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vIUvmI'IIUv ^fvUUllU mtt oem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Saus" und .MndwirtzchMiche Vellage".

DieQberheffische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der. Sonn« und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 'M (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Exvedition (Marit 21) 2.00 M frei ins Haus. (Für unver­langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck und Verlag der Unio.-Buchdruckeret I. A. Koch (Inh.: Dr. T. Hiheroth), Markt 21. Telephon 55.

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Sonntag, 20. Oktober

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17. Jahr-.

1912.

M 247

Erstes Blatt.

Zur Lage auf dem Balkan.

Nachdem sich die Türket und die Balkanvölker reichlich 14 Lage mit freundnachbarlichen Noten bedacht und durch diplomati­sches Geplänkel die endgiltige Kriegserklärung verzögert haben, ist yunmehr auch dieser rein formelle Akt erfolgt. Vorher noch hielt »S der bulgarische Ministerpräsident Eeschow für angebracht, der Pforte einige Liebenswürdigkeiten ins Stammbuch zu schreiben. Auf ihre Zirkularnote an die Mächte, in der sie erklärte, sie halte es unter ihrer Würde, auf die Note der Balkanstaaten zu ant­worten, reagierte er nämlich mit folgenden Worten: Mit einem Hochmut, der schlecht zu der Rolle patzt, die die Türkei ßm europäischen Konzert spielt, erklärte die Türkei soeben, die Identische Note der drei Balkanstaaten veMene keine Antwort. Es genügt, an die Definition dieser Rolle zu erinnern, die Lord Salisbury auf dem Berliner Kongretz gegeben hat, um den komi­schen Charakter der Erklärung zu verstehen. Lord Salisbury sagte: Die militärischen Opfer, die zur Zeit des Krimkrieges zwei West- mächte brachten, um die Türket vor dem Zerfall zu retten und die soeben abgehaltene Konferenz, die die gleiche Gefahr abwenden soll, wären eine überflüssige Intervention gewesen, wenn die Türkei nicht eine Macht wäre, die zu ihrem Fortbestehen von dem Schutze der Anderen abhängt. Dieser Staat, der von anderen ab­hängig ist, um existieren zu können, findet, datz die von den drei unabhängigen Staaten überreichte Note keine Antwort verdient. Die Türkei wirft außerdem den Balkanstaaten vor, sie ließen es an Achtung den Großmächten gegenüber fehlen. Es ist lächerlich zu sehen, wie eine Regierung, die seit dem Krimkriege nur alle Verpflichtungen gegenüber den Schptzmächten, von denen sie ab- hangt, mit Füßen trat, und uns vorMM^wir ließen es an Respekt fhren Schützern gegenüber fehlen.

Unterdessen haben nun Bulgarien, Griechenland und Serbien der Pforte die Kriegserklärung durch ihre Gesandten zustellen lassen. Daß diese kurz vorher so quasi von der Pforte hinaus­geworfen worden sind, hat sie scheinbar nicht abgehalten, diesen letzten diplomatischen Akt zu vollziehen. Die bulgarische Kriegs­erklärung, die im Wortlaut mit den anderen beiden ziemlich über­einstimmt, lautet:

Da die Pforte nicht auf die identische Note geantwortet hat, die die Regierungen Bulgariens, Serbiens und Griechenlands ihr unterm 13. Oktober überreicht haben, und da die Lage, die bereits durch die Beschlagnahme serbischer Munition und griechischer Dampfer, die unter dem Bruch des Völkerrechts vorgenommen wurde, sehr ernst war, durch Angriffe auf bulgarische und serbische Vorposten unter Verletzung der internationalen Grundsätze, außer­dem durch den Abbruch der Beziehungen zwischen Bulgarien und dem Ottomanischen Reich noch verschärft worden ist, beauftragte die Regierung ihren Gesandten Sarafow, der Pforte mitzutellcn, daß von dem Augenblick der Ueberreichung der Note Bulgarien sich im Kriegszustände mit der Türkei betrachte. Der Gesandte fügte hinzu, datz er seine Aufgabe für beendet ansehe und so rasch als möglich Konstantinopel verlasse. Er erklärte weiter, datz es den in Bulgarien wohnenden ottomanischen Untertanen, die das Land verlassen wollten, freigestellt werde, dies zu tun; diejenigen aber, bie es vorziehen würden, dort zu verbleiben, könnten auf den Schutz der Gesetze zählen.

