mit oem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend". „Fürs Saus" und »Landwirtschaftliche Beilage".
Die „Obrrheffifche Zritun," erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.2V <Ä lohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 <X frei in« Hau«. (Für unverlangt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck und Verlag der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. L. Hitzeroth), Markt 21. — Telephon 55.________
Marburg
Sonnabend, 19. Oktober
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47. Jahrg.
1912.
Erstes Blatt.
Fürst Lichnowsly.
Das Rätselraten, das bisher regelmäßig beim Freiwerden <Vl«e»"dtplomatischen Postens, so auch nach dem Tode des Frhrn. v. Marschall, in der politischen Presse zu Tage trat und das oft nahezu an Unfug grenzte, hat nun aufgehört. Die „Nordd. Allg. Ztg." bezeichnet den Fürsten v. Lichnowsly als den Mann, der künftig das deutsche Reich am Londoner Hofe zu vertreten hat. Also weder Herr Dernburg noch Herr Baffermann treten, wie von vornherein nicht anders zu erwarten war, das Erbe des früheren Badischen Staatsanwalts an, obgleich von gewisser Seite das Bonmot geprägt worden sein soll: „Haben wir mit einem badischen Staatsanwalt Glück gehabt, so können wir es auch mit einem badi- schen Rechtsanwalt versuchen". Diesen Versuch hat man vorläufig denn doch lieber unterlassen und auf das glatte Parkett der Lon. doner Botschaft einen dem Milieu entsprechenden Grandseigneur gesandt. Daß diese Eigenschaft des Fürsten Lichnowsly zwar ein wichtiger aber nicht der ausschlaggebende Grün d zu seiner Berufung gewesen ist, ist wohl selbstverständlich. Vor allem ist natürlich der Wunsch ausschlaggebend gewesen, einen mit den außerordentlichen Verhältnissen, unter denen ein deutscher Botschafter heute in London zu arbeiten hat, völlig vertrauten Diplomaten auf dem vorgeschobenen Posten zu sehen. Ob Fürst Lichnowsky dies ist, wird die Zukunft lehren. Vorläufig ist nur bekannt, daß er als Anhänger einer deutsch-englischen Verständigung, aber nicht auf Kosten der deutschen Flotte, gilt.
In einem Aufsatze in der Zeitschrift „Nord und Süd" schrieb er kürzlich: Ich will der britischen Marineverwaltung keine un- lauteren Motive unterschieben, aber sie wird, um ihre Zwecke zu erreichen, des Mittels nicht entraten wollen, im Sinne der deut- scheu Gefahr auf die naiven Mafien zu wirken, oder wenigstens be- stehenden Vorurteilen nicht gern entgegenarbeiten. Möchte doch jeder Staat und namentlich jede Heeres- und Flottenverwaltung möglichst stark und mächtig sein, das liegt im Wesen der Sache, wie etwa der Einzelne möglichst reich sein will. Es ist das gute Recht der Engländer, eine gewaltige Flotte zu besitzen, um als Seemacht eine überragende Stellung einzunehmen, um ihrer Diplomatie zu jedem geeignet erscheinenden Zeitpunkt den nötigen Nachdruck zu geben, um unter Umständen drohen zu können. Unsere Pflicht ist es, demgegenüber nicht allzu wehrlos zu bleiben.
