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®tw SanonnTt, er noch ein Gewerbe betreib^ kann auch zugleich Mit- Glied der gewerblichen Berficherung sein, wenn der betreffende Betrieb nicht als Nebenbetrieb angemeldet und betrachtet wird, (z. B. Fuhrwerk, kleiner Steinbruch usw.). Auch denGemeinden sei zu raten, ihre Sand- «nd Steinbruchsbetriebe zur Versicherung anzumelden, es würden dadurch »iele Unzuträglichkeiten vermieden. Wichtig sei, worauf der Redner besonders himoies, genau di« Grütze des Betriebs anzugeben. Bezüglich der Berficherung der Landwirt« und deren Ehefrauen, wies er darauf hin, daß der Landwirt, der unter 2000 jH zur Steuer veranlagt ist, genau versichert sein muß, wie der Knecht und der Arbeiter. Bei einer Vertagung von 2000-3000 M. tritt auf Antrag freiwillige Versicherung -m, bei über 3000 <* geht dies nicht. Alle Anfälle müssen rechtzeitig ^gemeldet werden, es liegt dies im eigenen wie auch im Interesse der Berufsgen ofsenschaft, denn je mehr Kosten entstehen, desto höher werden die Beiträge, die der Kreis aufzubringen hat. Je mehr die Lasten der Unfallversicherung verringert würden, desto geringer würden die Beitrage Aus diesem Grunde hätten die Landwirte auch ein Interesse an der Unfallverhütung. In den letzten Jahren hätte sich die Zahl der Unfälle z. V. von 11 auf 7000 erniedrigt, «in weiteres Zurückgehen der Un- falle sei deshalb immer zu empfehlen. Wenn z. «. ein Landwirt in einem Kreise mehr bezahlt wie in einem Nachbarkreise, so rühre dies daher, daß in jenem Kreise mehr Unfallrente bezahlt werden müsse. Aus diesem . habe jeder einzelne Landwirt ein Interesse daran, nach Möglichkeit Unfälle zu vermeiden. Wenn B. «ine Dreschmaschine auf dem Hof steht, hat der betreffende Landwirt «in Interesse daran, daß alle Vorsichtsmaßregeln zur Verhütung von Anfällen gehandhabt werden. So sei es bei allen maschinellen Anlagen, z. «. Göpelwerken, Transmis- ^men usw. Der Redner verband damit einige Winke, wie man die Schutzvorrichtungen am praktischsten anzubringen hat. Vielfach würde auch kein großer Wert auf das Zudecken der Jauchelöcher und der Scheuneluken gelegt. Der Einwand, den er bei feinen Revisionen immer zu Horen bekomme, „daß immer noch nichts passiert und noch keiner runter gefallen ist," sei jedenfalls hinfällig. Es passiere infolge solcher Unvorsichtigkeit gerade genug, das wüßten die Beamten der Unfallversicherung am besten. Um die Luken müßte vor allen Dingen ein Geländer fein, so unbequem dies auch vielen Leuten erscheine. Der Vortragende gab auch Anregungen, wie bei den verschiedensten Gelegenheiten die Schutzmaßregeln zu handhaben sind. Wenn ein Versicherter einen Unfall verschuldet habe, könne er unter Umständen auch regreßpflichtig gemacht und sogar strafrechtlich verfolgt werden. Der Redner erläutert« auch den Unterschied zwischen Unfall und Haftpflicht, den viele noch nicht wMen. Es sei selbstredend, daß eigentlich jeder Landwirt in einer fein müsse und aus diesem Grunde sei auch die Haftpflicht- Versicherung seitens der Landwirtschastskammer ins Lehen gerufen roor= ben. Jeder Landwirt, der Mitglied der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft sei, könne auch Mitglied der HaftpfliH sein. Auch die landwirtschaftlichen