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1912

Erstes Blatt

Marburg

Sonntag, 27. Oktober

vom platten Lande entgegen zu treten. Freilich,wer innere Ko­lonisation treiben will, weil ihm der Stand des Großgrundbesttzes zuwider ist und er ihn am liebsten ausrotten möchte, der würde unserer Landwirtschaft und unserem Staate nur Verderben und Uebel zufügen. Praktisch jagt er einer Utopie nach. Worauf es ankommt, ist die Mischung des großen und mittleren und des kleinen Betriebes." Was der Kanzler an Einzelheiten für fein Programm der inneren Kolonisation ausführte, kann nur laute Zustimmung Hervorrufen. Hoffen wir, daß die Regierung hier, wie der Kanzler glaubt, zu Resultaten kommt, die sich sehen lassen können.

S-tuationskarte zu den Kämpfen um Adrianopel.

Die Bulgaren vor Adrianopel! So melden übereinstimmend alle Telegramme, mögen sie nun aus dem Hauptlager der verbün­deten Türkengegner, oder aus Konstantinopel selbst kommen. Und auch von dem östlichen Kriegsschauplätze bei Skutari treffen Nach­richten ein, die ein langsames, aber sicheres Vorgehen sowohl der Montenegriner als auch der Serben melden. Ueberall befinden sich die Türken auf dem Rückzüge und es scheint, als wenn der aus früheren Kämpfen her sprichwörtliche Kampfesmut der Türken nur noch der Geschichte angehört. Die in den Kampf ziehenden Osmanen sehen vielfach wie auch ein bei Podgoritza gefangener türkischer Offizier erklärte die Vernichtung als einKismet" an und ergeben sich kampfesmüde in das vom Propheten voraus- bestimmte Schicksal ... In Wahrheit ist aber an der Desorgani­sation des Heeres der türkische Schlendrian schuld, über den mehr oder weniger alle türkischen Militärinstrukteure geschrieben, wäh­rend die Balkanvölker sich schon feit Jahren für den Entscheidungs­kampf rüsteten. Unsere Kartenskizze vergegenwärtigt die jetzige Situation vor Adrianopel. Nachdem die Vulgaren die gewaltig zerklüfteten Eebirgspäsie überwunden und Adrianopel von zwei Seiten her bedrohen, dürfte hier schon in den nächsten Stunden eine entscheidende Schlacht sich entwickeln, denn Adrianopel in Händen der Bulgaren ist der Schlüsiel zur türkischen Hauptstadt selbst und der Fall Adrianopels könnte vielleicht schon zu Frie­densverhandlungen führen.

GM

Ter Neiitskanzler und die Teuerung.