Da Verhältnifie stärker sind als einzelne Menschen, glaube ich nicht, daß Gegensätze und Strömungen, die auf Machtverteilungen und Entwicklungsrichtungen beruhen, sich vollkommen beseitigen oder überwinden lafien. Im Wesen politischer wie sozialer Probleme liegt auch ihre Unlösbarkeit, ihre psychologische Struktur läßt eine Radikalkur gewöhnlich nicht zu, ermöglicht es aber, durch richtige Erkennknis der widerstreitenden Kräfte und Jnterefien zu einem Kompromiß zu gelangen, bei dem der menschliche Fortschritt zu seinem Rechte kommt und die Beteiligten keinen Schaden leiden. So kann auch der Wettbewerb zwischen Briten und Deutschen der gesamten Kulturwelt zugute kommen, falls er die Bahnen friedlicher Arbeit und gemäßigter Rüstungen nicht verläßt, indem der Brite als Champion of the World Gelegenheit findet, sich mit einem beachtenswerten Partner im Frieden zu mefien und volkswirtschaftlichen Gefahren dadurch entgegen zu wirken, die für jedes Volk entstehen aus Macht, großer Wohlhabenheit und damit verbundener materialistisch-sybaritljcher Lebensauffafiung. Im übrigen sollte man in England sagen, daß, da nun einmal britische Sitten, Moden, Sports und Spiele die Welt erobert haben und von uns wie von anderen nachgeahmt werden, kein Grund vorliegt, weshalb das englische Vorbild nicht auch hinsichtlich unserer Flotte gelten sollte. Weshalb sollen wir bloß Lawn-Tennis und Polo, Rennen und Regatten von unseren englischen Freunden lernen und nicht auch die Liebe zur Flotte? Ich sehe keine Ursache für eine solche Einschränkung unserer weit verbreiteten Anglomanie!"
Meßet den Lebensgang des Fürsten ist folgendes von Interesse: Fürst Karl v. Lichnowski ist am 8. März 1860 geboren und gehört dem schlesischen Uradel an. Nach kurzer militärischer Laufbahn trat er im Jahre 1884 zur Diplomatie über ud wurde zunächst der Londoner Botschaft zugeteilt. 1889 trat er, nachdem er noch an anderen Botschaften gearbeitet hatte, als Vortragender Rat in das Auswärtige Amt ein, wo et als befondetet Vetttauensmann des Fürsten Bülow galt und bis 1904 verblieb, um sich dann bet Bewirtschaftung seiner Güter zu widmen. Im Herrenhause ist der Fürst wiederholt hervorgetreten; so unterstützte er bei der Ent- eignungsvorlage und der Wahlrechtsreform lebhaft die Regierung.
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Der Krieg auf dem Balkan.
Wie es bis jetzt schien, wollte keiner der Balkanstaaten, weder die Türkei noch die Verbündeten, eine offizielle Kriegserklärung dem Gegner überreichen, obwohl es bereits zu Feindseligkeiten gekommen ist. Man provoziert sich gegenseitig und versuchte den anderen zur Kriegserklärung zu reizen, damit diesem dann später vor der Welt die Schuld am Ausbruch des Kriegs zugeschoben werden könnte. Jetzt scheint die türkische Regierung die Sache aber satt zu haben; denn sie hat kurzerhand die Gesandten Bel- .Kiens und Bulgariens aus hem Lande gew'->'->-- •*«« folgender
Meldung hervorgeht:
Konstantinopel, 17. Okt. In der heute vormittag um 9 Uhr den Gesandten Serbiens und Bulgariens überreichten Note erklärt die Pforte: Die bulgarische und serbische Note ist eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Türkei, und die Mobilisierung der beiden Staaten und die täglichen Scharmützel haben den Frieden weiterhin unmöglich gemacht. Die Gesandten werden daher aufgefordert, das türkische Gebiet sofort zu verlaßen.
Dies wird als eine Kriegserklärung betrachtet. Im übrigen liegen folgende Nachrichten zur Lage vor:
Die Haltung Oesterreichs.
