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mit Dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

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DieLberheffische Zeitung" erscheint tätlich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 Jt (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeiiungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 <* frei ins HauS. (Für unter, langt zugesandte Manuskripte übernimmt dte Sledaktron keinerlei Verantwortung.) Druck und Verlag der Univ..Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. L. Hitzeroth), Marti 21. Telephon 58.

Marburg

Mittwoch, 30 Oktober

47. Jahrg.

1912.

W Blatt.

Bestellungen

für den Monat November 1912

»vf die »Oberhessische Zeitung" nebst ihren Beilagen »erden von unserer Expedition fMarkt 21), unseren sämtlichen Ausgabestellen sowie von allen Postanstalten und Landbriefträgern »ntgegengenommen.

Ter Krieg auf dem Baikals.

Y" Sympathien und Antipathien.

Es lohnt wohl, sich einige Gedanken darüber zu machen, wie Eigentlich im deutschen Volke die Sympathien und Antipathien gegenüber zwei Kriegführenden zustande kommen, an deren Kampf wir nicht selbst beteiligt sind. Sieht man zurück auf die Kriege der letzten Jahrzehnte, so z. B. den spanisch-amerikanischen, den russisch- japanischen, den türkisch-italienischen und fragt sich, warum die Herzen unseres Volkes besonders im ersten Teile dieser Kriege auf feiten der Spanier, der Rusien und der Türken gestanden haben, so hat man auch keine Mühe, sich über die Wurzeln dieser Sympathien klar zu werden. Sie haben einfach dem angegriffenen Teil ge­golten und waren somit ein Zeugnis für eine menschliche Abnei­gung gegenüber dem Teile, der die Verantwortung für die Ent- feßelung der Schrecken eines Krieges übernimmt. Es ist aber klar, daß der rein menschliche Standpunkt in solchen Fragen etwas Ein­seitiges hat und daß der Politiker sich häufig versucht fühlen wird, diese Einseitigkeit zu korrigieren. Dabei kommt nicht nur in Be­tracht, daß die letzten Ursachen der Kriege häufig etwas tiefer lie­gen, ja-datz- sogar ernste Zweifel darüber bestehen können, wer die unmittelbare Entscheidung im Sinne des Appells an die Waffen herbeigeführt hat; in der Welt der harten Tatsache», die keine Sentimentalitäten kennt, fällt vielmehr auch die Frage der Klug­heit und Nützlichkeit einer Stellungnahme sehr ernsthaft ins Ge­wicht. Der dem Sport entlehnte Kunstausdruck der Diplomatie für die Bedenken einer solchen lediglich vom Herzen diktierten Partei­nahme lautet, daß inan sich hüten müße, von vornherein immer auf das falsche Pferd zu wetten". Das gute Herz hält es mit dem Schwachen, die gute Politik hält es mit dem Starken und wenn man auch nicht soweit gehen wird, die seelischen Faktoren gänzlich auszuschalten, so wird man doch nie vergessen dürfen, daß die Staatskunst ihre Motive und ihre Ziele nuneinmal nicht in der Welt des Herzens suchen darf.