Ec gibt kaum eine Frage des öffentlichen Wohles, die so zu agitatorischer Ausschlachtung geeignet ist, wie die der Preise der wichtigsten und beliebtesten Nahrungsmittel. Besonders aber wenn wie beim Fleische, die Produzenten im Lande selbst sitzen und -leiben sollen. Eigentlich sollte heute jed-s Kind wisien, daß für die Steigerung der Fleischpreise die verschiedenartigsten Momente in Betracht kommen. In der Zeit der steigenden Löhne und Ge­hälter verlangt auch der Viehproduzent, und muß verlangen einen höheren Preis für sein Fleisch. Daß der Weg, den das Vieh über den Großhandel zum Fleischer macht, wesentlich verteuernd wirkt, ist in den letzten Monaten in voller Deutlichkeit klar ge­worden. Aber auch'der Fleischer, an den, wie an jeden Gewerbe­treibenden unserer Zeit, erhöhte Anforderungen lhöhere Löhne, Mieten, Ausstattung der Läden, Abgaben jeder Art) gestellt wer­den, muß sorgen, daß er herumkommt und einen angemesienen Ver­dienst fordern. Dazu kommt, daß unsere Zollpolitik ja den Zweck hat, den Fleischpreis zugunsten unserer heimischen Produktion nicht unter ein gewißes Niveau sinken zu lassen. Ziehen wir nun noch die Hauptsache, nämlich das Gedeihen der Futterartikel in Be­tracht, so wird man kaum bestreiten können, daß die mannig­fachsten Faktoren bei der Preisbildung tätig sind und daß es zwar agitatorisch wirksam, aber tatsächlich falsch ist, einen Punkt, und nicht einmal den wichtigsten, als den Sündenbock herauszu­greifen, zumal ja derselbe, wie die Zollpolitik, für unser natio­nales Leben von allergrößtem Intereste ist. Daß zur Zeit ein wirk­licher Notstand in Bezug auf den Preis des Fleisches vorliegt, wird von kaum einer Seite bestritten und ist auch von der Regierung durch die bekannten Maßnahmen anerkannt worden. Jetzt hat der Reichskanzler in Beantwortung mehrerer Interpellationen im Abgeordnetenyaufe zu der Frage selbst das Wort ergriffen. (Wir verweisen auf unseren eingehenden Bericht.) Es galt für ihn, zwischen Scylla und Charybdis den richtigen Weg zu steuern. Von agrarischer Seite war ihm vorgeworfen, er habe es am Seuchenschutz fehlen lasten und er habe, wie die Linke jubele, die erste Bresche in das Schutzzollsystem gelegt. Von der Linken aber forderte man mehr, vor allem die Aufhebung des § 12 des Fleischbeschaugesetzes, die eine Untersuchung ausländischen Fleisches, wie sie für inlän­disches vorgeschrieben ist, unmöglich machen würde, die also, ab­gesehen von der Schädigung der heimischen Produktion, eine Ge­fährdung der Volksgesundheit darstellte und in schroffem Gegensatz zu unserer heutigen Zollpolitik geradezu das Ausland bevorzugt. Der Kanzler hat das letzter? abgelehnt und erklärt, daß die ge- tröffenen Maßnahmen die äußerste Grenze desten darstellten, was die Regierung, Seuchenschutz und Zollpolitik betreffend, tun könnte.

Der Wortführer des Freisinns, der Abg. Dr. Wiemer, hatte mit seiner Begründung der freisinnigen Interpellation es dem Kanzler ziemlich leicht gemacht, sich der Angriffe von dieser Seite zu erwehren, denn trog aller großen und kleinen Phrasen, die Herr Wiemer losließ, herrschte in den freisinnigen Darlegungen eine Unklarheit und ein Dunkel, daß Herr v. Bethmann Hollweg fast das ganze Haus als Lacher auf seiner Seite hatte, als er das Ge­wirr dieser Rede kennzeichnete. Herr Wiemer spielte sich wieder auf bei;Bauernfreund" hinaus, mutzte sich aber die Unvereinbar­keit seinerFreundschaft" mit der Forderung der wenn auch nur schrittweisen" Beseitigung aller landwirtschaftlichen Zölle, der Aufhebung der wirksamsten Bestimmung des Scuchenschutzgesetzes und einer umfangreichen Einfuhr des ausländischen Gefrier­fleisches vom Reichskanzler nachdrücklichst nachweisen lasten. Der Kanzler, der zunächst mit den Schlagworten von derwucherischen Schutzzollpolitik" usw. aufräumte, stellte mit bemerkenswerter Ent­schiedenheit den Satz an die Spitze seiner Ausführungen, daß die Leistungsfähigkeit unserer Landwirtschaft nur auf der Grundlage unserer Schutzzollpolitik ausrechtzuerhalten sei und daß im wirt­schaftlichen wie im nationalen Intereste die volle Versorgung un­seres Volkes mit einheimischem Fleische als Ziel ins Auge gefaßt werden mäste. Weder an den landwirtschaftlichen Schutzzöllen noch an unserem Seuchenschutze dürfe gerüttelt werden. Darum lehnte er eine Aufhebung des § 12 des Fleischbeschaugesetzes ebenso ab. wie die Aufhebung der Futtermittelzölle. Die Auftastung, daß schon die jetzt von den verbündeten Regierungen getroffenen Maß­nahmen eine Durchlöcherung unseres Schutzzolles enthalte, wollte der Kanzler nicht gelten lasten. Es handle sich bei ihnen nur um zeitlich und sachlich begrenzte Ausnahmen zur Milderung eines akuten Notstandes, über den niemals die Zukunft der Landwirt­schaft und des Vaterlandes vergeßen werden dürfe. Der Eindruck der Rede des Reichskanzlers ging dahin, daß die preußische Staats­regierung und mit ihr die verbündeten Regierungen nicht gewillt sind, einen Schritt über das hinaus zu tun, was sie in ihren Vor­schlägen zugestanden haben. Dagegen sollen umfaßende Maß­nahmen getroffen werden zur Hebung unseres Bauernstandes auf dem Wege der inneren Kolonisation. Was der Kanzler in dieser Hinsicht zusagte, bildete ein weitgreifendes Programm. Er wies auf die Bedeutung der Kultivierung der Moore für die Futter­mittelproduktion hin. Sehr richtig wies er nach, daß bei der Mengenproduktion von Schlachtvieh die Leistungsfähigkeit des Grundbesitzes im umgekehrten Verhältnis zu seiner Größe steht. 75 Prozent unserer Schweinezucht fällt auf Wirtschaften unter 20 Hektar. Es ist notwendig, dem Kleinbesitz keine übermächtige über­seeische Konkurrenz zu schaffen, sondern im Gegenteil den Klein- tefitz zu «ehren und der starken Abwanderung der Bevölkerung |