Zu gleicher Zeit hat der König von Bulgarien sich bewogen gefühlt, int Hauptquartier bei Starazagora das Manifest der Kriegserklärung zu verlesen. Darin heißt es u. a., daß trotz der Friedenslibe des bulgarischen Volkes und seines Königs die Not­wendigkeit eingetreten fei, zur Erkämpfung der Men­schenrechte für die makedonischen Stammes­brüder das Schwert zu ergreifen. Der König befiehlt der tapfern bulgarischen Armee, ins Türkenland einzufallen. Mit Bulgarien würden auch die verbündeten Balkanstaaten gegen den gemeinsamen Feind ziehen. Es würde ein Kampf des Kreuzes gegen den Halbmond sein. Gestützt auf die Sympathien aller Freunde der Freiheit und des Fortschrittes würden die Bulgaren in diesem Kreuzzug der Heldentaten ihrer Vorfahren und ihrer russischen Befreier gedenken.

Eine Rote an die Mächte.

Auch den europäischen Mächten wurde die offizielle Kriegs­erklärung der Balkanstaaten notifiziert. DieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" gibt folgendes bekannt: Die Vertreter Bulgariens, Serbiens, und Griechenlands teilten heute amt­lich mit, datz ihre Regierungen gestern abend der Türkei den Krieg erklärten. Gleichzeitig wurde von dem Vertreter Bulgariens ein Schriftstück überreicht, das die Gründe der Kriegserklärung fol­gendermaßen darstellt: Da sich die in der Türkei herrschende Anarchie, welche die Ruhe und die Sicherheit der benachbarten Länder störe, seit einiger Zeit verschärfte, hätten es die Groß­mächte für nötig gehalten, die Verwirklichung der durch Artikel 23 des Berliner Vertrages vorgesehenen Reformen in die Hand P* nehmen. Die hohe Pforte beantwortete diese gemeinsame Willenskundgebung Europas mit einem Vorgehen, das von ihr schon mehr al» einmal angewendet worden ist. Sie erklärt, daß ste ernste Reformen ebensowohl in dem europäischen Teil wie in

den asiatischen Provinzen einführen werde, datz sie aber nicht i glaube, fremder Einfluß hierbei werde dem Reformwerk nützlich sein. Dieses Versprechen der ottomanischen Regierung, ernste Re­formen allein einzuführen, sei überall auf das Mitztrauen gestoßen, von dem Graf Andrassy in seiner Note vom 30. Dezember 1875 ge­sprochen habe. Ein Hauptgrund dieses tief eingewurzelten Miß­trauens, sagte der frühere Kanzler von Oesterreich-Ungarn mit Recht, müsse in der Tatsache gesucht werden, daß mehr als eine der in den letzten Sultansrespription angekündigten Maßnahme schon proklamiert worden sei, ohne daß das Los der Christen des­wegen eine merkbare Besserung erfahren hätte . Seit 37 Jahren bewiesen die Ereignisse die Richtigkeit dieses Urteils überreichlich. Daher hätten die Regierungen von Bulgarien, Griechenland und Serbien, da sie die Leiden ihrer Stammesgenossen in der Türkei und die ihre Zukunft schwer gefährdende Lage nicht länger er­tragen konnten, die Ausarbeitung und Verwirklichung radikaler Reformen verlangt, die allein das elende Los der Christen ver­bessern und eine Befriedigung der Valkanhalbinsel herbeizuführen vermöchten. Dieser letzte Versuch, dessen Mäßigung mi t der herausfordernden Haltung der Türkei kontrastierte, die ohne ernste Gründe gegen die Balkanstaaten mobilisierte, sei gescheitert und der Abbruch der diplomatischen Beziehungen durch die hohe Pforte angeordnet worden. Die Regierungen von Bulgarien, Griechen­land und Serbien sehen sich zu ihrem großen Bedauern genötigt, die Waffen zu ergreifen. _ Da Bulgarien sich seitdem int Kriegs­zustand mit der Türkei befinde, richtete es eine formelle Erklärung entsprechend dem ersten Artikel der Konvention, betreffend die Eröffnung von Feindseligkeiten vom 17. Ohtober 1907, an die Türkei. Die bulgarische Regierung hoffe, datz das Ziel, welches sie verfolge, indem sie den Krieg erkläre, mit den Interessen aller zivilisierten Völker übereinstimme. Die fremden Bewohner der Provinzen, bereit dauernde Befriedigung Gegenstand des Krieges sei, würden gewitz von dieser Befriedigung Nutzen haben. Unter der Herrschaft von Ordnung, Freiheit und Fortschritt feien bie Interessen aller Staatsangehörigen des Schutzes sicher. Der mate- riellen Wohlfahrt und geistigen Entwicklung würden sicher eine beständige, aufgeklärte Sorgfalt zugewandt werden. Daher glaube die königliche Regierung auf die Sympathien der ihr befreundeten Völker rechnen zu können, und richtet den dringenden Appell an die kaiserliche Regierung, ihr nicht ihre wohlwollende Neutralität bei der schweren Aufgabe zu versagen, bie sie auf sich nahm.