Im gegenwärtigen Kriege spielen nun freilich ganz besondere Dinge mit. Die Freundschaft mit der Türkei hat seit nächstdem einem Vierteljahrhundert als eine der stärksten Figuren auf dem Schachbrett unserer internationalen Politik gegolten und die Aus­bildung des türkischen Heeres und ihrer Führer ist ein Werk deut­scher Offiziere. Diese Dinge gehören schon in eine andere Rubrik als in die nebelhafte allgemeiner Neigungen und Abneigungen und machen es durchaus begreiflich, daß man in Deutschland den aufrichtigen Wunsch gehegt hat, die Türkei möchte mit Ehren aus der schweren Prüfung ihrer militärischen Leistungsfähigkeit her­vorgehen, vor die der gleichzeitige Ueberfall der vier Balkanstaaten sie stellt. Wurde doch dadurch zugleich den Großmächten die schwere Aufgabe der Erhaltung bezw. einer späteren Wiederherstellung des Statusquo, die sie sich in aller Form und in der feierlichsten Weife gestellt hatten, wesentlich erleichtert. Gerade dieser letzte Gesichtspunkt ist so ungeheuer ernsthaft, daß er auch jetzt noch voll­auf die bange Sorge erklärt, mit der das deutsche Volk die Nach­richten von den verschiedenen Schauplätzen des Balkankrieges ver­folgt und von jeder Niederlage der türkischen Truppen auf den nächsten Waffengang hofft, der dem Krieg vielleicht eine andere Wendung geben könnte. Im übrigen jedoch werden wir unter dem wuchtigen Eindruck der Ereignisse und Tatsachen wohl oder Übel auch diesmal daran denken müssen, unsere Herzen unter die Kontrolle des Verstandes und der Politik zu nehmen. Mag es noch so schmerzlich und unbequem sein, wenn die politische und admini­strative Zerrüttung der Türkei dem Werke der deutschen Erzieher und Lehrmeister so stark entgegengearbeitet hat, daß das ottoma- nische Reich dem Ueberfall des Balkanbundes fast wehrlos gegen­übersteht, so ist ihr Schicksal in Europa eben besiegelt und wir speziell werden alle unsere Aufmerksamkeit und alle unsere Kräfte darauf konzentrieren müßen, die Lösung der alten schmerzensreichen orientalischen Frage", die nun anscheinend nicht mehr aufgescho- ben werden kann, in Wege zu leiten, die eine Wahrung unserer großen Jnteresien ermöglichen und verheißen.

Die Rede, die der französtsche Ministerpräsident wie üblich an dem dem Wiederbeginn der parlamentarischen Session voraus­gehenden Sonntag gehalten hat, ist die erste große staatsmännische Kundgebung, die der durch die erste Kriegswoche neu geschaffenen Lage ins Auge sieht. Es könnte auffallen, daß diese Rede nur von der Tripleentente spricht, obwohl doch die jüngste Aktion der Grotz- inächte in fast überraschender Weise gerade Frankreich und Deutsch­land Schulter an Schulter gezeigt hat. Aber man versteht diese besonderen Akzente wohl, weil die Schwierigkeiten gerade im Schoße jener Mächtegruppe liegen. Außerdem wird die deutsche Staatskunst auch fernerhin daran festhalten können, daß wir im vergleich mit Oesterreich-Ungarn und Rußland als den Nachbarn ,«d mit Frankreich als dem Bankier der Türkei einige Zurückhal- ! Jung üben können; aber schließlich werden doch auch wir zur Stelle

sein müßen, und zwar mit dem ganzen Vollgewicht unserer politi­schen und wirtschaftlichen Machtstellung, wenn aus dem Balkan die ehernen Würfel einer weltgeschichtlichen Entscheidung gefallen sind.

Vom östliche« Kriegsschauplatz

war die Meldung gekommen, daß es den Türken gelungen sei, Kirk- kiliße wiederzuerobern. Diese Nachricht wird von bulgarischer Seite entschieden dementiert. Sie ist wohl auch nicht recht glaub­haft; denn nach den vorliegenden Meldungen haben im Gegenteil die Bulgaren neue Erfolge zu verzeichnen. So meldet der Kriegs­berichterstatter der WienerReichspost": Das konzentrische Vor­gehen der Vulgaren gegen die türkische Ostarmee ist trotz des un­günstigen Wetters im ständigen Vorschreiten begriffen. D e r Rückzug der Türken nach Konstantinopel ist be­reit s a b g e s ch n i t t en. Die Bahnlinie Konstantinopel-Lule- Burgas-Tscherkezkoei ist unterbrochen. Die dortige Eisenbahnbrücke über den Tscharlafluß wurde in die Lust gesprengt. Die türkische Armee ist jetzt gezwungen, die Schlacht am Ergenefluß anzuneh­men. Die Stärke der im Gebiete von Eskibaba-Lule-Burgas be­findlichen türkischen Streitkräfte wird auf vier Armeekorps ge­schätzt. Ein Teil der türkischen Truppen von Adrianopel konnte den Rückzug längs der Maritza nach Dimetica antreten. Der Rest der Besatzung ist bereits eingeschloßen. Unter der gemachten Beute bei Kirkkiliße befindet sich die ganze Bagage des General Mahmud Mukthar Pascha, eines Sohnes des Eroßwesiers, insbesondere auch der mit Brillanten besetzte Ehrensäbel den Mukthar von dem Sul­tan erhalten hat.