bewährten Leitung des Kriegsministers General Nikyphoroff voll­zog, zeugt von militärischer Tüchtigkeit. Hierzu kommt die ener­gische Oberleitung des Königs Ferdinand, der sich anscheinend auf dem Kriegsschauplatz ebenso bewährt, wie er es bisher in der Lei­tung der inneren Verhältniße getan hat. Obwohl, wie schon er­wähnt, der entscheidende Kampf zwischen der türkischen und der bulgarischen Armee noch aussteht, so macht es doch schon jetzt den Eindruck, als wenn die Bulgaren sich ihres alten Kriegsruhms würdig zeigen, während die türkischen Truppen nicht mehr den Elan entwickeln, der sie früher so sehr auszeichnete. Unzweifelhaft ist das eine Folge der türkischen inneren Wirren; es ist nicht mehr die alte kaiserliche Armee, die kämpft, sondern es steht an ihrer Spitze das jungtürkische Offizierkorps, und es zeigen sich dabei Situationen, die den Vergleich mit der französischen Armee im Jahre 1870 anregen, wo die alten kaiserlichen Truppen sich so vor­züglich schlugen, während die, man möchte sagen, parlamentarischen Truppen und noch mehr das Volksaufgebot vollständig versagten. Aehnlich versagt jetzt militärisch die parlamentarische Türkei. | Wenn ein vollständiges Riederringe» der Türkei stattfinden sollte,

so wird sich die europäische Situation unzweifelhaft etwas zu­spitzen. Wenn die Balkanstaaten und voran Bulgarien mit seiner gutgeschulten Armee nachhaltige Erfolge erringen und überall Land in Besitz nehmen, welches sie als ihnen sowieso gehörig be­anspruchen zu können glauben, dann werden selbst die Großmächte den Statusquo bet der Türkei nur in dem Fall aufrecht erhalten können, wenn sie völlig einig sind. Das ist aber bekanntlich in keiner Weise der Fall. Einig ist nur der Dreibund, und dieser ist glücklicherweise auch völlig kriegsbereit, während es bei den Ententemächten feststeht, daß sie in ihren militärischen Rüstungen unfertig sind; dies gilt von Rußland. England und Frankreich für den militärischen Sachkenner ganz gleichmäßig. Entscheidend für den Weltfrieden wird also später die Stellungnahme des Drei­bundes sein, und hier verbindet sich mit der militärischen Stärke ftiedliche Haftung und sachliche Ruhe, so daß man annehmen kann, daß es zu einem Weltkriege nicht kommen wird. (N. P. E.)