Nebenbetriebe würden in diesem Falle mit versichert. Auch solche Betriebe, die nicht als landwirtschaftliche Nebenbetriebe gelten, könnten mit geringen Ausnahmen mit versichert werden. Die Verwaltung dieses gemeinnützigen Instituts fei die denkbar billigste, weil keine Agenten, Direktoren usw. bezahlt werden brauchten und auch keine Dividenden zur Verteilung gelangten. Der Eintritt in dies« Set. sicherung sei jedem Landwirt zu empfehlen. Ein Fehler sei « s auch I ”"6 Jo viele ihre Invalidenversicherung in dem Augenblick, in dem sie | selbständig wurden, fallen ließen, denn die Vorteile, die diese biete seien I gar mannigfacher Natur. Der Redner, bet seine Mitteilungen' nicht I buftmahtg vortrug, sondern auf Grund seiner praktische Tätigkeit im I «a6> s^bend und instruktiv sprach und deshalb auch leicht verstänvlich war, erntete reichen Beifall. An der sich anschließenden Aussprache, ln I ber auch verschiedene Unfall-Verhütungsvorschriften einer Kritik unter- I
roUrce"’ 5!teVi6tm, cine ganze Anzahl Bersammlungsteil- I wurde der Wunsch geäußert, daß bei den Revisionen Rach- I u"d event. Borschristen, die sich in der Praxis nicht bewähtt I - »Cf *ur<*’/nt2pre<I’c’rt’<! Maßnahmen durch das Gesetz wieder geändert I
Ein Antrag, die Landwirtschastskammer zu ersuchen, dahin I wirken, daß einige llnfall-Berhütungsvorschriften, die sich in bet I fl“t durchführen ließen, durch gesetzliche Maßnahmen eine Ve«inderung erfahren, fand einstimmige Annahme. Damit hatte di« I Versammlung nach dreistündiger Dauer ihr Ende erteilt, I
Brand im Warenhaus. London, S. Rov. Heute früh um 2 lttr Entstand ein Brand in dem großen Warenmagazin von John Barker i»
heute zwei Räuber auf der Straße einem Kampfe zwischen diesen und Polizeihauptmann und ein Räuber ein anderer Polizeibeamter schwer
Räuber. Lodz, 3. Nov. Als verhaftet werden sollten, kam es zu ben Polizeimannschaften, wobei ein getötet, ein Polizeiunteroffizier und verwundet wurden.
Sturm. Ottawa, 3. Nov.
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| wurden 8296 Türen und Tore laufend zu- und aufgeschlossen: zu I ungewöhnlichen Nachtstunden standen 136 Haustüren, 215 Hinter-
■ I tüten, Läden, Kontore, Lagerräume, Balkons, Keller, Waschküchen Fabriken, Hotels, Restaurants, Werkstätten sowie Kohlenställe und 118 Fenster offen, die geschlossen wurden. 88 stecken gebliebene Schlüssel wurden abgeliefert, 9 hängen gebliebene Schaukasten in Sicherheit gebracht, 7 in Ställen losgerissene Pferde festgebunden
I nnd 357 mal zu bestimmten Zeiten geweckt. Ferner wurden ge- I fundene Gegenstände der verschiedensten Art zurückgegeben, 11 Fahrräder sicher untergestellt und in 9 Fällen defekt gewordene
I Wasserleitungen gemeldet. Verschiedenlich wurden von den Wäch- I tern bekannten Personen die Haustür geöffnet und Postsachen zum I Briefkasten mitgenommen.
I * Born Kreisarbeitsnachweis Marburg (Frauenbergstraße 4) I wird uns mitgeteilt: Um Arbeit suchten nach im Monat Sep- | tember 217 männliche Personen. Vermittelt wurden davon: im I Kreise Marburg 2 Schreiner, 1 Schlosser, 1 Kutscher, 4 Haus- I burschen, 2 Schweizer, 1 Knecht und 27 landw. Arbeiters im Kreise I Ziegenhain 2 Knechte und 6 landw. Arbeiters im Kreise Franken- I berg 1 Hausbursche.
