Filr die Redaktion verantwortlich: Gustav Kellner, Marburg.
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Lier 8ef8uM ht len Ädtet jntflfllef, lefie* ««gang eo* der Polizei bewacht wird.
Wegen Etenerhinterziehnng bestraft. Konstant, 1. Nov. Der frühere Inhaber eines hiesigen Bankgeschäfts wurde wegen Steuerhinterziehung,"die durch zufällige Einsicht in alte Geschäftsbücher durch die Steuerbehörde entdeckt wurde, gu 42 000 Jt Strafe verurteilt.
geuer. Berlin, 2. Nov. Heute mittag brach in der Waschküche im vierten Stock des Charlottenburger Polizeipräsidium» Feuer aus, das auf die anliegenden Dachkammern Übergriff und erst nach einein- viettelstündiger Tätigkeit gelöscht werden konnte. Die Ursache ist noch »icht ermittelt.
Schneesturm. Karlsruhe, 2. Nov. Zm Schwarzwald verursachte ein heftiger Schneesturm großen Schaden an den Telephon- und Telegraphenleitungen. Die Temperatur sank auf fünf Grad unter Rull. In der Rheinniederung sind Wiesen und Felder vielfach Überschwemmt.
verurteilt« Rechtsanwalt. Mannheim, 2. Rov. Dis Strafkammer verurteilte den Rechtsanwalt Grünwaldt wegen Betruges und Urkundenfälschung zu neun Monaten Gefängnis, wovon ein Monat der Untersuchungshaft als verbüßt erachtet wird. Sein früherer Bürovorsteher Zimmermann wurde wegen Beihilfe zu vier Monaten Gefängnis verurteilt, wovon zwei Monaten Untersuchungshaft in Anrechnung kommen.
Die vermißten Luftschiff«. Stuttgart, 2. Rov. Bei der Ob«« leitung ist von Petersburg auf eine Anfrage folgende Meldung eingelaufen: lieber die vermissten Luftschifser fehlen Nachrichten. Maßregeln zur Auffindung sind ergriffen durch Benachrichtigung der Behörden am Baltischen Meer und in Finnland. Auf alle anderen Anfragen ist eine negative Antwort eingegangen.
Winkelbanki«». Berlin, 2. Roo. In dem seit vierzehn Tagen verhandelten Prozeh gegen die Bucketsbop-Banki«» Mechel und Blechem in Firma A. Mechel und Co. in Berlin ist die Verhandlung gegen Blechem im letzten Augenblick abgetrennt worden. Mechel ist darauf wegen Vergehens gegen das Börsengesetz und vollendeten ustd versuchten Betrugs zu drei Jahren und drei Monaten Gefängnis und 4000 M Geldbuße, eventuell 400 Tagen Gefängnis, verurteilt worden. Sechs Monate d« Untersuchungshaft werden angerechnet.
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Leid« ist « wenig bekannt, last ganz gewaltige Waldpartten, besonder« in allen preußischen Provinzen östlich der Elbe, in Böhmen und Mähre» von einem furchtbaren Feinde heimgesucht werden, dem der Mensch nur schwer beizukommen vermag. Das ist dis „Nonne", ein naher Ve« wandt« des Schwammspinners, ein Schmetterling, der mit ausgebreit« ten Flügeln etwa S Zentimeter mißt, aber nur einen etwa 2 Zentimeter langen Körper hat. Die Nonne bevorzugt besonders Nadelhölzer, sie frißt die Nadeln der Fichten vollkommen auf, verzehrt dagegen von den Kiefern nadeln nur die untersten süßlichen Teile. Im neuesten 3. Heft der illiu strierten Zeitschrift „F ü r A l l e W e l t" (Deutsches Derlagshaus Bong & To., Berlin W. 57. Preis des Vierzehntagsheftes 40 L) plaudert Dr. Fritz Skowronnek über die Nonnengefahr und über die zu ihrer Bekämpfung gemachten Anstrengungen. Die Lektüre des hochinteressante« Aufsatzes sei jedermann empfohlen. Das gleiche Heft bringt auch sonst noch eine Fülle von unterhaltendem und belehrendem Lesestoff.
