte der Pforte an die Großmächte um Vermittlung ist nach unseren Erkundigungen ver­früht Es scheint vielmehr, daß die türkische Heeresleitung Absicht hat auf der TsckMldscha-Linie einen neuen Versuch des Widerstandes zu machen.^ie Antwort der Dreibundmachte auf den Vorschlag PoincaräMürfte augenblicklich beim Erscheinen dieser Zeilen schon abgegange» sein. Man wird wohl in der An nähme nicht fehlgehen, daß die Antwort keine glatte Zustimmung zu Poincaräs Dcsinteresseiuents-Vorbehalt sein kann, eine An­nahme die ja auch durch vorliegende Presseerorterungen bestätigt wird. Andererseits muß man sich aber hüten den französisch^ Stimmen Glauben zu schenken, die etwa von einer schroffen Ab­lehnung der Poiucaräschen Anregung sprechen wollen Es ist nicht richtig, wenn in einzelnen Blättern der Eindruck geltend gemacht wird daß die Vermittelung der Mächte gescheitert sei. In Wahr­heit begann bisher die Vermittlungsaktion noch Nicht, weil bisher noch keiner der kriegführenden Teile um Vermittlung der Groß- machte ersucht hat. (?)

Die Lage auf dem östlichen Kriegsschauplatz.

Wien 4. Nov. Aus dem Hauptquartier der bulgarischen Ostarmee meldet der Kriegsberichterstatter derReichspost unter dem 3. November: Das glänzende Zusammenarbeiten der bub gälischen Führer im Verein mit dem Heroismus der Truppen bringt den Bulgaren täglich neue Erfolge. Der Versuch der Tür­ken, nördlich von Saroi und bei Tschorlu unter Deckung des Ruck- zuqs erneut Stellung zu nehmen, ist vollkommen gescheitert ebenso das Eingreifen türkischer Truppen östlich von WisG die von Midia aus über Sultan-Agke herangerückt waren. Die Derfol- gungsoperationen werden bulgarischerseits mit größter Energie fortgesetzt, um als Endergebnis der Operationen von Luele- Burgas und Saroi die Abdrängung eines möglichst großen Teils der geschlagenen türkischen Armee von der Rückzugslinie nach

nnl oem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus« und «Landwirtschaftliche Beilage".

a asst« ÄÄttÄ&S V m »Ära 9 25 Jt lohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen ** LUMMW-M

~rrr---~ 7~ den Torvedo- I könnte die Kandidatur Ulrich freilich dem Freisinn die Freude verderben,

Zrinyl mit dem KreuzerAdmiral Sp demnächst ! sleich im ersten Wahlgang« zusiegen", falls nämlich von sozialdemo-

bootszerstorernScharfschütze undUskolus gehen demna^r Erotischer Seit« nicht genugAbkommandierungen" befohlen waren, uw zum Schutze der österreichisch-ungarischen Staatsangehörigen in vic i b-e ^nservativen Stimmen wett zu machen. Ob nun Kämpf oder Düwek Levante ab. ,. I in den Reichstag einzieht, im Interesse der politischen Ehrlichkeit«

Saloniki, 4. Nov. Der englische Kreuzer ,Lampshire I eg erwünscht, zu erfahren, auf welchem Wege die Entscheidung hev und der französische KreuzerBruix" kamen gestern hier an, andre beig«fiihrt wird, fremde Kriegsschiffe werden erwartet. Die Stimmung der Bevor» I " l- -

Ä (UntaW 8uf dn. -»st»-- -°b D-Utsch« R-ich.

Premierminister Asquith eine kurze Erklärung über die Bewe- | Der italienische Minister des Neußer« in Berlin. Berttn,

gungen der britischen Kriegsschiffe im östlichen Mittelmeer und I 4. Nov. Minister di San Giuliano besuchte heute vormittag den bestätigte die Koisstantinopeler Depeschen, wonach dort die For- I Reichskanzler v. Bethmann Hollweg sowie den Staatssekretär im berung9 gestellt wurde, da/den fremden Kriegsschiffen die Durch- Ministerium des Aeußern v. Kiderlen-Wachter und kehrte sodann fahrt durch die Dardanellen gestattet werde, um gegebenenfalls die nach der italienischen Botschaft jutfld, wo Dmer im kleinen Kreise Fremdenkolonien in Konstantinopel zu schützen. Asquith teilte stattfand. Abends gab ihm zu weiter mit daß der britische KreuzerWeymouth" in der Beschik- Wachter ein Diner. DieRordd. Allg. Ztg. schreibt zu dem Be-