Rach weiteren Meldungen haben die Bulgaren Bunar-Hißar, südöstlich von Kirkkiliße, wohin sich die Garnison von Kirkkiliße zurückgezogen hatte, genommen. Ferner haben sie den Kresnapaß im Strumatale besetzt und sind auch bis Baba Eski, südlich von Kirkkiliße vorgedrungen.

Die Serben

scheinen ebenfalls noch vom Kriegsglück begünstigt zu sein. Laut amtlichen Belgrader Nachrichten aus Vranja erfolgte der Einzug der Serben in Uesküb am Sonnabend abend um 6 Uhr. Die Tür­ken zogen sich in großer Unordnung nach Köprülü zurück. Die Ser­ben erreichten bei der Verfolgung der Türken Ovtschepolje, wo ein kurzer Kampf stattfand, nach welchem die Türken die Flucht fort­setzten. Die Serben besetzten darauf Klischeli an der Südseite von Ovtschepelje. Nach amtlichen Nachrichten aus Ehilan nahmen die Serben Mitrewitza ein und marschierten durch das Desilee von Katschanik nach Verisovitsch. Nach Privatmeldungen sielen auch Köprülü und Jstip ihnen in die Hände.

Bon den übrigen Kriegsschauplätzen

liegen noch folgende Meldungen vor:

A t h e n, 28. Okt. Koschani, das vorgestern von den Griechen erobert wurde, ist zur Hauptstadt eines neuen griechischen Departe­ments ernannt worden. Zum Präfekten dieses Departements wurde der bisherige Präfekt von Larissa ernannt.

R j e k a , 28. Okt. Der Angriff auf Skutari dauert fort. Die Brigade Wukotitsch ist bis zur Höhe von Rodschaj vorgedrungen und bezog damit eine wichtige Stellung vor Ipek.

Meuternde türkisch« Offiziere?

Sehr bedenklich klingt folgende Meldung aus Konstantinopel: Da mehrere Offiziere zögern, sich auf die ihnen zugewiesenen Posten zu begeben, hat das Kriegsministerium einen Zirkular­befehl erlaßen, worin diejenigen, die ohne stichhaltige Gründ'' ver­säumen, den an sie ergangenen Befehlen nachzukommen^Wit Strafe bedroht werden.Jkdam" verlangt, daß sich der Sultan auf den Kriegsschauplatz begebe.

Das Verhalten Aegyptens.

Konstantinopel, 28. Okt.Sabah" meldet: Die ägyptische Regierung brach die Beziehungen mit den Balkan st aalen ab und ließ deren Kon­suln die Pässe zu stellen. Sobald die Möglichkeit eines Angriffs durch die griechische Flotte beseitigt ist, wird Aegypten, falls die Pforte es als notwendig bezeichnet, 18000 Mann auf den Kriegsschauplatz entsenden.

Deutschland und der Krieg.

DieWiener Allgemeine Zeitung" erfährt von besonderer Berliner Seite über die angebliche Konferenzidee folgendes: In Berliner Kreisen hält man danach die Idee eines eventuellen Kon­greßes oder einer Konferenz zur Darlegung der Balkanfragen für nicht opportun. Deutschland würde auch kaum seine Zustimmung geben, wenn ein solcher Vorschlag auftauchen sollte. Es wäre denn, daß sich der eventuelle Kongreß mit nichts anderem beschäftigt als mit der Registrierung früherer geschehener Tatsachen. Nicht zu verwundern ist übrigens, daß Pariser Blätter die türkischen Nieder­lagen als ein Fiasko der deutschen Strategie darstellen (siehe Goltz) und amüsieren sich über den deutschen Aerger hierüber. Sie be­haupten, die Creusotartillerie der Bulgaren und Serben habe sich den Kruppkanonen der Türkei weit überlegen gezeigt.