— Lola Monrez. Historischer Roman von Joseph Aug. Lu; mit 35 zeitgenössischen Illustrationen, Dokumenten usw. Berlin, V«lag von Rchi. Bong. Preis 4 <M_, gebd. 5 <M., in echtem Pergamentband 7,50 <M. Was die zeitgenössische Literatur bisher immer vermissen ließ, den polittschen Roman, menschlich interessant, spannend erzählt, reich an packenden Handlungen, künstlerisch stark genug, um über bloße Sensatto« und Tendenz hinauszuragen und sich in die reinere Sphäre der Dichtung zu «heben, ohne die historische Wahrhaftigkeit leidet — findet man in diesem neuesten Bande d« Serie „Romane berühmter Männer und Frauen". Historisch ergibt sich die wenig bekannte Taffache, daß die deutsche Kaiserkrone ursprünglich dem Hanse Wittelbach zufallen hätte sollen und auch zugefallen wäre, wenn nicht der Kobold der Geschichte in Gestalt der verführerischen Tänzerin Lola Montez die Weltuhr reguliert und dem Lauf der Dinge eine andere Wendung gegeben hätte. Es ist keine geringe Leistung, die dämonische Kraf dieser Frau, ihren unersättlichen Ehrgeiz und ihr« Zügellosigkeit darzustellen, ohne in den üblen Ton der Gehässigkeit oder der Banalität zu verfallen. In bet großen Reihe meisterhaft gezeichneter Charakterköpfe tritt Ludwig L am sympathischsten hervor, trotz mancher Schwächen ein edeldenkender Herrscher, ein König der Künstler und Schöpfer Münchens als Kunsts stadt, die von ihm ihre Prägung empfing. Rasch greift die Handlung um sich, aus einer königlichen Herzenssache wird ein Weltereignis, die Hysterie der Frauen der Frauen der Hofkreise, d« Politiker steigert sich zur Masienhysterie und führt zu Lolas Sturz und zu den Märztage» Münchens, denen ein gewisser Anflug von Lächerlichkeit nicht erspart bbleibt. Es verdient ab« hervorgehoben zu werden, daß das Werk keineswegs irgendwie tendenziös gefärbt ist und keine Parteistellung zur oder gegen eine der darin behandelten politischen Richtungen einnimmt.
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werfe entfielen nahezu 21 Millionen Dollar, also weit über 90 v. H , auf zollfrei eingehende Kunstwerke und nur 1, 6 Millionen auf zollpflichtige Kunstwerke. Im Berichtsjahr 1912 war das Verhältnis analog. An der europäischen Ausfuhr der nach den Vereinigten Staaten ge^enben Kunstwerke find an erster Stelle Frankreich und England, Frankreich im Jahre 1912 mit 17,1 Millionen (gegen 11,3 Millionen im Vorjahre) und England mit 15,2 Millionen (gegen 7,1 Millionen im Vorjahre) beteiligt. Die Ausfuhr aus Deutschland hat zwar auch gegenüber dem Jahre 1910 eine Steigerung erfahren, tritt aber im Vergleich zu den beiden erstgenannten Staaten mit einem Gesamtwert von VA Millionen Dollar ganz zurück. Ob indessen Deutschland von d« Bewegung wirklich nur in geringfügigem Maße berührt wird, läßt fich mit Sicherheit nicht feststellen, und die angegebene Ziffer kann schwerlich als Beweis dafür dienen, da vorerst festgestellt werden müßte, in welchem Umfange und Gesamtwert Kunstwerke oder kunstgewerbliche Gegenstände aus Deuschland an die großen Stapelplätze in London, Paris und Amst«dam gehen, um von dort nach den B«einigten Staaten überführt zu werden. Rachweisen läßt fich jedenfalls, daß an der Ausfuhr von zollfteien Kunstgegenständen im Gesamtwert von über 73 Millionen Dollar oder rund 310 Millionen Mark, die in den letzten drei Jahren von amerikanischen Käufern erworben wurden, der größte Teil auf ältere Kunstwerke und kunstgewerbliche Gegenstände von mehr als 100 Jahre Akter entfällt. Es handelt fich dabei vornehmlich um Gebrauchs- und Schmu ckgegenstände aus unedlen Metallen, kunstvoll bearbeiteten Gläsern usw. Es ist anzunehmen, daß ein nicht geringer Teil dieser Gegenstände auch in Deutschland aufgekauft wird, daß somit auch die in Deutschland vorhandenen Schätze an älteren Kunstwerken und kunstgewerblichen Arbeiten infolge der steigenden Nachfrage in den Bereinigten Staaten von Amerika allmählich verringert werden.