Bay angekömmen sei. Der KreuzerHampshire" habe Befehl, von suche des Ministers: Marchese di San Giuliano ist in Berlin ein»

Salonitt ebenfalls dorthin zu gehen. Er werde durch ein anderes getroffen zur Erwiderung des Besuches, den Herr v. Kiderlen- Schiff ersetzt Leber die Lage Konstantinopels könne er leider Wächter im Januar 1912 in Rom abgestattet hat. Wir heben den

keine Nachricht geben da er keine habe. ausgezeichneten Staatsmann, von dem die auswärtige Politik des

N a r i s 4. Nov' Die .Aqence Havas" veröffentlicht folgende I verbündeten Italiens mit Ansehen und Erfolg geleitet wird, $eij«

Note- Die öttomanische Regierung unternahm bei der französt. lich willkommen Der Besuch fällt in eine Zeit wo die europäische

kcken Regierung den Schritt, eine Intervention der Mächte herbei. Diplomatie mit der verantwortungsvollen Aufgabe der friedlichen

zuführen damtt die Feindseligkeiten eingestellt und den Balkan- Liquidierung des Balkankrieges beschäftigt ist- An Stoff zur po-

staaten ein Waffenstillstand auferlegt werde. Die französische Re. litischen Aussprache wird kein Mangel sein. Wir find überzeugt,

aieruna antwortete daß sie ein solches Ersuchen ohne das Volker- I daß die Unterredungen, zu denen San Giuliano ,n Berlin Gelegen- recht zu verletzen und ohne den Anschein der Stellungnahme gegen hett haben wird, ebenso wie die jüngsten Besprechungen m,t dem

die Valkanstaaten zu erwecken, nicht engegennehmen könne. Sie Grafen Berchtold auf italienischem Boden d,e Uebereinstimmung

Knne in Uebereinstimmung mit allen Großmächten nur ein direkt der Dreibundmächte verstärken und für den europäischen Frieden

SärtEL Ä t- r» Ml»«-» Ist IN b=. -UM 4

9 Daris 4 Nov Offiziös wird gemeldet: PoincarS be. d. M. der bekannte Romanschriftsteller und Novellist Freiherr

gründet seine Ablehnung des türkischen Znterventionsansuchen» Anton von Perfall gestorben. Der Verstorbene, der im 59. Lebens-

burnit daß die französische Regierung die Kriegführenden ohne I jahre stand, litt seit längerer Zeit an einem schweren Nieren- Bürgschaft bett, der Friedensverhandlungen zu einem Waffenstill- leiden. Er war seit 1877 mit der berühmten Mlinchener ragod

stand nicht zwingen könne, da durch ein solches Vorgehen den ver- Magda Jrschik vermahlt, aus welcher Ehe dre, Tochter hervor-

bündeten Valkanstaaten mitten in dem vollen Erfolge Einhalt ge- gingen. Unter den zeitgenössischen Erzählern nahm Perfall einen

I boten und der Türkei Zeit gegeben würde, ihr« Arm« von neuem I hervorragenden Platz ein und seine flotten Erzählungen und Ro- zu formieren ohne daß die Verbündeten irgend eine Sicherheit für mone werden seinen Namen dauernd erhalten.

die Z^nst hätten. ^Poincarö telegraphierte diese Entscheidung - Konferenz übe, die Zustände auf dem B,eh- und Fl« ch- sofort an den Botschafter Bompart nach Konstantinopel ohne vor- mattte. Der Reichskanzler hatte im preußischen Abgeordneten-

beriqe Verständigung mit den anderen Regierungen. Die ftan- Hause bei Beantwortung der Teuerungsinterpellation mitgeteilt,

zöstsche Regierung ist jedoch sicher, daß Rußland und England diese daß im Reichsamt des Innern in Kurze eine Kommis wn zu am-

Aufft-ssung teilen. Man werde demnach warten, bis der türkische mentteten werde, deren Aufgabe es ist, die Zustande «uss dem Vieh-

Vorschlag eine neue Gestatt angenommen habe, bevor man eine und Fleischmartte einer Erörterung zu unterziehen. Wie die R.