Politische Umschau.

Der Unfall des russischen Thronfolger«.

Heber den Unfall des Zarensohnes sind unzählige Versionen ver­breitet. Bald ist er von einem Pony, bald vom Pferd, bald von einer Strickleiter gefallen, oder hat sich im Bade verletzt und ist an Bluterguß, einem Nierenleiden und endlich an Bauchsellentzündung erkrankt. Nach derDaily Mail" find alle diesee Darstellungen, wie die »Voß. Ztg." mitteilt, unzutreffend. Der Pariser Korrespondent des Blattes hat aus znverläffiger Quelle folgendes erfahre»: Der junge Prinz wurde mit

einer Browningpistole angeschoffen. Er verdankt sein Leben nur de» Umstande, daß er den Verbrecher sah und zu entfliehen suchte, als dieser die Waffe auf ihn richtete. Der Angreifer war aber schneller, so daß der Knabe von der Kugel in den Unterleib getroffen wurde. Die tiefe Wunde ist ernster Natur, doch glauben die Aerzte nicht, daß Lebensgefahr vorliegt. In der Verwirrung, die dem Angriff folgte, gelang es de» Attentäter, sich an einem Seil von der Bordwand desStandard" her­unterzulaßen und das Land zu erreichen. Er befindet sich jetzt außer­halb der russischen Grenzen. Hätte der Verbrecher nicht selbst sein Ge­heimnis preisgegeben, so wäre es nicht außerhalb des russischen Hof­zirkels bekanntgeworden. Admiral Tschagin befand sich nicht en Bord, als sich der Vorfall ereignete. Die Studentin Helene Sokolowa, tie nach dem Tod des Admirals Selbstmord zu begehen suchte, spielte in der Ver­schwörung gegen den Zäsarewitsch eine große Rolle. Sie stand mit einem militärischen Revolutionskomitee in Verbindung und benutzte ihren Ein­fluß auf den Admiral Tschagin, mit dem sie ein Liebesverhältnis unter*, hielt, um den Revolutionären Zutritt zu der kaiserlichen Jacht zu ver schaffen. ; Ü .

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Deutsches Reich.

Rationalliberaler »ertretertag. Königsberg, 27. Okt. Vor­gestern und gestern hat hier ein Vertretertag der nationalliberalen Partei für Ost- und Westpreutzen stattgefunden. Die Berichterstat­tung über die politische Lage erfolgte seitens des Reichstagsabge­ordneten Vaßermann. Der Vizepräsident des Landtages Dr. Krause, der hierauf sprach, hob am Schlüße seiner Rede hervor, die Liberalen könnten sich nicht den Luxus erlauben, sich gegeneinander zu zerfleischen. Die nationalliberale und die fortschrittliche Partei müßten in Ostpreußen zusammengehen.

Nürnberg und die Fleischnot. Nürnberg, 28. Okt. Auf dem Nürnberger Rathause kam cs dieser Tage, wie bereits gemeldet, zu scharfen Zusammenstößen zwischen dem Obermeister der Flei­scherinnung, Magistratsrat Friedrich und den bürgerlichen Par­teien, weil die Metzger versucht hatten, das Publikum von städti- schen Verkaufsstellen für dänisches Fleisch sernMalten. Fleischer- innung mit) Magistrat sind jetzt überei »gekommen, daß 50 6T< lebender Ochsen ans Holland emgeführt werden sollen, bei tu. Fleischgüte von den Metzgern anerkannt wirb.