lluglücksfälle durch Flaschenmißbcauch. In Elversberg wollte ein Mann Likör trinken, ergriff ad« eine Limonadenflasche, in der Essigessenz aufbewahrt war. Er nahm einen Schluck und mußte es mit dem Tode büßen. — Eine räffelhafte B«giftungsaffSre beschäftigt die Polizei in Freienwalde. Auf dem dorttgen Eüterbahnhof wurden für eine Brauereiniederlage Flaschen verladen, bei welcher Arbeit auch der 35jährige Karl D. bekräftigt war. Nach Beendigung der Verladung bot D. eine gefüllte Bierflasche dem Arbeit« Ferdinand Zimmermann an. Zimmermann spie die Flüssigkeit ober sofort wieder aus, da die Flasche Karbol enthalten hatte. Kur, darauf verlor er das Bewußtsein und starb nach kurz« Zeit. Die Polizei hat die Untersuchung eingeleitet, und der Arbeit« D. wurde verhaftet. — Zum Todestrunk ist dem Arbeiter Diers in Hamburg d« Trank geworden, den er aus ein« Flasche nahm, in der er ein Getränk vermutete, die ab« eine unbekannte Säure enthielt. Die Staatsanwaltschaft hat die Leiche beschlagnahmen lassen und eine Legalsektton angeordnet. Wie D. in den Besitz der Flasche kam, ist noch nicht ermittelt worden. — Der Arbeit« Schüller in Jeßnitz hatte aus einer Bierflasche, in d« eine gifthaltige Flüssigkeit aufbewahrt wurde, getrunken und starb. — Eine folgenschwere Verwechslung ist dem Maurer Grochowski aus Niewalde passiert. Er wollte in der Dämmerstunde Kognak trinken, verwechselte jedoch die Seltersflasche mit einer nebenstehenden, die scharfe Esiigesienz enthielt. G. brach nach dem Genuß der Flüfsigkeit zusammen und mußte ärztliche Hilfe tu Anspruch nehmen. Es besteht wenig Hoffnung, ihn am Leben zu erhalten. — Die zweijährige Hilfsarbeiterstochter Leopoldine Ritz, Wien, «faßte vor kurzem in der elterlichen Wohnung eine Bierflasche mit Laugenessenz und trank einen Schluck der ätzenden Flüfiigkeit. Das Kind erlitt gefährliche innere Verätzungen und wurde von der Rettungsgesellschast in das Kaiser Franz Joses-Spital gebracht, wo es mit dem Tode ringt.
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„Guten Tag, Herr Krause, ich höre eben, daß Ihre Frau Ihnen durchgegangen ist." — „Nee — gratulieren Sie mir nich, sie is schon wieder da."
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•* Die Nonnengefahr. In neuer« Zeit, wo alles wied« plrückstrebt zur Natur, wo die Zahl der Jugendwandervereine gewalttg zunimmt, unb überhaupt das Leben in der freien Natur sich auch bei uns wie schon lange in England und Amerika weitere Kreise erobert, wendet fich das Jnteresie des großen Publikums mehr als bisher dem Walde, der Erhaltung feiner Schönheit und der Bekämpfung seiner Feinde zu.
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Vermischtes
Die Ausfuhr europäischer Kunstwerke nach Amerika. Schon wiederholt hat von einer regelmäßigen außerordentlichen Zunahme der Aus- ftrhr europäischer Kunstwerke und Antiquitäten nach den Vereinigten Staaten von Amerika berichtet werden müssen. Diese Bewegung, die nachgerade einen bedenklichen und für die europäischen Museumsver- waltungeu nachteiligen Charakter angenommen hat, hat auch im letzten Jahre angehalten und in diesem letzten Jahre noch eine weitere, in solchem Umfange bisher noch nicht dagewesene Steigerung erfahren. Der Gesamtwert bei im Jahre 1911 — das Berichtsjahr läuft vom 1. Juli bis 30. Juni — aus Europa in den Besitz amerikanisch« Kunsthändler od« Privatleute überführten Kunstwerke und Antiquitäten belief sich auf 22,5 Millionen Dollar oder rund 90 Millionen Mark; im Berichtsjahr 1912, also in bet Zeit vom 1. Juli 1911 bis 30. Juli des laufende» Jahres, find für insgesamt 36,1 Millionen Dollar Kunstwerke, in b« Hauptsache moderne Gemälde und Skulpturen, nach den Veretmgten Staaten von Amerika ausgeführt worden. Es bedeutet dies ein« Steigerung um 60 v. H., und in dies« Ziffer drückt sich aus, einmal, von welcher Bedeutung heutzutage für die europäischen Kunsthändler, die hauptsächlich in London, Paris, Amsterdam und in italienischen Städten ihren Sitz haben, das amerikanische Geschäft ist, fobann wie sehr bie Ausgabe, gute Gemälde, Skulpturen unb bedeutende Altertümer zu erwerben, für die europäischen Museen unb Sammlungen erschwert wird, und endlich, in wie bedeutendem Maße durch die starke Nachfrage von amerikanischen Interessenten die Preise solch« Kunstwerke gesteigert werden müssen. Der Erwerb europäischer Kunstwerke durch amerikanische Interessenten wird dadurch «leichtert, daß die Einfuhr von Kunstwerken (Gemälden, Skulpturen usw., die üb« 20 Jahre alt find), sowie die (Ein» ftchr von kunstgewerblichen Gegenständen, die auf einen Kunstwerk Anspruch machen können, sofern fie über 100 Jahre alt sind, zollfrei erfolgt, von dem Gesamtw«t d« im Jahre 1911 zur Ausfuhr gelangten Kunst-
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