Paris, 17. Okt. Aus Konstantinopel erfährt das „Echo de Paris", daß der österretchisch-ungarische Botschafter mit dem Minister des Aeußeren Nordunghian eine lange Unterredung hatte, wobei et die Erklätung abgab, daß Oestetteich-Ungatn auf keinen Fall die Vereinigung der serbischen und montenegrinischen Truppen im Sandschak Novibazar dulden werde. Oesterreich werde unter Umständen den Sandschak militärisch besetzen mit dem Versprechen, ihn nach dem Friedensschluß wieder an die Türkei zurückzugeben. Diese Nachricht wird ergänzt durch ein Telegramm des Petersburger Korrespondenten des „Echo de Paris": Ich erfahre, daß Rußland von Serbien das formelle Versprechen erhalten hat, nicht in den Sandschak vorzudringen, um eine Intervention Oesterreich-Ungarns zu vermeiden. Ich erfahre weiter, daß in der Absicht, einen Konflikt der Großmächte zu vermeiden, Verhandlungen mit Oesterreich stattgefunden haben. Die Donaumonarchie soll für den Fall, daß Serbien sein Versprechen vergeßen sollte, von militärischen Maßnahmen absehen, freilich nur dann, wenn die Serben sich nicht im Sandschak Novibazar festsetzen, sondern ihn nur kreuzen. Deutschland soll diese Lösung de; Angelegenheit beim Grafen Berchtold unterstützt haben.
Demonstration.
Kiew, 17. Okt. Etwa 300 Personen, vorzugsweise Studierende, welche heimkehrende bulgarische und serbische Studenten gut Bahn geleiteten, zogen nach Abgang des Zuges vot das öfter« teichifch-ungarische Konsulat, um Demonstrationen zu veranstalten. Durch das energische Vorgehen der Polizei wurde die Menge sofort zerstreut. Zwei Personen wurden verhaftet und nach Feststellung der Personalien freigelaßen.
Abdul Hamid.
Konstantinopel, 17. Ott. Der Exsultan Abdul Hamid wird sofort nach dem Ausbruch des Krieges nach Konstantinopel Lbergeführt. Er soll in einem bei dem abgebrannten Palais in Tfchiregan gelegenen Ufergebäude untergebracht werden. Die lleberführung soll angeblich notwendig sein, um einem etwaigen Versuch der Albanesen vorzubeugen, bei dem Passieren Salonikis nach der türkisch-griechischen Grenze Abdul Hamid zu befreien. Es verlautet, daß der Exsultan aus diesem Anlaß drei Millionen für die Armee in Aussicht stellte.
Die Kämpfe.
Podgoritza, 17. Okt. Im Kampfe um Berane verloren die Montenegriner 10 Tote und 31 Verwundete.
Konstantinopel, 17. Okt. Der Albanefenführer Jßa Boljetinaz ist in Serbien eingedrungen.
B e l g r a d, 17. Okt. Nach einer Privatmeldung fand gestern bei Prepolac ein Kampf zwischen Albanesen und serbischen Truppen statt. Die Serben eröffneten ein Eeschützfeuer; sie hatten zehn Tote und 40 Verwundete. Die Albanesen sollen 200 Tote haben. Die Zahl der Verwundeten ist unbekannt.
Paris, 17. Okt. Die Agence Havas meldet aus Konstantinopel, daß die Türken bei Podgoritza eine« großen Sieg über die Montenegriner davongetragen und mehrere Geschütze erbeutet haben.
Saloniki, 17. Ott. Türkische Truppen trieben die Montenegriner in der Gegend von Akowa über die Grenze zurück und verjagten den Feind von den westlichen Anhöhen.
Athen, 17. Okt. Das Marinemfnisterium teilt mit, daß die Kanonenboote A und D heute früh um 2^ Uhr in die Meerenge von Prevesa und Attium eingedrungen und um 4^ Uhr vor Vonitza eingetroffen seien. Es gelang nicht, die Durchfahrt zu verhindern.
Politische Umschau.