* Religionswissenschaftlich« Vorträge. 1. Abend: Geheimer Kon- I fistorialrai Prof. Dr. Jülicher: Die Reformation. Daß es ein I glücklicher Griff war, Jülicher für ben ersten Abend zu gewinnen, bewies I bie außerordentliche Teilnahme, die man ihm entgegenbrachte und die I sich durch einen gefüllten Saal dokumentierte. Gegenüber manchen Ver- I suchen, ber Reformation ben Charakter einer wahrhaft neuen religiösen | Bewegung nbzusprechen, hält Jülicher batan fest, daß, wie immer Luthers I Staatsideal und Luthers Kulturideal noch im Mittelalter befangen sein I "lögen, doch bie Art feiner Frömmigkeit, feine Religionsauffassung ein I unbedingt Neues ist. Aber angesichts der furchtbaren Greuel und Ver- I Wicklungen, bie die Reformation im Gefolge hatte, drängt sich doch die I Frage auf, ob bet Gewinn auch den Opfern bie Wage hielt. In der Be- I anttvortung und Zerstreung dieses Zweifels konnte Jülicher nun in aus- I gezeichneter Weise klar und tief bie Hauptmomente ber religiösen Ve- I beutung bet Reformation Herausstellen. Er wies darauf hin. wie doch I im Kampf gegen die katholische Kirche auch sie selbst einer völligen Re- I Vision sich unterziehen mußte, und die Päpste der Gegentefotmatton doch I I ganze andere Männer waren, als die genußsüchtigen, wie immer kunst- J I liebenden Päpste der Renaissance; wie Luther selbst doch nur im Kampf I gegen Rom und seine Satzungen zur vollen Entfaltung seiner Persönlichkeit I gekommen ist, wie fein Herrlichstes aus Zorn und Streit geboren! Luther I hat der Kirche bie christliche Freiheit errungen, noch nicht im Sinne I des modernen Toleranzgedankens, aber in ber Auffassung der Botschaft I b«s Evangeliums als Rechtferttgung allein burch den Glauben. Glauben I ist hier nicht «in Fürwahrhalten an sich unwahrscheinlicher Tatsachen, der I Glaube soll nicht mit einem Opfer wissenschaftlicher Aeberzeugung erkauft I I werden, sondern et ist das unbedingte Verttauen auf die Heilssicherheit, I I auf bie Rechtferttgung der Seele vor Gott. Dem Glaubenden wird das | I Leben zwar ein harter Kampf fein, aber er weiß, daß et endlich siegen I I wird- Nicht gute Werke rechtferttgen uns vor Gott. Das hieße Gott in | I unsere Sphäre hinabziehen, das hieße ihn mit unserer menschlichen HLlf- I I lofigkeit erreichen wollen. Da würden die Grenzen Mischen Sollen und I I Tun verschleiert. Steine Unfähigkeit zum Guten kann ich nicht durch bie I größte Zahl „guter Werke" aufbeben, nur lebendiges Verttauen auf die | ©nabe Gottes, baß et mich erlösen und rechtferttgen wird, kann mich ftei I machen. So hat die Reformation bie Menschen im Glauben auf sich I I stlbst gestellt; so hat sie zuerst in bet neuen Zeit den Gedanken von bet | Freiheit des Individuums von allen Satzungen verfochten, bet identisch I ist mit der gesetzlichen Bindung gegen sich selbst, wie sie dann in Kants I Autonomiflerung des Gewissens ihre klassische Vollendung erhalten hat. I Der von reichem Beifall begleitete Votttag schloß mit ber Mahnung, in I bem gegenwärtigen religiösen Kampfe des Protestanttsmus diese innerste I | und herrlichste Frucht bet Reformation, wie sie in der Rechtfertigung I tt?ä" durch den Glauben beschlossen liegt, nicht preiszugeben. — Der I na^fte Votttag wird uns Freitag ben 8. November Über ben Pietismus I unterrichten. I