Friedensaktion unternimmt, die in der von der Türkei gegebenen p. E." hört, beabsichtigt der Staatssekretär des Innern, di«- Kom-

I «orm aewiß von den verbündeten Balkanstaaten abgegeben wor- I Mission noch im Laufe des Monats November zusammentrtten zu hentnärc lassen. Ihre Mitgliederzahl wird fich auf 30 belaufen, von denen

Paris 4. Nov. Die Abendblätter kritisieren lebhaft das die Hälfte von den beteiligten Interessenten benannt, die andere

I Verhalten Oesterreich-Ungarns gegenüber dem Poincart-fchen Dor. unmittelbar berufen werden soll Die-Kommission wird sich aus I schlag Der Temps" schreibt: Der französische Botschafter Du. I Vertretern der Wissenschaft und Statistik, der Landwirtschaft, de, maine habe dem Grafen Berchtold wiederholt erklärt, daß es sich landwirtschaftlichen Genossenschaften, des Wehhandels der Kom- nur um ein territoriales Desinteressement bandele. Die Machte I Missionäre bee Fleischergewerbes, bet Schlachtbofdirek "ren, sowie bet Ttivle-Entente hätten im Client Interessen, welche ebensoviel aus Vertretern bet Komunalvetwattungen zusammensetzen, wert seien wie die Oesterreich-Ungarns. Rußland hätte von den. Verhandlungen sollen im kontradiktatorischen Verfahren statt- fenigen Interessen Abstand genommen, die eine territoriale Form I finden: es werden dazu eine große Zahl von Sa^ andigen hätten annehmen können und Frankreich und England batten das au, den verschiedensten Kreisen und Gebieten herangezogenwer- Eleiche getan Die ganze Frage sei die, ob Oesterreich iht Beispiel den, wegen deren Benennung die Reichsverwaltung mit deni Re nachahmen wolle oder nicht. Das österreichische Stillschweigen hierungen und den interessierten Verbanden bereits in Verbindung

I fiätte auch den Uebelstand zur Folge, daß es jede Vermittlung un. getreten ist. -

. . - möglich mache denn es sei klar daß die Balkanverbsindeten zau- Der Ehezwist bee Prinzenvaares Georg von Bayern. Wien,

Tschataldscha zu erreichen dein werben die Waffen niederzuleaen, wenn sie die Drohung un- 4. Nov. Wie dasWiener Fremdenblatt von unterrichteter Sette

»k Slre"- , .... . 6. tL I« äSEi X- «6« 6« fOMen -MM. Rem« die P-IN.-MN Ee°.« °°N S«,.rn d-- Begehen n«dj

UeskLb, 4. Nov. (Amtlich.) Die serbischen Truppen czaltuna Oesterreicb-Ungarns habe die Wirkung, die Krise zu Nichtigkeitserklärung der Ehe.

nahmen gestern Gostiwar. Die Eisenbahnlinie Ueskub-Mitro- I Deiterre.m unaaTns ya $ 66 Gnadengesuch bet fünf Kapläne. Diedenhofen, 4. Nov.

witza bis von ben Türken teilweise zerstört worden war, ist rotebet» erweitern unb z 9 Das Gnadengesuch der fünf Diebenhofener Kaplane, welche seiner,

herqestellt worden. Die Albanesenführer Schaban Pascha, Ali. ' «xtejk-1 zeit wegen subordinationswidrigen Benehmens bei der Kontroll-

draga und Hassan Bei wurden als Kriegsgefangene nach Belgrad I Polnische UMfchMl. . I Versammlung vom Oberkriegsgericht in Metz zu ie 6 Monaten Ge-

gebracht. Die serbischen Truppen erbeuteten bisher 135 türkische I «ämps oder DLw«ll? I fängnis verurteilt wurden, ist abschlägig besckieden worden, tote

Geschütze I 3« Wahlkampf in Berlin I, der heute ausqefoibten wird, schreibt I habtzn ihre Strafe am 15. November onzutreten.