Enthüllungen über ein sozialdemokratisches Bündnisangebot an die Nationalliberalen
machte der Führer der Altnationalliberalen Herr Fuhrmann in einer Rede, die er auf der Ausschußsitzung des Altnationalliberalen Reichsverbandes am 6. d. Mts. gehalten hat und die jetzt im Wortlaut veröffentlicht wird. Die Hauptpunkte seiner Ausführungen sind folgende: Insbesondere wir Nationalliberalen haben über alle Kämpfe eines halben Jahrhunderts hinweg uns immer mit den Konservativen zusammengefunden. Wir haben darum, als die Sozialdemokratie durch den Freisinn der nationalliberalen Patteileitung ein gleiches, an Mandatsgewinn wohl sehr vorteilhaftes Stichwahlbündnis anbieten ließ, keinen Augenblick gezögert, es abzulehnen, und ich will hoffen, daß die Partet- lettung von diesem Entschluß der Ablehnung eines jeden direkten oder indirekten Zusammenwirkens mit der Sozialdemottatie sich niemals ab- drängen laßen wird. Mit unserer Landtagsfraktion und ihrer Führung fordern auch wir das geheime und direkte Wahlrecht unter Beseitigung der Dritielung in den Urwahlbezirken, die eine unsinnige Durchlöcherung des Prinzips des Dreiklaffenwahlrechts darstellt. Denn darüber möchten wir keinen Zweifel laßen: nachdem der von der Fraktton gewiesene Weg des Pluralwahlrechts sich als kaum gangbar erwiesen hat, halten wir an dem im Klaffenwahlrecht vorhandenen Prinzip der nach der Eteuerleist- ung abgestuften Wahl fest und werden uns jeder weiteren Demokratt- sierung dieses Wahlrechts auf» schärfste widersetzen. Hier trennt uns und,
rote wir annehmen, die gesamte preußische Landtagsfraktton, von b«( Fortschrittlichen Volkspartei und ihrem Drängen nach Erweiterung del preußischen Wahlrechts zum Reichstagswahlrecht hin, eine unüberbrück bare Kluft.
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Deutsches Reich.
— vom Bundesrat. Berlin, 17. Ott. Der Bundesrat überwies die Vorlage, betreffend das Abkommen zwischen Deutschland und Belgien über die Unfallversicherung den zuständigen Ausschüßen. Ueber die Wahl eines Direktortumsmitglieds, und von höheren Beamten der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte wurde Beschluß gefaßt. Der Südwestafrikanischen Bodenkredit- Gesellschaft wurden die Rechte einer Kolonialgesellchsaft verliehen.
— Abgeordneter v. Rormann f. Stettin, 17. Okt. Auf seinem Schloß Barkow im Kreise Greifenberg ist der Vorsitzende der konservativen Reichstagsfraktion, Abgeordneter Oskar von Rormann im 69. Lebensjahre gestorben. Abgeordneter von Rormann, der am 25. Februar 1844 geboren wurde, hat seine Jugendjahre in erster Linie dem Militärdienst gewidmet. Nach Absolvierung der Kadettenschule trat er 1861 als Leutnant bei den Garde-Grenadieren in Berlin ein. Während des deutsch-französischen Krieges war er persönlicher Adjutant des Prinzen Friedrich Karl von Preußen. Als Major nahm er 1883 seinen Abschied und siedelte auf das neugekaufte Gut Barkow in Pommern über. 1890 trat von Rormann in den deutschen Reichstag ein, wo er sich der deutsch- konservativen Fraktion anschloß. 1897 wurde er auch in das preußische Abgeordnetenhaus gewählt. 1902 berief ihn das Vertrauen seinen Fraktionsgenoßen zur Leitung der Fraktion, deren Vorsitzender er also gerade 10 Jahre hindurch gewesen ist. Der Wahlkreis Ereifenberg-Camin, den von Rormann im Reichstag vertrat, gilt als sicherer konservativer Besitz. Nur ein einziges Mal, von 1888 bis 1890, ist er liberal vertreten gewesen.
— Die württembergischen Landtagswahlen. Stuttgart, 17. Okt. Laut amtlicher Bekanntmachung finden die Wahlen zur Zweiten Kammer am 16. November statt.