Ueber die jüngste Metzer Spionageaffäre erfährt die Zei­tungPreße": Der von der deutschen Polizei verhaftete Franzose ist der in Nantes ansässige Ingenieur Simonin, geboren in Thann im Elsaß. Simonin sammelt Altertümer und hatte von dem iv Metz bekannten Altwarenhändler Adolf Herz alte Schmiedewarer gekauft, unter denen sich zufällig ein gebrauchtes Schrappnell be­fand. Simonin steckte das Geschoß, das ihn interessierte, in sein« Tasche. Auf der Rückfahrt von Metz nach Nancy zeigte er es wäh­rend des Aufenthaltes auf der Grenzstation Pagny-sur-Moselle einigen Bekannten. Deutsche Polizeibeamte sahen dies, berichteten es weiter und Simonis wurde auf seiner nächsten Reise nach Metz verhaftet. Es wäre ihm ein leichtes gewesen, durch die Aussage des Altwarenhändlers Herz, seine Unschuld und Harmlosigkeit vor dem Metzer Gericht nachzuweisen. Dieses hatte jedoch die Angelegen­heit bereits dem für Spionagesachen allein zuständigen Reichsge­richt in Leipzig weitergegeben. Das prüft jetzt die Angelegenheit und dürfte, wie die ZeitungPreße" hofft, bald die Freilassung des Ingenieurs verfügen.

Krawalle. Frankfurt a. M., 28. Okt. Bei der Verhaftung eines Einbrechers durch zwei Schutzleute kam es hier zu einem Straßenkrawall. Hinzukommende Festgäste aus dem benachbarten Eewerkschaftshaus riefen den SchutzleutenPfui!" undBlut­hunde!" zu. Einer aus der Menge hieb sogar auf einen der Be­amten mit einem Gummischlauch ein. Es erschienen hierauf noch zwei weitere Schutzleute, die die Menge mit blanker Waffe zum Weitergehen veranlaßen mutzten und die Sistierung eines Mannes vornahmen.

Zum ®efl«nmawgel auf der Eisenbahn schreibt dieKöln. Ztg. : Tie Gründe sind in betrieblichen Schwierigkeiten zu suchen, die haupt­sächlich im Kölner Bezirk ausgetreten sind. Die Kölner Bahnhofs- anlagen sind noch im Umbau begriffen und in der Lage, in der sich dr« Bauausführungen befinden, besonders empfindlich. Aehnlrch liegen bi« Verhältnisse an einzelnen Stellen des benachbarten Effener Jndusirie- reviers z B. in Wanne sowie in Osnabrück, auf der wichtigen Linie, welche len Verkehr des Westens mit den Seehäfen Hamburg und Bre­men vermittelt. Auch an diesen Plätzen sind umfangreiche Umbaute» im Gange oder vorbereitet. Im Kölner Bezirk sind die Schwierigkeiten besonders deshalb hervorgetreten, weil neben einer gewaltigen Steige­rung des Braunkohletiverkehrs ein außerordentliches Anwachsen des Durchgangsverkehrs von der Ruhr nach Frankreich und Belgien und des Verkehrs an landwirifchastlichen Erzeugnißen, namentlich an Rüben, zu verzeichnen ist, der Versand an Braunkohlen ist z. B. im September d. Js. gegenüber dem des Vorjahres um 41,3 Prozent gelegen JDt» Steigerung des Verkehrs übersteigt weit die Schatzungen der beteiligten Berkehrskreise. *

Ausland.

.. Das schlechte Pulver. Paris, 28. Okt. Auch bk französische Miliiärbehörbe mutz jetzt bazu übergehen, unbrauchbar geworbenes Pulver in Maßen zu vernichten, nachbem die Marineverwaltung auf biese Weise schon viele Hunberttausenbe vergeudet hat. Die Armeeverwaltung hat Anweisung gegeben, ben älteren Teil der Pulver- unb Eranatenbestanbe bei Befestigungen von Perpignoi» ins Meer zu versenken, ba Explosionsgefahr wegen der Zersetzung des Pulvers besteht. Größere Pulvermengen wurden bereits ersäuft.

* Beruhigungsnote. London, 28. Ott. Da die Meldung der LondonerNews Agency", daß die Klaße A der britischen Flotten­reserve gestern den Befehl erhalte« haben, sich zur sofortigen Et«, ziehung bereitzuhalten, im Auslände eine gewiße BeunruhiguiG