•3« Geflügel-Ausstellung. Am Sonnabend fand im Rest. Fröhlich I aus Anlaß bet diesmaligen so gut verlaufenen Geflügel-Ausstellung und I bes 35jährigen Bestehens des Geflügelzucht-Vereins für ben Kreis Mar- I Burg eine klein« Festlichkeit statt, bie einen antegenben Verlauf nahm. I Mehrere Damen und Herten bes Zitherkranz trugen wesentlich zur Bet- I schonerung bes Abends bei. Der stellvertretende Vorsitzende Stengel gab | dabei auch einen längeren llebetblick übet bie Geschichte bes Vereins, bet I stch "ach und nach, wie ja auch di« Ausstellungen zeigen, zu hoher Blüte I «ntmirfelt ßat Was bie Ausstellung anbelangt, so kann man sagen, daß I der Besuch am Sonnabend sowohl wie auch gestern nichts zu wünschen I übrig ließ. Der PrSmiierungsliste tagen wir noch nach, daß Herr Mu- I dersbach in Ockershausen auf schwarze Minorka außer einem 2. Preis, I auib einen 1. und Ehrenpreis sowie ein Diplom von der Landwirischasts- I rammet erhielt. — Gestern abend 9 Uhr wat bereits sämtliches Geflügel I miedet in ben Versandkörben und konnte heute morgen abgeschickt werden. I
Elm gestrigen Sonntag fanden wiederum Spiele um die I hessische Kreismeisterfchatt statt. Nachdem am vergangenen Sonntag die I 1. Mannschaft des hiesigen V. f. ». ben Fußball-Verein Hetkules-Eassel I mit 5:0 geschlagen, gelang es gestern ber 1. Mannschaft, dieselbe Mann- I fäaft bes F. E. Borussia-Fulda mit 2:1 Toten auf eigenem Platz in I F"lda zu schlagen. Es ist somit bem V. f. B. gelungen, Fulda seit 7 Iah- I ten zum erstenmal« auf eigenem Platze zu schlagen. Die 3. Mannschaft s?l"S F- C. Wetzlar II mit bem hohen Resultat von 10:0. Eintracht- I Sasse! schlägt Fuldaer F. V. 4:3. I
Versammlungen, Konzerte, Theater, BergnSgungsnachrichten ns«. I
* Jäger-Konzert Auf das morgen Dienstag abend in den Stadt- I falen stattfindende Jägerkonzert fei noch besonders aufmerksam gemacht. I
= Kern buch, 3. Rov. Bei ber hier abgehaltenen Treibjagd kamen I 5 Füchse, 3 Böcke, 2 Reh«, 21 Hasen, 2 Hühner und 1 Fasan zur Strecke. I «in Jägeroffizier schoß auf einem Stand 2 Füchse. I
-T- Leidenhofen, 2. Rov. Bei der heute im hiesigen Interessenten- I walde stattgefundenen Treibjagd wurden zur Strecke gebracht: 11 Rebe I «nd 21 Hasen. Da bie jetzige Pachtzeit am 31. August nächsten Jahres I abläuft, so bietet sich für Jagdliebhaber hier die günstige Gelegenheit I ein« vorzügliche Jagd anzupachten. I
tt Damm, 4. Nov. Die hiesige Agentur bet „Oberhessischen Zeitung" I nmrbe vom heutigen Tage ab Herrn Joh. Muth Lbetttagen. Derselbe I nimmt Bestellungen jederzeit entgegen. I
Unpolitische Tagesnachrichten,
Flüchtiger Sanfter. Breslau, 3. Nov. Der Bankier und 8«- treidehändler Sengteller-Falkenberg lOberfchlefien), ist nach der „Oppelner Zeitung" unter Hinterlassung beträchtlicher Schulden nach Verübung zahlreicher Wechselfälschungen flüchtig.