Die Kämpfe.

Saloniki, 18. Okt. Das Gefecht bei Pvdujewo unb Pre- pvlatz an ber serbischen Grenze nahm einen größeren Umfang an. Auf beiben Seiten trafen Verstärkungen ein. Die Türken schlugen alle Angriffe der Serben zurück. Auf beiben Seiten würbe mit der größten Erbitterung gekämpft. Die Verluste sinb unbekannt. Wie es heißt, treffen bie Serben Anstalten, in bet Eegenb von Rovibazar einen Uebergang über bie Grenze zu erzwingen. Nachrichten aus Uesfüb zufolge griffen bie Bulgaren bie tiitfifdien Blockhäuser bei Palanka. Nalbend. Tschepeler unb leberet an.'

93 o I o (Tessalien), 18. Okt. Drei griechische Regimenter überschritten gestern früh in bet Nähe von Massona die'türkische Grenze ohne Widerstand zu finden.

Belgrad, 18. Okt. Der Kampf zwischen Türken unb Ser­ben bei Mtdare dauerte bis gestern abend: auf türkischem Terri­torium wurden 291 tote Türken gefunden. Der König ist heute motzen in Begleitung des Prinzen Georg unb dem Ministerpräsi­denten nach Risch ahgeteist.

Podgoritza, 18. Okt. In dem Kampfe zwischen Monte­negrinern und Türken ist eine Pause eingetreten. Die Truppen der mittleren Kolonne versammeln sich bei Tuzi, um in der Rich­tung nach Skutati vorzugehen. Ansehnliche feindliche Streit­kräfte würden ihnen von Skntari entgegengeschickt. Von bet Notdatmee sind über 300 Verwunbete hierher transportiert wor­den. Es macht sich bereits bet Mangel an Netzten fühlbar. Aus Rußland laufen viele Opfetgaben für das Rote Kreuz ein. Die Kronprinzessin Militza leitet persönlich die Pflege in den provi­sorischen Spitälern von Tuzi, in denen die verwundeten lütten und Malissoten untergebracht sind.

Krrrgsbegeisteeung.

Sofia, 18. Okt. Heute morgen wurden im ganzen König­reiche feierliche Gottesdienste für den Erfolg ber bulgarischen Waffen abgehalten. Als die Königin in Sofia sich nach der Ka­thedrale begab, wurde ihr zugejubelt. Zn der Stabt herrscht große Begeisterung. Eine große Menge lieft das angeschlagene Mani­fest des Königs.