— Sie Fortschrittliche Vollspartei Kurheffens und die Nationak- liberalen. Kaffel, 16: Ott. Wir lesen in der „Post": Der Vorstand bei Landesorganisation der Fortschrittlichen Volkspattei für Kurheffen nahm zu der Aufstellung der Kandidaturen für die Landtagswahlen durch die nationalliberale Partei auf dem Landesparteitag am letzten Sonntag Stellung und bedauerte in einer Einschließung, daß die Nationalliberalen so außerordentlich eilig mit der Aufstellung der Kandidaten für die Landtagswahlen int Regierungsbezirk Kaffel vorgegangen sind und es unterlaßen hätten, in genügender Weife mit der Fortschrittlichen Volkspattei Fühlung zu nehmen. Insbesondere wurde bedauert, daß man sich über die Versprechungen hinweggesetzt habe, die gelegentlich der Unterstützung bei den Reichstagswahlcn seitens der Rationalliberalen gegeben wurden, wonach der Wahlkreis Caßel-Land-Witzenhausen an die Fott- schrittliche Volkspariei abgetreten werden sollte. Wie man hört, soll für diesen Wahlkreis der Universitätsprofeffor Dr. Rade aus Marburg als Kandidat in Frage kommen.
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Ausland.
* * Diskonterhöhung. London, 17. Okt. Die Bank von England erhöhte den Diskont auf fünf Prozent. — Paris, 17. Okt. Die Bank von Frantteich hat den Wechseldiskont von 3 auf 3U Prozent erhöht; der Lombardzinsfuß wurde auf 4 Prozent belaßen.
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Marburg und Umgegend.
Nachdruck aller Orginalartikel ist gemäß 8 18 de» Urheberrecht» nur mit der deutlichen Quellenangabe ^Oberheff Ztg." gestattet.)
Marburg, 18. Ott.
• Ferienende. Die Michaelisferien find nun auch bald vorüber, denn nächste Woche nimmt der Unterricht wieder feinen Anfang. Das Winterhalbjahr beginnt und mit ihm die Sorge um die Versetzung, besonders für Schüler höherer Schulen. Während des Sommersemesters mit seinen langen Ferien und sonstigen Zerstreuungen hat man in Bezug aus das Arbeiten hier und da einen Pflock zurLchgesteckt und nicht die erforderliche Ausdauer bewiesen. Das muß jetzt nachgeholt werden, falls man zum 1. April das Klassenziel zu erreichen wünscht.
* Von bet Poft. Me man hött, find bie Barpotto-Abstemvelung»- Maschinen, die bei der ersten Vorführung durch bas Reickshaupipostamt wegen einiger Mängel noch beanstandet wurden, nach deren Beseittgung jetzt zum Bettiebe frei gegeben worden. Vorläufig werden sie nur bei den Hauptpostämtern Aufstellung finden.
• Erntedankfest und Jahressest der Marburger Stadtmiffion. Der hiesige Siadtmiffionsverein veranstaltet Sonntag, den 20. Oktober, im Philippshaus sein Erntedankfest und Jahresfest. Der Posaunenchor de, christlichen Vereins junger Männer und der Gesangchor der Stadtmiffion werden Mitwirken. Mehrere Redner haben ^gesagt. Näheres siehe Inserat.
* Das Autounglück bei Riederweimar vor dem Reichsgericht. Aus Leipzig schreibt uns unser Korrespondent: Mit einem jener bekannten und sich immer wiederholenden llnglückssälle, die dadurch herbeigeführt werden, daß das Automobil vor einem Bahnübergang nicht mehr rechtzeitig zum Stehen gebracht werden kann, hatte sich wieder einmal das Reichsgericht zu beschäftigen. Es handelte sich um die Revision des Fahrradhändlers Peter Kronenberg, der vorn Landgericht Marburg am 17. Mai wegen fahrlässiger Tötung zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt worden st. Der An- gettagte hat neben feinem Fahrradgeschäft eine Vertretung für Automobile der Firma Dürkop. Nachdem ihm am 2. September v. Js. durch den Werkmeister Kühn ein neues Automobil vorgeführt worde» war, fuhr er am Abend in Begleitung des Kühn «U