Kesselexplosion. Newyork, 2. Nov. Sechs Mann der Besatzung des Schlachtschiffes „Vermont" sind durch eine Kesselexplosion gestern nacht verbrüht worden. Zwei Heizer sind heute im Hospital gestorben
Zusammenstoß. Düsseldorf, 2. Nov. Aus der Strecke Haus- meer—Hertingen der Rheinischen Bahngesellschaft ereignete sich h«üe nachmittag tn einer wenig übersichtlichen Kurve zwischen Stratum Md Latum-Lank ein schwerer Zusammenstoß zwischen einem Sonderzug und einem ELterzug. Bei dem Zusammenstoß verunglückten zwei den Sonderzug führende Aufsichtsbeamte und ein Passagier des Güterzuges schwer.
Wolkenbruch. Guerrero (Mexiko), 2. Nov. Die Städte Nochist- lan und Quechulkenango find am Donnerstag durch infolge wolkenbruch- artigen Regens eingetretene Ueberschwemmungen fast völlig zerstört worden. Flüchtlinge melden, daß ein Viertel der Einwohnerschaft umge. kommen ist.
immer gesteigerter Gangart, nachdem bie erste feindliche Linie von bet Infanterie durchbrochen worden, unter dem Feuer bet zu beiden Seiten bet Straße liegenden Versprengten weitergeeilt. Die zweite französische Schützenlinie wird erst sichtbar, als er sich bis auf 200 Schritt genähert hat. Run aber bricht das Vordersattelpferd des ersten Geschützes tot mit feinem verwundeten Reiter zusammen. Das 2. Geschütz, der Munitionsmagen und ein führerloser Medizinkarren traben weiter. Beim ersten Geschütz bleibt Leutnant Bachmann zurück und läßt die Vorterbracke abhaken, das zweite Vordetpferd ausfpannen. Dann jagt er dem anderen ^schütz nach. Mitten in den feindlichen Schützen stürzt das Stangen« sattelpferd bes zweiten Geschützes. Der Offizier gibt dem ersten Geschütz und dem Munitionswagen den Befehl, im Galopp nach Monkolre hinzueilen, während er selbst, auf dreißig bis vierzig Schritt von den Franzosen umstanden, auch bas zweite Geschütz wieder flottzumachen sucht. Das tote Pferd liegt dicht vor den Ptotzrädetn, und nut Drei Mann find noch übrig, es beiseite zu schaffen. In wilder Hast stürzen setzt fliehende feindliche Haufen an dem Geschütz vorüber; endlich ist auch dieses, wenn auch nur mit zwei Pferden bespannt, wieder zum Fahren Bereit und vermag in schärfster Gangart Montoire zu erreichen. Als erster von allen hier eingetaffen, macht Leutnant Bachmann auf dem Marktplatz halt, um durch (Einfette n die gefrorenen Verschlüsse wieder in gangbaren Zustand zu setzen, auch wird bei beiden Geschützen durch «erlegen von Reitpferden die Bespannung auf vier Pferde gebracht."
So waten mit den 79em auch die Geschütze durch bie feindlichen Linien durchgebrochen, und nicht zum wenigsten hatte Leutnant Bachmann durch Mut, Entschlossenhett und Kattblüttgkeit da« betaetraaen. Das Eiferns Kreuz 1 Klasse wat bet verdiente Lohn. .