Erfolge bet Türken gegen die Montenegtinet. I etne $eiI. Korr.: Ueberblickt man ben Gang der Wahlbewegimg für Souvenir Alsacien Lorrain. Metz, 4. Nov. Der Souvenir

9r n H n r i 4 Nov Die letzten Gefechte der Montenegriner I diese Nachwahl, so wird man sich kaum des Eindrucks erwehren können Lorrain ist von der Landesregierung aufgefordert wor-

®DI«»I-N«-«-»dl-«-"'-n---'»--«- Ä.«Ä 'M-"«"LL'L"kt"'

«raki zurückgeworfen, wo General MartinowiM neue Streit- ®fI Gs ^at ja weder beim Freisinn noch bei den - Genossen" an selben bis m bofWten «eTufunq5 ? j - i(f)t Det,

hafte sammle, um die Angriffe zu erneuern. Auch auf dem Tara- ^ttxrfammlwen und Wahlartikeln in der Presse gefehlt aber von -DieNfiare Schatz. Le pM 4 No^ ^s Reich^er <y

bosch haben die Türken zwei von den Montenegrinern besetzte einer wirklichen Kampsstimmung war wenig zu merken. Bei der Sozial. warf die Revision des Betriebsleiters Heinrich sa tz. .

Dosttionen wieder genommen. Die Operationen am Tarabosch demokratie noch weniger, als beim Freisinn. Gewiß Hai man sich gegen» 5 Juli vom Landgericht in Saargemund wegen »eieiöiflung

Rnh durch die anhaltend ungünstige Witterung bedeutend et- I sxittg mit allerlei Liebenswürdigkeiten bedacht, aber wenn man di« Kaisers zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt worden war.

EKÄ«» skäääää °I-M-«-.d-d-" ".ch.Mch. -I-2,

tenegriner gezwungen find, eilichst Pontons herzustellen. Sonn- I b(° ^nosien" Platz greif«, di« bei den Reichstagsstichwahlen im Ja, Prozent Knorbenzu^g g;chte der «ngesievtenversicherun^ abend morgen wurden alle verfügbaren Aerzte von Montenegro I nua i^n Gegenstand des vielbesprochenen Abkommens zwischen den I ®. * . x. Zweifel über den Termin der Errichtung von

«ach Krajna berufen, um den Verwundeten Hilfe zu leist«,. Die I Rosaroten und den Knallroten gebildet hat. Die Bersicherunq von frei- I G« U J die^ «ngestellt-nversicherung. Aus diesem Grund«

großen Derwundetentransporte deuten auf betrachtl,che Verluste I ^niger wie von sozialdemokratischer Seite, daß Achten"veEedentttch'Anwärter auTSetten"an den Schiedsgerichten

hin Letzten Donnerstag explodierte am Tarabosch ein monfe. könne, hat nicht dtt geringste Ueberzeu^ngskrast. D - Machtziff rn we^. ^ie zuständigen Stellen. Im Hinblick darauf

negrinisches Geschütz, wobei vier Mann getötet und 14 verwundet den ja ergeben, wiedie Din^ sieben.^dachttg ist zwettel 0 r «tk . ® 'e( DOt ^m ergangener Bescheid des Finonzministers von Interesse,

wurden. Gestern flog in Antivari ein Munitionsdepot infolge mit dem d«:Fr«Mm-gegenfiJSfei« Wchtbestehen I aus dem hervorgeht, das bisher noch keine Bestimmungen in dieser Hin-

U*«j« ""«=" -«m"dl- -»st,».-«-I»»«»ch.

^^^Siee^fenbung vo"n Kriegsschiffen durch die Mächte. S^^SatS Mchim Sn «StS* '«* ^e" KtenVerben ÜJflSÄsiS

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Der Anzeigeuprei« beträgt für die Tgetpaltene Zeil« ober

deren Raum IS L, bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4, für in CY/jfiM ' Reklamen di« Zeil« SV L- Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. v>M*/*ö* 3ebet Rabatt gilt al» Barrabatt. Bei Konkurs kein Rabatt. Ver- mndlichkeit für Platz-, Datenvorschrist und Beleglieferung ausge- schlossen. Zahlungen im Popscheckverkehr ohne Portokosten

unter Nr. 6015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.

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