Die Eroberung von Kirkkiliste.

Wien,». Okt. lieber die Erstürmung von Kirkkiliste meldet der Kriegsberichterstatter derReichspost", desten Berichten in den hiesige» militärischen Kreisen erhebliche Bedeutung beigemessen wird, folgendes: Der Fall von Kirkkiliste wurde durch einen Nachtangriff vorbereitet, der die Bulgaren zu Herren der Stellungen nördlich und nordöstlich der Stadt machte. Die Bulgaren brachten auf den Höhen sofort Artillerie i» Stellung und beim Morgengrauen begann das Bombardement der Stadt, die in kurzer Zeit in Brand geschoßen wurde. Gleichzeitig setzte sich die bulgarische Infanterie aus der ganzen Front von Demirdscha aus der Straße Mali-Tirnowo-Kirkkiliste über Karakotsch und Raklica östlich von Petra zum Angriff auf Kirkkiliste in Bewegung, während eine wertere Kolonne östlich über die Höhen von Jundala gegen die Straße nach Bunar Hisar vorstieß. In den Weinbergen im Norden von Kirkkiliste entspannen sich zwischen den angreifenden Bulgaren und den Türken furchtbare Rahkämpfe. Die Bulgaren wurden wiederholt zurückgeworfen, setzten aber immer wieder zum Sturm an. Das Gros der Türken trat bereits im Laufe der Nacht den Rückzug auf Bunar Hisar sowie in süd­licher Richtung an. Um 10 Uhr vormittags drangen die ersten bulgari­schen Truppen durch die Weingärten nordwestlich von Kirkkiliste in die Stadt, wo sich ein furchtbarer Straßenkampf entspann. Schon nach einer Stunde war der Kampf entschieden und die Bulgaren waren Herren der Stadt. Trotz allgemeiner Erschöpfung der Truppen wurde sofort dw Verfolgung der Türken ausgenommen, während starke Kolonnen einen Vorstoß über Uesküb aus Bunar Hisar unternahmen, um den Rückzug der Türken abzuschneiden. Von großer Bedeutung wird das Vorgehen, der durch die Waldzone an der Küste auf Viza vorrückenden bulgarischen Streitkräfte sein, da durch diese den Türken der Weg nach Konstantinopel vollständig verlegt werden kann. Die türkische Hauptkraft, welche bei Kirkkiliste im Kampf stand, trat den Rückzug auf die zweite Verteidi­gungsstellung am Evgenefluß an.

Born tiirtisch-montenegcinischen Kriegsschauplatz.

Rjeka, 25. Okt. Die Montenegriner näherten sich Skutari in nord­westlicher Richtung bis auf 10 Kilometer Entfernung. Der König weilte gestern mit drei Söhnen in dem Malistorendorf Schtoj, wo ein langer Kriegsrat abgehalten wurde. Prinz Aiirko übernahm den Oberbefehl über die Brigade von Zeta, die sich bei Tuzi besonders hervorgetan hat. Der Prinz hielt an die Truppen eine Ansprache, in der er sagte:Brü­der, zieht alle mit mit nach Skutari, nicht um die in der serbischen Ge­schichte besungene Stadt mit dem Schwerte heimzusuchen, sondern um unsere Brüder zu befreien und sie neuem Leben zuzusühren!" Vor der Rückkehr nach Rjeka, wo gegenwärtig das Hauptquartier aufgejchlagen ist, verabschiedete sich der König gerührt von seinen Söhnen, die et be- schwor, die heldenmütige Armee zu schonen. Gleich nach der Abreise des Königs wurde mit der Beschießung von Skutari begonnen. Einige Ge­schosse schlugen in der Zitadelle und in der türkischen Stadt ein, ohne Schaden anzurichten. Mit Einbruch der Nacht wurde das Feuer einge­stellt. Am gleichen Tage eröffnete General Martinowitsch mit der Süd- armee von drei Seiten das Feuer gegen den von den. Montenegrinern umzingelten Tarabofch. Besonders heftig war das Feuer vom Berge Muritjchan, der vor wenigen Tagen genommen worden war. Die Tür­ken erwiderten aus 22 Geschützen das Feuer. Nach zweistündigem Feuer wurden die türkischen Geschütze auf dem höchsten Punkte des Tarabofch zum Schweigen gebracht worauf die montenegrinischen Fußtruppen zum Angriff auf die türkischen Positionen schritten. Gegen Morgen waren die Türken, durch die fortwährenden Angriffe ermüdet, gezwungen, die höchsten Stellungen aus dem Tarabosch zu verlaßen und niedrigere Posi­tionen aufzusuchen. General Martinowitsch forderte den Feind auf, sich zu ergeben, weil Skutari von allen Seiten umzingelt und ein weiteres Blutvergießen nutzlos und sündhaft fei.