. - Ein kleiner Passagierdampfet fajetterte auf der Fahrt von Montreal nach Valley Field nachts während eines schrecklichen Sturmes aus dem See Saint Louis. Sechzehn Passagiere, Männer, Frauen und Kinder, ertranken. Nur vier find gerettet. Straßenbahnunglück. Posen, 3. Nov. Ein Anhängewagen eines elektrischen Straßenbahnzuges, der wegen schlechten Funktionierens einet Bremse außer Betrieb gesetzt werden sollte, entriß fich heute vormittag um 10% Uhr beim Los kuppeln an einer abschüssigen Stelle der Berliner Straße den Händen der Haltenden und glitt, nut mit einem Schaffner besetzt, immer schneller und schneller die Berliner und die Neue Straß« hinab, bis er auf dem Alten Markt aus dem Gleise sprang und in ein großes Schaufenster hcneinraste, das vollständig zertrümmert wurden Der Vorderperron des Wagens wurde schwer beschädigt und mehren Personen verletzt. Der Schaffner erlitt einen Armbruch, eine Frau einen Schädelbruch, daß ihr Aufkommen bezweifelt wird, ein junges eine schwere Hüftvetletzung, eine andere Frau einen Ober- mehrere Straßenpassanten wurden verletzt. Aerzd Irche Hilfe wat sofort zur Stelle. Fünf Personen würben ins Städtisch« Krankenhaus gebracht.
Meines Feuilleton.
Zum Tod« des Majors ». Bachmann.
bem in Wiesbaden verschiedenen Major von Bachmann ist einet bet Helden von 1870 zur großen Armee abberufen worben, dessen Name mit einem der glänzendsten Gefechte des großen Krieges, dem Gefecht des Detachements Boltenstetn bei Montoire am 27. Dezember 1870 für immer aufs engste verbunden bleiben wirt. Es war zwar ein Rückzugsgefecht, aber ein kleines Detachement von nur VA Bataillonen des 79. Infanterie-Regiments, einer Eskadron bet 12er Ulanen und zwei ^schütze», kaum 1000 Mann stark, schlug fich, von allen Setten umringt, durch-m feindliches Korps von 8000 bis 10 000 Mann mit dem Bajonett unb Sabel durch. An diesem glänz-uden Erfolge hatte der Befehlshaber der beiden Geschütze, bet damalige Leutnant Bachmann, feinen vollen «nttu.
yj" bem ^sten Heft seiner Einzelschriften ^fEs Eefecht geschildert, und hier heißt es von seinem Verhalten, als ber entscheidende Durchbruch erfolgte:
, rSMtteutnant oon Boltenstetn jog sofort bie beiden Geschütze vor. Heftiges Feuer empfing si« von allen Setten. Trotz ber Ueberlegenhett biriillerie ließ Leutnant Bachmann nur das auf etwa ^Se^b^feiSlSn^^J®^^6 Fußvolk zum Ziel nehmen. — Schützenlinie hatte noch eine Batterie abgeprotzt
*"d rwei ^f^tze wettn vorgeschoben. Rach kurzem Kampfe wann diese durch Leutnant Bachmann außer Gefecht gesetzt."
. dann der Durchbruch bet Deutschen mit bem Bajonett erfolgte, fat ^"°nt Bachmann, bei bem bereits sieben Mann^verwundet und
vfotbe getötet »art«, nnch •*. »Anfangs im TrnL. wat er
I«» ^rctzhaln 2. Nov. Ans »TtK geschrieben: Das von Königk. Meliorattonsbehörde ausgearbeitete Projekt bett, bie Regulierung Ut ‘ tn unferem Wiesengrund zusammenfließenden 3 Flüsse, Ohm, Wohra ' unö Klein, ist fertiggestellt und liegt dem Herrn Minister zur Genehmig- ! ung vor. Es weilten dieserhalb vor kurzem ein Vertreter des Herrn Ministers mit mehreren Herren von der Meliorattonsbaubehörde hier. W? im Suftanb bet Flußläufe in Augenschein zu nehmen und
'th.&rLrfT Cft ungesehenen Aenderungen zu vergleichen. An dem