Paris, 18. Okt. Nach einer Blättermeldung aus Kanea sind gestern 800 kretische Milizsoldaten unter Führung ihrer Offi­ziere an Bord des griechischen DampfersPinos" nach dem Piräus abgegangen. Die kretische Regierung fei außerstande ge­wesen, sie zurückzuhalten. Die Anwerbungen dauern fort. In Kandia haben sich tausend Milizsoldaten auf dem DampfetAr- cadia" eingeschifft.

Die Postverbindunge« abgebrochen.

Berlin, 18. Okt. Das Reichspostamt meldet: Sämtliche türkischen Landlinien in Europa sind feit dem 6. Oktober un­benutzbar. Die Verbindungen mit Montenegro sind feit dem 9. Oktober abgebrochen. Telegramme nach bet Türkei können bis auf weiteres nur über Constantza ober über Odessa nach Konstan­tinopel angenommen werden. Sie erleiden Verzögerungen und sind nut auf Gefahr der Abfender anzunehmen. Prirattele- gramme nach der Türkei dürfen nur in offener türkischer, franzö­

sischer, englischer oder deutscher Sprache abgefaßt sein. In anderer oder verabredeter Sprache sind sie nicht zugelasien und werden vor- kommendenfalls angehalten. Auf Durchgangstelegramme findet diese Beschränkung keine Anwendung. Telegramme in geheimer Sprache nach Bulgarien, Griechenland und Serbien find bis anf weiteres nicht anzunehmen.

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Wien, 18. Okt. Aus Ersuchen des englischen Botschafter« erklärt dasFremdenblatt" die gestrige Meldung desTemps", wonach der englische Botschafter geäußert haben soll, England mache Anspruch auf Krete, als unzutreffend. Cartwright hat nie» mals auch nur annähernd eine ähnliche Aeußetung getan.

Paris, 18. Okt. Eine halbamtliche Note meldet, zwei französtsche Kriegsschiffe befinden sich bereits an der syrischen Küste. Drei weitere Kriegsschiffe halten fich in Toulon bereis um erforderlichenfalls dorthin abzugehen.

K o n st a n t i n o p e l, 18. Okt. Die Pforte erhob Beschwerde bei der russischen Botschaft, weil da» russische Stationsschiff durch seine Apparate die drahtlosen Verbindungen zwischen dem Schwarzen Meer und der kreuzenden türkischen Flotte sowie ber hiesigen Station stört.

Der FriedensWuß.

Konstantinopel, 18. Okt. Nach den Blättern bettägt die an bie Türkei zu zahlende Entschädigung für Libyen 87 000 Pfund jährlich, was ein Kapital von 50 Millionen Francs darstellt, das die Türkei in jedem Augenblick beanspruchen kann. Es verlautet, der Handelsminister Rechid werde zum Kadi von Tripolis ernannt. Infolge des Friedens­schlusses wird den Handelsschiffen wieder vollständig freie Durchfahrt durch die Dardanellen gewährt werden.

Rom, 18. Okt. Graf Berchtold richtete an den Minister des Aeutzem San Euiliano folgende Depesche: Mit besonderer Befriedigung erfuhr ich die glückliche Nachricht von dem Friedensschluß zwischen Italien und der Türkei, und beeile mich, aus diesem Anlaß meine lebhaftesten Glück­wünsche auszudrücken. San Euiliano dankte telegraphisch in herzlicher Weise.

Rom, 18. Okt. Die Agenzia Stefani gibt bekannt: Am Freitag den 11. Oktober brachten die deutsche und die österreichisch-ungarische Regie­rung der italienischen ihren Entschluß zur Kenntnis, die volle, unbe­grenzte Souveränität Italiens über Libyen unmittelbar nach Herstellung des Einvernehmens zwischen Italien und der Türkei anzuerkennen. Dem­nach wird die Anerkennung der Souveränität Italiens über Libyen durch Deutschland und Oesterreich-Ungarn sofort nach der Veröffentlichung des italienisch-türkischen Abkommens über die Zurückziehung der türkischen Truppen aus Libyen inkraft treten.