Cetinje, 25. Ott. Von zuständiger Seite wird erklärt, daß die Meldung über die Verwendung von Dumdum-Geschoßen seitens der Montenegriner und Grausamkeiten, die sie gegen den Feind verübt hät­ten, unrichtig ist. Im Gegenteil, die türkischen Eefangsnn dankten der Regierung schriftlich für ihre ritterliche Behandlung.

Das Bombardement von Warna.

K o n st a n t i n o p e l, 25. Ott. DerTanin" gibt eine Beschreibung des Bombardements von Warna, die anscheinend amtlichen Ursprungs ist. Die Verfolgung derbulgarischen Torpedoboote wurde am 21. Ott. bei Tagesanbruch aufgenommen. Die türkische Flotte von Warna kom­mend, entdeckte zwei kleine bulgarische Torpedoboote, die von Süden her in voller Geschwindigkeit den Hafen von Warna zu erreichen suchten. Der türkische Befehlshaber eröffnete sofort auf sieben Meilen Entfernung das Feuer. Die türkischen Zerstörer erhielten nun Befehl, die bulgari­schen Torpedoboote an der Flucht in den Hafen zu verhindern, desten Eingang durch eine große Anzahl Minen geschloßen ist. Ein bulgarisches Torpedoboot, das bereits den Schornstein und den Mast verloren hatte, mußte auf den Strand auf laufen. Die Mannschaft rettete sich durch Schwimmen. Einem türkischen Torpedoboote gelang es, die Boje, die die Linie der Untersee-Minen anzeigt, fortzunehmen. Die bulgarischen Befestigungen des Hafeneingangs und dir in Buschwerk verborgene» Batterien feuerten daraus auf die türkischen Schiffe, deren Feuer di« Militärmühlen und den Palast Euxinograd zerstörte.

Keine russische Neutralitätserklärung.

Pari», 25. Ott. Der Petersburger Korrespondent desTemps", will von berufener Seite erfahre» haben, daß dl» russische Regierung km-

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Der Balkarikrieg.

Während man die bisherigen wechselseitigen Siegesberichte mit großer Skepsis aufnehmen mußte, liegt jetzt zum erstenmal eine Tatsache vor, die einen wirklichen Erfolg auf dem Balkan bedeutet. Das ist die Wegnahme von Kirkiliße durch die Bulgaren. Ent­scheidend ist dieser Erfolg allerdings noch nicht; denn die eigent­liche türkische Hauptmacht ist noch intakt, und erst zwischen dieser und der bulgarischen Armee wird die Entscheidung fallen. Der anderen Gegner würde die Türkei sich ja unschwer entledigen; aber in der bulgarischen Armee steht ihr eine vollständig ebenbürtige, vielleicht sogar überlegene Truppe gegenüber, die sorgfältig aus­gebildet worden ist und von tüchtigen Soldaten geführt wird. Auch daß die Armee nicht Hals über Kopf vorging, sondern nach dem deutschen Beispiel 1870 ruhig die Mobilmachung unter der

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