Em" in-*V ^markung Kirchhain, Niederwald und Großseelheim faßt nichts geändert, aber das Flußbett derselben wird er- I xuttch erweitert werden, um bei Hochwasser bas von ber Wohra und I Wasser aufnehmen zu können. Bet der schon jetzt vor
I „s, .,, , , noch eine weiter«
I l Ueberfallwehr eingebaut werten, um einen schnel
leren Abflußbe, Hochwasser zu fördern. Der Wohrafluß wird oberhalb ^.dapiermuhle ein Ueberfallwehr erhalten und das Flutwasser wird °lk" W'ch"' deren Flußbett ebenfalls erweitert wird, ^»Sefuhrt werden. Ebenso wird das Flußbett der alte« ! und Mit Teichanlagen versehen werten, um bei stärkeren
«,ten das Stauwasser aufzunehmen. Der Kleinfluß wird gleich vor Stabt in das Flußbett bet Wohra eingeführt werden. Wenn dieses ^onsproiekt mtt unserer im Gang befindlichen Verkoppelung zu- »nT « ,aUS9eJU^ roe,rbe,n roi,b- werden nach Fertigstellung die die Heu- ^rummeternten seither so sehr schädigenden Sommerfluten nicht mehr emtreten. Hingegen werden die den Eraswuchs so sehr fördernden t b0 ble Flutschleusen bei der Schönbacher Mühle br5x9fpnf flogen werden. Ein großer Teil unserer M'es n wirt alsdann in der Qualität bedeutend verbessert, was für bie M? lU,Vnb b,e? 5iet 10 lehr stark betriebenen Heuhandel von großem Nutzen fein wird.
^^erberg, 3. Nov. Der Lehrer fiütgemeter in unserem Nachbar- ?,A rl"6?18 krouIbe. einem Treibjagen durch die Unvorsichtig-
bn»« »^bchutzen durch eine Schrotladung schwer verletzt. Ins Krankenhaus nach hier verbracht, ist derselbe an Blutverlust und einer hinzu- getretenen Blutvergiftung gestorben. (Wald. Landesztg.) 9 ®
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Schwurgericht.
3m großen Landgerichtssaal begann heute die diesmatta? Schwur- mJn-nn«rOliek ®et §»^^hof setzte sich aus folgenden Herren zusam- mem Oberlandesgerichtsrat Hasse aus Cassel, Vorsitzender, Landgerichts- "A“"" Unr Sn!n°r 5roeb- Beisitzer. Die öffentliche Anklage ver- trat Staatsanwaltschaftsrat Savels und die Verteidigung hatte Rechtsanwalt Bachrach übernommen. Als Geschworene wurden folgend« Herren ausgelost: “
Hoffmann, Otto, Vrauereibefitzer in Biedenkopf Nafziger, Rudolf, Ritergutsbefitzer in Ottrau Fischbach Ludwig, Vrgermeister tn Holzhausen bei Gladenbach Keller, Joh. Georgi, Auszüger in Niedergrenzebach Eckhardt, Rudolph, Rentner in Marburg Ludwig, Friedrich, Gutsbesitzer in Dagobertshausen Fleischhut, Friedrich, Kaufmann tn Homberg Feger, Gustav, Gutsbesitzer in Lenderscheid Damm, Andreas, Bürgermeister in Elmshausen Hackenberg, Friedrich, Kaufmann in Marburg Priester, Heinrich, Landwirt in Heskem
Le n z, Joh., Landwirt in Gladenbach
Zur Verhandlung stand heute eine Anflage gegen den 20 Jahre alte« Dienstknecht Jakob Prinz aus Unterrosphe, zuletzt in Wetter und Mar- buch wohnhaft. Im vorigen Herbste kam der junge Mann zum - Nnlrtar, wurde aber, weil die Staatsanwaltschaft ihn des Meineids bezichtigte, entlassen und in Untersuchungshaft gesetzt. Es handelte sich um einen Alimentationsprozeß, bei welchem der Angeklagte damals falsch geschworen haben soll. Es ist dieselbe Sache, wegen der im vorigen Jahr« ein junger Man namens Peter verurteilt würbe. Die Verhandlung ging hinter verschlossenen Türen vor sich.
Marburg und Umgegend.
Nachdruck aller: Orginalarttkel ist gemäß 8 18 bes Urheberrechts nut mH ber deutlichen Quellenangabe JArhess. Ztg. gestattet.)