Rom, 18: Okt.Messagers" meldet aus Ouchy: Die Nachricht eine» auswärtigen Blattes, .daß der endgültige Friedensvertrag zwischen Ita­lien und der Türkei einen oder mehrere geheime Artikel enthalten würde, ist durchaus unrichtig. Der Korrespondent des Blattes erklärt auf Grund zuverlässiger Auskünfte in bestimmtester Weise, daß das Protokoll über die Präliminarien und der Friedensvertrag keinerlei geheimen Anhang enthalten.Popolo Romano" hebt die Initiative Deutschlands und Oesterreichs inbezug auf die Anerkennung der italienischen Souveränität in Libyen hervor. Dieser gute Gedanke beweise wieder die herzlichen un­veränderlichen Beziehungen zwischen den drei Staaten. Die Anerkennung seitens Frankreichs und Englands stehe bevor.Messagero" begrüßt die Entscheidung Deutschlands und Oesterreichs mit Genugtuung. Sie be­stätige die loyalen Gefühle der Freundschaft, die beide Länder für Italien empfänden, Gefühle, die Italien herzlich erwidere.Vita" verweist auf die Bedeutung, welche die Entscheidung der verbündeten Mächte habe,

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Deutsches Reich.

vom Kaffer. Berlin, 18. Okt. Das Kaiserpaar ist heute vormittag von dem Jagdschloß Huberlusstock wieder in Potsdam eingetroffen, wo es aus Anlatz des Geburtstages des Kaiser» Friedrich an dessen Sarg im Mausoleum bei der Fricbenskirche Kränze niederlegte. Heute abend gedenkt der Kaiser nach Ham­burg und Wilhelmshaven abzureisen.

Die Reichstagsersatzwahl in Berlin. Berlin, 18. Okt. Die ..B. Z." meldet: Von den drei rechtsstehenden Parteien wurde der Konservative Rechtsanwalt Ulrich für die Neuwahl des Reichs­tages im ersten Berliner Wahlkreis als Kandidat ausgestellt.

Die Verfassungsfrage in Mecklenburg. Schwerin, 18. Okt. Dem engeren Ausschuß der Ritterschaft und der Landschaft zu Rostock ist ein Reskript des Grotzherzogs zugegangen, das in einer Anlage einen neuen Verfassungsentwurf der mecklenburgischen Staatsregierung enthält. Danach soll in Zukunft der allgemeine Landtag für Mecklenburg-Schwerin aus 84 Abgeordneten bestehen. Von diesen entsenden 20 Abgeordnete die Ritterschaft, 20 die Land­schaft, 20 die einzelnen Berufsstände und die Amtsverfammlung im Domanium, 10 Abgeordnete die ländliche Bevölkerung, 10 Ab­geordnete die Stabte und 4 werden vom Eroßherzog auf Lebens­zeit ernannt. Für Mecklenburg Strelitz ist eine ähnliche Zusam- nrenfetznng des Landtages vorgesehen. Das Wahlverfahren für bie Wahlen der Abgeordneten ist aus allgemeinen Wahlen nach dem preußischen Dreiklassenfystem festgesetzt. Die Wühlen sollen öffentlich und indirekt statijmden.

Die Werte des auswärtigen Handels Deutschlands erreich­ten (in Millionen Mark) im September d. Z. in der Einfuhr 789.7 an Waren, 35.5 an Edelmetallen (gegen 786.3 und 15.8 im Sep­tember des Vorjahres); in der Ausfuhr 766.1 an Waren und 5.3 an Edelmetallen (gegen 718.8 und 18.9 im September des Vor­jahres) ; in den 9 Monaten JanuarSeptember d. I. in der Ein­fuhr 7576.5 an Waren und 278.6 an Edelmetallen (gegen 7008.1 und 232.0 im entsprechenden Zeitraum 1911); in der Ausfuhr 6401.5 an Waren unb 84.3 an Edelmetallen (gegen 5909.6 Mül 87.8 im entsprechenden Zeitraum 1911). i