Marburg, 4. Rov.
* Aägerbitaivon. Die Vereidigung der diesjährigen Rekruten findet am 22. November auf dem Kampfrufen statt.
* MilitSr-AnwSrter-Berein. Man teilt uns mit: Die Bestrebungen und Ziele des Deutschen Wehrvereins als durchaus notwendig anerkennend, hat der Mil.-Anw.-Verein in feiner Monais- »erfammlung vom 26. Oktober b. I. beschlossen, dem D. W. B korporativ beizutteten. Die Aufnahme ist am 31. Oktober bereits erfolgt. Voraussichtlich wird am 19. d. M. Generalleutnant von Wrochem hier in den Stadtsälen einen Bottrag über das Thema „Sind wir genügend gerüstet?" halten. Exz. v. Wrochem ist als fesselnder Redner bekannt, und das Thema ist für jeden auf nationalem Boden stehenden Deutschen gegenwärtig von hohem Interesse. Der Besuch dieses Vortrags ist warm zu empfehlen. Der Vorstand des Mil.-Anw.-Vereins erwartet von den Kameraden vollzähliges Erscheinen. Näheres wird zu gegebener Zeit im Anzeigenteil dieses Blattes bekannt gegeben werden.
* Frauenturnen. Die Frauen- und Mädchenabteilung der Turngemeinde, eine der ersten des Gaues Hessen, beging gestern bei zahlreicher Beteiligung der Mitglieder und deren Angehörigen im Echlotzgarten ihr Stiftungsfest. Reben den verschiedenen kleinen theatralischen Unterhaltungen boten, wie man uns schreibt, die unter der Leitung des Turnwarts der Frauenabteilung Herrn Domsky vorgeführten rFeiübungen großes Interesse. Eie zeigten, daß das Frauenturnen in der Turngemende eine gute Pflegestätte gefunden hat. Einen Beweis dafür erbrachte übrigens auch das Jubiläumsturnfest in Gießen, wo diese Abteilung mit dem zweiten Preise ausgezeichnet wurde. Auch eine Männerriege am Barren zeigte schwierige Uebungen. Ein flotter Tanz beschloß den Abend
Hessen-Nassau und Nachbargebiete, z
%. Eassel, 3. Nov. Der König hat auf Präsentatton ber Stabt SassÄ '" durch Allerhöchsten Erlaß vom 25. Oktober 1912 Oberbürgermeister ®r. Scholz als Mitglied bes Herrenhauses auf Lebenszeit berufen.
Sab Nauheim, 3. Nov. In ber neuen Saline wurden während des letzten Geschäftsjahres 35 000 Zentner Salz gewonnen.
Eichenberg, 3. Nov. Als ber Mörder feines Berufskollegen bezeichnete sich auf dem Sterbebette ber Bahnwärter Hauten. Er gibt, bem „ffiött. Tagebl." zufolge, an, im Jahre 1898 ben Bahnwärter Hollenbach ouf bem Bahnwärterposten in ber Nähe bes hiesigen Bahnhofes mit einem Feuerhaken erschlagen zu haben. Er hat es also fertig gebracht, obwohl " schon damals im Verdacht ber Täterschaft stand, sein Verbrechen vierzehn Jahre lang zu verheimlichen. Der Fall gestaltete sich damals nm so trauriger, als Hollenbach Familienvater war und sechs kleine Kinder hinterließ. Der Wörter ist inzwischen gestorben.
^'"beck, 3. Nov. In einer Versammlung wurde beschlossen, aus An- IaB der 400jährigen Erinnerungsseier der Reformation am 31. Oktober 1917, hier vor ber Münsterkirche ein Luthertenkmal zu errichten, für bas bereits namhafte Beträge gezeichnet find. Gleichzeitig soll eine Luther- fttftung zur Erziehung evangelischer Waisenkinder ins Leben gerufen werden. '